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Nerestro
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Registrierungsdatum: May 2008
Beiträge: 2
Auszug mit 17

Zu meiner Situation und Vorgeschichte:

Ich bin 17 Jahre alt und besuche die 11. Klasse eines Gymnasiums und werde dort mein Abitur machen. Meine Eltern sind seit knapp 9 Jahren geschieden und ich lebe bei meinem Vater (62). Dieser ist Alkoholiker und seelisch ein Wrack. Er bezieht seit der Scheidung Arbeitslosenhilfe und seit Einführung der Gesetzesänderungen HARTZ 4. Er hat vor einigen Jahren wieder geheiratet, jedoch ist auch diese Ehe in die Brüche gegangen.
Das Verhältnis meines Vaters zu meinem älteren Bruder (23) und mir hat sich in den letzten Jahren immer mehr verschlimmert und die Probleme wurden immer extremer. Sein Alkoholkonsum, der auch dazu beigetragen hat seine Ehe mit meiner Mutter scheitern zu lassen hat, sich immer mehr erhöht und hat mittlerweile sogar zu gesundheitlichen Problemen bei ihm geführt die er allerdings verleugnet.
Mein Bruder ist nach Abschluss seiner Ausbildung und dem Wehrdienst im April ausgezogen und hat sich eine eigene Wohnung gesucht, weil er nicht mehr unter einem Dach mit unserem Vater leben konnte.
Die Lebensgefährtin meines Vaters hat diesen ebenfalls im April verlassen und ist zu ihrer Familie gezogen.
Mein Vater ist teilweise unberrechenbar, das reicht von Wutanfällen und Zerstörung von Einrichtungsgegenständen bis zu häuslicher Gewalt gegenüber seiner Lebensgefährtin als diese noch bei ihm lebte. Auch mir gegenüber wollte er schon mehrmals die handgreiflich werden und die Situation war kurz vor dem eskalieren.
Ich traue ihm buchstäblich alles zu. Er sagt von sich selbst er hat nichts mehr zu verlieren, was durchaus der Wahrheit entspricht.

Ich sehe schon seit längerem ebenfalls keine andere Möglichkeit mehr, als ebenfalls zuhause auszuziehen, jedoch habe ich einige Schwierigkeiten:
  • Ich werde erst in knapp 5 Monaten volljährig
  • Ich will mein Abitur und werde deswegen auf keinen Fall die Schule abbrechen
  • Ich habe als Schüler keinerlei geregeltes Einkommen

Ursprünglich wollte ich zumindest warten bis ich 18 bin bevor ich ausziehe, doch die Situation spitzt sich von Tag zu Tag zu und höchstwahrscheinlich habe ich keine andere Wahl als spätestens in den Sommerferien (Juli) das Haus zu verlassen.
Ich werde wohl für einen, maximal zwei Monate bei meinem Bruder in der nächstgelegenen Großstadt wohnen können, jedoch ist dies für einen längeren Zeitraum auch nicht möglich, unter anderem aufgrund der Größe der Wohnung meines Bruders.
EIn Umzug zu meiner Mutter wäre mit einem Schulwechsel verbunden, was ich aber auf jeden Fall vermeiden will, ich erhalte jedoch etwas finanzielle Unterstüzung in der Höhe von 350€ monatlich.
Deswegen habe ich vor langfristig (nach den 2 Monaten bei meinem Bruder) mir eine WG-Zimmer und einen Nebenverdienst auf 400€-Basis zu suchen.
Über das "Schüler-Bafög" habe ich mich schon informiert, jedoch bleiben da für mich einige Unklarheiten:
Ob ich Bafög beziehen kann hängt bei einem Gymnasiumsbesuch vom Schulweg ab. Mein jetztiger Schulweg beträgt ~1h täglich, nach Umzug zu meinem Bruder etwas mehr als 2h pro Tag. Fällt dies unter diese Regelung?

Fragen:
  • gibt es rechtliche Probleme bei einem Auszug mit 17 Jahren?
  • Habe ich bevor ich volljährig bin selbst Anspruch auf das Kindergeld und an wen muss ich mich wenden?
  • Kann ich Bafög beziehen?
  • Ist der Einzug in eine WG mit 17 (rechtlich) möglich?
  • Kann/muss ich mich dafür an das Jugendamt wenden? (Sofern es nicht notwendig ist, würde ich dies gern vermeiden)

Über jede Antwort, Hilfestellung oder auch einfach Erfahrung zu dem Thema wäre ich dankbar.
Alt 31. 05. 2008, 11:25 Nerestro is offline Mit Zitat antworten #1
Frau-Mahlzahn
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Beiträge: 114
Re: Auszug mit 17

Ich würde mich bei den (hoffentlich) kompetenten Leuten beim Jugendamt melden. Die kennen sich bei sowas wesentlich besser aus als Laien in irgendeinem Forum.

Aber ich versuch mal deine Fragen nach gutdünken zu beantworten:
a) "gibt es rechtliche Probleme bei einem Auszug mit 17 Jahren?"
Das größte Problem wird sein, dass du selber noch keine Verträge o.ä. unterschreiben kannst. Da dein Vater "unberechenbar" ist wird dann wohl deine Mutter dafür herhalten müssen und die wohnt ja anscheinend was weiter weg.
b) "Habe ich bevor ich volljährig bin selbst Anspruch auf das Kindergeld und an wen muss ich mich wenden?"
Als Schüler/Student bekommen normalerweise die Eltern das Kindergeld. Wenn du aber nicht bei ihnen wohnst/sie dich nicht unterstützen, dann hast du glaub ich selber Anrecht auf Geld vom Staat (halt Schülerbafög o.ä.). Ich würde aber versuchen mit deinem Vater zu reden, ob er dir das nicht doch monatlich überweisen kann um den Stress zu vermeiden.
c) "Kann ich Bafög beziehen?"
Dein Vater ist Hartz IV Empfänger, kommt natürlich drauf an was deine Mutter verdient, aber ich würde sagen: ja.
d)"Ist der Einzug in eine WG mit 17 (rechtlich) möglich?"
Unterschriften müssen dann von deinen Erziehungsberechtigten geleistet werden.
e)"Kann/muss ich mich dafür an das Jugendamt wenden? (Sofern es nicht notwendig ist, würde ich dies gern vermeiden)"
Für Schülerbafög musst du das glaub ich. Und die beim Jugendamt beissen nicht Du kannst dich ja dort auch unverbindlich beraten lassen.
Alt 31. 05. 2008, 11:59 Frau-Mahlzahn is offline Mit Zitat antworten #2
Bleach666
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Beiträge: 46
Re: Auszug mit 17

hiho

im Großen und ganzen würde ich mal einfach "frau Mahlzahn" recht geben...wende dich auf jeden fall ans Jugendamt...

Wenn du noch einen guten Drath zu deiner Mutter haben soltest Tele mal mit ihr auch über diese Sachen...

Ich wünsch dann mal viel erfolg

MfG

Bleach
Alt 31. 05. 2008, 13:13 Bleach666 is offline Mit Zitat antworten #3
BillieJoel
 
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Re: Auszug mit 17

Du bekommst genau dann bafög, wenn das Jugendamt festlegt, dass du wirklich nicht mehr bei deinem Vater wohnen kannst, z.B. weil der dich schlägt etc. In dem Fall würde aber erstmal geschaut werden ob man dich noch 5 Monate bei der Mutter unterbringen kann.
Wäre ja auch noch schöner...überleg dir mal wieviele in deinem Alter oder mit 16 am liebsten Ausziehen würden...wenn die dann alle noch ordentlich Kohle vom Staat bekämen wär das ja wie im Paradies


Im Endeffekt geb ich dir folgenden Tip: Halte die 5 Monate bis zu 18 wirst noch durch. Bereite bis dahin alles vor und mach dann an deinem Geburtstag den Abflug. Alles andere wäre einfach unvernünftig. Ich kann mir wirklich vorstellen, dass die Situation keine schöne ist, aber wenn du die Sache jetzt machst, werden sich dir richtig viele bürokratische Probleme in den Weg stellen.

Deswegen: Ertrage die letzten 5 Monate wie ein Mann: Geh arbeiten um dir die Kaution der Wohnung leisten zu können! Durchforste schonmal die Wohnungsangebote. Schau wo du dir ne günstige und coole Einrichtung herholen könntest. Mit dem Gedanken im Hinterkopf bald auszuziehen wird vieles sicherlich erträglicher.

Lg.
Alt 31. 05. 2008, 13:26 Mit Zitat antworten #4
Frau-Mahlzahn
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Re: Auszug mit 17

Naja, wenn man ordentlich mit den Leuten vom Jugendamt kommuniziert, dann sehen die aber auch ein, dass du nicht aus deiner vertrauten Umgebung (Schule, Freunde, ..) gerissen werden möchtest. Deswegen würd ich mich auch an die Leute dort wenden, die sind ja da um Jugendlichen zu helfen, das ist deren Job.
Und wenn du das Bafög kriegst, dann kriegst du das auch noch mit 18, was vermutlich eine große Erleichterung wäre. Abi machen und ein 400 € Job und die Umstellung auf alleine wohnen, da bleibt von der schönsten Zeit deines Lebens nicht mehr viel übrig
Alt 31. 05. 2008, 14:48 Frau-Mahlzahn is offline Mit Zitat antworten #5
Zirror
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Beiträge: 75
Re: Auszug mit 17

Du kriegst in jedemfall dein Kindergeld und wenn du noch die 350€ von deiner Mutter bekommst sollte es für einen WG Platz irgendwo so oder so reichen. Ist immer die billigste Alternative. Kommt allerdings auf die Lage an.
Alt 31. 05. 2008, 19:02 Zirror is offline Mit Zitat antworten #6
Frau-Mahlzahn
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Beiträge: 114
Re: Auszug mit 17

Irgendwas muss der Jung auch essen, klar, man kommt mit 450 € über die Runden. Nur wie..
Alt 31. 05. 2008, 19:57 Frau-Mahlzahn is offline Mit Zitat antworten #7
Plzen
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Beiträge: 874
Re: Auszug mit 17

@Nerestro

BAföG hängt in gewisser Weise vom Schulweg ab, aber anders als du das beschrieben hast. Es gibt einen höheren BAföG-Satz für Schüler, die nicht bei ihren Eltern wohnen können. Ein Grund dafür kann sein, dass der Schulweg von den Eltern unzumutbar weit ist, so dass man dichter an die Schule ziehen muss. Jetzt hast du einen Schulweg von etwa 1 Stunde, und das ist für einen 17-jährigen zumutbar.

Ein anderer Grund kann sein, dass man aufgrund häuslicher Schwierigkeiten nicht bei den Eltern wohnen kann. Das scheint bei dir so zu sein. Um das beim BAföG-Amt durchzuboxen, reicht es nicht aus, denen etwas zu erzählen. Du musst das auch nachweisen können. Und das kannst du eigentlich nur, indem du den offiziellen Weg zum Jugendamt antrittst. Das scheint dir nicht zu behagen, aber ohne Jugendamt gibt es den höheren BAföG-Satz für dich wohl nicht.

Den niedrigeren BAföG-Satz für Schüler, die bei den Eltern wohnen, kannst du auch jetzt beantragen. Solange du bei deinem Vater wohnst, wird das vermutlich mit seinem Hartz IV so verrechnet, dass unter dem Strich nicht mehr dabei rauskommt. Wenn du dann mit 18 aber ausziehst, hast du den niedrigen BAföG-Satz auf jeden Fall sofort in der Hand, ohne zunächst lange Bearbeitungszeiten des Antrags abzuwarten.
Alt 31. 05. 2008, 20:37 Plzen is offline Mit Zitat antworten #8
Nerestro
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Beiträge: 2
Re: Auszug mit 17

Erst einmal danke für all die Antworten.

Zitat:
Halte die 5 Monate bis zu 18 wirst noch durch. Bereite bis dahin alles vor und mach dann an deinem Geburtstag den Abflug.
Genau das hatte ich auch vor, jedoch spitzt sich die Situation immer mehr zu und ich glaube mittlerweile nicht mehr das es noch möglich ist.

Zitat:
Ich würde mich bei den (hoffentlich) kompetenten Leuten beim Jugendamt melden. Die kennen sich bei sowas wesentlich besser aus als Laien in irgendeinem Forum.
Ich werde mich wohl mal zumindest informieren und in Kontakt treten mit einer Mitarbeiterin, irgendwelche weitergehenden Schritte unternehmen zu müssen würde ich jedoch trotzdem gerne verhindern.

Zitat:
Den niedrigeren BAföG-Satz für Schüler, die bei den Eltern wohnen, kannst du auch jetzt beantragen. Solange du bei deinem Vater wohnst, wird das vermutlich mit seinem Hartz IV so verrechnet, dass unter dem Strich nicht mehr dabei rauskommt. Wenn du dann mit 18 aber ausziehst, hast du den niedrigen BAföG-Satz auf jeden Fall sofort in der Hand, ohne zunächst lange Bearbeitungszeiten des Antrags abzuwarten.
Das ist schonmal sehr gut zu wissen. Ich war mir nicht ganz sicher ob ich überhaupt als Schüler vor meinem Abitur einen Anspruch habe.


Das ich wohl am Ende vom Monat nicht viel Geld übrighaben werde ist für mich erst einmal ein zweitrangiges Problem. Anspruch auf ein (wenn auch geringeres) "Schüler-Bafög" zu haben ist schonmal sehr gut. Ob mein Vater das Kindergeld an mich weiterleiten würde sehe ich leider sehr kritisch. Zumindest die Monate bis zu meinem 18. werde ich wohl finanziell über die Runden kommen und danach hätte ich kein Problem einen Nebenjob zu suchen.

Das, zumindest den Mietvertrag bei der WG, dann wohl meine Mutter unterzeichnen müsste finde ich zwar unpraktisch, jedoch glaube ich nicht das ich da allzu wählerisch sein kann.

Danke nochmal für die qualifizierten Antworten und die Hilfe.
Alt 02. 06. 2008, 11:34 Nerestro is offline Mit Zitat antworten #9
Nickx
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Re: Auszug mit 17

Frag das Jugendamt nach allen Möglichkeiten- Dann kannst dir schonmal sicher sein, was überhaupt möglich ist, wenn dir davon nichts gefällt lass dir was neues einfallen. Wenn du dich beim Jugendamt informierst, ist das nicht verbindliches.

Dein Plan die Schule zu beenden ist übrigens sehr gut!
Alt 03. 06. 2008, 10:34 Nickx is offline Mit Zitat antworten #10
levit0n
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Re: Auszug mit 17

Mit 17?!.... is doch garkein prblem ich bin kurz nachdem ich 16 würd ausgezogen un hat auch super geklappt und bereuen tu ichs auch net
hf beim aussziehn xD
Alt 03. 06. 2008, 14:25 levit0n is offline Mit Zitat antworten #11
8-zAz-8
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Re: Auszug mit 17

Hi!

Schau mal nach einer "kirchlichen WG", hört sich blöd an (fals du nicht religiös bist ) aber die können dir teilweise günstiger eine WG beschaffen.

Ich habe auch bis vor kurzem in einer solchen WG gewohnt.
Gut, man muss abstriche machen, mein Zimmer war zB nur 12qm groß, aber für in die Schule zu gehen braucht man ja auch keine fertig eingerichtete 80qm Wohnung!
Da hat sehr gut ein Hochbett mit Schreibtisch drunter, ein "Billy-Regal" reingepasst und noch jeden Schund den ich so in 2 Jahren ansammeln konnte Oo.
Außerdem konnte man natürlich dort das Wohnzimmer, Badezimmer, die Küche und die Waschküche mitbenutzen!
Und das für 120€ warm! (Man sollte dann aber auch nicht mit den Recourcen rum aasen, das ist natürlich asozial!)

Möglicherweise gibt es das ja auch in anderen Städten! Bei uns gab es nur eine Pflicht: man musste in dieser Stadt zur Schule gehen/studieren! (Egal, welche Schulart)

Ich würde einfach mal den Geistlichen deiner Wahl anquatschen .
(Ich bin nur dahin gezogen, weil es 30km näher an meiner Schule war)

Ich hoffe das klappt alles bei dir so wie du dir das vorstellst!

Viel Glück!
Alt 05. 06. 2008, 01:58 8-zAz-8 is offline Mit Zitat antworten #12
Plzen
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Beiträge: 874
Re: Auszug mit 17

Oh toll, ein WG mit Hanni, Nanni und Manni. Abends um 21 Uhr kommt die Nonne das Licht ausschalten...
Alt 05. 06. 2008, 02:04 Plzen is offline Mit Zitat antworten #13
8-zAz-8
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Re: Auszug mit 17

lol, nein so war das nicht! Uns hat keiner gestört. Wir waren unter uns...kann sein das das bei anderen Standorten so ist, bei uns nicht. Nochmals lol.

Was mir einfällt, es gibt ja auch WG extra für Studenten...vllt kann man da aja auch früher rein. Bist ja aufm Weg dahin

Man sollte alle Möglichkeiten wissen und ergreifen , wenn man eine Kostengünstige WG/Wohnung sucht.
Alt 05. 06. 2008, 02:25 8-zAz-8 is offline Mit Zitat antworten #14
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