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20. 04. 2008, 13:03 #1
Abmahnungen beim Filesharing: Interview mit dem Vorstand des Verein gegen den Abmahnwahn
Als 2005 die ersten Abmahnungen eintrudelten, war die Panik in der P2P-Szene groß. Heute kann das Thema Abmahnungen wegen Filesharing auf vielen Ebenen nicht mehr ignoriert werden kann: Politik, Gerichte und Bürgerinitiativen beschäftigen sich mit den Gesetzesinitiativen, welche den Rechteinhabern womöglich Tür und Tor zu weiteren Abmahnungen öffnen, aber auch mit Opfern und Gegnern der aktuellen Entwicklung. Steffen Heintsch, Vorstand des Verein gegen den Abmahnwahn e.V., beantwortet einige der wesentlichsten Fragen zum Thema "Abmahnung beim Filesharing".
Firebird77: Zuallerst einmal ein Hallo und vielen Dank, dass du Zeit für dieses Interview gefunden hast. Steffen, seit ca. eineinhalb Jahren aktiv beteiligt als Helfer der Abgemahnten. Da drängt sich doch die Frage auf,*ob man*von der ganzen Materie nicht irgendwann genug hat. Ist Deine*Hilfe - und die des Vereins - den noch immer notwendig?
Steffen Heintsch: Vielen Dank für Deine Einladung.* Sehr viele, wie Du ja selber auch, engagieren sich täglich im Kampf gegen den Abmahnwahn. In der Regel geschieht dieses neben dem Beruf, der Familie oder Freizeit. Darum möchte ich hier die Möglichkeit wahrnehmen und mich bei allen Mitstreitern für ihren Einsatz zu bedanken, aber auch bei den Angehörigen, die Verständnis aufbringen für unsere Arbeit.
Natürlich gab es Momente, wo man alles hinwerfen und liegen lassen wollte. Aber dieser Kampf gegen den Abmahnwahn ist interessant, aufregend und das Wichtigste wir helfen sehr vielen Menschen die durch dieses Geschäftsmodell in Not geraten und Hilfe suchen. "Ich bin abgemahnt worden...", "ich weiß nicht weiter", "Danke für Ihre Hilfe!", dafür lohnen sich die Anstrengungen. Die stärkste Motivation ist aber, wenn man bedenkt, wen die Contentindustrie kriminalisiert - nämlich unsere Kinder. Nach der Verabschiedung des Gesetz zur besseren Durchsetzung geistigen Eigentums am 11.04.2008 durch den Bundestag feierten das viele als das Gesetz zur Beendigung des Abmahnwahns. Ich möchte warnen, dass man sich damit einem trügerischen Gedanken hingibt. Das Gesetz wird nicht das Ende des Abmahnwahns bedeuten. Die Medienindustrie wird nicht auf dreistellige Millioneneinnahmen im Jahr freiwillig verzichten. Bei einem Regelfall von 3.000 Euro pro Abmahnung für die Musikindustrie fallen doch 200 Euro für den Richterbeschluss nicht ins Gewicht.
Deshalb wird die Arbeit des Vereins gegen den Abmahnwahn e.V. und die Arbeit aller Mitstreiter noch enorm wichtig sein,
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20. 04. 2008, 15:43 #2
Re: Abmahnungen beim Filesharing: Interview mit dem Vorstand des Verein gegen den Abm
Danke! - Ihr sprecht mir aus der Seele.
...denn was neu ist wird alt und was gestern noch galt, stimmt schon heut' oder morgen nicht mehr...
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20. 04. 2008, 16:03 #3
Re: Abmahnungen beim Filesharing: Interview mit dem Vorstand des Verein gegen den Abm
Auch, wenn es - da private Dinge vorgehen - um mich in Sachen Abmahnwahn im Moment ruhig geworden ist, möchte ich mich vielmals für das Engagement bedanken und meinen Respekt zollen. (auch, wenn ich als alter "Kampfgenosse" in der Aufzählung vergessen worden bin
)
Man sieht, dass leider zur Zeit die Lobby ganze Arbeit leistet. Mal sehen woe mich mein Weg hinführt und ob ich evtl. irgendwann einmal meine kleinen Beitrag gegen Gier und Machtgehabe leisten kann...
Liebe Grüße und viel Kraft an all die alten Recken. Wenn etwas sein sollte, einfach mailen...
"Die Menschen müssen sich so verhalten, dass sie sich nicht zu rechtfertigen brauchen, denn eine Rechtfertigung setzt immer einen Fehler oder die Vermutung eines Fehlers voraus."
- Niccolò Machiavelli
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20. 04. 2008, 16:51 #4Anti-Human Vorrichtung
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Re: Abmahnungen beim Filesharing: Interview mit dem Vorstand des Verein gegen den Abm
Fein geschrieben, Steffen!
Ich hoffe das durch derartige Beiträge, die nun per Interview ihren Weg in die News gefunden haben, die Zahl der "Verweigerer" stark zunimmt, bzw. die allgemeinen Verhaltensweisen der Abgemahnten ruhiger werden, es ist nun mal definitiv nicht nötig mit den Sprösslingen einen Familienkrach anzuzetteln, nur weil einige gerissene Abmahner eine Goldgrube entdeckt haben.
Leider wird von der Industrie weiterhin keine Alternative angeboten, die die Schulhöfe entkriminalisiert, ein intervenieren seitens der Politik ist kaum zu erwarten.
Wie wir leider wissen, ist der Großteil der Abmahnungen ein sehr lukratives Geschäftsmodell, die bekannten Kanzleien und Logging Firmen werden daher alles nur Mögliche unternehmen, dieses zu verteidigen, wenn nicht gar auszubauen.
Es bleibt lediglich zu hoffen, das die Staatsanwaltschaften sich nicht mehr so einfach missbrauchen lassen, und schrittweise von selber die Auskunft verweigern,
oder noch besser, einige gewonnene Prozesse gegen Konglomerate, welche sich bekannter Weise in einem rechtlichen grau Bereich bewegen und deren Aussagekraft nie wirklich überprüft wurde, aus moralischer Sicht würde jeder Richter den Prozess sofort beenden, da die Absichten keinesfalls unter den propagandierten "Urheberrechtsschutz" fallen.
Den Abmahnwahn generell zu stoppen, ist momentan utopisch, genau wie die filesharer werden auch die Abmahner notfalls neue Wege finden, ihre finanziellen Interessen durch zu setzen.
Ein kompletter Stopp würde voraussetzen, das sich die gesamte Content Industrie zu einen sinnvollen, kostengünstigen und einfachen Weg durch ringt, ihre Inhalte online an den Verbraucher zu bringen, welcher lediglich seine Nachfrage befriedigt, für die seitens der Rechte Inhaber kein Angebot vorliegt.
Selbst dann denke ich, das höchstens Herr Rasch den Betrieb einschränken müsste, die gewerblichen Abmahner werden weiterhin Kunden finden.
Bis dahin reicht aber ja auch weiterhin die abgeänderte Unterlassungserklärung.
Wirklich traurig stimmt mich, das anhand dieser unfassbaren Zahlen die allgemeinen Medien absolut nicht reagierten, wie bereits kritisiert, scheint dieses Land ein gewaltiges Problem mit dem Pressekodex zu haben.mfg
Sei Bamboocha, denn du bist Deutschland und lädst bei musicload.de -_-
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20. 04. 2008, 18:15 #5Mitglied
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Re: Abmahnungen beim Filesharing: Interview mit dem Vorstand des Verein gegen den Abm
Finde ich gut, dass der Verein hier auch mal zu Wort kommt. Weiterhin viel Glück bei eurer gewissenhaften und unermüdlichen Arbeit!

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20. 04. 2008, 22:16 #6
Re: Abmahnungen beim Filesharing: Interview mit dem Vorstand des Verein gegen den Abmahnwahn
Herzlichen Dank an Firebird und Steffen. Nicht nur für das sehr gute Interview, sondern auch für Eure unermüdliche Arbeit im Kampf um den Abmahnwahn.
Steffen möchte ich besonders danken, da er immer wieder auch harte, aber richtige Worte findet, um unangebrachte Euphorie und voreilige Rückschlüsse wieder auf entsprechende nüchterne Bahnen zu leiten.
Herzlichen Dank sage ich an alle, die sich hier einer Industrie in den Weg stellen und versuchen, dem Abmahnwahn Einhalt zu gebieten.
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20. 04. 2008, 22:42 #7
Re: Abmahnungen beim Filesharing: Interview mit dem Vorstand des Verein gegen den Abm
Ätsch habe einen Satzbaufehler gefunden habeHeute kann das Thema Abmahnungen wegen Filesharing auf vielen Ebenen nicht mehr ignoriert werden kann
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21. 04. 2008, 13:47 #8
Re: Abmahnungen beim Filesharing: Interview mit dem Vorstand des Verein gegen den Abm
Ein gelungenes Interview!
Hätte ruhig ein paar mehr Klicks verdient...
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