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  1. #1
    gulli:News Redaktion Avatar von gullinews
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    Standard Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Die syrische Regierung hat allen Eigentümern von Internetcafés befohlen, sie müssen ab sofort die Identität ihrer Besucher schriftlich festhalten. Deren Name, die Nummer des Personalausweises und die genau Uhrzeit wann diese online waren muss ab sofort festgehalten und in regelmäßigen Abständen an die Behörden weitergeleitet werden. Vertreter der unabhängigen arabischen Nachrichtenagentur "Syrian Media Centre" bezeichneten diese Anordnung als Ausweitung der eisernen Zensur in ihrem Land.

    Mazen Darwich, der Leiter der Newsagentur sagte, dass diese Anordnung lediglich der Terrorisierung der Internetbenutzer dienen soll. Mit dem Gesetz soll Angst und Schrecken verbreitet und die Menschen des Landes zur Selbstzensur gezwungen werden. Die Privatsphäre und die freie Meinungsäußerung der syrischen Bevölkerung wird somit weiter eingedämmt. Darwich sprach von einer Ausweitung der sogenannten "eisernen Zensur" in Syrien.

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  2. #2
    hyperterminal
    Gast

    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis so etwas bei uns auch kommt. Wegen der Mitstörerhaftung können die Betreiber von Internetcafés bei uns für Verstöße der Kunden zivilrechtlich in Haftung genommen werden. Das ist ein großes finanzielles Risiko, vor dem man sich nur durch eine eindeutige Identifizierung der Kunden schützen kann.

  3. #3
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Ein Schelm, wer böses dabei denkt, 1984 lässt grüßen und wird immer besser organisiert.

    Zum Glück gibt es Länder, wo man noch anonyme Internetanschlüsse bekommt, hoffe das bleibt noch eine Weile so.

    Gruß Maribel

  4. #4
    Mitglied Avatar von DukeMan999
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Zum glück gibt es ja noch das Wlan vom nachbarn zum Surfen und andere diverse Tätigkeiten

  5. #5
    Mitglied Avatar von sphaeroid
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    Standard

    Zitat Zitat von orenidle
    Ein Schelm, wer böses dabei denkt, 1984 lässt grüßen und wird immer besser organisiert.

    Zum Glück gibt es Länder, wo man noch anonyme Internetanschlüsse bekommt, hoffe das bleibt noch eine Weile so.
    EINSPRUCH! Nicht "1984" lässt da grüßen, sondern die Verhältnisse in Westeuropa vor 1695 bzw in Deutschland bis 1848. Damals musste man sich nach dem selben Schema registrieren lassen wenn man eine Zeitung beziehen oder lesen wollte. Und es gab in Analogie zur Zensur des Internet in Syrien eine Zensur der Presse. Orwell wird gerne herangezogen, aber in seinem Roman beschreibt er keine Zensur, sondern eine komplett künstlich erzeugte Medienwirklichkeit. In "1984" wird von Regierungsbehörden aus Fiktion eine regierungsadäquate Wahrheit erzeugt, soweit ist es in Syrien und ähnlichen Ländern noch nicht. Wäre es dem so würde man dort nach wie vor ungehinderten Zugang zB zu YouTube haben, Paris Hilton würde aber in dem Video das man in Syrien zu sehen bekäme eine Burka tragen. Dann hätten wir "1984" in der Realität.

    Da kommt allerdings bei mir die Frage hoch, wie kontrollieren die Frauen mit Burkas im Internetcafé? Und wieso fällt mir jetzt Major Strasser und Ricks InternetCafé ein?

    Und deine Hoffnung es gäbe irgendwo und irgendwie anonyme Internetanschlüsse, dazu sollte dir bewusst sein, dass jeder Internetanschluss eine physikalische Adresse hat und diese ist zuordnungsfähig. Auch wenn du mobil per Cellphone oder WLAN surfst gibt es eine Zuordnung und die ist sehr wohl identifizierbar. Um wirklich anonym zu bleiben musst du ein Notebook mit Barzahlung in einem Laden ohne Videoüberwachung kaufen in dem dich niemand kennt und wo du nie wieder hin kommst, nur von offenen HotSpots ins Netz gehen und auch nur wenn dabei ebenfalls keiner Videoüberwachung ausgesetzt bist und niemals diese Gerätschaften von deinem eigenen Hausanschluss aus verwenden. Ausserdem natürlich keinen identifizierbaren Account nutzen. Und, und, und ...

  6. #6
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Manchmal denke ich wirklich:

    Wir sind heute wirklich die Frösche im Wasserglas. Die Regierungen erhitzen das Wasser ganz gemächlich, nach und nach aber ohne Pause. Und eh wir uns versehen sind wir auch schon weich gekocht.

    Ich finde das derzeitige System mit CDU und SPD und Bullshitpartei XY eigentlich völlig unzeitgemäß. Die Leute wollen keine Parteien mehr, sie wollen Experten, die wirklich Ahnung haben. Und alle Experten sagen ja, dass die Vorratsdatenspeicherung erstens verfassungswidrig und zweitens sinnlos ist. Aber das mit dem Internet-Cafe-Kunden kommt bei uns bestimmt auch noch...

  7. #7
    Mitglied Avatar von cyhyryiys
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Rumpelkiste, das was du dir erwünschst hatte Platon in ähnlicher weise mal als Philosophenstaat beschrieben. Herrschaft der Wissenden mit kommunistischen Zügen. Das scheiterte allerdings daran, dass auch Menschen mit völlig konträrer Auffassung zu einem Themengebiet eben darin Experten sind. Gibt ja nicht DIE Wahrheit.

  8. #8
    Gesperrt Avatar von Ghandy
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Zitat Zitat von sphaeroid
    EINSPRUCH! Nicht "1984" lässt da grüßen, sondern die Verhältnisse in Westeuropa vor 1695 bzw in Deutschland bis 1848. Damals musste man sich nach dem selben Schema registrieren lassen wenn man eine Zeitung beziehen oder lesen wollte. Und es gab in Analogie zur Zensur des Internet in Syrien eine Zensur der Presse. Orwell wird gerne herangezogen, aber in seinem Roman beschreibt er keine Zensur, sondern eine komplett künstlich erzeugte Medienwirklichkeit. In "1984" wird von Regierungsbehörden aus Fiktion eine regierungsadäquate Wahrheit erzeugt, soweit ist es in Syrien und ähnlichen Ländern noch nicht. Wäre es dem so würde man dort nach wie vor ungehinderten Zugang zB zu YouTube haben, Paris Hilton würde aber in dem Video das man in Syrien zu sehen bekäme eine Burka tragen. Dann hätten wir "1984" in der Realität.
    Fein, da hat jemand wirklich das Buch gelesen. Guter Beitrag!

  9. #9
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    @Rumpelkiste
    Ich versteh deinen Beitrag nicht. Was hat das ganze mit unserer Regierung zu tun, wenn in Syrien etwas derartiges passiert? In Dt würde dies ja wenn dann in der Verantwortung der Internetcafébetreiber sein.

  10. #10
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Wieso auch nicht? Ich würde als Cafébetreiber gerne die absicherung haben.

  11. #11
    Wer hat uns verraten? Avatar von Novgorod
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Zitat Zitat von sphaeroid
    Auch wenn du mobil per Cellphone oder WLAN surfst gibt es eine Zuordnung und die ist sehr wohl identifizierbar.
    ein handy ist identifizierbar, wenn seine kennung personenbezogen registriert ist.. ich weiß nicht, ob man in deutschland noch "anonyme" prepaid-karten bekommt (denke nicht), aber in anderen ländern oder über "semi-legale" quellen ist das schon machbar..

    und ein internetzugang identifiziert nur den anschluss, nicht das gerät!
    bist du in einem fremden netz, wird bestenfalls noch die MAC-adresse gespeichert - dann benutzt du halt eine fantasie-MAC (und was nützt ihnen überhaupt deine MAC-adresse? die werden - zumindest noch - nicht bis zum endkunden protokolliert)..
    und generell ist eine identifizierung in der öffentlichkeit sehr schwierig.. selbst wenn irgendeine kamera ein flüchtiges bild gemacht hat, wird sich niemand die mühe machen, bei internet-"vergehen" entsprechend zu fahnden.. die mühe macht man sich nur, wenn jemand einen koffer mit einem bömbchen drin irgendwo stehen lässt - also bei ganz normaler real-world-kriminalität
    also da stellt sich die frage nicht nach dem sinn von überwachungskameras o.ä.. die sind nicht dazu da um zu ermitteln, wer denn nun dich in irgendeinem forum über nen öffentlichen zugang beleidigt hat

    naja, es bleibt immernoch die haftungs-problematik.. internetcafes sind ja nun nicht unbedingt filesharing-zentren, darum hat das niemanden gekümmert und bei lapidaren text-vergehen (beleidigungen o.ä.) kümmert das auch keinen staatsanwalt, insbesondere macht er den betreiber nicht verantwortlich - ist wie mit den proxys..
    das wird sich ändern, wenn es einen konkreten anlass gibt.. keine ahnung.. "terrorgefahr" oder sowas

  12. #12
    Mitglied Avatar von Herr Sägesser
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Das ist ja nichts neues, in Italien ist das auch gang und gäbe...

    Säggi

  13. #13
    E-Mail nicht bestätigt Avatar von Echse
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Zitat Zitat von Novgorod
    ein handy ist identifizierbar, wenn seine kennung personenbezogen registriert ist.. ich weiß nicht, ob man in deutschland noch "anonyme" prepaid-karten bekommt (denke nicht), aber in anderen ländern oder über "semi-legale" quellen ist das schon machbar..
    Doch, gibt es Congstar Prepaid. Habe gerade selber eine gekauft und online Registriert/freigeschaltet. Einfach eine GÜLTIGE Adresse eingeben mit Fantasienamen (zb Maria Schäuble) Und eine existierene anonyme emailaddy. Die muß aber von dir sein, damit du sie auch bekommst.
    Und das beste ist = D Netz quali

  14. #14
    Mitglied Avatar von sphaeroid
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Zitat Zitat von Novgorod
    ein handy ist identifizierbar, wenn seine kennung personenbezogen registriert ist.. ich weiß nicht, ob man in deutschland noch "anonyme" prepaid-karten bekommt (denke nicht), aber in anderen ländern oder über "semi-legale" quellen ist das schon machbar..
    Schauen wir uns die Verbindungsdaten doch an, die enthalten nicht nur deine Kartendaten (da gibt es Quellen für anonyme Karten) sondern auch u.a. das IMSI des Handys. Die in D verkauften Handys haben bekannte und registrierte IMSI-Bereiche. Du kannst also davon ausgehen, dass bei den Diensten Handys mit nichtdeutscher IMSI besonderes Interesse wecken. Nach meiner Deutung wären solche Handys als "Ausländer" betrachtbar und würden es sogar erlauben pauschal vom BND "bearbeitet" zu werden. Wenn man nun ein Bewegungsprofil für den Nutzer dieses Handys erstellt, ob er gegebenenfalls auch eine registrierte Karte in das Teil steckt oder regelmässig die Nacht in einem bestimmten Haus verbringt usw usf. Wenn dann mit diesem Handy subversive Handlungen vorgenommen werden oder der Betreiber als Dissident betrachtet wird, dann kann man aus dem gesammelten Profil mit hoher Wahrscheinlichkeit die Identität des Nutzers ermitteln. Das gleiche gilt nicht nur für Handy&IMSI sondern natürlich auch für namenlose Prepaidkarten aus dem Ausland. Bei Bedarf entsprechender Behörden stellt sich die Anonymität als aufdeckbar und nutzlos heraus. Und für den Rest interessiert sich ja eh keiner, da schützt das mangelnde Interesse egal ob der Betreffende anonym oder nicht ist.

    Zitat Zitat von Novgorod
    und ein internetzugang identifiziert nur den anschluss, nicht das gerät!
    bist du in einem fremden netz, wird bestenfalls noch die MAC-adresse gespeichert - dann benutzt du halt eine fantasie-MAC (und was nützt ihnen überhaupt deine MAC-
    adresse? die werden - zumindest noch - nicht bis zum endkunden protokolliert)..
    In meinem WLAN im Betrieb sehe ich die MAC-Adressen derer die sich einloggen und protokolliert werden sie auch. Ich hab gerade mal privat reingeschaut und siehe da, schon eine Fritzbox protokolliert das standardmässig ebenso. Und für Fantasie-MACs gilt das gleiche wie für Handykennungen und wie ich es schon im vorigen Post geschrieben habe, du darfst sie nie von Festanschlüssen nutzen, dann ergibt sich eine Möglichkeit zur Zuordnung. Und ich unterstelle interessierten Diensten, zB in Syrien, sich durch Scannen der Rechner die sich ins Internet einwählen Rechnerprofile zu erstellen, einen Geräte-Fingerprint aus offenen und geschlossenen Ports, Versionen betriebener Software und ähnlichem. Zusammen mit Bewegungsprofilen kann man damit einzelne Geräte identifizieren.

    Zitat Zitat von Novgorod
    und generell ist eine identifizierung in der öffentlichkeit sehr schwierig.. selbst wenn irgendeine kamera ein flüchtiges bild gemacht hat, wird sich niemand die mühe machen, bei internet-"vergehen" entsprechend zu fahnden.. die mühe macht man
    Du denkst von der falschen Seite her. Wenn die Behörden einen bestimmten, nennen wir ihn mal "anonymer Dissident 5432" ausfindig machen wollen, dann warten sie bis sein Profil auftaucht, schicken jemand ins entsprechende Internetcafe und schon sind sie sehr dicht an ihm dran.

    Zitat Zitat von Novgorod
    also da stellt sich die frage nicht nach dem sinn von überwachungskameras o.ä.. die sind nicht dazu da um zu ermitteln, wer denn nun dich in irgendeinem forum über nen öffentlichen zugang beleidigt hat
    Es geht hier auch nicht um Nachbarschaftsmobbing, sondern um das Sammeln von Daten und Schaffen von Strukturen, die wie im Beispiel Syrien, von undemokratischen Regimen genutzt werden können. Und wer sagt dir was die Glatzen im Anzug in den national befreiten Zonen von den Internetcafebetreibern abgreifen und die sich nicht wehren können. Es muss keine republikweite Aktion gegen Irgendjemand sein, vorhandene bundesweite Strukturen können und werden zuerst im kleinen, lokalen Rahmen missbraucht werden. Syrien hat zB gerade mal ein Dutzend größerer Städte und in Damaskus lebt jeder zehnte Syrer. Das sind überschaubare Strukturen vergleichbar Bayern+BW.

    Anonymität gibt es nicht, es gibt Hürden einen Namen zuzuordnen, aber mit legalen Mitteln keine Möglichkeit dich tatsächlich zu anonymisieren. Methoden wie Anmeldung mit gefälschten Papieren, Nutzen eigentlich geschlossener WLANs die nicht protokollieren, usw sind nicht legal und machen dich legal angreifbar ohne dass ein Regime die Menschenrechte verletzen muss. So sollte es nicht sein, nicht in Syrien und nicht in Westeuropa. Denn wer weiss wer vielleicht irgendwann einmal an die Regierung kommt. 1920 hätten die meisten Deutschen keinen Groschen auf den Krüppel aus dem Innviertel gewettet. (Ich weiss, das ist nicht political correct, aber es ärgert gewisse Kreise so schön wenn man ihn so tituliert.)

    Edit: Schreibfehler und der Satz zu Damaskus

  15. #15
    Wer hat uns verraten? Avatar von Novgorod
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    Standard Re: Syrien: Internetcafés müssen alle Surfer identifizieren

    Zitat Zitat von sphaeroid
    Schauen wir uns die Verbindungsdaten doch an, die enthalten nicht nur deine Kartendaten (da gibt es Quellen für anonyme Karten) sondern auch u.a. das IMSI des Handys.
    das war mir sogar neu, daher hab ich kurz nachgeschaut.. die IMSI ist also keine gerätekennung, sondern die kennung der SIM-karte.. evtl. meintest du die IMEI, wobei mir da nicht klar ist, ob sie tatsächlich übertragen wird oder nur intern von der smartcard überprüft wird..
    aber wie dem auch sei, selbst eine feste gerätekennung wäre nicht anders als eine MAC-adresse - da gibts erstmal prinzipiell keine personenbezogene zuordnung! man muss ja beim kauf eines handys nicht unbedingt seinen namen angeben..

    In meinem WLAN im Betrieb sehe ich die MAC-Adressen derer die sich einloggen und protokolliert werden sie auch. Ich hab gerade mal privat reingeschaut und siehe da, schon eine Fritzbox protokolliert das standardmässig ebenso. Und für Fantasie-MACs gilt das gleiche wie für Handykennungen und wie ich es schon im vorigen Post geschrieben habe, du darfst sie nie von Festanschlüssen nutzen, dann ergibt sich eine Möglichkeit zur Zuordnung.
    mir gehts doch in erster linie um den ermittlungsweg.. jemand veröffentlicht eine "böse" information und die regierung will den verursacher ermitteln.. die veröffentlichung führt zu einem webserver, dieser hat wiederum zufälligerweise logs gemacht und führt zu einer IP, die IP führt zu einem öffentlichen proxy in einer uni.. der proxy hat nun zufälligerweise auch die höchstmöglichen protokollierungseinstellungen, damit kann man den "port" ermitteln - sagen wir mal, man kommt bis zu einem bestimmten access point und dieser hat sogar die MAC-adresse gespeichert.. prima
    doch leider lässt sich über die MAC-adresse nicht der besitzer oder benutzer des netzwerkadapters feststellen, sie ist also vollkommen wertlos, man kann nur ungefähr ort und zeit angeben, wo der bösewicht mal war (und das auch ohne MAC-adresse).. wenn es also kein streng überwachter ort war (wie ein syrisches internetcafe mit personen-registrierung), können die überhaupt nichts weiter machen..
    auch das mit dem bewegungsprofil wird schwierig, denn der aufwand eine MAC-adresse zu wechseln ist "etwas" geringer als der aufwand, jedesmal den physischen port zu ermitteln (vorausgesetzt alle knoten loggen schön mit, was ja auch nicht selbstverständlich ist)..

    und wenn sich jemand dessen bewusst ist, dass er bei der kommunikation aufpassen soll, ist es kein problem unauffällig zu bleiben, und dazu muss man auch nicht jeden tag eine neue SIM-karte kaufen - es reicht wenn man das handy nur auf großen öffentlichen plätzen anmacht und nicht zu lange am stück an lässt.. die geheimdienste können auch nicht zaubern.. bis zur entdeckung einer bestimmten aktivität kann durchaus nicht wenig zeit vergehen, und bis zur ermittlung des (ungefähren) standorts noch viel mehr..
    wenn man also nicht gerade durch eine fahrlässigkeit eine personenbezogene zuordnung zum kommunikationsgerät ermöglicht (SIM-karte auf realen namen registrieren, seinen eigenen internetanschluss benutzen o.ä.), ist man sehr sicher, solange man "unter leuten" ist (entweder großstadt oder häufiger standortwechsl)..

    Und ich unterstelle interessierten Diensten, zB in Syrien, sich durch Scannen der Rechner die sich ins Internet einwählen Rechnerprofile zu erstellen, einen Geräte-Fingerprint aus offenen und geschlossenen Ports, Versionen betriebener Software und ähnlichem. Zusammen mit Bewegungsprofilen kann man damit einzelne Geräte identifizieren.
    das ist enorm aufwendig, ineffizient und unzuverlässig.. wieviele "identische" profile bekommt man denn für die standardeinstellungen? - ne ganze menge .. und im www hat man normalerweise keine ports offen und hinterlässt bestenfalls die IP und die browser-version - ein sehr aussagekräftiges profil

    Du denkst von der falschen Seite her. Wenn die Behörden einen bestimmten, nennen wir ihn mal "anonymer Dissident 5432" ausfindig machen wollen, dann warten sie bis sein Profil auftaucht, schicken jemand ins entsprechende Internetcafe und schon sind sie sehr dicht an ihm dran.
    naja, mit dem status muss er ja schonmal eine personenbezogene zuordnung zugelassen haben - da kann man sagen "selber schuld".. und wie stellst du dir das überhaupt vor? sitzt da ständig jemand über einem "bösen" blog und schaut was sich da tut? in der regel sind regierungskritische plattformen sowieso im ausland, da hat die regierung also schonmal keine chance zu erfahren, wer da reinschreibt.. natürlich kann sie aber schauen, wer denn so alles darauf zugreift (potentielle aufrührer ).. aber wie schon gesagt, das dauert alles länger als ein fingerschnippen.. bis sie das internetcafe ermittelt haben, ist der betroffene schon längst weg.. -> und genau darum soll ja die registrierung im internetcafe eingeführt werden..

    Anonymität gibt es nicht, es gibt Hürden einen Namen zuzuordnen, aber mit legalen Mitteln keine Möglichkeit dich tatsächlich zu anonymisieren.
    naja, doch - solange es öffentliche zugangspunkte gibt, z.b. offene WLANs, anonyme SIM-karten und internetcafes (und das soll ja unterbunden werden).. man müsste wirklich auf frischer tat ertappt werden und da sind die reaktionszeiten einfach zu lang.. man muss ja nicht lange online bleiben, um etwas zu senden oder runterzuladen - ein paar sekunden reichen schon, dann verschwindet man einfach im getümmel, während "sie" im umkreis von nem kilometer um einen funkmast herum suchen

  16.  
     
     

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