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Philipus II
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Bei allen kritikpunkten schätz ich i.A. den deutschen Staat.
Ich fühle mich verpflichtet,Steuern zu bezahlen.Ich fühle mich auch verpflichtet,dem Staat und der Gemeinschaft das irgendwie zurückzugeben,was sie in mich investiert.
ja-ich fühle mich verpflichtet für mein Land etwas zu tun.

Aber das hat auch seine Grenzen...

Dienst...ich werde versuchen mich davor zu drücken.
Warum?
Ich glaube nicht,dass es fair ist,für weniger als 400€ im Monat zu Arbeiten,wenn andere-die eben halt nicht Dienst leisten- "die fette Kohle einschieben".
Ausserdem halt ich die Wehrpflichtarmee für überholt,aber das ist hier nicht Thema.
Ich bin für eine Aufhebung der Dienstpflichten.
Ich halte es nämlich für eine Ressourcenverschwendung in unserer Gesellschaft,9 Monate mit doch recht durchwachsener Motivation "abzubummeln".
Allerdings könnte ich mir gut vortellen,1 Jahr im Ausland an einem Projekt unentgeldlich mitzuwirken...

Desweiteren finde ich persönlich manche Regeln in der Gesellschaft natürlich besser,andere schlechter-aber das wird wahrscheinlich jedem so gehen.

Ich finde auch unsere Szialsysteme gut-obwohl ich hoffe,nie darauf angewiesen zu sein,ists wie mit Geld-es beruhigt

Allerdings finde ich,das die 50% Abgabenhürde doch ein Limit bleiben muss-um den Spagat zwischen Belohnung für Engagement des Einzelnen und Anteil der gesellschaft zu halten.
Alt 15. 03. 2008, 17:11 Philipus II is offline Mit Zitat antworten #26
lilith1970
Bald 1 Woche offline
 
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Tequila_Sunrise
Das alles meinst du. Ist auch völlig korrekt. Ich teile deine Meinung. Allerdings sind solche Dinge wie Demokratie oder Bildung nichts Selbstverständliches. Das ist, was IMO immer mehr Leute vergessen. Deshalb bin ich auch gegen die "Mir steht das und das zu"-Mentalität: Es steht einem gar nichts zu, es ist vielmehr eine Gnade, dass man solche Unterstützung von der Gesellschaft bekommt. Moralisch ist die Gesellschaft dazu auch verpflichtet. Aber selbstverständlich ist das alles eben nicht. s.o.
Wenn Du meinst, daß bei all den vielen Ländern auf dieser Erde und all den verschiedenen Staatsformen eine Demokratie nicht selbstverständlich ist, stimme ich Dir zu. Wir können froh sein, in einer zu leben. Und es ist in unserem Interesse, die auch aufrecht zu erhalten.

Aber innerhalb unserer Demokratie gibt es verschiedenes, was ich doch für selbstverständlich erachte, schon mal alleine aus dem Grund, weil diese Dinge als die Basis für unsere Gesellschaft erachte. Dazu gehören auch soziale Absicherungen bzw. die Gewißheit, daß man sie in Anspruch nehmen darf.


Zitat:
Zu "Politiker sind meine Angestellten": Das sehe ich auch recht kritisch. Sollten wir dem Politiker (und damit meine ich nicht die Ausbeuter, Lügner etc. sondern den Menschen, der sich entschließt, zum Wohle seines Landes am Projekt BRD mitzuarbeiten (soll es ja auch noch geben) nicht dankbar sein, dass er den Job macht?
Klar, er übernimmt einen verantwortungsvollen und stressigen Job um eben unsere Staatsform aufrecht zu erhalten. Wenn er diesen Job gewissenhaft erfüllt, sagt ja auch niemand was.


Zitat:
Ich meine, die meisten würden in der Wirtschaft mehr verdienen.
Nun, dann sollten sie in die Wirtschaft gehen, wenns ihnen nur um die Kohle geht, ganz ehrlich.


Zitat:
Und was die Diäten angeht: Die Diäten sind die Politikerform des ALG, da ein Politiker das Ganze ja meist in Vollzeit macht. Die Diäten wurden (afaik) von Sozialdemokraten eingeführt, damit nicht nur Reiche Politiker werden können. Sehr sinnvoll, wie ich meine. Die Diäten verhindern eine aristokratische Herrschaft der Oberschicht (Klassengesellschaft) und dienen somit den Interessen des Volkes.

Wir könnten die gleiche Argumentationsschiene wie beim ALG hier wieder anwenden, aber da das Durchfüttern von Politikern im Gegensatz zum Durchfüttern von Arbeitslosen dem Volk direkt hilft, hilft die Gemeinschaft ja eigentlich nur sich selbst.
Mittlerweile ist es aber so, daß die Politiker sowas wie die Aristokraten unserer Gesellschaft geworden sind, die meisten leben auch schon so weit von gut und böse, daß die einfach nicht mehr sehen können, was in den unteren Schichten abgeht. Und das Politikergehalt mit ALGII zu vergleichen ist ein Hohn für alle, die von Hartz IV leben müssen.

Nebenbei dürfen Politker ja auch noch anderes Geld verdienen, was sie auch fleißig tun und was ihre Urteilsfähigkeit oft sehr beeinträchtigt um nicht zu sagen, sie sind käuflich geworden... ...

Im übrigen dient das Dürchfüttern der Arbeitslosen auch dem Volk und wenn es nur den sozialen Frieden sichert, aber es hilft schlichtweg auch dem einzelnen, zu überleben.


Zitat:
Das Problem bei uns in D. ist nur, dass das Ganze mittlerweile so komplex geworden ist, dass keiner mehr so wirklich durchblickt. Und den Staat ganz neu aufzubauen würde wohl (zu) schwierig werden.
Da hast Du voll und ganz recht.
Alt 15. 03. 2008, 17:30 lilith1970 is offline Mit Zitat antworten #27
Chummer
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Hier verwechseln wohl einige Staat und Politik..
Alt 15. 03. 2008, 18:08 Chummer is offline Mit Zitat antworten #28
cyberny
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von verifyme
Vielleicht sollten wir zwischen Staat und Gesellschaft unterscheiden. Dann wird es klarer.
Die Gesellschaft ist doch dank der Globalisierung eigentlich überstaatlich, oder?
Ich finde jedoch, dass sich diese Schuld nur auf die Gesellschaft in unseren Grenzen erstreckt, da die Personen außerhalb ja weder einen Beitrag zu unserem sozialen Netz noch zu unserer Kultur leisten.
Vielleicht wäre Volksgemeinschaft ein passendes Wort?
Alt 15. 03. 2008, 18:12 cyberny is offline Mit Zitat antworten #29
ruler³
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Also ich sehe das so: Ich schulde dem Staat meine Steuern, und im Falle von unverhoffter Arbeitslosigkeit (Sozialhilfe etc.), Rechtsstreits(Richter + Rechtssystem vom Staat), für Schulen, Straßen, öffentl. Einrichtungen schuldet er mir die Umsetzung / Bereitstellung dieser Dienste/Einrichtungen.

Ich zahle also, und er gibt mir, was ich brauche. Dass öfters Milliarden verschleudert werden, liegt in der Natur des Systems (es wird von Menschen geführt). Ist zwar schlecht, aber es geht einem hier trotzdem noch besser, als in den meisten Staaten der Welt.

Es ist also ein Geben und ein Nehmen. Wir sind damit oft nicht zufrieden, weil wir als Bürger dieser Westmächte der Meinung sind, wir müssten Waren/Wertvolles anschaufeln, das hier dann rumsteht, um uns glücklich zu schätzen, aber man kann hier doch sehr gut und in Frieden leben.
Alt 15. 03. 2008, 18:15 ruler³ is offline Mit Zitat antworten #30
Tequila_Sunrise
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Philipus II
Dienst...ich werde versuchen mich davor zu drücken.
Warum?
Ich glaube nicht,dass es fair ist,für weniger als 400€ im Monat zu Arbeiten,wenn andere-die eben halt nicht Dienst leisten- "die fette Kohle einschieben".
Ausserdem halt ich die Wehrpflichtarmee für überholt,aber das ist hier nicht Thema.
Ich bin für eine Aufhebung der Dienstpflichten.
Ich halte es nämlich für eine Ressourcenverschwendung in unserer Gesellschaft,9 Monate mit doch recht durchwachsener Motivation "abzubummeln".
Allerdings könnte ich mir gut vortellen,1 Jahr im Ausland an einem Projekt unentgeldlich mitzuwirken...
Das finde ich etwas verworren... Du möchtest also keinen Dienst für 400 Euro für Deutschland leisten, aber im Ausland würdest du unentgeldlich schuften?

Was die Wehrpflicht angeht, sollten wir darauf hier nicht weiter eingehen. Die Wehrpflicht ist (ohne akute Bedrohung) überholt, bilden wir uns nichts ein. Aber damit würden auch sämtliche Ersatzdienste wegfallen, deshalb wurde es nicht abgeschafft. Fassen wir es unter "Dienst" zusammen. Das mit der Ressourcenverschwendung sehe ich anders: Die jungen Leute arbeiten das ab, was sie sonst sowieso zahlen würden. Wobei allerdings gerade bei den Abiturienten andernfalls die Möglichkeit besteht, dass sie im Ausland Karriere machen und auch dort steuern zahlen. Dienst in Deutschland hilft aber hier was.
Wenn wir von der Diskussion über Sinn und Unsinn der Wehrpflihct mal absehen, ist es natürlich verwerflich, dass sich so viele drücken oder simulieren und ausgemustert werden (nichts gegen die ernstlich kranken).

@lilith: Eigentlich läuft dein Post nur auf eines hinaus: Wir brauchen mehr Leute wie du und ich, die Politik machen.

Zitat:
Vielleicht wäre Volksgemeinschaft ein passendes Wort?
Ja, aber da muss man so viel tippen...
Alt 15. 03. 2008, 18:22 Tequila_Sunrise is offline Mit Zitat antworten #31
w32blaster
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Was hier derzeit abgeht, missfällt mir extrem.
Meinem Frust mache ich dadurch Luft, indem ich "Die Linke" wähle und hoffe, dass hier bald mal wieder soziale Gerechtigkeit herrscht, darunter verstehe ich nämlich, dass sich ein Staat kümmert, das hat er bei uns seit 20 Jahren versäumt und schwätzt weiterhin was von realitätsfremden Aufschwung. Sowas kotzt mich an und ich sehe mich nicht als Teil diesen Staates.


Zitat:
Zitat von ruler³

Es ist also ein Geben und ein Nehmen. Wir sind damit oft nicht zufrieden, weil wir als Bürger dieser Westmächte der Meinung sind, wir müssten Waren/Wertvolles anschaufeln, das hier dann rumsteht, um uns glücklich zu schätzen, aber man kann hier doch sehr gut und in Frieden leben.


Schon lange nicht mehr - in Deutschland wird man übers Auto definiert, übers Haus, über das, was man anhat. Geh mal im Jogginganzug irgendwo hin und verlang was und tu das ein andermal mit Anzug und Benz - du wirst sehen, haste nix, biste nix. Das ist leider so und ich habs noch in keinem Land so extrem erlebt, wie in Deutschland.

Dass genug Manager und Großverdiener damit täglich hausieren gehen, mit ihren Reichtümern und ihren Besitztümern, ist ein dickes Zeichen.
Alt 15. 03. 2008, 18:22 w32blaster is offline Mit Zitat antworten #32
ruler³
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von w32blaster
Was hier derzeit abgeht, missfällt mir extrem.
Meinem Frust mache ich dadurch Luft, indem ich "Die Linke" wähle und hoffe, dass hier bald mal wieder soziale Gerechtigkeit herrscht, darunter verstehe ich nämlich, dass sich ein Staat kümmert, das hat er bei uns seit 20 Jahren versäumt und schwätzt weiterhin was von realitätsfremden Aufschwung. Sowas kotzt mich an und ich sehe mich nicht als Teil diesen Staates.

Glaubst du wirklich an die Versprechen der Linken? Einfach auf jedes Problem draufzuschlagen was den Kopf hebt und den Leuten Versprechungen zu machen, nimmst du das ernst? Steuersenkungen bei 1,5 BILLIONEN Schulden? Äääääh...
Alt 15. 03. 2008, 18:26 ruler³ is offline Mit Zitat antworten #33
w32blaster
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von ruler³
Glaubst du wirklich an die Versprechen der Linken? Einfach auf alles draufzuschlagen was den Kopf hebt und den Leuten Versprechungen zu machen, nimmst du das ernst? Steuersenkungen bei 1,5 BILLIONEN Schulden? Äääääh...


Nein! Ich glaube nicht an die Versprechen der Linken! Das ist für mich eine Protestwahl, die zeigt "So nicht, Leute da oben". Mehr ist es nicht. Ich würde auch die Rechten wählen, wenn das als Protest ankommen würde, tut es aber nicht, weil die zu wenige Stimmen bekommen. Du siehst, mir gehts um Protest.

Weil ich weiß, dass wir hier mit CDU, FDP, SPD, Grünen weiterhin auf der Stelle rumdümpeln, mit lauter Wasserköppen, denen es nicht ums Land oder um uns geht, sondern um sich selbst, und das sollte so nicht sein, wenn man Politiker wird, dann sollte man sich um die Belange der Wähler kümmern und nicht um seine eigenen Belange.

"Die Typen da oben" realisieren ja nichtmal, dass "die da unten" was anderes wollen, so betriebsblind sind sie mittlerweile, wenns ginge würden sie auch "Die Linken" verbieten, geht aber nicht, also was macht man? Wegdiskutieren, so wie alles wegdiskutiert wird, was man da oben nicht zu lösen gewillt ist.

Das war schon mit dem Rechtsruck vor einigen Jahren so. Aber der Linksruck ist effektiver, da er funktioniert, es gibt nämlich eine gute Stammwählerschaft, mit ein paar Protestwählern sind "Die Linken" bald mit 7 Prozent überall vertreten und ich bin gespannt auf die Bundestagswahl. Ist mir allemal lieber, als die NPD da sitzen zu haben, auch wenn ich "Die Linken" nur aus Protest wähle.


Durchaus weiß ich, dass wir mit deren Konzept nicht weiterkommen. Aber mit dem derzeitigen eben auch nicht - sofern es überhaupt eines gibt.
Alt 15. 03. 2008, 18:33 w32blaster is offline Mit Zitat antworten #34
ruler³
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von w32blaster
Weil ich weiß, dass wir hier mit CDU, FDP, SPD, Grünen weiterhin auf der Stelle rumdümpeln, mit lauter Wasserköppen, denen es nicht ums Land oder um uns geht, sondern um sich selbst

Siehst du. Und genau sowas bringt ihn dazu, unglücklich zu sein. Er schaufelt, schaufelt, schaufelt... Und am Ende hat sein letztes Hemd doch keine Taschen. Er hat umsonst geschaufelt. Warum will man also reich sein? Ist doch Quatsch. Sei zufrieden, geniesse den Frieden hier, schau dir die Schönheit der Welt an und lass dich von solchen politischen Problemchen nicht verunsichern. Glück hat mit Besitz nichts zu tun.
Alt 15. 03. 2008, 18:38 ruler³ is offline Mit Zitat antworten #35
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Tequila_Sunrise
Ich stimme Kennedy völlig zu.
Ach woher. Das meinst Du nur.

An genau dieser rhetorischen Figur hat Kennedys Braintrust tagelang gebastelt. Da waren Altphilologen dabei, die extra die klassische griechische Rhetorik abgeklopft hatten, ob was Brauchbares dabei wäre.

Deine später Zustimmung ist wieder ein Beweis für die Wirksamkeit gut gemachter Propaganda.
Alt 15. 03. 2008, 18:41 Neandertaler is offline Mit Zitat antworten #36
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von ruler³
Glaubst du wirklich an die Versprechen der Linken? Einfach auf jedes Problem draufzuschlagen was den Kopf hebt und den Leuten Versprechungen zu machen, nimmst du das ernst? Steuersenkungen bei 1,5 BILLIONEN Schulden? Äääääh...

Aha. Komischerweise will die Linke aber die Steuern erhöhen und nicht senken; das will die FDP.
Alt 15. 03. 2008, 19:06 5huichi is offline Mit Zitat antworten #37
Tequila_Sunrise
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Neandertaler
Ach woher. Das meinst Du nur.
An genau dieser rhetorischen Figur hat Kennedys Braintrust tagelang gebastelt. Da waren Altphilologen dabei, die extra die klassische griechische Rhetorik abgeklopft hatten, ob was Brauchbares dabei wäre.
Deine später Zustimmung ist wieder ein Beweis für die Wirksamkeit gut gemachter Propaganda.
Klar. Trotzdem war der Satz genial.
[OT]
Spoiler:

[/OT] B2T: Was ist jetzt mit Staat und Volksgemeinschaft?
Alt 15. 03. 2008, 19:09 Tequila_Sunrise is offline Mit Zitat antworten #38
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Der Begriff "Volksgemeinschaft" dürfte wohl verbrannt sein. Ich vermute mal, daß er auch von einschlägigen Kreisen benutzt wird. Deswegen wird er auch anders verstanden.

Dieses Gemeinschaftshandeln hat etwas gleichschaltendes nach übergeordneten Interessen, die dann natürlich zentral verkündet werden.
Alt 15. 03. 2008, 19:18 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #39
RevanZ
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Tequila_Sunrise
Sag das mal in den USA
Kann es sein, dass du Patriotismus mit Nationalismus oder gar Chauvinismus gleichsetzt?

Durchaus, Patriotismus ist doch genau der Kernpunkt dieser Probleme, Patriotismus bedeutet indirekt, dass man sich selbst und "sein Land" (allein das klingt schon lächerlich) über andere Stellt.

Gibt auch viele nette Zitate von durchaus klugen Menschen:
"Der Patriotismus verdirbt die Geschichte." – Johann Wolfgang von Goethe
"Patriotismus ist die Überzeugung, dass dieses Land besser als alle anderen ist, weil man selbst darin geboren wurde." – George Bernard Shaw


und mein Favourit:
"Die billigste Art des Stolzes ist hingegen der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein."Arthur Schopenhauer, Philosoph

Ich selbst sehe mich wie viele andere auch als Weltbürger, ich finde dieses patriotische gehabe einfach lächerlich, ich schulde keinem Staat dieser Welt irgendetwas und schon garnicht würde ich für so einen Schwachsinn kämpfen. Und auch der Wehrdienst ist lächerlich, einerseits prädigt man Individualismus und offene Kritik, anderseits zwingt man das eigene Volk zur Zwangsarbeit oder eben beim Bundesheer geht man sogar so weit, als das man versucht Menschen das kritische Denken zu verlernen und sie zu bloßen Befehlsempfängern zu machen (sicher klingt das jetzt etwas übertrieben, aber man sollte das alles auch nicht unterschätzen, dieses Wir-Gefühl das man versucht beim Bund zu schaffen ebenso wie den blinden gehorsam, auch wenn das heutzutage gottseidank schon mehr ins lächerliche abdriftet)

mfg
Alt 15. 03. 2008, 19:29 RevanZ is offline Mit Zitat antworten #40
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von RevanZ
Ich selbst sehe mich wie viele andere auch als Weltbürger, ich finde dieses patriotische gehabe einfach lächerlich, ich schulde keinem Staat dieser Welt irgendetwas und schon garnicht würde ich für so einen Schwachsinn kämpfen.

Aber du findest es richtig, Steuern zu zahlen, um die zivilen Einrichtungen am Leben zu halten?
Alt 15. 03. 2008, 20:02 ruler³ is offline Mit Zitat antworten #41
Habek
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Schopenhauer fand auch das Leben selbst unnötig, insofern ist er hier sicher nicht die beste Diskussionsgrundlage.
Alt 15. 03. 2008, 20:12 Habek is offline Mit Zitat antworten #42
Tequila_Sunrise
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Was du beschreibst, RevanZ, ist kein Patriotismus, sondern vielmehr Nationalismus/Chauvinismus. An Patriotismus ist nichts verkehrt; Patriotismus bedeutet doch vielmehr die Liebe zu seiner Heimat, und den Menschen, die darin leben. Goethe kannte noch gar keinen dt. Patriotismus oder Chauvinismus, weil es damals noch kein Deutschland gab. Chauvinismus und nicht Patriotismus ist das, was Shaw und Schopenhauer meinen. Man kann Patriotismus nicht einfach plump mit Nationalstolz gleichsetzen.
Zitat:
Zitat von RevanZ
Ich selbst sehe mich wie viele andere auch als Weltbürger, ich finde dieses patriotische gehabe einfach lächerlich, ich schulde keinem Staat dieser Welt irgendetwas und schon garnicht würde ich für so einen Schwachsinn kämpfen. Und auch der Wehrdienst ist lächerlich, einerseits prädigt man Individualismus und offene Kritik, anderseits zwingt man das eigene Volk zur Zwangsarbeit oder eben beim Bundesheer geht man sogar so weit, als das man versucht Menschen das kritische Denken zu verlernen und sie zu bloßen Befehlsempfängern zu machen (sicher klingt das jetzt etwas übertrieben, aber man sollte das alles auch nicht unterschätzen, dieses Wir-Gefühl das man versucht beim Bund zu schaffen ebenso wie den blinden gehorsam, auch wenn das heutzutage gottseidank schon mehr ins lächerliche abdriftet)
Warum schuldest du keinem Staat was? Bitte unter Berücksichtigung meiner vorherigen Argumentation näher erläutern.
Für was genau möchtest du nicht kämpfen? Nicht für Deutschland, oder nicht für deine Heimat, d.h. dein Dorf, das da niedergebombt wird? Egal für was: Die Tatsache, dass sie die gleichen Staatsbürger sind, setzt alle ins gleiche Boot. Und nur das eigene Dorf zu verteidigen und das Nachbardorf im Stich lassen geht auch nicht, denn dann ist auch bald das eigene dran.
Der Bund versucht nicht, das kritische Denken auszuschalten. Dafür gibt es extra eine Kadavergehorsams-Klausel. Trotzdem kann eine Armee nicht funktionieren, wenn ein Soldat immer erst rumdiskutiert. Dazu hab ich schon vorher was geschrieben, lies es dir mal durch. Und das "Wir-Gefühl" macht eben stark, sowohl im Guten als auch im Schlechten. Dazu kommt doch bald dieser Kinofilm raus, "Die Welle".
Und wer zwingt das eigene Volk zur Zwangsarbeit? Volkssouveränität sag ich nur.
Alt 15. 03. 2008, 20:21 Tequila_Sunrise is offline Mit Zitat antworten #43
frogger9 Spender
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Du siehst, mir gehts um Protest.

man wählt doch nicht aus Protest gegen seine Überzeugungen. Das ist kein Protest, sondern Dummheit, @w32blaster

Ob nun Patriotismus, oder ein anderes Schlagwort ...

Wir haben es doch gerne etwas patetisch ... ob nun Altkommunisten, Marxisten oder Neo-Konforme ... dies gilt genauso für die alten Schmetterer für die rechten Fluegel, ob sich nun Neo-Faschisten oder Alt-Nazis aufschwingen, als wuerden sie die Nation retten wollen.

Zum Thema Schulden:

Ich konnnte 15 Jahre zur Schule gehen, 3 Jahre in einen Kindergarten. Ich hab in meinen Haus fliessendes Trinkwasser, Strom. Ich kann auf befestigten Strassen laufen und in Geschäften einkaufen, die keine faulen Lebensmittel anbieten.


Ein demokratisches Staatswesen ist mehr Wert als alle parteipolitischen Versprechungen.
Alt 15. 03. 2008, 20:24 frogger9 is online now Mit Zitat antworten #44
Neandertaler
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Langweilige Zeiten. Jetzt werden schon unter der Überschrift "Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?" Tiefsinn und Gewissenserforschung fabriziert.

Völlig überflüssig, lieber Tequila_Sunrise, sich mit solchen Selbstvorwürfen zu belasten. Wenn Du dem Staat noch was schuldest, weil Du die Nachforderung für die Steuern nicht bezahlt hast - keine Sorge, der Staat holt sich das. Vielleicht ist der Gerichtsvollzieher schon unterwegs.

Auch wenn Du stattdessen Dich in Anlehnung an Kennedy fragst: "Was kann ich für mein Land tun?", muss ich Dich leider ganz, ganz bitter enttäuschen.

Denn die Antwort lautet: Nichts. Rein gar nichts.

Weil Du in Relation zu den Dimensionen des Objekts Deiner Hilsbereitschaft einfach nur ein NICHTS bist. Einfach ein NICHTS. Jedenfalls im Singular.

Ja wenn Du General wärest und es wäre Krieg; oder wenn Du zwei mal den Nobelpreis für Physik in Deine geliebte Heimat holen könntest; oder wenigstens bei der nächsten Fußball-WM 25 Tore schießen fürs Vaterland - dann vielleicht. Oder wenn Du einer von Clancys Helden wärest, die in letzter Minute die Wasserstoffbombe im Keller des Abgeordnetenhauses entschärfen.

Wach auf, Du armer, kleiner, ohnmächtiger durchschittlicher Steuerzahler. Und wenn es Dich tröstet, dann erinere Dich: Ohne Millionen von Deiner Sorte wäre der Staat nichts; er würde nicht einmal existieren. Wie heißt es doch neuerdings in der Regierungspropaganda: "Du bist Deutschland". Eben.
Alt 15. 03. 2008, 21:44 Neandertaler is offline Mit Zitat antworten #45
w32blaster
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von frogger9
man wählt doch nicht aus Protest gegen seine Überzeugungen. Das ist kein Protest, sondern Dummheit, @w32blaster

Ob nun Patriotismus, oder ein anderes Schlagwort ...

Aha - und was ist deiner Ansicht nach klüger?

CDU wählen und weiterhin die 2 Klassengesellschaft fördern? SPD wählen und anschließend auf die Überraschung warten, die sich die Lügner ausgedacht haben? Grüne wählen? Was wollen die überhaupt? FDL wählen? Dito. NPD wählen? Nö.

Was also schlägst du denn vor?

Dass es weder mit CDU noch mit SPD vorran geht, haben wir ja jetzt wirklich lang genug gemerkt, sowohl CDU in Alleinregierung, als auch SPD, sowie jetzt auch noch zusammen kriegen ja wohl absolut nichts brauchbares auf die Reihe und lassen sich von der Wirtschaft die lange Nase zeigen, tun halt das, was man so tun muss, wenn man hier und da "Verpflichtungen" hat.
Alt 15. 03. 2008, 22:14 w32blaster is offline Mit Zitat antworten #46
igita
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

SInd wir dem Staat etwas schuldig?
Nein.
Warum denn auch.

Ich lebe hier und passe mich dem System an und bezahle daher auch meine Steuern.

Ich zahle sie nicht weil ich dem Staat etwas schulde sondern weil es sein muss .
Sonst würde es ja keiner tun.


Ich bin hier geboren und ein Mann ergo weiß man(n),dass man(n) irgendwann zum Dienst herangezogen wird.
Ich finde dies eine gute Sache und hatte auch keine Probleme diesen Dienst anzutretten.
Aber auch von schulden kann hier keine Rede sein.

Unsere regierung hat so entschieden, dass Männer entweder lernen wie man das Land professionell verteidigt oder sich im Sozialsektor miteinbringt.
Ihc habe mich für ersteres entschieden.
Aber nicht weil ich es dem Staat schulde, sondern weil es meine Pflicht als Staatsbürger war.
Denn ohne Gesetze und Normen funktioniert unser System nicht.

Mit Schuld hat dies aber gar nichts zu tun.
Alt 15. 03. 2008, 22:22 igita is offline Mit Zitat antworten #47