-
01. 07. 2008, 17:07 #1
Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
Vor einer Weile berichteten wir über ein Gespräch, welches zwischen Vertretern von Abgemahnten sowie Abmahnern geführt wurde. Dieses Gespräch war das Erste nach langer Zeit, in welchem sachlich über die Standpunkte beider Seiten diskutiert wurde. Stefan Herwig hatte sich bereits zu dem Gespräch als Vertreter der Abmahner geäußert, nun ziehen auch Vertreter der Abgemahnten ein Resumee.
Steffen Heintsch bringt das Streitgespräch ebenso wie Herr Herwig auf den Punkt:
weiterlesen
-
01. 07. 2008, 18:29 #2Mitglied
- Registriert seit
- Apr 2008
- Beiträge
- 64
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
Wie war das mit dem Eigenlob?Außer Gulli:News ist es niemanden wert, dieses Gespräch mit nur einer Silbe zu erwähnen. Verständlich.
-
01. 07. 2008, 18:29 #3Mitglied
- Registriert seit
- Jul 2007
- Beiträge
- 125
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
das bringt doch alles nichts. Hätte man verschiedene IndieLabels aus verschiedenen sparten befragt und dann noch Abmahner samt Abgemahntenvertreter hätte das ganze mehr Sinn.
So erklärt uns Herr Herwig seine Ansichten und will uns ein bisschen für blöd verkaufen, warum sonst sollte er Abmahnen wenn es ihm keinen Finanziellen Vorteil bringt. Er macht Spartenmusik kein Kommerz. Wenn Bushido abmahnt und die Raubkopierenden 77 Jährigen damit schockt funktioniert das schon eher, weil den kennt man. Hier werden Leute geprellt die den Sound sowieso nicht gekauft hätten und keiner kriegt es mit und angeblich verdient auch noch keiner was dabei, wofür soll das dann bitte gut sein...na Herr Herwig dämmerts
-
01. 07. 2008, 18:32 #4Mitglied
- Registriert seit
- Jul 2007
- Beiträge
- 125
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
Ich kenne Lablebesitzer die geben einen Scheiß auf die Raubkopierer und arbeiten sogar mit denen Zusammen. Das sind dann Leute, die wissen daß man für Geld arbeiten muß. Da wird Geld mit Gigs, Liveauftritten, Fanartikeln und vor allem dem verkauf von MP3´s verdient und nicht mit 2 Tage im Studio hocken und dann Millionen scheffeln ala Bohlen.
-
01. 07. 2008, 19:17 #5Mitglied
- Registriert seit
- Mar 2008
- Beiträge
- 141
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
Bis zu einer Einigung wird noch viel Wasser die Elbe runterfließen ...
-
01. 07. 2008, 19:41 #6Mitglied
- Registriert seit
- Mar 2008
- Beiträge
- 64
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazi
Wenn ich ein Patienten durch eine Operation heile, bekomme ich einmal Geld.
Wenn ich zwei Patienten heile, bekomme ich für die - insgesamt in Summe - zweimaligen Arbeit zwei mal so viel Geld.
Wenn ich nochmal verdienen möchte, müsste ich noch mehr Patienten heilen.
Ähnlich wenn ich Schokolade herstelle.
Ich wende einmal Materialkosten auf und stell damit einmal Schokolade her, verkaufe sie und kriege genau einmal Geld.
Für eine weitere Packung Schokolade muss ich die Leistung nochmal aufwenden.
Warum verdammtnochmal soll das bei Musik anders sein? Ich finde "dadampa" hats wirklich gut gesagt. Wer laufend Geld verdienen will, soll verdammtnochmal laufend neue Ideen haben und Konzerte machen, dann klappt es auch.
Und wir haben ja noch die GEMA
-
01. 07. 2008, 19:47 #7Mitglied
- Registriert seit
- Apr 2008
- Beiträge
- 304
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
Unseren Redakteur trifft in diesem Fall jedoch keine Schuld, da das ein Zitat ist - also kein Eigenlob. Ich bitte daher von diesem Vorwurf abzusehen ;-)
Zitat von karlo7
-
01. 07. 2008, 19:53 #8Mitglied
- Registriert seit
- Jul 2007
- Beiträge
- 125
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
Es ist Fakt: der Musikindustrie ging es zu gut. Siehe Bohlen oder Steffan Raab wobei letzterer nichtmal Noten lesen kann, kein Scherz. Mit richtiger Musik verdient man immernoch eine Menge siehe Coldplay oder auch einige deutsche Acts wie Mia (wobei da auch abgemahnt wird, ich werd keine Platte mehr von ihr kaufen) und Silbermond. Wer erliche Musik macht und dafür arbeitet wird belohnt, fertig.
-
01. 07. 2008, 20:14 #9
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
Kopien hin oder her - das Abschrecken dient doch nur der Profitmaximierung und Kontrolle der Kunden. Wenn man gute Musik macht, muss man die Fans derart behandeln? Wer ehrlich produzieren will, der sollte auch auf die Kunden eingehen, anstatt sie abzumahnen.
-
01. 07. 2008, 21:35 #10Mitglied
- Registriert seit
- Sep 2007
- Beiträge
- 7
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
Na wen wundert das? Meiner bescheidenen Meinung nach sind Logistep und Konsorten keine Instanz auf die man sich berufen könnte. Denn die sind doch nur die Handlanger der (Medien)industrie, die mit Urheberechtsverletzungen ihr Brot verdienen. Das "Streitgespräch" ist demnach nur heisse Luft.
Zitat von gullinews
Wenn wirklich etwas bewegt werden soll, dann muss schon die Industrie auf "Filesharer" eingehen und das Gespräch suchen.
-
01. 07. 2008, 22:10 #11
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazi
Dass die Künstler ihr Geld bekommen sollen ist selbstverständlich.
Denn die haben etwas produziert, das dem einen oder anderen Freude bereitet.
Aber warum soll über 90% der Einnahmen ein Rechteinhaber kassieren, der nichts Produktives dazu beigetragen hat?
Na gut, in den 90% ist noch der Vertrieb für die CDs enthalten.
Den brauchen wir aber in Zeiten des Internets auch nicht mehr.
Die ganze Rechteverwertung gehört abgeschafft.
Der Künstler soll Geld dafür bekommen, dass er das Lied ausgedacht hat.
Aber warum Jahrzehntelang? Einschliesslich Erben?
Das Beispiel von LivingDeadDoll finde ich recht gut.
Klar, wenn ein Arzt einen Patienten geheilt hat, bekommt der ab jetzt auch 50 Jahre lang dafür Geld.
Lebenslänglich Rente für einen geheilten Schnupfen.
Die völlig veraltete Rechteverwertung gehört abgeschafft, und nicht noch über Abmahnungen finanziert.
Gruss Moses
-
01. 07. 2008, 22:19 #12
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazit
Es ist immer wieder das gleiche Spiel mit der Musikindustrie. Schaun wir mal in die Geschichte..
Es begab sich in den 20iger Jahren. Der Rundfunk kam ins Spiel. Nun bekam jeder Haushalt kostenlos Musik geliefert. Die Menschen mussten nicht mehr Tonträger kaufen.
Was machte die MI? Klar, sie bekämpfte den Rundfunk bis aufs Blut, statt die Technik als neuen Vorteil zu sehen. Fazit, der Umsatz fiel ins Bodenlose.
Aber aufhalten konnte die MI den Rundfunk nicht.
1933 wagte es doch glatt einer (Edwin Howard Armstrong) das FM Radio zu konstruieren. FM hatte im Vergleich zum bisherigen AM eine tolle Qualität. Das sorgte auch gleich für Ärger. Man sah in der neuen Technik eine Gefahr für die Marktstellung.
RCA war zu diesem Zeitpunkt der dominierende Radiokonzern und dieser verwickelte
den Erfinder in komplizierte Rechtsstreitigkeiten. Die RCA schaffte es die Einführung von FM Radio bis 1954 zu verzögern, aufhalten konnten sie es jedoch nicht.
Dann kam ein Boom. Die Schallplatte, genauer die Vinylplatte war geboren. Diesmal hat man die Technik begrüßt und führte zum Aufschwung der MI. Na ja, doch mal was gelernt in Bezug auf neue Techniken.
1980 brach der Markt drastisch ein. Gründe? Sättigung des Marktes, außerdem spielt die natürliche Stagnation eine Rolle. Völlig normal.
Jetzt waren neue Ideen gefragt, die es auch bereits gab. Philips und Sony hatten bereits seit Ende der 70er Jahre nach einem Folgeprodukt für die Schallplatte geforscht. Die CD! Sie hatte echt viele technische Vorteile. Aber Die Plattenfirmen teilten die Begeisterung nicht. Sie waren der Meinung, man brauche keine neue Technologie. Musik verkaufe sich über Inhalte, nicht über Technik.
1982 kamen dann nach langem hin und her doch CDs und Player auf den Markt.
Die Umsätze stiegen ins Uferlose. Puh, gerade noch mal Glück gehabt.
Nur, wie es halt die wirtschaftlichen Gesetze immer wieder zeigen. Es folgt die Sättigung eines Marktes und die natürliche Stagnation.
Tja, dann standen die digitalen Medien vor der Tür und das Internet klopfte an.
Was macht die MI? Statt es als Chance zu begreifen, bekämpft sie das neue Medium,
ganz wie in den 20igern und dem Rundfunk. Also doch noch nix gelernt, liebe MI.
Aber die Zeit wird auch dieses Problem lösen. Die MI konnte den Rundfunk nicht aufhalten, sie konnte das FM Radio nicht aufhalten und sie wird auch die digitalen Medien nicht aufhalten.
Loddafnir
-
01. 07. 2008, 22:50 #13Mitglied
- Registriert seit
- Apr 2002
- Beiträge
- 1.831
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazi
Ist auch besser so. Die Abgemahntenfraktion hat sich zum Horst gemacht, mehr nicht. Kaum richtige Argumente, dann noch soviele Ich-hab-das-mal-gelesen-Fakten, die nun wirklich mehrfach von seriösen Quellen widerlegt wurden.Leider zeichnet sich ab, dass seit der Veröffentlichung des gesamten Streitgespräches kein Interesse von Seiten der Medienindustrie oder der Printmedien besteht, den Inhalt zu publizieren.
-
02. 07. 2008, 06:40 #14
Re: Streitgespräch Abmahner vs. Abgemahnte: Vertreter der Abgemahnten ziehen ein Fazi
meine Rede.. genau so ist es auchMan muss sich fragen, sind die Umsatzeinbußen durch "Raubkopierer" ein Märchen zum Ablenken eigen verschuldeter Fehler oder hat die Medienindustrie gar kein Interesse an einem Dialog. Denn mit der Abmahnung lässt sich doch schnelles Geld verdienen. Aber wie wollen die Majors ihren Aktionären erklären, dass trotz Rückgang der illegalen Kopien sich der Umsatz nicht erhöht. Wer jetzt nicht kauft - kauft dann auch nicht!"
-


Zitieren
mehr lesen...





Deutschland unterzeichnet ACTA...
Heute, 18:14 in gulli:news