ich schreibe jetzt wieder ein Wenig und wollte euch den Anfang einer meiner Geschichten posten.
Ich würde gerne wissen was ihr davon denkt!
Kritik ist erwünscht!
Hier ist der Text:
Spoiler:
Feelings
Guten Morgen liebe Zuschauer.
Das Wetter ist heute im Süden sehr warm…
im Norden…
Kai nahm ein Stück von gestrigen Schokokuchen, welches seine Mutter für die Gäste gebacken hatte.
Kommen wir nun zu den Morgennews…
Er hätte es wissen müssen, Schokokuchen am frühen Morgen vor dem Frühstück verdirbt einem den Magen.
Gestern Abend um 20.40Uhr wurde am Bahnhof in…
Schön wär’s, aber es gab heute kein Frühstück.
…gefunden. Die Mutter des einsamen kleinen Babys ist vor einen Zug mit rasanter Geschwindigkeit gesprungen.
Naja, eigentlich nicht nur heute. Es gab niemals am Wochenende Frühstück bei Kai.
Kai war der Typ von Mensch, die das essen, was auf den Tisch kommt.
…nicht überlebt. Das Baby ist nun im Krankenhaus. Die Ärzte vermuten, dass das Kind nicht überleben wird, denn…
Und wenn nun mal nichts auf den Tisch kam, musste er wohl oder übel entweder bis zum Mittagessen warten oder zum nächsten Fast-Food-Laden in der Nähe gehen.
„Die Erkrankung ist schon zu weit fortgeschritten. Wir haben festgestellt, dass das Baby lange keine Nahrung bzw. Muttermilch bekommen hat.“ erklärte uns Professor Dr. Zimmermann…
Der Fast-Food-Laden war eine gute Idee. Er war zwar zu faul um sich selbst etwas zum Frühstück zu machen, jedoch liebte er es in die Stadt zu gehen.
„Wir werden alles in unserer Macht stehende tun um dieses Kind zu retten!“ versicherte uns Chefarzt Ulrich Danau vom Krankenhaus für…
Die Spardose seiner Mutter hatte Kai schon längst entdeckt. Der fiel es sowieso nicht auf wenn da jetzt ein paar Euros weniger waren. Sie war selber schuld, er konnte ja nichts dafür, wenn er so wenig Taschengeld bekam. Er steckte ein paar Euros in seine Jeans, schaute kurz in den Spiegel und Strich an paar Mal über seine schwarzen kurzen Haare.
Seine Augen richteten sich plötzlich auf den Fernseher, der am Spiegel zu sehen war.
Hier sehen Sie das Foto der Selbstmörderin und Mutter des armen Babys.
Wir hoffen nun alle das Beste um das Kind.
„Wie… wie kann man nur so etwas Schlimmes tun? Ich kann mich nicht erinnern, dass sie je Probleme hatte. Über den Tod ihres Mannes ist sie schon seit Jahren drüber weg. Warum hat sie mir nichts gesagt…ich hätte ihr doch geholfen!“ weinte Joanne Ribner, die Nachbarin des Opfers.
Kommen wir nun zu den V.I.P. News...
Kai nahm die Fernbedienung und schaltete den Fernseher aus.
„Ts… wenn die wüssten, wie sich die Frau gefühlt hat.“ murmelte Kai böse vor sich hin.
Die Sonne schien in seiner vollen Pracht, ungestört von Wolken und irgendwelchen Flugzeugen am Himmel, strahlte sie die Menschen mit seiner Wärme.
„Ich hätte ihr geholfen!“ sprach Kai der Frau im Fernsehen nach.
Er hasste es, wenn Menschen logen, nur um ins Fernsehen zu kommen und zu zeigen, wie lieb und menschlich man ist.
Doch es nutzte nichts darüber weiter nachzudenken. Er könnte ihr zwar eine Lektion erteilen, doch dass hatte er schon bei vielen Leuten gemacht, leider erfolglos.
Jeder ist wie er ist und sogar Kai konnte mit seiner Besonderheit nichts dagegen tun.
Er wohnte in einem kleinen Dorf, etwas außerhalb der Stadt und hier gab es nichts außer Wohnhäuser und Bauernhöfe.
Das Auto konnte er leider nicht nehmen um in die Stadt zu kommen, jedenfalls nicht sobald seine Mutter von ihrer Arbeit mit dem Auto zurückkam. Da Kai sonst bis dahin verhungern würde, beschloss er mit dem nächsten Bus in die Stadt zu fahren.
Er war vertieft in seine Gedanken und lief die Straße entlang. Wenn Kai dachte, dann höchst wahrscheinlich immer nur an das Eine. „Wieso funktioniert es bei ihr nicht?“ diese Frage auf die er keine Antwort hatte und die ihm sowieso sonst niemand beantworten könnte, störten ihn gewaltig, so dass er beschloss es immer wieder zu versuchen. Er musste einfach wissen wer es ist, das wunderschöne Engel, mit ihren blauen Augen hatte sie ihn eine Weile ganz tief in die Augen geschaut. Kais Herz schlug immer schneller und schneller bei diesem Gedanken, er hätte jedes Mädchen auf der Welt haben können, aber nicht sie, denn bei ihr funktionierte es nicht. War es etwa dies, was ihn dazu brach, endlich mal ein Mädchen attraktiv zu finden? Weil er sie nicht haben konnte? Weil er dieses mal wie jeder normale Mensch fragen musste, ob sie mit ihm mal etwas unternehmen wolle? Weil er dadurch riskierte einen Korb zu bekommen? Und vor allem, weil er sich dann wie ein ganz normaler Mensch fühlte?
Er merkte gar nicht, wie schnell die Zeit vergangen war und dass er schon an der Bushaltestelle stand und immer noch in seinen Gedanken vertieft war, als ihn plötzlich eine raue wütende Stimme von einem dicken, Punk artig angezogenen Jungen aus seiner Träumerei riss.
„Hey, das gibt’s doch nicht! Hast du jetzt keinen Euro man! Das kannst Du mir nicht antun!“
Neben diesem dicken war ein etwas dünnerer Junge, beide waren wahrscheinlich zwei Jahre jünger als Kai, aber dennoch sahen sie aufgrund ihrer Bärte Volljährig aus.
„Wie oft soll ich dir das noch sagen! Ich hab’ gerade mal soviel Geld um mir ein paar Kippen und ein wenig Alkohol aus der Stadt zu kaufen. Und da bleibt mir nur das Geld für MEIN Fahrticket übrig!“
Der dickere Junge war nervös und zerrte an seinen Haaren.
„Man, tu mir das nicht an! Ich hab’ Joe versprochen, dass ich heute komme! Weißt du was er tun wird, wenn ich nicht komme…weißt du das? Er wird meinen Körper in hundert Stücke zerteilen und dann an unsere Schweine im Bauernhof zum Fraß vor werfen!“ er sah aus, als könnte er sich jeden Moment erhängen, der andere jedoch sah ganz gelassen aus und ihn kümmerte es wohl nicht, was der Andere sagte.
Kai war froh, dass er nicht solche Probleme hatte, dennoch interessierte er sich, wie der verzweifelte Junge sich wohl fühlte. Gerade als er es anwenden wollte, unterbrachen ihn zwei kleine Kinder, die von der gegenüber liegenden Straße kamen und nun ebenfalls auf den Bus warteten. Und Kai sah das Grinsen im Gesicht des vorhin noch ratlosen Jungen, seine Blicke kannte Kai sehr gut, und das konnte nur schlechtes heißen.
Der Dicke ging zu den zwei kleinen Kindern, die sich über irgendwelche Zeichentrickserien unterhielten und warf einen großen Schatten über deren Körper.
„Nana, wen haben wir denn da? Mrs. Little REICH und Mrs. Little REICH-HOCH-ZWEI!“ lachte der Dicke.
Die Kinder sahen ihn etwas erschreckt an.
„Ich bin sicher, ihr könnt eurem lieben armen Freund doch einen Euro leihen!“ grinste er weiterhin und ballte seine Fäuste zusammen.
„Nein! Wir dürfen unser Geld nicht anderen Leuten geben…“zitterte die Stimme einer des kleinen Mädchens.
„Ach so ist das? Na dann muss ich euch wohl des Anderen belehren!“
Der Dicke sah aus als würde er gleich das Geld mit Gewalt von ihnen holen.
„Wenn Du ihnen etwas antust wirst Du es dein ganzes Leben lang bereuen.“
Der dicke Junge drehte sich um, als Kai ihm das mit gelassener Stimme sagte und ihm tief in die Augen sah.
„Was willst Du denn?“ lief der dicke Junge in Kais Richtung.
Der Bus war am Horizont der Straße zu sehen.
„Ich habe gesagt, dass Du dir dein Geld lieber wo anders besorgen solltest!“ betonte Kai, während seine Hände in seinen Hosentasche steckten.
„Und was wenn nicht?“ Der dicke Junge kam mit seiner Stirn so nah an Kais Stirn, so dass Kai dessen Wärme des schweißigen Stirns fühlen konnte.
„Das willst Du nicht wissen.“ sagte Kai.
„Ich zeig dir gleich, was du nicht wissen willst!“ Schrie ihn der Dicke an.
Der Bus war nun an der Bushaltestelle angekommen.
Gerade wollte der Dicke noch Kai eine Faust geben, da fiel dieser plötzlich auf den Boden.
Die Kinder und der angebliche Freund des Dicken waren schon eingestiegen.
Kai ging rüber zum Bus und bevor er einstieg, sah er sich den Dicken noch einmal an.
Er lag auf dem Boden. Er lag dort und weinte wie ein kleines Baby.
Seine Augen waren in seinen Tränen ertrunken und sein dicker Daumen steckte in seinem Mund, welches er lutschte.
Kai stieg ein und ging ganz nach hinten zu den Sitzplätzen.
„Was…was hast Du mit ihm gemacht?“ fragte der dünne Junge ganz erschrocken, welcher neben ihm saß und wahrscheinlich am Liebsten vom Bus gesprungen wäre.
PS: Es ist höchstwahrschenlich, dass meine Grammatik nicht so der Brüller ist, liegt vielleicht daran,dass ich türkischer Abstammung bin
Hi,
ich finde die Geschichte sehr gut, da sie alltagsbezogen ist und man kann sich in die Hauptperson "Kai" wirklich gut hineinversetzen.
Es müsste nur noch wirklich etwas passieren, denn so ist es eher wie ein Tagebucheintrag. Vielleicht hilft eine andere Person. Der "Engel" wäre da sicherlich gut. Eventuell kannst Du diese/s Frau/Mädchen auftauchen lassen und das ganze ein wenig dramatisieren, oder so.
Was auch sicherlich gut kommt: ein größeres Ereignis/Vorhaben.
Zudem würde ich noch gerne mehr über Kai erfahren (Alter, Beruf, Vergangenheit, usw.)
Aber ansonsten gefällt mir die Geschichte und dein Schreibstil. Habe nicht sehr viele Grammatikfehler gefunden, höchstens 2, das stört mich aber nicht weiter.
@respect
Danke^^
Ich weiß nicht, ob es jetzt so vorkommt, als wäre die Geschichte zu Ende,
aber eigentlich sollte das was ich gepostet habe, der erste Kapitel eines größeren "Projektes" sein.
Ich wollte nur nicht alles auf einmal posten, damit ihr euch nicht davon abschrecken lasst und nicht liest.
Ich werde demnächst einen weiteren Teil bzw. Kapitel posten.
edit: Hier das zweite Kapitel
Spoiler:
Nach ein paar Kilometern war auch Kai endlich in die Stadt angekommen. Sein Magen knurrte wie ein Tiger und bis zum Fast-Food-Laden dauerte es noch eine Weile.
In der Stadt war heute so einiges los, denn soweit Kai in der Schule erfahren hatte, gab es heute eine Veranstaltung des Roten Kreuzes.
„…los schnell, man bekommt mindestens fünfzig Euro für einen Liter!“ rannte ein Jugendlicher mit seinem wahrscheinlich etwas jüngeren Bruder.
Da wird wohl heute eine Menge Blut gespendet, dachte sich Kai, während er wie immer mit seinen Händen in der Hose Richtung Stadtmitte lief.
Kai musste immer wieder lachen, bei dem Gedanken, dass sich der Fast-Food-Laden ganz in der Nähe des Roten Kreuzes befand.
Er wollte gerade die Straße überqueren, da blieb er plötzlich stehen, es war wieder dieses Gefühl, was Kai jedes Mal Übelkeit bereitete. Er ging wieder von der Straßenkante zurück auf den Gehweg. Reglos stand er da, dieses Gefühl, er kannte es sehr gut. Das Gefühl von Nichts.
Einfach Nichts, sie war hier in der Nähe, aber wo?
Kai schaute sich um, konnte jedoch weit und breit niemanden erkennen, der ihr ähnlich sah.
Ein Geräusch verriet Kai nun, wo sie wirklich war. Dieses Lachen war das wundervollste welches Kai je hörte, es war so, als ob er von mehreren Messerstichen am Herz getroffen wurde, jedoch keine Wunden, sondern Schmetterlinge entstanden.
Er drehte sich nun um, es war ein chinesisches Restaurant, die Fenster waren wie üblich an warmen Tagen, ganz weit offen und genau am Fensterrandtisch saß sie.
Kais Herz fing jetzt bei ihrem Anblick sehr schnell an zu schlagen, ihm kam es vor, als würde sein Herz gleich wie eine Zeitbombe explodieren, wenn er nicht weg schaute. Er konnte jedoch sein Blick nicht von ihr trennen, er war wie gelähmt. Seine Hände waren so feucht, wenn er diese nicht aus seiner Hosentasche raus tun würde, wäre wahrscheinlich, so kam es Kai vor, seine Hose so nass gewesen, als hätte er in die Hose gemacht.
Ihr Essen schluckte sie so elegant runter, dass Kai bei jedem Schlucken von ihr, selbst seine im Mund aufgehäufte Flüssigkeit des Öfteren runterschlucken musste.
Als sie sich umdrehte und Kai mit ihren blauen wunderschönen Augen ansah, zuckte Kai plötzlich zur Seite und schaute in die entgegen gesetzte Richtung, während er so tat, als wäre vorhin nichts passiert.
Dabei merkte er, wie warm sein Gesicht wurde und nun anscheinend sehr rot war.
Gerade wollte Kai weiter in Richtung Stadtmitte zu seinem heiß begehrtem Fast-Food-Laden laufen ohne zurück zu schauen, da hielt ihn wieder ein Gefühl auf. Es war dieses mal jedoch nicht dasselbe wie vorhin, seitdem Kai die Gefühle anderer Menschen spüren konnte, seitdem Tage an dem Kai diese Gabe hatte und seitdem Kai die Gefühle anderer Menschen kontrollieren und verändern konnte wie er wollte, begegnete er diesem Gefühl am Häufigsten.
Die meisten nannten es Liebe, Kai jedoch bezeichnete es eher als „Hinziehung zu einer Person“, und Kai wusste genau, dass diese so genannte Liebe fast bei niemandem Lebenslang hielt. Mal abgesehen von den Affären und dergleichen, konnte das männliche Geschlecht öfters zwei oder mehrere Frauen gleichzeitig lieben.
Kai drehte sich nochmals um, ein Junge saß gegenüber dem Mädchen.
Er kannte diesen Jungen sehr gut, jeder aus seiner Schule kannte ihn, er war sozusagen der „coolste“ Typ auf seiner Schule.
Durch sein Wöchentliches Fitness-Training hatte er einen gut gebauten Körper, was ihn wohl dazu brachte immer diese ärmellosen T-Shirts zu tragen.
Kai konnte seinen Augen nicht trauen, das hatte er nun davon, das Mädchen, welches er vergötterte hatte jetzt so etwas wie ein Date am frühen Morgen und das noch mit einem, den Kai überhaupt nicht leiden konnte. Aus den Messerstichen von vorhin kamen nun keine Schmetterlinge mehr raus, sondern nur rotes Blut.
Kai beobachtete die Beiden eine Weile, sein Kopf glühte vor Wut, jedoch war er nicht wütend auf diesen Jason oder auf das Mädchen, von dem er noch nicht mal den Namen wusste, nein, er war wütend auf sich. Er war es einfach gewöhnt, mit den Gefühlen der Mädchen zu spielen bzw. sie so zu ändern, dass die Mädchen ihn liebten und vergötterten, so wie er dieses Mädchen. Am liebsten würde er Jason die ganze Aufmerksamkeit aller anderen entnehmen und zu sich selber übertragen, jedoch kostete es ihm zu viel Kraft und da es nicht lange hielt, war es nutzlos sich durch Energieverlust in Lebensgefahr zu begeben.
Tausende Gedanken schwirrten um seinen Kopf, als er am Bordstein auf der gegenüberliegenden Straße saß und voller Schweißtropfen im Gesicht, eine beleidigte Grimasse machte.
Ich werde ihn dazu bringen, die Liebe zu MEINEM Mädchen zu entziehen! Nein, noch besser, ich werde ihn zum Weinen bringen! Wie eine Heulsuse und dann wird er wie ein kleines Baby am Boden liegen und nach seiner Mama schreien!
Wieder dieses Geräusch, das Mädchen, sie lachte wieder. Kai konnte es nicht ertragen, dieses Mal würde er es wohl sein, der weinen würde. Es war ganz und gar seine Schuld und dieser Junge brachte sie zum Lachen, beide verstanden sich wohl gut.
Was sollte Kai nur tun? Dieses Mädchen war so etwas wie sein Sinn des Lebens, sie war bestimmt für ihn, warum sonst, würde Kai nur bei ihr nichts spüren, nur ihre Gefühle nicht kennen?
Das Alles machte Kai fertig, er wollte einfach nur zum Fast-Food-Laden und endlich seinen Hunger stillen, diesen hatte er bis vor kurzem völlig vergessen.
Er stand auf, und wischte sich den Schmutz aus seinem Hintern, und sah zu, wie ein hübsches, leicht bekleidetes Mädchen am Restaurant vorbei lief.
Das fast nackte Mädchen warf ein Blick auf Jason und er zurück zu ihr. Während sie mit ihren langen, zärtlichen Beinen vorbei lief, spürte Kai, wie die Liebe von Jason plötzlich erlosch.
Eigentlich erlosch sie nicht, das Gefühl von Liebe welches Jason noch vorhin hatte wurde von diesem Mädchen geradewegs mitgenommen, ohne irgendeinen Widerstand kam dieses Gefühl von Liebe mit offenen Armen auf dieses attraktive Mädchen zu.
Am Tisch wo eben noch romantik schwebte, war nun Stille und Nichts.
Jason stand auf und sagte irgendetwas zu dem blauäugigen Mädchen und ging davon.
Kai hatte so etwas bis jetzt noch nie erlebt. Niemals hatte sich bis jetzt irgendjemand von dem er die Gefühle kannte so rasch geändert, zumindest nicht, wenn es um etwas wie die Liebe ging. Außer, außer dieser Jason hatte es auf das Andere abgesehen, das Andere Phänomen, nämlich der Geschlechtsverkehr. Kai wusste nicht, wie er nun denken sollte. Einerseits war er froh, dass dieser Jason nun plötzlich hinter einem anderem Mädchen her rannte, doch andererseits hatte er auch Mitleid mit seinem „Engelchen“ die nun reglos da saß und wahrscheinlich nicht einmal wusste, dass Jason sie nicht mehr wollte bzw. es auf das andere Mädchen abgesehen hatte.
Kai war jedoch irgendwie froh und entschied sich, diesmal seine Chance zu nutzen und ging gleich zum Restaurant rüber.
Es stank nach Fleisch und nicht einmal eine Klimaanlage war eingebaut, kein Wunder, dass die Fenster offen waren, jedoch kam sowieso nur schwüle Luft rein.
Ein Chinese begrüßte ihn:
„Willkomme de Heer“ lächelte der Chinese und beugte sich vor ihm.
„Hallo“ entgegnete ihm Kai nur und schaute rüber auf den Tisch, wo sich das Mädchen befand.
Sie sah aus, als würde sie gleich aufstehen und gehen.
„Kanne ih ihne Behiflich sein?“ fragte der Chinese mit seinem komischen Akzent und schaute sich um, als würde er wissen wollen, ob Kai nur alleine da war.
„Nein danke, ich wollte mich eigentlich zu meiner Freundin dorthin setzen.“
„Ah, selbs verstänlich de Heer“ der Chinese ging weiter zu den anderen Kunden um sie zu bedienen.
Kai ging langsam auf den Tisch zu und wischte dabei seine schweißigen Hände an seiner Hose, das Mädchen blickte raus vom Fenster und beobachtete, wie Kai es bemerkte, ein paar Vögel.
Als er dann fast am Tisch angekommen war, sein Herz still stand und gerade zu ihr laufen und sich setzen wollte, kam ein anderer chinesischer Angestellter auf sie zu.
„Das macht Fonf Sechzich“ sagte dieser.
„Oh, ja. Ähm, würde es ihnen etwas ausmachen, wenn Sie noch etwas warten, mein Freund wollte kurz zum Zigarette-Automaten, er kommt gleich.“ sagte sie mit ihrer wunderschöne Stimme.
„Junges Fräulei, wee habe nich Zeid füür soo was, entwede sie zahle oda da drübe stehen de Geschiir! Wee habe Kunde de brauchen auch Tisch!“ sagte der Kellner mit einer etwas härteren Miene.
„Er wird gleich kommen. Hören Sie…“ bevor sie jedoch weiter sprechen konnte ging Kai dazwischen.
„Huh, der Zigaretten-Automat war aber ganz schön weit weg.“ und setzte sich gegenüber des Mädchens, welcher ihn schockiert ansah und ihre Blicke nicht von ihm trennte.
„Tut mir Leid, dass du solange auf mich warten musstest, aber naja…“ er schaute den Kellner an.
„Wollen Sie etwas?“ wollte Kai wissen.
„Fonf Sechzeich!“
Kai griff in seine Tasche und holte sich sein letztes Geld raus, jetzt konnte er sich sein Fast-Food-Frühstück abschminken.
„Hier bitte schön.“ Kai bezahlte diesen, welches nur nickte und weiterging.
„Dankeschön“ sagte das Mädchen, „aber der Platz ist eigentlich besetzt.“
Kai hatte nicht damit gerechnet, dass sie nach dieser Aktion so etwas sagt.
„Äh, ok…“ er wollte gerade aufstehen, als sie ihn dann am Arm hielt und sagte:
„Aber nur eigentlich“ lächelte sie „du kannst dich setzen, bis die Person zurück ist.“
Kai setzte sich wieder hin und schwieg.
„Also“ fuhr das Mädchen fort und legte ihre Hände auf den Tisch „warum hast Du mich beobachtet?“ fragte sie. Es klang verdächtig nach einer rhetorischen Frage.
„Ich…äh, ich habe dich nicht beobachtet.“ zitterte Kai, seine Hände waren immer noch voller Schweiß.
„Ich habe leider kein Geld dabei, würde es dir etwas ausmachen, wenn ich es dir ein anderes Mal zahle?“ fragte sie.
„Nein.“ Sagte Kai und verschluckte sich,
„Ich meine, nein, du brauchst es mir nicht zu zahlen.“
„Das ist aber nett von dir. Ich werde dann Mal gehen und nach meinem Freund schauen, wir wollten noch zum Roten Kreuz.“
Kai war schlecht, als sie diesen Typen immer noch Freund nannte.
„Ähm, er wird nicht mehr zu dir kommen.“
Sie sah ihn komisch an.
„Und woher willst Du das wissen?“
„Ich weiß es einfach. Er ist hinter diesem anderem Mädchen her.“
„Bist Du jetzt übergeschnappt oder was? Woher willst Du das wissen! Wie kommst Du überhaupt darauf?!“ sie stand einfach auf und sah ihm direkt in die Augen.
„Das ist die bescheuerteste Art, ein Mädchen für sich zu gewinnen!“ und lief davon.
Kai war schockiert, nicht nur, dass er es vermasselt hatte, nein, dieses Zeichen, das konnte nicht sein. Kai faste sich am Nacken, er spürte das Brandmal, welches ihm vor vielen Jahren hinzugefügt wurde. Er blickte aus dem Fenster und sah wie sie davon lief, er schaute sie noch mal gründlich an. War es wirklich sie? Sie müsste doch tot sein. Warum, warum hat sie es auch. Dieses Brandmal? Sie hat es auch!
Habe den ersten Teil gelesen. Sehr lockerer, angenehmer Stil, aber hier und da Ausrucksfehler. Z.B. sagt man "im Spiegel zu sehen war" und nicht "am". Aber ansonsten ganz nett