|
|
|
|
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2008
Beiträge: 20
|
Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
So, ich habe diesen Thead eröffnet, weil ich mit euch über Konzepte für eine gesicherte und nachhaltige Zukunft für unser Land sprechen möchte.
Denn bei solchen Konzepten bleiben viele Parteien (mit Einschränkungen auch meine, die SPD) die Antworten schuldig.
Ich denke, dass der demografische Wandel und alle damit verbundenen Probleme, wie Rente, Gesundheitskosten..., ohne jeden Zweifel die beherrschenden Themen der Wahlkämpfe der kommenden Jahre sein werden.
Kann die Lösung nur Beitragserhöhung bei gleichzeitiger Leistungssenkung sein?
Oder soll alles privatisiert werden, und jeder ist für sich und seine Familie selbst verantwortlich?
Das Eine kann nicht sein und das Andere darf nicht sein!
Wählt man Linke oder gelbe?
|
12. 04. 2008, 22:49
|
#1
|
|
Mitglied
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Apr 2008
Beiträge: 20
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Nein, soll es ausdrücklich nicht sein, aber aus Fairness/Offenheit, sollte man sowas nicht verheimlichen.
Ich persönlich finde einiges in der SPD sogar total danneben- und sag das auch!
Aber: Wie gesagt keine Werbung. Antworten - so es die gibt wären mir aber lieber als Kritik oder Vermutungen!
Also: Sapere aude
|
12. 04. 2008, 23:33
|
#2
|
|
All Along The Watchtower
Registrierungsdatum: Mar 2007
Beiträge: 202
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Ich lasse hier gleich mal eine sehr undifferenzierte und wenig ausgearbeitete, aber in ihrem Grundkonzept meiner Meinung nach richtige (Teil-)Antwort raus:
Viel könnte eingespart und erleichtert werden, wenn Westler auf (zu) hohen Lebensstandard und/oder Luxus verzichten würden.
Es wird so vieles gekauft, was nicht gebraucht wird. Viele Jahre hatten wir es zu leicht und haben daher den zweckgerichteten Einsatz von Geld verlernt. Natürlich muss man sich hin und wieder was gönnen, aber dauernd ein neues Handy, ne dicke Karre, selbst wenn eine andere umweltfreundlicher und effizienter wäre etc. sind nicht nötig.
Es gibt zwar viele, die mittlerweile Probleme haben, über die Runden zu kommen, aber viele könnten auch einfach durch einen weniger ausschweifenden Lebensstil weniger Probleme haben.
Wir geben relativ wenig und kriegen relativ viel heraus, zumindest bisher. In anderen Ländern wird viel mehr gearbeitet, für viel weniger Geld - zwar sicherlich nicht mit der selben Expertise in höheren, technischen Gebieten, aber das kommt noch. Warum kommt China momentan so massiv hoch? Das dortige Schüler- und Studentenleben ist der Horror, bei der Menge an Arbeit, die man hat, verglichen zu hier.
Jetzt was differenzierter, und zum Großen und Ganzen:
Globalisierung bedeutet auf die Dauer (auch), dass sich die großen Unterschiede zwischen West und Rest auspendeln werden - zuerst mit Asien. Vielleicht werden sie auch reicher als wir es sein werden. Irgendwann später kommt dann vielleicht auch Afrika dran. Jedenfalls, da das Geld hier ja "weggeht", kommt es auch irgendwo hin - da es gerade nach China kommt, liegt die Vermutung nahe, dass das Geld, was in China ankommt, zu nem großen Teil das ist, was hier weggeht.
Was die Agenda für Deutschlands Politik für die Zukunft angeht, ist natürlich eine große Diskrepanz zwischen dem, was getan werden muss, und wirklich getan wird. Die Parteien werden ihren aktuellen Kurs noch lange so weiterfahren - bis es zu Zuständen wie in Frankreich kommt (oder sogar bis darüber hinaus), was aber noch lange dauern kann. Noch leidet die Mittelschicht nicht genug, und wahre laute und saure Stimmen aus der Mittelschicht gibt es noch lange nicht genug. Irgendwie scheinen sich auch die Entwicklungen nicht in den Wahlergebnissen wiederzuspiegeln, was vollkommen erstaunlich ist - CDU- und SPD-Politik schlagen fehl, trotzdem werden sie gewählt. Würden die anderen Parteien mehr gewählt (selbst wenn sie nicht die perfekte Wahl wären!), würde mehr Kampf um die Wähler in den Parteien aufkommen (müssen), und es würde mehr im Interesse des Volkes gehandelt.
Das Problem mit zu niedrigen Löhnen ergibt sich zumindest teilweise wegen sehr geringen Geburtenraten und somit weniger Arbeitnehmern auf dem Markt. Kurzfristig bedeutet das außerdem, dass zu wenig in die Kassen einzahlen - langfristig muss aber auch nur noch eine geringere Rentengeneration von den Kassen bezahlt werden.
Das Anheben des Rentenalters halte ich grundsätzlich für richtig und notwendig. Würde unser Lebensstil nicht so sehr an unserer körperlichen und geistigen Fitness nagen (nach der Arbeit nach Hause kommen und vor Fernseher/Rechner knallen, statt Sport zu treiben), wäre das auch garantiert kein so großes Problem. Arbeiten sollte mit 67, vielleicht auch mit 70 noch möglich sein. Vielleicht nicht für diejenigen, die jetzt in Rente gehen - aber für spätere Generationen, deren Lebenserwartung noch weiter steigen wird, recht sicher.
Privatisierung ist sicherlicht keineswegs der richtige Weg. Strafverfolgung und Strafvollzug ausgelagert in private Unternehmen kann nicht gut gehen, da diese gewinnorientiert operieren. Diese könnten dann ihre wirtschaftlichen Interessen, sofern nicht genug vom Staat kontrolliert (was dieser aber auch kaum leisten kann), durch Einsparungen, die unter der Leitung des Staates nie passiert wären (weniger Essen? geringere hygienische Standards?), realisieren. Gesetzliche Kontrolle ist dann längst nicht mehr so gut möglich, und rechtliche Verfolgung bei Versäumnissen in der Führung auch nicht mehr so einfach. Ich möchte den Staat, als neutralen Vertreter des gesamten Volkes, als Strafvollzieher/Strafverfolger/whatever. Bildung, Gesundheitswesen ebenso; hier muss der Staat den Standard festlegen und einhalten.
Auf die Frage ob Gelb oder Links: Gelb sicherlich nicht, wegen der neoliberalen Einstellung. Die agieren nicht für die Mitte, nicht für das Volk, sondern für die Wirtschaft - ich würde ihnen sogar zutrauen, Auslagerung ins Ausland zu fördern, um hiesigen Firmen höhere Gewinne zu beschehren. Links ist zwar in der Theorie die Idelogie, die wir jetzt brauchen - aber ich halte sie für zu populistisch und noch nicht regierungsfähig (habe da persönliche Erfahrungen mit Vertretern von ihnen machen müssen, die mich sehr an der Partei haben zweifeln lassen).
Die Lösung für die Probleme der Globalisierung _könnten_ aber auch in der Globalisierung selbst liegen.
Wer hat sich denn bisher globalisiert? Nur die Unternehmen, und die schlagen ihren Gewinn daraus. Auslagerung und Dumpinglöhnen wird nicht entgegengesteuert - die Politik will und/oder kann es nicht.
Wer sich nicht globalisiert hat, das sind die einfachen Leute und Arbeitnehmer; die sind nicht global organisiert. Globale Gewerkschaften? Pustekuchen. Sie würden einen Großteil zur Lösung beitragen. Wenn Unternehmen nicht mehr ins billigere Ausland auslagern könnten, weil eine internationale Gewerkschaft da nicht mitmacht - diese könnte Löhne auf ähnlichem Niveau wie dort, wo die Firma herkommt, fordern. Es würde zwar auch ein Angleich des Lebensstandards und der Einkommen international stattfinden (d.h. Westen runter, Osten rauf), aber auf lange Sicht könnten wir Ausbeutung durch die Unternehmen damit bekämpfen.
Auch muss der kleine Mann wieder politischer werden - mehr Leute müssen sich wieder in ihren Gewerkschaften, sofern denn vorhanden, stark machen, auf Demos gehen, und so weiter. Nicht zu Hause faul auf den Hintern hochen und nix machen, aber sich immer beschweren - dann ändert sich nix bzw. es wird nur schlimmer.
In Quintessenz: weder Links, noch Gelb. Rot und Schwarz, so wie sie jetzt sind, sowieso nicht. Auch kann eine Änderung des Lebensstandard weg von zu viel Luxus viel helfen. Ganz wichtig ist aber die (Re-)Politisierung des kleinen Mannes und des gesamten Volks: nur so kann Druck auf die großen Parteien ausgeübt werden. Mehr Demonstrationen, mehr Streiks, damit auch die Wirtschaft was zu spüren kriegt.
Und, vielleicht, liegt, wie dargelegt, die Lösung für die Probleme der Globalisierung in einer Globalisierung der Arbeitnehmer.
|
12. 04. 2008, 23:52
|
#3
|
|
Mitglied
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Apr 2008
Beiträge: 20
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
Zitat von Hubris
Wer sich nicht globalisiert hat, das sind die einfachen Leute und Arbeitnehmer; die sind nicht global organisiert. Globale Gewerkschaften? Pustekuchen. [...]
Auch muss der kleine Mann wieder politischer werden - mehr Leute müssen sich wieder in ihren Gewerkschaften, sofern denn vorhanden, stark machen, auf Demos gehen, und so weiter. .
|
@Hubris:
Das sehe ich genauso, man muss organisiert sein, um seine Interessen durchzusetzen, Gewerkschaften sind für Arbeitnehmer gewiss das Mittel der Wahl. Soldarität ist allerdings über Landesgrenzen hinweg schwer einzufordern, besonders, wenn ein Teil der Arbeitnehmer (z.B. China) von freier Information abgeschrimt wird.
Wir, im entwickelten Westen, müssen also dafür sorgen, dass die Menschen überall auf der Welt Zugang zu freien Informationen bekommen.
Das ermöglicht erst Organisation, gewerkschaftlich, wie politisch!
Daher meine Forderung / Apell an die Politik/uns alle:
Helfen wir den Menschen überall auf der Welt zu (Informations)freiheit, denn auf lange Sicht helfen wir uns damit selber!
(Dafür sollte man auch die Olympiade nutzen)
Aber ich muss dir leider auch zustimmen, dass unser jetziger Lebensstil wohl mittelfristig nicht zu halten sein wird! (Ich sage nur 1l Benzin 1,47€!)
Lösung:
Konsumverzicht und informationelle Entwicklungshilfe?
Grüße
BB
|
13. 04. 2008, 00:11
|
#4
|
|
gulli's dead, ich bin weg
Registrierungsdatum: Oct 2006
Beiträge: 1.711
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Hubris hat da einen ziemlich interessanten Ansatz gebracht.
Die Frage heißt: Gelb oder Links? Oder doch irgendwo in der Mitte, wie es früher in der BRD war?
Ich denke, bei Beibehaltung des Status Quo wird die soziale Ungleichheit weiter steigen, alles wird gelb werden. Wir können aber auch beobachten, dass wachsende Armut zu (linker) Politisierung und übrigens auch mehr Religiösität führt. Das heißt, wenn die soziale Ungleichheit zu stark wird, kann es schon sein, dass wir die Linke oder gar ein sozialistisches System bekommen. Das schrieb schon Marx. Die Aufgabe liegt jetzt darin, diese Ungleichheit da zu stoppen, wo sie noch nicht revolutionskritisch werden kann. Damit sollen die Unternehmer in die Knie gezwungen werden - zur Not auch mit dem Schreckensbild des Kommunismus. Das Ganze wird sich übrigens auch immer wieder wiederholen, da lässt sich nichts machen.
Außerdem sollte man in Afrika und Asien eine Ein-Kind-Politik wie in China einführen, denn je mehr Menschen es gibt, desto mehr Wohlstand muss auf alle verteilt werden. Das tut der Erde und den Menschen selbst einfach nicht gut. Schönen Abend noch.
|
13. 04. 2008, 00:12
|
#5
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Oct 2006
Beiträge: 37
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Hi zusammen,
das habt ihr euch ja richtig Mühe gegeben
In vielen Dingen stimme ich meinen Vorpostern zu:
- Informationsfreiheit bzw. -mögllichkeiten schaffen
- Politisierung der trägen Massen
- ...
Aber: (War es Kant?) "Erst kommt das Fressen und dann die Moral."
- Man wird beispielsweise in der Ukraine keine Gewerkschaft finden, die sich mit unseren Gewerkschaften auf deren Niveau solidarisiert. In vielen Ländern der europäischen Peripherie wären die meisten Leute wohl froh nur halbwegs unserer Arbeitsbedingungen und -entlohnung zu bekommen.
- Weiterhin interessiert man sich auch nicht für Informationen und politisches Engagement, wenn man nicht weiß, wie man die Kinder den Rest des Monat füttert.
Für unsere nationalen Belange finde ich diese Vorschläge hingegen gut: Ich wünschte es gäbe mehr Menschen, die sich überlegten was sie warum wählen und wie sie dann auf ihre VertreterInnen in Bundes- oder Landtag Einfluss nehmen können.
Persönlich, und ich weiß, dass das sehr destruktiv klingt, warte ich seit Jahren - omg, klingt das alt - darauf, dass das System 'endlich' kollabiert; ohne zu wissen, welches System für uns besser wäre
|
13. 04. 2008, 00:45
|
#6
|
|
All Along The Watchtower
Registrierungsdatum: Mar 2007
Beiträge: 202
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
Zitat von Brillenbaer
Soldarität ist allerdings über Landesgrenzen hinweg schwer einzufordern, besonders, wenn ein Teil der Arbeitnehmer (z.B. China) von freier Information abgeschrimt wird.
|
Gar nicht so sehr, sobald alle realisiert haben, dass sie am selben Strang ziehen. Chinesische Arbeitnehmer könnten z.B. Löhne auf EU-Niveau einfordern (was sie aber nicht tun würden/sollten, da ihnen das die gesamte Wirtschaft kaputt machen würde - viel zu viel Geld bei zu geringen Preisen zerreißt den Markt; die Preise könnten gar nicht einheitlich den Löhnen angeglichen werden, und jeder, der nicht in einer Gewerkschaft organisiert ist, schaut vollends in die Röhre). Gleichzeitig könnten die europäischen Arbeitnehmer ein Senken der Löhne hier in Europa blockieren, durch Streiks vom Ausmaß derer des öffentlichen Dienstes oder größer (was bei internationalen Gewerkschaften oder gar Gewerkschaftsbünden möglich sein müsste). Dies würde bedeuten, dass die Umverteilung nicht nur im Kapitalpool der freien Wirtschaft geschehen kann - damit richtig gewirtschaftet werden kann, müssten plötzlich Managergehalte zurechtgeschnitten werden, Großaktionäre vielleicht sogar Finanzspritzen in die Kassen ihrer Konzerne geben, damit die Arbeiter bezahlt werden können - die Alternative wären noch höhere Verluste, als durch die Auszahlung von höheren Gehalten.
Das ist natürlich aus momentaner Sicht sehr utopisch - aber, sobald denn globale Gewerkschaften existieren, vielleicht sogar möglich, und vielleicht auch der einzige logische Schritt, um eine Umschaufelung von unten nach oben zu stoppen oder umzukehren.
Zitat:
|
Zitat von Brillenbaer
Wir, im entwickelten Westen, müssen also dafür sorgen, dass die Menschen überall auf der Welt Zugang zu freien Informationen bekommen.
|
Wie zu bewerkstelligen? Hier bräuchte man Unternehmen für, die wiederum gewinnorientiert operieren - Yahoo und Google lassen sich ja auch von der chinesischen Regierung kontrollieren. Hier aber auch ein Ansatz: Mehr Tor/JAP/Picidae-Server, damit chinesische User auch auf "ungefilterte" (-> unsere) Informationsquellen zugreifen können.
Zitat:
|
Zitat von Brillenbaer
(Dafür sollte man auch die Olympiade nutzen)
|
Nicht lieber boykottieren? China führt einen Angriffskrieg mit Invasion und Besatzung in Tibet, und trotzdem nimmt das IOC China nicht die Olympiade weg? Sehr lustig. So viel zum olympischen Gedanken.
Zitat:
|
Zitat von Brillenbaer
Konsumverzicht und informationelle Entwicklungshilfe?
|
Die Organisation in internationalen Gewerkschaften halte ich glatteweg für wichtiger. Vielleicht müssen wir dann auf die Dauer noch nicht mal großartig auf Konsum verzichten. Allerdings haben wir dann mit den Gewerkschaften ein Machtorgan und eine Kontrollinstanz für die Wirtschaft, von den Arbeitnehmern gesteuert. Mit ihr können wir auch andere Sachen erzwingen, wie z.B. freie Informationen. Außerdem begünstigt eine internationale Gewerkschaft von ihr ausgehende weitere Organisation in anderen Gruppierungen und kann als internationales Forum/Plattform dienen.
Zitat:
|
Zitat von Tequila_Sunrise
Die Frage heißt: Gelb oder Links? Oder doch irgendwo in der Mitte, wie es früher in der BRD war?
|
Stellt sich die Frage wirklich?
Viel wichtiger ist doch, dass der kleine Mann die Parteien unter Druck setzt. Diese werden weiterhin einigermaßen ihre Ideologien weiterverfolgen, aber mehr auf die Bedürfnisse des Volks eingehen müssen, wenn Fehltritte und Fehlpolitik seitens der Parteien wirklich mit Verlust von Wählerstimmen verbunden ist.
Wichtig ist auch eine regierungsfähige Linke, an die die Stimmen verloren gehen können.
Zitat:
|
Zitat von Tequila_Sunrise
Ich denke, bei Beibehaltung des Status Quo wird die soziale Ungleichheit weiter steigen, alles wird gelb werden. Wir können aber auch beobachten, dass wachsende Armut zu (linker) Politisierung und übrigens auch mehr Religiösität führt. Das heißt, wenn die soziale Ungleichheit zu stark wird, kann es schon sein, dass wir die Linke oder gar ein sozialistisches System bekommen. Das schrieb schon Marx. Die Aufgabe liegt jetzt darin, diese Ungleichheit da zu stoppen, wo sie noch nicht revolutionskritisch werden kann. Damit sollen die Unternehmer in die Knie gezwungen werden - zur Not auch mit dem Schreckensbild des Kommunismus.
|
Nicht nur gibts eine stärkere Linke und mehr Religiösität, sondern auch eine viel stärkere Rechte - und umso schlimmer es wird, desto rechter wird die davon betroffene Bevölkerung (siehe große Teile in Ostdeutschland).
Ein sozialistisches System halte ich, nebenbei, für mittlerweile nicht mehr möglich. Das System wäre vollkommen inkompatibel mit dem Rest der Welt. So abhängig wie wir in fertigen Produkten und Rohmaterialien per Import sind, könnten wir gar nicht von unserem aktuellen System runter. Die Umstellung wäre kaum vollziehbar, und das Volk würde das gar nicht mitmachen - der Widerstand von denen, die mehr als das haben, was ihnen ein sozialistisches System bieten würde, wäre da zu groß; vor allem wären es auch die Mächtigeren und finanziell besser gestellten (und somit ebenfalls Mächtigen), die da gegensteuern würden.
Wieder in Kürze: globale Gewerkschaften hätten das Problem, dass die eine Seite den Lohn der anderen, reicheren Seite einfordern könnte, gar nicht, da es der ärmeren Seite die Wirtschaft zerpflücken würde; der Angleich müsste langsam geschehen, und somit ziehen dann doch alle an einem Strang.
Auch stellt sich die Frage, welche Parteien gewählt werden sollten, nicht wirklich. Jeder wählt weiterhin die, die ihn am besten vertritt, zumindest von den Grundsätzen her. Da haben wir ja auch das meiste vertreten.
ABER: dass diese Grundsätze wieder richtig zum tragen kommen, dafür müssen wir selbst sorgen, sonst wird das nix. Die Parteien müssen Konsequenzen von Fehlverhalten spüren, in Form von Verlust von Wählerstimmen. So können wir volksnäheres Handeln erzwingen, und, zur Not, auch neue Paradigmen.
Zitat:
|
Zitat von khadgar2006
Persönlich, und ich weiß, dass das sehr destruktiv klingt, warte ich seit Jahren - omg, klingt das alt - darauf, dass das System 'endlich' kollabiert; ohne zu wissen, welches System für uns besser wäre
|
Habe ich bis vor kurzem auch gedacht. Aber nach den Überlegungen mit den internationalen Gewerkschaften bin ich mir da gar nicht mal mehr so sicher - die Kräfteverteilung muss nur anders sein in diesem System, wie wir es haben, sodass der Arbeitnehmer/kleine Mann wieder mehr Macht ausüben kann, statt sich von Poltik und Wirtschaft rumschubsen zu lassen.
Das System wird so schnell nicht kollabieren, da wir jetzt eine Wirtschaft dahinter stehen haben, die es mit solch einer Stärke noch nie gab: a) China wird stärker als es die USA je waren, b) die globalisierte, vereinte Weltwirtschaft. Beide sind auf das aktuelle System angewiesen, und deswegen wird dieses auch so schnell nicht kollabieren.
Und, wie gesagt, für Änderung in Deutschland muss ich das Volk wieder politisieren. Aber dafür sind sich ja viele zu gemütlich.
|
13. 04. 2008, 01:11
|
#7
|
|
Einmal Löwe immer Löwe
Registrierungsdatum: Apr 2007
Ort: Freiburg
Beiträge: 583
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
Gelb sicherlich nicht, wegen der neoliberalen Einstellung. Die agieren nicht für die Mitte, nicht für das Volk, sondern für die Wirtschaft - ich würde ihnen sogar zutrauen, Auslagerung ins Ausland zu fördern, um hiesigen Firmen höhere Gewinne zu beschehren
|
Ich bin gelber und kann dich beruhigen. Deine Angst und Vorbehalte entsprechen nicht der Wahrheit. Du wiederholst nur Vorurteile, die wenn du dich mehr mit gelb beschäftigen würdest schnell ausgeräumt werden würden.
( Deinen weiteren Analysen kann ich aber nur beipflichten)
Zitat:
|
Außerdem sollte man in Afrika und Asien eine Ein-Kind-Politik wie in China einführen, denn je mehr Menschen es gibt, desto mehr Wohlstand muss auf alle verteilt werden.
|
Stimmt.
Aber 1-Kind Politik funktioniert nur in China so gut, weil die Zustände dort sind wie sie eben sind.
Der indische Präsident wurde einmal gefragt, warum er nicht die 1Kind Politiks Chinas umsetzen könne.
Er antwortet weil wir eine Demokratie sind und Menschenrechte ernst nehmen.
1 Kind Politik geht nur mit einem knüppelharten Staat und dies kann keine Demokratie leisten. Ich wüßte nicht wie.
Zitat:
|
Nicht lieber boykottieren? China führt einen Angriffskrieg mit Invasion und Besatzung in Tibet, und trotzdem nimmt das IOC China nicht die Olympiade weg? Sehr lustig. So viel zum olympischen Gedanken.
|
Warum will man Olympia politisieren. Es gibt genug andere Mittel. Aber der Rücken der Sportler ist am einfachsten. ICh weiß. Betrifft keinen von uns und man fühlt sich super.
In Amerika gibt es die Todesstrafe. Boykott?? Nein.
Was ist mit Russland. Boykott?? Nein.
Tibet war noch nie frei von China. Und es geht denn Tibetern dank den Chinese bedeutend besser. Dies ist fakt.
Auch redet man vom mündigen Athleten, der doch bitte seinen Protest in die Sportstätten tragen soll. Ich bin strikt dagegen.
Olympia muss entpolitisiert bleiben.
Stellt euch doch vor zu was dann Olympia verkommt.
Zu einem politischen Schauspiel.
Ihr denkt sicher Protest für Tibet wäre super.
Aber
Die Serben zeigen, dass Montenegro zu Serbien gehört
BAsken fordern die Unabhängigkeit von Spanien
Kurden fordern ein Kurdistan
usw.
So aber nun zum Thema
Wählt man Linke oder gelbe?
Ich kann nur jedem empfehlen gelb zu wählen. Dies ist das Beste für uns.
Hier ist meine Begründung ( Ich könnte Bücher füllen. Will mich aber auf ein paar Punkte beschränken.)
Der Staat erhebt zu hohe Steuern und verteilt die Steuerlast falsch.
Unser Steuerrecht bevorzugt die Besserverdiener. Dies kann nicht sein und muss geändert werden.
Desweiteren ist der Staat zu sorglos mit den Steuereinnahmen und gibt sie sinnlos aus. Das Sparpozenzial im Haushalt ist riesig. Aber anstaat zu sparen will jeder Minister mehr. Ihr seht ja wie Steinbrück sich gegen alle Seiten wehren muss.
Unsere ganzen Versicherungssysteme müssen überarbeitet werden. Sie machen die Arbeit unverhältnismäßig teuer und sind für die Beitragszahler in 90 % der Fälle eine Verlustgeschäft.
Daher.
Arbeitslosenversicherung abschaffen
Hartz 4 für alle. Egal was der Geldbeutel sagt. Es kann meiner Meinung nicht sein, dass jemand erst sein Tafelsilber veräußern muss bevor er Hartz 4 beziehen kann.
Nahc dem Motto du musst erst zum Sozialfall werden damit du Anspruch darauf hast.
Rentensystem a la Schweiz.
Alle Arbeitnehmer zahlen ein. Keine Beitragsbemessungsgrenze. Dies soll die Grundrente für alle sicher stellen.
Wer mehr will muss dies privat oder betrieblich regeln.
Gesundheit und Pflege muss auch stärker über Steuern finanziert werden.
Denn die Abgaben sind es, die Arbeit teuerer machen als in anderen, vergleichbaren Ländern. Nur in UNgarn und Belgien bleibt den Menschen weniger nach Steuern und Abgaben und dies sollte nciht sein.
Der Staat soll sich auf die Kernkompetenzen besinnen,
Bildung, Infrastruktur, Verteidigung, soziale Grundsicherung und Versorgung mit notwendigen Gütern wie Medizin Wasser usw. und nicht wie ein Krebsgeschwür alles und jeden MIst für uns Regeln wollen.
Wir hatten einen Sozialstaat aber nun haben wir ein krebsgeschwürrartigen Wohlfahrtstaat, der wächst und wächst und uns das Geld aus den Taschen saugt und es uns geht dabei immer schlechter und wir gar nicht wissen wofür wir soviel zahlen.
daher
gelb statt Links
Weniger ist mehr statt Mehr ist besser
mündiger Bürger statt verhätscheltes Baby
Effizienz statt Bürokratie
Antreiben staat verweilen
Soziale Marktwirtschaft staat sozialistische Planwirtschaft
fördern statt fordern
weniger Steuerlast statt 80 Milliarden Deckungslücke
usw.
Ihr habt die Wahl.
Ich habe sie getroffen.
Wir wollen größer werden.
Ihr auch?
|
13. 04. 2008, 03:33
|
#8
|
|
WebHustler
Registrierungsdatum: Mar 2007
Ort: Prenz'l Berg, Berlin
Beiträge: 428
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Niemals die FDP, aber das brauch ich hier wohl niemanden erklären. Neoliberal hat eh keine Chance 2009 irgendwas zu reißen, die FDP ist der Steigbügelhalter für Merkel und Co.
|
13. 04. 2008, 07:32
|
#9
|
|
Mitglied
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Apr 2008
Beiträge: 20
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
Zitat von igita
Warum will man Olympia politisieren. Es gibt genug andere Mittel. Aber der Rücken der Sportler ist am einfachsten. Ich weiß. Betrifft keinen von uns und man fühlt sich super.
|
Da hast du leider recht, ich finde es auch unfair, von den Sportlern, die sich z.T. Jahrelang auf die Spiele vorbereitet haben, einzufordern, diese aus politischen Gründe zu boykottieren, während die Politik fleißig Chinas Politikerelite empfängt und neue Abkommen aushandelt.
Liebe Angie, einmal den Dalai-Lama einzuladen ist nicht genug!
Es müssen Taten folgen, wie der Boykott chinesischer Waren und auch keine andere Geschäfte mit den Steinzeitkommunisten in Fernost - aber kauft die Waren dann nicht ein anderer? Macht die Geschäfte dann nicht eine andere Nation?
Damit wären wir wieder bei einem grundlegenden Problem:
internationale Solidarität!
Zitat:
|
Zitat von igita
Tibet war noch nie frei von China. Und es geht denn Tibetern dank den Chinese bedeutend besser. Dies ist Fakt.
|
Bin mir aber nicht so sicher, ob die Tibeter das auch so sehen! Materiell vielleicht, aber wer kann sagen, was aus Tibet ohne China geworden wäre? Darüber hinaus geht es heute doch fast allen Völkern besser als vor 50 Jahren, dieses Argument würde ich daher nicht gelten lassen!
Zitat:
|
Zitat von igita
Ihr denkt sicher Protest für Tibet wäre super.
|
Da bin ich mir sogar sicher!
Zitat:
|
Zitat von igita
Ich kann nur jedem empfehlen gelb zu wählen. Dies ist das Beste für uns.
|
Hier bin ich mir schon deutlich weniger sicher!
Zitat:
|
Zitat von igita
Arbeitslosenversicherung abschaffen
Hartz 4 für alle. Egal was der Geldbeutel sagt. Es kann meiner Meinung nicht sein, dass jemand erst sein Tafelsilber veräußern muss bevor er Hartz 4 beziehen kann.
Nach dem Motto du musst erst zum Sozialfall werden damit du Anspruch darauf hast.
|
Also ich habe ein Problem damit jemanden zu sagen, der 35 Jahre lang Steuern gezahlt hat und damit für Bildung, Infrastruktur und Tornados am Hindukusch gesorgt hat zu sagen:" So mein Lieber, du hast gestern deinen Job verloren, also leb`ab heute mit 345€ im Monat!"
Da finde ich eine Arbeitslosenversicherung (durch Beiträge finanziert) sehr sinnvoll, denn 67,5% von letzten Lohn sind doch deutlich mehr als Hartz IV!
Was das "Tafelsilber" betrifft:
Da hat jemand noch einiges auf der hohen Kante, spart das aber weiterhin und will von mir, dass ich mit meinen Steuern seinen Lebensunterhalt finanziere - ohne dass er in Not ist? - Also hier kommt aber meine liberale Seite durch: Wenn jemand nichts mehr hat, muss man helfen, aber erstmal mit eigenen Mitteln kämpfen!
Zitat:
|
Zitat von hubris
Yahoo und Google lassen sich ja auch von der chinesischen Regierung kontrollieren.
|
Eine echte Schande! Aber hier bietet sich für uns fleißige  Internetnutzer ein wirklicher Ansatzpunkt, zumindest Yahoo hat von den Usern schon deutlich den Kopf gewaschen bekommen - hat zwar nicht viel genüzt, aber andere (kleinere) Anbieter werden in Zukunft wohl eher die Finger von solchen Aktionen/Verbrüderungen lassen!
Bärige Grüße
BB
|
13. 04. 2008, 08:17
|
#10
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2007
Beiträge: 3.308
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
Dies ist das Beste für uns.
|
Wie willst du eigentlich den kleinen Leuten erklären, dass die FDP angeblich das Beste für sie ist, obwohl sie unter der FDP Politik größtenteils leiden?
|
13. 04. 2008, 08:49
|
#11
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2007
Beiträge: 209
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
Zitat von Brillenbaer
Also ich habe ein Problem damit jemanden zu sagen, der 35 Jahre lang Steuern gezahlt hat und damit für Bildung, Infrastruktur und Tornados am Hindukusch gesorgt hat zu sagen:" So mein Lieber, du hast gestern deinen Job verloren, also leb`ab heute mit 345€ im Monat!"
|
Deine gezahlten Steuern haben mit der Arbeitslosenversicherung nix zu tun. Sie ist exklusiv von den Beitragszahlern für die Beitragszahler. Ob man für so eine stinknormale Versicherung den Staat braucht, ist durchaus fraglich. Gegen Arbeitslosigkeit oder gar Berufsunfähigkeit kannst Du Dich auch privat versichern, eventuell sogar günstiger und unbürokratischer.
Zitat:
|
Zitat von Brillenbaer
Da finde ich eine Arbeitslosenversicherung (durch Beiträge finanziert) sehr sinnvoll, denn 67,5% von letzten Lohn sind doch deutlich mehr als Hartz IV!
|
Kommt ganz auf Deinen letzten Lohn an und ob Du zu den Glücklichen gehörst, die jahrelang eine sozialversicherungspflichtige Festanstellung hatten. Der traurige Trend geht aber nun mal leider zu 400€-Jobbern, (Schein)Selbstständigen, Kurzzeit-Job-Hoppern, freien Mitarbeitern, Praktikanten,... Diese Leute haben von der Arebeitslosenversicherung NICHTS. Und wer immer wieder mal kurz angestellt ist, der zahlt dabei artig seine Beiträge, ohne selbst Versicherungsschutz zu genießen.
Zitat:
|
Zitat von Brillenbaer
Was das "Tafelsilber" betrifft:
Da hat jemand noch einiges auf der hohen Kante, spart das aber weiterhin und will von mir, dass ich mit meinen Steuern seinen Lebensunterhalt finanziere - ohne dass er in Not ist? - Also hier kommt aber meine liberale Seite durch: Wenn jemand nichts mehr hat, muss man helfen, aber erstmal mit eigenen Mitteln kämpfen!
|
Einiges auf der hohen Kante? Kuck Dir mal die Bestimmungen von ALG II an! Wer sein ALG II bewilligt bekommt, steht kurz vor der Privatinsolvenz! Noch einmal: Du musst in Betracht ziehen, dass die wirklich sozial Schwachen heute nicht mehr die Vollzeit-Festanstellungs-Arbeiter sind. Wer einen brüchigen Erwerbsleben-Verlauf hat, der ist auf sein Erspartes (erspart zu Zeiten, wos gerade besser läuft) dringend angewiesen. Er braucht es für Altersversorge etc. Hatz 4 sieht aber leider nur den "richtigen" Arbeitslosen vor. Sei entweder richtig unten (und bleibe dort) oder sei richtig erfolgreich! Was igita zurecht vermisst, ist die Möglichkeit, sich von der Solidargemeinschaft vorübergehend unter die Arme greifen zu lassen. Und zwar ohne, dass man dafür vor dem ARGE-Sachbearbeiter die Hosen runterlassen muss.
Back to topic:
Womit wir bei einem interessanten Stichwort und einer Überleitung on topic wären: Dem sogenannten "Bürgergeld" oder "bedingungslosen Grundeinkommen". Der große Charme solcher Konzepte liegt imo gerade darin, dass sie das alte Grabenkampf-Gesülze "neoliberal" vs. pseudo-"links" sprengen. Meine These: Wer heute noch nach "rot oder gelb" fragt, der fragt nach den politischen Konfliktlinien und Konzepten" des vorletzten Jahrhunderts.
Ideologisch hängen alle Parteien (und das GG) irgendeiner Spielart des Liberalismus an. Die Frage ist nur: Welcher Liberalismus? Bezieht er sich nur auf die Eigenverantwortung und eine angeblich natürliche Freiheit (das ist vermutlich mit dem Unwort "Neoliberalismus" gemeint)? Oder präferieren wir einen moderneren Liberalismus, der sich den materiellen Vorbedingungen für Freiheit widmet? Letzterer ist die Grundlage von "Bürgergeld"-Konzepten.
Die große Krise der Parteien sehe ich nur bei den beiden großen Volksparteien:Sie haben 50 Jahre lang jede sozialpolitische Weichenstellung umschifft, indem sie einfach das ganze Volk mit auf Pump finanzierten Wahlgeschenken eingedeckt haben. Ein eigenständiges ideologisches Profil ging dabei verloren, sie wurden reine Klientel-Parteien. Jetzt, wo die Kohle verbraten ist, stehen sie fassungslos vor ihrer eigenen iedologischen Sprachlosigkeit und sehen zu, wie eine dritte große Volkspartei namens "die Linke" all diejenigen einsammelt, deren Stimme sie als Regierungs-Volkspartei nicht mehr bezahlen können.
Zusammenfassung in einem Satz:
Nicht die Parteien sind in der Krise, sondern das Konzept der Allerweltspartei
|
13. 04. 2008, 10:27
|
#12
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Jun 2006
Beiträge: 802
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
Zitat von Hubris
Ich lasse hier gleich mal eine sehr undifferenzierte und wenig ausgearbeitete, aber in ihrem Grundkonzept meiner Meinung nach richtige (Teil-)Antwort raus:
Viel könnte eingespart und erleichtert werden, wenn Westler auf (zu) hohen Lebensstandard und/oder Luxus verzichten würden.
Es wird so vieles gekauft, was nicht gebraucht wird. Viele Jahre hatten wir es zu leicht und haben daher den zweckgerichteten Einsatz von Geld verlernt. Natürlich muss man sich hin und wieder was gönnen, aber dauernd ein neues Handy, ne dicke Karre, selbst wenn eine andere umweltfreundlicher und effizienter wäre etc. sind nicht nötig.
...
|
Leider hat gleich der zweite Satz den ersten bestätigt und im nächsten Absatz gehts in der selben Machart weiter.
Das Klischee, dass der böse Westen an allem Schuld ist, hält sich jetzt seit fast 20 Jahren recht hartnäckig, aber wer ist in Karawanen mit seinen qualmenden Trabbis wohin gefahren? Wessen Alu-Chips wurden großzügigst in richtiges Geld eingetauscht und wer hat sich,besonders in den ersten Jahren nach der Wende, besonders darin hervorgetan, seinen vermeintlichen Nachholbedarf zu befriedigen anstatt für die Zukunft vorzusorgen? Ich habe die Veränderungen im Lauf der Jahre in den Ostgemeinden Mitbekommen, wo meine 'Ostverwandtschaft' sitzt, und von der ist, bis auf einen, keiner der Meinung, dass nur der böse Westen schuld sei, und der eine, der anderer Meinung ist, ist ausgerechnet ein Luxusrentner, der sich besch*****en fühlt, weil seine Rente im Osten geringer ausfällt, als wenn er im Westen wohnen würde...
|
13. 04. 2008, 11:16
|
#13
|
|
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
Zitat von khadgar2006
...
Aber: (War es Kant?) "Erst kommt das Fressen und dann die Moral."
|
Brecht - Die Dreigroschenoper
Ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland? Mehr hochbezahlte Steuerfahnder!
Sagen wir 250 für den Anfang. Und da geht es nicht nur um die Steuern, sondern vielmehr um Offenlegung der Geldströme. Ein Umstand welcher in Anbetracht der Spendenaffären der Vergangenheit, schon Düsteres erahnen lässt und die Krise der Parteien erst einmal nur verschärfen würde. Vielleicht könnte es aber auch helfen, den ein oder anderen Politiker - und damit auch den Staat als solchen - wieder ernst zu nehmen.
Ansonsten habe ich keine Lust mehr, mich in weiteren Scheindiskussionen über die Zukunft meiner Heimat aufzureiben. Die Karre lässt sich nicht mehr wie im Nachkriegsdeutschland (und das soll jetzt nicht die Leistung einer ganzen Generation mindern), mit reiner Arbeitswut und Konsumzwang aus dem Dreck ziehen. Wir sind längst am Ende der Wachstumsspirale und bräuchten eigentlich jetzt schon dringend einen neuen Planeten.
Weshalb sollte ich also dabei behilflich sein, die Karre blindwütig im Dreck hin und her zu bewegen? Um sie noch tiefer rein zu fahren? Bestimmt nicht!
|
13. 04. 2008, 11:19
|
#14
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Jun 2007
Beiträge: 179
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Vorneweg,ich hab noch kein komplettes Konzept.
Aber:
Zitat:
|
Ich denke, dass der demografische Wandel und alle damit verbundenen Probleme, wie Rente, Gesundheitskosten..., ohne jeden Zweifel die beherrschenden Themen der Wahlkämpfe der kommenden Jahre sein werden.
|
Schon bei der Erfindung der Rentenformel,Gesundheitssytems wußte man,dass es nicht zukunftsträchtig ist.Es basiert nämlich auf Vollbeschäftigung.Und die kann es niemals geben.Zumindest nicht zu dem bestehenden den sozialen Standard in unserem Sytem.Das es nach dem Krieg für wenige Jahre fast erreicht wurde,hängt ganz einfach damit zusammen,dass alles zerbombt wurde.Das Rentensytem z.b. musste so gemacht,weil sonst die damals aktuelle Rentergeneration schlicht nix bekommen hätte.Diese Fakten sind seit Jahrzehnten bekannt.
Aber die machtgeilen Politiker verschweigen das natürlich lieber.
Eine guter Ansatz zu einem zukunftssicheren und auch tauglichen Modell sehe ich in dem Bürgergeld.Da bin ich sogar mal mit Igita auf einer Linie.Allerdings gibts da ja auch einige Versionen von.
Finde das wäre der Punkt zum Ansetzen.
Nochmals,Vollbeschäftigung und das Verhältnis zur Arbeit muss sich in einer Informationsgesellschaft zwangsläufig ändern.
Nicht ohne Grund gibts bei Star Trek auch kein Geld mehr.
|
13. 04. 2008, 11:33
|
#15
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2007
Beiträge: 3.308
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Die Frage, die man sich bei der Entscheidung für eine Partei als sozial schwacher stellt ist wie bei allen anderen Gruppen auch einfach: Was bringt die Partei mir?
Und da kann man bei Cdu und FDP nur sehen:
Einen niedrigeren Lohn, private Altersvorsorge, weniger Unterstützung vom Staat und so weiter.
Mit anderen Worten: Nix!
|
13. 04. 2008, 11:45
|
#16
|
|
Der dunkle Prinz
Registrierungsdatum: Sep 2003
Ort: Bremen
Beiträge: 2.624
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
Zitat von Habek
Und da kann man bei Cdu und FDP nur sehen:
|
Die Chance auf einen vernünftigen Arbeitsplatz, die Möglichkeit guter Bildung & niedrigere Abgaben/Steuern sollte man nicht vergessen.
Spam entfernt.
|
13. 04. 2008, 11:49
|
#17
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Jun 2007
Beiträge: 179
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
Zitat:
|
die Möglichkeit guter Bildung & niedrigere Abgaben/Steuern sollte man nicht vergessen.
|
Mit Studiengebühren?
|
13. 04. 2008, 11:51
|
#18
|
|
Der dunkle Prinz
Registrierungsdatum: Sep 2003
Ort: Bremen
Beiträge: 2.624
|
Re: Parteien in der Krise- Wie sieht ein zukunftsfähiges Konzept für Deutschland aus?
| |