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  1. #1
    gulli:News Redaktion Avatar von gullinews
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    Standard Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Vor einer Weile berichteten wir über ein stattfindendes Streitgespräch zwischen Vertretern der Abmahner sowie der Abgemahnten. Dieser Austausch wurde als MP3 aufgezeichnet und zur Verfügung gestellt. Inzwischen ist einige Zeit vergangen, weshalb wir Stefan Herwig, Chef des Dependent Labels, um ein Interview baten. Ein Gespräch über Eindrücke und Gedanken aus einem 4-stündigen Gespräch.

    Dies stellt den ersten Teil des Interviews dar. Der zweite Teil wird 24 Stunden später veröffentlicht.

    Firebird77: Herr Herwig, erst mal vielen Dank das Sie sich die Zeit genommen haben, ein wenig über das jüngste Gespräch zu reden. Ich denke es gibt zahlreiche Leser, die sich alle Teile heruntergeladen und angehört haben.


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  2. #2
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Das liegt erst mal am Generationskonflikt, in dem die meisten Kinder sich besser mit dem Familiencomputer auskennen, als die Eltern. Dann liegt es ebenfalls daran, dass wir generell erst einmal sensibilisiert werden müssen, was Computer und Sicherheit angeht. Computerkriminalität ist seit Jahren ununterbrochen auf dem Vormarsch, und ich glaube, wir sehen derzeit nur die Spitze des Eisbergs, was in zehn Jahren an Straftaten mit und gegen den Computer möglich sein wird. [...] Was glauben sie, wie viele Eltern für dieses Problem sensibilisiert sind? Ich behaupte: Die Wenigsten machen sich Gedanken darüber.
    Das hat irgendwie gar nichts mit der gestellten Frage zu tun... Was haben denn nun Straftaten auf einmal damit zu tun, wenn die kleinen Kinder sich in Tauschbörsen tummeln?

    Um somit auf ihre Frage zu antworten: Ich glaube, dass Eltern natürlich den Computer für Kinder entsprechend schützen müssen, das kann der Gesetzgeber nicht.
    Seit wann haben wir Sippenhaftung?

    Ich denke vielmehr dass die Musikindustrie attraktivere Modelle, wie die Tauschbörsen anbieten müssen, anstatt zu heulen, dass es die Möglichkeit gibt, die Musik kostenlos zu laden... Es ist nun einmal Fakt, dass man Musik umsonst bekommt, daran lässt sich auch mit Gesetzen nichts ändern, auch wenn es der Wunschtraum der Musikindustrie ist.
    Drogen sind verboten, dennoch kann man sie bekommen.

    Sollte Herr Herwig hier mitlesen, dann will ich ihm hiermit gerne auf den Weg mitgeben, dass er Tauschbörsen als ernste Konkurrenz sehen soll und nicht als unbedeutende Dinge die man mittels Gesetzen abschaffen kann. Er soll sich ein Beispiel an Radiohead, NIN, etc. nehmen, die das meiste Geld mit Konzerten verdienen und nicht mit der Verkauf von Musik auf Silberscheiben.
    Wenn keine Leute zum Konzert gehen, dann liegt es ja wohl eher am Künstler und nicht am Publikum!

  3. #3
    Journalist Avatar von Theo-Koll
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Herr H. rückt sich die Wahrheit nur zu recht.

    Ich könnte seine Argumente auseinandernehmen und jedes einzelne wiederlegen!

    Hier nur mal EIN Beispiel:

    Zitat Zitat von Herwig
    Auf unseren Straßen herrscht Ausweißpflicht.
    In Deutschland existiert aufgrund § 1 des Gesetzes über Personalausweise eine Ausweispflicht für Personen ab dem Vollenden des 16. Lebensjahres, eine gesetzliche Mitführpflicht besteht in Deutschland jedoch nicht.

  4. #4
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Ich finde viele Argumente ebenfalls ziemlich zurechtgerückt.
    Fast dreist ist die Behauptung, dass es ja viele legale Alternativen gäbe. Wo sind die bitte? DRM-Beschneidung und dafür Preise von 0,99 Euro / Track sind doch ein Witz, die Musikindustrie hat einfach gepennt und die ersten Kritiken wurden ja schon vor Jahren laut, Zeit genug zum Handeln wäre also geblieben, aber was ist bisher passiert? So gut wie nichts.
    Sowas wie allofmp3.com in legal wäre nicht schlecht...
    Ich für meinen Teil wäre durchaus bereit 25 Euro pro Monat zu zahlen und dafür unbegrenzt unbeschnittene Musik legal genießen zu dürfen. So ein Angebot gibt es aber leider nicht...

  5. #5
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Das ist ja alles schön und gut, aber es ist schlichtweg unmöglich, unter den aktuellen Bedingungen kostenpflichtige Downloadportale à la Napster zu nutzen. Sie haben einfach nicht das Angebot, das ich mir wünsche. Ich kann solche Portale erst dann unterstützen, wenn sie auch die Musik anbieten, die ich höre.
    Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu dir
    Mit dem kleinen Hackebeilchen, macht er Schabefleisch aus dir
    Aus den Augen macht er Sülze, aus dem Hintern macht er Speck
    Aus den Därmen macht er Würste und den Rest den schmeißt er weg

  6. #6
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Der von uns angemahnte Betrag deckt i. d. R. zu 90 Prozent die Kosten für den Rechtsanwalt und die ermittelnde Firma, das sind Erfahrungswerte.
    Ich gehe mal stupide davon aus, dass ich einen Tauschbörsennutzer, der Ihre Stücke verteilt, in maximal einer Stunde gefunden, dingfest gemacht und den Vorgang protokolliert habe. Großzügig gibt es noch eine Arbeitsstunde für weitere Papierarbeiten, Anzeige erstellen, Akteneinsicht und anschließend Briefchen verfassen. Ein Stundenlohn von 375€ - nicht schlecht.

    Insbesondere bei Massenabmahnungen kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen, dass bspw. Herr Rasch Tag und Nacht eigenhändig Filesharer beobachtet und protokolliert - es ist pure Gebührenschinderei, wenn ein Anwalt mehrere hundert Euros kassiert, nur weil maschinell seine Unterschrift druntergesetzt wird.

    Einen Betrag von 750 EUR als "puh, deckt gerade mal unsere Kosten" zu verkaufen ist schon ziemlich lächerlich. Oder gehen Sie wirklich in Vorleistung mit dem Betrag, den die Privatperson am Ende vom sauberen Anwalt berechnet kriegt?

  7. #7
    23 items - 0,00 € Avatar von Sonnentier
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Doch der Gesetzgeber muss ein Urheberrecht schaffen, das im Internet das Funktionieren des Marktes ebenso gewährleistet, wie im physischen Bereich.
    Unmöglich! Wie soll das denn gehen? Technik verkrüppeln oder jeden einzelnen verfolgen?

  8. #8
    Mit Glied Avatar von kleini75
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Sowas wie allofmp3.com in legal wäre nicht schlecht...
    Ich für meinen Teil wäre durchaus bereit 25 Euro pro Monat zu zahlen und dafür unbegrenzt unbeschnittene Musik legal genießen zu dürfen. So ein Angebot gibt es aber leider nicht...[/QUOTE]


    Napster kostet keine 10 Euro pro Monat. Unbegrenzt, unbeschnitten und legal. Mit Downloadmöglichkeit. Man konnte bereits vor 10 Jahren legal online Musik kaufen. Es wurde nur in keinster Weise nachgefragt. Soviel zum Thema: Zeit verpennt.

    Und mal ehrlich: 0,99 euro für ein Lied ohne DRM. Ich finde, dass das ein fairer Preis ist. Ein Liter Cola kostet vergleichbar viel und das Resultat kann man - finde ich - kaum vergleichen. Wasser mit Zucker, milliardenfach hergestellt. Und ein Stück Kunst, bei dem sich viele Leute Gedanken gemacht haben und das man noch Jahre auf dem Rechner hat. Ne Cola ist schnell weggetrunken.

    Ich finde, dass diese Diskussionen immer schnell an Objektivität verlieren. Das Interview von Abmahnwahn und dem Labelvertreter und dem Heini von den Ermittlern finde ich sehr interessant. Beide Seiten beleuchten ihre Sichtweisen. und ich muss sagen, dass die Argumente auc durchaus schlüssig sind. Kleine Labels haben soviel Arbeit und müssen Geld vorstrecken und dann zusehen, wir man ihre Arbeit umsont überall bekommen kann. Das muss doch jedem einleuchten, dass das so nicht richtig sein kann.

    Und da jeder weiß, dass das illegal ist, dann sollen die das sportlich sehen. Ich lade fleissig runter, wenn es mich dann aer erwischt, dann muss ich auch zur Strafe stehen. Auge um Auge. Aber dann wird rumgejammert...

  9. #9
    selten da..
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    750€ ist doch eine recht hohe Gebühr.
    Ich verstehe die Belange der Rechteinhaber durchaus,aber sowas fällt für mich trotzdem unter "Abzocke" oder Gewinnspannensicherung.
    Andere Unternehmen schaffen es,nur 150€ zu berechnen.
    Vielleicht wäre es gut,die Loggingfirma oder die Kanzlei zu wechseln,dann bleibt auf jeden Fall mehr übrig und man kann die Kosten für den Abgemahnten senken.
    Eine Lektion sind auch 150€.

  10. #10
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Zitat Zitat von Philipus II
    750€ ist doch eine recht hohe Gebühr.
    Ich verstehe die Belange der Rechteinhaber durchaus,aber sowas fällt für mich trotzdem unter "Abzocke" oder Gewinnspannensicherung.
    Andere Unternehmen schaffen es,nur 150€ zu berechnen.
    Vielleicht wäre es gut,die Loggingfirma oder die Kanzlei zu wechseln,dann bleibt auf jeden Fall mehr übrig und man kann die Kosten für den Abgemahnten senken.
    Eine Lektion sind auch 150€.
    Lächerlich. Wäre ich ein Plattenlabel, würde ich mit Sicherheit mehr verlangen.
    Einfache Rechnung:
    Jemand bietet z.B. 200 Lieder an, jedes Lied wird 10 mal von ihm geladen. Ein Lied kostet im Shop 1€, das heißt er hat Musik im Verkaufswert von 200*10=2000€ verschenkt. Mit 750€ ersetzt er also nicht einmal den Schaden, den er verursacht hat.
    Und wie im Streitgespräch gesagt, werden vermutlich wirklich nur Leute abgemahnt, die so viel verteilen.

    Wenn mir jetzt jemand erzählt, es soll nur Geld mit den Abmahnung gemacht werden, dann mag das vielleicht sogar stimmen, aber wo ist das Problem? Mal ehrlich, wir klauen deren Produkt, was würdet Ihr denn dazu sagen, wenn Ihr eine Firma oder einen kleinen Laden um die Ecke habt und eure Produkte geklaut werden? Dann könntet Ihr auch dicht machen.

    Was wir hier betreiben ist Diebstahl, ein Verbrechen. Das kann man drehen und wenden wie man will, aber Tatsache ist, wir klauen ein Produkt, weil wir es nicht bezahlen wollen.
    Und natürlich wurden die Abmahngegner in dem Streitgespräch mit Argumenten in Grund und Boden gestampft, logisch, weil sie nun mal im Unrecht sind.
    Das war meine objektive Meinung zu dem Thema.

    Subjektiv gesehen denke ich natürlich egoistisch und zahle nichts für etwa, was ich kostenlos kriegen könnte. Ich persönlich bevorzuge natürlich Seiten wie www.zaycev.net, weil man da kostenlose, DRM-freie, mp3 Dateien mit guter Qualität und eine riesige Auswahl hat.

    Noch ein letztes Wort zu DRM: Der absolut größte Fehler der Musikindustrie. Niemals, absolut niemals würde ich es auch nur in Erwägung ziehen, mir DRM-verseuchte Musik zu kaufen. Die würde ich nichtmal geschenkt&legel nehmen. DRM ist ein absolutes No-Go.

  11. #11
    Mitglied Avatar von Firebird77
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Herr Herwig hat sich uns gegenüber geäußert, dass er sich gerne auf eine Diskussion/face-2-face Gespräch einlassen würde, vorausgesetzt es wird sachlich vorgegangen.
    Ich finde dies ist bis dato gegeben
    Einige kleine Anmerkungen:
    @Theo_Koll
    Ich könnte seine Argumente auseinandernehmen und jedes einzelne wiederlegen!
    Dann tu dem so. Führe sachlich jede einzelne Widerlegung aus. Ihr habt hier eine eigentlich einmalige Chance. Nutzt sie.
    Zitat Zitat von Stefan Herwig
    Auf unseren Straßen herrscht Ausweißpflicht.[...]
    Zitat Zitat von Theo-Koll
    Mitführpflicht besteht in Deutschland jedoch nicht.
    Korrekt. Führe sein Zitat jedoch weiter aus. Wer sich nicht ausweisen kann darf idR festgehalten werden. Von einer Mitführpflicht spricht er nicht.
    @King-of-Crime
    Bzgl der Preise folgt in Teil 2 eine Äußerung.

    Bitte geduldet euch noch auf Teil 2 des Interviews. Darin werden sicherlich noch viele Punkte angesprochen. Sollte hier weiter so sachlich vorgegangen werden, kann man sogar auf antworten seitens Herrn Herwig selbst hoffen.

  12. #12
    Mitglied Avatar von kilobyte
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Zitat Zitat von Firebird77
    Wer sich nicht ausweisen kann wird idR mitgenommen.
    Wo hast du das denn her? Ich wurde in meinem Leben schon weit mehr als 5 mal ohne Ausweiss in der Tasche angehalten und bin niemals mit genommen worden. Nicht einmal wenn ich ohne Licht am Fahrad im dunkeln gefahren bin.

    Da wird nach dem Namen und der Adresse gefragt, das per Funk überprüft, wenn die Angaben korrekt sind bekommt man ein Ticket.

    Ich frage mich echt wo immer die Horrorgeschichten herkommen, ich bin nicht gerade ein Fan der deutschen Polizei, aber dennoch sollte man ihnen gegenüber korrekt bleiben!

  13. #13
    Mitglied Avatar von Firebird77
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    War schlecht formuliert, sie haben zumindest das Recht dich festzuhalten. Habs mal editiert. Danke für den Hinweis.

  14. #14
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Herr Herwig, es wird oft von den "illegalen Tauschbörsen" gesprochen. Ich möchte an der Stelle mal festhalten, dass es die _nicht_ gibt. Es gibt zigtausendfach legalen Content in den oftmals als "illegale Tauschbörsen" bezeichneten P2P-Netzwerken, darunter viele Werke, deren Copyrights/Urheberrechte ausgelaufen sind (z.B. klassische Musik, historische Bücher usw.) und auch viel frei lizensiertes (GPL, CC etc.).
    Das gibt es auch bei aktueller Musik. So bietet das Musikportal jamendo.de mittlerweile über 10.000 Musikalben unter Creative Commons-Lizenzen an, welche legal und kostenfrei heruntergeladen werden können. Diese werden auch über die "illegalen Tauschbörsen" verteilt, so z.B. bei isohunt. Finanziert wird das dabei über Werbung, Spenden und speziellen Mehrwerten der Künstler, z.B. Konzerte, Fanartikel oder auch CD/DVD-Verkauf, bei Bedarf in limitierten Auflagen etc.
    Ich habe nun zwei Fragen an Sie:
    1. Halten Sie es nicht für möglich, dass genau dieses oder ein ähnliches System (vielleicht verbunden mit einer Art Kulturflatrate) die Zukunft der Musikindustrie sein könnte? Denn das Sharen von Musik wird m.M.n. unter keinen Umständen aufzuhalten sein.
    2. Wie soll ich als Nutzer noch unterscheiden können, welche Inhalte bewusst (und legal) auf den Portalen angeboten werden und welche illegal sind, wenn sich solche legale Angebote so stark ausbreiten? Ich möchte auch darauf hinweisen, dass es Creative Commons erst seit 2001 gibt und es daher noch enormes Wachstumspotential gibt.

    Ich würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen.

    Mfg
    Malo

  15. #15
    Ein Herz für Katzen Avatar von titus_shg
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Zitat Zitat von dagod
    Lächerlich. Wäre ich ein Plattenlabel, würde ich mit Sicherheit mehr verlangen.
    Einfache Rechnung:
    Jemand bietet z.B. 200 Lieder an, jedes Lied wird 10 mal von ihm geladen. Ein Lied kostet im Shop 1€, das heißt er hat Musik im Verkaufswert von 200*10=2000€ verschenkt. Mit 750€ ersetzt er also nicht einmal den Schaden, den er verursacht hat.
    Und wie im Streitgespräch gesagt, werden vermutlich wirklich nur Leute abgemahnt, die so viel verteilen.
    Und wo läge der "Schaden" für die Musikindustrie, wenn sich die je 10 Leute, die sich jetzt diese Songs geladen haben, diese aus legalen Internetradios nach und nach zum privaten Gebrauch besorgt hätten?

    Sie hätten letztlich auch genau die Songs, die sie haben wollten, und genauso "gratis", wie über die Tauschbörse. Nur daß es sicher etwas gedauert hätte, bis sie ihre Sammlung komplett gehabt hätten.

    Und die MI hätte nichts dagegen tun können.

    Zitat Zitat von dagod
    Ich persönlich bevorzuge natürlich Seiten wie www.zaycev.net, weil man da kostenlose, DRM-freie, mp3 Dateien mit guter Qualität und eine riesige Auswahl hat.
    Kostenlos ist klar. Aber wie schaut es da mit der Rechtslage aus? Völlig legal wird der Download von derartigen Seiten ja wohl auch nicht sein, oder? (Kann kein Russisch.)

    Die Frage meine ich übrigens völlig neutral, als bitte nicht falsch verstehen.

    mfG Andy

  16. #16
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Zitat Zitat von Firebird77
    . Führe sachlich jede einzelne Widerlegung aus. Ihr habt hier eine eigentlich einmalige Chance. Nutzt sie.
    Ganz ernsthaft, bei dem Wetter kann man sein Wochenende nicht opfern, um die gesammelten Interessen und Ansichten des Herrn Herwig zu widerlegen.
    Das wäre wirklich Zeitverschwendung, da einerseits wohl definitiv keine Abkehr stattfinden wird, anderseits die Sonne ruft.

    Nur beim kurzen überfliegen zeigen sich bereits solche Hämmer...
    Meiner Meinung nach sollten die Portale, die sowas tun, One-Click Webhoster zum Beispiel - schlicht die Verantwortung für das Tauschverhalten ihrer Nutzer übernehmen.
    Klar..
    Es dürfen sich nur Autos bewegen, deren Halter durch das Kennzeichen ermittelt werden können. Ein Automobil ohne Kennzeichen ist nicht akzeptabel, und es würde sich kein Halter oder Fahrer auf Datenschutz berufen, wenn man ihm wegen eines fehlenden Kennzeichens belangt. Auch hier müssen wir nicht unseren Namen und Adresse auf die Wagentür sprühen: Das Autokennzeichen ist ein gelungener Kompromiss zwischen Kontrolle und Anonymitä
    Was für ein Hammer Vergleich.
    Da hat jemand was gar nicht verstanden...
    Außerdem gibt es mittlerweile eine Menge toller Angebote im Netz. Wenn wir wirklich vor acht Jahren gepennt haben, so erklärt das noch nicht, warum die Leute immer noch illegal tauschen. DRM fällt, die Datenraten verbessern sich, es gibt einige Unternehmen mit tollen Preisen (eMusic) oder einer Musikflatrate (Napster). Doch das Interesse ist bei weitem nicht so hoch, wie man es den Argumenten der Gegenseite nach erwarten sollte.
    Angebot/Nachfrage.
    Kein Angebot, keine Nachfrage.
    Außerdem: Schauen wir doch mal in die Konkurrenzlandschaft. Gibt es bereits DAS tolle Filmportal oder einen digitalen Videospielvertrieb aktueller Toptitel? Also wenn wir damals gepennt haben, so pennen andere Industrien auch heute noch, denen wird das kurioserweise aber kaum vorgeworfen.
    Blarrff... Die heulen ja nicht gar so aggressiv rum, bzw. verschicken keine 5000-10.000 € Abmahnbriefe.
    Wie man in den Wald ruft... Die Musik Industrie erklärt ein ganzes Volk pauschal zu Verbrechern und Dieben, und zeigt wie sinnlos und das Interesse der Menschen verachtend Politik sein kann, siehe England und Frankreich, das ist unfassbar.
    Als Gegenruf müssen sie sich lediglich anhören, das kein Angebot ihrerseits existiert.
    Insbesondere da Software etwas schwieriger per Netz anzubieten ist als ein mp3 Album. Ihr musstet nicht mal den Audio Codec entwickeln.
    Selbes gilt für hochauflösende Filme.

    Hinzu kommt, das diese Industrien immer schon Teil der Entwicklung im Netz waren, siehe Valve.com, dort findet eine Evolution statt, keine Verunglimpfung der Menschen von denen man lebt.

    Natürlich gibt es beliebige Ausnahmen, siehe die Abmahnliste, aber das sind Unternehmen wo Hopfen und Malz verloren ist, und die dieses Geschäft, wie 99% seiner Mitglieder, aus rein finanziellem Interesse betreiben.

    Sorry, aber das Meiste ist keines Kommentares würdig, oder er erübrigt sich, da die Realität einem Wunschdenken weichen muss, da schlicht und einfach nur einseitig erzählt wird, was einem so vorschwebt.
    Allein der Grundgedanke, der aus den Aussagen hervor tritt, zeigt mir welchen Stellenwert die Musikindustrie sich selbst anmaßt zu haben.
    Wir reden hier immer noch über Musik, nicht über gesellschaftliche Interessen und Grundsätze, denen es erlaubt wäre, solche Forderungen zu stellen oder sich derart via Lobby in die Gesetzgebung einzumischen. Unfassbar.
    mfg

    Sei Bamboocha, denn du bist Deutschland und lädst bei musicload.de -_-

  17. #17
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Zitat Zitat von titus_shg
    Und wo läge der "Schaden" für die Musikindustrie, wenn sich die je 10 Leute, die sich jetzt diese Songs geladen haben, diese aus legalen Internetradios nach und nach zum privaten Gebrauch besorgt hätten?

    Sie hätten letztlich auch genau die Songs, die sie haben wollten, und genauso "gratis", wie über die Tauschbörse. Nur daß es sicher etwas gedauert hätte, bis sie ihre Sammlung komplett gehabt hätten.

    Und die MI hätte nichts dagegen tun können.
    Der Schaden liegt darin, dass das System so nicht funktionieren darf. Jemand produziert eine Ware und verkauft sie zu dem Preis, den er für richtig hält, da es schließlich sein geistiges Eigentum ist(er hat es entwickelt, ohne ihn gäbe es das nicht). Wieso sollte dieser jemand also etwas produzieren, sei es Musik, ein Kinofilm oder ein Programm und Geld in die Produktion investieren, wenn es ein anderer einfach klaut?! Man hat einfach das Recht, dafür bezahlt zu werden, wenn man etwas produziert, ich meine die Musikindustrie ist kein Wohlfahrtsverein, wieso sollte sie auch? Sie hat doch genauso ein Recht für ihr Produkt bezahlt zu werden wie Aldi. Ich geh doch auch nicht zu Aldi und klau mir meine Lebensmittel, wieso sollte ich es also bei Musik dürfen?

    Zitat Zitat von titus_shg
    Kostenlos ist klar. Aber wie schaut es da mit der Rechtslage aus? Völlig legal wird der Download von derartigen Seiten ja wohl auch nicht sein, oder? (Kann kein Russisch.)
    Öhm, sollte klar sein, dass das illegal ist^^... Du musst meinen Beitrag in objektive und subjektive Ansichten teilen.

  18. #18
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Zitat Zitat von dagod
    Jemand produziert eine Ware und verkauft sie zu dem Preis, den er für richtig hält, da es schließlich sein geistiges Eigentum ist(er hat es entwickelt, ohne ihn gäbe es das nicht).
    So funktioniert das System auch nicht, der Markt regelt den Preis.
    Wieso sollte dieser jemand also etwas produzieren, sei es Musik, ein Kinofilm oder ein Programm und Geld in die Produktion investieren, wenn es ein anderer einfach klaut?!
    Weil er Künstler ist, und gerne Musik macht?
    Hier geht es nicht um reine Produktion, es handelt sich nicht um graue Fließbänder in Fabrikhallen, sondern um wert schöpferische, kreative Fähigkeiten.
    Musik und Kino wird im großen Stil inzwischen ausschließlich zur Geldgewinnung "produziert", da gibt es auch keinerlei Probleme, aus diesem Hahn fließt massig Geld.
    Man hat einfach das Recht, dafür bezahlt zu werden, wenn man etwas produziert, ich meine die Musikindustrie ist kein Wohlfahrtsverein, wieso sollte sie auch? Sie hat doch genauso ein Recht für ihr Produkt bezahlt zu werden wie Aldi. Ich geh doch auch nicht zu Aldi und klau mir meine Lebensmittel, wieso sollte ich es also bei Musik dürfen?
    1tens:
    Nochmal, jedweder Vergleich eines wie auch immer gearteten Diebstahls einer physischen Ware mit einem Kopiervorgang hat keinerlei Sinn!
    2tens:
    Natürlich hat man das Recht bezahlt zu werden, genauso wie ich als Kunde das Recht habe, für den Preis auch korrekte Ware zu bekommen.
    Arbeitet an Letzterem, Ersteres wird folgen...
    mfg

    Sei Bamboocha, denn du bist Deutschland und lädst bei musicload.de -_-

  19. #19
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte

    Zitat Zitat von dagod
    Lächerlich. Wäre ich ein Plattenlabel, würde ich mit Sicherheit mehr verlangen.
    Einfache Rechnung:
    Jemand bietet z.B. 200 Lieder an, jedes Lied wird 10 mal von ihm geladen. Ein Lied kostet im Shop 1€, das heißt er hat Musik im Verkaufswert von 200*10=2000€ verschenkt. Mit 750€ ersetzt er also nicht einmal den Schaden, den er verursacht hat.
    Und wie im Streitgespräch gesagt, werden vermutlich wirklich nur Leute abgemahnt, die so viel verteilen.
    Falsch, so kannst du nicht rechnen! Nicht jeder, welcher sich das Lied runterlädt, hätte es im Laden gekauft.

  20. #20
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    Standard Re: Stefan Herwig im Gespräch: Eindrücke des Streitgesprächs Abmahner vs. Abgemahnte - Teil 1

    Naja ein bisschen kenne ich mich ja in der Branche aus deshalb kann ich es mir nicht nehmen lassen hier auch (das erste) mal was bei zu steuern.

    Der einzige Grund warum abgemahnt wird ist reine Profitgier und nichts anderes.
    Das ist nämlich die einzige Möglichkeit für Indie mini Labels mehr Geld zu verdienen. Es bleibt ja fast nichts mehr übrig und über die Gemaverteilung muß man glaub ich nicht sprechen.

    Fakt ist,
    wir haben eine Übersättigung am Markt
    Fans kaufen trotzdem noch die CD oder in MP3 Shops
    Selbst wenn einer 50000 Tracks auf seinem Ipod hat. Rechnet doch mal runter wie oft derjenige in den Genuss eines einzelnen Mp3´s kommt.
    Dann wird vergessen, dass nicht jeder gedownloadete Track je gekauft worden währe das ist totaler bullsh...
    es ist fakt, daß leute die das Geld haben auch für jeden Track zahlen. Die lassen sich nicht auf das Risiko ein
    Leute die das Geld nicht haben würden sich die Trax sowieso nicht kaufen sondern wie vor 20 Jahren aufnehmen
    es ist fakt, daß Leute die sich wirklich für die Musik interessieren in zunehmenden Alter wieder für Ihre Trax zahlen.
    es ist fakt, daß Geldeinbringende Musik nur noch für unter 13 und über 27 jährige produziert wird
    im Alter zwischen 13 und 27 sind die meisten Raubkopierer
    Der Grund für die Menge an "raubkopierter" Musik ist doch einzig und allein die Überanzahl an Tracks.

    Jeder Verfolgung eines Tauschbörslers, der kein Geld damit verdient ist reine Profitgier weil man nicht in der Lage ist anders Geld zu verdienen.

  21.  
     
     
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