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Registrierungsdatum: Apr 2002
Beiträge: 5.342
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eCard: Ärztebund fordert Abbruch der Tests, Aufklärung und Aufschub
Vor dem entscheidenden Ärztetag in Ulm fordert der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, NAV-Virchow-Bund, einen Aufschub der elektronischen Gesundheitskarte. "Das Projekt ist in Kosten und Nutzen völlig unklar, zeigt in den Testregionen große Anfälligkeiten und spiegelt schon heute nicht mehr den aktuellen Stand der Technik dar", so der Bundesvorsitzende Dr. Klaus Bittmann.
Die Organisation fordert einen sofortiger Stopp in den Testregionen, ein Kassensturz über bislang ausgegebene Mittel sowie die Neukonzeption unter Berücksichtigung des Nutzens und des heutigen Stands der Technik. Des Weiteren will der Bund vermeiden, dass die Daten alle zentral gespeichert werden, die Datenhoheit muss beim Patienten verbleiben. Zudem regt man eine bessere Einbindung der eCard in den Praxisablauf der Ärzte an.
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10. 05. 2008, 08:27
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#1
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Registrierungsdatum: Mar 2007
Beiträge: 158
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Re: eCard: Ärztebund fordert Abbruch der Tests, Aufklärung und Aufschub
Wie sähe denn das konkrete Einsatzgebiet der Karte aus?
Fehlt mir irgendwie im Text / oder das nötige Hintergrundwissen dazu...
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10. 05. 2008, 09:21
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#2
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Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2006
Beiträge: 404
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Re: eCard: Ärztebund fordert Abbruch der Tests, Aufklärung und Aufschub
Fakt ist nach dieser Testphase, das es keine erkennbaren Vorteile dieser inzwischen auch nicht mehr so neuen Technik gibt, weder für den Patienten für den sie ja gedacht ist, als auch für die Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern oder Arztpraxen.
Einzig die Hersteller versprechen sich durch die Bundesweite Umstellung riesige Gewinnchancen, verständlich, denn es würde Milliarden verschlingen so glauben Experten.
Zudem muß sich die Politik die Frage gefallen lassen, ob die ,,alte,, Chipkarte die Aufgaben nicht auch noch die nächsten Jahre bewältigt, denn das jetzige System ist jahrelang genutzt und eingespielt und weißt keine großen Mängel auf die eine Umstellung hin zu dieser neuen Variante rechtfertigen würde.
Kritiker stellen ganz klar die enormen Umstellungskosten in Frage, da diese sinnvoller in bestehende Projekte und zur Modernisierung anderer Bereiche genutzt werden könnten. Ausreichendes Pflegepersonal wäre da zum Beispiel ein ganz wichtiges Thema!
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Gewinner hier nicht etwa die Patienten oder das Gesundheitswesen sein würden, sondern ganz klar die Industrie die hier versucht ein riesiges Umsatzpotential zu entwickeln!
Selbst die Krankenkassen mahnen die hohen Kosten an, die ja im Endeffekt dann doch wieder durch noch höhere Zahlungen der Patienten gedeckt werden müssten.
Gruß ghostuser
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10. 05. 2008, 10:26
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#3
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Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2006
Beiträge: 20
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Re: eCard: Ärztebund fordert Abbruch der Tests, Aufklärung und Aufschub
Der Nutzen der Karte? Nunja, es würden so ziemlich alle wichtigen Patienten und Versicherungsdaten drauf (Also auch Daten zu Krankheitsverläufen etc) gespeichert werden und nicht wie bisher nur die Versicherungsdaten, anhand derer man ausm Rechner vom Arzt die Krankheitsdaten abrufen kann (oder einfach anhand des Namens des Patienten).
Das Problem ist dass eine relativ lange Pin innerhalb relativ kurzer Zeit eigegeben werden muss.
Nun schaff mal, dass eine zb 85-90 jährige mit Gicht in den Fingern und ner Sehschwäche ne 8stellige Pin innerhalb von 10sec eingibt....vorallem wenn sie das noch nicht oft gemacht hat und wenn sie die Pin erst seit 4 Wochen oder so kennt  .
^^ Oder nochbesser von einem Zettel abließt wo sie sie sich aufgeschrieben hat.
Soweit ich weiss war es zu Zeit der Testphase auch noch so dass bei 3facher Falscheingabe die Karte gesperrt wurde.
Das hat zu einer erheblichen Störung des Praxisablaufs geführt.
Außerdem ist es fraglich, ob es sooo doll ist, wenn Daten wichtiger Krankheitsverläufe zentral gespeichert werden.... (zb mein Vater hat sich in seiner Praxis schon dabei was gedacht, als er nur einen nicht netzwerkinternen Rechner an das Inet angeschlossen hat und nich gleich den Netzwerkserver mit den Patientendbs  )
Hier gibts noch genauere Infos welche Funktionen geplant waren:
Die Zeit
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10. 05. 2008, 11:29
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#4
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Mitglied
Registrierungsdatum: May 2008
Beiträge: 2
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Re: eCard: Ärztebund fordert Abbruch der Tests, Aufklärung und Aufschub
Klingt ja fast so, als würde der Abrechnungsbetrug der durch das jetzige System noch möglich ist, den Lobbyisten zu einträglich sein! Mit der Forderung die bisherigen Kosten und Fehler anzugeben wird „Munition“ erzeugt, um zum einträglichen System zurückzukehren.
Denn mit der neuen Karte, wäre das Zusammenspiel zwischen Apotheken/Reformhäusern und Ärzten zu leicht zu durchschauen und zu beweisen!
Sicher ist die neue Gesundheitskarte weit weg von Ideal – aber dafür gibt es ja die Tests! Wird Zeit die Sache auch im Sinne der Kassenzahler zu korrigieren und dann einzuführen.
Einen großen Vorteil sehe ich z.B. mit dem elektronischem Rezept. Da spart man die Zustellungkosten für die günstige Versandapotheke.
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10. 05. 2008, 14:40
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#5
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Promedia-Hater
Registrierungsdatum: Dec 2007
Beiträge: 62
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Re: eCard: Ärztebund fordert Abbruch der Tests, Aufklärung und Aufschub
Recht so, die Forderungen des Ärztebundes kann man nur unterstützen, vorallem Punkt 8 und 9 sowie die Ablehnung einer zentralen Speicherung.
http://www.nav-virchowbund.de/images...eCard_DAeT.pdf
Das traurige ist, das diese Forderungen schon seit einem Jahr bestehen und sich nichts geändert hat.
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10. 05. 2008, 15:46
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#6
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Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2006
Beiträge: 404
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Re: eCard: Ärztebund fordert Abbruch der Tests, Aufklärung und Aufschub
@ chrispiac
Na da haben wir doch mal einen echten Verfechter der neuen Karte...
Nur leider bei dem ganzen netten Gesülze vergessen das die Datensicherheit, Verarbeitung usw. in hohem Maße ein Sicherheitsrisiko darstellt, was immer gern weggelassen bzw nicht erwähnt wird.
Hier sollen hochsensible Daten erhoben und verarbeitet werden, wenn's geht zentral - aber genau da liegen die Schwachpunkte.... was ist mit eventuellen Missbrauch von Patientendaten, was wenn Daten verloren gehen oder falsche Zuordnungen geschehen, das passiert nicht?
Na da haben wir aber in letzter Zeit öfters Meldungen hören und sehen können die ganz andere Sachverhalte zeigten - da wurden aus versehen Patientendaten im Internet veröffentlicht oder wurden gleich ganz gelöscht oder wurden verloren, alles schon passiert.
Und ich würde als Informatikernicht meine Hand dafür ins Feuer legen, das es hier in Deutschland nie passieren würde!
Ps. Ich kann heut schon alles über jemanden erfahren wenn ich einen guten ,,Freund,, bei der Polizei habe... warum soll das bei Krankendaten anders sein!
Gruß ghostuser
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10. 05. 2008, 16:50
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#7
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Mitglied
Registrierungsdatum: May 2008
Beiträge: 2
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Re: eCard: Ärztebund fordert Abbruch der Tests, Aufklärung und Aufschub
Zitat:
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Zitat von ghostuser
@ chrispiac
Na da haben wir doch mal einen echten Verfechter der neuen Karte...
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Das nicht, es ist nur interessant, wer da auf einmal den Datenschutz für sich entdeckt. Der Ärztebund ist ein Interessenverband von Ärzten. Sicher haben die zunächst Anschaffungskosten, sparen aber anschließend beim Personal, da Daten die an die Abrechnungsstellen und Krankenkassen weitergegeben werden mussten und Formulare etc. bedurften, dann Kapazitäten durch elektronische Übertragung (die bisher trotzdem erfolgen musste) eingespart wird. Auf lange Sicht werden also auch in den Arztpraxen kosten gespart und dagegen ist ein Interessenverbund der Ärzte? Schmeiss mal Dein Gehirn an, dann mekst Du vielleicht, dass die Einwände einfach von der falschen Seite kommen (schließlich gibt es auch Intressenvertreter von Patienten).
Zitat:
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Zitat von ghostuser
Nur leider bei dem ganzen netten Gesülze vergessen das die Datensicherheit, Verarbeitung usw. in hohem Maße ein Sicherheitsrisiko darstellt, was immer gern weggelassen bzw nicht erwähnt wird.
Hier sollen hochsensible Daten erhoben und verarbeitet werden, wenn's geht zentral - aber genau da liegen die Schwachpunkte.... was ist mit eventuellen Missbrauch von Patientendaten, was wenn Daten verloren gehen oder falsche Zuordnungen geschehen, das passiert nicht?
Na da haben wir aber in letzter Zeit öfters Meldungen hören und sehen können die ganz andere Sachverhalte zeigten - da wurden aus versehen Patientendaten im Internet veröffentlicht oder wurden gleich ganz gelöscht oder wurden verloren, alles schon passiert.
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Kein System ist perfekt, bloß weisst Du im welchem Masse bereits jetzt Missbrauch mit (Patienten-)Daten betrieben wird? Wenn Unternehmen „Informationsbeschaffer“ angagieren, die in Praxen einbrechen (sofern das überhaupt nötig ist) und einfach Kopien von (Papier-)Akten ziehen? Denkst Du wirklich, dieses System ist sicherer? Und bei Dir waren Rötgenaufnahmen auch noch nie nach ein ein paar Jahren Undauffindbar (zumindest vorübergehend)? Mir ist schon klar, dass das angedachte Kartensystem nicht mehr den aktuellen Standard entspricht, wie soll das auch gehen, wenn es vor bereits mehr als 10 Jahren konzipiert wurde (Wie ist es denn bei TollColect gelaufen?). Und wenn Patienten mit seinen Daten unterwegs ist (sei es Papier oder elektronisch), denkst Du wirklich, das diese dann sicherer sind? Ist Dir noch nie was verloren gegangen?
Sofern meine Krakenkassenkarte der „Schlüssel“ ist und die Daten nur mit dem und einem weiteren Schlüssel eines Arztes zur Verfügung stehen, dann bin ich als Kunde zufrieden (und ich denke, das unsere Unternehmen sehr wohl in der Lage sind, die Daten zuverlässig und sicher zu verwalten - wenn auch nicht perfekt, so doch mindestens so sicher, wie das bestehende System). Denn ich wünsche niemanden die Situation, das man mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme gebracht wird und wegen unvollständiger/nichtvorliegender Daten eine falsche Therapie eingeleitet wird – hätte es diese Karte also vor 20 Jahren schon gegeben, wäre ich heute höchstwahrscheinlich nicht Schwerbehindert! Die nötigen Daten standen nicht zur Verfügung, das ist ein reales Sicherheitsrisiko!
Zitat:
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Zitat von ghostuser
Und ich würde als Informatikernicht meine Hand dafür ins Feuer legen, das es hier in Deutschland nie passieren würde!
Ps. Ich kann heut schon alles über jemanden erfahren wenn ich einen guten ,,Freund,, bei der Polizei habe... warum soll das bei Krankendaten anders sein!
Gruß ghostuser
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Ah ja, wenn Du Informatiker bist, und eine so hohe Meinung von den deutschen Unternehmen hast, suchst Du wohl eine Stelle im Ausland? Auch ich weiss, das Datenpannen hier in Deutschland vorkommen – siehe die vermissten Laptops/PCs aus den Ministerien und die sichere Verwahrung beim MAD – sicher sind die Daten nur vor dem Zugriff der parlamentarischen Kontrollgremien, was ein viel größerer Skandal ist, denn Datensicherung ist ein wichtiger Zweck dieses Dienstes (seltsam das das so schnell unter dem Teppich gekehrt wurde und keine Köpfe rollten, DAS macht mir mehr Angst).
Und was Deinen „Freund“ betrifft, hoffentlich arbeitet er nicht bei der Polizei in NRW. Dort ist jetzt eine externe Firma beauftragt worden, zusammenhänge zwischen Abfragen im Rechner und bearbeiteten Fällen durchzuführen um eventuellen Missbrauch aufzuzeigen. Wenn er also diesen „Freundschaftsdienst“ all zu häufig oder gegen Bares angeboten hat, sollte er sich schon mal geeignete Erklärungen bereitlegen, sonst könnte sein Stuhl wackeln.
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11. 05. 2008, 10:22
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#8
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