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  1. #1
    gulli:News Redaktion Avatar von gullinews
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    Standard Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Vor einer Weile berichteten wir über ein stattfindendes Streitgespräch zwischen Vertretern der Abmahner sowie der Abgemahnten. Dieser Austausch wurde als MP3 aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt. Inzwischen ist einige Zeit vergangen, weshalb wir Stefan Herwig, Chef des Dependent Labels, um ein Interview baten. Ein Gespräch über Eindrücke und Gedanken aus einem 4-stündigen Gespräch.

    Dies stellt den ersten Teil des Interviews dar. Der zweite Teil wird 24 Stunden später veröffentlicht.

    Firebird77: Herr Herwig, erst mal vielen Dank das Sie sich die Zeit genommen haben, ein wenig über das jüngste Gespräch zu reden. Ich denke es gibt zahlreiche Leser, die sich alle Teile heruntergeladen und angehört haben.


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  2. #41
    Mitglied Avatar von Rowlf
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Zitat Zitat von Herwig
    Also wenn wir gepennt haben, dann zur Jahrtausendwende, weil wir schon dort digitale Angebote hätten vorstellen können.[...]
    Nicht die Vertriebsform hat man "verpennt"; sondern die komplette Entwicklung des Marktes.

    Es gibt schlicht keinen Markt für Durchschnittsmusik mit einer Zielgruppe von 14 bis 29 mehr, die bereit ist, Geld wie in den 80ern für LPs und die ersten CDs auszugeben.
    Irrsinniger weise leben die Hersteller noch immer in diesem Phantasiegebilde, und produzieren "in's Nichts" hinein.

    Die Situation, dass jeder Mist kopiert und getauscht wird, ist heute nun wirklich für jeden Produzenten noch vor dem ersten Produktionsschritt bekannt. Es wird nunmal kopiert: ende. Die Zeiten, wo Märkte "hergestellt" werden, gibt es nicht mehr.
    Aber was wird gemacht...? Es wird (wie es kurioserweise scheint) nur dafür produziert.
    Lernprozesse, die jeder Student in den ersten Semestern vermittelt bekommt, finden schlicht nicht statt. ("Unternehmen und wandelnde Märkte/Umwelt" kommt in nahezu jeder Einleitung zu BWL-Hausarbeiten vor)

    Aber die MI steht damit nicht allein da. Die Automobilhersteller sind ähnlich drauf.
    Der Markt verlangt nach einem verbrauchsarmen Auto: also wird versucht, 7er BMW und S-Klasse Mercedes in Richtung 3L-Auto zu bewegen (natürlich mit 2Tonnen und 250 PS). Die Analogie zur MI und Onlinevertrieb passt hier m.E. nach ziemlich gut.
    Umdenkprozesse... Fehlanzeige. Man bleibt da lieber im ersten Loop hängen, statt mal das anzuwenden, wofür man Beratern richtig viel Geld gezahlt hat.
    Intellektuelle Bankrotterklärung und mangelnder ökonomischen Sachverstand...

  3. #42
    Menschenfressende U-Bahn
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Ich habe gerade einige schöne Beispiele gefunden, wie man einen Mehrwert erzeugen kann, der physische Musikträger wieder attraktiver machen könnte bzw. für mich persönlich wieder attraktiver machen würde.

    Beispiel Bücher. Ja, man kann sie sich wunderbar als PDF oder Textdatei aus dem Netz laden. Man kann sie sich auch daheim ausdrucken, trotzdem wird diese Art der Kopie nur für einen beachtlichen Mehraufwand jemals die Qualität des Originals erreichen.

    Weiteres Beispiel: Ältere PC-Spiele. Ich erinnere mich an alte Zeiten, als beispielsweise ein Ultima VI eine Karte des Spielgebiets beiliegen hatte. Auf Stoff gedruckt. Dazu lag ein Mondstein dabei, der auch im Spiel selbst eine Rolle spielt. Ich rede hier von der normalen Ladenausgabe, nicht special edition oder so.

    Ich finde, die Musik-CD sollte einen ähnlichen Weg gehen. Wie viele Leute würden sich nach dem Laden eines guten Albums nicht doch überlegen, es zu kaufen, wenn beispielsweise die Hülle nicht digital reproduzierbar wäre oder ein etwas edleres Booklet beiliegen würde? Ja, so etwas findet man auch heutzutage schon, aber es ist doch eher vereinzelt.

    Langer Rede schwacher Sinn: Mehrwert schaffen! Mit den Mitteln eines großen Konzerns kein wirkliches Problem, aber für die Verkaufszahlen sicherlich ein Anschub. In Japan klappt es, wieso sollte es nach einer Eingewöhnungsphase (und groß angelegten Werbekampagnen) nicht auch hier funktionieren? Dafür könnte man beispielsweise die Gelder nehmen, die heutzutage in Abmahnungen und fehlgeleitete Lobbyarbeit gesteckt werden.

  4.  
     
     
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