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zwo-elf
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Neandertaler
Auch wenn Du stattdessen Dich in Anlehnung an Kennedy fragst: "Was kann ich für mein Land tun?", muss ich Dich leider ganz, ganz bitter enttäuschen.

Denn die Antwort lautet: Nichts. Rein gar nichts.

Weil Du in Relation zu den Dimensionen des Objekts Deiner Hilsbereitschaft einfach nur ein NICHTS bist. Einfach ein NICHTS. Jedenfalls im Singular.

So seh ich das auch.

Außerdem missfällt mir der Tenor der Kennedy-Phrase extremst. Es ist nämlich gar nicht gemeint, dass man was für sein Land tun soll.
Man tut auch was für sein Land, wenn man in Heiligendamm protestiert, wenn man am 1. Mai für Arbeit zu gerechten Löhnen auf die Strasse geht, wenn man sich gegen ein neues AKW angagiert oder für eine autofreie Zone in der Innenstadt. Zusammengefasst gesagt, wenn man sich dafür engagiert, dass sich dieses Land verändert, und zwar in eine Richtung, die der eigenen Vorstellung einer besseren Gesellschaft entspricht.
Meistens geht das mit dem, was die herrschende Klasse (und das sag ich jetzt ganz bewußt in diesen bösen Worten) nicht konform, und schwuppdiwupp arbeitet man auf einmal gegen das eigene Land und steht auf der Seite der Bösen (dank 2u hat dieser Begriff nun auch Einzug in das politische Vokabular gefunden).
Es ist also nur gefragt, was für das Land zu tun, wenn es das Richtige/Systemerhaltene ist.
Hat er schön hingekriegt, der Kennedy.

Und dann der zweite Aspekt: wer nichts fürs Land tut (also nicht das Richtige) darf auch nichts fordern.
Und das klingt ja auch bei dir an, Tequila, Hartz4 gegen abgeleisteten Wehrdienst. Hmmm, muss ich ein Anrecht auf Sozialleistungen mit dem Blut meine Söhne bezahlen? Okay, polemisch ausgedrückt, aber läuft es darauf nicht hinaus?
Mein ehrenamtliches Engament im Fußballverein, in der Kirchengemeinde, im Elterncafe der Schule, beim jährlichen Waldaufräumen, in der Kommunalpolitik und wasweißichwo läßt sich einfach nicht so schön dokumentieren wie ein 'haste gedient?'. Da ich mein Engagement also nicht oder nur schwer nachweisen kann, soll ich gefälligst auch keine Forderungen stellen.

Aber so ist das immer mit diesen rhetorisch gedrechselten Phrasen, sie sind so einfach gesagt, um aber die vielschichtige Botschaft, die darin steckt, zu analysieren und verstehen, braucht es Unmengen an Text.
Phrasen sind irgendwie schöner.

Geändert von zwo-elf (16. 03. 2008 um 08:27 Uhr). Grund: Rhetorik und Rhythmus habe ich immer schon gehasst
Alt 16. 03. 2008, 07:40 zwo-elf is offline Mit Zitat antworten #51
Dar|ky
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Nein, ich bin dem Staat nichts schuldig!

Ganz im Gegenteil, der Staat und die Gesellschaft kotzen mich so an, das ich nicht mal Steuern zahlen möchte...

Und ich habe noch meine 10 Monate Wehrdienst abgerissen, mich dabei aber nicht als Staatsdiener verstanden, sondern das alles als grossen Zirkus betrachtet. Vor allem als damals verlangt wurde, wir sollten vor der Flagge stramm stehen , warum sollte ich vor einem gefärbten Stück Seide, das mir nichts bedeutet, Männchen machen??
Alt 16. 03. 2008, 19:18 Dar|ky is offline Mit Zitat antworten #52
Tequila_Sunrise
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von zwo-elf
Und dann der zweite Aspekt: wer nichts fürs Land tut (also nicht das Richtige) darf auch nichts fordern.
Und das klingt ja auch bei dir an, Tequila, Hartz4 gegen abgeleisteten Wehrdienst. Hmmm, muss ich ein Anrecht auf Sozialleistungen mit dem Blut meiner Söhne bezahlen? Okay, polemisch ausgedrückt, aber läuft es darauf nicht hinaus?
Mein ehrenamtliches Engament im Fußballverein, in der Kirchengemeinde, im Elterncafe der Schule, beim jährlichen Waldaufräumen, in der Kommunalpolitik und wasweißichwo läßt sich einfach nicht so schön dokumentieren wie ein 'haste gedient?'. Da ich mein Engagement also nicht oder nur schwer nachweisen kann, soll ich gefälligst auch keine Forderungen stellen.
Im Endeffekt, wenn man den Gedanken konsequent verfolgt, läuft es drauf hinaus, stimmt. Du lässt dich von der Gemeinschaft durchfüttern, aber wenn sie angegriffen hast, lässt du sie im Stich? So geht's nicht. Aber so wollte es ja der LucidDream aus dem anderen Thread machen; er wollte sich nur die Rosinen rauspicken, mit der Begründung: "Ich bin dem Staat nichts schuldig". Diese Einstellung halte ich nicht für vertretbar.
"Haste gedient" halte ich für etwas zu krass, so was war vielleicht im Kaiserreich noch in, aber heutzutage nicht mehr. Von deinem Engagement bin ich begeistert, meine Hochachtung. Ich hätte keine Probleme, neben Feuerwehr und THW auch sowas als Dienst gelten zu lassen. Nur ist der Dienst eben die Sicherstellung, dass es alle machen. Wenn das freiwillig wäre, würde es keiner machen. Der Typ im anderen Thread schien aber gar nichts (auch kein sonstiges Engagement) machen zu wollen. Was das Engagement angeht: Du hast natürlich recht, das Problem ist, dass es schwer nachzuweisen ist.

Zitat:
Zitat von Darky
Nein, ich bin dem Staat nichts schuldig!
Ganz im Gegenteil, der Staat und die Gesellschaft kotzen mich so an, das ich nicht mal Steuern zahlen möchte...
Schon wieder so ein Kontra-Typ.
Wenn du so was hier ablässt, dann sag doch mal wenigstens, warum!
Zitat:
Zitat von darky
Und ich habe noch meine 10 Monate Wehrdienst abgerissen, mich dabei aber nicht als Staatsdiener verstanden, sondern das alles als grossen Zirkus betrachtet. Vor allem als damals verlangt wurde, wir sollten vor der [deutschen] Flagge stramm stehen , warum sollte ich vor einem gefärbten Stück Seide, das mir nichts bedeutet, Männchen machen??
Aus gutem Grund habe ich das Ganze nicht auf Wehrdienst im Speziellen bezogen, sondern um die Bezeichnung als "Dienst" im Allgemeinen gebeten. Du hättest ja auch Zivildienst machen können.
Die Flagge könnte man vergleichen mit dem christlichen Kreuz vergleichen, das du in jeder Kirche findest. Es ist nur ein Kreuz. Aber es kommt darauf an, wofür es steht. Du kannst es zersägen und verheizen, das macht nichts, solange es nur ein Holzkreuz ist. Sobald es aber für das Christentum und den Tod Jesu Christi steht, sieht die Sache anders aus: Dann betest du, indem du vor dem Kreuz stehst/sitzt/kniest, nicht mehr ein einfaches Holzkruzifix an - das wäre ja auch ziemlich bescheuert - sondern Gott in seiner Dreifaltigkeit. Damit lässt sich auch erklären, warum es vor kurzem so ein Theater um einen Künstler gab, der auf ein Bild, auf "dummer Stein" auf ein Bild der Kaaba geschrieben hatte. Der Stein an sich ist nur ein dummer Stein. Für die Muslime hat er damit aber den Glauben, für den er steht, beleidigt.

Kommen wir jetzt zu dir, darky: Was bedeutet dir nichts: Das gefärbte Stück Seide, oder das, wofür es steht?
Alt 16. 03. 2008, 21:48 Tequila_Sunrise is online now Mit Zitat antworten #53
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

also meine kurze antwort:
wenn ich die chance hätte in ein anderes land zu gehen, würde ich es tun. allein von der arbeitsmarktpolitik. schulden tue ich dem staat nichts, wenn überhaut meinen eltern die mir eine schulausbildung verschafft haben.
Alt 16. 03. 2008, 22:02 Muellie is offline Mit Zitat antworten #54
schnuffl
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

ich besitze eigene verantwortung sonst hab ich gegenüber niemanden eine schuld
der staat hilft bei der versklavung durch das kapital ... er ist mir freiheit schuldig
Alt 16. 03. 2008, 22:06 schnuffl is offline Mit Zitat antworten #55
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Tequila_Sunrise
Von deinem Engagement bin ich begeistert, meine Hochachtung.

Um deiner Hochachtung willen könnte ich das natürlich so stehen lassen, aber da den Fußballverein mir eh keiner glaubt : das waren nur Beispiele. Ich wollte das Wort 'man' vermeiden. Sorry.

Den Rest meines Beitrages finde ich aber viel wichtiger.

Um es nicht ganz runterzuziehen: ja, ich bin auch ehrenamtlich tätig, aber nicht in dem Umfang.
Alt 16. 03. 2008, 22:20 zwo-elf is offline Mit Zitat antworten #56
Tequila_Sunrise
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Muellie
also meine kurze antwort:
wenn ich die chance hätte in ein anderes land zu gehen, würde ich es tun. allein von der arbeitsmarktpolitik. schulden tue ich dem staat nichts, wenn überhaut meinen eltern die mir eine schulausbildung verschafft haben.
Dann wander doch aus. Immer dieses Gerede von: Keine Chancen etc. das geht mir auf den Sack! Und wenn du irgendwie minderjährig sein solltest, dann eben gleich, wenn du mit der Schule fertig bist! Wie sollen dir deine Eltern denn eine Schulausbildung verschafft haben? Das war der Staat mit der Schulpflicht. Auch wenn dich deine Eltern an der Schule angemeldet haben, wäre vom Jugendamt nach dir geschaut worden, hättest du keine Schule besucht. Du bist also widerlegt. Wenn du deine Schulausbildung schuldest, dann dem Staat. Solltest du eine Privatschule besucht haben, gilt das auch nicht, da zusätzlicher Luxus.
Zitat:
Zitat von schnuffl
ich besitze eigene verantwortung sonst hab ich gegenüber niemanden eine schuld
der staat hilft bei der versklavung durch das kapital ... er ist mir freiheit schuldig
Oh, schon wieder so ein Kurzposter, der hier die tiefgründigsten Erkenntisse seiner paar grauen Zellen aufschreibt...
Der Staat ist dir Freiheit schuldig! Wenn ich das schon höre! Du genießt herausragende Freiheiten in diesem Staat. Es gab mal einen, der gesagt hat, dass der Mensch das Paradies niemals bekommen wird, weil er erst bemerkt, dass er im Paradies war, wenn er daraus vertrieben wurde. So ähnlich ist das auch bei dir: Würdest du in Tibet, Nordkorea oder China wohnen, wüsstest du, wie gut's dir geht!
Das mit der eigenen Verantwortung könntest du im Interesse einer angeregten Diskussion ruhig noch etwas ausführen, aber nein, hauptsache man hat seine These in den Raum geworfen!
Und "Versklavung durch das Kapital": Bist du der Zweitaccount von verifyme aka Rebell?
No comment

@zwo-elf: okok
Was ich vergessen habe zu schreiben: Kennedy ist tot, man kann es jetzt ruhig wagen, die Worte, die er mal gesprochen hat, anders aufzufassen. Ist ja schon öfter passiert, wie z.B. bei "Deutschland über alles". Solche Zitate sind ja in ihrer Bedeutung nicht in Stein gemeißelt. Klar war, was es damals bedeutet hat. Aber jetzt bedeutet's was anderes.
Sieht so aus, als wären wir zwei momentan die einzigen vernünftigen Poster hier...
Alt 16. 03. 2008, 23:48 Tequila_Sunrise is online now Mit Zitat antworten #57
LordArion
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Muellie
wenn überhaut meinen eltern die mir eine schulausbildung verschafft haben.

Du meinst also "den Privatlehrer bezahlt" ?
Alt 16. 03. 2008, 23:50 LordArion is offline Mit Zitat antworten #58
Habek
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
wenn ich die chance hätte in ein anderes land zu gehen, würde ich es tun. allein von der arbeitsmarktpolitik.
Die Länder, in denen nicht die masslos verfehlte "angebotsorientierte Wirtschaftspolitik" herrscht, sind meist die, in denen sie eigentlich herrschen sollte. Kannst ja da hinziehen.

Teilweise doppelt so hohe Pro Kopf Verschuldung, kein Sozialsystem, etc
Alt 17. 03. 2008, 01:03 Habek is offline Mit Zitat antworten #59
Dar|ky
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Kommen wir jetzt zu dir, Dar|ky: Was bedeutet dir nichts: Das gefärbte Stück Seide, oder das, wofür es steht?

Wofür es steht...

Genauso dämlich wie Fahnenflucht, schonmal vor einer Fahne geflüchtet

Auch wenn ich bei der Bundeswehr war, ich würde niemals an die Front gehen. Das ist es einfach nicht wert.
Alt 17. 03. 2008, 16:26 Dar|ky is offline Mit Zitat antworten #60
Muellie
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

ich würde ja sehr gern weg, und wenns dann dort nicht klappt kann ich immerhin sagen das ichs versucht hab was besseres aus meinem leben gemacht haben als in deutschland gehockt zu haben und von der stütze gelebt zu haben, nur weil ich keinen job bekommen habe!
Alt 17. 03. 2008, 18:11 Muellie is offline Mit Zitat antworten #61
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

lohnt es sich, wenn ich mich in diese gesellschaft einbringe? wenn du nach dem staat fragst, hast du nur die verwaltungsebene der gesellschaft angesprochen. und mit der schuldigkeit ist das eben so eine sache. bei wem entspringt denn motivation, für bereits erhaltene zuwendungen eine gegenleistung zu erbringen? das ist gar keine frage von moral oder unmoral, sondern menschen brauchen einfach eine perspektive auf einen (eigenen) vorteil, um motiviert zu sein sich einzubringen.
um meine gewandelte frage zu beantworten, ob es sich lohnt: generell ja. zusammenarbeit bringt eine gesellschaft voran und verschafft ihr vorteile, von denen der einzelne direkt oder indirekt, mal mehr, mal weniger profitiert. diese vorteile zu erlangen ist letztendlich jeder sich selbst schuldig.

Alt 18. 03. 2008, 11:47 infofilter is offline Mit Zitat antworten #62
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Je mehr der Staat versucht, Kontrolle über mich auszuüben, z.B. durch Präventivmaßnahmen wie Videoüberwachung und andere Stasi-Methoden, desto weniger habe ich das Gefühl, ihm etwas schuldig zu sein.
Je weniger sich unsere Gesellschaft gegen einen solchen Staat solidarisiert, desto weniger fühle ich mich der Gesellschaft verpflichtet.
Wenn das so weitergeht, sehe ich mich in ein paar Jahren im Ausland. Dann werde ich über die lähmende Angst und staatshörigkeit der Menschen hier hoffentlich nur noch lächeln können.

PS: Ich habe nicht "gedient". Das hatte damals für mich etwas wie Leibeigenschaft und hat mich gegen das System aufgebracht.
Alt 18. 03. 2008, 12:46 wizard2k is offline Mit Zitat antworten #63
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Aus Friedrich Schiller, »Die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon«:
[...] Alles darf dem Besten des Staats zum Opfer gebracht werden, nur dasjenige nicht, dem der Staat selbst nur als ein Mittel dient. Der Staat selbst ist niemals Zweck, er ist nur wichtig als eine Bedingung, unter welcher der Zweck der Menschheit erfüllt werden kann, und dieser Zweck der Menschheit ist kein anderer, als Ausbildung aller Kräfte des Menschen, Fortschreitung. [...]

Und wieso sollte man einem Mittel etwas schuldig sein?

Wir, das Volk, benutzen dieses Mittel, den Staat, um in ihm zu leben. Das ist aber auch der einzige Sinn und Zweck eines Staates. Wieso sollte man ihm etwas schuldig sein? Nur dafür ist er da.

Zum Thema Militär/Kriegsdienst: Wieso sollte ich die Machenschaften eines Staates unterstützen, der zusammen mit anderen Staaten z.B. in Afghanistan das Volk unterdrückt, sich Öl-Vorräte sichert und durch Waffenhandel diverse militärische Aktivitäten unterstützt? Es ist einfach falsch, sogar verachtenswert. Ihr denkt ihr tut eurem Land einen großen Gefallen, dabei helft ihr bei der Ausbeutung armer Länder und Völker mit, und bekommt dafür selber nur einen Scheissdreck, bringt euch in extreme Gefahr und müsst grauenvolles Leid ertragen/mit ansehen.

Nein, man schuldet seinem Staat nichts außer seinen Steuern, die durchaus sinnvoll sind, um die Grundlage humanen Lebens zu bilden und zu sichern.
Alt 18. 03. 2008, 16:09 username2 is offline Mit Zitat antworten #64
cyberny
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von verifyme
Der Begriff "Volksgemeinschaft" dürfte wohl verbrannt sein. Ich vermute mal, daß er auch von einschlägigen Kreisen benutzt wird. Deswegen wird er auch anders verstanden.
Schade eigentlich, zumal das Wort sowohl eine Abgrenzung zur unbeteiligten globalen Gesellschaft (oder Menschheit, wie Schiller es unten nennt) als auch zur Politik beinhaltet, die zwar dem Staat vorsteht, jedoch nicht unbedingt sein Wohl anzustreben scheint, was ja bei der Kriegseinsatz-Debatte offensichtlich wird.

Da ich hauptsächlich eine Schuldigkeit den Menschen gegenüber empfinde, die das Zusammenleben in meiner Umgebung durch Kultur und Steuern bereichern, finde ich diesen Begriff ganz treffend.

Gibt es ein politisch korrektes Synonym, durch das man nicht in diese "Einschlägigen kreise" gedrängt wird? In Anbetracht dessen, dass das Wort so schön passt könnte man auch in Frage stellen ob es in diesem Fall überhaupt Sinn macht, solche dogmatischen Vorurteile darauf anzuwenden.

Zitat:
Zitat von verifyme
Dieses Gemeinschaftshandeln hat etwas gleichschaltendes nach übergeordneten Interessen, die dann natürlich zentral verkündet werden.
Ja, so ist das im Staat und das ist ja auch gut so. Ohne gleichgeschaltene und zentral verkündete DIN-Normen, Straßenschilder, Zulassungsverfahren und der gleichen würde das zusammenleben auf so einem großen Gebiet ja nicht so gut funktionieren.

Da immer die Dosis das Gift macht, muss man natürlich abwägen wie viel Gleichschaltung man benötigt und das wird ja z.B. bei den EU-Kritikern auch fleißig getan.

Zitat:
Zitat von username2
Aus Friedrich Schiller, »Die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon«:
[...] Alles darf dem Besten des Staats zum Opfer gebracht werden, nur dasjenige nicht, dem der Staat selbst nur als ein Mittel dient. Der Staat selbst ist niemals Zweck, er ist nur wichtig als eine Bedingung, unter welcher der Zweck der Menschheit erfüllt werden kann, und dieser Zweck der Menschheit ist kein anderer, als Ausbildung aller Kräfte des Menschen, Fortschreitung. [...]
Ah, Schiller. Hier passt er mal wieder hervorragend her.

Auf die Frage der Schuldigkeit angewandt verstehe ich das Zitat so, dass er den Staat als Mittel ansieht, durch das man seine Schuldigkeit der Menschheit gegenüber begleichen kann.
Alt 18. 03. 2008, 17:10 cyberny is offline Mit Zitat antworten #65
Tequila_Sunrise
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von wizard2k
Je mehr der Staat versucht, Kontrolle über mich auszuüben, z.B. durch Präventivmaßnahmen wie Videoüberwachung und andere Stasi-Methoden, desto weniger habe ich das Gefühl, ihm etwas schuldig zu sein.
Je weniger sich unsere Gesellschaft gegen einen solchen Staat solidarisiert, desto weniger fühle ich mich der Gesellschaft verpflichtet.
Wenn das so weitergeht, sehe ich mich in ein paar Jahren im Ausland. Dann werde ich über die lähmende Angst und staatshörigkeit der Menschen hier hoffentlich nur noch lächeln können.

PS: Ich habe nicht "gedient". Das hatte damals für mich etwas wie Leibeigenschaft und hat mich gegen das System aufgebracht.
Warum gibt's hier keinen Kotz-Smilie?
Der "Staat" versucht etwas. Aha. Lies mal Post #64 unter dir. Der beschreibt das ganz treffend. Der Staat ist nur ein Konstrukt. Wer dich in deiner Freiheit einschränkt, ist nicht der Staat. Es ist die Regierung dieses Staates. Such da, wenn du einen Schuldigen suchst. Und such genau: Wer wollte das? Wer hat es zugelassen? Komm aber bei letzterem nicht auf die SPD, wenn sie es nciht im Programm hatte: Man muss eben manchmal nachgeben, um woanders selbst Zugeständnisse zu erhalten. Allerdings wird Wüfelspitz dem Schäuble auch immer ähnlicher.
Die Regierung dieses Staates ist übrigens vom Volk demokratisch gewählt. Das Volk ist ach so böse. Deine Meinung ist kindisch: "Ich fühle mich der Gesellschaft, die mich gebildet (in die Lage versetzt hat, überhaupt diese Gedanken zu haben) und am Leben erhalten hat, verpflichtet, aber nur solange alles so läuft wie ich es haben will."
Und lass die Polemik mit "Leibeigenschaft".

Du bist also gegen "das System". Weißt du, was das bedeutet? Du bist gegen Menschen- und Bürgerrechte. Gegen Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und sonstige Stützen. Außerdem gegen eine nicht korrupte Polizei, in einem Land, in dem man in großen Teilen nachts noch unbehelligt auf die Straße gehen kann. Übrigens: Auch die Nazis sind gegen "das System".

@username2: Gut gesagt. Wie wäre es, wenn man das Wort "Staat" durch "Gemeinschaft", "Volksgemeinschaft", "Volk", "Gesellschaft" o.ä. ersetzen würde?

Zitat:
Zitat von username2
Wieso sollte ich die Machenschaften eines Staates unterstützen, der zusammen mit anderen Staaten z.B. in Afghanistan das Volk unterdrückt, sich Öl-Vorräte sichert und durch Waffenhandel diverse militärische Aktivitäten unterstützt?
Woher willst du das wissen? Z.B. dass das Volk unterdrückt wird? Warst du schon in Afghanistan?

Zitat:
Nein, man schuldet seinem Staat nichts außer seinen Steuern, die durchaus sinnvoll sind, um die Grundlage humanen Lebens zu bilden und zu sichern.
Würdest du deutlich erhöhte Steuern, die notwendig wären, um die Ausfälle der Zivis zu kompensieren, einem 9-monatigen Dienst vorziehen?
Ich nicht, v.a. da die Steuern einfach alle betreffen und die Kaufkraft schmälern. 9 Monate eines Menschenlebens sind schnell rum.
Alt 19. 03. 2008, 00:18 Tequila_Sunrise is online now Mit Zitat antworten #66
wizard2k
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Ich wollte mit meinem Post sagen, dass der Staat, bzw. die Regierung (nenne es wie Du willst) selbst dafür sorgt, dass der soziale Zusammenhalt und die Bereitschaft, sich für andere einzusetzten, nachläßt, wenn wir einem Überwachungsstaat näherkommen.
Und nein, ich bin nicht gegen einen Sozialstaat. Keine Ahnung woraus Du das gelesen haben willst.

Klar ist mir auch, dass der Staat für die Sicherheit der Bürger sorgen muss.
Dafür zahlen wir u.a. Steuern. Nur die Mittel, mit denen das Versucht wird, werden uns am Ende unsere Freiheit kosten.

Soziales Engagement empfinde ich als selbstverständlich, allerdings kann es niemals erzwungen werden.
Zitat:
Würdest du deutlich erhöhte Steuern, die notwendig wären, um die Ausfälle der Zivis zu kompensieren, einem 9-monatigen Dienst vorziehen?
Auf jeden Fall. Schafft auch Arbeitsplätze. Das Leben eines Jugendlichen verlängert sich außerdem um ganze neun Monate. Wenn Du 18 bist, ist das eine sehr lange Zeit. Habe selten gehört, jemandem habe der Dienst beim Bund was gebracht. Höchstens ein Alkoholproblem.
Alt 19. 03. 2008, 00:38 wizard2k is offline Mit Zitat antworten #67
ErikBee
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Der Staat sind ja alle nich nur Politiker (denen bin ich nichts schuldig ) Da wir nun ein sozialstaat sind sehe ich das so das die die Sozialgelder beziehen denen die Sozialabgaben machen etwas schuldig sind und dem entsprechend diese "Schuld" durch
Gemeinnützige arbeit abgelden könnten was aber viel zu wenig geschied.
Alt 19. 03. 2008, 04:30 ErikBee is offline Mit Zitat antworten #68
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von Tequila_Sunrise
Würdest du deutlich erhöhte Steuern, die notwendig wären, um die Ausfälle der Zivis zu kompensieren, einem 9-monatigen Dienst vorziehen?
Ich nicht, v.a. da die Steuern einfach alle betreffen und die Kaufkraft schmälern. 9 Monate eines Menschenlebens sind schnell rum.
Was für Ausfälle sind denn da bitte zu kompensieren? Ich bin der Meinung das ein Zivildienstleistender viel mehr für dieses Land tut als ein Wehrdienstleistender. Denn der Zivildienstleistende hilft Menschen, die seine Hilfe benötigen, in dem er z.B. in Krankenhäusern oder Pflegeheimen etc. arbeitet.

Und was bitte tue ich gutes, wenn ich zum Bund gehe? Das Volk hier hat davon exakt garnichts. Und um bei Sturmfluten Sandsäcke vor Haustüren zu schleppen braucht man keine Ausbildung an der Waffe.

Zitat:
Zitat von Tequila_Sunrise
Woher willst du das wissen? Z.B. dass das Volk unterdrückt wird? Warst du schon in Afghanistan?
Deutschland arbeitet mehr oder weniger eng mit Kriegsführenden Ländern wie etwa den USA zusammen. Und Afghanistan wird zwar von einigen als Friedens- und Aufbaumission propagiert, ist in meinen Augen aber nichts anderes als eine Besatzung. Wieso sollte ich sowas unterstüzen? Und was für einen glorreichen Dienst erweise ich meinem Land damit?

Zitat:
Zitat von ErikBee
Der Staat sind ja alle nich nur Politiker (denen bin ich nichts schuldig ) Da wir nun ein sozialstaat sind sehe ich das so das die die Sozialgelder beziehen denen die Sozialabgaben machen etwas schuldig sind und dem entsprechend diese "Schuld" durch
Gemeinnützige arbeit abgelden könnten was aber viel zu wenig geschied.
Der Staat ist doch von dir finanziert. Wieso sollst du dann noch gemeinnützige Arbeit für ihn leisten? Und was ist gemeinnützige Arbeit für den Staat?
Soziales Engagement, in dem du z.B. bedürftigen Menschen hilfst, ist gut und nötig, hat aber nichst mit dem Staat sondern mit Nächstenliebe und Solidarität gegenüber deinen Mitmenschen zu tun.
Alt 19. 03. 2008, 08:59 username2 is offline Mit Zitat antworten #69
Zenotaph
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Zitat:
Zitat von username2
Was für Ausfälle sind denn da bitte zu kompensieren? Ich bin der Meinung das ein Zivildienstleistender viel mehr für dieses Land tut als ein Wehrdienstleistender. Denn der Zivildienstleistende hilft Menschen, die seine Hilfe benötigen, in dem er z.B. in Krankenhäusern oder Pflegeheimen etc. arbeitet.
Tja, ich habe Zivi gemacht und sehe das ähnlich.
Sollen sie doch den Zivi zur Pflicht machen
und diejenigen eine Verweigerung schreiben lassen, die zum Bund wollen.
Ich weiß, ich habe damit Menschen geholfen und bin zufrieden mit dem, was ich getan habe.
Tatsächlich habe ich meine Zivizeit sozusagen auf 12 Monate verlängert.
Also, mich bei der Stelle, wo ich Zivi war, 3 Monate anstellen lassen. Oder waren es 2?
Ach, zu lange her...
Alt 19. 03. 2008, 09:10 Zenotaph is offline Mit Zitat antworten #70
tomyhlfger
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?

Ich bin dem Staat nichts schuldig, und der Staat ist mir nichts schuldig!!!
Der Staat soll sich aus dem Leben der Bürger raushalten!!!
Alt 19. 03. 2008, 09:38 tomyhlfger is offline Mit Zitat antworten #71
nightwisher
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Re: Ich bin dem Staat nichts schuldig... oder doch?