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Provokateur
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Gier - Debatte

Anlass dieses Thema ist mein Erstaunen über die geplante Diätenerhöhung der Abgeordneten die den Steuerzahlern wiederum Millionen kosten wird. Interessant auch die Begründung die im wesentliche auf die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst abheben denen wiederum die ständig steigende Inflation zugrunde liegt.

Während man bei anderen Transferleistungen etwa beim ALG II dieses Argument stets vom Tisch wischt, ist es plötzlich bei dem Abgeordneten legitim wenn unsere Steuergelder zum Inflationsausgleich verwendet werden.

Der Spiegel und andere Medien melden das:
Zitat:
Nach der jetzt geplanten Neuregelung sollen die zu versteuernden Einkünfte der 612 Abgeordneten zum 1. Januar 2009 um 278 Euro auf 7946 Euro steigen - macht 3,63 Prozent mehr. Ein Jahr später ist ein weiterer Anstieg um 213 Euro (nochmal 2,68 Prozent mehr) auf 8159 Euro vorgesehen.

Im vorigen November hatte der Bundestag bereits eine Anhebung um rund 9 Prozent beschlossen, um die Einkommen der Parlamentarier an das Gehaltsniveau von einfachen Bundesrichtern anzunähern. Am 1. Januar dieses Jahres waren die Parlamentarier- Einkommen deshalb auf 7339 Euro gestiegen. Für 2009 war bislang ein Betrag von 7668 Euro vorgesehen.

Heißt im Klartext eine Steigerung der Diäten innerhalb von 3 Jahren um 15.31 Prozent. Erfahrungsgemäß ziehen auch die Landesparlamente nach.
Wir müssen uns also auf Transferleistungen in Milliardenhöhe an die Abgeordneten gefasst machen.

Abgesehen von den Politikern der Verhalten ich als völlig Instinktlos klassifizieren möchte geht es mir aber auch um die Gier im Allgemeinen weil dies nun ein Schlachtbegriff geworden, ist der bei fast jeder Gelegenheit verwendet wird.

Ist es Gier wenn Bürger billig einkaufen?
Ist es Gier wenn Manager hohe Abfindungen erhalten?

Ist Gier nur den Eliten und wenn ja, was sind Eliten, eigen?

PS: Es geht mir hier nicht um akademische Debatten sondern darum was jeder wirklich denkt!
Alt 06. 05. 2008, 07:57 Provokateur is offline #1
Zenotaph
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Re: Gier - Debatte

Nun ja, es scheint mehr etwas fundamentales zu sein.
Man nimmt, was man kriegen kann und gibt so wenig wie irgend möglich.
Genausogut könntest du fragen, warum Menschen,
deren Gehälter den Durchschnitt eh weit übersteigen, es auch noch nötig haben,
Steuern zu hinterziehen.
Je mehr man hat, desto mehr will man haben. Klingt idiotisch, scheint aber zuzutreffen.
Es gibt Menschen, die haben soviel Geld, da reichen zwei Leben nicht, alles auszugeben,
aber es muss noch mehr her.
Dafür wird dann eine, im Verhältnis, geringe Menge für wohltätige Zwecke gespendet
und das auch noch an die große Glocke gehängt. Macht sich gut.
Es scheint mir, als wäre Geld mittlerweile ein Wert ansich, statt ein Zwischentauschmittel.
Alt 06. 05. 2008, 08:19 Zenotaph is offline #2
Matthias1253
 
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Re: Gier - Debatte

Über das Timing kann man streiten, aber eine Erhöhung der Diäten wirkt sich nunmal nicht so drastisch auf die Staatskasse aus, wie wenn man Hartz4 um 15% anhebt.

Im internationalen Vergleich ist der Verdienst deutscher Politiker eher moderat angesiedelt.

Da es hier um eine Debatte über Gier geht, würde ich eher die Gier vieler Manager ansprechen, die sich selbst dann eine saftige Abfindung gönnen, wenn sie das Unternehmen gegen die Wand fahren, siehe z.B. Schrempp.

Auch ein Schuhmacher, der offensichtlich Angst davor hat, von seinen 300 Millionen ein paar Euro an den deutschen Fiskus abzugeben ist für mich eine gierige Person.

Oder die Familie Quandt, die sich die Milliarden seit Generationen zuschiebt und mehrt, scheint offensichtlich vom Geld nicht genug zu bekommen.

Der Kapitalismus hat nunmal einige "Drawbacks". Jemand ruft bei dir an und bietet dir eine 20% Gehaltserhöhung. Wie lautet deine Antwort? Ich nehme an, wir beide kennen sie...
Alt 06. 05. 2008, 08:35 #3
n0b0dy
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Re: Gier - Debatte

Gier gibt es in jeder gesellschaftlichen Schicht, mal mehr mal weniger. Wobei man bei nem Hartz4 Empfänger nicht von Gier reden kann. Wirkliche Gier beginnt imho dort wo man mehr einnimmt als man ausgeben kann und trotzdem mehr will, denn dann dient Geld nicht mehr zur Selbstverwirklichung, sondern nur noch dem Sammeltrieb. Genau dort entsteht auch das Hauptproblem der deutschen Wirtschaft: Die Ansammlung von Kapital & Vermögen bei ein paar % der Bevölkerung(mehr gibts !hier!). Aber das nur nebenbei.
Alt 06. 05. 2008, 08:56 n0b0dy is offline #4
wolfkid
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Re: Gier - Debatte

Zitat:
Über das Timing kann man streiten, aber eine Erhöhung der Diäten wirkt sich nunmal nicht so drastisch auf die Staatskasse aus, wie wenn man Hartz4 um 15% anhebt.
Wen interessiert das?
Wenn (angeblich) kein Geld da ist, spielt es keine wesentliche Rolle, ob etwas 1 Milliarde oder 5 Milliarden kostet. Das Geld fehlt trotzdem noch.
Davon abgesehen, sind die Regelsätze ohnehin veraltet und in der Höhe nach unten "korrigiert".

Zitat:
Zitat von Flegel
Das beginnt bereits mit der Festlegung der Regelsätze aus den EVS-Stichproben. Daraus folgert, dass nur alle 5 Jahre eine Überprüfung der Regelsätze erfolgt. Doch selbst dann, wenn die EVS jährlich erfolgen würde, wäre die Ermittlung der Regelsätze aus dieser statistischen Erhebung unbrauchbar, denn die für die Berechnung herangezogenen unteren 20 % aus dem Verbraucherindex leben teilweise bereits seit Jahren unterhalb der von der EU verabschiedeten Norm (Geringverdiener, Rentner) und könnten im Prinzip selbst ALG II oder Sozialhilfe beantragen. Aber sie wissen es nicht oder schämen sich. Lieber vegetieren sie vor sich hin. Wenn die Regelsätze dann schließlich aus der statistischen Erhebung der EVS ermittelt wurden, sind sie bereits wieder völlig veraltet. Gerade die letzten beiden Jahre beweisen das durch die rapide gestiegenen Energiekosten und nun durch die Mehrwertsteuererhöhung.

Ähnlich sieht es auch mit den Renten aus.
Für eine Erhöhung ist jahrelang kein Geld da gewesen, die Diäten konnten aber trotzdem immer wieder erhöht werden.
Jetzt macht man, im Hinblick auf die nächstes Jahr anstehenden Wahlen, kleine Geschenke, die noch dazu eine Mogelpackung sind. Die Anhebung um 1,1% ergibt sich nämlich aus der geplanten Erhöhung um 0,46% + Aussetzung "Riester-Faktor".
Allerdings soll diese Aussetzung nachgeholt werden, voraussichtlich 2012/2013 wird die Rentenanpassung geringer ausfallen.

Noch dazu müssen unsere Politbonzen sich eine andere Frage gefallen lassen.
Wieso ist für unsere Abgeordneten ein Inflationsausgleich von über 10% nötig, während Rentner nur 1% "benötigen"? Leben Deutschlands Rentner etwa nicht in Deutschland und müssen sie nicht in gleichem Maße die gestiegenen Lebenshaltungskosten bewältigen?
Aus Sicht der Rentner ist das keine Frage der Gier, sondern eine Frage der Gerechtigkeit!
Alt 06. 05. 2008, 09:18 wolfkid is offline #5
Provokateur
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Re: Gier - Debatte

612 Abgeordnete mal 5.000 Euro (nach Steuern) gleich 3.060.000 Euro/Monat Steuerlast, beispielsweise mitfinanziert über 19 Prozent Merkelsteuer, einkommensunabhängig erhoben, für "Aufstocker" wie angestellten "Manager".

3.060.000 Euro/Monat x 12 Monate = 36.720.000 Euro / Jahr.
Und das sind nur die Berliner "Wasser - statt- Wein-Prediger". Dazu kommen noch die Landesparlamente.

Peanuts?

Das AlG 2 (und die Regelsätze Sozialhilfe) sind nach Preisen und Ausgaben von 1997 statistisch berechnet worden und nach 10 Jahren letztes Jahr um 2 Euro monatlich von 345 auf 347 Euro maximaler Regelsatz erhöht worden. Seitdem fahren alles ALG Empfänger Ferrari!

Noch nicht öffentlich ist das die Unternehmungsberatung McKinsey beauftragt worden ist zu überprüfen, ob eine Finanzierung durch eine Neuregelung der Harzt IV Bezüge gesichert werden kann. Beide werden von Steuergelder finanziert.
Alt 06. 05. 2008, 09:28 Provokateur is offline #6
Der Rebell
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Re: Gier - Debatte

Zitat:
Zitat von Wikipedia
Habgier oder Habsucht ist das übersteigerte, rücksichtslose Streben nach materiellem Besitz, unabhängig von dessen Nutzen, und eng verwandt mit dem Geiz, der übertriebenen Sparsamkeit und dem Unwillen zu teilen.

Die Habgier wird in vielen Kulturen moralisch verurteilt und zieht auch in Sagen, Märchen und Religionen Strafen nach sich.

Ein wesentliches Merkmal der Gier (Habgier) ist die Maßlosigkeit also das Besitzstreben ohne Maß, wobei der Vergleich mit dem Besitzstreben der Allgemeinheit das Vergleichsmaß darstellt.

In der Gegenrede der Gierigen wird regelmäßig der Neidvorwurf erhoben. Neid ist das Mißgönnen des Lohnes des Erfolgreichen.

Beiden Begriffen liegen keine objektiven Grenz-Kriterien zugrunde. Jedoch ist Gier dann gegeben, wenn der Vergleich immer mehr zugunsten des Besitzstrebens ausfällt und Neid ist umgekehrt dann gegeben, wenn sich die Verhältnisse im Vergleich nicht ändern sondern der Erfolg mißgönnt wird.

Da sich seit Jahren die Vermögens- und Einkommensaufteilung in der Gesellschaft zugunsten des Besitzstrebens geändert hat, kann von einer giergesteuerten Wirtschaft gesprochen werden.
Alt 06. 05. 2008, 11:19 Der Rebell is offline #7
Neandertaler
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Re: Gier - Debatte

Ja, ja, die Gier ist aller Laster Anfang.

Dagen hilft 'ne gute Predigt. Oder der Köhler lässt wieder mal sein Wort zum Sonntag vom Stapel. Und in den 50er Jahren hat es, glaube ich, mal eine Aktion "Moralische Aufrüstung" geben. Heute vielleicht mit Kerzen im Fenster, was dann der Aufstand der Anständigen wäre? Mit BILD vornedran?

Was wäre der Effekt? Das Klima würde noch schleimiger und scheinheiliger, als es eh schon ist.

Wie wenn es einen Unterschied bei der Gier gäbe. Gierig sind alle. Keiner lässt liegen, was er kriegen kann. Go shopping, be happy! Jeder will haben, haben, haben.

Verschienen ist nur die Macht, sich was zu nehmen.

Und da machen diese Abgeordneten halt wieder mal einen zaghaften Versuch, sich nicht ganz abhängen zu lassen; nicht öffentlich sichtbar als das dazustehen, was sie sind, nämlich neben den Top-Managern der DAX-Unternehmen mit ihren Millionenbezügen kümmerliche, ohnmächtige Wichte.

Die Einkommensskala von 340 Euro im Monat bis 1 Million Euro im Monat bildet das Machtgefälle und die Machtverteilung in der Bundesrepublik ab. Auf dieser Skala bleiben die Abgeordneten auch nach der Diätenerhöhung bei den Habenichtsen. Es sind immer noch Leute, denen ihre Altersversorgung am Herzen liegt. Sie sind Kleinbürger, sie gehören zum Personal.

Diejenigen, die wirklich das Land regieren, brauchen keine Altersversorgung. Die haben private Vorsorge geleisten, mit Aktienpaketen, Konten auf den Caymans und Residenzen überall.

Dieser hier schon als politische Folklore bodenständig gewordene und regelmäßig wiederkehrende öffentliche Aufheuler bei Diätenerhöhungen ist vor allem eines: Ein Propagandamittel, um die wirklichen Macht- und Ausbeutungsverhältnisse zu verschleiern.
Alt 06. 05. 2008, 11:46 Neandertaler is offline #8
Der Rebell
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Re: Gier - Debatte

Spott über die Klage hilft nicht weiter. Denn ....

.... es ist nunmal nicht gleichgültig, welche Mechanismen eine Volkswirtschaft steuern. Wenn es die Gier ist, werden sachliche Entscheidungen verhindert.

Außerdem ist es nur eine Behauptung, allen Menschen gleichermaßen Gier zu unterstellen.
Alt 06. 05. 2008, 12:11 Der Rebell is offline #9
Habek
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Re: Gier - Debatte

Prinzipiell halte ich die Kritik an den Diatenerhöhungen für verfehlt.

Momentan erhalten nämlich Leute, die beispielsweise in Wirtschafsfragen sehr kompetent sind, in der freien Wirtschaft mehr als in der Politik.

Eine Diätenerhöhung könnte auf Dauer dazu führen, dass nicht nur Lehrer und Anwälte im Bundestag sitzen.

Stattdessen könnte man sich also mal mit der von Neandertaler angesprochenen Gier der Topmanager beschäftigen.
Alt 06. 05. 2008, 12:19 Habek is offline #10
foxxy
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Re: Gier - Debatte

Manager die für die Vernichtung von Arbeitsplätzen Millionen kassieren, Politiker die offensichtlich ihr Geld ins Ausland verschwinden lassen - ja die sind gierig. Als "kleiner Mann" habe ich doch gar nicht die Gelegenheit Steuern zu hinterziehen, mir wird es gleich vom Gehalt abgezogen. Ich bin gar nicht neidisch, wenn jemand durch seinen Fleiß, sein Geschick, seine Bereitschaft zum Risiko reich wird. Aber diese "Lichtenstein Clique" sind reiche Asoziale. Das sind gierige Verbrecher, die müssen hart bestraft werden.
Alt 06. 05. 2008, 12:25 foxxy is offline #11
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Re: Gier - Debatte

Zitat:
Zitat von Habek
"in Wirtschaftsfragen kompetent"

Das suggeriert doch wieder, daß sich dort die Oberschlaumeier sammeln, was ich vehement bestreite. Zumal der alte Fehler gemacht wird, Geld zum Maßstab zu machen.
Alt 06. 05. 2008, 12:27 Der Rebell is offline #12
Habek
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Re: Gier - Debatte

Es wäre zumindest ein Anreiz für die Oberschlaumeier, mal vorbeizuschauen.

Einen anderen Anreiz als Geld sehe ich für Experten jedenfalls nicht, außer Ruhm und Macht.
Alt 06. 05. 2008, 12:30 Habek is offline #13
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Re: Gier - Debatte

Die Jobs sind doch gar nicht austauschbar.

Ein Abgeordneter muß nicht ein guter Vorstandsvorsitzender sein und umgekehrt. Sie haben im Gegenteil völlig verschiedene Aufträge und Funktionen.

Wann verschwindet dieses Gerücht aus den Diskussionen?
Alt 06. 05. 2008, 12:34 Der Rebell is offline #14
Habek
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Re: Gier - Debatte

Tatsache ist doch, dass man mit vielen Studiengängen, mit denen man in der Wirtschaft absahnt, auch in der Politik viel erreichen kann.
Alt 06. 05. 2008, 12:37 Habek is offline #15
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Re: Gier - Debatte

Das ist eine hervorragende Beschreibung des Systemfehlers.
Alt 06. 05. 2008, 12:39 Der Rebell is offline #16
Habek
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Re: Gier - Debatte



So kann mans auch sehen.

Wenn man sich aber überlegt, dass jemand, der über Wirtschaftsfragen abstimmen soll, das Fach dann auch studiert hat,halte ich das nicht für sonderlich schlimm.

Kritisch wird es erst, wenn die Abgeordneten noch diverse Nebenjobs haben....
Alt 06. 05. 2008, 12:41 Habek is offline #17
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Re: Gier - Debatte

Es ist nicht der Job von Volksvertretern, vorrangig über Wirtschaftsfragen abzustimmen. Es ist der Job, die Argumente aller Schichten der Bevölkerung zu hören und dann zu entscheiden, was das beste für das Volk ist.
Alt 06. 05. 2008, 12:44 Der Rebell is offline #18
5huichi
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Re: Gier - Debatte

Die 'Gier', das maßlose Anhäufen von Dingen, ohne einen besonderen Nutzen davon zu tragen, ist in jedem Menschen enthalten, jeder Mensch hat diese Eigenschaft. Bei vielen wird sie nie aktiv, bei manchen aber eben schon.
Das ist einfach ein Instinkt, genauso wie ein Hund immer weiter isst, egal ob es gesund ist oder ob er satt ist, er isst einfach weiter und um jeden Preis.
Zitat:
Während man bei anderen Transferleistungen etwa beim ALG II dieses Argument stets vom Tisch wischt, ist es plötzlich bei dem Abgeordneten legitim wenn unsere Steuergelder zum Inflationsausgleich verwendet werden.

Diese Diätenerhöhung ist echt nur eine Schande. Das Argument des Inflationsausgleich, also der Bewahrung des Lebensstandards, kann kein Argument sein, wenn man gleichzeitig Menschen, die in ihrer Existenz bedroht sind, im Stich lässt.
Bundestagsabgeordnete verdienen gut genug und dieses Scheinargument 'die und die verdienen aber mehr' gehört in den Kindergarten, nicht in die Politik.

Zitat:
Ist es Gier wenn Bürger billig einkaufen?

Keineswegs. Dabei geht es ja nicht darum maßlos mehr zu bekommen, sondern überhaupt seine Existenz zu sichern, sich vielleicht etwas gönnen zu können, was man gern hätte. Aber Gier ist das mit Sicherheit nicht.

Zitat:
Ist es Gier wenn Manager hohe Abfindungen erhalten?

Abfindungen sind generell in Ordnung, falls der Betroffene, der entlassen wird, in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte. Aber das ist bei Managern wohl kaum der Fall und außerdem sind diese Abfindungen viel zu hoch. Ich verstehe nicht, wieso der Manager soviel Geld bekommen muss, dass er sich 'ne Insel kaufen kann.

Noch problematischer ist es, wenn der Manager das Unternehmen gegen die Wand gefahren hat, vielleicht sogar Arbeitsplätze zerstört hat.
Unter diesen Vorraussetzungen verdient er auf keinen Fall eine Abfindung, schon gar keine hohe.

Zitat:
Ist Gier nur den Eliten und wenn ja, was sind Eliten, eigen?

Die Gier ist ja nur bei den Eliten möglich. Und diese Eigenschaft des Menschen wird auch erst dann geweckt, wenn man die Möglichkeiten dazu hat.

Natürlich ist auch Gier in gewissen Maße in jedem von uns; auch wenn man faktisch das Monopolyspiel schon gewonnen hat versucht man seine Gewinne immer weiter zu erhöhen. Das ist genau das Prinzip nachdem Unternehmer oft handeln - daraus resultiert die Rücksichtslosigkeit.

Und was Eliten sind? Generell hat man nur die Chance zu einer Elite zu gehören, wenn die Eltern das Geld dazu haben. Es ist also meist erstmal eine Frage des Geldes und anschließend der Ausbildung.
Alt 06. 05. 2008, 12:44 5huichi is offline #19
foxxy
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Re: Gier - Debatte

Zitat:
Zitat von Habek

Kritisch wird es erst, wenn die Abgeordneten noch diverse Nebenjobs haben....

Was ja eher die Regel ist. Aber keine Sorge, die bleiben alle völlig unabhängig
Alt 06. 05. 2008, 12:45 foxxy is offline #20
5huichi
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Re: Gier - Debatte

Zitat:
Zitat von foxxy
Was ja eher die Regel ist. Aber keine Sorge, die bleiben alle völlig unabhängig

Na ja, der neue 'Trick' ist ja, dass man erst nach dem politischen Amt auf den Sessel des Aufsichtsrats Platz nimmt.
Alt 06. 05. 2008, 12:46 5huichi is offline #21
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Re: Gier - Debatte

Zitat:
s ist nicht der Job von Volksvertretern, vorrangig über Wirtschaftsfragen abzustimmen. Es ist der Job, die Argumente aller Schichten der Bevölkerung zu hören und dann zu entscheiden, was das beste für das Volk ist.
Richtig, nur werden dir weder Friseusen noch Eisverkäufer sagen können, wie man denn ihre Interessen umsetzen kann, ohne dass alles zusammenbricht.

Und deswegen sind gute Kenntnisse nicht schlecht.
Alt 06. 05. 2008, 12:47 Habek is offline #22
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Re: Gier - Debatte

Zitat:
Zitat von Habek
Tatsache ist doch, dass man mit vielen Studiengängen, mit denen man in der Wirtschaft absahnt, auch in der Politik viel erreichen kann.
??
Lehrer, Pfarrer, Beamte und Juristen sind nicht die Creme de la Creme. Schau dir doch mal an wer Abgeordnete sind: Entweder sie können es sich "leisten" Abgeordnete zu sein oder sie würden nur einen Bruchteil dessen in der freien Wirtschaft verdienen.

Die Gier hat aber nicht nur mit Politikern zu tun sonder auch mit all den verkommen Subjekten in allen Gesellschaftsbereichen. Ja auch die lieben integeren Gewerkschaftsfunktionäre sind Scheinheiligkeit nicht zu übertreffen, sitzen sie doch in fast allen Aufsichtsräten und segnen Millionenabfindungen und Gehälter ab - in der Hoffnung das sie selbst mal gefeuert werden.

Hat nicht die Merkel erst vor kurzen die "gierigen" Manager als unanständig bezeichnet? Für Sie soll das nicht gelten?
Alt 06. 05. 2008, 12:48 Provokateur is offline #23
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Re: Gier - Debatte

@ Habek

Gute Kenntnisse auf möglichst vielen Gebieten.

Ich habe nichts gegen eine schlaue Friseurin (Frisöse sagt man nicht )
Alt 06. 05. 2008, 12:50 Der Rebell is offline #24
Habek
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Re: Gier - Debatte

Es ging ja gerade darum, dass höhere Diäten kompetentere Leute anlocken.

Ein Bundestag, der nur aus Lehrern und Anwälten besteht, leistet eben nix.
Zitat:
Gute Kenntnisse auf möglichst vielen Gebieten.

Ich habe nichts gegen eine schlaue Friseurin (Frisöse sagt man nicht )
Jaja Rebell

Gut, das klingt schon überzeugender, aber ein Physikstudium beispielsweise befähigt nun nicht wirklich zu Aussagen über Wirtschaft oder Jura.

Da wäre es schon besser, man hätte Fachmänner.
Alt 06. 05. 2008, 12:50 Habek is offline #25
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