|
|
|
|
|
|
Kiri Kiri Kiri!
Registrierungsdatum: Feb 2007
Beiträge: 75
|
Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Ich schreibe gerade an einem halb-biographischem "nach einer wahren Geschichte" Buch und mich würde einfach mal interessieren wie der Anfang so klingt. Hab' schon länger nach Leuten gesucht, die nicht unehrlich zu einem sind oder übermässig freundlich die es vllt. mal lesen würden. Mich würde interessieren ob es nach was klingt. (Der Titel ist nich irgendwie was mit Angeben oder so, sondern es ist eher ein Wortspiel mit genau diesem Eindruck.).
Würde mich über jegliche Kommentare sehr freuen. Mich würde interessieren ob es zum Weiterlesen anreizt, ob es halbwegs gut klingt und ob die stilmischung passt. Vorallem aber ob die Dialoge so passen, da ich nur selten sachen benutze wie "er sagt." oder "erwiderte er trocken" oder so.
Und die ganze Geschichte an sich soll keine "Zwei Ritter in glänzender Rüstung" Geschichte werden, das klingt bisher nur so. Ist halt eben nur der Anfang. Die Geschichte geht noch einen schönen LAngen spaziergang auf "Pech und Tod"-Avenue um dann im "Shit-Creek" zu landen.
Ok, here goes nothing ("Zirror" ist zur Zeit noch Platzhalter, vllt. lass ichs oder ich änders, kA.):
Montag, 2. Mai
Was für ein Wochenende! In unserer Wohnung hat's die Sicherung rausgeknallt (nachdem Boss verzweifelt versucht hatte eine Kaffee-Maschine über USB an seinen Computer an zuschließen, damit er bei Word der Klammer nur noch sagen muss, dass er Kaffee will. Das gefiel ihr gar nicht (Frauen...).) und deswegen haben wir sofort damit angefangen alles in der Tiefkühltruhe zu essen, was da war, damit es nicht schlecht wird. Daraus entstand dann ein knapp ein Meter hoher Eisberg aus Erdbeer-Schokolade-Vanille-Melone-Pfefferminz Eis. Nachdem wir ihn drei unfreiwillige Magenentleerungen und vier Stunden später erledigt hatten, wollten wir gerade mit dem Rest der Tiefkühlkost abrechnen, als Anna kam und einfach die Sicherung wieder rein drehte. Darauf sind wir natürlich wieder nicht gekommen!
Zirror schrieb eifrig in sein Tagebuch, natürlich während er lief. Er kann besser denken während er läuft, dass war schon von klein auf so. Natürlich ist er im seinen Leben daher schon gegen so ziemlich alles gelaufen, wogegen man laufen kann. Von dem Klischee der Laterne über die Hauswand, bis hin zu Autos oder gar gerade vorüber fahrende Straßenbahnen. Zirror und Boss hatten eine kleine Wohnung in der Innenstadt von Köln, die beiden waren die besten Freunde schon seit sie dreizehn waren. Sie gingen gerade zu einer Klientin.
„Meine Lebenssituation is' so scheiße.“ stammelte diese, während sie beschämt auf den Boden schaute. Boss saß neben ihr und hielt ihre Hand und streichelte sie sanft, Zirror lief neben ihr auf und ab. „Ich hab 60000€ schulden bei der Bank, hab Probleme mit meinem Ex, einen schlecht bezahlen Job und außerdem keinerlei Kontakt mehr zu irgendwelchen anderen Menschen außer euch zwei. Ich denke manchmal es wäre besser wenn ich mir das Leben--“
„Damit ist niemandem geholfen.“ Unterbrach er sie und begann zu grinsen. „Du redest hier mit den beiden besten Problemlösern, die Deutschland je gesehen hat!“. Boss knackte mit seinen Fäusten, als wolle er das Problem einschüchtern und aus der Stadt jagen. Das war das Zeichen, was jeder der Klienten kannte. Wenn Boss erstmal mit seinen Fäusten knackte war klar, dass das Leben des Klienten bald eine positive Wendung nehmen würde. Zirror setzte sich zur Abwechslung auch mal und starrte Boss ernst an.
„Wie ist der Plan?“
„Nun, es ist eigentlich ganz einfach. Zuerst zahlen wir der Bank ihr Geld zurück, ein haufen Leute schulden uns zweien schließlich noch ein Gefallen, nicht war Zir? Da kriegen wir 60000€ schon zusammen.“ führte Boss aus.
„A-aber, dass kann ich doch unmöglich annehmen!“
„Pah! Als ob wir es dir schenken würden! Du musst für deine Fehler gerade stehen! Wir sind hier nicht die Wohlfahrt. Du schuldest dann uns 60000€, aber wir verlangen keine Zinsen. Also kannst du dir Zeit nehmen und das Geld in Ruhe abstottern. Wegen deinem Freund...“
Wenn Boss erstmal ins erklären kam, hörten die meisten Klienten gar nicht mehr auf zu staunen. Seine Pläne waren meist total verrückt oder einfach nur unnormal. Mal eben 60000€ auftreiben, wenn man selbst doch nur ein nicht gerade der reichst ist, gleichzeitig auch noch einen besser bezahlten Job über „Vitamin-B“ auftreiben und sich um den Ex kümmern, so dass er aufhört zu stalken! Was für die meisten Menschen unmöglich erscheint, war für Boss und Zirror Alltag.
„Ich weiß nicht wie ich euch dafür jemals danken kann.“
„Wir wollen nicht deinen Dank, wir wollen dein Geld!.“ erwiderte Boss mit einem finsteren Grinsen.
„Hör nicht auf ein, es geht uns nicht um Dank und auch nicht um Geld. Es geht uns einzig allein um unsere Philosophie.“
„Philosophie?“
„Ja!“. Bei diesem Thema kam Zirror immer ins schwärmen. „Unsere Philosophie ist simpel: wenn du Leuten helfen kannst, dann tu es! Es ist eine Mischung aus dem kantischen kategorischen Imperativ und der Nächsten-Liebe aus der christlichen Ethik. Wir wollen die Welt besser machen. Auch wenn es nur um ein Leben nach dem anderen geht. One life at a time. Außerdem hoffen wir das sich unsere Klienten ein Beispiel daran nehmen und selbst anderen helfen!“
„Ihr zwei seit wirklich einmalig!“ grinste die Klientin.
„Das ist durchaus richtig!“ Boss und Zirror gingen aus der Wohnung der Klientin, nachdem sie sich verabschiedet hatten und machten sich auf den Weg nach Hause. Morgen würden sie sich um den Freund kümmern. Denn heute hatten sie andere Pläne.
„Zirror?“
„Yo?“
„Lass uns feiern!“ befahl Boss regelrecht.
Dienstag, 3. Mai
Es war gestern Abend mal wieder äußerst lustig. Boss und ich hatten einen unserer Wettkämpfe. Diesmal: Wer zuerst vom roten Bobby-Car abspringt, während es einen steilen Abhang auf den Rhein zufährt, hat verloren. Und was soll ich sagen, ich glaube die Passanten haben noch nie ein 50 km/h schnelles Bobby-Car gesehen. Nachdem Boss wieder trocken war und mir seinen „Sieg“ unter die Nase gehalten hatte, ging es wieder zurück in unsere Wohnung. Es war schließlich Montag und Montag ist Kochduell-Tag. Anna war Jury und sowohl ich als auch Boss haben beide verloren. Kochen ist nicht unsere Stärke! Aber jeden Montag werden wir etwas besser! Später gehen wir noch zu dem Ex-Freund von Jennifer, unserer gestrigen Klientin. Wir werden ihn etwas einschüchtern...
Zirror schrieb die Zeilen auf den Weg zu Annas Auto. Obwohl sowohl Boss als auch Zirror in vielen Dingen sehr bewandert waren (Zirror suchte sich Dinge aus, die ihn interessierten, und arbeitete sich hinein. Boss hatte die Angewohnheit sich blind aus der Bücherei etwas aus der „How-To“ Abteilung auszuleihen und, was immer es auch war, es zu lernen. Boss konnte deswegen sowohl Origami falten, als auch Ameisen züchten!) konnte keiner von ihnen fahren, deswegen war Anna die Chauffeurin des Teams. Sie fuhr einen unglaublich alten Golf. Der Boden bestand zu einem höheren Prozentsatz aus Löchern als aus... Boden, starten konnte man ihn nur noch indem man ihn Kurzschloss, da das Schlüsselloch nicht mehr funktionstüchtig war und generell hatten Boss und Zirror immer ein recht mulmiges Gefühl.
„Sag mal Anna, sollte sich die Tachonadel nicht bewegen, wenn du schneller bzw. langsamer fährst? Die steht aber konstant auf 30 km/h!“ erkannte Zirror, der immer vorne saß, messerscharf.
„Ja, die ist ja auch nur aufgemalt!“
„Woher weißt du dann wie schnell du fährst?“
„Ich fahr' so nach gefühl!“
Boss wurde Kreidebleich, er wusste ja das Anna nicht mehr ganz dicht ist, besonders im Vergleich zu ihm, aber so etwas!
„Naja,“ scherzte er leicht nervös „solange die Bremsen funktionieren!“
„Nunja....“Anna grinste.
Nicht eine halbe Sekunde später riss Boss die hintere Tür auf und sprang hinaus, rollte sich draußen ab und erschreckte einige Autofahrer. Anna nahms gelassen. Wie jedesmal. Das passierte öfter.
„Oh man, Anna! Die Bremsen funktionieren doch tadellos!“
„Das schon, aber ich liebe es wenn er das macht. Und es sind doch nur noch 3 km, die kann er auch laufen.“
„Wie immer...“ seufzte er. „... was ist mit der Tür?“
Anna zog an einer eigens für Boss' Notausstieg angebrachten Schnur, die die Tür schloss.
„Wie immer...“
Anna lies Zirror an der Wohnung des Ex-Freundes raus und fuhr wieder, nachdem Zirror zwei schwarze Taschen aus dem Kofferraum nahm. Nach ungefähr einer halbe Stunde warten kam Boss auch an.
„Die spinnt doch!“
„Sagt derjenige, der bei fahrt ausm Auto springt?“
„...touchè!... bist du so weit?“
„Bin ich doch immer!“
Der stalkende Ex-Freund von Jennifer hörte es an der Tür seiner kleinen Wohnung im 3. Stock klopfen. Er machte sich gerade in seiner Küche einen Kaffee. Es war offensichtlich eine lange Nacht gewesen. Er unterbrach sein Vorhaben und ging zur Tür.
„Wer ist da?“
„Post, wir haben ein Paket für Sie!“
„Komme gleich.“
Er machte die Tür auf, doch dahinter befand sich niemand. Verwundert wollte er die Tür wieder schließen, als von der Seite ein Bein auf sein Brustbein schmettert und ihn zu Boden schmeißt. Boss stand auf dem sichtlich schockierten Stalker und hielt ihm die Spitze eines japanisches Schwert, eines „Katana“, unter die Kehle.
„Hör mal zu, du scheiß Kerl. Lass Jennifer in Ruhe, OK Abschaum? Sonst könnte es sein, dass das nächste mal mein Schwert etwas weiter geht, verstanden?!“
„Argh!? Was!? Was soll das!?“
„Wir sind Freunde von deiner netten Ex-Freundin. Sie hat schon ein schwer-genuges Leben! Hör auf sie zu belästigen, oder es wird etwas extrem schlimmes passieren, klar!?!“
„Wer seit ihr überhaupt!? Ich hab euch noch nie vorher gesehen!?!“
„Ich bin Boss und der andere liebe Kerl ist Zirror!“
„Was sind das denn bitte für Namen!?“
„Decknamen, du Vollidiot!“
Dienstag, 3. Mai (Fortsetzung)
Das wäre dann geklärt! Der macht die Tür wohl ne Weile nicht mehr auf, ohne sicher zu gehen, dass es nette Leute sind, die vor der selben stehen. Ich will nicht sagen, dass wir nicht nett sind, aber ich glaube es gibt nettere Begrüßungsformeln als jemandem das Bein gegen das Brustbein zu rammen. Oder?
Auf dem Weg zu Jenny haben Boss und ich noch eines unserer Lieblingsspiele gespielt, um zu entscheiden, wer heute Nacht bei ihr schläft (für den Fall, dass der Stalker sich rächen will). Wer immer es schafft bei Stein-Schere-Papier zu verlieren, hat gewonnen. Ich hab gewonnen, also verloren, also die Nacht bei Jenny gewonnen. Morgen ist dann Boss dran, mein Schwert hab ich dabei. Wie immer...
Zirror schrieb diese Zeilen während er die Treppen im Mietshaus nach oben zu Jenny's Wohnung ging. Sie begrüßte ihn mit zuerst offenen Armen und dann schockiertem Gesicht, als sie erkannte, was in der länglichen Tasche von Zirror war. Sie setzten sich zusammen an einen Tisch und Zirror fing an einige Witze zu erzählen und sie fingen an Spaß zu haben und zusammen zu lachen. Die Witze waren richtig schlecht, aber wiederrum so schlecht, dass sie wieder witzig waren.
Sie spielten auch einige Dinge an dem Abend, unter anderem auch Zirror's Lieblingsspiel „Wer die höhere Zahl sagt“. Da Zirror sich weigerte anzufangen, gewann er natürlich jede Runde. Sie unterhielten sich sehr viel über Jenny's Vergangenheit. Wie sie in der Schule kaum Freunde hatte und generell eher Schüchtern ist. Sie dachte sie hätte keine Chance ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, bis sie von der Hilfe, die Zirror und Boss zur Verfügung stellten, von Freunden gehört hatte.
|
18. 05. 2008, 05:40
|
#1
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2007
Beiträge: 210
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Hallo!
Also ich finde den Anfang sehr gelungen  Das wird sicherlich eine ganz spannende Geschichte. Ich hoffe wir werden bald mehr davon zu sehen kriegen.
Eins noch: Ich finde "der stalkende Ex-Freund" hörd sich irgendwie komisch an. Aber das kann auch daran liegen, das ich aus Österreich komme
|
18. 05. 2008, 07:45
|
#2
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: May 2008
Beiträge: 17
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
hi,
sehr schöner anfang, reizt echt zum weiterlesen. nur solltest du darauf achten, dass du nicht weiter abhebst. damit meine ich, dass du in deinem witz nicht noch (ich sags mal freischnauze) "blöder-unrealistischer" wirst. der humor ist zwar wie gesagt etwas komisch, abgedreht aber mir gefällt es. schreib ruhig weiter und passagen, wo du dir nicht sicher bist, kannste ja posten!^^
olbert
|
18. 05. 2008, 11:19
|
#3
|
|
Kiri Kiri Kiri!
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Feb 2007
Beiträge: 75
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
"blöder unrealistischer"? ^^'
Das Problem bei der ganzen Sache ist, der Teil mit den Witzen ist so 1:1 passiert ^^''
Sowohl die dummen Spiele, als auch der Eisbergturm als sogar das Bobby-car rennen ^^'
Freut mich aber das es euch gefällt, ich werd mal drüber nachdenken vllt. die etwas nicht ganz so extremen geschichten zu nehmen.
Edit:
Und danke fürs lesen, natürlich.
|
18. 05. 2008, 14:22
|
#4
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: May 2008
Ort: Frankfurt (Main)
Beiträge: 8
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Liest sich schön, ich würde mich definitiv über mehr freuen!
|
18. 05. 2008, 16:14
|
#5
|
|
Kiri Kiri Kiri!
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Feb 2007
Beiträge: 75
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Dankeschön ^^'
Wird mehr kommen demnächst.
|
18. 05. 2008, 22:49
|
#6
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2003
Beiträge: 256
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Lass das doch mal von jemandem Korrektur lesen - "das / dass" - Fehler sind peinlich, besonders wenn sie häufiger vorkommen.
Und ich bin auch nach einigem Nachdenken absolut der Meinung, dass du u.a. den Satz "Sie hat schon ein schwer-genuges Leben" nochmal überdenken solltest. "Schwer-genuges"...err..mh..hä? Wie wärs mit "Ihr Leben ist schon schwer genug."?
Naja, mach halt mal weiter - bisher find ichs noch etwas belanglos. Da sind halt diese verrückten Typen mit den komischen Namen, die ein "Last Action Hero"-Leben führen. Aber deine Einleitung "verspricht" ja Besserung.
Stilistisch mit einigen Schnitzern...bei "Nicht war, Zir?" könnte ich übrigens in die Tischkante beißen.
Schulnote 3+
|
19. 05. 2008, 12:18
|
#7
|
|
xpressiv.
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 49
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Wie vom Vorposter gerade angesprochen: einfach mal Korrekturlesen lassen. Böse stoßen mir auch jedes Mal Fehler bezüglich des Auseinander - und Zusammenschreibens auf.
Inhaltlich okay, da es ja - wie du sagst - halbbiographisch ist. Im Plot würde ich mich aber über einen wenigstens angedeuteten Love Interest freuen!
Fazit : Verbesserungswürdig, aber guter Ansatz. Weitermachen!
|
19. 05. 2008, 13:16
|
#8
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2007
Beiträge: 26
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Mir hat es sehr gut gefallen! Freue mich schon auf die naechsten Teile!
|
19. 05. 2008, 21:59
|
#9
|
|
Kiri Kiri Kiri!
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Feb 2007
Beiträge: 75
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Ja, ich werd es korrekturlesen lassen von ein paar Bekannten wenn es fertig ist. Ihr kriegt in der Zwischenzeit die Rohfassungen :P
Die Kritik mit "Last Action Hero"-Leben und so weiter war ja zu erwarten, keine Sorge es geht noch richtig böse weiter.
Zuerst muss man jedoch (meiner Meinung nach) die "schöne" (oder augenscheinlich schöne) Situation ausführen, bevor man sie zerstören kann. Sonst hat es nicht einen so schönen Effekt.
Ich hoffe es gefällt. Am 13. Juni soll das Ding schon fertig sein, weil es anlässlich eines Jahrestages verschenkt oder publik gemacht werden soll. Aber mal sehen.
Hier jedenfalls ein neuer Teil, nochmal mit dem Ende des Alten:
Dienstag, 3. Mai (Fortsetzung)
Das wäre dann geklärt! Der macht die Tür wohl 'ne Weile nicht mehr auf, ohne sicher zu gehen, dass es nette Leute sind, die vor der selben stehen. Ich will nicht sagen, dass wir nicht nett sind, aber ich glaube es gibt nettere Begrüßungsformeln als jemandem das Bein gegen das Brustbein zu rammen. Oder?
Auf dem Weg zu Jenny haben Boss und ich noch eines unserer Lieblingsspiele gespielt, um zu entscheiden, wer heute Nacht bei ihr schläft (für den Fall, dass der Stalker sich rächen will). Wer immer es schafft bei Stein-Schere-Papier zu verlieren, hat gewonnen. Ich hab gewonnen, also verloren, also die Nacht bei Jenny gewonnen. Morgen ist dann Boss dran, mein Schwert hab ich dabei. Wie immer...
Zirror schrieb diese Zeilen während er die Treppen im Mietshaus nach oben zu Jenny's Wohnung ging. Sie begrüßten einander freundlich. Jenny war auf ein längeres peinliches Schweigen eingerichtet. Sie konnte nicht gut mit mehr oder minder Fremden umgehen. Sie verstand zwar, dass Zirror sehen musste, wie das „Stalkverhalten“ ihres Ex-Freundes aussah, aber unangenehm war es trotzdem. Smalltalk war nicht ihre Stärke. Zirror jedoch fing sofort an die Situation mit dummen Witzen und Geschichten aufzulockern . Sie hatten beide Spaß und lachten viel.
Sie unterhielten sich auch sehr viel über Jenny's Vergangenheit. Wie sie in der Schule kaum Freunde hatte und generell eher Schüchtern ist. Sie dachte sie hätte keine Chance ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, bis sie von der Hilfe, die Zirror und Boss zur Verfügung stellten, von Freunden gehört hatte.
„Ja, ich war früher ganz genauso.“ Jenny sah Zirror verwundert an. Er war früher ganz genauso? Zirror? Der hier offen und lustig Witze macht, zu wildfremden geht und ihnen hilft? Das kann doch garnicht sein!
„Du machst Witze, oder?“
„Nein, nicht wirklich. Gott war ich ein Angsthase! In der Grundschule hab ich mich immer versteckt wenn es Probleme oder Ärger gab. Wenn meine Freunde verprügelt wurden oder ähnliches bin ich immer abgehaut. Ich hab ihnen nie geholfen. Das ging solange so, bis ich Mike kennen lernte in der vierten. Er war mein bester Freund damals, mit Abstand. Ich wollte nicht das ihm irgendetwas passiert. Er hat gegenüber von mir gewohnt, zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder und seiner Mutter. Sein Bruder war ein Raufbold und Taugenichts. Naja, eines Tages...“
Zirror stockte. Seine Augen wurden glasig und sein Blick war apathisch auf die mit Blumenmuster versehene Tischdecke gerichtet. Nach kurzer Stille fragte Jenny „....eines Tages?“. Doch an Zirror war nicht mehr ran zukommen. Vor seinem inneren Auge blitzten Bilder auf. Krankenwagen, ein Blut überströmtes Gesicht, sein auf geschrammter Arm, seine schimpfenden Eltern und ein steriles Krankenhauszimmer, ganz in weiß.
„Zirror?... Zirror, bist du noch da?“ Jenny wedelte mit ihrer Hand vor Zirrors leeren Augen.
„'Schuldigung Jenny, ich war mit meinen Gedanken woanders.“
„Das hab ich gemerkt. Also was passierte dann 'eines Tages'?“
„Is' nich weiter wichtig. Sorry, dass ich damit angefangen hab.“
„Hey! Das is' jetzt aber nicht fair, ich möchte wissen wie es weiter geht!“ beschwerte sich Jenny beleidigt. „Wenn du es mir erzählst, lass ich dich auch nachher wieder bei deinem Lieblingsspiel gewinnen!“ schlug sie ihm charmant vor.
„Ich will nicht drüber reden, okay!?“.Er hattte einen Blick drauf, wegen dem er unweigerlich des Völkermordes angeklagt werden würde, könnten Blicke töten. Jennifer lief ein kalter Schauer über den Rücken und ließ das Thema ruhen.
Boss war in der Zwischenzeit damit beschäftigt zusammen mit Anna sein „Liebstes Hobby“ (was jeweils das Hobby war, welches er doch sein „Zufalls-'How-To'-Sektion-Auswahlprogramm“ aussuchte) auszuprobieren. Zu diesem Zwecke schlug er mit seinem Katana wild auf einen großen Gipsblock, den sie bis in die Wohnung im dritten Stock geschleppt hatten, ein. Hier und da sprangen Teile des Blockes ab und zerschellten auf dem Boden. Nach einer Weile hielt Boss inne.
„Nun fehlt noch der letzte Schliff! Anna, wenn ich bitten darf!“
Anna malte mit Fingerfarben ein Smily-Gesicht auf den Gipsblock. Der Gipsblock hatte nun eine gewisse Ähnlichkeit mit einem eckigen Schneemann. Oder vielleicht auch einem Picasso-Bild. Oder Arnold Schwarzenegger. Wohl ein bisschen von allem.
„Das sollte mindestens 2 Millionen einbringen!“
„Wir wollen mal nicht übertreiben! Ach ja, Stefan hat angerufen. Er meinte er kann euch 3000€ für eure Sache leihen!“ Boss grinste siegessicher. Nicht wegen dem Geld von Stefan, sondern weil er gerade noch ein kleines Stück Gips entfernte und jetzt total zufrieden mit seinem Werk war. Dann wandte er sich Anna zu. „3000€? Sehr gut! Das sind dann insgesamt schon 30000€. Bis zum Ende der Woche sollten wir die 60000€ zusammen haben.“
„Ihr habt schon dreißig tausend?! Kaum zu glauben, dass Freunde und ehemalige Klienten so schnell so viel Geld springen lassen. Nicht zu fassen.“
„Überrascht?“
„Ja... naja...“ Boss lachte und hob sein Schwert um der Gipsfigur noch einmal einen Hieb zu verpassen.
„Ehemalige Klienten wissen, dass man uns vertrauen kann. Sie wissen außerdem, dass wir das Geld für gute Zwecke verwenden. Du müsstest das doch eigentlich auch verstehen. Du warst ja schließlich selbst Klientin bei uns.“
Mittwoch, 4. Mai
Notiz an mich: Alkohol ist keine Lösung!!
Gott, hab ich Kopfschmerzen. Naja, wenigstens hat Jenny keine unangenehmen Fragen mehr gestellt und wir hatten noch halbwegs Spaß. Keine Ahnung wieso ich überhaupt damit angefangen hab. Ich sollte vorsichtiger sein mit wem ich drüber rede. Glücklicherweise ist sie auch nicht hinter den wahren Grund unseres Besuches gekommen. Allerdings wundert sie sich, dass der „Stalker“ gestern Nacht nicht angerufen hat. Es hat wohl wiedermal funktioniert. Boss müsste gleich vorbeikommen, damit er übernehmen kann. Morgen bin dann ich wieder dran und dann sollte es auch genügen. Drei Tage, wie immer.
Zirror schrieb diese Zeilen, als er die Treppen aus dem Haus in dem Jenny wohnt herunter stolperte. Er verstand einfach nie, dass man nicht bei jeder Vorwärtsbewegung etwas schreiben kann. Manchmal müssen sich die Sinne auch auf den Weg konzentrieren. Aber davon hielt Zirror nichts. Sein Schwert, versteckt in einer Schwarzen Tasche, trug er auf dem Rücken.
Boss wartete schon draußen.
„Hey Boss!“
„Na! Ich hab' ne tolle Idee um 2 Millionen zu verdienen!“
„Moderne Kunst?“
„Verdammt! Woher weißt du das?“
„Weil du IMMER moderne Kunst vorschlägst um Geld zu machen. Erinnerst du dich noch an deinen Versuch mit der Wandfarbe? Wir haben drei Monate gebraucht um auch den letzten blauen Arschabdruck von dir zu übermalen!“
„...ach ja stimmt...naja, du kannst dir mein Werk ja zumindest mal anschauen! Es steht bei uns im Wohnzimmer! Sahra hat es gefallen!“
„Sahra!? Sie ist hier!?“ Zirror war sichtlich schockiert. Wie hat sie ihn gefunden? Er hat damals seine Heimatstadt verlassen, ohne jemanden zu sagen wo er hingeht oder was er dort tut. Nicht einmal seinen besten Freunden, nicht einmal Sahra. Sie konnte nicht hier sein! Zirror hatte mit seinem „alten Leben“ abgeschlossen.
„Ja, ist sie. Du hast mir doch erzählt keiner wisse wo du jetzt bist!“
„Das dacht' ich auch!“
Zirror rannte los. Seine Gedanken waren mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart. In einer Vergangenheit, die er glaubte hinter sich gelassen zu haben. Eine Vergangenheit, mit der er nichts mehr zu tun haben wollte. Er hatte alles aufgegeben. Und jetzt, einfach so, kam ausgerechnet sie?
„Woher kennst du Zirror denn?“ fragte Anna Sahra. Die beiden hatten sich auf ein Sofa, gleich neben dem Schneemann-Schwarzenegger-Picasso, gesetzt.
„Ich kenn' Andy aus der Schule. Wir sind... waren sowas wie gute Freunde.“
„Andy? Ist das sein richtiger Name?“
Sahra schaute Anna verwirrt an. Sein richtiger Name? Hat er etwa nur unter seinem Pseudonym hier gelebt?
„Ja...“ Sahra war sichtlich angespannt. Sie krallte sich in die Lehnen des Sofas.“...wie... wie geht es ihm denn?“
„Wie soll es ihm gehen? Er ist gesund und munter.“
„Ja? Das ist schön. Ist denn noch alles dran?“
„J-ja, wieso sollte denn nicht alles dran sein?“
In diesem Moment riss Zirror die Tür auf. Völlig außer Atem blickte er Sahra in die Augen. Er konnte es immer noch nicht fassen. Sie war tatsächlich hier. Es war wirklich und wahrhaftig Sahra. Wie konnte das nur sein? Das war absolut unmöglich. Gefühle kochten in ihm hoch. Wut, Freude, Aufregung, Angst. Wie hat sie das nur geschafft? Wie es ihr wohl geht? Wie viel Mühe sie sich wohl auf sich genommen hat, um ihn zu sehen? Zirror brachte eine Weile keinen Ton raus. Der Augenblick fesselte und knebelte ihn. Die erste, die das Schweigen brach und durch die Spannung schnitt, war Anna.
„Soll ich euch zwei alleine lassen?“
Stille.
„Ich geh dann einfach mal raus.“
Anna verließ die Wohnung, in dem sie sich an Zirror, der immer noch in der Tür stand, vorbei quetschte. Er machte keine Anstalten ihr Platz zu machen. Nicht aus Unhöflichkeit, er nahm nichts außer Sahra wahr. Gar nichts. Es vergehen ein paar Minuten, bis Zirror etwas sagt.
„Ähm... darf ich mich setzen?“
„Das ist deine Wohnung!“ Sahra grinste.
„Ich mein ja nur, du hattest früher immer Angst in meiner Nähe.“
„...hm... geht schon, setzt dich.“
Zirror setzte sich aufs Sofa, etwas weiter entfernt von Sahra. Sie schwiegen sich wieder eine Weile an. „Und...“, fragte Sahra sanft, „wie geht’s dir?“
„Sahra, was machst du hier?“
„Ich wollte sehen wie es dir geht.“
„Wie zum Teufel hast du meine neue Adresse raus gefunden? Ich hab' dir gesagt, ich will nichts mehr mit Hammelburg oder irgendjemandem aus Hammelburg zu tun haben!“
„Als Sebastian-“
„Boss!“
„Als 'Boss' uns mal in Hammelburg besucht hatte, hat er mir seine damalige Adresse geben. Er hat ja schon immer in Köln gewohnt. Ich hab' mich also vor kurzem dazu durch gerungen mal bei ihm nach zu fragen, wo du bist. Er war jedoch schon verzogen. Der Hausmeister seines alten Wohnhauses gab mir seine neue Adresse. Diese hier. Ich bin also heute mal hier vorbeigefahren und fragte ihn und Anna nach dir.“
„Verdammt... wieso bist du hier?“
„Wie oft soll ich das noch sagen, ich wollte sehen wie es dir geht! Also, wie geht es dir denn?“
„Ist das der einzige Grund?“
„Andy, ich mach mir Sorgen.“
„Unter anderem deswegen bin ich ja gegangen! Ich kann auf mich aufpassen und brauch nicht ständig Leute, die sich um mich sorgen! Also verschwinde, bitte! Verschwinde einfach wieder!“
„Andy, was damals passiert ist war nicht deine Schuld!“
„... du hast es nie verstanden... du hast nie die Last verstanden, die dahinter steht Sahra. Ich habe die Person, die sich sieben Jahre um mich gekümmert hat... Die Person, die mir mehr Vater war als mein eigener Vater, mehr Bruder als mein eigener Bruder.... die Person die mir alles beigebracht hat was ich weiß... sterben lassen.“
„Es war ein dummer Zufall!“
„Ich hätte dort sein können, Sahra! Ich hätte dort sein können... Aber nein, ich war es nicht. Bis ich ihn kennen lernte... bis ich meinen Meister kennen lernte war ich ein Feigling. Ich war ein absoluter Feigling. Ich bin gigantische Umwege gegangen um nicht den Schlägern aus meiner Schule zu begegnen... ich hatte auch kein Vorbild. Mein Vater hat nie viel gesagt, er war im Grunde nur dafür da um Geld zu verdienen. Und meine Mutter... sie war weich und schwach, hatte ihre Kinder nie im Griff...“
Zirror versank in seinem eigenen Erzählten. Er achtete nicht darauf was er erzählte, er erzählte einfach alles, was ihn bedrückte. Es war ein unglaubliches Gefühl von Vertrauen in der Nähe von Sahra, wie er es schon in Hammelburg hatte. Er war in fahrt. Er hatte die Geschichte schon oft erzählt. Nur sie lies ihn einfach nicht los. Deswegen erzählte er sie nochmal. Seine Geschichte.
„Ich war... so unglaublich Stolz auf mich als ich den Mut fand, meinen besten Freund zu verteidigen.“ Er grinste kurz. „Aber es war auch eine besondere Situation. Er wohnte gegenüber von mir, Frank, er wohnte nur auf der anderen Straßenseite. Als er gerade auf dem Weg nach drüben war wurde er zusammengeschlagen Von seinem eigenen Bruder! Vor meinen Augen. Und nicht nur, das der Bruder älter war. Nein! Nein! Das wäre ja noch viel zu fair gewesen. Sein Bruder hatte auch noch zwei Freunde dabei. Einer hielt ihn fest, die anderen beiden schlugen auf ihn ein. Immer wieder und wieder! Ich musste etwas tun! Ich musste ihm helfen! Es war so unfair! So unglaublich unfair! Ich rannte hin und gab mein bestes. Natürlich hatte ich keine Chance ihm zu helfen. Sie schlugen mich einfach weg und ich riss mir meinen Arm auf dem Asphalt auf. Das war aber gar nichts im Vergleich. Frank wurde Krankenhaus reif geschlagen. Vor meinen Augen!! Ich konnte nichts tun. Ich lief zu meinen 'Eltern' zurück in mein Haus. Ich erzählte ihnen was geschah, sie sollen sofort einen Krankenwagen rufen. Nichtmal das taten sie. Nichtmal das.“ Zirrors Gesicht war von Verachtung und Enttäuschung geprägt, als er davon erzählte. „Was sie stattdessen taten ist mich auf mein Zimmer schicken, ohne Essen oder sonst etwas. Und weißt du warum? Weißt du warum!? Weil ich versucht habe ihm zu helfen! Weil ich mich in Gefahr gebracht habe! Deswegen schickten sie mich auf mein Zimmer!! Wenn es nach ihnen ginge, hätte sein Bruder Frank töten können und ich hätte nichts tun sollen. Ich solle mich nicht selbst für andere in Gefahr bringen!! Ich konnte es nicht fassen. Ich hab, in diesem Moment, jeglichen Respekt für meine Eltern verloren. Wirklich jeglichen. Ich war ein Feigling, ich war ein kleiner Feigling und einmal hab ich mich getraut das richtige zu tun, nur um dann von meinen Eltern eingetrichtert zu bekommen, das es nicht richtig ist seinen Freunden zu helfen! Das man nichts gegen Gewalt tun soll! Das man andere leiden lassen soll, wenn es für einen selbst besser ist! Ich war enttäuscht von ihnen! Ich war so unglaublich enttäuscht von ihnen! Frank kam ins Krankenhaus, da seine Eltern zum Glück noch einen Krankenwagen riefen. Ich besuchte ihn jeden Tag. Sein Gesicht war unglaublich zugerichtet. Er war im Koma. Ich saß neben ihn und schaute ihn an. Ich wollte ihn während der Schlägerei retten. Ich wollte ihn wirklich retten aber ich habe es nicht geschafft. Der Gedanke lies mich nicht los. Ich wollte stärker werden. Ich wollte stärker und besser werden. Ich wollte jeden beschützen können, der mir wichtig ist. Ich wollte nicht, dass so etwas nochmal passiert. Ich musste stärker werden!“
Zirror hielt kurz inne. Er schaute Sahra an. Er fühlte sich immer besser, wenn er diese Geschichte erzählen konnte und er war sehr froh, dass Sahra da war. Auf einmal war der Zorn wie weggeblasen. Sahra kannte die Geschichte inzwischen bestimmt in- und auswendig, so oft hatte er sie erzählt. Er kam sich blöd vor sie schon wieder zu erzählen. Sie musste sich zu Tode langweilen.
„Und dann? Hast du es geschafft?“ fragte Sahra neugierig und mit einem freundlichen grinsen. Zirror lächelte. „Ja, dank ihm. Meinem Zieh-Vater, meinem Meister. Robert Jager.“...
|
21. 05. 2008, 18:47
|
#10
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Dec 2007
Beiträge: 172
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Zitat:
|
Zitat von Zirror
„Ja!“. Bei diesem Thema kam Zirror immer ins schwärmen. „Unsere Philosophie ist simpel: wenn du Leuten helfen kannst, dann tu es! Es ist eine Mischung aus dem kantischen kategorischen Imperativ und der Nächsten-Liebe aus der christlichen Ethik. Wir wollen die Welt besser machen. Auch wenn es nur um ein Leben nach dem anderen geht. One life at a time. Außerdem hoffen wir das sich unsere Klienten ein Beispiel daran nehmen und selbst anderen helfen!“
|
Erinnert mich an den Film " Das Glücksprinzip. "
Zu der Geschichte. Also den Teil im ersten Post fand ich sehr gut. Schöner Stil, akzeptable Fehler und interessante Geschichte. Aber die Geschichte mit Frank im zweiten Post klingt echt extrem abgedroschen...
Mach aber weiter, ich würd gern noch mehr lesen
|
22. 05. 2008, 13:05
|
#11
|
|
Psycho(loge)
Registrierungsdatum: Feb 2008
Ort: Nähe Ulm
Beiträge: 158
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Ich will auch noch mehr davon lesen! Ich finde die Geschichte genial...und ich will ein fertiges Stück von dem Buch
|
22. 05. 2008, 15:05
|
#12
|
|
Kiri Kiri Kiri!
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Feb 2007
Beiträge: 75
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
das ist halt wirklich passiert und ich ändere meine eigene Geschichte nicht weil sie "abgedroschen" klingt o.o' Das is mehr Vergangenheitsbewältigung für mich als alles andere ^^' Außerdem geht die Vergangenheit ja noch weiter, wollte nicht alles auf einmal verraten.
Aber danke fürs lesen
Und das "Glücksprinzip" klingt interessant, habe ich aber nicht gesehen. Werd ich mir mal angucken. Auch die "Philosophie" ist direkt aus meinem Leben gegriffen. Aber warscheinlich kam alles irgendwo schonmal vor
Edit:
Ok, nachdem ich den Wikipediaartikel gelesen habe sind da wirklich gigantische Parallelen ôO' Naja gut, hätte mich auch gewundert wenn es so ein simples Prinzip noch nicht irgendwo gäbe. Allerdings wundert es mich auch, das so wenige Menschen ein ähnliches haben ^^'
|
22. 05. 2008, 18:29
|
#13
|
|
d.a.r.e
Registrierungsdatum: Nov 2005
Beiträge: 203
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Zirror, sehr schoen zu lesen das Ganze! Mach weiter so, und halte uns bitte auf dem Laufenden =)
|
23. 05. 2008, 22:03
|
#14
|
|
Kiri Kiri Kiri!
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Feb 2007
Beiträge: 75
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
So, hier nun der neuste Teil. Es ist echt verdammt schwer sowas zu schreiben. Obwohl man seine eigene Geschichte natürlich kennt, ist es schwer alles mit einzubringen und auch noch halbwegs an der richtigen STelle, was eine Rolle spielt.
Aber naja, ich hoffe es gefällt. Und wenn nicht auch egal
----
In der Zwischenzeit versuchte Boss Jennifer zu erklären, wie man am besten 2,000,000 € verdient.
„Ich sag' dir, irgendwann werd' ich ein Kunstwerk erschaffen, was mir das Geld einbringt! Eine Statue aus Pommes, ein Bild gemalt mit Ketchup oder ein gigantischer Salzkristall... irgendetwas!“
„Du solltest wohl nicht über Kunst nachdenken, wenn du gerade auf dein Essen guckst!“ bemerkte Jenny während sie auf die Pommes auf Boss' Teller deutete. Anna war nirgends zu sehen.
„Ach naja, irgendwo muss ich mir ja meine Inspiration suchen!“
„Hast du denn keine Muse?“
„Du meinst ne Freundin? Nee, das wäre viel zu gefährlich.“
„In wie fern?“
„Hast du 'ne Ahnung wie viele Leute mir und Zirror an den Kragen wollen?“
„So schlimm?“
„Naja, das is' nich alles. Wir haben außerdem noch ein doch recht gefährliches Hobby.“
„Was denn? Free-Climbing? Bungee-Jumping?“
„Schwertkampf...“
„Ach, das is doch nicht so schlimm. Ich mein, da kriegt man vielleicht nen Arm gebrochen oder so wenn man von 'nem Holzschwert unglücklich getroffen wird, aber sonst...“
„...mit echten Schwertern...“
„Ach sowas wie Schaukampf? Naja, wenn man alles gut durchgeht kann da ja auch nicht viel passieren!“
„...nein, du verstehst nicht. Es sind echte Kämpfe, mit echten Schwertern. Man gewinnt, in dem man den Gegner in eine Aussichtslose Lage bringt. Also zum Beispiel das Schwert an die Kehle oder ähnliches. Und da kann schon was ins Auge gehen, sprichwörtlich. Deswegen ist es besser, wenn wir uns nicht zu sehr mit anderen Einlassen.“
„... du machst Witze, oder?“
„Denkst du?“
„Ihr kämpft gegeneinander oder was? Das ist doch totaler Wahnsinn!“
„Nein wir kämpfen nicht immer gegeneinander. Es ist mehr so wie ... kennst du Fight Club? Es ist eine Art Hinterhof Geschichte, die nur über anonyme E-Mails und Decknamen läuft.“
„Ihr prügelt euch also mit echten Schwertern!? Was ist wenn was passiert!?“
„Das ist egal. Wenn etwas schwerwiegenderes passieren sollte wird es als „Trainingsunfall“ verkauft.“
„Nein, ich meine, was ist wenn etwas mit euch passiert?! Habt ihr 'ne Ahnung wie sehr ihr Leuten wehtun würdet wenn euch was schlimmeres passiert? Habt ihr 'ne Ahnung was das fürn Risiko ist? Und wofür macht ihr das?! Für den Kick!? Wie bescheuert seit ihr eigentlich!?!“ Boss fängt an zu grinsen.
„Du kannst das nicht verstehen...“
„Nein! Kann ich auch nicht! Ihr riskiert alles für-“
„Das Gefühl!“
„...das Gefühl!?!“
„Das Gefühl am Leben zu sein. Nichts erinnert einen mehr daran, als eine Klinge ein paar Zentimeter von seinem Kopf entfernt zu blocken.“
„Das klingt nach 'ner Droge! Und nach totalem Wahnsinn!“
„Es ist wohl ein bisschen von beidem.“
Jennifer stand auf und lief auf und ab im Raum. Sie konnte es nicht nachvollziehen. Wie konnte jemand so leichtfertig mit seinem Leben umgehen? Wie konnte jemand so leichtfertig mit dem Leben von anderen umgehen? Was ist wenn sie sterben, was geschieht dann mit den Menschen um sie rum, was geschieht mit ihren Freunden und Verwandten, was geschieht mit ihren Klienten!? Jennifer wurde immer nervöser, sie hatte Angst einen Wahnsinnigen in ihre Wohnung gelassen zu haben.
„Ich und Zirror...“, fuhr Boss fort,“ich und Zirror haben alles dafür aufgegeben.“
„Wie meinst du das!?“ Jennifer war außer sich.
„Wir haben unsere Vergangenheit beendet. Wir haben beide die Verbindung zu unserer Vergangenheit gekappt, zu allen die uns wichtig sind und die wir verletzen könnten mit der Nachricht unseres Todes. Wir haben uns dafür entschieden, dass...“
„Deswegen habt ihr auch eure Namen...“
„Ja. Ich und Zirror haben nur noch uns beide. Und mehr ist auch nicht wirklich nötig. Solang wir kämpfen können...“
„Ihr seit total wahnsinnig. Sogar ich merke, dass es wie ein Sucht ist! Für die ihr alles aufgegeben habt, wie es ein Heroin-Abhängiger auch machen würde! Ihr seid echt--“ Boss unterbrach sie wütend und bestimmt.
„Wir sind was? Schlechte Menschen? Arschlöcher? Weißt du noch wie es dir Anfang dieser Woche ging!? Stalkender Ex-Freund, keinen Job, kein Geld? Weißt du wie es dir jetzt geht? Du hast schon fast wieder keine Schulden bei der Bank, ein Job-Angebot und dein Ex-Freund hat sich gestern und heute auch nicht gemeldet! Wir sind KEINE schlechten Menschen! Wir helfen unendlich vielen Menschen - jeden Tag. Ja: wir haben schwächen! Aber wer hat die nicht!“
„...das ist trotzdem total verrückt.“
„Nenn es wie du willst. Wenn man so viel Leid, so viel schlechtes in seinem Leben gesehen und erlebt hat wie wir... kommt man nur durch den Tag, wenn man irgendetwas hat was man nicht aufgeben will. Und für uns ist es Schwertkampf. Dafür würden wir alles tun. Für dieses Gefühl, dieses erfüllende Gefühl. Es ist besser als alles andere!“
„... ... ...Süchtling!“
Mittwoch, 4. Mai (fortsetzung)
Ich kann immer noch nicht fassen, dass Sahra hier ist. Es hätte eigentlich nicht passieren dürfen. Aber irgendwie bin ich doch froh. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich weiß nicht genau was es ist. Freude... Liebe? Ich hoffe doch nicht letzteres. Aber es ist schön... warm.
In solchen Situationen zweifele ich manchmal an meiner Entscheidung alles zurück zu lassen. Aber Schwerter sind verlässlicher als Menschen. Schwerter geben einem nie schlechtes Gefühl...
Zirror schrieb diese Zeilen, als er für Sahra etwas zu trinken aus dem Keller holte. Natürlich kein Alkohol! Zirror hatte seine Lektion bei Jennifer gelernt. Wieder bei Sahra angekommen schenkte er ihr etwas zu trinken ein und fuhr mit seiner Geschichte fort.
„Robert Jager war ein alter Freund meines Vaters. Er kannte ihn aus Wehrdienstzeiten.“ Sahra hörte interessiert oder zumindest sehr gut gespielt interessiert zu. „Robert zog zufällig in die Nähe von uns und kam anlässlich dessen zum Abendessen bei uns vorbei. Mein Vater erzählte die Geschichte, wie sie sich kennen lernten beim Bund.
Robert wurde, wenn die ganze Kompanie nach Schichtende um die Häuser zog, immer gehänselt, da er sich in jeder Kneipe entweder Orangensaft oder Milch bestellte. Nicht gerade die männlichsten Getränke. Außerdem war er auch noch relativ klein und unscheinbar, besonders verglichen mit einigen der Kameraden. Er stand jedoch über dem Gehänsle, ignorierte es und lies sich dadurch nicht verunsichern. Eines Abends hatten einige der Kameraden meines Vaters zu viel getrunken und wurden immer aggressiver gegenüber Robert, beleidigten ihn immer heftiger und schüttenden 'aus Versehen' den Orangensaft über Roberts Hose. Dieser lächelte nur, wischte sich ab und meinte es sei halb so schlimm, sie könnten ihm ja einen neuen kaufen. Das brachte dann das Fass zum überlaufen und einer der Kisten von Kameraden packte Robert. Mein Vater dachte er bräuchte Hilfe und lief deswegen zu ihm rüber. Doch noch bevor er dort ankam hatte Robert nicht nur denjenigen der ihn packte, sondern auch noch zwei andere, die ihn gerade angreifen wollten, zu Boden geschickt. Keiner in der Kneipe verstand wirklich was gerade passiert war. Mein baldiger Meister war viel zu schnell und hatte eine unglaubliche Präzision.“
Zirror hielt inne, dachte kurz nach und atmete tief durch. „Ich weiß noch ganz genau wie ich diese Geschichte hörte. Mein Herz klopfte schneller, ich zitterte am ganzen Leib. Denn ich wusste, dass vor mir, in Gestalt dieses Mannes, meine Chance saß stärker zu werden. So stark, dass ich jeden beschützen könnte! Allerdings war ich zu schüchtern... Ich traute mich nicht ihn zu fragen. Was wäre wenn er nein sagen würde? Ich hätte meine einzige Chance verloren! Im Zweifel über den besten Weg wie man fragen sollte und aus Angst vor Ablehnung sagte ich nichts. Überraschenderweise musste ich auch nicht. Denn er kam auf mich zu. Er fragte mich 'ob ich nicht gerne etwas über Kampfsport lernen möchte', als ob er meine Gedanken gelesen hätte. Er erklärte, dass er es 'meinen Augen' ansah. Das war der Moment in dem mir mein Meister die Erste Lektion gab. 'Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.' Wäre er gegangen hätte ich ihn nie wieder gesehen und damit verloren. Robert war ganz in die Nähe gezogen und von diesem Moment an besuchte ich ihn fast jeden Tag. Er brachte mir alles über Schwertkampf bei, was es zu wissen gab. Die Ehre die dahinter steckt, die Kenntnisse, die nötigen Grundfähigkeiten. Er war ein strenger Lehrer und ich war so dankbar. Ich war so unglaublich dankbar, dass ich ihn hatte. Ich hatte einen Ersatzvater gefunden, nachdem ich den Respekt für meinen eigenen ganz verloren hatte. Sieben Jahre lang half mir Robert mit all meinen Problemen. Egal ob sie schulischer, zwischenmenschlicher oder sonstiger Natur waren. Er brachte mir bei Selbstvertrauen zu entwickeln und gab mir den Namen, den ich heute immer noch mit Stolz trage 'Zirror Indigo'. Ich identifizierte mich mit dem Namen und Roberts' Idealen. Von einen auf den anderen Tag wurde ich 'Zirror'. Ein mutiger, sich selbst vertrauender, starker Mann. Es gab Andy nicht mehr. Es gab nicht mehr das kleine Kind, welches sich fürchtete und schüchtern war. Anfangs spielte ich es nur. Ich spielte nur Selbstvertrauen und all das vor. Doch mit der Zeit wurde ich es.“ Zirror versank tief in seinen Gedanken und hörte gar nicht mehr auf zu reden. Seine Augen wurden glasig und all die Wörter, die ihm in den Sinn kamen, flossen einfach aus seinem Mund wie ein Wasserfall.
„Er half mir über so viele Emotionale Probleme hinweg, er verbrachte sehr viel Zeit mit mir und lies mich an seiner Lebenserfahrung teilhaben. Er hatte sich beim Bund verpflichtet, genauer gesagt bei der Marine, und ist sehr weit Rum gekommen. Schwertkampf und generell alles, was mit direkten Duellen zu tun hat, war seine Leidenschaft. Er ist durch die ganze Welt gereist und hat überall Schwertkämpfer herausgefordert. Er hätte eigentlich schon dutzende male Tod sein müssen. Doch sein starker Wille ließen ihn die aussichtslosesten Situationen, die schwersten Wunden und die härtesten Reisen überleben. Er unterrichtete mich in vielen, vielen Dingen. Bis dann, vor drei Jahren, alles ein unerträgliches Ende nahm, denn--“ In diesem Moment riss Boss mit einem lauten Knall die Tür auf.
„Jennifer hat mich rausgeworfen!“
„Hast du wieder vom Schwertkampf erzählt?“ fragte Zirror. Er war sichtlich genervt von Boss' zeitlich unpassendem Auftreten. Er ruinierte die nostalgische Stimmung. Aber das tat Boss öfter.
„...du kennst mich einfach zu gut, Schatz!“ entgegnete Boss mit einem zuckersüßen Grinsen. „Wir müssen das ganze anders anpacken!“, fuhr er fort,“In einer viel, viel, viel größeren Dimension!“
Boss' Augen waren voller Feuer. Das konnte nur bedeuten, dass er sich wieder etwas sehr verrücktes ausgedacht hatte. Nicht verrückt im Sinne von 'zwölf Schachspiele gleichzeitig Spielen nur um dann insgesamt 1200€ durch Wetten zu verlieren' sondern im Sinne von 'es mit der ganzen Welt aufnehmen'. Sahra sah diese Augen zum ersten mal. Sie war sofort gefesselt von Boss' Ausstrahlung. Sie war anziehend und magisch. Boss hatte eine Aura der Stärke um sich, wie nur wenige Menschen sie hatten.
„Was ist das größte Problem von uns Zirror?“
„Geldmangel?“
„Größer!“
„...Goldmangel?“
„Ich mein es ernst! Das Problem ist die Gesellschaft an sich! Also müssen wir die Gesellschaft umwerfen!“
„Die Gesellschaft an sich?“
„Ja! Ich weiß gar nicht wo ich anfange soll die Fehler in der Gesellschaft aufzuzählen. Der Genuss von Drogen, wie zum Beispiel Alkohol, wird nicht nur toleriert sondern einem fast sogar aufgezwungen. Es wird als 'unnormal' Angesehen nichts zu trinken auf gesellschaftlichen Treffen. Wir schaufeln Gift in unseren Körper! Das Fernsehen propagiert aber nicht nur solche Exzesse mit, sondern auch noch ein unglaublich stupides Schönheitsideal, welches schon so manches junges Mädchen nicht nur in die Magersucht, sondern auch in den Selbstmord getrieben hat. Die Ungerechtigkeit in der Wirtschaft, das Vorstandsvorsitzende eine absolut unpassende Menge an Geld mehr kriegen als ein normaler Arbeiter. Dass 5% der Bevölkerung 95% des Reichtums besitzen. Dass Leute – zum Beispiel reiche Menschen oder Politiker - , die genügend Macht haben etwas zu ändern, genug Macht haben vielen vielen Leuten zu helfen, es nicht tun. Nur weil sie daraus keinen direkten Vorteil erlangen. Dass die Profitgier in den Menschen wichtiger ist, als der Drang nach Gerechtigkeit. Dass Menschen mehr nach den Papieren beurteilt werden die sie haben – seien es Zeugnisse, Pässe oder Geldscheine – als nach den Werten und Idealen die sie verkörpern. Das Vorurteile in unserer Gesellschaft immer noch eine so unglaubliche Rolle spielen und nicht nur durch die Medien nicht ausgelöscht, sondern sogar verstärkt werden. Dass --“
„Ok, ok. Ich geb' dir ja Recht, wir hatten die Diskussion schon einige male. Aber was hast du vor? Willst du schon wieder versuchen den Reichstag zu stürmen? Ich hab' gehört dein Tunnel wird jetzt als Bunker benutzt.“
„Nein... wir übernehmen einen anderen Staat!“
„...was?“
„Dschibuti!“
„Gesundheit!“
„Nein, Dschibuti ist ein Land in Afrika! Eines der ärmsten Länder der Welt. Aber es hat eine natürliche Ressource, die noch nicht Annähernd angekratzt wurde.“
„Maultiere?“
„Salz! Wir werden dort unten eine Salzverarbeitungsanlage aufbauen. Dadurch werden wir Geld in die Kassen von Dschibuti spühlen und die War-Lords für uns Arbeiten lassen!“
Sahra schüttelte sich. Boss' Aura war umbeschreiblich anziehend, ja, aber soviel Schwachsinn konnte sie auf garkeinen Fall stehen lassen. Mutig fing sie an zu reden-
„Das ist doch wohl lächerlich! Boss, Zirror... ich weiß die Gesellschaft hat viele Macken, aber ihr habt doch keine Chance einen eigenen Salzfabrik zu gründen, geschweige denn Dschibuti zu übernehmen, geschweige denn die „War-Lords“ für euch arbeiten zu lassen! Das ist absoluter Wahnsinn! Woher wollt ihr das Geld nehmen? Woher die Erlaubnis? Woher den Schutz und die Macht die ihr dafür braucht?“ Sahra hatte gerade erst angefangen die Macken in dem Plan aufzuzählen, als Boss sie anfuhr.
„Das sind doch wohl lächerliche Probleme! Ich und Zirror werden Soldaten bei der Bundeswehr. Nach 12 Jahren Dienst haben wir, wenn wir kaum etwas ausgeben, ungefähr eine halbe Million Euro zur Verfügung. Das reicht um zumindest den Anfang für ein Unternehmen zu legen. Und In Dschibuti liegt das Salz einfach auf der Straße! Es traut sich nur niemand es abzubauen wegen der War-Lords. Aber wir werden uns dafür auch schon was einfallen lassen. Die Sprache des Geldes versteht jeder. Wenn wir erstmal Fuß gefasst haben und Dschibuti wenigstens einigermaßen Wohlstand gebracht haben, werden wir die Politik übernehmen und die War-Lords entweder vertreiben oder zu unseren Mitarbeitern machen. Und dann werden wir Dschibuti zum Paradis auf Erden umgestalten!“
Sahra hielt ich die Stirn. „Das ist absolut lächerlich... ein absolut lächerlicher Plan, absolut unmöglich und ohne jeglichen Rückhalt! Ihr habt--“
Boss knackte mit den Fäusten. Das war das Signal. Das Signal, das Boss nicht eher Ruhen wird bis er es geschafft hat. Das wusste Zirror und er hatte es Sahra oft genug erzählt.
„Wenn Boss sich etwas in den Kopf gesetzt hat, helf ich ihm. Das war immer so. Und bis jetzt haben wir immer gewonnen.“ Zirror ging etwas näher zu Sahra und legte ihr die Hand auf die Schulter. Sahra zuckte leicht. „Ich weiß es klingt verrückt“, sagte Zirror ruhig und in einer tiefen, beruhigenden Stimmlage,“aber der Mann da heißt nicht umsonst 'Boss'. Ich habe in niemanden auf diesem Planeten mehr vertrauen. Er schafft das.“ Zirror grinste Boss an. Boss grinste zurück.
„Und mit meinem Partner an der Seite, meinem besten Freund und Kollegen und baldigem Kameraden, wird es ein Kinderspiel! Wir werden die ganze Region, ja die ganze Welt retten! Und dann gehen wir nach Disneyworld!“
Donnerstag, 5. Mai
Sahra bleibt noch eine Weile. Das freut mich auf die eine und beunruhigt mich auf die andere Weise. Ich glaub' sie hat irgendein Problem und braucht Hilfe, traut sich aber nicht zu fragen. Oder sie mag es einfach bedient zu werden.
Anna ist heute Nacht nicht nach Hause gekommen. Boss meint sie ist vielleicht bei Jenny. Zumindest sollte sie dort sein, aber sie war einfach auf einmal "verschwunden" meinte er. Boss ist relativ nervös deswegen.
Boss' neuer Plan läuft im Juli an. Dann werden wir dem Bund wohl beitreten. Boss lässt einige Kontakte spielen, auch ich hab noch über Robert einiges an Vitamin B. Das sollte also kein größeres Problem sein. Naja...
Ach ja, wir haben vorhin eine E-mail bekommen. Boss und ich wurden zu einem 2 v 2Kampf aufgefordert. Wurde wiedermal Zeit! Ich brauch mal wieder ein bisschen Entspannung. Am Samstag findet er statt.
|
30. 05. 2008, 23:37
|
#15
|
|
Psycho(loge)
Registrierungsdatum: Feb 2008
Ort: Nähe Ulm
Beiträge: 158
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Ich glaube dir nicht ganz, dass das alles wirklich passiert ist...
Aber egal, dass Buch wird trotzdem gut!
|
31. 05. 2008, 16:51
|
#16
|
|
Kiri Kiri Kiri!
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Feb 2007
Beiträge: 75
|
Re: Eigenes Werk: "Meisterwerk"
Es ist nicht in der Gegebenen Reihenfolge passiert und ein paar der Situationen (also wo Menschen sind) sind geändert. Etwas dramatisiert ist es auch. (z.b. hat Jenny nie das mit dem Schwertkampf erfahren, sondern eine andere "klientin". Aber ich will nicht 500 verschiedene Charaktere einführen, deswegen wird es gemixt. Auch Sahra besteht aus mehreren "Menschen")
Aber, wie schon erwähnt, ich will am besten garnicht das man mir glaubt  es ist für mich nur vergangenheitsbewältigung und ich hoffe das n paar Leute dadurch was lernen wenn ichs dann noch heftiger veröffentliche
Achso ja und er hat nicht versucht den Reichstag mit einem Tunnel zu stürmen oô
freut mich aber das es gefällt.
|
31. 05. 2008, 16:59
|
#17
|
|