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Schattenspieler
Erziehungsberechtigter
 
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Registrierungsdatum: Jul 2006
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Re: ARD und ZDF wehren sich gegen 7-Tage-Internet

Zitat:
Zitat von ENRIC0 
meine nicht immer ganz einfach nachzuvollziehende argumentation
Absolute Zustimmung!

Das geht schon am Anfang los: Daß das ZDF der "Arbeitgeber der meisten Abgeordneten" ist, liegt vermutlich am Wesen des Fernsehrates, in dem 77 Mitglieder "die im Bundestag vertretenen politische[n] Parteien (außer der Linken) und weitere gesellschaftliche Gruppen vertreten". DAS Argument war also nur scheinbar gut. Und was die Abgeordneten mit dem Machtausbau der ÖR im netz zu tun haben, wird mir aus deiner "Argumentation" auch nicht deutlich.

Wenn du schon behauptest, meine Meinung wäre fremdgesteuert und von mir nur noch mittelbar beeinflusst, solltest du dafür auch Beispiele bringen. Sonst kann man kaum von einer Argumentation sprechen. Und wo ich eine "beqemlichkeismeinung" vertrete oder kundtue, sehe ich auch nicht. Beispiele, bitte!

Deine Annahmen über meine Fernsehgewohnheiten sind – wie unerwartet – unzutreffend und unsachlich. Weder tendiere ich zu DSDS und dergleichen noch per se zu semiwissenschaftlicher Kost, wobei die Privaten mit ihrem eher unausgewogenen und zumindest durch häufige Verwendung wertender Begriffe anstelle von sachlichen Ausdrücken schon eine vorgefertigte Meinung vermittelnden Doku- und Reportagestil im Vergleich wesentlich semiwissenschaftlicher sind als die ÖR. Davon ab meiden sie für irgendwelche "Tests" gerne statistisch aussagelieferungsfähige Anzahlen von Testobjekten, wodurch der Anspruch "das Fernsehen hat immer Recht" nur untermauert wird und die Bildung einer eigenen, differenzierten Meinung zumindest erschwert.

Und was du unter Grundversorgung verstehst und was der Gesetzgeber, liegt anscheinend nicht sehr nahe beieinander. Außerdem ist Grundversorgung nur ein Mittel, es gibt noch keine Auskunft über die Inhalte. Bildung etwa ist ein Grundrecht und um die politische Entscheidungsfähigkeit zu erhalten, ist ein ausreichender Informationsfluß ebenso entscheidend. Sowas muss z.B. in der Grundversorgung berücksichtigt werden.

Ich bewege mich im übrigen immernoch in einem Medium namens Luft - ich bin nicht im Medium Internet. Das wäre wohl relativ kompliziert zu bewerkstelligen. Ich kommuniziere nur über dieses. Eine "herschende[n] klasse der gleichgeschalteten unfreien medien" kann ich weder hier noch da in den ÖR erkennen. Gleichgeschaltet und meinungsbetreffend unfrei trifft auf die meisten Privaten wesentlich eher zu als auf die ÖR. Wenn ich da bestimmte Formate und Sendungen vergleiche, gibt es nur wenige innerhalb eines Senders oder einer Sendergruppe, die verschiedene Meinungen verterten. Bei den ÖR könnte der Anteil alledings auch wesentlich höher ausfallen, das kann man nicht abstreiten.

Zitat:
welche nun mal durch staatliche rechtsordnung vom bürger bezahlt wird,
somit der geldempfänger vom gesetz bezahlt wird, ergo somit von staat = staatsfernsehen.
Und damit möchtesat du uns was mitteilen? (Das Gesetz bezahlt auch niemanden, denn das kann es wesensbedingt nicht: Es ist nur Text, Verhaltensregeln.)

Es scheint dir auch fern zu liegen, von deiner falschen Enteignungsdefinition abzurücken. Leistungen werden vergütet oder haben zumindest den Anspruch. Beim Fernsehen geschieht das über Geld. möchtest du etwa eine staatl. Fernsehgrundversorgung realisieren, die ohne Geldmittel auskommt? Das hieße tausende ehrenamtlicher Mitarbeiter, die ihren Lebensunterhalt anders sichern müssten. Wenn du das geregelt bekommst, kriegst du sicher nen Orden. ^^
Aber für die "tägliche dosis ablenkung von der wirklichkeit" liefern auch schon die privaten in ausreichendstem Maße - dafür brauchen wir die ÖR nicht.
Du könntest dich auch mal entscheiden: mal sind es Enteignete und mal Berieselte. Je nachdem, wie du deine Meinung und deine Person gerade darstellen oder verstanden wissen möchtest, benutzt du verschiedene Begriffe mit eindeutig verschiedener Konnotation. Und warum siehst du dich nicht auch als Enteigneten sondern als Zahler, bei dem alles seine Richtigkeit hat. Wo ist denn da der rote Faden?

"INDOKTRINIERTE meinung(en)" werden, wenn schon, dann sicher nicht nur oder hauptsächlich durch die ÖR fabriziert. Wenn du die Privaten da ausklammerst, disqualifizierst du dich erneut selbst.

Zitat:
nein das grösste problem ist die monopolwirtschaft der medien inklusive ÖR,
woraus natürlich folgt, das wirkliche freie presse in konkurenz zu ÖR steht,
die "du/wir alle" wiederum durch lobby enteignungspolitisch selbst finanzieren (per gesetz! und vom grossteil der enteigneten ungewollt).
Also erst einmal geschehen Enteignungen definitionsbedingt nicht im Willen der Enteigneten - das wär ja was lustiges. Das wäre ja sonst wie Vergewaltigung mit Zustimmung.
Du wiederholst deine Phrasen an mehreren Stellen, stellst Zusammenhänge als selbstverständlich und offensichtlich (siehe natürlich) hin, die aus deiner Argumentation leider gar nicht als solche erkennbar werden, wodurch du dich selbst unglaubwürdig machst.

Zitat:
Zitat von Schattenspieler 
der Unterschied sollte dir aber klar sein
=>
Zitat:
Zitat von ENRIC0 
wiederum, das gegenteil ist der fall
Du sagst es.
Müssen oder wollen ist keine Frage der Sicht: das eine beschreibt einen äußeren Zwang, das andere ein inneres Bedürfnis. Und Menschen müssen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen, aber sie können es und haben somit eine Verantwortung die sich aus der Erfüllung ergibt/ergäbe. Von der Natur bedingt ist das allerdings nicht.
Ob wir von Natur aus sozial sind oder in Gruppen leben, ist fraglich. Die Gruppe bietet einfach Schutz und die Möglichkeit, Resourcen zu bündeln. Sozial zu sein hilft, die Integrität der Gruppe zu formen, zu erhalten und zu erhöhen. Inwieweit uns das jetzt naturgegeben ist oder durch Prägung entstanden, kann ich nicht beantworten.
Niemand muss seinen Beitrag zu irgendetwas leisten. Ich meine damit nicht gesetzlichen oder normativen Zwang, sondern nur rein biologischen. Aber die Gesellschaft erwartet es von ihm und es liegt letztendlich, wenn schon nicht in seinem Interesse, dann in dem der Gesellschaft, von der er dafür jedoch auch eine gewisse Gegenleistung erwarten kann. Es bleibt also eine Option, auch wenn es einen gesellschaftlichen Zwang gibt. Man muss einem äußeren Zwang ja nicht nachgehen. Als sich selbst bewusstes Lebewesen kann der Mensch darüber entscheiden. Jedenfalls in der Theorie.

Zitat:
und alles dies beinhaltet das jeder seinen beitrag zu leisten hat! als PFLICHT und nicht wie von dir beschrieben als option oder villeicht spielerei.
und dem gegenüber als dierekte konkurenz steht wieder das staatsfernserehn ÖR/GEZ
Hä? Wieso ist Staatsfernsehen, dem du ja Enteignung nachsagst, plötzlich in direkter Konkurrenz zur "PFLICHT" - das müsstest du jetzt wirklich mal näher ausführen.

Zitat:
versteh ich das du dich das fragst, dir ist mit sicherheit auch nicht bewusst dass das arbeitslosengeld in direkter konkurenz zu dem lohn der wertschöpfung steht. […]also ein weiteres beispiel freie wirtschaft mit freiheitlicher weltordnung <kontra> staatsfernsehen, ÖR, GEZ, kommunismus, militärdikdatur, unfreiheit.
Ich wiederhole mich eher ungern, aber:
Zitat:
Zitat von Schattenspieler 
Ein recht plumper Versuch, die herrschenden Verhältnisse und die ÖR über das gemeinhin verbreitete Verständnis von Kommunismus und die absolut unpassende Assoziation – ach nein, sogar Gleichsetzung – mit einer Militärdiktatur zu diskreditieren.
Du wirfst hier Dinge in einen Topf, die keinen zwingenden Bezug zu einander haben oder von dir in einen gebracht werden. Kommunismus und Militärdiktatur … siehst du die hier im Lande an der Macht oder als herrschende Verhältnisse vertreten? Also bitte.
Wenn du dir die Definition von Wertschöpfung anschaust, wirst du erkennen, daß du den Begriff in einem falschen/unzulässigen Kontext verwendest. "lohn der wertschöpfung" - was soll das sein? der gesteigerte Wert? der Gewinn eines Unternehmens? Evtl. meinst du ja den Lohn der Wertschöpfenden. Der steht aber auch nicht in Konkurrenz zum Arbeistlosengeld oder anders herum. Erst die breite (Falsch-)Nutzung von ABM-Maßnahmen und 1-Eruo-Jobs bildet ein Konkurrenzpotential aus. Aber bleiben wir beim Thema …


Zitat:
Zitat von ENRIC0 
Zitat:
Zitat von Schattenspieler 
Und wenn du das Onlineangebot der ÖR nutzt, dann ist es in gewissem Rahmen völlig legitim, dafür eine Gebühr zu erheben und deren Einzug durchzusetzen.
Das ist ein klarer denkfehler.
Aber halb so wild, scheint manchmal sogar auf den zweiten blick noch schlüssig.
Den Denkfehler bzw. seinen Hintergrund solltest du vllt. benennen, damit man sich damit auch auseinandersetzen kann. Ich für meinen Teil sehe jedenfalls keinen Fehler darin, das Leistung vergütet wird. Wenn andere ihre Onlineangebote kostenfrei anbieten, dann tuen sie das sicher nicht, weil sie so nette Menschen sind. Entweder ist auf den Seiten Werbung geschalten, es gibt kostenpflichtige Zusatzangebote oder es wird komplett aus anderen Bereichen gegenfinanziert.

Zitat:
"wurde nicht grundlos bestätigt", […]
Gut, warum dann und wie wird das vor dem Gesetz gerechtfertigt?

Zitat:
es geht um uns
Oh, ich dachte es geht um das "7-Tage-Internet"
Ich werde jetzt erstmal das Bedürfnis nach Auffrischung meiner Energiereserven befriedigen. ^^


ps: Ich wäre erfreut, wenn du auf Argumente auch mal eingehen würdest und nicht nur Gegenbehauptungen aufstelltest.
Alt 27. 04. 2008, 17:02 Schattenspieler is offline Mit Zitat antworten #51
ENRIC0
Mitglied
 
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Registrierungsdatum: Feb 2008
Beiträge: 35
Re: ARD und ZDF wehren sich gegen 7-Tage-Internet

hallo schattenspieler,

freut mich von dir zu lesen.

mangels zeit, möchte ich vorerst auf den zentralen punkt ÖR-Internet eingehen.

ÖR im Internet, Cui bono?

hervorheben möchte ich, das der vergleich mit den 4 konzern welche die deutsschparachige presse im TV gleichgeschaltet und monopolartig dominieren,
hier in meiner betrachtung aussen vor bleiben,
weil ein fehlendes einschreiten der monopolkommission oder ähnlichem,
keine grundlage für eine sozialistische gegenbewegung eines staatsfernsehen rechtfertigt.

weil es in der betrachtung um die erweiterung der Macht der ÖR im internet geht.

ÖR im internet, bzw. wer profitiert eigentlich von diesem finanzkonstrukt,
welches der steuerzahler zu tragen hat.
ich bitte den einwand betreffs des steuerzahlers aussen vor zu lassen, ich könnte auch, der allgemeinheit schreiben,
was in dem fall ja wohl das gleiche ist?

unser geld erhalten die beteiligten an dem schwindel,
die politik, die lobby, die wirtschaft.
wenn nun der bevollmächtigte der zahlung nicht mehr der fernsehzuschauer ist,
ist er auch nicht mehr der profitör seiner zahlung.

der bevollmächtigte welcher die zahlung anweist
(in diesem fall per gesetz, vom steuerzahler oder GEZ-opfer)
ist der wahre auftraggeber der bestimmt was gezeigt wird, und das ist in dem fall staatsfernsehen.

und dementsprechend ist die frage schon wichtig wie weit sich der einfluss und damit unsere kosten für ÖR im Internet ausdehnen .
denn um diese kosten geht es im eigentlichen.

würde gern etwas mehr ausführen um denn wieder zur konkurenz der kaum noch vorhandenen freien presse zu kommen.

beschränke mich aber mal auf einen kleinen verweis zu

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/we...ys-sept-06.pdf
aus: "Wem gehört die EU?" von Prof. H.J. Krysmanski
in Punkt 2. Akteure der Geldmacht,
2.3. Politische Eliten: das Geschäft der ‚gerechten’ Verteilung
ZITAT:
"aber vor allem um die ‚hochrangigen’ Politikerinnen und Politiker ranken sich weitere Gruppen, die mit Verteilungsfragen zu tun haben: Lobbyisten, Verbandsfunktionäre, Rechtsanwälte, politische Beamte, Medienleute usw.
Im Zentrum dieser Netzwerke finden wir Strukturen, die man als Partei-Oligarchien oder ‚politische Direktorate’ bezeichnet hat.92 Inzwischen lässt sich möglicherweise sogar von einem globalen Zentrum dieser Art, einem Unified Global Command93 sprechen."

sorry schattenmacher, wenn ich auf die schnelle nicht weiter auf dich eingehen konnte.

greez
Alt 28. 04. 2008, 02:05 ENRIC0 is offline Mit Zitat antworten #52
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