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Just another freak...
Registrierungsdatum: May 2007
Ort: Göttingen
Beiträge: 578
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
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Zitat von Solvum
Guter Ratschlag, der aber immer nach hinten losgeht.
So hab ichs mir auch gedacht. Seitdem sitzt ich Samstag-Abend alleine in meiner Bude.
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Made my day
@Big Topic:
Meiner Meinung nach ist es auch viel zu einfach dem "Monster - Kapitalismus" die ganze Schuld an der "Sozialen Kälte" unserer Gesellschaft zu geben.
Der Kapitalismus ist vor allem so erfolgreich, da er keine strengen Grenzen hat und er von den Leuten mitgestaltet werden kann.
Das nun dabei so ein unmenschliches System herausgekommen ist, sollten wir uns größtenteils selbst zu schreiben und nicht immer auf irgendwelche herrschenden Eliten verweisen und unsere Ohnmacht betonen.
Die kleinen Fortschritte die hier schon oft zur Sprache gekommen sind wie Leuten mit Kinderwagen helfen oder alten Menschen den Sitzplatz anzubieten sollten selbstverständlich werden, und das sind u.A. auch die Dinge die Gesellschaften verändern können.
Interessant finde ich noch, dass die Werte wie Solidarität und Uneigennützigkeit in vielen Subkulturen ganz andere Stellungen haben als in der restlichen Gesellschaft und ich spreche hier nicht von kommunistischen Vereinigungen  Sondern z.B. von der Friedensbewegung, den Globalisierungskritikern, großen Teilen der Techno-Kultur, Hippies, religiösen Gemeinschaften, etc....
Das zeigt doch, dass auch ein ganz anderer Lebensstil möglich ist.
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12. 05. 2008, 12:43
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#51
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Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2005
Beiträge: 1.010
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Zitat:
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Zitat von Zel
Und als wir noch Großfamilien hatten, da haben wir andere Familien in Gaskammern gesteckt und fremde Länder angegriffen
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Irrtum.
Sinkende Geburtenrate seit 1900. Weltkrieg I: Männer tot, Frauenüberschuss. Lockere Sitten (die Wilden 20er Jahre); Frau ist nicht mehr Heimchen am Herd, Frau wird Tipse. Und dann die Inflation: Kleinbürgertum erledigt, vor allem aber Papa. Der hat nämlich nichts mehr zu vererben, und damit ist er out.
Immer bedenken, dass die Nazis den Muttertag und das Mutterkreuz eingeführt hatten. Natürlich deshalb, weil die Familie derart darniederlag, dass sie als kleine Stütze die eine oder andere Anerkennungsprämie brauchte.
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12. 05. 2008, 21:39
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#52
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
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Zitat von gamer87
Kindergärten halte ich übrigens für sehr wichtige Einrichtungen, warum sollten Kinder dort nicht erzogen werden? Alle Menschen werden egozentristisch geboren. Gerade im Kindergarten können Kinder gemeinsam Erfahrungen sammeln und verstehen, dass sich die Erde nicht um sie dreht, sondern um die Sonne. Sehr wichtig ist dabei auch der heterogene Aspekt: Ein Kindergarten sollte multikulturell und klassenübergreifend geprägt sein, um Parallelgesellschaften entgegenzuwirken. Das ist meiner Meinung nach eine viel effektivere Basis für ein solidarisches Verständnis.
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Es hat auch niemand behauptet Kindergärten wären überflüssig oder falsch. Es ging darum das ein Kindergarten oder die Schule nicht die Eltern ersetzen kann. Ergo kann die Erziehung auch nicht vollständig auf den Staat abgewälzt werden.
Warum appellieren Lehrer vermehrt an die Eltern, die Kinder besser zu Hause zu erziehen, weil sie selbst damit langsam aber sicher überfordert werden. Was will ein Lehrer bei einem 14-Jährigen ausrichten? Der hat über 30 Schüler in der Klasse sitzen und sieht die Kinder nur selten. Er ist in der Regel keine Respektsperson und erreicht die Kinder/Jugendlichen meist nicht. Wenn die Eltern zu Hause bei der Erziehung scheitern, dann kann der Lehrer wenig bis garnichts mehr korrigieren.
Warum haben insbesondere Heimkinder Probleme?
Es geht schlichtweg darum das die Familie nicht so einfach zu ersetzen ist. Deshalb ist es keine Lösung Kinder frühstmöglich irgendwohin abzuschieben. Doch die Entwicklungen führen genau in diese Richtung. Die Eltern sollen schließlich beide berufstätig sein, 12 Stunden am Tag arbeiten. Das kann nicht im Interesse der Gesellschaft sein.
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13. 05. 2008, 02:20
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#53
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Mein Kühlschrank lebt!
Registrierungsdatum: Feb 2006
Beiträge: 715
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Zitat:
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Zitat von KannibaleInZivi
Meiner Meinung nach ist es auch viel zu einfach dem "Monster - Kapitalismus" die ganze Schuld an der "Sozialen Kälte" unserer Gesellschaft zu geben.
Der Kapitalismus ist vor allem so erfolgreich, da er keine strengen Grenzen hat und er von den Leuten mitgestaltet werden kann.
Das nun dabei so ein unmenschliches System herausgekommen ist, sollten wir uns größtenteils selbst zu schreiben und nicht immer auf irgendwelche herrschenden Eliten verweisen und unsere Ohnmacht betonen.
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Mann muss schon ein ziemlicher Träumer sein, um vom Kapitalismus etwas anderes zu erwarten, als eine Ellenbogengesellschaft:
- Der Kapitalismus basiert auf dem Rohstoff- und Konkurrenzprinzip. Erfolgreich ist, wer andere klein hält (Konkurrenz, billige Arbeitnehmer etc.) und am effektivsten (NICHT am schonendsten) Rohstoffe ausbeutet.
- Reichtum vermehrt sich nicht -er wird nur umgeschichtet. Man kann also nur reich werden, in dem man anderen nimmt (bzw. sie dazu bringt, es freiwillig zu geben, was natrlich eleganter ist und das eigene Gewissen beruhigt).
- Alles, aber auch ALLES in diesem System ist dem Kosten- / Nutzen-Faktor unterworfen: Umweltschutz, Erziehung, Gesundheitssystem, Forschung -in all diesen Bereichen wird nur dort investiert, wo man auch eine Rendite erwarten kann. Randgruppen oder zahlungsschwache Menschen bleiben aussen vor. Freier Entdeckergeist, dem es nicht um kommerziellen Gewinn geht, wird nicht gefördert.
Allerdings hat der Kapitalismus auch Vorteile: es ist heute kaum noch nötig, Kriege zu führen. Durch die wirtschaftliche Abhängigkeit der Länder untereinander kann man auch so genug Druck ausüben und seine Politik durchpressen. Ist doch nett
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13. 05. 2008, 06:33
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#54
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Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2007
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Zitat:
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Zitat von okan arican
Ok, vielleicht war es während der Steinzeit anders, aber auch nur weil man auf die anderen angewiesen war um zu überleben.
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das ist eine interessante these, das problem ist, sie ist völlig falsch!!!
ich glaube ein großes problem in unserer gesellschaft ist, dass sie immer anonymer wird. sorgst du für sauberes trinkwasser? für nahrung? also betreibst du ackerbau? züchtest du tiere? entwickelst du neue medikamente? oder putzt du die straßen, womit du mittelbar krankheiten und seuchen verhinderst? sorgst du für ausbildung? forschung? energie? nähst du klamotten?
wir sind auf einander angewiesen und werden es immer bleiben, wir merken es nur immer weniger!
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13. 05. 2008, 06:38
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#55
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Imperator
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Zitat:
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Zitat von Neandertaler
Immer bedenken, dass die Nazis den Muttertag und das Mutterkreuz eingeführt hatten.
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Der Muttertag ist keine Erfindung der Nazis, sondern entstammt aus der Frauenbewegung in den USA. In DE wurde der "Muttertag" schon in den 20ern als Werbemassnahme initierert.
Der "Muttertag" in Österreich, der wird dort ab 1924 gefeiert.
Erst 1933 wurde der "Muttertag" gesetzlicher Feiertag in DE, aber da er immer auf einen Sonntag fällt, how cares.
Zitat:
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Der Kapitalismus basiert auf dem Rohstoff- und Konkurrenzprinzip. Erfolgreich ist, wer andere klein hält (Konkurrenz, billige Arbeitnehmer etc.) und am effektivsten (NICHT am schonendsten) Rohstoffe ausbeutet.
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autch, ja wer China kennt, braucht Mao nicht zu fürchten.
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13. 05. 2008, 17:53
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#56
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Mitglied
Registrierungsdatum: Mar 2008
Beiträge: 32
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Also meiner meinung nach geht ehhh... alles den bach runter! Bei uns wird das noch so wie in russland, keiner hat Geld und nur die Geld haben die sind was...
Die dann Geld haben machen Ficka auf die Armen ob die jetzt so sind wie du sie beschrieben hast oder nicht zeig mir einen der Geld hat der sich für die Armen leute einsetzt auch jetzt wo die Arme leute Welle sich anbahnt!
Mfg Manu
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28. 05. 2008, 20:08
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#57
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Meine Meinung zu dem ganzen hier ist folgendes:
Diejenigen die sich hier am lautesten über alles mögliche an unserer Gesellschaft aufregen, sind die grössten Verlierer in selbiger. Z.B. weil sie die Leistung die erforderlich ist um ein gutes Leben zu führen nicht bringen können oder möchten. Oder weil sie glauben ihr Leben sei im Vergleich dazu wie toll sie sind nicht toll genug.
Und somit schließt sich auch der Kreis wieder: Jeder jammert über sein eigenes Neid. So wie 90% der Apple-Kritiker, Apple nur deswegen kritisieren weil sie sich so teure Sachen nicht leisten können. Oder Leute die die Abschaffung des Kapitalismus fordern weil sie selbst kein Geld haben und auch keine Möglichkeiten haben um an Geld zu kommen.
So ist das eben. Jeder fordert das was für ihn am besten ist. Es gibt Ausnahmen, z.B. reiche oder hochqualifizierte Leute die dennoch eine sehr soziale Einstellung und sichtweise haben. Aber in der Regel ist es doch so dass es für jede Forderung einen Grund gibt...
Ich habe meine Familie (eltern + schwestern). Und denen bin ich defintiiv nicht scheissegal. Genausowenig meiner Freundin und sie mir. Auch meine engen Freunde sind mir nicht scheissegal. Aber ja, der Rest ist mir scheissegal. Zumindest schere ich mich nicht mehr um sie als "normale" Bestürzung. Wenn ich z.B. von einem Unglück höre denke ich mir dass es mir Leid tut für die Leute. Wenn ich von einem Arbeitslosen höre der übles Pech im Leben hatte und keinen Job mehr findet habe ich da auch Mitleid. Auch bei 14-jährigen Mädels die in so dermaßen assozialen Verhältnissen aufgewachsen sind dass sie mit 14 schon anschaffen gehen müssen.
Diese Sachen tun mir leid, aber ich sitze nicht stundenlang heulend in der Ecke wenn ich von sowas höre. Warum sollte ich?! Es gibt Menschen bei denen ich das tun würde, aber jetzt zu sagen das mir alle Menschen gleich viel wert sind ist doch reine Heuchelei!
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30. 05. 2008, 15:52
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#58
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Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2007
Beiträge: 167
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Nachdem ich den Thread hier noch einmal durchgelesen habe, kam mir ein Wort ins Gedächnis "Anonymität".
All die Jenigen, die mir nahe stehen oder die, die ich auch nur "gut kenne" und nicht mir anonym sind, die Versursachen ein tieferes Mitgefühl in mir.
Gutes und Schlechtes teilt man mit diesen Menschen auf einer emotionalen Ebene, die es bei Anonymen nicht gibt, sie fehlt.
80 000 Tote in China oder sonst wo, alles mir Fremde, ich leide nur Gedanklich mit diesen Menschen, aber nicht auf emotionaler Ebene.
Würde ich jeden Einzelnen kennen, dann wäre das anders.
Zum Glück ist das nicht so, dann wäre das Leben gänzlich nicht mehr Lebenswert (in dieser heutigen Zeit).
Viele kennen den Nachbarn nicht, es ist bequemer anonym zu bleiben, so hält man sich Ärger fern, gleiches gilt für das Vorbeifahren an einem Unfallort ohne Hilfe zu leisten.
In dieser Welt, ist soziales Verhalten nichts wert, es bringt keinen Erlös, es kostet und belastet nur.
Stress gibt es schon genug.
Man muss immer Gut sein, immer Funktionieren, es muss mehr Zeit aufgewendet werden für die Wirtschaft um gut überleben zu können, bleibt man mal hängen oder stehen, dann sind wir gleich Verlierer.
Die wirtschaftlichen Systeme forcieren Anonymität und lassen kaum noch Zeit übrig für soziale aktive Bindungen oder Aktionen (für den Einzelnen natürlich mehr oder weniger), die Masse wird mit/durch Arbeit versklavt, hinter der ein (Zeit-, Erfolgs-)Zwang steht um schön mit zu schwimmen.
Das bisschen Freizeit das bleibt, dass möchte die Masse für sich selbst (und Familie) nutzen, auch um noch den Rest an sozialen Kontakten zu pflegen.
Ob das Alles gut oder schlecht für uns ist, wird sich noch zeigen, aber Anonymität nimmt zu, sie ist bequemer.
Mitake
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30. 05. 2008, 18:20
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#59
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jan 2007
Beiträge: 266
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
ich kann auch mit leuten mitleiden die ich nicht kennen, ich war jedenfalls selbst auch stark emotional betroffen bei der katastrophe in china, dem 11.09 oder andere ereignisse, dazu muss ich nicht die leute kennen um von dem leid emotional betroffen zu sein.
und zu der these von steph-christoph:
das denke ich ist absolut falsch.. genauso gut gibt es wohlhabende leute die die gesellschaft oder zB apple kritisieren... das hat doch nichts mit neid zu tuen.
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30. 05. 2008, 18:29
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#60
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Naja zu kritisieren, dass die Gesellschaft zu kalt sei etc. hat wohl wirklich nichts mit neid zu tun. Es war eher auf diese Kapitalismus Kritik bezogen.
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31. 05. 2008, 00:39
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#61
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jan 2007
Beiträge: 266
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
glaube aber man kann leuten auch zugestehen eine politische ideologie zu haben die zufälligerweise eben nicht kompatibel zum kapitalismus ist.
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31. 05. 2008, 07:03
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#62
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Hausfrau am Saugen
Registrierungsdatum: May 2008
Beiträge: 48
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Meiner Meinung nach ist unsere Gesellschaft lau bis kühl. Sie ist nicht grad die allerwärmste, aber es geht sicher noch ein ganzes Stück kälter, ala George Orwell...
Aber trotzdem fühl ich mich in unsrer Gesellschaft manchmal verdammt beschissen, und das liegt nicht an den Menschen an sich, die waren schon immer die selben: 10% der Bevölkerung sind selbstlos wie Mutter Theresa, 10% sind egoistischte Ärsche und Ärschinnen, aber der große Teil (ca.80%) sind ganz normale Leute mit jeder Menge Schwächen, aber nem guten Herz und das war schon immer so... die Gesellschaft entscheidet darüber, wie viel man von diesem guten Herz zu sehen bekommt...
Ich mein bei der Massenabfertigung Freitags vor Dienstschluss im Discounter um die Ecke kann man kaum soziale Bande knüpfen bzw. merken wie sehr man auf die anderen angewiesen ist: Ohh Danke liebes Lidl das du mir Essen gibst so das ich kein Hunger leiden muss oder:Ohh Danke Frau Müller von der Kasse, dass sie meine Waren immer so besonders schnell über den Strichcodeabtaster ziehen... da war das mit Tante Emmas Laden, die die Kartoffeln vom Onkel Peter bekam, den man jeden Tag aufm Acker ackern sah schon was anderes.
Weiterhin bringt uns der Kapitalismus mit seinem permanentem Bedürfnisse kreieren so weit, dass wir nicht dauerhaft zufrieden sein können... auch im Sozialen: Als ich letzten Oktober anfing zu studieren, kannte ich am Anfang niemanden... dann lernte ich zwei nette Kerle kennen mit denen Ich mich auch gut verstand. Ich war total froh erst einmal ein paar Bekanntschaften geknüpft zu haben... die beiden Typen waren aber ziemlich streberhaft und sahen auch nicht wirklich gut aus und da Ich auch mal gern Party mache und versuche Mädels aufzureißen, war ich mit diesen ersten "Freunden" bald nicht mehr zufrieden und wollte unbedingt in die Gruppe um zwei ziemlich angesagte Dread-Lock-Sunny-Boy Typen rein, denn da hingen auch die Chicas rum... also waren mir die beiden Streber bald peinlich und ich begann sie mehr und mehr zu ignorieren --- ist das nicht total beschissen von mir gewesen?
Und sowas wäre in der DDR nicht vorgekommen, denn da hatte niemand Dread-Locks und alle Leute hatten die selben Klamotten und ob ich nun mit Petra, Susanne oder Ingeborg zusammen war, war ziemlich egal, zumindest vom äußeren her...ok das war jetzt nicht so ernst gemeint, ich bin heilfroh nicht länger als ein Jahr in er DDR gelebt zu haben!
Aber ich hab auch keine Lust mir mein Leben vom Kapital vorschreiben zu lassen:
Studier in München, die Unis da haben das besste Renomme in Deutschland!
Mach ein Auslandssemster, spätere Arbeitgeber legen auf sowas wert!
Trag beim Vorstellungsgespräch Anzug und Krawtte!
Kauf dir einen IPod, dass ist cool und voll angesagt!
Kinder erst mit 30 Jahren kriegen, dann hat man sich schon einigermaßen im Beruf etabliert!
Gib nicht zu viel von dir preis, man könnte es gegen dich verwenden!
Kauf dir nen Mercedes, zeig was du hast und der Skoda Baujahr 90 ist ja wirklich n Witz!
Sei stark, sonst machen sie dich fertig!
OK ich glaub es gibt keinen so bemitleidenswerten Typen, der sich so sehr vereinnahmen lässt, dass er sich sein ganzes Leben so diktieren lässt, aber in gewisser Weise haben wir alle diese Sachen im Kopf, der eine mehr, der andere weniger, und da ist es nur eine Frage der Zeit, bis man im Fahrwasser der Gesellschaft nur noch mit einem russischen, atomkraftbetriebenem Eisbrecher vorwärts kommt...
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31. 05. 2008, 14:15
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#63
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Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2007
Beiträge: 167
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Zitat:
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Zitat von Sp00kyFox
ich kann auch mit leuten mitleiden die ich nicht kennen, ich war jedenfalls selbst auch stark emotional betroffen bei der katastrophe in china, dem 11.09 oder andere ereignisse, dazu muss ich nicht die leute kennen um von dem leid emotional betroffen zu sein.
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Interessant!
Eines muss ich noch erwähnen, dass ich auch emotional mitfühle, wenn ich das geschehene Leid mit eigenen Auge sehe oder mitten drin stecke, wenn es mein Umfeld betrifft.
Was ich so über Bilder aus der Welt erfahre, über deren Leid und das Geschehene, berührt mich nur Geistig.
Um Emotional mitzufühlen, muss ich mich schon kräftig hineinfühlen, aber das vermeide ich, mache es nur sehr selten, betrachte es eher oberflächig.
Bilder zeigen auch nicht immer die Wahrheit, es wird oft ein Drama dargestellt dass es so nicht gibt, man möchte die Gelder kassieren.
Wäre ich vorort, dann würde ich helfen, bin ich nicht, so gebe ich lieber hier einen armen Menschen 10 Euro in die Hand, hab zwar selbst nicht viel, aber das ist mir immer egal gewesen.
Finde es interessant, wie unterschiedlich manch anderer fühlt oder an die Sachen heran geht.
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02. 06. 2008, 20:35
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#64
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Mitglied
Registrierungsdatum: May 2008
Beiträge: 19
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Immer wieder liest man hier so banale Beispiele, wie "für alte Leute aufstehen" und "Frauen mit Kinderwagen die Treppe hochhelfen". Für mich hat das aber ehrlich gesagt nichts mit einer kalten Gesellschaft zutun. Kalt ist für mich "Gefühllos", was Ihr beschreibt nennt man Unaufmerksam. Und diese Unaufmerkamkeit führe ich eher darauf zurück, dass die meisten es von ihrer Erziehung her garnicht anders kennen.
Ich z.B. helfe auch Menschen die Treppe hoch oder stehe im Bus für ältere Menschen auf. Ich betrachte mich trotzdem als einen "kalten" Menschen. Der einzige Unterschied ist der, dass ich mit einem offenen Auge durch die Welt gehe und sowas wie Anstand und Sitten noch beigebracht bekommen habe.
Wie gesagt nicht desto trotz muss ich sagen, dass ich ein kalter Mensch bin. Bilder von Toten, fast verhungerten gehen mir sprichwörtlich am Arsch vorbei. Schickssalschläge anderer interessieren mich kaum, es sei denn sie gehören zur "Pata-Familia". Es ist halt in einer kapitalistischen Gesellschaft so, dass die Schwachen ausgebeutet werden und für die reichen herhalten, damit diese sich als etwas besseres finden. Das findet man überall auf der Welt (selbst in Kommunistischen Ländern, die Paar, die wir noch haben, findet sich ein solches Shema einer "Klassenbildung").
Der Mensch ist das, was sein Umfeld aus ihm macht - d.h. für mich diese Welt wird immer "roher" im Bezug auf Fühlfähigkeit und Rücksicht auf andere.
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02. 06. 2008, 21:26
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#65
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Mitglied
Registrierungsdatum: May 2008
Beiträge: 3
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Ja, die Gesellschaft ist kalt. Und warum? Weil sie so aufgebaut wurde. Nur wer ein funktionierendes Teil der Gesellschaft ist, wird anerkannt. Der Rest, der nicht funktioniert wird ignoriert.
Behinderte werden als ein nicht funktionierendes Teil der Gesellschaft angesehen. Sie werden verspottet oder man empfindet Ekel. Aber warum empfindet man kein Mitleid? Die Familien stecken sie in Heime oder geben sie in Pflege, angeblich wegen der besseren Versorgung, aber stimmt das wirklich Das glaube ich nicht! Ein behinderter ist einfach nicht tragbar in einer Gesellschaft, die nur an sich selbst denkt!!
Das ist meine Meinung, kann sein das sie vielen nicht gefällt, aber es ist eben so!
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03. 06. 2008, 13:43
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#66
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wissender
Registrierungsdatum: Dec 2001
Ort: Dorf
Beiträge: 3.021
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
ProjectMayhem: Ob du spottest und Ekel oder Mitleid empfindest liegt in deiner Verantwortung, das hat nichts mit der Gesellschaft zu tun. Und die Behauptung Behinderte seien hier und jetzt nicht tragbar ist ökonomisch falsch und moralisch verachtenswert.
Zum Thema: Die <buzzword>Globalisierung</buzzword> bringt natürlich auch eine gewisse Kälte mit sich.
Ich habe mich die Tage länger mit einem Rentner unterhalten (und nein, früher war nicht alles besser), der erzählte wie früher Lebensmittel (fast ausschließlich!) in Tante-Emma-Läden verkauft wurden und eben individuell abgewogen und verpackt wurden. Außerdem kannte man meist die Verkäuferin (Und ihre Eltern, weil die den Laden davor bewirtschafteten) namentlich und auch die Kunden waren irgendwie bekannte, weil man sich ja eh ständig im Laden traf. (In Dörfern ist das ja jetzt noch so beim Bäcker oder Metzger.)
Dagegen wirkt es natürlich kalt sich sein steril abgepacktes Paket, das nur durch seinen bunten Aufdruck zu identifizieren ist, im Discounter zu holen, die Leute in der Schlange zu ignorieren, weil die alle schlecht gelaunt sind, die Waren über das Förderband zu ziehen und die Kassiererin, die der Sprache in den meisten Fällen nur sehr bedingt mächtig ist und die einen unaussprechbaren Namen trägt, der ohnehin ihre Privatsache ist und mich als Kunden überhaupt nichts angeht, da sie damit sowieso nicht für die Qualität der Waren einsteht, an einem besonders guten Tag mit einem Nicken zu grüßen.
Die Bewertung ist einfach: In der einen Situation hat man kommunizierende Menschen und in der anderen Miesepeter die sich allesamt deplatziert vorkommen.
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05. 06. 2008, 04:40
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#67
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jan 2007
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
irgendwie wirken viele von euch, als ob man sich damit abfinden müsste. vlt mag es ja sein, dass man selbst nicht viel verändern kann, trotzdem ist das kein grund, seine ideale und moralischen ansichten aufzugeben. oder simpel:
nur weil mein nachbar ein asoziales schwein ist, muss ich mich nicht genauso verhalten.
naja ich freue mich ja schon tierisch auf die bundestagswahl 2009, da gibt es zumindest erst mal eine politsche abreibung mit den kapitalistenschweinen.
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08. 06. 2008, 17:36
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#68
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Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2004
Beiträge: 97
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Zum Teil ist diese "Kälte" natürlich, da früher ein gewisser Egoismus überlebensdienlich war. Dies ist allerdings nicht mehr der Fall und heute kommt die Kälte direkt vom System, das Konkurrenzdenken schon im Kindesalter lehrt und so die Menschen gegeneinander aufhetzt. Dieses Denken wird vorallem durch die kontrollierten Medien "frisch" gehalten.
Was T. Adorno dazu sagte:
http://de.youtube.com/watch?v=iqIPOGIlKFI
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09. 06. 2008, 21:33
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#69
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gulli's dead, ich bin weg
Registrierungsdatum: Oct 2006
Beiträge: 1.711
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Re: Unsere Gesellschaft = Kalt?
Das Wesen des Menschen ist an sich ja schon paradox: Einerseits braucht er die Gemeinschaft, Freunde und Familie, ist besonders anfällig für Kommunismus und Faschismus, wo das Individuum nichts mehr zählt, andererseits dieses Konkurrenzdenken, dieser Egoismus, den schon Jean-J. Rousseau bemerkte.
Vielleicht sind Menschen ja wirklich wie Stachelschweine...
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09. 06. 2008, 22:15
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#70
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Alle Zeitangaben in UTC +1. Es ist jetzt 02:28 Uhr.
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