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26. 05. 2008, 00:26 #1
"Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Das die Lobbyorganisationen der Filesharing-Gegner Agenten bei den "Piraten" einschleusten ist schon vorgekommen - in die andere Richtung war das bisher nicht der Fall. Bisher - denn am Freitag gab ein isländischer Sprecher eines BitTorrent-Trackers seine erfolgreiche Infiltration bekannt.
Unnar Geir, Sprecher des BitTorrent-Trackers The Viking Bay (nur für Isländer verfügbar) erklärte, dass es ihm gelungen sei, sich gegenüber Vertretern des isländischen MPAA-Pendants SMÁÍS als Überläufer auszugeben. Ziel der ganzen Aktion sei gewesen, Informationen über zwei Verfahren der SMÁÍS gegen die beiden BitTorrent-Tracker The Viking Bay (TVB) und Istorrent zu erhalten.
"Ein Administrator von TVB und ich grübelten eines Morgens darüber, was SMÁÍS eigentlich gegen uns vorliegen hat, und ich hatte diese Idee Snaebjörn zu kontaktieren und ein Treffen auszumachen",
erklärt Geir. Gesagt, getan: Vor gut einem Monat verabredete er ein Treffen mit selbigem Snaebjörn Steingrímsson, dem Geschäftsführer der SMÁÍS. Geir erzählte Steingrímsson, dass er detaillierte Informationen über die Besitzer und Administratoren von The Viking Bay übermitteln könne und auch bereit sei, gegen diese auszusagen.
Um den Geschäftsführer und die anderen 15 Ermittler beim zweiten Treffen endgültig zu überzeugen gab er vor, von seinen TVB-Kollegen bedroht zu werden. Mit vollem Körpereinsatz:
"Ich wurde zu einem weitern Treffen gebeten und sagte ihm, dass ich angegriffen worden sei weil jemand wisse, dass ich gegen TVB aussagen würde; ich überredete einen Freund mir ein paar Prellungen zu verpassen."
Auf diese Weise täuschte Geir die Ermittler tatsächlich. Erfreut, endlich einen Insider auf ihrer Seite zu haben, zeigten sie ihm am vorletzten Freitag tatsächlich gut 1000 Seiten an Beweisen gegen TVB. Auch eine weitere Information könnte sich als wichtig erweisen: Nämlich die, dass gegen TVB ein Straf- und kein Zivilprozess wie zuvor gegen Istorrent geplant ist.
Das dürfte daran liegen, dass der Prozess gegen Istorrent vor zwei Monaten spektakulär geplatzt ist. Nachdem der wichtigste Torrent-Tracker der Insel erst Mitte März per einstweiliger Verfügung geschlossen worden war gab es bereits Ende des Monats eine Pleite für SMÁÍS. Das Verfahren wurde eingestellt, die Kläger durften die Kosten tragen. Zum 16. Mai ist der Tracker wieder online gegangen.
Das soll im Fall TVB wohl vermieden werden. Und SMÁÍS scheut dabei keine Mühen. Geir bekam unter anderem auch Screenshots der Admin-Oberfläche seines Trackers gezeigt. Wie sie daran gekommen sind, wollten die Ermittler nicht verraten: "Du kannst im Internet alles machen" war die einzige Antwort, die Geir zu hören bekam. Er vermutet, dass die Filesharing-Gegner einen Exploit oder einen anderen Hack genutzt haben, um den Zugang zu erhalten.
Geir bekam tatsächlich alle Pläne seiner Gegner offengelegt. Darunter auch, welche Nutzer sie verklagen wollen:
"Sie gaben mir die Benutzernamen von zwei Personen, die für die Hälfte des isländischen Materials auf TVB verantwortlich waren." erzählt Geir. "Nach dem Treffen gab ich diese Informationen an die User weiter, damit sie ausweichende Maßnahmen unternehmen konnten."
Als er glaubte genügend Informationen gesammelt zu haben ging Geir diesen Freitag mit seiner Story an die Öffentlichkeit. Die Karten im kommenden Prozess sind wieder neu gemischt. Aber neben der detaillierten Taktik der Antipiraterie-Gruppe bekam Geir auch einen unangenehmen Einblick in die allgemeine Strategie seiner Gegner:
"Am interessantesten daran ist, dass ich am Anfang des Treffens gesagt habe: 'Nichts für ungut, ich kann euch helfen ein paar Administratoren zu überführen, aber die Website wird deshalb nicht offline gehen', worauf Snæbjörn antwortete 'es ist egal ob wir gewinnen oder verlieren, wir werden euch auf jeden Fall in den Konkurs treiben.'"
Ein deutliches Zeichen, dass es den Piraterie-Gegnern nicht um Recht oder Unrecht geht. Stattdessen nutzen sie ihre Finanzpolster, um missliebige Gegner zu ruinieren.
(via TorrentFreak)
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26. 05. 2008, 00:53 #2
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Geniale und gut umgesetzte Idee^^
Ich hoffe, sie können mit den Infos die sie durch diesen Schachzug erbeutet haben eine gute Gegenoffensive planen.Zitat:"Ich möchte ganz einfach Kontakt zu einem noch lebenden Verantwortlichen aufnehmen, der mir bei diversen Angelegenheiten beiseite stehen kann. Bitte mit Telefonnummer." (Die beste Trollantwort die ich bisher lesen durfte^^)
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26. 05. 2008, 00:59 #3
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
So viel heiteres zu so später Stunde
Cu
VerbogenerMeine PЅP hat Fantasie Was passiert wenn man 2 Jahre lang ununterbrochen auf der Toilette sitzt? Hier findet ihr die UNGLAUBLICHE ANTWORT :)
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26. 05. 2008, 01:00 #4
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Filesharing-Gegner einen Exploit oder einen anderen Hack genutzt haben
Verbrecher !
Speert die weg
mindestens 100 Jahre -,.-
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26. 05. 2008, 05:30 #5
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Geile Aktion!!!
Das muß man erstmal bringen, sich freiwillig auf die Fresse hauen lassen um zu versuchen seine Seite vor diesen Verbrechern zu retten... Respekt!
Aber da kann man mal schwarz auf weiß sehen, das diesen Typen des isländischen MPAA-Pendants SMÁÍS jedes Mittel recht ist um seine ,,Gegner,, unschädlich zu machen - ich denke der Besitz und die Benutzung von Schadsoftware zum Eindringen in fremde Systeme ist vielleicht ein ,,Joker,, für die Leute von The Viking Bay.
Gruß ghostuserWir leben in einer Zeit, wo Macht nicht nur ein Politikum zu sein scheint, sondern die Durchsetzung mittlerweile jedes Mittel derer heiligt die sie besitzen wollen!
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26. 05. 2008, 06:32 #6
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Über solch amüsante News, freut sich ein Gullianer richtig! Danke, war witzig... wenn die Methode des Exploitens doch ein wenig dreist war.
Bill Gates: "If you can't make it good, at least make it look good."
Steve Jobs: "Design is not just what it looks like and feels like. Design is how it works."
Linux Torvalds: "Linux is evolution, not intelligent design."
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26. 05. 2008, 07:00 #7Mitglied
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Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
NICE ONE
So muss das laufen. Kann man ihn vielleicht nicht mal für ne gewisse Zeit nach Deutschland einladen :P
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26. 05. 2008, 07:16 #8Mitglied
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Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Hmmm... warum soll er nach DE? Lass du dich doch auf sowas ein.

Nette Aktion.
Die Seite sieht auch nicht schlecht aus. Leider ist mein Isländisch ein wenig lückenhaft...
Wer besser dran ist: Proxy - Von wegen nur für Isländer erreichbar!
Aber wie diese Umleitung für Ausländer funktioniert möcht ich auch mal wissen...
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26. 05. 2008, 07:42 #9
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
...scheinbar kann man nicht nur im Net alles machen
Top Event, hat allerdings den Haken das wir uns jetzt drüber freuen, während die Gegenseite nächstes Mal besser aufpasst wen Sie sich ins Boot holt...
Trotzdem Hut ab vor der schauspielerischen Leistung!!
Smile @ the World and the World smiles @ you!!
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26. 05. 2008, 08:18 #10Mitglied
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Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
wow dass nenn ich mal cool
das ist fast wie in solchen agenten filmen oder so
ich hoffe es hat ihnen was gebracht und dass sie den fall gewinnen
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26. 05. 2008, 08:24 #11kloboldGast
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Wegspeeren waere eine tolle Alternative zum wegsperren.
Zitat von Hirnblaehung
Klasse Aktion von dem Herrn Unnar Geir.
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26. 05. 2008, 08:33 #12DasFragezeichendeaktiviertes Benutzerkonto
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Ich hätte es als cleverer empfunden weiter in der Anti-Piraterie-Lobby tätig zu sein, eventuell mich sogar hätte anstellen lassen um Beweise für das unrechtmäßige Vorgehen zu sammeln. Was glaubt ihr wie das gekommen wäre, wenn mitten im Prozess Beweise vorgelegt worden wären, dass das ganze Verfahren nur in die Gänge kam, weil illegal gehandelt worden ist. Außerdem wäre es sicher interessant gewesen, wenn man Verbindungen zur internationalen Anti-Piraterie-Lobby hätte knüpfen können.
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26. 05. 2008, 10:19 #13Mitglied
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Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
oder heimlich beweise verschwinden lassen
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26. 05. 2008, 12:53 #14Mitglied
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Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Geb Fragezeichen recht...
Vllt. wurds auch nur öffentlich gemacht weil sies eh rausgefunden haben? Oder er hat n Lachkrampf gekriegt und konnt es nicht mehr geheim halten ^^
Allerdings: Voll vertraut hätten sie ihm nie... Da wär es besser wenn ein unbekannter sich anstellen lässt, Jahre dort für Bezahlung arbeitet und doch die ganze Zeit Zeug nach "außen" leakt
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26. 05. 2008, 13:04 #15
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
ach, man kommt auch an genug informationen bei einem guten hack, wie es z.B. bei MediaDefender der Fall war. Einfach alle Inhalte vom POP3-Server ziehen
WLAN0|Developer-Blog: http://www.wlan0dev.org
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26. 05. 2008, 13:04 #16Marco 001Gast
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Finde ich amüsant, dass die "Piraten" einfach mal Spontan den Spieß umdrehen und mit gleichen Waffen zurückschlagen.

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26. 05. 2008, 15:06 #17
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Ist sowas eigentlich erlaubt, oder macht er sich strafbar damit? Es sind doch im Grunde interne Details die er da teilweise verrät, oder?
Aber top Aktion
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26. 05. 2008, 15:37 #18
Re: "Pirat" als Maulwurf bei der Anti-Filesharing-Lobby
Man sollte schon noch ein Film daraus machen. am besten einen neuen James Bond.
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