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Bald 1 Woche offline
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Hab von diesem Begriff auch bis jetzt noch nie was gehört und wenn ich ihn nicht in diesem hier diskutierten Zusammenhang gelesen oder gehört hätte, würde ich daraus einfach die Vielfalt der Völker ableiten.
Jetzt soll das eine Ideologie sein, so wie der Kommunismus oder anderes. Und mit dem begründet man auch die einzelnen Freiheits- und Unabhängigkeitskämpfe vereinzelter Völker, die sich mMn aber meist nur gegen die Unterdrückung ihrer Lebensweise wehren, bzw. einzelne Aspekte ihrer Kultur leben möchten oder wenigstens ausreichende Möglichkeiten zum Sichern des Überlebens fordern und das auf dem Flecken Erde, auf dem sie halt geboren wirden.
Auf anderen Ebenen sind die Menschen dort aber sicher anderen Einflüssen nicht verschlossen, so daß man nicht sagen kann, die Ambitionen wären streng nationalistisch oder würden in einer "Reinkultur" münden wollen.
Ich halte den Begriff auch für utopisch, weil die Kulturen sich ständig gegenseitig beeinflussen. Schon seit Menschengedenken. Und weil wir sowieso auf eine globalisierte Welt zusteuern, mit ihren Vor- und Nachteilen. Und weil man die Menschen und ihre Bestrebungen, egal wo sie leben und wie, nicht einfach auf einen solchen Begriff reduzieren kann.
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04. 05. 2008, 19:16
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#51
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Harley Quinn Lover
(Threadstarter)
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Zitat von cor!ax
Die deutsche Kultur bzw die deutsche Gesellschaft ist eine emotionale Bindung bzw ein Zusammengehörigkeitsgefühl:
- gleiche Sprache
- gleiche Sitten und Bräuche (Oktoberfest, auch wenn wir Norddeutschen es nicht feiern)
- gleiche Geschichte
- gleiches Rechtssystem
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Nun dann müsste nach deinem Verständnis nach 1871 eine gesamtdeutsche Kultur gegeben haben. Vorher waren unterschiedliche Staaten bzw. auch nach deinem Verständnis Kulturen vorhanden. Demnach wurde die preussische Kultur den anderen aufoktoyiert? Ich finde diese Kulturbeschreibung leider zu kurz gegriffen...
Zitat:
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Rassismuss geht aber die Stufe weiter und bewertet andere ethnische Gruppen bzw stellt die eigene Gruppe "über" die anderen. Diesen Ansatz kann ich in der Urform des Ethnopluralismus nicht erkennen.
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Diese Schlussfolgerung finde ich gut. Wie schonmal beschrieben, diente Ethnopluralismus zum Schutz der Kulturen, d.h. m. E. die Folklore, Traditionen etc., die eben durch den Kapitalismus bedroht wurden. Heute wird es dazu benutzt, um anderen Menschen bestimmte Kultureigenschaften zuzuschreiben. Dazu wird die Menschheit in drei große Kulturkreise eingeteilt: Europäide, Mongolide und Negride und diese Kulturkreise haben bestimmte Eigenschaften. Nach dem Verständnis der neuen Rechten, sollte es zwischen diesen drei Kulturkreisen kein kultureller Austausch stattfinden...
Zitat:
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Es gibt doch immernoch sowas wie freie Wohnungswahl.
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Klar gibt es sie in unserem liberal-demokratischem Staat. Aber versuch mal mit einem Monatseinkommen von 500€ in eine Wohnung einzuziehen, die um ein mehrfaches deines Einkommens kostet...
Zitat:
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Zitat von cyberny
zumal uns die Geschichte lehrt, dass beides recht gut zusammen passt.
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Welche Geschichte? Was meinst du damit?
Zitat:
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Zitat von wationo
Es ist sozusagen die Internationalisierung der Kultur auf dem weg zur One-World
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Das wird von den Rechten kritisiert. Aus ihrer Sicht, ist es keine Vermischung der Kulturen, sondern die Hegemonie einer bestimmten Kultur. Im Kalten Krieg, so die Rechten, waren die konkurierenden Kultur-Hegemonien die russische und die anglo-amerikanische Kulturen, die eben ihre Kulturen in ihr Einflussbereich ausdehnen zu vermochten.
Zitat:
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Typisch deutsch ist für mich: passives Hinnehmen, Organisation, Gründlichkeit, Zuverlässigkeit , Pünktlichkeit
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Das ist aber für mich typisch preussisch. Damit bestätigst du die preussische Kultur-Hegemonie und die Assimilierung der Kulturen innerhalb Deutschlands...
Zitat:
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Zitat von infofilter
nächste frage: wer defniert diese ominöse volkshomogenität?
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Die Mehrheit des Volkes soll, nach Schmitt, definieren, wer dazu gehören soll und wer nicht. Es ist nach diesem Argument nicht falsch zu sagen, dass der Faschismus auch eine Art Demokratie darstellt...
Zitat:
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Zitat von alte frau
mMn hat sich diese Idee bereits fix in den Köpfen Einiger festgesetzt.
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Diese Meinung sind auch bei den LP-Wählern zu finden. Dazu eine Studie der Uni Leipzig. "Kinder, statt Inder!" "Kriminelle Migranten" "Gute Heimreise!" und wie alle diese Slogans heissen, die Idee des Ethnopluralismus ist tatsächlich in einigen Köpfen in unserer Gesellschaft veranktert...
Zitat:
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Zitat von Provokateur
Insofern wird der Ethnopluralismus dadurch zum Erhalt der "nationalen Identität".
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Aber wenn ein bestimmter Kulturkreis über die anderen Kulturen als Hegemon herrscht, dann ist das m.E. kein Ethnopluralismus, da dadurch die gezwungene Integration der Hegemon-Kultur stattfindet und somit eine Vermischung.
Zitat:
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Wenn wir die Wirtschaft als Kapitalistisch definieren dann ist Ethnopluralismus die "passende" Entsprechung im Gesellschaftsmodell.
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Findest du? Ich sehe das ganz anders. Ich denke, dass die Maxime der kapitalistischen Gesellschaft "Wer sich nicht an die Arbeitswelt anpasst, soll verschwinden!" zeigt doch wie kulturfeindlich diese Maxime ist. Man kann m.E. diese Maxime dazu verwenden, um die Feindseligkeit der Gesellschaft gegenüber den "Sozialschmarotzern" "Blutsaugenden Ausländern" erklären, da angeblich die Ausländer mit ihren 10 Kindern dazu da seien, den deutschen Sozialstaat auszumesten.
Zitat:
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Zitat von achi
Nur weil ich der Meinung bin, dass für mich die deutsche Kultur mit allen ihren Vor- und Nachteilen für mich die perfekte ist, heißt das ja nicht im Umkehrschluss, dass ich die französische, russische oder nigerianische weniger wert schätze oder nicht respektiere. Nur weil ich mein Heimatland mag, heißt das nicht, dass ich die Franzosen oder Belgier hasse.
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Die entscheidene Frage ist dann aber: "Möchtest du sie auch bei dir haben?"...
Zitat:
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Zitat von Neandertaler
Der betreibt die Spinnerei schon seit vielen Jahren und ist offensichtlich keinen Schritt voran gekommen.
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Mittlerweile ist er in Dänemark und hat sich auf die Seite der Linken geschlagen. Schon in den 80ern war diese Umwandlung zu beobachten. Seine beiden Bücher "Nationale Identität" (70er) und "Abkoppelung" (80er) sind im Detail sehr unterschiedlich.
Zitat:
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Wer propagiert diesen Ethno? Wer praktiziert ihn? Wie wird das gemacht?
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Ich bin kein Ethnopluralismus-Experte. Wer? Heutzutage von der sogenannten Mitte bis zu den Rechten. Menschen werden bestimmte Kultureigenschaften zugesprochen. Doch wer sie praktiziert und wie das gemacht wird und wie das gemacht werden soll, weiß ich nicht. Ich kann nur vermuten, dass das Ziel "Rückführung der Ausländer" der NPD, der unter anderem auch bei einigen Usern anzutreffen ist, dafür ein Schritt in diese Richtung bedeutet...
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04. 05. 2008, 19:57
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#52
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Mitglied
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Beiträge: 1.010
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Zitat von LordPiccolo
Ich kann nur vermuten, dass das Ziel "Rückführung der Ausländer" der NPD, der unter anderem auch bei einigen Usern anzutreffen ist, dafür ein Schritt in diese Richtung bedeutet...
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Da kann ich Dich beruhigen. Leute die an fliegende Untertassen glauben oder daran, dass Made in Germany für Qualität steht, gibt es ja auch immer noch. Aber sie werden weniger. Und sie sind nur ein Schatten ihrer selbst aus früheren Tagen.
Ich habe mal nachgegraben, wo ich mit diesem Eichberg zu tun hatte. Und weil ein bißchen Gemeinschaftskundeunterricht ja wirklich nicht schaden kann, zitiere ich etwas ausführlicher aus meinem Material. Mancher, der das heute liest, dürfte schwer ins Staunen kommen. Aber ich zitiere es vor allem deshalb, um Dir zu zeigen, was für ein uralter Hut das alles ist. Und dass dieser Hut auch schon mächtig verblichen ist, wenn man ihn mit früher vergleicht. Da ging es wesentlich wilder zu, und rausgekommen ist nicht. So wird es bleiben.
Zitat:
Im Oktober 1978, erschien im linken Porno-Blatt das-da-Avanti unter dem programmatischen Titel »Zur nationalen Frage« ein später vielzitierter Artikel von Rudi Dutschke. Im November-heft desselben Blattes griff Henning Eichberg, der ganz früher bei den Rechtsradikalen gewesen war und sich nun ›nationalrevolutionär‹ nannte, Dutschkes Überlegungen auf und gab ihnen, in einem unter dem Titel »National ist revolutionär« erschienen Aufsatz, die für die kommende Entwicklung bis hin zur Friedensbewegung bestimmende völkische Wendung:
«Der Kern der nationalen Frage ist die nationale Identität. Nationales Interesse — das heißt: Infrastruktur aufbauen, sich industrialisieren, zur Verteidigung rüsten, sich Land und Roh-stoffe aneignen, kurz: Habenwollen. Nationale Identität ist etwas ganz anderes: sich kollektiv seiner selbst vergewissern, bei sich selbst zu hause sein. Das ist es, was die Studentenbe-wegung (neu) entdeckt hat: Wir wollen nicht mehr haben, sondern sein. Anders leben, uns unserer selbst vergewissern gegen die Entfremdung, bei uns selbst zu hause sein, identisch sein — das war und ist die revolutionäre Alternative gegen die Gesellschaft des Hastewas - Bistewas. Die Identitätsfrage führt notwendig zur nationalen Identität, zur nationalen Frage. Gerade darum ist sie revolutionär. Bei der nationalen Frage geht es also nicht primär um Interesse, sondern um die nationale Identität. Sind wir Deutsche oder BRD-Bürger amerikanisierter Sprache mit ITT-Bewußtsein? Identität oder Entfremdung, das ist der neue Hauptwiderspruch, Imperialismus oder unser Volk.«
So hatte der Dutschke-Artikel »Zur nationalen Frage« eine ideologische Verbrüderung unter den Deutschen zuwege gebracht, deren politische Spannbreite alles in der Geschichte der Bundesrepublik bislang dagewesene übertraf. Zwar noch nicht die territoriale, aber doch schon die ideologische Einheit von Volk und Reich schien greifbare Wirklichkeit geworden. Gerade beim erklärten politischen Gegner, besser noch: beim politischen Feind wurde Dutschkes späte Wende zur nationalen Frage begierig aufgegriffen. Selbst Manfred Röder zeigte sich begeistert. Er schrieb im 65. Brief der »Deutschen Bürgerinitiative«, datiert auf »Hartung 1979«, was wohl Germanisch sein und auf Deutsch Januar 1979 heißen soll:
«Wer noch Gespür für politische Veränderungen hat, der erkennt, daß sich hier ein politisches Erdbeben ankündigt. Die ideologische Schwenkung oder Besinnung von Dutschke ist ebenso sensationell wie Chinas Wendung nach Amerika und zum kapitalistischen Kreditsystem. Für uns Deutsche ist Dutschkes Besinnung sogar noch wichtiger. Lesen Sie den Artikel mehrmals, denken Sie darüber nach und nehmen Sie mit Dutschke und seinen Freunden Verbindung auf. Ist das nicht immer die Sehnsucht und Vision aller echten Deutschen gewesen: Sozialisten und Nationalisten wieder zu einen [...] Wir konservative Bürger sind so borniert gewesen, daß wir immer noch an die Amerikaner als Schutzmacht geglaubt haben, obwohl sie bis jetzt jeden Freund verraten haben, obwohl sie uns ständig wirtschaftlich erpressen, obwohl wir durch sie nur Rauschgift, Kriminalität und Negervermischung kriegen.«
Die Friedens- und Wiedervereinigungssehnsucht und Vision aller echten Deutschen, Sozialisten und Nationalisten zu einen, woraus schon terminologisch der Natio-nalsozialismus wird, ist keineswegs nur in Roeders Argumentation die vorzeigbare Kehrseite von jenem ordinären, rassistischen Fremdenhaß, der im Fremden die Lüste verfolgt, nach denen er giert, und die er gleichzeitig nicht als seine eigenen sich eingestehen kann. Manfred Roeder, Chef der rechtsradikalen, antisemitischen ›Deutschen Bürgerinitiative‹, war in Mordanschläge auf Ausländer verwickelt, die aus keinem anderen Grund als nur dem umgebracht wurden, daß sie eben Ausländer waren. Roeder ist Ende letzten Jahres verurteilt worden. Das Urteil kam zu spät, um noch die von Roeder stammenden Ideen kompromittieren zu können. Sie hatten längst Abstand zu ihrer zweifelhaften Herkunft genommen und bessere, vornehmere Gesellschaft gefunden.
Im Juni 1979 faßt wieder Hennig Eichberg nach, und zwar im links-esotherischen Blatt »Ästhetik und Kommunikation«. Eichberg benutzt hier zum ersten mal die später durch Albertz populär gewordene Formel vom »besetzten Land«. Vor allem aber gelingt es ihm, Roeders nun doch allzu offenherzigen und primitiven Antiamerikanismus auf ein Niveau zu heben, welches auch den in dieser Hinsicht etwas anspruchsvolleren Linken genügen kann, und dabei doch in der Sache keine Kon-zessionen zu machen. Wo Roeder von Rauschgift, Kriminalität und Negervermischung spricht, formuliert Eichberg, ohne etwas anderes zu meinen, wesentlich eleganter:
«Indem wir diese Süßigkeiten [gemeint sind Mars-Riegel, Bonitos, Milky-Way] nicht nur abstrakt-chemisch als etwas Schädliches erfahren, sondern indem sie uns gleichzeitig in einer ver-kommenen, amerikani-sierten oder sogar multinationalen Spra-che angeboten werden, merken wir besonders deutlich, daß uns da etwas fremd ist.«
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Noch bißchen was über Recht und Links:
Zitat:
Dort, im unübersichtlichen Lager rechtsradikaler Sektierer, wo die Fronten so schnell wechseln wie sich die Gruppierunggen verändern und die Mitglieder fluk-tuie-ren, waren zum Beispiel auch die »Unabhängigen Nachrichten« angesiedelt, ein nach Aufla-ge und Einfluß vermutlich ganz unbedeutendes Blatt, welches nie eine größere Öffentlichkeit erreichte und vielleicht schon längst wieder eingegangen ist. Ein im Dezember 1977 erschienenes Heft dieser unverkennbar handgestrickten Monats-schrift, die sich im Untertitel bescheiden »Mitteilungsblatt für unabhängige Freundes-kreise« nannte, verdient gleichwohl noch heute, mehr als 5 Jahre nach Erscheinen, aufmerksam gelesen zu werden. Denn erst post-hum ist dieses Dezemberheft einer obskuren rechts-radikalen Monatsschrift aus dem Jahre 1977 wirklich aktuell geworden.
«Ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr, Ihnen, Ihrer Familie, allen Deutschen und den FreundenDeutschlands in aller Welt«,
wünschte die Redaktion auf der Titelseite. Den Weihnachtsgruß an die Leser schmückte ein dreifingriger Tannenzweig vor einer stilisierten Sonne, wohl eine symbolische Erinnerung an die Sonnenwendfeiern aus alt- und neuheidnischer Zeit. Daneben war ein von ge-wun-denen Kornähren abgegrenzter Kasten zu sehen. Der Kasten kündigte den Leitartikel an, und diese von einer Kornährengirlande umrahmte Ankündigung sollte sich später — und bis heute — als richtungsweisend und weit vorausschau-end auf die politischen Triebkräfte der kommenden Jahre zeigen:
«Liebe Leser! Durch die Zerstörung der Umwelt und damit aller Lebensgrundlagen der Erde, stehen wir heute auch im nationalen Bereich vor Fragen, von denen unsere Vater noch keine Vorstellung hatten. Selbst Gegensätze zwischen rechts und links, die gestern noch im Vordergrund gestanden haben, verlieren angesichts der drohenden Gefahr der genetischen, biologischen und physischen Vernichtung unseres Volkes, der Völker Europas und allen Lebens der Erde in einer möglich gewordenen Menschheitskatastrophe noch nie dagewesenen Ausmaßes, ihre Bedeutung. So lange ein Volk lebt und seine Lebenssubstanz erhalten bleibt, ist sein Wiederaufstieg trotz Teilung und Un-terdrückung möglich. Daher ist der Lebensschutz als Kampf um die Erhaltung des Lebens unseres Volkes zur nationalen Frage ersten Ranges geworden. Die Gedanken unseres Freun-des Dieter Vollmer, vorgetragen bei den Tagen der Gemein-schaft 1977, sollen in den besinnlichen und ruhigen Stunden in der Zeit des Jahreswechsels zum Nachdenken anregen.«
Das Thema freilich, um welches die Gedanken kreisen, die zur besinnlichen Weihnachtszeit zum Nachdenken anregen sollen, will nicht recht zum Fest des Friedens und der Nächstenliebe passen. Es heißt: »Lebensschutz und Nationalpolitik«.
Lebensschutz und Nationalpolitik — damit sind die politischen Ziele der Grünen und der Friedensbewegung auf eine griffige Formel gebracht; damit sind kurz und treffend die Motive der einzigen politischen Kraft in der Bundes-republik benannt, der es fortan gelingen wird, Massen zu mobilisieren und von den einzel-nen erfolg-reich Opfer und die Inkaufnahme beträchtlicher Risiken zu verlangen.
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Und hier der Umweltschutz und die Ausländerfrage:
Zitat:
Der Lebensschützer steht gewissermaßen als Ersatzgott über der Schöpfung, und er hat es kraft innerer Logik seines Amtes in der Hand, neue Prioritäten zu setzen. Wenn alles Leben gleichrangig geschütz zu werden ver-dient, ist es auch kein beson-deres Verbrechen mehr, Menschen umzubringen, da doch bekannt-lich in der Natur ein Lebewesen vom anderen lebt und es in diesem Sinne durchaus eine Lebensschutzmaßnahme sein kann, gefräßige und schadstoffemittierende Menschen zu ver-nichten, Energieverschwender obendrein.
Daß solche Überlegungen keine müßigen Begriffsklopfereien und Haarspalterein oder haltlose, böswillige Spekulationen sind, mag die Äußerung eines ganz jungen Rechtsradikalen illustrieren, der von der Nürnberger KOMM-Zeitung interviewt wurde, und auf die Frage, wie er sich denn die Vertreibung der Türken aus der BRD vorstellen würde, geantwortet hat:
«Natürlich werden sich die Türken weigern, es wird auch zu Kämpfen kommen, oder zu Erschießungen oder Vergasungen, das ist doch klar. Am allerliebsten würde ich von 4 1/2 Milliarden Menschen 5 1/2 Milliarden tot wissen, dann würde die Natur wieder besser raus kommen, aber das ist natürlich ein Traum. Mir macht das echt nichts aus, Menschen zu erschießen, also ich meine Tiere, mir würde es etwas ausmachen, Bären oder Löwen zu erschießen, weil die selten sind und unschuldig, aber Menschen gibts genug. Die wachsen wieder nach. Die paar Türken da.«
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Du darfst sicher sein, dass der längst in der Klapsmühle gelandet ist, der Arme.
Ich finde es beruhigend, heute zu lesen, was damals an bösartigem Irrsinn fabriziert worden ist, und sich dann umzuschauen, was daraus wurde: Nichts.
edit
PS: Mich würde mal interessieren, was Verifyme und unsere Ökos dazu sagen. Die Zitate sind echt. Kein Fake.
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04. 05. 2008, 21:00
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#53
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schubdubbiduba barambambu
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Zitat von LordPiccolo
Das ist aber für mich typisch preussisch. Damit bestätigst du die preussische Kultur-Hegemonie und die Assimilierung der Kulturen innerhalb Deutschlands...
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ja. nein. jain. typisch preussisch ist typisch deutsch. aber nicht aufgrund unterstellter charaktereigenschaften, sondern wegen der sprache und rechtskultur, die den zu deutschland zusammengefügten ländern seinerzeit übergestülpt wurde.
Zitat:
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Die Mehrheit des Volkes soll, nach Schmitt, definieren, wer dazu gehören soll und wer nicht. Es ist nach diesem Argument nicht falsch zu sagen, dass der Faschismus auch eine Art Demokratie darstellt...
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das problem bleibt. wer ist denn volk, wer nicht? wer definiert die grenze? jemand wird diese definition vornehmen müßen, und mangels natürlicher/sachlicher kriterien wird es eine willkürliche sein.
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04. 05. 2008, 21:40
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#54
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Einmal Löwe immer Löwe
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Dies ist ja die Frage, der wir nachgehen. Ich kann diese nur mit einem ja beantworten.
Der Kommunismus hat gegenüber dem EP einen klaren Vorteil. Er ist definiert. Alle wichtigen Eckpunkte sind klar formuliert und für jeden verständlich.
Im Kommunismus hätten wir eine klassenlose Gesellschaft, welche aus der gesamten Menschheit bestehen würde. Alle Menschen wären gleich und jede Arbeit wäre gleich gewürdigt usw.
Den EP kann man nicht genau definiere. Jeder Mensch hat ein eigene Definition.
Was ist Volk? Was ist Kultur? Was ist Sprache?
Wie grenzt man alles ein?
AUf diese Fragen bekommt man von 3 Leuten 4 Antworten.
Ich nehme mich als Beispiel.
Auf dem Papier bin ich Deutscher.
Sprachlich wäre ich aber in der Schweiz angesiedelt.
Geschichtlich nach Österreich.
Wer bin ich also?
Zu welcher Gruppe, zu welchem Volk gehöre ich im EP?
Keiner kann dies beantworten.
Im Kommunismus wären diese Fragen makulatur, den es gibt nur eine Volk, eine Herrenrasse und diese wird Menschheit genannt.
Im EP kann sich eigentlich jeder Mensch als eigene Spezies sehen.
Daher ist der Kommunismus wahrscheinlicher als EP.
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04. 05. 2008, 22:15
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#55
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ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 16.677
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Zitat von Neandertaler
PS: Mich würde mal interessieren, was Verifyme und unsere Ökos dazu sagen. Die Zitate sind echt. Kein Fake.
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Dann bring erstmal Ordnung in Dein Konglomerat. Wer soll denn da durchfinden, was Zitat ist und was Deine Kommentar-Notizen. Spinner-Zitate haben sowieso keinen Wert. Ich mache doch keine Anmerkungen zu Leuten, die Türken vergasen wollen.
Außerdem fehlt der ursprüngliche Dutschke-Text, von dem diese "Diskussion" wohl ausgegangen ist.
Zitat:
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Selbst Gegensätze zwischen rechts und links, die gestern noch im Vordergrund gestanden haben, verlieren angesichts der drohenden Gefahr der genetischen, biologischen und physischen Vernichtung unseres Volkes, der Völker Europas und allen Lebens der Erde in einer möglich gewordenen Menschheitskatastrophe noch nie dagewesenen Ausmaßes, ihre Bedeutung.
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Ja und? Den Nazis geht es um die Gefahr der Vernichtung des Volkes und mir geht es um die Vernichtung der Lebensgrundlagen für Menschen.
Außerdem sagte ich schonmal, daß man niemanden daran hindern kann, irendwelche Argumente zu vertreten; auch dann nicht, wenn sie zufällig mit den eigenen deckungsgleich sein sollten, was sie nach der Begründung natürlich nicht sind.
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04. 05. 2008, 22:33
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#56
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Just another freak...
Registrierungsdatum: May 2007
Ort: Göttingen
Beiträge: 235
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Nur nebenbei:
Sollte man nicht sogar vor der Frage was "Volk", "Nationalität" und "Kultur" sind erst einmal klären was man unter utopisch versteht.
Ansonsten kann man diese Frage doch gar nicht beantworten.
Für mich ist Utopie etwas generell denkbares, dessen Erreichen wünschenswert allerdings sehr unrealistisch ist.
Wenn man von dieser Definition ausgeht heißt utopischer = denkbarer, wünschenswerter und unrealistischer?
Oder ist Ethnopluralismus noch nicht einmal denkbar, da er wie hier schon oft erwähnt sogar noch nicht einmal verständlich definiert wurde.
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04. 05. 2008, 22:36
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#57
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Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2005
Beiträge: 1.010
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Zitat von LordPiccolo
Heute kann man vlt. sagen, dass Ethnopluralismus eine Form des Rassismus ist. Vor 100 Jahren allerdings, war es eine Idee der linken Bewegung. Wie das? Durch den kapitalistischen Arbeitsprozess wurde die Kultur als ein Produkt behandelt. Die Künstler z.B. mussten auf Nachfrage hin ihre Werke "produzieren". Damit entnahm man die künstlerische Freiheit. Zudem gab es die Migration vom Land in die Städte. So vermischte man die Kulturen, bzw. zerstörte diese. Die Linken waren bzw. sind der Ansicht, dass die Kulturen ein schützendes Objekt sein müssen.
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Zitat:
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Zitat von LordPiccolo
Wie schonmal beschrieben, diente Ethnopluralismus zum Schutz der Kulturen, d.h. m. E. die Folklore, Traditionen etc., die eben durch den Kapitalismus bedroht wurden.
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Da sollte man doch mal einhaken, weil das alles überhaupt nicht stimmt. Warum fragt man sich, müssen es ausgerechnet die Linken sein, die ein zentrales Element im Marxschen Werk, die Lehre von der Basis (Produktionsverhältnisse) als dem Primären und dem Überbau (Kultur, Politik) als dem davon Abgeleiteten beharrlich ignorieren und sich damit anfällig für reaktionäre und rechte Ideologien machen.
Egal, welche Kulturgeschichte Du nimmst, egal welches Spezialgebiet - Literatur, Malerei, Musik, Tanz -, überall wirst Du den Zusammenhang zwischen bestimmten Kulturphänomenen und bestimmten Produktionsverhältnissen finden. Und das heißt, dass bestimmte Volkstänze keine Volkskultur mehr sind, wenn die Lebensverhältnisse der Bauern, die sie einmal hervorgebracht hatten, vergangen sind. Und das - also dass die Menschen nicht mehr als Leibeigene leben müssen, ohne fließend Wasser und Strom, in Verhältnissen starrer Unterordnung, in eisernen Clan- und Familienstrukturen, ohne Maschinen - das will doch wohl hoffentlich auich der Kommunismus. Danach aber, also wenn die Lebensverhältnisse vorbei sind, sind diese Volkstänze, wenn sie immer noch gemacht werden, eben keine Volkskultuzr mehr, sondern eine hochartifizielle Angelegenheit professioneller Tanzgruppen. Was man zu sehen bekommt, ist sehr schön, aber eben ein sehr schönes Museeum.
Im Ostblock wurden diese Museen mit immensem Aufwand gehegt und gepflegt, und es ist ein großer Jammer, dass sie nach dem Sieg des Kapitalismus dem Zerfall überlasen wurden.
Im Ostblock wurde aber zugleich der schwere Fehler gemacht, die Entstehung einer lebendigen, aus den aktuellen Lebensverhältnissen erwachsenden Kultur zu behindern. Und so hat die Jugend, des ewigen Folkloregedudels müde, begeistert Voice of America gehört. Man kann mal ins Museeum gehen und sich freuen und staunen, aber leben kann man darin nicht. Und zum Leben heute gehört amerikanischer Pop. Und reaktionär ist es, diese Entwicklung auf schädliche fremde Einflüsse zu schieben und sie unterbinden zu wollen.
Wenn Dich das interessiert, würde ich Dir die Sozialgeschichte der Kunst und Kultur von Arnold Hauser empfehlen, einem Ungar und Kommunisten, der sich vor vielen Jahren im Ostblock publizierte.
Du wirst dann feststellen, dass es völlig absurd ist, dem Kapitalismus vorzuwerfen er habe die künstlerische Freiheit verhindert. Die Wahrheit ist: Er hat sie überhaupt erst ermöglicht. Insofern der Künstler nun nicht mehr wie in der feudalen Ständeordnung zur Livrée gehörte, zur Dienerschaft, und absolut weisungsgebunden gegenüber seinem Auftraggeber, Dienstherr und Mäzeen war, sondern als freier Unternehmer in eigener Sache auftreten konnte. Sein Abnehmer war nicht mehr der Dienstherr, sondern das zahlungsfähige Publikum. Und Leute wie Beethoven oder Rossini, die uns heute als Klassiker gelten, waren damals die Popstars ihrer Zeit, welche die Massen auf die Beine brachten und umgerechnet so gut verdienten wie die Rolling Stones heute.
Also nicht auf diese trivialen Propagandatraktätchen verlassen, sondern genauer nachgucken.
(Noch bißchen Gemeinschaftskundeunterricht)
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04. 05. 2008, 22:44
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#58
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Mitglied
Registrierungsdatum: Nov 2007
Beiträge: 26
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat igita: Ich nehme mich als Beispiel.
Auf dem Papier bin ich Deutscher.
Sprachlich wäre ich aber in der Schweiz angesiedelt.
Geschichtlich nach Österreich.
So ähnlich habens in der Diskussion schon viele formuliert. Ich finde hier machen wirs uns ein bisschen zu kompliziert. Diese Nationalitäten sind ja in gewisser Weise ähnlich(ähnliche Sprache, kulturelle Parallelen usw.). Ich denke was hier interessanter ist, sind die Nationalitäten, die wesentlich weiter auseinander liegen. Asiaten, Afrikaner, Türken, Deutsche, Russen usw meine ich damit. Sind ja alles Völker die über eine ganz andere Kultur, das heisst: Sprache, Religion, Geschichte, Sitten und Gebräuche verfügen. Hier kann man natürlich Grenzen ziehn.
Alle diese Völker halten sich zu einem (unterschiedlich großen) Anteil in Deutschland auf. Find ich gut. Das ich Auswählen kann, ob mir abends nach einem asiatischen, italienischen, türkischen Gericht der Sinn steht, is ja ne fantastische Angelegenheit. Das heisst aber ja nicht, dass ich anfange mit Stäbchen zu essen, italienisch zu sprechen oder in eine Moschee zum beten gehe. Soll heissen ich nehme mir auf (eine oberflächliche Weise) etwas aus anderen Kulturen heraus, und bereichere meine eigene damit, OHNE meine nationale Identität aufzugeben
Das is aber genau das, was der rechte Flügel befürchtet. Mich würde interessieren, wie man diese Befürchtungen beseitigen könnte. Was wäre wenn: weiterhin immer mehr "Ausländer" einreisen, die Rassen sich vermischen, der Anteil der "ausländischen" Bevölkerung schneller wächst, als die der Deutschen. Wenn es zu einem Modetrend wird, möglichst exotisch zu sein und "multikulturell"? Diese Entwicklung ist ja durchaus teilweise da. Wenn diese Prognose eintrifft, wie ist es dann um die "nationale Identität" bestellt? Wäre "Ethnopluralismus" dann von Nöten?
Oder bin ich hier völlig auf dem Holzweg???
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04. 05. 2008, 22:48
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#59
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Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2005
Beiträge: 1.010
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Zitat von blackandtrve
Wenn diese Prognose eintrifft, wie ist es dann um die "nationale Identität" bestellt?
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Die darf man sich dann in den Allerwertsten schieben, wenn sie auf Hautfarbe etc. gegründet ist. Aber beim Trend liegst Du richtig.
Früher gab es jede Menge Blondinen, dank Wasserstoffsuperoxyd. Dann kamen die Blondinenwitze. Ein Alarmsignal. Und heute? Ich habe schon lange keine Blondinen mehr gesehen.
Demoskpen fanden heraus: Dunkel ist sexy, blond ist Käse. Also machen die Menschen wieder, was sie immer taten. Fremd gehen und sich mischen, siehe auch Exogamiegebot. Die Forscher sagen uns sogar, warum: Bereichert den Genpool, stärkte das Immunsystem. Aber das musst Du nicht wissen, wenn Du Dich nach einer glutäugigen Schönheit umguckst.
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04. 05. 2008, 23:19
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#60
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Bald 1 Woche offline
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Zitat von Neandertaler
PS: Mich würde mal interessieren, was Verifyme und unsere Ökos dazu sagen. Die Zitate sind echt. Kein Fake.
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Was ich dazu sage?
Ich muß nicht mit allem Übereinstimmen, wo Umweltschutz obendraufsteht.
Und das Geschwafel der 68-er ist heute sowas von überholt, aber das ist nur das was ich denke.... das einzige, was ich daran wirklich gut finde ist, daß man damals neues versucht hat, radikale und kreative Gedanken fließen ließ.... war sicher eine tolle und aufregende Zeit... heute schreiben wir jedoch das Jahr 2008, vieles ist inzwischen belegt, widerlegt und die Menschen sind anders heute.
Da braucht man nicht mit einem angestaubten Zitat aus einem Pornomagazin ankommen, selbst Porno haut niemanden mehr vom Stuhl, unser Problem oder Streben ist auch nicht die nationale Identität, die uns das wohlige Heimatgefühl vermitteln soll, wir haben andere Probleme. Z.B. wie man sich in einer immer mehr vernetzenden Welt zurechtfindet, bei der auch das Verbrechen recht nahe rückt und das in einer noch nie dagewesenen Weise.... und wie man sich dagegen wehren kann, daß die persönliche Identität immer mehr durchleuchtet wird.
Wir müssen uns in einer kalten, mediengesteuerten Welt zurechtfinden, die uns berieselt und von daher begeistert und fasziniert und doch auch abstößt und was noch schlimmer ist: wir sehen unsere Kinder da hineingleiten, ohne Halt und ohne daß auch nur eine vage Vorstellung davon haben können, was dabei rauskommt... das sind die Probleme unserer Zeit.... nicht irgendwelche Gehirnfürze die mit so tollen Namen wie Ethnopluralismus daherkommen.
Alle Tendenzen, die Ursachen der heute schon sichtbaren Auswirkungen davon, wie der sinkende Bildungsstand, auf div. ethnische Gruppen hierzulande zu schieben sind mMn eher ein Zeichen von Hilflosigkeit als einer Ideologie. Allerdings sehe ich die Gefahr, daß solche Ideen wieder en Vogue werden können, wenn man nicht aufpaßt.
Bezeichnend finde ich auch, daß Du schon wieder versuchst, Leute mit Umweltbewußtsein als Misantropen zu entlarven und bei der Gelegenheit noch an ihrer grünen Farbe zu kratzen um die vermeintlich eigentliche darunterliegende braune Tünche ans Tageslicht zu bringen. Denn anders kanns wohl nicht gehen.
Wehe dem, der dazu noch eine Faszination für verschiedenen Kulturen und vor allem deren künstlerischen und gesellschaftlichen Schaffungen und Strukturen hat...
Schublade auf - Schublade zu.
Diese ganze Diskussion hier erscheint mir extrem konstruiert... oder gehts drum, die einzelnen User hier anhand dessen was sie hier sagen, besser einschätzen zu können?
MMn hat dieser Ethnopluralismus nicht viel Bedeutung, Nationalismus, Nationalsozialismus und in manchen Ländern auch Rassismus schon eher.
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05. 05. 2008, 07:37
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#61
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Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2004
Beiträge: 768
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Die entscheidene Frage ist dann aber: "Möchtest du sie auch bei dir haben?"...
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Gute aber gleichzeitig auch schwierige Frage, die ich so pauschal nicht beantworten kann.
Es kommt halt drauf an wie sich die anderen, fremden Kulturen verhalten. Gegen einen Italiener mit einem Restaurant oder einen Türken mit einem Gemüseladen habe ich nix, ganz im Gegenteil, es ist ein Knochenjob den ich nicht machen würde. Auch andere kulturelle Eigenarten respektiere und toleriere ich.
Wenn aber jemand auf die Idee kommt, in meiner Straße eine Kuh schächten zu wollen, erregt dieser schon meine Ablehnung. Auch wenn hier tradierte Gewohnheiten in Frage gestellt werden, die kulturell bedingt sind, erregt dies meinen Argwohn.
MfG
achi.
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05. 05. 2008, 10:01
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#62
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Harley Quinn Lover
(Threadstarter)
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Ort: Gotham
Beiträge: 2.322
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Zitat von infofilter
das problem bleibt. wer ist denn volk, wer nicht? wer definiert die grenze? jemand wird diese definition vornehmen müßen, und mangels natürlicher/sachlicher kriterien wird es eine willkürliche sein.
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Soll es wirklich so sein? M. E. kann man dies über eine verfassungsgebende Versammlung entscheiden, die vorher zwar von den allen gewählt worden ist, aber die Minderheit in dieser Versammlung wird dann später ausgestoßen. Ist zwar schwierig so eine Situatiopn vorzustellen, aber dennoch wäre so ein weg leider demokratisch legitmiert. Aber natürlich kann das wie du es schon sagst auch willkürlich von Jemandem bestimmt werden, ist keine Frage
Zitat:
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Zitat von Neandertaler
Warum fragt man sich, müssen es ausgerechnet die Linken sein, die ein zentrales Element im Marxschen Werk, die Lehre von der Basis (Produktionsverhältnisse) als dem Primären und dem Überbau (Kultur, Politik) als dem davon Abgeleiteten beharrlich ignorieren und sich damit anfällig für reaktionäre und rechte Ideologien machen.
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Zitat:
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Zitat von Henning Eichberg
[...]Andererseits - und im Kontrast zum abstrakten Internationalismus und zum realen Chauvinismus - stammen die wichtigsten Beiträge zur Theorie des Ethnopluralismus von Sozialisten, Anarchisten und anderen radikaldemokratischen Linken, von Michael Bakunin, James Connolly, Martin Buber...[...]
http://www.bublies-verlag.de/dept_120.html
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Ich kenne wahrlich keine Originaltexte von den genannten Autoren, deswegen kann es auch kompletter Müll sein, was der Eichberg da schreibt...Achja, woher stammen deine Zitate (Beleg bitte)...
Zitat:
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Danach aber, also wenn die Lebensverhältnisse vorbei sind, sind diese Volkstänze, wenn sie immer noch gemacht werden, eben keine Volkskultuzr mehr, sondern eine hochartifizielle Angelegenheit professioneller Tanzgruppen. Was man zu sehen bekommt, ist sehr schön, aber eben ein sehr schönes Museeum.
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Hier knüpfe ich an Richard Wagner, Clara Zetkin und Bertolt Brecht an und sage, dass du Recht hast. Diese ganzen Aspekte vergangener "Kulturen" sind vergangen und nicht mehr aktuell. Kultur und Kunst soll in deren Verständnis die Zustände und Probleme des Kapitalismus aufzeigen und so die Menschen auf die neue Gesellschaft vorbereiten. Brecht fanf zwar Shakespeare schön, aber seiner Meinung nach war es ein Relikt aus der Zeti, wo das Bürgertum am Entstehen war.
Zitat:
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Du wirst dann feststellen, dass es völlig absurd ist, dem Kapitalismus vorzuwerfen er habe die künstlerische Freiheit verhindert. Er hat sie überhaupt erst ermöglicht.
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Wieviele Künstler und Wissenschaftler sind vorhanden, die sich nach der Nachfrage orientieren müssen und somit ihre Freiheit aufgeben. Das ist im kapitalistischem System so und es war auch im Realsozialismus so gewesen.
Zitat:
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Sein Abnehmer war nicht mehr der Dienstherr, sondern das zahlungsfähige Publikum.
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Die eben andere Dienstherren waren. Denkst du wirklich, dass jemand aus dem gemeinen Volk sich leisten konnte in eine Vorstellung von Beethoven reinzugehen?
Zitat:
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Zitat von lilith1970
Diese ganze Diskussion hier erscheint mir extrem konstruiert... oder gehts drum, die einzelnen User hier anhand dessen was sie hier sagen, besser einschätzen zu können?
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Wie kommt Madame auf diese Idee? Weder noch. Ich finde die aktuelle Gesellschaftsvorstellung der NPD, eben Ethnopluralismus, zu diskutieren spannend. Schließlich ist es eben eine Form des Rassismus. Nur eben ohne die übliche "Herrenrasse". Falls es dich interessieren sollte, eben gerade gefunden: http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/...lsozialist_173
Zitat:
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Zitat von achi
Wenn aber jemand auf die Idee kommt, in meiner Straße eine Kuh schächten zu wollen, erregt dieser schon meine Ablehnung. Auch wenn hier tradierte Gewohnheiten in Frage gestellt werden, die kulturell bedingt sind, erregt dies meinen Argwohn.
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Das sind aber feudale Traditionen der Menschen, die in ihren Heimatdörfern von Hygiene, Krankenversorgung, und des weiteren kaum etwas mitbekommen haben. Die stoßen auch bei mir auf Ablehnung, da dies m. E. nicht mehr unter Tradition fällt...
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05. 05. 2008, 13:22
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#63
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Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2004
Beiträge: 768
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Wieviele Künstler und Wissenschaftler sind vorhanden, die sich nach der Nachfrage orientieren müssen und somit ihre Freiheit aufgeben. Das ist im kapitalistischem System so und es war auch im Realsozialismus so gewesen.
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Naja, gibt da aber noch einen gehörigen Unterschied. Im "kapitalistischen System" ist im Endeffekt alles eine Frage von Angebot und Nachfrage. Wenn es genug Menschen gibt die einen Künstler präferieren der Exkremente in Dosen anbietet, dann hat dieser dann auch seinen Erfolg. Er hat ja die Freiheit es durchzuziehen, egal um was es geht. Das der Staat oder die Gesellschaft das nicht unbedingt goutieren muss ist für mich selbstverständlich, obwohl es in Deutschland möglich ist. Ein Recht auf das Existenzminimum haben selbst die miesesten Künstler. Dies haben sie eben in "realsozialistischen" Ländern nicht gehabt, dort hatten sie, sofern sie unbotmäßig waren, nicht mal einfachste Grundrechte zugesprochen bekommen, Meinungsfreiheit zum Beispiel.
Zitat:
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Das sind aber feudale Traditionen der Menschen, die in ihren Heimatdörfern von Hygiene, Krankenversorgung, und des weiteren kaum etwas mitbekommen haben. Die stoßen auch bei mir auf Ablehnung, da dies m. E. nicht mehr unter Tradition fällt...
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In Deutschland gibt es sogar ein Recht auf Schächten. Das war auch nur ein Beispiel. Zugegebenermaßen würde mich auch das fünfmalig am Tag stattfindende Gebrüll eines Muezzins stören, weil es eben nicht hierher passt. Den Klang von Glocken nehme ich aber generös hin, weil hier in Deutschland die Kirche einen angestammten Platz hat.
MfG
achi.
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05. 05. 2008, 13:52
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#64
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Fisch
Registrierungsdatum: Dec 2001
Ort: Dorf
Beiträge: 3.023
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Zitat von LordPiccolo
Welche Geschichte? Was meinst du damit?
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Wenn man etwas wie den Ethnopluralismus, der die einzelnen Kulturen trennend behandelt, mit etwas wie dem Kommunismus verbindet, der eine kulturelle Gleichschaltung voraussetzt, erhält man das was der Nationalsozialismus war. Nämlich eine übergeordnete Kultur, die erstens nur wenige Aspekte der in ihr zusammengefassten Kulturen korrekt wiedergibt (z.B. die erwähnte preussische Hegemonie) und zweitens jede andere Kultur bekämpft (z.B. die jüdische).
Ohne diesen kommunistischen Aspekt wird man keinen Nazi für Ethnopluralismus begeistern können, da dieser sonst in die Richtung der Kleinstaaterei führt, während den Nazis ja die "großdeutsche Lösung" (damals das Zusammenlegen der deutschen Kleinstaaten) anstrebten und als Machtmittel auch benötigten.
Ein auf Kleinstaaterei gemünztes Konzept wie der Ethnopluralismus wäre schließlich nicht nur das Aus für die Globalisierung sondern auch für jedwedes staatliches Großmachtstreben.
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05. 05. 2008, 14:27
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#65
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"Einzigst"-sager
Registrierungsdatum: Apr 2001
Ort: Kalaalit Nunaat
Beiträge: 1.010
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?
Zitat:
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Ein auf Kleinstaaterei gemünztes Konzept wie der Ethnopluralismus wäre schließlich nicht nur das Aus für die Globalisierung sondern auch für jedwedes staatliches Großmachtstreben.
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Ich glaube nicht, dass Ethnopluralismus zwangsweise zu "Kleinstaaterei" führt, denn das würde in der Tat eine sehr strenge Form und auch Abgrenzung dessen beschreiben was wir hier im Thread "Kultur" nennen. Dann könnten wir nämlich auch wie du beschrieben hast die Bundesrepublik vergessen, von einer EU ganz zu schweigen. Ich denke aber, dass es verschiedene "Kulturstufen" gibt. Ich beispielsweise bin Norddeutscher. Das heißt aber nicht, dass ich mich nicht als Deutscher fühle. Und außerhalb Europas sehe ich mich fast schon eher als Europäer.
Ich denke dass man beim Begriff einer Kultur viele Abstufungen treffen kann. Nicht jedes Dorf mit eigenem Dorffest hat eine eigene Kultur... Und aus diesem Grund finde ich, dass das Prinzip des Ethnopluralismus nicht dadurch nichtig wird, dass man mehrere sich ähnliche "Kulturen" unter einem Hut zusammenfasst. Was auch immer eine Kultur ist... Das geht auf europäischer Ebene, auf nationaler und auf länderebene...
EDIT: Wobei das mit der EU schon wie die Erfahrung zeigt meines Erachtens grenzwertig ist. Das wird wohl eher nur auf politischer Ebene vereint sein...
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05. 05. 2008, 14:43
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#66
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