Studie: Online-Piraterie eine Frage von mangelnden Alternativen
Nach den Erkenntnissen der britischen DigtalEntertainment Umfrage 2008 vom Forschungsinstitut Entertainment Media Research sind die meisten illegalen Downloads im Netz eine Folge der mangelnden Alternativen. Die Studie beweist, dass rund ein Drittel der befragten Personen aller Altersklassen urheberrechtlich geschütztes Material illegal heruntergeladen haben. 70 % der Briten, die zu ihren Schwarzkopien standen, gaben an, die legalen Online-Portale würden einfach nicht ein vergleichbares Angebot liefern. Bis auf sehr populäre Tracks hätten sie Probleme gehabt, dort Musikstücke von weniger bekannten Gruppen und Interpreten kaufen zu können.
Würde man diese zur Verfügung stellen, würde sich auch die Bereitschaft vergrößern, die Lieder käuflich zu erwerben. Wahrscheinlich ist das eines der Gründe, warum die Mitschnitte von TV-Shows in den Tauschbörsen so populär sind. Bezogen auf das BitTorrent-Netzwerk machen diese in etwa die Hälfte aller Downloads aus. Die Kaufbereitschaft ist oftmals gegeben, meist mangelt es lediglich an der Verfügbarkeit und Bequemlichkeit der Angebote. Zudem zeigt das DigitalEtertainmentSurvey, dass* Antipiraten-Kampagnen wie "You can click but you can't hide" ohne Wirkung bleiben. 50 % der Briten würden ihre Downloads nur für den Fall einstellen, wenn ihr Internetprovider sie deswegen schriftlich verwarnt. Nur etwa 47 % würden das Filesharing beenden, wären die Chancen höher dafür bestraft zu werden. 53 % der Befragten glauben sogar nicht daran, beim Austausch der Dateien erwischt zu werden. Und selbst wenn sich knapp die Hälfte der TorrentFreaks durch die Neuigkeiten über strafrechtlich verfolgte Filesharer verängstigt fühlen, würden noch immer 39 % mit ihrem Treiben fortfahren, würden noch mehr News über geschnappte Online-Piraten in den britischen Tickern auftauchen.
Die sozialen Netzwerke scheinen bei der Suche nach neuen Interpreten oder guten Filmen eine immer größere Rolle zu spielen. Die beliebteste Beschäftigung der Briten ist demnach das herumstöbern in Sozialen Netzwerken, knapp gefolgt von Chats über einen der zahlreichen Instant Messenger. Wenn sich die Industrie auf die Bedürfnisse ihrer Kunden einstellen will, muss sie ihr Angebot deutlich breiter aufstellen. Filesharing bietet bislang noch immer die maximale Palette an Medien, die dort zur Verfügung stehen. Dazu sind die Dateien zumeist in einer guten Qualität und durchgehend frei von DRM. Wenn die kommerziellen Anbieter nachziehen und diese Anforderungen erfüllen, werden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht alle aber zumindest sehr viele Surfer auf eine der legalen Alternativen ausweichen.
(Via TorrentFreak)
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