-
19. 03. 2008, 14:47 #1
Sequoia: Schreibt Ed Felten die Wahrheit über unsere Wahlcomputer, wird er verklagt!
Der Professor der Uni Princeton und populäre Blogger von "Freedom to Tinker" wurde kürzlich offiziell gebeten, die in New Jersey in Zukunft angewendeten Wahlcomputer genauer unter die Lupe zu nehmen. In Anbetracht der Tatsache, dass Professor Felten ein Experte auf dem Gebiet ist, scheint das Anliegen der Stadtverwaltung mehr als sinnvoll zu sein. Man könnte nach einem erfolgreichen Test eines Experten mehr Vertrauen in diese Geräte aufbauen. Wahlmaschinenproduzent Sequoia sieht die Sache aber ganz anders. Sie bedrohten Mr. Felten jetzt mit einer E-Mail. Schreibt er die Wahrheit über die Geräte, wird er verklagt.
Felten hat jetzt die Echtheit der E-Mail, die durch zahlreiche Medien ging, bestätigt. Hersteller Sequoia bezichtigt die offizielle Stelle, die Felten das Gerät geschickt hat, sie hätten die Konditionen des eingegangen Kundenvertrages gebrochen. Man behält sich vor, nachdem sie sich haben rechtlich beraten lassen, den Bruch der Rechte am geistigen Eigentum der Firma vor Gericht gegen Felten einzuklagen. Man würde sich "angemessene" Schritte vorbehalten, falls Professor Felten offen über die Software oder Hardware, dessen Verhalten, vor allem aber über deren Schwachstellen berichten würde. In einem solchen Fall sieht Sequoia einen Bruch der Urheberschutzrechte als gegeben an. Nur weil er im Auftrag der Stadt eine der E-Voting-Maschinen testen soll, wird er jetzt präventiv mit einer Klage bedroht? Der Klang der E-Mail weckt alte Erinnerungen an Auseinandersetzungen zwischen Felten und der Musikindustrie.
2000 lud die Unternehmensgruppe SDMI (Secure Digital Music Initiative) Forscher zu einem Wettbewerb ein, sie sollen deren Wasserzeichen-Technologie für Audiodateien entfernen, ohne die Qualität der Lieder dadurch zu reduzieren. Felten nahm mit seinem Team teil. Er hatte sich aber dazu entschlossen, die Vertraulichkeitsvereinbarung, die seinem Team den Erhalt von Geldpreisen erlaubt hätte, nicht zu unterzeichnen. Innerhalb von drei Wochen gelang es den Forschern, die Dateien so zu verändern, dass das Bewertungsprogramm der SDMI das Nichtvorhandensein von jeglichen Wasserzeichen feststellte. Die SDMI wollte seinen Erfolg in dieser Form aber nicht anerkennen. Das Team entwarf ein wissenschaftliches Papier, dass die genauen Methoden zur Entfernung beschrieb. Mit Berufung auf den Digital Millenium Copyright Act wollte die SDMI es dem Professor verbieten, diese Erkenntnisse auf einem Workshop in Pittsburgh zu präsentieren. Felten verlas stattdessen seine Stellungnahme zu der Klageandrohung, die SDMI indes bestritt die komplette Aktion. Später versuchte er mithilfe der Electronic Frontier Foundation (EFF) das Unternehmen zu verklagen, was nur teilweise gelang. Immerhin hat das Justizministerium Felten und anderen Wissenschaftlern zugesichert, dass die Androhung rechtlicher Schritte unrechtmäßig war.
Jetzt scheint sich die alte Geschichte in neuen Gewändern zu wiederholen. Ob sich der Blogger und Wissenschaftler wirklich von einer derartigen Androhung abschrecken lässt? Immerhin wirbt der Name seines Weblogs "Freedom to tinker" dafür, an allem herumzubasteln, was einem so in die Finger gerät.
(Via Techdirt & Wikipedia, thx!)
weiterlesen
-
19. 03. 2008, 15:31 #2
Re: Sequoia: Schreibt Ed Felten die Wahrheit über unsere Wahlcomputer, wird er verklagt!
Die sollen einfach die WahllCpmputer wieder zurück schicken ....
Sollen sie doch auf ihren schrot ziten bleiben ...
-
19. 03. 2008, 16:04 #3
Re: Sequoia: Schreibt Ed Felten die Wahrheit über unsere Wahlcomputer, wird er verkla
Aha, das Offenlegen von Schwachstellen ist also demnach ein Verstoß gegen die Urheberschutzrechte. Sehr interessant! Wenn das so die Runde macht, Prost Mahlzeit.Man behält sich vor, nachdem sie sich haben rechtlich beraten lassen, den Bruch der Rechte am geistigen Eigentum der Firma vor Gericht gegen Felten einzuklagen. Man würde sich "angemessene" Schritte vorbehalten, falls Professor Felten offen über die Software oder Hardware, dessen Verhalten, vor allem aber über deren Schwachstellen berichten würde. In einem solchen Fall sieht Sequoia einen Bruch der Urheberschutzrechte als gegeben an.
Und hier geht nicht um eine kleine Klitschensoftware, die Sicherheitslücken hat, sondern um das Vetrauen in das Wahlverfahren. Das ist echt übel.
Gruß
Loddafnir
-
19. 03. 2008, 16:40 #4
Re: Sequoia: Schreibt Ed Felten die Wahrheit über unsere Wahlcomputer, wird er verkla
warum geht so etwas nicht dick durch die medien? immerhin ist er, wie ich dem text entnehme, im staatsauftrag unterwegs?
-
19. 03. 2008, 17:55 #5
Re: Sequoia: Schreibt Ed Felten die Wahrheit über unsere Wahlcomputer, wird er verkla
Man hat auf seine Fehler Urheberrecht?
-
20. 03. 2008, 00:47 #6
Re: Sequoia: Schreibt Ed Felten die Wahrheit über unsere Wahlcomputer, wird er verklagt!
Das wäre doch für Microschrott ein neues Geschäftsmodell
Cu
Verbogener
-
20. 03. 2008, 00:52 #7
Re: Sequoia: Schreibt Ed Felten die Wahrheit über unsere Wahlcomputer, wird er verkla
Guck Dir doch nur mal an, was die Musikindustrie so alles abmahnt.....
Zitat von Raycluster
MfG Andy
-
20. 03. 2008, 03:24 #8Mitglied
- Registriert seit
- Aug 2003
- Beiträge
- 175
Re: Sequoia: Schreibt Ed Felten die Wahrheit über unsere Wahlcomputer, wird er verklagt!
Ich hoffe der gute Mann lässt es (mal wieder) auf einen Rechtsstreit ankommen, den er höchstwahrscheinlich sogar gewinnen wird.
Leider wird dieser Prozeß höchstens mal am Rand in den Mainstream Medien auftauchen, wenn überhaupt, da es sicher nicht im Interesse jener ist, die Kontrolle über sie haben.
-
23. 03. 2008, 17:35 #9Mitglied
- Registriert seit
- Feb 2007
- Beiträge
- 288
Re: Sequoia: Schreibt Ed Felten die Wahrheit über unsere Wahlcomputer, wird er verkla
das ist doch echt ein Witz, was ist an so ner Wahlmaschine schon groß an geistigem Eigentum vorhanden, jeder einigermaßen talentierte Entwickler kann nen plan für so ne Wahlmaschine in 2 Minuten entwerfen.
-


Zitieren
mehr lesen...







"Wir können nichts dazu" -...
Gestern, 21:23 in gulli:news