|
|
|
|
|
|
Registrierungsdatum: Aug 2007
Beiträge: 947
|
Re: Liechtenstein Affäre
Die umgekehrte Frage dürfte auch sein _ wofür_ denn diese Manager Steuern zahlen. Ich meine, dass Unzufriedenheit im Land doch ein (hier) wahrzunehmender Punkt ist. Sprich: das Geld, Steuergelder, werden in Kriege, Überwachung und Unsinn investiert, und viel zu wenig in Soziales, Bildung und Zukunft. Wenn ich das richtig verstanden habe, plant der Staat, jetzt, für _Milliarden_ Bomben basteln zu lassen - natürlich in einer Werkstatt - um damit im Afghanistan Krieg dicker auf den Putz zu hauen. Nicht, dass dort in irgendeiner Form Not an neuen Bomben wäre.
Eines der Probleme - die ich sehe - ist, dass ich mich mit dem Staat und seinen Linien zu etwa 30% identifizieren kann. Und das geht insgesamt nicht wenigen Leuten im Umkreis von mir, Studenten, und so, Unileute, so. Viele wandern aus, ab, arbeiten in der Schweiz (doppeltes Gehalt und keinen Schäuble, der das Volk verhetzt), in Australien, NZ, teils auch Japan. Von denen, die ich besser kenne ist kaum einer daran interessiert nach der Uni hier in Deutschland Fuß zu fassen und sesshaft zu werden, unter anderem weil der Staat von der Richtung hier stark repressive und nicht nachvollziehbare Politik macht und die Integration des Volks in die Politik und Entscheidungen gering ist.
Wer sich damit nicht identifizieren kann... der hat auch kein Interesse hier Steuern zu zahlen, oder? Nicht, dass das entschuldigend wäre. Aber ob ich mich nun in die Schweiz verkrümel, mehr als 50% der Zeit dort, und dort _weniger_ Steuern zahle, oder ob ich sie hinterziehe - pragmatisch im Topf ist auf keinen Fall mehr.
|
20. 02. 2008, 11:23
|
#226
|
|
(Thraedstarter)
Registrierungsdatum: Sep 2007
Beiträge: 345
|
Re: Liechtenstein Affäre
Vielleicht haben die Medien auch nur mal wieder ein Publikumsmagneten als Thema entdeckt und pushen das nun auf Teufel komm raus.
Immerhin ist mittlerweile bekannt, dass auch sehr viele Mittelständler da drin hängen.
Solange nix geklärt ist sollten die Moralapostel unter euch vielleicht mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück kehren und abwarten was passiert.
|
20. 02. 2008, 11:27
|
#227
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.242
|
Re: Liechtenstein Affäre
Zunächst geht es ja um das Verfahren als solches und weniger um die moralischen Abgründe.
Über Sinn und Unsinn bei der Verwendung der Steuermittel kann man auch lange diskutieren. Da kann man das jährliche Schwarzbuch (?) des Bundes der Steuerzahler zu Hilfe nehmen.
Bayerns oberster Datenschützer scheint auch erwischt worden zu sein. Wußte gar nicht, daß die so viel Geld verdienen.
|
20. 02. 2008, 11:34
|
#228
|
|
ex-Moderator
Registrierungsdatum: Aug 2003
Ort: Niederbayern
Beiträge: 3.150
|
Re: Liechtenstein Affäre
Der Ton macht die Musik - also nicht ausfallend werden.
Zitat:
|
Zitat von verifyme
Blabla.
Das sagt ausgerechnet ein US-Bürger, dessen Geheimdienstler foltern und deswegen vor keinem Gericht der Welt erscheinen
|
Da ich keinen Geheimdienst besitze kann der auch keinen foltern. Oder meinst du damit das ICH verantwortlich sei das gefoltert wird? Was für abstruse Gedankenwelt.
Zitat:
|
Zitat von verifyme
Liechtenstein kann so viele Klageschriften verfassen wie es will. Solange keine Zeugen vor Gericht erscheinen, passiert da auch nichts
|
Wunschdenken. Ich sehe aber das du durchaus nichts dagegen hast wenn ein Rechtsstaat seinen eigenen moralischen und gesetzlichen Ansprüchen dann nicht mehr gerecht wird wenn es ums Geld geht. Ein Staat der so handelt darf sich nicht wundern wenn dies als Vorbild für die eigenen Bürger dient.
Zitat:
|
Zitat von verifyme
Manchmal hat man den Eindruck, daß hier getroffene Hunde bellen; liechtensteinische Hunde sozusagen. 
|
Man kann ein Thema durchaus kontrovers diskutieren ohne zu derartigen dämmlichen Bemerkungen zu greifen. Solche Aussagen sind deiner nicht Würdig!
Zitat:
|
Zitat von verifyme
Da fällt mir gerade ein, daß die liechtensteiner Stiftungsberater ja sogar in Deutschland aktiv sind und den Transport der Geldkoffer übernehmen. Wie nennt man das denn nach deutschem Recht?
|
Kurierdienst? Was soll den daran strafbar sein? Mir erschließt sich der Sinn nicht ganz
|
20. 02. 2008, 11:36
|
#229
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.242
|
Re: Liechtenstein Affäre
Zitat:
|
Zitat von Provokateur
Der Ton macht die Musik - also nicht ausfallend werden.
|
Dann würde ich Dir empfehlen, dieses alberne Argument vom "deutschen Wesen" sein zu lassen. Darum geht es nämlich überhaupt nicht. Aber Du benutzt das ja häufiger gerne als Totschlagargument.
Zitat:
Da ich keinen Geheimdienst besitze kann der auch keinen foltern. Oder meinst du damit das ICH verantwortlich sei das gefoltert wird? Was für abstruse Gedankenwelt.
|
Es war wohl offensichtlich, daß ich den US-Geheimdienst meinte. Den bringt man genauso wenig als Zeuge vor Gericht wie den BND.
Zitat:
|
Wunschdenken. Ich sehe aber das du durchaus nichts dagegen hast wenn ein Rechtsstaat seinen eigenen moralischen und gesetzlichen Ansprüchen dann nicht mehr gerecht wird wenn es ums Geld geht. Ein Staat der so handelt darf sich nicht wundern wenn dies als Vorbild für die eigenen Bürger dient.
|
Ist aber ein anderes Thema.
Zitat:
|
Kurierdienst? Was soll den daran strafbar sein? Mir erschließt sich der Sinn nicht ganz
|
Geld über die Grenze zu schmuggeln ist also nicht strafbar? Dann frage ich, warum deutscher Zoll an der Schweizer Grenze filzt?
Außerdem ist ganz offensichtlich, daß diese Berater aus Liechtenstein hier Beihilfe zur Steuerhinzerziehung leisten.
|
20. 02. 2008, 11:49
|
#230
|
|
agnostischer Buddhist
Registrierungsdatum: Jul 2007
Beiträge: 205
|
Re: Liechtenstein Affäre
Da haben wohl noch viele nicht verstanden, dass effiziente Leistungsträger auch privilegierte Leistungsansprüche genießen dürfen. Dazu gehören Steuerhinterziehungen als auch beispielsweise Massenentlassungen um des persönlichen Wohles des Verantwortlichen.
Ein schönes Vorzeigebeispiel ist Ackermann, als es bekannt worden ist, dass dieser Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank wird und zugleich intern verkündete, den höchsten Überschuss in der Unternehmenseschichte zu erzielen zu wollen, wurden mitten im Gerichtsprozess alle Anklagepunkte fallen gelassen. Sein Siegeszeichen hätte eigentlich alle Moralisten auf die Barrikaden bringen sollen, doch irgendwie wurde alles elegant unter den Tisch gekehrt.
Doch ich möchte alle beruhigen, die bevorstehende juristische Auseinandersetzung wird für alle Beteiligten einen erfolgreichen neutralen Ausgang ermöglichen.
|
20. 02. 2008, 11:57
|
#231
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.242
|
Re: Liechtenstein Affäre
Die Positionen scheinen ziemlich festgezurrt.
Ich glaube nicht, daß da noch ein Wischiwaschi möglich ist.
|
20. 02. 2008, 12:05
|
#232
|
|
ex-Moderator
Registrierungsdatum: Aug 2003
Ort: Niederbayern
Beiträge: 3.150
|
Re: Liechtenstein Affäre
Zitat:
|
Zitat von verifyme
Es war wohl offensichtlich, daß ich den US-Geheimdienst meinte. Den bringt man genauso wenig als Zeuge vor Gericht wie den BND.
Ist aber ein anderes Thema.
Geld über die Grenze zu schmuggeln ist also nicht strafbar? Dann frage ich, warum deutscher Zoll an der Schweizer Grenze filzt?
Außerdem ist ganz offensichtlich, daß diese Berater aus Liechtenstein hier Beihilfe zur Steuerhinzerziehung leisten.
|
Mit dir ist wirklich schwer wenn du etwas nicht verstehen willst!
Nein es ist NICHT strafbar wenn ein Lichtensteiner Staatsbürger Geld über die Grenze transportiert! Du verwechselst das mit Deutschen Staatsbürger. Aber auch das ist nicht strafbar sofern sie eine bestimmte Menge nicht überschreiten und/oder eine Begründung dafür haben. Einzahlungen in Stiftungen sind davon - wenn sie den Nachgewiesen werden - nicht betroffen. Bei Deutschen Staatsbürgern erfolgt von den Grenzbeamten - bei Verdacht - eine Kontrollmeldung an das zuständige Finanzamt.
Zitat:
|
Zitat von verifyme
Dann würde ich Dir empfehlen, dieses alberne Argument vom "deutschen Wesen" sein zu lassen. Darum geht es nämlich überhaupt nicht. Aber Du benutzt das ja häufiger gerne als Totschlagargument.
|
In diesem Falle geht es darum das ein Staat seine eigenen Rechtstaatlichkeit verlässt und einem Ausländischen Nachbarstaat seine Gesetzgebung aufzwingen will. Aber offenbar ist das in deinen Augen erlaubt da es doch "nur" um das Reiche Gesindel geht. Diesmal! Du vergisst dabei das es auch bald um andere Gesellschaftsgruppen gegen wird wenn dem Staat nicht Einhalt geboten wird.
Wir wäre es den wenn der BND ab nun in Österreich die Autobahn überwachen würde und jeden Deutschen der zu schnell fährt einen Strafzettel senden würde? Ist doch auch lediglich "Aufklärung"
|
20. 02. 2008, 13:11
|
#233
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2005
Beiträge: 93
|
Re: Liechtenstein Affäre
Zitat:
|
Zitat von verifyme
Geld über die Grenze zu schmuggeln ist also nicht strafbar? Dann frage ich, warum deutscher Zoll an der Schweizer Grenze filzt?
|
Nur die Bekämpfung der Geldwäsche sei Ziel der Bargeldkontrollen an der Schweizer Grenze. (Stand 2004) (ich unterstelle einfach mal, dass ähnliches auch an der Liechtensteiner Grenze gilt.)
Pro Person darf man bis zu 10000€ über die Grenze tragen - pro Grenzübertritt. Vollkommen legal. Man darf auch mehrmals pro Tag sein Land verlassen. Man ist schließlich ein freier Bürger. Auch darf man seine Frau mit ins Ausland nehmen. Diese ist schließlich emanzipiert.
Außerdem existieren für Stiftungen andere Bestimmungen als für Privatpersonen.
|
20. 02. 2008, 13:28
|
#234
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.242
|
Re: Liechtenstein Affäre
Lies doch einfach mal die Stellungnahme der OECD nach. Vielleicht merkst Du dann, daß es sich nicht um ein speziell deutsches Thema handelt.
Ich bezweifele übrigens, daß ein Kurier einen Geldkoffer eines Deutschen über die Grenze schaffen darf. Bei den erlaubten Summen geht es auch nicht um die Größenordnungen, die hier zur Debatte stehen.
Von "erlaubten" Methoden der Geheimdienste rede ich auch nicht. Ich spreche die ganze Zeit von beweisbaren Vorgängen ohne die ein Prozeß aussichtslos ist.
Möchtest Du wirklich über "Rechtstaatlichkeit" im internationalen Zusammenhang reden? Können wir ja machen. Da ist der US-Präsident als erster zu nennen, der durch ein einfaches Veto sofort Rechtstaatlichkeit in allen internationalen Aktivitäten der USA herstellen kann (siehe Folterverbot).
Mich amüsiert die ganze Affäre köstlich und ich stelle mich hinter keinen der Streithähne.
Zitat:
|
Wir wäre es den wenn der BND ab nun in Österreich die Autobahn überwachen würde und jeden Deutschen der zu schnell fährt einen Strafzettel senden würde? Ist doch auch lediglich "Aufklärung"
|
Jau.
@ Raboe,
Die Geldmengen, um die es hier geht, werden wohl kaum auf diese Weise über die Grenze geschleust und die Grenze zu Liechtenstein können wir wohl kaum überwachen.
|
20. 02. 2008, 13:39
|
#235
|
|
Einmal Löwe immer Löwe
Registrierungsdatum: Apr 2007
Ort: Freiburg
Beiträge: 554
|
Re: Liechtenstein Affäre
Zitat:
|
Zitat von verifyme
Geld über die Grenze zu schmuggeln ist also nicht strafbar? Dann frage ich, warum deutscher Zoll an der Schweizer Grenze filzt?.
|
Geld über die Grenze zu bringen ist nicht strafbar. Nur Steuerhinterziehung.
Solange nichts strafbares dahintersteckt ist ein Konto im Ausland nichts schlimmes.
Warum man an der schweizer Grenze gefilzt wird hat den Grund, weil die Schweiz nicht in der EU ist.
Und von Kontrolle kann kaum die Rede sein. Ich muss wöchentlich in die Schweiz und bin in diesem Jahr noch nie kontrolliert worden.
Zitat:
|
Außerdem ist ganz offensichtlich, daß diese Berater aus Liechtenstein hier Beihilfe zur Steuerhinzerziehung leisten
|
Sehe ich anders.
Man kann doch niemadem etwas vorwerfen, was einem der deutsch Staat ermöglicht.
Hätten wir ein einfacheres und gerechtes Steuersystem ohne Abschreibungsmöglichkeiten und Ausnahmetatbeständen könnte kein Berater der Welt etwas herausholen.
Und wó soll die Beihilfe sein. Der Berater aus Lcihtenstein bietet dem Kunden das beste Packet an, was nach lichtensteinischem Recht in Ordnung ist. Wo liegt da die Beihilfe. Der Berater reizt nur unser System aus. Also sollten wir uns über das System aufregen, welches dies ermöglicht, nicht über den, der es ausnutzt.
Außerdem geht es doch den Berater nichts an woher das Geld kommt. Oder werdet ihr bei eurer Bank gefragt, woher das Geld kommt, welches ihr anlegen wollt.
Außerdem sollten wir uns erst einmal an die eigene Nase fassen.
Die Hälfte der hinterzogenen Steuern werden von den unteren und mittleren Einkommen hinterzogen.
Wer sich zum Beispiel etwas illegal herunterläd begeht auch Steuerhinterziehung.
|
20. 02. 2008, 16:10
|
#236
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Feb 2008
Beiträge: 110
|
Re: Liechtenstein Affäre
Das sehe ich genau so. So einfach geht das nicht, ein Geldkoffer von Liechtenstein nach Deutschland zu schaffen.
Von den Methoden rede ich auch. Denn schließlich muss man auch ein bisschen "Mist" machen, wenn es um Fälle geht, die sonst nur schwer aufzudecken gewesen wären. Also so wie die offenbar jahrelange Steuerhinterziehung von Klaus Zumwinkel.
Na gut. In Sachen "Freiheit in einem Rechtsstaat" ist der momentane US-Präsident die "falsche Wahl". Und ich hoffe, dass Barack Obama (Ich glaube, der wird der nächste Präsident) einen ganz anderen Weg einschlägt und für (angebliche) Al-Quaida-Mitglieder keine "Folterinsel" wie "Guantanamo Bay" einrichtet.
Und sollen wir deswegen das schöne Land Liechtenstein boykottieren, nur weil da die ganzen Steuerhinterzieher her kommen und Prinz Hans Adam es offenbar fast schon fordert, dort die ganzen Steuern zu hinterziehen? Offenbar steht dieses Land bei uns auch auf der "Achse des Bösen" neben Kuba, Iran, Nordkorea, Kenia, Irak oder Afghanistan.
|
20. 02. 2008, 16:11
|
#237
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2001
Beiträge: 2.287
|
Re: Liechtenstein Affäre
Zitat:
|
Zitat von verifyme
Warum zB führt die Firma nicht die Einkommen-Steuern ab wie bei allen Angestellten? Das reiche Gesindel kann ja dann einen Einkommensteuer-Jahresausgleich machen, wenn sie was zurückzubekommen haben.
|
Auch für dein sog. "reiches Gesindel" gibt es keine Sonderregelungen. Bezieht jemand Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit wird vom Arbeitgeber Lohnsteuer einbehalten. Bezieht jemand Kapitaleinkünfte, so wird Kapitalertragsteuer einbehalten.
|
20. 02. 2008, 16:44
|
#238
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Nov 2006
Beiträge: 18
|
Re: Liechtenstein Affäre
In dieser Affäre ist ja diese Cd aufgetaucht, auf welcher eine große Menge an Schwarzinvestoren berzeichnet sein soll, welche die BRD ja gekauft haben soll...
Ich habe heute gehört dass sie sich im Internet befinden soll?
Habt ihr davon was gehört? Wäre ja ziemlich lächerlich fürn BND wenn die im internet kussieren würde oder?
|
20. 02. 2008, 16:48
|
#239
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.242
|
Re: Liechtenstein Affäre
Wenn ...... ja wenn ......
dann wäre es wohl ein Fake, oder ?
|
20. 02. 2008, 16:54
|
#240
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Feb 2008
Beiträge: 3
|
Re: Liechtenstein Affäre
|
20. 02. 2008, 16:54
|
#241
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.242
|
Re: Liechtenstein Affäre
@ Provokateur,
Umfassender geht es wohl kaum. Nicht etwa nur Stiftungen und Konten etc sondern gleich alle Abwicklungen über Liechtensteiner Banken.
Vielleicht solltest Du mal Deine Kritik überdenken, mit der Du Deutschland vorwirfst, Liechtenstein zu erpressen.
Zitat:
|
Zitat von Provokateur
In diesem Falle geht es darum das ein Staat seine eigenen Rechtstaatlichkeit verlässt und einem Ausländischen Nachbarstaat seine Gesetzgebung aufzwingen will.
|
Soviel also zum "Aufzwingen" durch die USA.
|
20. 02. 2008, 17:05
|
#242
|
|
ex-Moderator
Registrierungsdatum: Aug 2003
Ort: Niederbayern
Beiträge: 3.150
|
Re: Liechtenstein Affäre
Eben diese Vereinbarung hat Deutschland NICHT! Alles klar nun?
|
20. 02. 2008, 17:11
|
#243
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2005
Beiträge: 1.010
|
Re: Liechtenstein Affäre
Zitat:
|
Zitat von Provokateur
Du vergisst dabei das es auch bald um andere Gesellschaftsgruppen gegen wird wenn dem Staat nicht Einhalt geboten wird.
|
Aber ist passiert doch längst. Das ist gängige Praxis.
An den Feldzügen gegen arme Coca-Bauern in Lateinamerika ist US-Miliär beteiligt. Wenn Gesetze in den lateinamerikanischen Ländern den Coa-Anbau verbieten, dann wurden diese Gesetze auf massiven Druck - anders gesagt: Epressung - der USA beschlossen. Ich finde auch, dass das eine Sauerei ist, und dass die Coaca-Bauern Recht haben, wenn sie sagen: Was können wir dafür, dass die US-Amerikaner sich ihre Leben so einrichten, dass es ohne Drogen nicht zu ertragen ist.
Oder der Mohnanbau in Afghanistan: Gibt es irgendeine westliche Nation, die kein Problem darin sieht, obwohl es sie eigentlich einen freuchten Kehrricht anginge, was afghanische Bauern pflanzen?
Nichts gegen Legalismus, aber warum so selektiv nur in diesem Fall, also im Falle nicht von Ackerbau, sondern von Geldgeschäften?
Klar, Liechtenstein hat als souveräner Staat das Rechte, die Gesetze zu machen, die gut für Liechtenstein sind. Es hat nicht die Pflicht, Deutschland bei der Bewältigung des Problems zu helfen, dass es dort eine Menge reicher Leute gibt, die ihr Geld nicht gern dem Staat geben mögen.
Aber mit der Souveränität und dem Völkerrecht nehmen wir es doch sonst auch nicht so genau. Der NATO-Krieg gegen Jugoslwaien: Völkerrechtswidrig. Die Unabhängigkeit des Kosovo: Völkerrechtswidrig. Höre ich Proteste? Nein.
Machen wir uns doch nichts vor: Die Souveränität von armeelosen Gebilden wie Liechtenstein existiert genau so lange, wie mächtige Gruppen in den umliegenden mächtigen Staaten ein Interesse daran haben. Bis jetzt hatten sie es (wie Nazideutschland ein Interesse an der Fortexistenz der Schweiz als souveräner Staat hatte). Jetzt scheinen sie es zu verlieren. Irgendwas muss sich geändert haben. Aber was?.
Neandertaler
|
20. 02. 2008, 20:03
|
#244
|
|
720p-addicted! #2
Registrierungsdatum: Nov 2006
Beiträge: 1.378
|
Re: Liechtenstein Affäre
man sollte vllt lieber überlegen, wie man ein so kaputtes/ungerechtes steuersystem, wie es in deutschland vorliegt, reformieren kann /muss.
Haiti hat ein besseres Steuersystem als Deutschland. Vllt sollte man nicht den Postchef öffentlich hinrichten, sondern den ein oder anderen Politiker.
Quelle
Es kann einfach nicht sein, dass Deutschland bei den Bruttolöhnen gleichauf mit Belgien oder Großbritannien ist, jedoch der Brite durchschnittlich 42% mehr Netto in der Tasche hat. Und ein super Sozialsysteme/Sozialversorgung haben die beiden Länder auch, also kann man das ned als ausrede benutzen (nicht umsonst geht jeder Deutsche Arzt nach England. Dort kann man sich den Arzt nicht aussuchen, sondern muss zu seinem zugeteilten Distrikt Doktor gehen)
Ich kann Steuerhinterzieher (in Deutschland) vollkommen verstehen und würde auch bei einer Solidarisierung-Maßnahme teilnehmen...
|
20. 02. 2008, 20:07
|
#245
|
|
doofi ²
Registrierungsdatum: Feb 2007
Beiträge: 257
|
Re: Liechtenstein Affäre
Also, ich als Liechtensteiner möchte was dazu sagen.
Ich habe jetzt nicht alles hier gelesen, geht mir zu lange aber eins möchte ich selber noch sagen.
Unser Land wird im Moment extrem in den Dreck gezogen und beschuldigt, dass wir 'Beihilfe' zur Steuerhinterziehung leisten würden etc.
Ich verstehe das Problem deren wo uns beschuldigen einfach nicht. Was macht Liechtenstein denn falsch? Wenn ein paar geldgierige Manager mit ihrem Geld hierher kommen und bei uns deponieren, dann machen die das Illegale.
Von meinem Vater habe ich erfahren (er arbeitet bei der betroffenen Bank, aber hat damit nichts zu tun), dass man Unterschreiben muss, dass dieses Geld nicht illegal deponiert wird.
Da muss ich Alois schon recht geben, sowas ist echt ein „Angriff“ der Bundesrepublik auf sein Land. Vorallem was der BND abgezogen hat ist echt eine Schweinerei.
Meine Meinung..
|
20. 02. 2008, 21:13
|
#246
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.242
|
Re: Liechtenstein Affäre
Eure Vorschriften sind genauso konstruiert, daß sie für Steuerflüchtlinge passen. Insofern ist Liechtenstein der Honig für die Bienen.
Liechtenstein hat ja auch nicht so laut gejammert, als es von den USA gezwungen wurde, alle US-Bürger zu melden, die in Liechtenstein Finanztransaktionen vornehmen.
Es geht auch nicht um Deutschland allein sondern um die OECD.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,536284,00.html
|
20. 02. 2008, 21:32
|
#247
|
|
Ogalulu
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 843
|
Re: Liechtenstein Affäre
Zitat:
|
Zitat von verifyme
...Steuerflüchtlinge...
|
vllt sind die steuerersparnisse nur ein netter nebeneffekt und viel interessanter ist die verfügbarkeit schweigsamer bankkonten für die einzahlung von kick-back-erlösen. insofern dürfte dann auch noch die herkunft des geldes ebenfalls sehr interessant sein und nicht nur, wem es gehört...
|
20. 02. 2008, 21:55
|
#248
|
|
ex-Moderator
Registrierungsdatum: Aug 2003
Ort: Niederbayern
Beiträge: 3.150
|
Re: Liechtenstein Affäre
Was jeder irgendwie ohnehin wusste der mit Steuerberatern zu tun hat, weiß nun auch der Spiegel;
Zitat:
|
Deutsche Banken im Visier der Fahnder: Privatbanken und andere Geldinstitute sollen für ihre Kunden Liechtensteiner Stiftungen verwaltet haben, auf deren Konten hohe Millionenbeträge lagerten. Auch sollen die Banken gezielt über die Stiftungen beraten haben.
|
und weiter:
Zitat:
|
Nach bisherigen Erkenntnissen soll es sich um etwa 50 Stiftungen handeln, auf deren Konten Millionenbeträge lagerten. Auch sollen Kunden von diesen Kredithäusern gezielt zum Thema Liechtensteiner Stiftungen beraten worden sein.
|
Jeder einigermaßen begabte Steuerberater tut und tat dies ebenfalls.
Fazit: Ein Hausgemachtes Problem für das nun ein kleines Nachbarland verantwortlich gemacht wird. Steuerverkürzungen und -hinterziehungen funktionieren übrigens in der Schweiz, Österreich und Luxenburg ohnehin besser -ganz zu schweigen von Belize.
|
![]() | |