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achi
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?

Zitat:
Sonderbares Weltbild. Noch nie etwas vom südafrikanischen Apartheits-Regime gehört?

Mir wäre allerdings neu, dass es während des Apartheid-Regimes in Südafrika nennenswerte schwarze Eliten gegeben hätte. Ob nun Wirtschaft oder Politik. Gegenbeispiele die überzeugen sind natürlich gern gesehen, werden definitiv aber nicht kommen.

Zitat:
Ich weiß, es war bitter, als die Alliierten gesiegt hatten und dann das Ding mit der Reeducation kam, also dass man nicht mehr seine höchste heilige Autorität lobpreisen und öffentlich "Heil Hitler!" brüllen und den Arm dazu strecken durfte. Aber Du wirst sehen: Die Zeit heilt alle Wunden.

Die Gleichstellung des Dalai Lama und Hitlers stößt schon arg an die Grenzen der Dummheit und muss darüber hinaus glaube ich nicht weiter kommentiert werden.

Im Übrigen waren die Beispiele mit dem Essen die lebensnächsten. Auch Essen ist Kultur. Für Dich vielleicht neu, für mich und viele anderen Menschen ist es aber ein essentieller Bestandteil der Kultur.

MfG
achi.
Alt 13. 05. 2008, 17:22 achi is offline Mit Zitat antworten #101
LordPiccolo Spender
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?

"Real existierender Pluralismus"

Das was du da ansprichst, ist Multikulturalismus. Hier sehe ich Möglichkeiten, dass innerhalb eines Staates mehrere Kulturen mehr oder weniger friedlich miteinander leben können. Bei den Historikern, Politologen und vlt Soziologen nennt man soetwas Vielvölkerstaat.

Dafür gibts in der Geschichte mehrere Beispiele. Nehmen wir die Türkei als Beispiel, da auch Carl Schmitt für seinen Freund-Feind-Begriff die Türkei als Beispiel genommen hat. Das Osmanische Reich war ohne Zweifel ein Vielvölkerstaat. Nach dem I. Weltkrieg wird ein weiterer Krieg gegen die Besatzer unternommen, der "Unabhängigkeitskrieg". Nach diesem Krieg wird der türkische Nationalstaat ausgerufen. Ein Gefühl des Nationalismus breitet sich aus, die bis heute spürbar ist und sich gegen anderen ethnischen und religiösen Minderheiten richtet, allen voran den Kurden und Aleviten.
Alt 13. 05. 2008, 17:32 LordPiccolo is offline Mit Zitat antworten #102
cyberny
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?

Zitat:
Zitat von LordPiccolo
Das was du da ansprichst, ist Multikulturalismus. Hier sehe ich Möglichkeiten, dass innerhalb eines Staates mehrere Kulturen mehr oder weniger friedlich miteinander leben können. Bei den Historikern, Politologen und vlt Soziologen nennt man soetwas Vielvölkerstaat.

Dafür gibts in der Geschichte mehrere Beispiele. Nehmen wir die Türkei als Beispiel, da auch Carl Schmitt für seinen Freund-Feind-Begriff die Türkei als Beispiel genommen hat. Das Osmanische Reich war ohne Zweifel ein Vielvölkerstaat. Nach dem I. Weltkrieg wird ein weiterer Krieg gegen die Besatzer unternommen, der "Unabhängigkeitskrieg". Nach diesem Krieg wird der türkische Nationalstaat ausgerufen. Ein Gefühl des Nationalismus breitet sich aus, die bis heute spürbar ist und sich gegen anderen ethnischen und religiösen Minderheiten richtet, allen voran den Kurden und Aleviten.
Naja, ein wenig mehr Pluralismus neben dem ganzen Multikulti-Geschwätze würde den Türken bestimmt gut anstehen. Möglicherweise gäbe es dann in diesem Vielvölkerstaat auch weniger Angriffe gegen Andersgläubige.
Als Geschwätz bezeichne ich es ganz einfach deshalb, weil das Wort selbst zwar erwähnt, dass es sich um mehrere Kulturen handelt aber keinerlei Umgang mit diesen nennt und somit im wesentlichen sinnfrei bleibt. Ein Land, das ein anderes überfällt und dessen Bevölkerung zur Sklavenarbeit heranzieht könnte beispielsweise auch problemlos von Multikulti reden. Der Pluralismus liefert hingegen Ansätze zum Umgang miteinander, auf die sich eine Minderheit zur not auch beziehen kann, was ihm einen ganz praktischen Wert verleiht.

Zitat:
Zitat von Wikipedia
Daher wird oft die Meinung vertreten, dass der gesellschaftliche Pluralismus neben Gewaltenteilung, verfassungsmäßig garantierten Grundrechten, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie eine wesentliche Grundlage für eine freie Gesellschaftsordnung sei. Ohne das Konzept des gesellschaftlichen Pluralismus könne z. B. selbst in einer Demokratie die Freiheit der Lebensgestaltung von Minderheiten durch Mehrheitsbeschlüsse bis auf die wesentlichen Grund- und Menschenrechte eingeschränkt werden.
Diese Definition von Pluralismus trifft doch recht gut die Situation in der Türkei: Es existiert zwar eine Demokratie, jedoch ist die Mehrheit anscheinend nicht immer gewillt die Minderheiten zu akzeptieren.

Erst der Pluralismus betrachtet die individuelle Verwirklichung, Vertretung und Artikulation der Wünsche einer Minderheit als legitim und erwünscht. Man muss dabei bedenken, dass das, nur weil es in unserer Kultur zum guten Ton gehört und somit in den überaus schwammigen begriff Multikulti hineininterpretiert wird, anderswo weder automatisch gegeben ist noch in irgendwelche Buzzwörter hinein interpretiert wird.

Die häufigen Übergriffe auf Christen zeigen jedenfalls, dass dieses Prinzip in der Türkei nicht flächendeckend angewandt wird, was ja bei aufklärerischem Gedankengut in einem überwiegend islamischen Land auch nicht sonderlich überraschend ist.

Zitat:
Zitat von LordPiccolo
"Real existierender Pluralismus"
Zugegeben das klingt lustig aber man darf nicht vergessen, dass der Pluralismus ein wichtiger Teil unseres politischen Systems ist und nicht nur irgend eine utopische Theorie.
Alt 13. 05. 2008, 18:46 cyberny is offline Mit Zitat antworten #103
LordPiccolo Spender
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?

Ich glaube wir reden aneinander vorbei.

Zitat:
Der Pluralismus liefert hingegen Ansätze zum Umgang miteinander, auf die sich eine Minderheit zur not auch beziehen kann, was ihm einen ganz praktischen Wert verleiht.

Soetwas wird in einem Staat, der ethnopluralistisch angehaucht ist, nicht geben. Homogenität heisst das Stichwort. Nichts anderes. Keine ethnischen, religiösen und politischen Minderheiten mehr. Carl Schmitt und Ernst Jünger würden sich freuen.

Zitat:
aufklärerischem Gedankengut in einem überwiegend islamischen Land

Nebenbei auch noch einen schönen Seitenhieb auf eine Religion, anstatt auf die Extremisten selber zu zielen. Aber das ist nicht das Thema hier...
Alt 13. 05. 2008, 19:29 LordPiccolo is offline Mit Zitat antworten #104
Neandertaler
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Re: Ist Ethnopluralismus utopischer als Kommunismus?

Zitat:
Zitat von cyberny
Also deine Argumentation stützt sich auf willkürliche Google-Ergebnisse?!
Also wenn man einen Gag erst noch erklären muss, wird es sinnlos.

Da geht es nicht um eine Argumentation - die Passage, auf die ich mich beziehe, ist mir keine Erwiderung wert -, sondern da geht es um einen Glückstreffer, welcher sich einzige daraus ergibt, dass man ein deutsch klingendes, aber nicht zum deutschen Wortschatz gehöriges Wort darauf hin überprüft, ob und wie es überhaupt verwendet wird.

PS:

Damit es ganz, ganz klar wird:

Es gibt kein "überpfropfen". Das ist falsches Deutsch.
Es gibt "überstülpen" und "aufpfropfen".

Deshalb ist die Neubildung "überpfropfen" das eigentlich Auffällige an einer Argumentation gewesen, die selber derart abgenudelt ist, dass ich es mir erspare, darauf einzugehen.
Alt 13. 05. 2008, 20:18 Neandertaler is offline Mit Zitat antworten #105
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