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Eul3
HAL 9000
 
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

ich hab von dem Problemen folgende Ansicht:

Wenn Wirtschaftsgroßmächte wie die USA islamistisch regierte Länder wie Afghanistan oder den Irak angreifen, dann überlegen wir doch mal wer da die Idee zum Krieg hatte: In den USA sind es die Großkonzerne, die mit ihren Lobbyisten und Interessengruppen sagen wie die Politik sich zu verhalten hat, damit mehr Profit eingefahren werden kann. Eine Solche vom von Kapitalismus kennt keine Freiheiten mehr. Längst kann man in den USA nicht mehr vom Tellerwäscher zum Millionär werden, Aus dem einstigen Multi-Kulti-Aussteiger-Sammelbecken ist ein einer Staat entstanden, der auch von fähigen Leuten gelenkt werden will. Und wenn diese Leute nunmal beeinflussbar sind dann regieren in Wahrheit andere... Der Islam ist ist eine noch unerschlossene Religion im Konsum. Noch essen Islamisten nicht flächendeckend bei McDonals oder Subway, noch sehen sie nicht alle CNN oder BBC, das muss sich ändern, damit man mehr Geld machen kann... aber die Politiker sträuben sich gegen die Vorhaben der Konzerne und verweigern die Baugenemigungen oder verhängen Strafen, also was tun um dort Geld zu schaufeln?! Wir fragen mal Vater Staat, der kann uns vielleicht helfen, und dann noch n Texaner, das konnte ja nur schief gehen...

Die Diktatur des Kapitals kennt keine Freiheit!


Greez:Eul3
Alt 13. 04. 2008, 15:09 Eul3 is offline #301
Der Rebell
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Jetzt wird sogar schon ein automatisches Zählwerk herangezerrt, um zu beweisen, wie abgrundtief böse der Islam ist.

Auf allen Islam-Diskussionen scheint der Fluch zu liegen, daß man über kurz oder lang anfängt aufzurechnen.

Da kann man sich dann so richtig wohlfühlen, daß man selbst zu den Guten zählt.

Genau das wollen die Terroristen.

Sie wollen letzten Endes einen Krieg zwischen Islam und dem "Westen". Und wir fallen prompt darauf herein.

Ich wiederhole zum x-ten Mal meine These:

Wir müssen uns die "freundlichen" Muslime zu Verbündeten machen, damit der Terror gemeinsam bekämpft wird und die Muslime nicht insgesamt Gefallen am Terror finden.

Wenn Terror auch in der islamischen Welt geächtet wird, dann wird er bald austrocknen.
Alt 13. 04. 2008, 15:13 Der Rebell is offline #302
00karpfen
 
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Zitat von Eul3 
ich hab von dem Problemen folgende Ansicht:

Wenn Wirtschaftsgroßmächte wie die USA islamistisch regierte Länder wie Afghanistan oder den Irak angreifen, dann überlegen wir doch mal wer da die Idee zum Krieg hatte: In den USA sind es die Großkonzerne, die mit ihren Lobbyisten und Interessengruppen sagen wie die Politik sich zu verhalten hat, damit mehr Profit eingefahren werden kann. Eine Solche vom von Kapitalismus kennt keine Freiheiten mehr. Längst kann man in den USA nicht mehr vom Tellerwäscher zum Millionär werden, Aus dem einstigen Multi-Kulti-Aussteiger-Sammelbecken ist ein einer Staat entstanden, der auch von fähigen Leuten gelenkt werden will. Und wenn diese Leute nunmal beeinflussbar sind dann regieren in Wahrheit andere... Der Islam ist ist eine noch unerschlossene Religion im Konsum. Noch essen Islamisten nicht flächendeckend bei McDonals oder Subway, noch sehen sie nicht alle CNN oder BBC, das muss sich ändern, damit man mehr Geld machen kann... aber die Politiker sträuben sich gegen die Vorhaben der Konzerne und verweigern die Baugenemigungen oder verhängen Strafen, also was tun um dort Geld zu schaufeln?! Wir fragen mal Vater Staat, der kann uns vielleicht helfen, und dann noch n Texaner, das konnte ja nur schief gehen...

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Greez:Eul3

islamistisch = extremistisch, schon klar oder?
Alt 13. 04. 2008, 15:19 #303
Habek
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Ihr wisst ja, dass die EU, die Wirtschaft der sogenannten Entwicklungsländer mit ihren subventionierten Waren ruiniert, und somit die Entwicklung in den sogenannten Entwicklungsländer unterbindet.
Wie einleuchtend!

Die Schlussfolgerung kann daher nur lauten:

Führen wir den Islam in den Entwicklungsländern ein und es wird ihnen bald besser gehen!

Die destroyahschen "Argumente" sind völlig hanebüchen, weil man nicht die "westliche Welt"(Was soll das sein?) und den Islam vergleichen kann, sondern wenn, dann nur westliche und "östliche" Welt und selbst dann müssen noch die jeweiligen Zustände einbezogen werden, die Rechnerei bringt also nichts.
Alt 13. 04. 2008, 15:44 Habek is offline #304
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Die Schlussfolgerung kann daher nur lauten:

Führen wir den Islam in den Entwicklungsländern ein und es wird ihnen bald besser gehen!

Unsinn! Du liest den Satz ohne den Zusammenhang zu beachten. Destroyahs Post war eine Antwort auf muskelbibers Rechnung, um zu zeigen, dass auch der Kapitalismus Dreck am Stecken hat.

Zitat:
weil man nicht die "westliche Welt"(Was soll das sein?) und den Islam vergleichen kann

Wieso nicht? Ich finde, man kann sehr gut die 1. westliche Welt, deren Verfassungen auf dem Christentum beruhen, nämlich die der USA und GB, mit der nahöstlichen Welt vergleichen...
Alt 13. 04. 2008, 15:54 LordPiccolo is offline #305
Habek
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Unsinn! Du liest den Satz ohne den Zusammenhang zu beachten. Destroyahs Post war eine Antwort auf muskelbibers Rechnung, um zu zeigen, dass auch der Kapitalismus Dreck am Stecken hat.
Eine mögliche Interpretation, allerdings verbreitet er das Zeug auch ohne vorherige Kapitalismuskritik anderer seit Wochen, nichtmal die Schlagwörter(Irakkrieg) wechseln.
Zitat:
Wieso nicht? Ich finde, man kann sehr gut die 1. westliche Welt, deren Verfassungen auf dem Christentum beruhen, nämlich die der USA und GB, mit der nahöstlichen Welt vergleichen...
Man kann aber nicht nur die Verfassung betrachten, sondern die Gesellschaft an sich. In Afghanistan gibt es soweit ich weiß ja jetzt auch eine Verfassung mit Menschenrechten, was die tatsächliche Situation nicht wirklich verändert hat.
Alt 13. 04. 2008, 15:57 Habek is offline #306
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Eine mögliche Interpretation, allerdings verbreitet er das Zeug auch ohne vorherige Kapitalismuskritik anderer seit Wochen, nichtmal die Schlagwörter(Irakkrieg) wechseln.

Wusste ich nicht. Tut mir leid

Zitat:
Man kann aber nicht nur die Verfassung betrachten, sondern die Gesellschaft an sich. In Afghanistan gibt es soweit ich weiß ja jetzt auch eine Verfassung mit Menschenrechten, was die tatsächliche Situation nicht wirklich verändert hat.

Man kann sehr wohl die Verfassungen betrachten. Jedoch muss man zwischen verschiedenen Verfassungen unterscheiden. Eine Verfassung, die aus den gesellschaftlichen Verhältnissen entstanden ist und eine aufoktoyierte Verfassung. Im ersten Fall kann man die USA nehmen und im zweiten Fall Afghanistan...
Alt 13. 04. 2008, 16:01 LordPiccolo is offline #307
Habek
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Das Vergleichen von Verfassungen ist nur dann sinnvoll, wenn sie auch Wirksamkeit im jeweiligen Land haben.

Wenn alles nach dem Motto "Die Menschenwürde ist unantastbar, außer du bist Ungläubiger" läuft, ist der Vergleich zwecklos.

Der moderne Westen zeichnet sich außerdem nicht nur durch christliche Werte aus, genauso wie sich der Iran nicht nur durch den Islam auszeichnet.

Wenn wir also über den Islam diskutieren wollen, kann man nur den Einfluss des Islams und den des Christentums auf Verbrechen vergleichen, wobei auch hier noch viele andere Faktoren, beispielsweise die Zahl der Anhänger, beachtet werden müssen.

Im Bezug auf aufoktroyierte Verfassungen kann man wohl sagen, dass auch in vielen Islamstaaten die Verfassung nicht nach dem Volkswillen gestaltet wurde.
Zitat:
Wusste ich nicht. Tut mir leid
Jetzt weißt du's.
Alt 13. 04. 2008, 16:07 Habek is offline #308
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Der moderne Westen zeichnet sich außerdem nicht nur durch christliche Werte aus, genauso wie sich der Iran nicht nur durch den Islam auszeichnet.

m.E. beruht die französische und die deutsche Verfassung auf der Aufklärung, während die der USA und GB auf der Bibel beruhen...

Zitat:
Im Bezug auf aufoktroyierte Verfassungen kann man wohl sagen, dass auch in vielen Islamstaaten die Verfassung nicht nach dem Volkswillen gestaltet wurde.

Das ist auch ein Punkt worüber wir diskutieren müssen. Das ist wichtig, um den Zusammenhang zwischen Sharia und dem Staat zu verstehen...
Alt 13. 04. 2008, 16:13 LordPiccolo is offline #309
Habek
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
m.E. beruht die französische und die deutsche Verfassung auf der Aufklärung, während die der USA und GB auf der Bibel beruhen...
Das stimmt, aber der Westen ist eben nicht nur seine Verfassung.
Alt 13. 04. 2008, 16:20 Habek is offline #310
Al Capone
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Im Bezug auf aufoktroyierte Verfassungen kann man wohl sagen, dass auch in vielen Islamstaaten die Verfassung nicht nach dem Volkswillen gestaltet wurde.

Nein, entweder hat der Westen nach seinem Abzug aus den islamischen Ländern eine "Homeland-nahe" Verfassung da gelassen oder eben bestimmten Leuten die Macht überlassen, die dann entweder eine Verfassung eingeführt haben oder eben nicht.

Das Grundgesetz ist auch nicht Volkswille gewesen. Die Frankfurter Dokumente bestimmten die Hauptbestandteile des Grundgesetzes und die wenigsten normalen Bürger hatten damals überhaupt die Zeit, sich um die Verfassung zu scheren.
Alt 13. 04. 2008, 17:23 Al Capone is offline #311
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Zitat von verifyme 
Ich wiederhole zum x-ten Mal meine These:

Wir müssen uns die "freundlichen" Muslime zu Verbündeten machen, damit der Terror gemeinsam bekämpft wird und die Muslime nicht insgesamt Gefallen am Terror finden.
Wir müssen zuallererst die Trottel HIER bekämpfen, denen nix als Terror einfällt, wenn sie das Wort Islam hören.

Erst mal an der eigenen Nase kratzen, bevor man mit den üblichen Parolen die Welt retten will.
Alt 13. 04. 2008, 17:32 Neandertaler is offline #312
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Nein, entweder hat der Westen nach seinem Abzug aus den islamischen Ländern eine "Homeland-nahe" Verfassung da gelassen oder eben bestimmten Leuten die Macht überlassen, die dann entweder eine Verfassung eingeführt haben oder eben nicht.

Aber damit bejahst du doch

Zitat:
Das Grundgesetz ist auch nicht Volkswille gewesen. Die Frankfurter Dokumente bestimmten die Hauptbestandteile des Grundgesetzes und die wenigsten normalen Bürger hatten damals überhaupt die Zeit, sich um die Verfassung zu scheren.

Unser GG hat seine Wurzeln auch in der Weimarer Verfassung. Daher beruht sie eben auch auf der Aufklärung, im Gegensatz zu den USA. Dass sie nicht 100% dem Volkes Willen stammt, ist eine Tatsache, die man nicht aus der Welt schlagen kann....

Zitat:
Wir müssen zuallererst die Trottel HIER bekämpfen, denen nix als Terror einfällt, wenn sie das Wort Islam hören.

Fangen wir mit Scholl-Latour an...
Alt 13. 04. 2008, 18:07 LordPiccolo is offline #313
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Zitat von LordPiccolo 
Unser GG hat seine Wurzeln auch in der Weimarer Verfassung. Daher beruht sie eben auch auf der Aufklärung, im Gegensatz zu den USA. Dass sie nicht 100% dem Volkes Willen stammt, ist eine Tatsache, die man nicht aus der Welt schlagen kann....

Was die Weimarer Verfassung mit der Aufklärung auf besondere Weise verbinden soll, ist mit nicht bekannt. Sicher weiß ich nur, dass alle Aufklärer (Diderot, d'Alembert etc.) schon ziemlich lange tot waren, als jene Verfassung fabriziert worden ist.

Anders bei der amerikanischen Verfassung, welche tatsächlich dem Zeitalter der Aufklärung entstammt (wenn die Verfassung dieses Ding von 1776 ist und nicht ein anderes Dokument, was ich nicht weiß).

Und ob man sich überhaupt auf die Bibel beruft, ist unwichtig. Wichtig ist, wie man es tut. Wenn die Gegener der Todesstrafe sagen "Du sollst nicht töten!", und die Befürworter der Todesstrafe "Auge um Auge, Zahn um Zahn", berufen sich beide Parteien zu Recht auf die Bibel und zitieren aus ihr. Wie bei jeder Religion: Die Lehre muss widersprüchlich sein, sonst würde sie dem wirklichen Leben mit seinen Widersprüchen nicht gerecht.
Alt 13. 04. 2008, 18:30 Neandertaler is offline #314
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Ja klar. Habe vergessen hinzuzufügen, dass die WV in der Tradition der Aufklärung war...

Zitat:
Anders bei der amerikanischen Verfassung, welche tatsächlich dem Zeitalter der Aufklärung entstammt

Aber denkst du wirklich, dass die Errungenschaften der Aufklärung bis dorthin gereicht hat?

Zitat:
Und ob man sich überhaupt auf die Bibel beruft, ist unwichtig. Wichtig ist, wie man es tut.

Tja, dann haben wir schonmal einen Ansatz um den Terror zu bekämpfen. Es ist nicht wichtig, worauf sie sich berufen...
Alt 13. 04. 2008, 18:36 LordPiccolo is offline #315
Provokateur
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Zitat von LordPiccolo 
Aber damit bejahst du doch


Unser GG hat seine Wurzeln auch in der Weimarer Verfassung. Daher beruht sie eben auch auf der Aufklärung, im Gegensatz zu den USA. Dass sie nicht 100% dem Volkes Willen stammt, ist eine Tatsache, die man nicht aus der Welt schlagen kann....

Leider verbietet der Threadtitel hier eine ausführliche Behandlung der Gemeinsamkeiten - bzw. Unterschieden der Verfassungen.

Nur soviel dazu:
Nach den Erfahrungen mit der Weimarer Republik wurde die Bundesrepublik als eine "wehrhafte Demokratie" konstruiert, die über umfangreiche Möglichkeiten zur Selbstverteidigung verfügt. US Bürger tun sich mit diesem Prinzip schwer. Aus ihrer Sicht ist die Verfassung dazu da, um das Volk vor dem Staat zu schützen - dass der Staat die Verfassung vor dem Volk schützen soll, finden sie seltsam. Für den "Verfassungsschutz" gibt es noch nicht mal eine gute englische Übersetzung, geschweige denn ein Gegenstück als Institution.

Eines noch: Die USA mit Deutschland zu vergleichen scheitert bereits an der falschen Vorstellung die viele Deutsche über die USA haben - das einzig gemeinsame das alle US-Bürger verbindet ist die Verfassung. Und: Nirgends auf dieser Welt ist man vor Bush so sicher wie in den USA.
Alt 13. 04. 2008, 18:38 Provokateur is offline #316
Neandertaler
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Zitat von LordPiccolo 
Aber denkst du wirklich, dass die Errungenschaften der Aufklärung bis dorthin gereicht hat?
Mehr als das. Die amerikanischen Deklarationen haben bei der Ausarbeitung der französischen Verfassung Pate gestanden. Die Erklärung der Menschenrechte in der Französischen Revolution (1789) ist eine Kopie des Dokuments der vorangegengenen amerikanischen Revolution (1776):

Zitat:
„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit sind. Dass zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; dass sobald eine Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volkes ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu seyn dünket.
Zwar gebietet Klugheit, daß von langer Zeit her eingeführte Regierungen nicht um leichter und vergänglicher Ursachen willen verändert werden sollen; und demnach hat die Erfahrung von jeher gezeigt, daß Menschen, so lang das Uebel noch zu ertragen ist, lieber leiden und dulden wollen, als sich durch Umstoßung solcher Regierungsformen, zu denen sie gewöhnt sind, selbst Recht und Hülfe verschaffen. Wenn aber eine lange Reihe von Mißhandlungen und gewaltsamen Eingriffen auf einen und eben den Gegenstand unabläßig gerichtet, einen Anschlag an den Tag legt, sie unter unumschränkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht, ja ihre Pflicht, solche Regierung abzuwerfen, und sich für ihre künftige Sicherheit neue Gewähren zu verschaffen. “

Zwischen Frankreich und den USA gab es regen Austausch, denk an Marquis de La Fayette , der am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und an der französischen Revolution teilgenommen hatte.

John Adams, Thomas Jefferson und wie die alle hießen - das waren hochkarätige und in Kontakt mit den Gelehrten Europas stehende Kapazitäten. Nicht glauben, im Amerika hätten sie damals nur das Lasso geschwungen. Ganz im Gegenteil.

Nachtrag: Bedenke noch dass Amerika damals "Die neue Welt" war, im Unterschied zur verkommennen alten mit ihren Königen und Fürsten all diesen ranzigen Plunder. Und dass Amerikan der Ort war, wohin einige der wachsten europäischen Intellektuellen flohen, wenn ihnen der Boden daheim unter den Füssen zu heiß geworden war. Nach Amerika ging man anfangs aus Gründen religiöser oder oder politischer Verfolgung. Erst viel später aus materieller Not.
Alt 13. 04. 2008, 18:54 Neandertaler is offline #317
achi
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Ich finde, man kann sehr gut die 1. westliche Welt, deren Verfassungen auf dem Christentum beruhen, nämlich die der USA und GB, mit der nahöstlichen Welt vergleichen...

Dumm, dass die Briten gar keine Verfassung haben.

Zitat:
Wir müssen zuallererst die Trottel HIER bekämpfen, denen nix als Terror einfällt, wenn sie das Wort Islam hören.

Naja, sonderlich viel tolles erfährt man aber eben nicht aus der "islamischen Welt". Was gab's denn in den letzten 200-300 Jahren so bahnbrechendes zu verkünden?

MfG
achi.
Alt 13. 04. 2008, 21:39 achi is offline #318
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Dumm, dass die Briten gar keine Verfassung haben.

Da ist mir was ausgerutscht...die haben eben nicht die Art von Verfassung die wir kennen...http://www.bpb.de/themen/ZVRTAS,0,0,Verfassung.html

Zitat:
Was gab's denn in den letzten 200-300 Jahren so bahnbrechendes zu verkünden?

Tja, leider wurde der nahe Osten immer mehr die Peripherie des Westens
Alt 13. 04. 2008, 21:49 LordPiccolo is offline #319
achi
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Die britischen Gegebenheiten halte ich sogar für extrem interessant. Kein Gesetz hat den Status, dass es nicht vom Parlament zu ändern wäre. Ist ja bis dato ziemlich lang gutgegangen. Weiß aber nicht ob die Kontinentaleuropäer dies verkraften könnten.

Zitat:
Der zweite Weltkrieg war auch nicht ganz ohne, daran war der Islam nicht beteiligt.

So würde ich es aber auch nicht stehen lassen. Handschar oder Großmufti von Jerusalem sind nur zwei Schlagwörter. Ich denke schon, dass die islamischen Staaten hätten mitmischen wollen, nur waren sie in ihrer militärischen Kraft bedeutungslos und darüber hinaus auch nicht wirklich interessant.

Zitat:
Dass eine Aufklärung im Islam nicht unbedingt klappen wird, wenn man sie aufzwingt, ist genau so sicher, wie eine aufgezwungene Demokratie.

Hat in Deutschland ganz gut geklappt finde ich. Die Deutschen waren damals auch nicht gerade begeisterte Demokraten wenn man es mal vorsichtig formulieren möchte.

Darüberhinaus bräuchten die Muslime überhaupt erst mal einen Reformator mit Außenwirkung. Der ist m.E. nicht in Sicht, denn wer würde sich freiwillig zum Martin Luther des Islams bekennen. Ich würde ihm nicht sonderlich viel Überlebenschancen einräumen, wenn niederländische Regisseure schon in Gefahr leben gemeuchelt zu werden. Von im globalen Vergleich bedeutungslosen niederländischen Provinzpolitikern ganz zu schweigen.

Zitat:
So ein Schwachsinn. Das zeigt mal wieder, dass du dich von den Medien leiten lässt. Weil es im Iran verboten ist, heißt das doch noch lange nicht, dass es in "vielen islamischen Ländern" der Fall ist: In Marrokko stehen Kirchen, in Tunesien sogar mitten der berühmtesten Straße der Hauptstadt, in Ägypten ist die koptische Kirche auch nicht verfolgt. Im Libanon gibt es 30% Christen, in Palästina werden Christen auch nicht daran gehindert, ihre Kirchen zu betreten, Moslems müssen eine teilweise sehr peinliche Prozedur mitmachen, um die Al-Aqsa-Moschee betreten zu dürfen. In Syrien stellt melktische Kirche vielen Beamte der Regierung. Im Irak fühlen sich die Christen erst seit der Stürzung Saddam Husseyns nicht mehr wohl und in Indonesien leben auch viele Christen.

Ich könnte auch Saudi-Arabien nehmen oder den Jemen.

Zitat:
In welchen denn? Nenn mir mal welche außer dem Iran? Und da wüsste ich selbst kein bestimmtes Beispiel, im Iran werden nämlich sehr wohl andere Religionen tolleriert, z.B. die Zoroastrische Relgion, die sogar mehrere Götter anbetet.

Saudi-Arabien, Jemen, Brunei, Malaysia, Pakistan, Mauretanien, Teile von Nigeria, Somalia, Türkei oder den Sudan um mal ein wenig exotischer zu werden.

Ich habe jetzt bewußt die Länder weggelassen wo es nur verboten ist zu konvertieren.

Zitat:
Du würdest bei deinem Arzt mit einer Drüsenüberfunktion oder Darmkrebs ziemlich schlecht aussehen, wenn Ibn Sina und Al Farabie, beides Moslems, nicht die Vorarbeit geleistet haben.

Ist auch sehr löblich und ich danke Ibn Sina und Al Farabie für ihre bahnbrechenden Forschungen. Diese Herren lebten aber vor 1000 Jahren. Wir schreiben jetzt, wenn ich mich nicht ganz täusche, das Jahr 2008. Das der Islam eine Blütezeit hatte weiß ich selbst, bloß kann ich mir von derselben nicht sonderlich viel kaufen, jedenfalls im Moment nicht. Aber vielleicht kommt ja aus der Richtung noch was...

MfG
achi.
Alt 13. 04. 2008, 22:12 achi is offline #320
Neandertaler
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Zitat von achi 
Darüberhinaus bräuchten die Muslime überhaupt erst mal einen Reformator mit Außenwirkung. Der ist m.E. nicht in Sicht, denn wer würde sich freiwillig zum Martin Luther des Islams bekennen. Ich würde ihm nicht sonderlich viel Überlebenschancen einräumen
Du versetzt mich immer wieder in Erstaunen.

Nur deshalb, weil die Christen, vermittelt durch Luther, eine Spaltung vollzogen mit nachfolgenden Glaubenskriegen, denen fast die gesamte Bevölkerung Europas zum Opfer fiel, sollen die Moslems ein halbes Jahrtausend später den gleichen Fehler wiederholen? Also das ist doch wirklich boshaft! Ich fürchte, das wirst Du beichten müssen.

Und überhaupt ergreift Du für das Christentum auf eine Art Partei, die es noch seine letzten Freunde kosten wird. Deine Posts strahlen die Intransigenz der Hardliner unter den Päpsten aus. Wer soll da noch an christliche Milde und Barmherzigkeit glauben?
Alt 13. 04. 2008, 22:38 Neandertaler is offline #321
achi
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
Nur deshalb, weil die Christen, vermittelt durch Luther, eine Spaltung vollzogen mit nachfolgenden Glaubenskriegen, denen fast die gesamte Bevölkerung Europas zum Opfer fiel, sollen die Moslems ein halbes Jahrtausend später den gleichen Fehler wiederholen? Also das ist doch wirklich boshaft! Ich fürchte, das wirst Du beichten müssen.

Na wir wollen jetzt mal nicht maßlos übertreiben, oder? Fast die gesamte Bevölkerung Europas ist dem Dreißigjährigen Krieg beileibe nicht zum Opfer gefallen, wie auch, spielte er sich doch v.a. im Deutschen Reich ab, dort allerdings mit grausamen Folgen. Man geht von 3-4 Millionen deutschen Opfern aus, was bei einer Gesamtbevölkerung von 17 Millionen schon extrem war.

Darüber hinaus gilt der Dreißigjährige Krieg, denn auf den Bauernkrieg wirst du ja wohl kaum anspielen, nicht in seiner völligen Gänze als Krieg unter Religionen. Vielleicht zu Anfang, später ging es nur um Macht, da spielte es keine Rolle ob nun protestantisch oder katholisch.

Meines Erachtens überwiegen die positiven Folgen der Reformation bei Weitem und das nicht nur aus blinder Heimatverbundenheit.

Zitat:
Und überhaupt ergreift Du für das Christentum auf eine Art Partei, die es noch seine letzten Freunde kosten wird. Deine Posts strahlen die Intransigenz der Hardliner unter den Päpsten aus. Wer soll da noch an christliche Milde und Barmherzigkeit glauben?

Das Coole daran ist, dass ich noch nicht mal getauft bin. Vielleicht steckt da ein Plan eines Ungläubigen dahinter der die Gläubigen nun endgültig diskreditieren möchte. Wer weiß, wer weiß...

MfG
achi.
Alt 13. 04. 2008, 22:46 achi is offline #322
Al Capone
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Re: Der Islamthread - oder: Brauchen wir wieder einen Feind?

Zitat:
So würde ich es aber auch nicht stehen lassen. Handschar oder Großmufti von Jerusalem sind nur zwei Schlagwörter. Ich denke schon, dass die islamischen Staaten hätten mitmischen wollen, nur waren sie in ihrer militärischen Kraft bedeutungslos und darüber hinaus auch nicht wirklich interessant.

Die arabischen Länder Nordafrikas und des Nahes Ostens waren sogar äußerst interessant für Europa im Zweiten Weltkrieg. Ölreserven für die nicht gerade benzinsparenden Panzer und Zufluchtsorte z.B. für den französischen Widerstand sind nur als Beispiel zu nennen. Charles De Gaule lebte nach der Eroberung von Paris im Libanon, in Syrien und z.T. in Palästina im Exil und trainierte dort seine Truppen.

Der Krieg des Wüstenfuchs Rommel war auch, wen wunderts, in Nordafrika.
So uninteressant schien das arabische Maghreb und der Nahe Osten wohl nicht gewesen zu sein.

Der Großmufti von Jerusalem war eher ein Heuchler als ein wirklicher Kriegsmogul. Dass er sich an Hitler wendete, um die Flucht der Juden nach Palästina zu vermeiden, macht ihn noch lange nicht zum Warlord.

Zitat:
Hat in Deutschland ganz gut geklappt finde ich. Die Deutschen waren damals auch nicht gerade begeisterte Demokraten wenn man es mal vorsichtig formulieren möchte.

Da müssen wir jetzt mal trennen, ich weiß nämlich nicht genau