Umfrage: Datenschutz wichtiger als Innere Sicherheit
Eine Umfrage von UNISYS, welche im April durchgeführt wurde, gelangte zu einem wenig überraschenden Ergebnis. Das gemeine Volk sorgt sich inzwischen mehr um ihre Daten, als um die Innere Sicherheit. Infolge der Befragung musste UNISYS zahlreiche Vorjahreswerte nach oben korrigieren.
Lediglich 27 Prozent der Bevölkerung war um ihre persönliche Sicherheit besorgt, so eines der Ergebnisse der UNISYS-Umfrage. Auf die Frage, wie man die gegenwärtige Sicherheitslage in der Bundesrepublik betrachten würde, wurde man schon etwas konkreter. Ganze 54 Prozent waren hier sehr besorgt, wenngleich nicht klar wird weshalb. Im Vergleich zu anderen Nationen ist die Besorgnis im Durchschnitt als eher gering anzusehen. Am meisten besorgt sind jedoch nach wie vor Menschen mit niedrigem Monatseinkommen, sowie interessanterweise, sehr junge Menschen. Konkret wurde hier ein Alter von 18 - 24 Jahren angegeben.
Eine massive Übereinstimmung gab es jedoch bei den Fragen zur Datenschutzlage in Deutschland. Die Ergebnisse der UNISYS-Studie waren nahezu identisch mit denen einer ebenso kürzlich erschienen EU-Studie. In letzterer konnte man bereits erkennen, dass der Abbau der Grundrechte als äußerst besorgniserregend angesehen wurde. Die Umfrage von UNISYS gelangt zu dem Ergebnis, dass 78 Prozent der Bevölkerung Deutschlands äußerst bzw. sehr besorgt über den Datenschutz ist. Man würde insbesondere einen illegalen Zugriff bzw. einen Missbrauch der Daten fürchten. Dies in Relation zu den anderen Ergebnissen gesetzt, führt zu einer Feststellung, die bisher nur den Politikern verschlossen blieb. Die Sorge um den Schutz der persönlichen Daten ist in keinem anderen Land inzwischen so groß geworden, wie in Deutschland. Diese Furcht übersteigt inzwischen sogar alle anderen Befürchtungen, welche die Bevölkerung hat.
Ein "Wachrüttler" sollte es für die Führungsebene zumindest sein, dass die Deutschen einen Schutz ihrer Daten inzwischen für weitaus problematischer halten (78 Prozent) als die aktuelle Situation bei der Kriminalität (54 Prozent).
Wenn ein Volk mehr Angst vor dem Schutz ihrer Privatsphäre als vor Verbrechen haben muss, darf dies getrost als Indiz für eine äußerst problematische politische Situation aufgefasst werden.
(via daten- speicherung.de thx.)
(Bild via UNISYS thx.)
Re: Umfrage: Datenschutz wichtiger als Innere Sicherheit
Die Entwicklung halte ich für absolut nachvollziehbar.
Ständig wurden wir in der Vergangenheit mit Meldungen wie Phishing, Kreditkartendatenklau, Bankdatenklau, Sicherheitslücken in unseren Computer-Betriebssystemen, Lauschangriffe, Online-Durchsuchungen, Vorratsdatenspeicherung, E-Card, biometrischer Reisepass, Videoüberwachung, Gesichtserkennungs-Sofware, automatische Kennzeichenerfassung usw. bombardiert.
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