Moin,
da momentan der Drang nach Selbstzusammengebauten PCs höher denn je war und Overclocken einfach ein Volkssport geworden ist, kommt von mir dieses Tutorial.
Die meisten Leute fragen hier nach, welche Hardware sie sich kaufen sollen, stellen den PC zusammen und lassen ihn sich von Hardwareversand zusammenkleistern. Da Hardwareversand schon lange nicht mehr so günstig ist (vergleiche man mal mit Vibuonline.de) und auch die zusammengebauten PCs oft in "komischen" Zuständen ankommen, halte ich es für sinnvoll seinen PC in Einzelteilen zu bestellen und selber zusammenzubauen. Ich erinnere nur an die ganze Probleme mit den Temperaturen, die die meisten Leute hier hatten, weil die Leute von Hardwareversand einfach den CPU Kühler nicht richtig montiert hatten.
Dadurch, dass man seinen PC selber zusammenbaut, bekommt man auch für die Komponenten ein gewissen Gefühl und kann natürlich die gewisse "Liebe" in seinen PC stecken, den der PC bei Massenabfertigungen wie bei Hardwarerversand nicht bekommt.
Hier zur Information eine kleine Inhaltsangabe
1. Die Komponenten
2. Die ersten Schritte
3. Den Prozessor einbauen
4. Die Wärmeleitpaste auftragen
5. Den CPU Kühler installieren
6. Den Ram einbauen
7. Das Motherboard ins Gehäuse einbauen
8. Die Grafikkarte einbauen
9. Die Festplatten einbauen
10. Die optischen Laufwerke einbauen
11. Das Netzteil einbauen
12. Die Kabel verbinden und PC starten
(13. PC übertakten - optional und mit Vorbehalt)
1. Die Komponenten
Über die Komponenten kann man sich ja bekanntlich streiten. Das sieht man ja hier allzuoft. Allgemein kann man jedoch sagen, dass sich die Komponenten, dank einer gewissen Norm, beim Einbau kaum voneinander unterscheiden. Beim OC hingegeben gibt es enorme Unterschiede, weshalb ich einfach mal ein System vorschlage, dass meiner Meinung nach recht Zukunftssicher ist und im Preis-Leistungs-Verhältnis auch gute Maßstäbe setzt. Beim OC (Kapitel 13 optional) kann man aus diesem System auch schnell die Leistung eines drei mal so teuren Systems rausholen.
Ich habe als Online-Shop Mindfactory gewählt, da ich finde, dass die gut und günstig sind. Der Service ist (nach sehr schlechten Erfahrungen mit anderen Online-Shops) da echt am besten und wenn man zwischen 0 und 6 Uhr bestellt, kann man im Rahmen des Midnightshoppings versandkostenfrei bestellen ( bei Vorkasse ab 100, bei Nachnahme ab 200 Euro). Für 4,95€ mehr bekommt man bei Mindfactory für seine Bestellung den Status Service Level Gold, so dass man 1. eine schnelle Lieferung erwarten kann und 2. im Falle einer Reklamation einen Vorabtausch für die ersten 6 Monate versprochen bekommt, das heißt man schickt die defekte Ware erst dann ab, wenn man von Mindfactory ein neues Gerät erhalten hat, was bei der unchristlichen Reklamationsdauer anderer Onlineshops echt ein Segen ist.
Natürlich kann man die jeweilige Hardware auch woanders kaufen z.B. bei hardwareversand.de, hoh.de, e-bug.de oder vibuonline.de (gleiche Firma wie Mindfactory).
Ersatzweise kann man auch bei www.hardwareschotte.de einfach den Namen der Hardware eingeben und bekommt den günstigsten Shop angezeigt.
Das Motherboard
Es ist die Hauptplatine des Systems und wie der Name schon sagt, eines der wichtigsten Komponenten. Es ist so zu sagen die Platform und die Kommunikationsschnittstelle für alle weiteren Komponenten, die man verbauen will.
Ich empfehle in diesem Fall entweder ein MSI P35 Neo2-Fir oder ein Gigabyte GA-P35-DS3R. Das MSI P35 Neo2-Fir bietet aber eine von Haus aus verbaute Heatpipe-Kühlung, die ich für sehr Vorteilhaft halte. Diese kühlt nämlich das Motherboard wesentlich effektiver als ein Lüfter, wie beim Gigabyte verbaut. Da aber beide Boards sehr gut sind, kann man sich am Ende für irgendeines entscheiden und macht keinen Fehler. Meine persönliche Empfehlung ist jedoch das MSI.
Hier ein Bild von der Heatpipe:
MSI P35 Neo2-Fir bei Mindfactory ca. 95€
Gigabyte GA-P35-DS3R bei Mindfactory für ca. 95 Euro
Hier findet ihr noch ein sehr gutes Review und einen Vergleich zwischem einem Gigabyte und einem MSI, jedoch betone ich, dass ich mich von dem Ergebnis distanziere, da ich beide Boards gut finde und in diesem Vergleich das MSI gewinnt.
Hier hat Tom's Hardware auch beide Boards verglichen, auch andere Hardware, die ich hier vorschlage, wird dort sher gelobt
Der Prozessor
Der Prozessor ist das Herz des PCs und daher ist bei der Wahl Sorgfalt sehr wichtig. Während die Wahl früher nicht sehr schwer war, man musste halt einfach schauen, wieviele MHz man brauchte und wie viel man ausgeben konnte, sich dann noch für AMD oder Intel entscheiden und schon wusste man, welchen Prozessor man kaufen soll, ist es mitlerweile durch die Mehrkerne schon etwas schwieriger.
Grundsätzlich kann man sagen, wenn man eher ein Typ ist, der viele Programme zeitgleich laufen lässt (vor allem Personen im Grafik- und Videobereich), dann ist ein Quadcore Prozessor, also ein Prozessor mit 4 Kernen, die beste Wahl.
Wenn man aber eher Spielen will (für gewöhnlich schließ man zum Zocken die meisten Programme), dann reicht ein Dual-Core, also ein Prozessor mit 2 Kernen, vollkommen aus und bringt durch seine allgemein höher getakteten Kerne auch noch eine gewisse Mehrleistung.
Ich persönlich sehe aber in den 4-Kern-Prozessoren die Zukunft, da viele Programme und auch Spiele in nächster Zeit darauf ausgelegt sein werden, sich die 4 Kerne zu Nutzen machen, während die meisten momentan nur 2 Kerne nutzen. Durch das OC Tutorial kann man seinen Quadcore auch noch gut in einen Bereich hineinübertakten, in dem er den Vergleich zu einem Dual-Core nicht mehr scheuen muss.
Ich empfehle daher für die meisten einen Quadcore Prozessor, gebe hier aber dennoch einen Dual-Core mit an. Momentan ist der Intel Core 2 Quad Q6600 zu empfehlen, da er günstig ist und ohne Risiko (natürlich gibt es immer ein Restrisiko) auf 3.0 Ghz übertaktet werden kann und damit im höheren Segment mitspielt.
Als 2-Kerner ist der E8400 zu empfehlen, der aber momentan schlecht verfügbar erscheint. Bis dahin ist der E6850 der beste 2-Kerner.
Intel Core 2 Duo E8400 bei Mindfactory für ca. 200 Euro (erscheint jedoch erst kürzlich
Intel Core 2 Duo E6850 bei Mindfactory für ca. 220 Euro
Intel Core 2 Quad (4Kern) bei Mindfactory für ca. 200 Euro
Ich wähle hier bewusst keinen AMD Prozessor, da AMD momentan leider Probleme hat, ihre Prozessoren zu etablieren und auch einige Bugs mit sich bringt. Intel ist momentan (leider) einzige Referenz. Wer dennoch zu einem AMD Prozessor greifen will, was ich manchmal auch verstehen kann (Preis, Ideologie....), der kann dies gerne tun. Die 2-Kerner vom AMD sind recht gut.
Außerdem habe ich auch bewusst nur Tray Prozessoren ausgesucht. Der Unterschied zu Boxed Prozessoren ist, dass Boxed Prozessoren einen Kühler mitgeliefert bekommen, die Tray Prozessoren sind wirklich nur dieses kleine silberne "Metall-Teil" und reichen für uns aus, da wir noch extra einen Lüfter verbauen, um gute Temperaturen garantiert zu bekommen.
Hier ein Prozessor mit Heatspreader, worauf ich später noch zu sprechen komme.
Der Arbeitsspeicher
Der Arbeitsspeicher ist so zu sagen das Kurzzeitgedächtnis des PCs. Dieser verarbeitet und speichert die Daten, die ein Programm oder ein Befehl nicht auf lange Sicht speichern muss, sondern die kurz gespeichert werden. Ach, ihr wisst schon was ich meine
Arbeitsspeicher ist momentan so günstig wie nie, weshalb man jetzt schon zuschlagen sollte. Jedoch halte ich 2 GB für vollkommen ausreichend. Wer 4 GB will, muss dann eh ein 64Bit System aufspielen, damit der PC die 4GB voll erkennt - sonst erkennt er nur ca. 3.4GB.
Man sollte nur darauf Wert legen, dass es 800er Ram (er läuft also mit 800MHz) ist und gute Timinings hat. DDR2 ist momentan das beste, was man für einen guten Preis bekommt. Zwar gibt es schon DDR3, dieser Speicher ist jedoch viel zu überteuert und bringt kaum bis gar keine Mehrleistung.
Beim Ram kann man eigentlich fast jeden Markenram nehmen, da wir aber vielleicht noch übertakten, sollte schon Ram genommen werden, der auch ein Potenzial dazu bietet:
2x1024MB OCZ DDR2 PC2-6400 Reaper bei Mindfactory für ca. 60 Euro
2x1024MB Corsair DDR2 800MHz PC2-6400 CL4 bei Mindfactory für ca. 50 Euro
Esatzweise kann man sich auch GEIL 800er Black Dragon Edition Ram holen, dieser ist gut zum übertakten und auch ein bisschen günstiger. Da er bei Mindfactory jedoch nicht angeboten wird und ich Wert darauf gelegt habe, bei einem Shop zu bleiben, um unnötige doppelte Versandkosten zu sparen, habe ich diesen nicht angegeben. Wer sich diesen Ram trotzdem kaufen will, kann sich ja mal hier nach den Preisen umschauen:
GEIL Black Dragon DDR2 Dual Channel Kit bei Hardwareschotte ab ca. 50 Euro
Die Angabe wie CL4 der CL3 bezieht sich auf die Ram-Timings. Das ist die Zugriffszeit auf den Ram, je niedriger desto besser, wobei es einfach keine warnehmbaren Unterschiede gibt zwischen CL3, CL4 und CL5. Diese sind im nanosekunden Bereich und daher nicht spürbar. CL4 sollte es jedoch schon sein, da das mitlerweile Standard ist.
Die Grafikkarte
Die Grafikkarte ist für die Grafik zuständig. Das war jetzt natürlich der weiseste Satz des Jahres, doch wenn man bedenkt, dass Grafik nicht gleich Grafik ist, dann merkt man schon den faden Beigeschmack. Die Entscheidung, welche Grafikkarte man sich kauft, ist momentan die schwierigste.
Allgemein kann man sagen, dass eine Geforce 8800GT, eine Geforce 8800GTS (512MB) oder eben eine ATI Radeon HD3870 die besten Grafikkarten im oben Mittelklassebereich sind.
Die Reihenfolge von der Leistung der Karten sieht, grob gesagt, so aus:
HD3870 --> Geforce 8800GT --> Geforce 8800GTS (512MB).
Die 8800GTS mit 512 MB (es gibt auch welche mit 320MB oder 640MB, diese sind jedoch nicht zu empfehlen, da sie wesentlich schlechter sind) ist natürlich die beste von den drei Karten, kostet aber auch dementsprechend am meisten.
Die High-End-Grafikkarten wie die 8800GTX oder die noch bessere 8800Ultra, sind momenten Geldverschwendung, da sie schon fast zwei Jahre alt sind und daher nicht mehr auf dem neusten Stand, jedoch trotzdem die schnellsten. Wenn man in solch einem Bereich eine Grafikkarte erwerben will, dann sollte man in einem Monat auf die 9er Reihe von Nvidia warten, die immer mit High-End-Grafikkarten im hohen Preisbereich gerstartet wird.
Ansonsten kann ich für den normalen Geldbeutel die 8800GT empfehlen, wer noch ein bisschen Mehr Geld hat, kann sich ruhig eine 8800GTS kaufen, die durch etwas mehr Leistung glänzt und einen besseren Kühler verbaut hat. Für die ganzen Sparfüchse ist vielleicht eine ATI HD3870 empfehlenswert. Dabei ist es wirkllich egal von welchem Hersteller die Grafikkarte ist, da sich die meisten so wie so an das von Nvidia oder ATI vorgegebene Refernzdesign halten. Manche Hersteller übertakten ihre Grafikkarte von Haus aus oder liefern einen anderen, besseren Kühler mit. Also wer zu einer EVGA, Club3D, MSI, ASUS, Point of View oder Xpertvision greift, macht nichts falsch.
Vor kurzem ist die 1024MB Speicher Variante der 8800GT auf den Markt gekommen. Ich halte nicht viel von dieser hohen Speicherlast, da die Speicheranbindung immernoch bei 256Bit geblieben ist. Da reichen 512MB vollkommen, es sei denn mal will in riesen Auflösungen spielen, da ist die 8800GT so wie so die falsche Karte, in solchen Fällen greift man zu einer besseren Karte.
Xpertvision Geforce 8800GT Super (Übertaktet) von Mindfactory für ca. 200 Euro
Club3D HD3870 bei Mindfactory für ca. 190 Euro
Übertaktete Geforce 8800GTS (512) von MSI bei Hardwareschotte ab 240 Euro
Übertaktete Geforce 8800GTS (512) von Zotac bei Hardwareschotte ab 270 Euro
Übertaktete Geforce 8800GT von Gainward bei Hardwareschotte ab 206 Euro
Club 3D HD3870 Overclocked bei Hardwareschotte ab 200 EUro
Die neue 8800GTS (512MB, G92-Chip) hat Mindfactory leider nicht im Sortiment. Aber hier gilt auch, jede kann gekauft werden, egal welcher Hersteller, es sei denn man will eine von Haus aus übertaktete, dann wäre die MSI oder die Zotac empfehlenswert, habe deshalb einen Hardwareschottenlink für diese beiden Hersteller mit angegeben.
Der CPU Kühler+Lüfter
Um eine CPU, die der größte Hitzkopf im System ist, vernünftig zu kühlen, braucht man einen guten CPU Kühler, der über einen Lüfter verfügen sollte oder an den man einen Lüfter anbauen kann.
Momentan sind eigentlich nur 3 Kühler im hohen Bereich richtig empfehlenswert, wer Wert auf einen sehr günstigen Kühler legt, kommt auch nicht zu kurz:
Zalman 9700LED
+sieht gut aus
+ist recht günstig
+ist super zu befestigen durch mitgeliefertes Retention-Pack
+die mitgelieferte Wärmeleitpaste ist echt nicht schlecht
+günstig
-kühlt nur richtig gut, wenn man den Lüfter vollaufdreht, ist daher ziemlich laut
-kann nicht durch das Motherboard automatisch gesteuert werden, weshalb man ihn durch eine mitgelieferte Lüftersteuerung selber den Bedingungen anpassen muss
Scythe Mugen
+hat ne Top Kühlleistung
+um ihn aktiv zu betreiben, wird ein Lüfter mitgeliefert, den man anbauen muss
+günstig
+recht leise bei guter Kühlleistung
-sieht nicht unbedingt gut aus, klobig und metallen, wie eine Bohrinsel
-ist ziemlich groß, sollte aber in fast jedes gängige Gehäuse passen (vorher abmessen)
-sitzt nur richtig fest mit Retention Kit, was man jedoch extra kaufen muss (
Retention Kit)
Thermalright IFX-14
+ist super zu befestigen durch mitgeliefertes Retention-Pack
+bietet momentan die beste Kühlleistung
+kann auch passiv betrieben werden
+/-sieht ganz ok aus, "hübscher" als der Mugen aber hässlicher als der Zalman
-recht teuer
-ist von Haus aus nur passiv, um Lüfter anzubauen, muss man diese extra kaufen, was den Preis erneut in die Höhe treibt. Kann aber mit 2 Lüfter betrieben werden, sodass die Kühlleistung noch etwas steigt, jedoch die Lautstärke steigt
+/-mitgelieferte Wärmeleitpaste ist so naja
Wenn man also genug Geld hat, sollte man sich den Thermalright IFX-14 kaufen, wenn man auf gute Kühlleistung wert legt. Für den schmaleren Geldbeutel ist der Scythe Mugen empfehlenswert - wobei da der Zalman 9700LED keinen Vergleich scheuen muss und einfach besser aussieht, was für Modder und Leute mit Plexiglas Seitenfenster gut ist.
Zalman 9700 LED bei Mindfactory für ca. 42 Euro
Scythe Mugen bei Hardwareschotte, beginnend ab 35 Euro
Thermalright IFX-14 bei Mindfactory für ca. 55 Euro
Arctiv Freezer 7 Pro bei Mindfactory für 16,50 Euro
Wer, was das übertakten angeht, in höhere Bereiche vordringen will, der braucht irgendwann eine Wasserkühlung. Eine Wasserkühlung bringt zum Teil bis zu 15°C weniger als eine Luftkühlung - dadurch kann man natürlich, wenn die CPU mehr mitmacht, weitaus höher übertakten, bis wieder die Grenze erreicht ist. Eine Wasserkühlung kostet jedoch auch ihren Preis. Unter 200 Euro für eine Wasserkühlung auszugeben, endet für gewöhnlich in einer Wasserkühlung, die zum Teil nicht mal an eine gute Luftkühlung rankommt.
Eine Wasserkühlung ergibt jedoch Sinn, wenn man hoch übertakten will. Ein weiterer Vorteil einer Wasserkühlung, der natürlich für einige sehr wichtig sein kann, ist die Lautstärke. Eine Wasserkühlung erzeugt so gut wie kein Geräusch. Die Pumpe ist zu hören, kann jedoch entkoppelt werden und wird dadurch wieder einen Tick leiser.
Wer sich eine Wasserkühlung kaufen will, egal aus welchem Grund, sollte lieber keine Komplettsysteme kaufen, sondern sich diese selber zusammenstellen. Man braucht einen CPU-Kühler (ggf. einen Grafikkarten-Kühler), eine Pumpe, einen Ausgleichsbehälter, einen Radiator (Wärmetauscher), Anschlüsse und Schläuche - alles zu finden bei www.aquatuning.de
Wer eine Wasserkühlung will, kann im Forum hier fragen, dem wird sicherlich gerne weitergeholfen. Da eine Wasserkühlung jedoch eine gewisse Erfahrenheit voraussetz - und dieses Tutorial speziell für Anfänger gemacht ist - gehe ich auf diese nicht weiter ein.
Wärmeleitpaste
Eine gute Wärmeleitpaste ist genau so wichtig, wie ein guter CPU Kühler. Momentan sind die empfehlenswerten Wärmeleitpasten folgende:
Arctic Silver 5
+sehr gute Wärmeleitfähigkeit
+fast 100% Silberanteil
-recht zäh und schwer zu verstreichen
-recht teuer
-trocknet schnell und hart aus, bevor man den CPU Lüfter nach langer Gebrauchsdauer abmacht also mal heiß laufen lassen, damit die WLP etwas "weicher" wird
Arctic Ceramique
+gute Wärmeleitfähigkeit
+recht leicht zu verstreichen
+recht günstig
-momentan noch etwas umstritten, manche schwören drauf und manche "verteufeln" sie
Zalman ZM-STG1
+gute Wärmeleitpaste
+sehr flüssig und leicht zu verteilen
+beim Zalman9700LED mitgeliefert= Geld gespart
+durch mitgelieferten Pinsel leicht hauchdünn aufzutragen
-nicht so gute Wärmeleitfähigkeit wie andere
-trocknet sehr schnell, auch während des Verstreichens, aus
Coollaboratory Liquid Metal Pro
+beste Wärmeleitfähigkeit
-elektrisch Leitfähig und daher gefährlich für die Hardware (beim Verstreichen Vorsicht)
-sehr zäh und schwer zu verstreichen
-sehr teuer
-wenn sie austrocknet, echt schwer abzumachen, kann schon mal zu gefährlichen Aktionen führen
Coollaboratory Liquid Metal Pad
+/- eigentlich keine WLP, ein kleines hauchdünnes Scheibchen, was man zwischen Kühler und Prozessor legt
+sehr gute Wärmeleitfähigkeit
-kann beim Aufsetzen des Kühlers verrutschen, was sehr gefährlich ist
-sehr teuer
-muss erst mal zum schmelzen gebracht werden (Burn-In), was erst ab 80°C geschieht. Einige berichten jedoch, dass sie diese 80°C nicht erreichen, um das Pad zum schmelzen zu bringen
-elektrisch leitfähig und dadurch wie die Liquid Metal Pro gefährlich
Alles in allem kann man die Arctic Silver 5 jedem empfehlen. Ist ne gute WLP und wenn man den Dreh raus hat auch gut zu verstreichen. Dazu komm ich später auch drauf zurück.
Arctic Silver 5 bei Mindfactory für ca. 8 Euro
Arctic Silver Ceramique bei Mindfactory für ca. 2,50 Euro
Coollaboratory Liquid Pro (Paste) bei Mindfactory für ca. 9 Euro, aber nur 1g
Hier findet sich noch ein guter Test, der die Coollaboratory Liquid Metal Pro mit anderen WLP vergleicht, was auch ein guten allgemein Überblick schafft.
Das Netzteil
Das Netzteil ist für den PC sehr wichtig, da es ihn mit Strom versorgt. Beim Netzteil ist wirklich sehr auf Qualität zu achten. Günstige Noname Netzteile bieten oft nicht die Power, die angegeben wird und sind einfach zu schwach, um moderne PCs zu tragen.
Ich empfehle bei Netzteilen immer Corsair Geräte. Die sind echt gut, bieten die richtige Power (wichtig ist die Ampere auf der 12V Leitung, mind. 18A) und sind auch nicht überteuert.
450 Watt sollten für diesen PC reichen, wer unter Umständen später noch eine zweite Grafikkarte kaufen möchte oder noch eine Festplatte oder ähnliches, sollte sich beim Netzteilkauf etwas Luft nach oben lassen und vielleicht lieber zu einem 500+Watt Netzteil greifen.
Der Vorteil bei den Corsair Netzteilen ist eben auch noch das Cable Management. Dadurch baut ihr nur die Kabel ans Netzteil, die ihr auch braucht, so schwirren später keine unnötigen, unbenutzten Kabel bei euch im Gehäuse rum.
Ich empfehle da wie gesagt das
Corsair HX520W (bei Mindfactory für ca. 77 Euro oder für die, die nicht unbedingt aufstocken wollen, das
Corsair VX450W (bei Mindfactory für ca. 66 Euro.
Festplatte, Laufwerke und Gehäuse
Was Festplatten, Laufwerke und Gehäuse angeht, ist es schwierig irgendwelche Informationen abzugeben.
Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es sich um SATAII Festplatten handelt und um SATA Laufwerke, um unnötige IDE Verkabelungen zu vermeiden. Allgemein gilt Samsung für Festplatten und LG für Laufwerke als günstig und gut.
Beim Gehäuse geht es wirklich nur um Geschmack. Als I-Tüpfelchen zum System könnte man darauf achten, dass das Gehäuse noch einen 120mm Lüfter vorne und einen 120mm Lüfter hinten verbaut hat, da das die Temperaturen auch erneut begünstigt. Es gilt jedoch nicht immer, je mehr Lüfter desto besser.
Bei Gehäusen kauft man eigentlich immer das ein, was einem gefällt und in das Budget noch rein passt, als so viel wie Geld noch da ist.
Hier mal einpaar Empfehlungen für diese Komponenten:
400GB Samsung HD403LJ SataII bei Mindfactory für ca. 80 Euro
LG GSA-H58N-RBBB DVD Brenner bei Mindfactory für ca. 33 Euro
LG GDR-H20N-RB DVD Laufwerk bei Mindfactory für ca. 17 Euro
Raidmax Sagitta Gehäuse (gut, günstig und mit 3 Lüftern) bei Mindfactory für ca. 55 Euro
Für das Gehäuse gilt jedoch wie gesagt, dass es Geschmackssache ist. Mindfactory bietet eigentlich jedes gängige Gehäuse, daher kann man sich auch selber umschauen. Ich schaue immer bei Caseking (größte Auswahl und beste Beschreibung) und gucke dann, ob das, was mir gefallen hat, bei Mindfactory verkauft wird.
Beim Gehäuse auch drauf achten, dass man es ohne Netzteil kauft, da wir das Netzteil separat kaufen. Gehäusenetzteile sind meist sehr schwach und billig, daher lieber ein richtig gutes kaufen (wie oben beschrieben) und ein Gehäuse ohne Netzteil kaufen.
Alles in allem kostet uns das System ca. zwischen 800 und 1000 Euro, kommt eben ganz drauf an, welche Geräte man verwendet. Wobei der PC für 800 Euro nicht unbedingt der schlechtere ist nur einfach ein anderes System darstellt (2-Kerner usw.). Aber mit 900 Euro kann man schon rechnen. Der große Vorteil ist eben, dass man sich die Zusammenbau-Gebühr spart, die zwischen 20 und 40 Euro liegt. Wenn man dann auch noch bei Mindfactory bestellt, so kann man die Versandkosten sparen, wenn man nach Mitternacht bestellt.
2. Die ersten Schritte
Wenn nun die ganze Hardware eingetroffen ist und man dem netten DHL-Mann 2 Euro Trinkgeld gegeben hat (die haben echt nen harten Job und machen den meiner Meinung nach echt gut) kann man nun langsam die Sachen auspacken. Ich würde empfehlen zuerst zu prüfen, ob alles in Ordnung ist, also ob kein Paket oder keine Verpackung von außen beschädigt ist. Dann langsam auspacken. Dabei würde ich sorgfältig vorgehen, da Onlineshops oft für zurückgegebene Ware mit zerissener oder leicht beschädigter Verpackung saftige Abzüge machen - was ich auch berechtigt finde.
Und da haben wir sie nun - unsere tolle neue Hardware. Echt ein Grund die Hose runterzulassen, dann aber lieber schnell die Freundin anrufen
Erst mal gehen wir uns vernünftig die Hände waschen und entladen uns. Durch unsere körperliche elektrische Ladung (jeder kennt das, wenn man etwas berührt und der "Funke überspringt") könnten wir unsere neue Hardware direkt beschädigen. Ich fasse dafür immer an die Heizung und ziehe daraufhin Hausschuhe an. Ist natürlich etwas übertrieben aber man kann sich während des Arbeitens mit der Hardware wieder aufladen, was nicht so toll wäre.
Dann braucht man noch das richtige Werkzeug. Dank der allgemeinen Normen braucht man nur zwei Arten von Schraubenziehern. Einen Kreuzschraubenzieher mittlerer Größe und einen Schlitzschraubenzieher. Eine kleine Zange für's bombenfeste Befestigen der Abstandshalter ist auch noch ganz praktisch. Für das vernünftige Kabelmanagement sind auch ausreichend Kabelbinder von Vorteil.
Nun packen wir erst mal das Motherboard aus. Meistens sind Motherboards (wie auch andere Hardware) in so einer nicht leitfähigen Plastikhülle, diese kann man ganz gut verwenden, um sie unter das Motherboard zu tun, um Haarrisse oder andere Schäden zu vermeiden, wenn man daran arbeitet.
3. Den Prozessor einbauen
Nun nehmen wir erstmal den Prozessor aus der Hülle. Da ich empfohlen habe, den Prozessor als Tray Version zu nehmen, sieht die Verpackung erst mal sehr sporadisch aus. Es handelt sich meistens um ein kleines Päckchen, in dem der Prozessor lose drin ist. Es befindet sich nur ein kleiner Plastikschutz unter dem Prozessor, der verhindern soll, dass die Pins Schäden davon tragen. Diesen Plastikschutz kann man einfach entfernen. Ab da sollte man den Prozessor nicht mehr von unten anfassen, sondern nur noch an den Seiten, halt so wie man es gewohnt war, Fotos anzufassen, damit Mutti nicht meckert, dass da Fingerabdrücke drauf sind.
Nachdem wir den Prozessor entnommen habe, müssen wir ihn nur noch in den Sockel einbauen. Der Prozessor hat, wie man gut auf dem Bild erkennen kann, einen kleinen gelben Pfeil in der unteren linken Ecke. Außerdem sind Markierungen vorhanden, so dass man den Prozessor gar nicht falsch einbauen kann. Um jedoch irgendwelche Schäden zu vermeiden, weil man den Prozessor falsch einbauen wollte, sollte man vermeiden, irgendwelche Fehlversuche zu starten und sich gleich an dem Pfeil orientieren.
Der Sockel 775 verfügt über eine Klammer, an der man sich gut orientieren kann. Die Klammer befindet sich, wenn man von unten auf den Sockel guckt, immer auf der linken Seite. Der kleine gelbe Pfeil auf dem Prozessor, sollte auf den Fuß (also den unteren Teil) dieser Klammer zeigen. Hier auf dem Bild noch ein mal verdeutlicht:
Also lösen wir erst mal diese Klammer. Da kann man ruhig etwas Kraft anwenden, die sitzt eben meistens bombenfest. Einfach die Klammer etwas nach links ziehen und dann sollte sie aus dem Haken fallen und man kann sie hochziehen. Dann kann man die Klappe einfach nach oben hin öffnen.
Dann nehmen wir den Prozessor und legen ihn eben mit dem gelben Pfeil nach unten links zeigend erst mal locker auf den Sockel. Dabei bemerkt man, wenn der Prozessor richtig sitzt, dass er halt "reinfällt" und nicht irgendwie mit Kraft reingedrückt werden muss.
Sollte dann so aussehen:
Dann einfach die Klappe zumachen und die Klammer wieder festziehen, also in die ursprüngliche Situation bringen.
Dabei kann man ruhig etwas Druck anwenden, wenn man alles richtig gemacht hat, dann geht auch nichts schief. Einfach so lange drücken, bis die Klammer drin ist. Dann sitzt die CPU bombenfest in unserem Sockel.
Ich trage die Wärmeleitpaste immer danach auf, da man dann sicher sein kann, dass nichts daneben kleckert, da die zugemachte Klappe des Sockels eben eine Art Barriere bildet. Man muss danach die CPU auch nicht mehr in die Hand nehmen und kann somit vermeiden, dass man noch etwas ausversehen verstreicht.
Nun sitzt unsere CPU richtig im Sockel.
4. Die Wärmeleitpaste auftragen
Nun tragen wir die Wärmeleitpaste auf. Es kommt natürlich drauf an, für welche Wärmeleitpaste man sich entschieden hat.
Ich versuche hier mal zusammenzufassen:
Wärmeleitpasten aus der Tube/Spritze
(Arctic Silver 5, Arctiv Silver Ceramique und Coollaboratory Liquid Pro)
Diese Wärmeleitpasten muss man verstreichen. Da das Verstreichen jedoch wegen der Konsistenz echt schwierig sein kann, empfehle ich die Wärmeleitpaste 5 Minuten vor dem Auftragen auf die Heizung zu legen. Dadurch kann die WLP etwas verflüssigt werden, was das Auftragen erleichtert.
Man nimmt dazu am besten einen kleinen Klecks, den man aus der Tube bzw. aus der Spritze drückt. Als allgemeine Größenangabe wird halt ein ungekochtes Reiskorn empfohen. Um Unterschiede zwischen Reiskörnern zu vermeiden, würde ich jedoch eher die Größe eines typischen Nadelkopfes nehmen. Das sollte vollkommen ausreichen.
So sollte es ungefähr vor dem Verstreichen aussehen. Ist ein Beispielfoto, was die Menge ganz gut darstellt. Mehr sollte es nicht sein, weniger aber auch nicht. Wenn's etwas zu viel geworden ist, erst mal verstreichen. Es geht auch noch einiges verloren (klebt an der Karte oder eben wie unten beschrieben an der Folie), also keine Sorge. Wenn's dann immernoch zu viel ist, kann man die WLP, die überschüssig ist, einfach mit einem kleinen Taschentuch entfernen.
Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie ihr diese Wärmerleitpaste verstreicht. Manche greifen zu einer alten Kredit- oder Telefonkarte, da das damit wohl am besten gehen soll. Ich habe das damit irgendwie immer nicht so hinbekommen. Einfach mal ausprobieren, ob ihr das damit schafft. Die Gefahr ist eben, den Heat Spreader (also den metallenen Kopf der Prozessores) zu zerkratzen.
Den Finger sollte man nicht verwenden, da ein Fingerabdruck auch schon zu viel sein kann und eure Wärmeleitfähigkeit herabsetzt, von Hautschuppen und dem Fettfilm auf der Haut brauchen wir dann gar nicht erst anfangen.
Ich persönlich wickel meinen Finger immer in Frischhaltefolie ein (lieber 2-3 Schichten, um einen Riss dieser Folie zu verhindern) und verstreich damit dann die Wärmeleitpaste auf dem Prozessor. So kann man diese ziemlich hauchdünn und gleichmäßig verteilen.
Wie auch immer man sie verstreicht, sie sollte danach auf dem Heat Spreader gleichmäßig und hauchdünn verteilt sein.
Wenn der HS oder der Kühlerboden etwas verkratzt sind, dann ist es auf alle Fälle vorteilhafter etwas mehr zu nehmen. Wenn man also merkt, dass die Temperaturen nicht in Ordnung sind, dann einfach den Kühler abbauen, die Wärmeleitpaste mit Isopropanol oder Feuerzeugbenzin und einem Taschentuch entfernen und erneut versuchen.
Manchmal braucht es eben 3 oder 4 Anläufe bis man genau weiß, wie viel Wärmeleitpaste man so braucht, um gute Temperaturen zu erreichen. Allgemein kann man sagen, dass eine CPU wie der Q6600 nach dem ersten Hochfahren (unübertaktet) nicht mehr als 10°C über Raumtemperatur sein sollte. Ansonsten hat man die WLP falsch auftragen. Also bei 22°C Raumtemperatur nach dem ersten Hochfahren des PCs nicht mehr als 32°C Kerntemperatur, auszulesen mit dem Programm CoreTemp (siehe unten).
Beim Einbau des CPU Kühlers drauf achten, diesen nicht zu sehr zu verschieben und zu verrücken, sondern am besten gerade auf den Prozessor runter und dann nicht mehr bewegen.
Wärmeleitpasten mit Pinsel
Die Zalman Wärmeleitpaste, die echt gut und anfängerfreundlich ist, wird mit einem Pinsel geliefert. Man muss die Wärmeleitpaste gut durchschütteln und einfach mit dem Pinsel hauchdünn und gleichmäßig auftragen. Leichter geht's nicht, da sie sich auch gut verstreichen lässt. Bei dieser Wärmeleitpaste sollte man sich aber beeilen, da sie schnell austrocknet, was das weitere Verteilen etwas erschwert.
Beim Einbau des CPU Kühlers drauf achten, nicht zu sehr zu verschieben und zu verrücken, sondern am besten gerade den CPU Kühler runter auf den Prozessor und dann nicht mehr bewegen.
Coollaboratory Liquid Metal Pad
Diese Metalpads von Coollaboratory sind Segen und Fluch zugleich. Einerseits hat sich dieser schmale Grat zwischen zu viel und zu wenig WLP verflüchtigt, andererseits kann das auch ziemlich in die Hose gehen.
Man nimmt für gewöhnlich dieses Liquid Metal Pad und schneidet es auf die Größe des Heat Spreaders zurecht. Dann legt man das zurechtgeschnittete Wärmeleitpad auf den Heat Spreader und baut den CPU Kühler auf. Dabei sollte man halt extrem drauf achten, das Liquid Metal Pad nicht zu verrücken.
Beim Einbau des CPU Kühlers drauf achten, nicht zu sehr zu verschieben und zu verrücken, sondern am besten gerade den CPU Kühler runter auf den Prozessor und dann nicht mehr bewegen.
Im Gegensatz zu den Wärmeleitpasten braucht das Liquid Metal Pad erst mal eine Hitzephase, um zu schmelzen und sich richtig zu verteilen. Dazu muss ein Burn-In gemacht werden, das heißt die CPU wird so heiß wie möglich gemacht. Da kann man eben Prime95 nehmen oder halt das Programm Burn-In-Test. Ab ca. 70-80°C soll das Metal Pad dann langsam schmelzen und sich verteilen. Manche erreichen mit ihrer CPU leider diese 70°C nicht, also einfach so lange probieren, bis man mit den Temperaturen zufrieden ist.
Allgemein für jede Wärmeleitpaste bzw. auch für das Liquid Metal Pad gilt eine gewisse Einwirkzeit, ab der die Wärmeleitfähig sich erst richtig entfaltet. Für gewöhnlich reichen 48 Stunden, Arctic Silver gibt aber z.B. 200 Stunden an. In der Einwirkphase jeder Paste und des Pads sollte jedoch ein Phasenaustausch stattfinden. Das heißt den PC anlassen, mal ne Runde heißlaufen lassen (Prime, Burn-In-Test) und dann auch mal für paar Stunden ausmachen, damit die WLP auch mal eintrocknen kann. Das immer wieder wiederholen, danach kann man meinet- und der herstellerwegen den PC Tag und Nacht anlassen.
5. Den CPU Kühler installieren
Alle drei von mir empfohlenen CPU Kühler werden mit einem Retention Kit mitgeliefert, was es ermöglicht, den CPU Kühler fest einzubauen. Die Installation per Pushpins ist meistens nicht so der Bringer und sollte daher vermieden werden.
Ein Retention Kit ist schon was feines.
Bevor wir den CPU Kühler installieren, sollte hier nun unterschieden werden. Der Scythe Mugen und der IFX-14 benötigen erst mal die Installation eines Lüfter (oder 2) per Schrauben. Also einfach einen Lüfter an diese Kühler anschrauben. Beim Zalman 9700LED ist dieser Lüfter bereits vorhanden.
Nun hat man den fertig zu installierenden CPU Kühler inklusive Lüfter.
Manche Kühlerhersteller bitten in Ihrer Anleitung darum, auch die Fläche des Kühlers mit Wärmeleitpaste einzuschmieren. Davon halte ich nicht viel, da es dann dazu kommen kann, dass man insgesamt zu viel Wärmeleitpaste aufgetragen hat. Lieber nur auf die CPU die Wärmeleitpaste auftragen, dann kann man auch besser dosieren.
Bevor wir jedoch den CPU Kühler installieren können, müssen wir das Retention Kit einbauen. Meistens wird dazu eine Backplate ...
so wie diese hier auf der Rückseite des Motherboards angelegt und von der anderen Seite mit dem zweiten Teil des Retention Kits angeschraubt.
Dann einfach den CPU Kühler gerade nach unten auf die CPU setzen und darauf achten, dass man den CPU Kühler danach nicht mehr großartig bewegt. Der Lüfter am Kühler sollte immer Richtung Gehäuserückseite schauen, um einen Luftstrom zu garantieren.
Um herauszufinden, in welche Richtung ein Lüfter (also Ventilator) weht, ist oft ein kleiner Pfeil aufgemalt, der die Luftrichtung angibt. Jedoch kann man sagen, wenn man auf den Lüfter von vorne draufschaut, dann ist das eben die Luftrichtung, vorne ist meistens dort, wo die Aufschrift oder der Name des Produkts ist.
Dann nur noch zuschrauben und fertig. Wenn der CPU Kühler dann bombenfest sitzt, dann sind wir fertig, und der CPU Kühler ist installiert.
Ich könnte jetzt natürlich beschreiben, wie man einen CPU Kühler installiert, da das aber von Kühler zu Kühler unterschiedlich ist, muss man eben einen Blick ins Handbuch werfen. An sich ist die Installation eines Lüfters aber keine schwere Sache, wenn überhaupt, dann halt ein bisschen Fummelarbeit.
Auf alle Fälle muss nach der mechanischen Installation des CPU Kühlers, dieser auch noch mit Strom versorgt werden. Dies geschieh dadurch, in dem man den Lüfter des Kühlers an den Steckplatz "CPU_FAN" des Motherboards ansteckt. Wo sich dieser befindet, findet ihr in eurem Handbuch des Motherboards. Viele Lüfter haben nur einen 3Pin Anschluss. Motherboard bieten die Möglichket einen 4 Pin Stecker anzuschließen. Jedoch reicht es, den 3Pin Stecker anzuschließen, der vierte Pin wird dann nicht verwendet. Dieser ist für die automatische Lüftersteuerung des Motherboards gedacht, was nicht jeder Lüfter unterstützt.
6. Den Ram einbauen
Der Ram-Einbau ist so ziemlich das leichteste an der ganzen PC-Selbstbau-Geschichte.
Die Ram Module haben einen "kleinen" Teil und einen "großen" Teil, der durch eine kleine Kerbe von einander getrennt ist. Auf dem Motherboard befindet sich in den Ram-Schlitzen eben auch diese kleine Kerbe, so dass man Ram nur in eine Richtung und auch nur richtig einbauen kann.
Man nimmt also die Ram-Module aus der Verpackung und baut sie in die Ram-Schlitze des Motherboards. Die meisten Motherboards verfügen über 4 solcher Schlitze. Wenn man sich 2GB Ram kauft, bekommt man 2x1GB RAM geliefert, der dann im Dual Channel Mode verwendet wird. Viele Motherboards haben für den Dual Channel Mode bestimmte Schlitze ausgewählt, so läuft Ram z.B. nur im Dual Channel Mode, wenn man das eine Modul in Platz A und das andere Modul in Platz C steckt. Das muss man eben im Handbuch des Motherboards herausfinden.
7. Das Motherboard ins Gehäuse einbauen
Nachdem wir nun die CPU, den Kühler und den Ram verbaut haben, können wir das Motherboard ins Gehäuse einbauen. Ich mache das immer in dieser Reihenfolge, da es dann wesentlich einfacher ist. Natürlich kann man auch alles machen, nachdem man das Motherboard ins Gehäuse eingebaut hat, was meiner Meinung nach jedoch etwas fummelig werden könnte.
Das Motherboard wird, um keinen Kurzschluss zu erzeugen, nicht direkt auf das Gehäuse geschraubt. Daher verwendet man dafür Abstandshalter:
Diese verhindern einen Kurzschluss des Motherboards und sind nicht im Zubehör des Motherboards enthalten, sondern finden sich im Zubehör des Gehäuses. Das Motherboard hat also mehrere Löcher (meist sind es 9 an der Zahl und sind golden, silbern oder kupfern umrandet).
Man sollte diese Löcher für die Abstandshalter aber schon erkennen.
Nun gilt es zu schauen, wo genau die Abstandshalter ins Gehäuse geschraubt werden sollen. Dazu hält man am besten das Motherboard kurz über das Gehäuse (an die Stelle wo es später hin soll) und schaut, wo die Abstandshalterlöcher am Motherboard sind und kann dann einfach dort Abstandshalter ins Gehäuse reindrehen. Da es aber wirklich in die Hose gehen kann, wenn ein Abstandshalter an der falschen Stelle reingedreht wird, empfehle ich, sich ein Stück Papier zu nehmen (ungefähr so groß wie das Motherboard) und mal die Abstandshalterlöcher vom Motherboard abzuzeichnen. Dann kann man dieses Stück Papier als Schablone für die Abstandshalterinstallation am Gehäuse verwenden.
Die Abstandshalter kann man dann noch mit einer Zange festdrehen.
Nachdem die Abstandshalter eingebaut sind, bauen wir als erstes das I/O Panel ein. Dazu müssen wir als erstes das Standard Gehäuse-I/O-Panel entfernen und das einbauen, das bei unserem Motherboard dabei war:
Fertig.
Nun nehmen wir das Motherboard und legen es sanft auf Höhe der Löcher auf die Abstandshalter. Unter Umständen müssen wir dazu die Anschlüsse an der Rückseite des Motherboards erst mal in die dafür vorgesehenen I/O-Panel-Löcher reinfuchsen. Dann einfach die Schrauben nehmen, die beim Motherboard dabei waren:
Diese Schrauben dann einfach in die Löcher und festdrehen. Wenn wir alles richtig gemacht haben, dann haben wir genau die selber Anzahl an Löchern im Motherboard, an Abstandshaltern verschraubt und an Schrauben verwendet. Wenn wir also 9 Löcher im Motherboard haben, haben wir 9 Abstandshalter eingeschraubt und auch 9 Schrauben zum Festschrauben des Motherboards verwendet.
Wenn alles richtig verschraubt worden ist, dann sollte das Motherboard bombenfest sitzen. Das Motherboard darf sich wirklich keinen millimeter bewegen, sonst habt ihr irgendetwas falsch gemacht.
8. Die Grafikkarte einbauen
Der Einbau der Grafikkarte ist auch recht einfach. Viele Motherboards verfügen über 2 PCI Anschlüsse, einer läuft 4x und der andere 16x (PCIe). Schaut ins Handbuch eures Motherboards, welcher von beiden der PCIe Anschluss ist, denn dort gehört eure Grafikkarte für gewöhnlich rein (Voraussetzung ist natürlich eine PCIe Grafikkarte).
Dann schaut ihr einfach, welche PCI Slotblende ihr entfernen müsst (leider muss man bei vielen Gehäusen diese rausbrechen). Diese entfernt ihr dann und steckt die Grafikkarte (hier geht wie beim Ram auch nur eine Möglichkeit) in den PCIe Slot und fertig, die Grafikkarte ist verbaut. Bei manchen Gehäusen muss man dann noch zur Festigung der Grafikkarte beim Slotblendenbereich einen kleinen Plastikhebel umschalten, der die Grafikkarte greift, bei anderen Gehäusen muss man eben die Grafikkarte festschrauben. Wie genau ihr eure Grafikkarte bei eurem Gehäuse festmacht, erkennt ihr entweder auf den ersten Blick oder schaut im Handbuch eures Gehäuses nach.
Nun ist unsere Grafikkarte verbaut.
9. Die Festplatten einbauen
Nun gilt es die Festplatten einzubauen. Das ist an sich gar kein Problem. Manche Gehäuse haben einen extra Festplattenkäfig, der oft vertikel zu den restlichen Laufwerkschächten steht, bei anderen Gehäusen muss man eben einen normalen 3.5er Laufwerkschaft verwenden. Nun einfach die Festplatte reinschieben und entweder einen Hebel zur Befestigung betätigen oder festschrauben. Wie genau ihr eure Festplatte bei eurem Gehäuse festmacht, erkennt ihr entweder auf den ersten Blick oder schaut im Handbuch eures Gehäuses nach.
10. Die optischen Laufwerke einbauen
Nun bauen wir die optischen Laufwerke ein. Die meisten Gehäuse haben einen Plastik"deckel" an dem Ort, wo später das optische Laufwerk rausschaut. Diesen gilt es erstmal zu entfernen. Bei manchen Gehäusen befindet sich dahinter eine Metallblende. Diese kann man entweder rausdrücken, rausschrauben oder muss sie eben raus"reißen". Diese Metallblende entfernt ihr und schiebt von draußen (das ist einfacher, so steht das Motherboard nicht im Weg) die optischen Laufwerke in den Schacht. Hier gilt wieder das gleiche wie für die Festplatte: Entweder Hebel umstellen oder Festschrauben. Wie genau ihr eure optischen Laufwerke bei eurem Gehäuse festmacht, erkennt ihr entweder auf den ersten Blick oder schaut im Handbuch des Gehäuses nach.
Die meisten Gehäuse bieten 4-5 Plätze für optische Laufwerke an. Ich empfehle, wegen der Hitzeentwicklung der Laufwerke, wenn man denn überhaupt zwei verbaut, zwischen den Laufwerken einen Schacht Platz zu lassen. Also nicht gleich alle Metallblenden rausreißen, sondern erstmal planen, wie genau ihr eure Laufwerke einbauen wollt.