interessanter ansatz.
hauptproblem in brasilien ist meiner meinung nach, dass die meisten straftaten erst gar nicht zur anzeige gebracht werden, da die "informanten" angst vor der rache der straftäter haben. kleines beispiel: in der nachbarschaft / dem straßenzug, in dem ich mich ca. 3-4 monate im jahr aufhalte/lebe, gibt es zwei kokaindealer, die vor wirklich nichts zurückschrecken und jedem "verräter" direkt mit ernsten, wenn nicht tödlichen konsequenzen für ihn und seine familie drohen. unlängst gab es einen großen bust in der stadt bei dem mehrere gangmitglieder hops genommen wurden, zwei tage später hing an mehreren öffentlich zugänglichen plätzen eine (abschuss-)liste mit insgesamt 19 namen von personen, die fällig sind, 10 davon haben schon das zeitliche gesegnet.
die polizei versucht landesweit zu reagieren, indem sie eine rufnummer eingerichtet haben, bei der man völlig anonym anrufen kann, um sachdienliche hinweise abzugeben. aber selbst dieser "service" wird aus angst kaum genutzt. vielleicht könnte ja dieser wikicrime-ansatz das eis brechen, ich könnte mir vorstellen, das der vermeintliche schutz des internets die hemmschwelle sinken lässt.
nur zu info: dies soll kein plädoyer für eine förderung des allgemeinen denunziantentums sein. ich spreche hier von kapitalverbrechen, drogenkriminalität, vergewaltigung und organisierter gangkriminalität. mit filesharing gibt´s in brasilien de facto eh kein problem, dort kann man kinofilme und musik zum kleinen preis hübsch mit cover gleich im laden kaufen, das kümmert da keinen, die haben (leider) ganz andere probleme.
gruß
mokmok