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17. 07. 2008, 18:02 #1..wie bei ner Bockwurst!,
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Endzeitstimmung - Der große g:b Fortsetzungsroman
Der große g:b Fortsetzungsroman
Hier entsteht ein Fortsetzungsroman von und für Gulli:Board-User. Das Prinzip ist recht simpel: Wer will, schreibt ein Kapitel, das sich auf die vorherigen bezieht und die Geschichte weitererzählt. Damit das nicht zu chaotisch abläuft, gibt es neben diesem Prinzip Regeln:
- Es gibt die zwei Threads: „Endzeitstimmung - Der große g:b Fortsetzungsroman“ und „Endzeitstimmung: Inhaltsdiskussion - Der große g:b Fortsetzungsroman“. Im diesem Werkthread steht ausschließlich das Werk selbst, also die Beiträge der einzelnen Kapitelschreiber, je Kapitel ein Post. Lediglich dieser erste Post stellt hier eine Ausnahme dar. In der Inhaltsdiskussion wird – wie der Name schon sagt – der Inhalt diskutiert. Zu jedem Kapitel sollten Informationen vom Autoren in den Diskussionsthread geschrieben werden, z.B. was er sich dabei gedacht hat, welche Fragen er bewusst offen gelassen hat (manchmal schwer zu erkennen ohne Hinweise) usw. Auch wird in der Diskussion die grobe Richtung der Geschichte bestimmt und Ideen vorgestellt, zu denen sich die anderen Autoren äußern können. Solltest du also planen, den Hauptakteur der Geschichte (sofern es denn einen gibt) beide Beine und einen Arm abzunehmen, solltest du das erst abklären. Sonst entsteht ein Wirrwarr, bei dem sich möglicherweise andere Schreiber nicht mehr wohl fühlen und gewisse Geschehnisse anderer Autoren übergehen weil sie sie einfach nicht mögen.
- Wenn du ein Kapitel schreiben willst, musst du es dir reservieren. Das läuft folgendermaßen ab: Ich werde auf diesen Anfangsthread sofort eine Antwort posten, in der ich mir das erste Kapitel reserviere. In dieser Reservierung steht zunächst mal 'Reservierung' (der Übersichtlichkeit halber) und noch was man so schreiben will, wenn man denn unbedingt noch was zu sagen hat. Allerdings keine Diskussion oder Fragen, die haben ihren eigenen Thread.
- Der Reservist (? (der, der reserviert)) hat dann genau 10 (!) Tage Zeit, das nächste Kapitel zu schreiben und es in den Reservierungspost per Edit hineinzuschreiben.
- In diesem editierten Post steht dann nichts mehr von Reservierung, sondern nur noch zwei waagrechte Striche (einfach ganz viele Bindestriche hintereinander), dazwischen das Kapitel samt Titel (Wie der Titel aussieht wird in meinem ersten Kapitel festgelegt und soll fortgeführt werden) und nach dem zweiten waagrechten Strich noch das sekundengenaue Datum der Editierung. Dieses Datum braucht man, um zu kontrollieren, ob der nächste, der reserviert, auch wirklich erst nach der Veröffentlichung des letzten Kapitels reserviert hat.
- Verpasst der Reservist die zehntägige Frist, kann man sich das Kapitel wieder reservieren.
- Kommt dem Reservisten etwas dazwischen und hat er dadurch keine Zeit oder Möglichkeit mehr, das Kapitel zu veröffentlichen, sollte er am besten seine Reservierung per Edit (Datumsangabe!) gut sichtbar aufheben. Dann ist das nächste Kapitel wieder für andere frei.
- Sollte man sich ein Kapitel reservieren und stellt fest, dass man doch zu spät kam, sollte man die Reservierung ebenfalls gut sichtbar aufheben (hier keine Datumsangabe nötig).
Hinweise zum Kapitelschreiben an sich:
- Beachte den Diskussionsthread.
- Wenn du ein Kapitel schreiben willst, sollte es mindestens 4000 Zeichen haben (das ist etwa so viel wie dieser erste Post). Jedes anständige Textverarbeitungsprogramm bietet eine Zeichenzählfunktion.
- Behalte das Genre und den Erzählstil bei. Wechsle z. B. nicht von Ich- auf allwissenden Erzähler und nicht von Horror auf Liebeskomödie.
- Beachte den Diskussionsthread.
- Respektiere den bisherigen Handlungsverlauf (sofern nicht alle außer dem Verantwortlichen damit auch nicht zufrieden sind) und ignoriere ihn nicht, nur weil du dir das vielleicht anders vorgestellt hast.
- Zerstöre die Handlung nicht. Schwerwiegende Handlungskehrtwenden ohne Absprache mit den anderen Autoren (Diskussionsthread!) sind äußerst unerwünscht.
- Gib dir Mühe in Sachen Rechtschreibung und Grammatik, aber auch Stil und Handlung. Niemand erwartet Höchstleistungen und die Geschmäcker sind verschieden, du solltest dir nur Mühe geben. Spätere Verbesserungsvorschläge anderer solltest du aufnehmen und – wenn richtig – auch umsetzen.
- Die Textform (Schriftgröße, -farbe, -stil, -art, etc.) ist vom ersten Post zu übernehmen. Genaue Daten im Diskussionsthread, zweiter Post.
- Beachte den Diskussionsthread.
Damit wäre das geklärt, Schreibern und Lesern viel Spaß beim Großen g:b Fortsetzungsroman wünscht
ich.
Edit #1: Textform-Regel hinzugefügt. Danke an Boardwesen.
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17. 07. 2008, 18:03 #2..wie bei ner Bockwurst!,
(Threadstarter)
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Der große g:b Fortsetzungsroman - Das Werk - Das Erste Kapitel
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Endzeitstimmung
Erstes Kapitel
Liedtext . Wanderung . Rast
Faith, have Faith
These strange times
I look in my heart
And see the dark
not the light
And how I'm sad
and wished
I was in love
And look to the sky and cry out
God is nowhere, God is nowhere
And this is hell
Die Straße ist doch relativ gerade, denkt sie, ganz unerwartet, ohne Grund unerwartet. Eigentlich müsste man es erwarten, in diesem Teil dieser Stadt gibt es keine schiefen oder krummen oder kurvigen Straßen. Das mag mit der Mentalität zusammenhängen, die die Erbauer dieser Straßen und Häuser damals erfüllte. Es war eine zielgerichtete. Und um Ziele zu erreichen, blieb denen damals nur wenig Zeit. Also baute man direkte Wege, gerade Straßen, Umwege waren unwillkommen. Darüber kann sie nur lachen. Ziel, was ist das schon. Endlichkeit, was ist das schon. Du hast doch Zeit. Wenn da vorn die zwanzigste zu Ende ist, biegt man eben ab und es geht weiter. Wenn die zu Ende ist, biegt man nochmal ab. Irgendwann biegt man sich in einen Kreis, schon klar, aber endlich? Endlich ist es noch lange nicht. Im Moment aber ist ihr das relativ egal. Sie will nur die paar Häuser weiter. Wieder verzetteln sich die Gedanken. Was ist ihr noch egal? Egal ist, wie sie heißt. Vivian Süskind ruft sie sich in den Kopf, tut es alsbald als egal ab. Egaaal. Egal ist, wo sie herkommt, wen sie kennt, was sie tat, was sie dachte. Sie denkt nicht daran. Um es zu vergessen, muss man es verdrängen. Sie hält sich gestreng an dieses Motto. Egaaal. Häuser. Sind es denn noch Häuser? Eher nein. Es haust ja niemand mehr. Erbaut sind sie, Bauten sollte, kann man sie nennen. Sie will also ein paar Bauten weiter, ist die logische Schlussfolgerung. Also gut, dann eben Bauten. Wichtig, sich so abzulenken. Abzulenken von Bedenken, die ihr durch den Kopf flattern würden, hielte sie sie nicht mit den Fangnetzen ihres unwichtigen, nebensächlichen Denkens zurück. Schon die falsche Richtung! Sich mit Gedanken an Bedenken von diesen abzulenken, gelingt nur selten. Die Möglichkeiten, sich abzulenken, werden aber auch immer weniger. Erst das mit dem Arm, jetzt beäugt sie ihn gerade, erst das mit dem Arm, dann das mit der Stadt und jetzt auch noch diese verdammten Bedenken, was könnte wenn was hätte während weil warum und womöglich hypothetisch könnte eventuell ja dann doch entgegen aller Wahrscheinlichkeit. Schwamm in die Hand, weg mit den Gedanken von der Gedankentafel, es ist richtig und Notwendigkeit, das zu tun. Sie hatte doch schon vor Tagen darüber sinniert, jetzt muss sie es tun. Kein weiteres Geplänkel, kein Gezaudere, keine Taktik. Tat statt Taktik. Sie setzt sich auf den Bordstein neben der überaus alten, nein, alt anmutenden Straßenlaterne auf den Hosenboden, der nicht mehr ganz löcherlos ist. Und starrt in den Nachthimmel. Eigentlich in den Taghimmel, Nachthimmel wäre schöner, aber ein Taghimmel ist es nun mal gerade. Jetzt ändert sich das aber auch schon wieder. Binnen drei Minuten sitzt sie im Dunkeln. Geht doch, murmelt sie. Mal was für die Stimmung. Warum murmelt sie eigentlich? Das kann sie auch nicht sagen. Denken auch nicht. Sie weiß es einfach nicht. Und um jetzt psychologisch zu analysieren, warum ein völlig einsamer, verlassener Mensch etwas spricht, bräuchte sie zu viel von der in Massen vorhandenen Zeit. Sie starrt lieber in den Nachthimmel, der jetzt sogar da ist, nicht nur schöner klingt. Bemerkenswerterweise macht es keinen Unterschied, ob man das Wort Nachthimmel spricht oder denkt, es klingt genau gleich. So etwas nennt man dann wohl in sich hineinhorchen. Das hätte sie schon vor einiger Zeit machen sollen. Sie versäumte es. Was ihr jetzt auf die Tränendrüsen drückt und ihren Oberbauch verkrampft. So ein Scheiß aber auch, ein Schluck Wasser aus der Flasche ins Gesicht, alles nass, ein paar Situps, alles verkrampft. Geht doch, murmelt sie. In ihr Gehirn kommen weder Wasser noch Situps, das macht sie wütend. Sie weiß um die Wichtigkeit dessen, was jetzt folgt, und sie will einfach nicht versagen. Zu viel, zu wenig, zu wichtiges hängt davon ab. Gelegenheit, sich diese blöde Straße anzugucken, bietet vielleicht mehr Ablenkung als andere Gedanken. Fehlanzeige. Die Häuser, nein, Bauten, ach egal, Häuser sind ihr durchaus bekannt, auch die – für Außenstehende sicher beeindruckende – Skyline bietet nichts Neues, nichts, woran man sich klammern könnte. Also wird der absurde Versuch unternommen, an sich selbst etwas Unbekanntes zu entdecken. Auch das nicht. Schuhe: Waren mal voll im Trend. Hose: War mal voll im Trend. T-Shirt: War mal voll im Trend. Stoffjacke mit Musterung: War mal voll im Trend. Jetzt hat's sich ausgemustert, meint der Schlamm auf ihrer Kleidung. Die Werbung damals setzte diese Klamotten sogar noch in einen Kontext, der diesem gar nicht mal so unähnlich ist. Versiffte Welt, Spuren einer gewaltigen Zivilisation, wenn man sie so nennen will, jedoch verlassen und ohne diejenigen, die diese Spuren, die so charakteristisch sind, in jahrhundertwunderartigem Ausmaß an Kreativität hervorbrachten. Damals machte man mit solchen Bildern Geld. Damals war es eine Traumvorstellung, so zu existieren. Denn es bildete immer etwas Wunderbares den Mittelpunkt, etwas, das diese peinlichen Auswürfe einer (K-/P-)opulation nicht im Geringsten betrifft, ein Engel, der über der Primitivität seiner Umgebung schwebt. Wendy für die, die sich größer fühlen als Wendy. Unterschied? Wendy: Rosarote Akteure in rosaroter Landschaft. Rosa auf grau hat nur ein wenig mehr Kontrast. Nachts sind aber trotzdem alle gleich grau. Rosa vor allem. Eigentlich kommt sie sich wie in einem schlechten Film vor. Film noire? Zu dunkel? Film blanc? Zu hell? Film gris, ein guter Kompromiss? Nein? Film gris foncé? Entsprechen der etwas dunklere Farbton jetzt dem Geschmack ihrer Majestät? Ja? Sehr wohl, wird erledigt, danke sehr.
Beruhigt vom Dunkelgrau steht sie auf. Klopft sich ab. Was nichts bringt. Zumindest wird sie dadurch nicht sauberer, falls es das ist, was es bringen soll. Falls es ihre Aufbruchstimmung bestärken soll, verfehlt es seinen Zweck nicht. Die verbleibenden zwei Häuser sind schnell vorbei, der Gang in den Raum ihrer Wahl schnell beschritten. Sie sieht den Mann, alt, ängstlich und fett, in seinem Stuhl sitzend. Er röchelt, er stöhnt, dumpf, weil geknebelt. Er zerrt an den Stricken, die tief in seinen massigen Körper einschneiden. Ohne Erfolg. Er erwartet weitere Marter, bekommen soll er den Tod. Den er sich selbst zu verdanken hat. Sie setzt sich auf den verblassten Ledersessel, der zwei Meter von ihm entfernt steht. Schiebt sich eine Line auf dem gläsernen Beistelltisch zurecht. Und fällt in Erinnerungen.
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Veröffentlicht am 20.07.2008 um 22:46:34.
Editiert am 24.07.2008 18:31: Letzter Absatz.
Editiert am 24.07.2008 19:51: Aus Zigarre auspacken wurde Line zurecht schieben
Editiert am 25.07.2008 20:51: Die Line wird auf einem gläsernen Beistelltisch zurecht geschoben
Editiert am 11.08.2008 19:01: Natürlich sind Situps und nicht Setups gemeint.
Editiert am 27.08.2008 00:08: "Egaal" -> "Egaaal".
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20. 07. 2008, 23:06 #3
2. Kapitel
2. Kapitel
Blind
Are you ready?!
There's a place inside my mind, a place I like to hide
You don't know the chances. What if I should die?!
A place inside my brain, another kind of pain
You don't know the chances. I'm so blind!
Another place I find to escape the pain inside
You don't know the chances. What if I should die?!
A place inside my brain, another kind of pain
You don't know the chances. I'm so blind!
To Burn, To Burn, To burn 'cause I'm trying to
Live a life that seems to be a lost reality
I can never find no way to reach my inner self. I'm staying low.
How deep can I go in the ground that I lay?
If I don't find a way to seek through the gray that clouds my mind.
This time I look to see what's between the lines.
I can see, I can see, I'm going blind...
I'm blind!
(Song by Korn)
...
Dunkelheit. Schwärze, die zu allen Seiten herabfällt, Leere hinterlassend. Schweben. Taumel.
Die Leere, so unerfüllt und haltlos, dass man Angst bekommt.
Angst? Wo Angst ist, muss etwas sein, das diese Angst empfindet. Plötzlich wird sich der Funke seiner selbst gewahr und fragt sich, was er sei.
Ein Lichtblitz zerreißt die Schwärze, gleißend grell und schmerzhaft, ein weiterer folgt und der Funke fühlt einen Sog, der ihn hinabreißt in einen Strudel, rot und laut, pochend und zitternd, fort ist die Schwärze und mystische Muster bilden sich arabeskenhaft am Rande des Lichtes, welches nun konstant flackernd bleibt.
Der Funke ist angekommen, er weiß nun wer er ist und was geschehen war und am liebsten würde er wieder zurück, hinaus in diese barmherzige Vergessenheit, in diese Welt der empfindungslosen Entstofflichung, denn das was er nun fühlt ist Schmerz.
Dumpfer und wunder Schmerz an der Schulter und stechend im Kopf, dort wo sich das linke Auge befindet. Die Bürde eines Körpers, die noch schwerer zu tragen ist, wenn dieser verletzt ist.
Stöhnend macht Marian Onoko den Versuch, sich zu bewegen, daran, sich aufzurichten kann er im Moment noch gar nicht denken. Er versucht es mit dem rechten Arm, auch er schmerzt, aber nicht so sehr wie der linke und das auch nur an einigen Stellen, also scheint er dort nicht so sehr verwundet zu sein. Der Arm hebt sich, zwar erst nachdem Marian den betreffenden Muskeln befohlen hatte, dies zu tun aber es geht. Er führt seine Hand an sein Gesicht, dabei fällt ihm auf, dass er nicht richtig sehen kann. Er ist sich sicher, die Augen geöffnet zu haben, aber er sieht nur Schemen seines Armes und um ihn herum Farben, die wie Schlieren den Bewegungen nachziehen, auch als er seine Hand ganz dicht an seinen Augen hat. Aber wenigstens kann er erkennen, dass es eine Hand ist und sie noch alle Finger hat.
Er versucht, den linken Arm zu heben, ein Vorhaben, das mit einem scharfen blutroten Schmerz gestraft wird, der ihm fast wieder das Bewusstsein raubt. Er bleibt eine Weile still, wartet, bis sein Atem sich wieder beruhigt hat und testet seine Beine, die ihm glücklicherweise nicht den Gehorsam verweigern, auch wenn sie schmerzen und vermeintlich einige Zentner schwer zu sein scheinen.
Dass er nichts sehen kann, raubt ihm fast den Verstand, verzweifelt reibt er sich die Augen, ohne Erfolg. Er blickt in den Himmel, zumindest muss der dort oben irgendwo sein, aber Marian sieht nur weißes Licht und am Rande des Gesichtsfeldes kleine Pixel. Die Gewissheit, dass seine Implantate zerstört sein müssen und dies die Folge davon ist, trifft ihn mit zermürbender Härte.
Er weiß, dass er ohne die Implantate praktisch aufgeschmissen ist, denn er war blind geboren worden. Seine Eltern hatten sich für diesen Kunstfehler natürlich damals eine große Summe Geld als Entschädigung ausbezahlen lassen, denn das Labor hatte übersehen, dass das Gen für seinen überragend hohen IQ, welches man ausgewählt hatte, in Verbindung der Gene seiner Eltern für Blindheit verantwortlich war. Soviel zum Thema überlegte und überlegene Forschung und der Macht über die Natur.
Trotzdem nahmen seine Eltern ihn als ihren Sohn an, was für ihre Gesellschaftsschicht nicht üblich gewesen wäre. Einige solcher Irrtümer fristeten ihr späteres Dasein in Waisenhäusern oder an schlimmeren Orten. Marian hingegen genoss alle Vorzüge des Reichtums, in den er hineingeboren wurde. Seine Eltern, dieses überaus ehrgeizige wie repräsentative Paar Haruki Onoko, Technikmogul und Leiter einer großen Firma für sensorelektronische Geräte und Zellbiologin Jaqueline Troyat, widmeten viel Zeit und Energie der Erforschung von Implantaten, die Blinden das Augenlicht wiedergeben können. Nach ihrem Erfolg konnten sie nicht nur ihrem Sohn doch noch die Welt zeigen, nebenbei wurden sie auch noch reicher, als sie es schon von Haus aus waren und Onoko wurde an die Spitze der mächtigsten Männer dieser Welt katapultiert. Sie taten eigentlich nie etwas aus Nächstenliebe. Vielleicht war sogar seine Blindheit kein Zufall...
Doch Haruki Onoko ist Vergangenheit. Marian befürchtet, nein, er ahnt, dass sein Vater nicht mehr lebt. Im Grunde hatte sie vielleicht sogar Recht damit gehabt, aber es ist nicht richtig… so kann man die Dinge nicht zum Guten ändern, denkt er verzweifelt und wütend.
Ob seine Mutter noch lebt, weiß er nicht. Er hofft es jedoch sehr.
Nun ist es also wahr geworden. Nie hätte er es für möglich gehalten. Seine Welt war perfekt gewesen, alles war perfekt gewesen, wieso hätte er daran je Zweifel haben sollen? Sie ist daran schuld, sie hat es tatsächlich getan... sie, die er vor einer Woche bei einer Demonstration gesehen hatte und die schnurstracks auf ihn zuging, ihn an seiner Seidenkrawatte packte und ihn anfuhr, dass solche Leute wie er dafür verantwortlich seien. Verantwortlich? Für was?
Er hatte sie weggestoßen, er erinnert sich daran, wie er es in diesem Moment bedauerte, ein so hübsches Mädchen von sich wegschubsen zu müssen, unter anderen Gegebenheiten hätte er vielleicht seinen Charme, sein exotisches Äußeres und sein Geld spielen lassen, nur für den Spaß einer Nacht. Er kann sich das leisten, er hat von allem viel zu bieten. Obwohl er nun Zweifel daran hat, dass all das viele Geld, das er sein eigen nennt überhaupt noch einen Nutzen für ihn hat. Oder ob sein Gesicht immer noch makellos ist, nach diesem Unfall. Alles hat sich für ihn geändert.
Auf jeden Fall hat sie es tatsächlich durchgezogen. Ihm schaudert. Er hatte sie doch gewarnt. Er hatte versucht, sie davon abzuhalten. Aber letztendlich hatte sie ihn zweifeln lassen an seiner perfekten Welt. Sie hatte ihn sogar dazu gebracht, seinen Vater zu verraten. Er musste sie finden, vielleicht hat sie es doch noch nicht getan, vielleicht lässt sich alles noch umwenden und Schlimmes vermeiden.
Er hatte notlanden müssen, wohl, weil sie eines der Kabel manipuliert hatte, auf jeden Fall war der Motor mitten im Flug ausgefallen. Sie hatte es gewusst, dass er es versuchen würde, sie von ihrem Vorhaben abzubringen und Vorsorge getroffen. Diese Verrückte. Aber eine hübsche und äußerst faszinierende Verrückte in ihrer Rachsucht, das muss er sich wiederholt und ungern eingestehen.
Er fingert nach der Tür, ein schwieriges Unterfangen, öffnet sie und läßt sich aus dem Sitz herausfallen. Danach braucht er wieder einige Zeit, bis er in der Lage ist, nach etwas zu suchen auf das er sich aufstützen kann. Aus den Schatten und Schemen um ihn herum bilden sich befremdliche Muster, die aber durchaus eine Struktur besitzen. Um ihn herum liegen Fragmente, Teile der Cessna, die er geflogen hatte. Auf allen vieren, oder besser nur auf drei Extremitäten denn sein linker Arm scheint gebrochen oder ausgerenkt zu sein, auf jeden Fall kann er ihn nicht bewegen, kriecht er umher und tastet um sich.
Nach einigen mühseligen Minuten erfassen seine Finger eine Stange. Sicher die Strebe unterhalb einer Tragfläche, er prüft nach, ob sich irgendwo scharfe Kanten befinden, was aber glücklicherweise nicht der Fall ist und zieht sich langsam hoch.
Niemand scheint in der Nähe zu sein. Zumindest hört er nichts, das menschlich klingt. Er hört ein Knistern im Inneren des Fliegers, sicher ein Feuer, das nun ausbrennt, aber viel deutlicher hört der den Wind in den Bäumen. Nein, er kann ihn sehen! Er sieht ganz deutlich die Verschiebung der Farben um sich herum, ähnlich der Strömung auf einem Fluss. Er muss sie finden. Er weiß nur, dass sie in der Stadt ist und die Stadt liegt im Westen. Auch der Wind zieht nach Westen, also wird er dem Wind folgen.
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26.07.2008 irgendwann am Abend
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26. 07. 2008, 22:49 #4
Re: Endzeitstimmung - Der große g:b Fortsetzungsroman
Meiner einer, RESERVIERT bis zum 5. August

EDIT: RESERVIERUNG aufgelöst, ich versinke momentan in Arbeit. Tut mir leid.
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03. 08. 2008, 23:05 #5
Re: Endzeitstimmung - Der große g:b Fortsetzungsroman
Drittes Kapitel
Zahnarztbesuch
Der Regen trommelt leise und metallisch auf das Dach über ihrem Kopf. Tropfen glitzern an dem einzigen Fenster. Doch Vivian sieht nicht hin. Ihr Blick ruht auf den schlanken, golden schimmernden Objekten vor ihr auf dem Tisch.
Schon stockdunkle Nacht, denkt sie. Ich könnte es längst hinter mir haben. Der Stoff ist schuld, der verdammte Stoff. Und er. Er ist ganz besonders schuld.
Der Mann sitzt am anderen Ende des Raums zusammengesunken auf seinem Stuhl. Die Lampe neben ihm zeichnet einen grotesk verzerrten Schatten auf den Boden.
Sieht aus, als würde er schlafen. Er ist schuld, und er schläft!
Vivans linke Hand ballt sich zur Faust. Es ist Zeit. Sie hebt die Rechte und klappt die Trommel des Revolvers nach außen. Mit dem Finger streicht sie über eines der drei Projektile auf dem Tisch. Das Metall ist kalt und glatt, wie der Tod. Bedächtig nimmt sie die Kugel und schiebt sie in eine freie Kammer, dann die zweite und die dritte. Mit einem Klicken rastet die Trommel ein.
Vivian schiebt den Stuhl zurück und steht auf. Mit bedächtigen Schritten durchquert sie den Raum; vorbei an dem Sessel, in dem sie das Verhör geplant hat, und hinein in den Lichtkreis der Stehlampe.
»Wach auf!«, schreit sie, plötzlich außer sich.
Seine Augenlider flattern nach oben. Er hebt mühsam den Kopf und schweigt. Einen Moment lang überlegt Vivian, ob sie ihn doch noch einmal befragen soll. Er muss wissen, wo Marian steckt. Doch sie hat ihm schon alles angetan, zu dem sie fähig ist, und erfahren hat sie nichts. Das Verhör hat nicht den Alten gebrochen, sondern sie selbst.
Warum ist es so verdammt schwer, jemandem Schmerzen zuzufügen? Warum musste sie sich immer wieder daran erinnern, wie sehr sie ihn hasst? Nach dem Verhör hatte sie sich noch eine Line zur Beruhigung geschoben. Mit Schaudern erinnert sie sich an die Alpträume danach, die sie zusammengekauert in der anderen Ecke des Raums durchgemacht hat. Stunden muss es gedauert haben, so dunkel wie es draußen schon ist.
Ein zweites Verhör kommt nicht in Frage, so viel steht fest. Also muss jetzt das Ende folgen.
Sie atmet tief durch, baut sich vor seinem Stuhl auf und vergewissert sich, dass der Revolver eines der drei Projektile zum Schuss bereit hält.
Noch einmal mustert sie ihn, und tatsächlich kehrt die Entschlossenheit zurück. Er ist fett, er ist hässlich, er ist schuld, und er hat es verdient. Sie hebt den Arm mit dem Revolver. Ihr Finger krümmt sich langsam um den Abzug. Verdammt – die Angst in seinem Blick macht ihn so menschlich. Sie kneift die Augen so fest zu wie sie kann, aber das ändert nichts. Ihr Arm zittert so stark, dass der Revolver zu klappern beginnt. Sie umfasst mit der Linken das Handgelenk.
Nun drück doch endlich ab! Er hat es verdient!
Aber ihr Arm sinkt nach unten, immer weiter, bis der Revolver auf den Boden zeigt. Vivian zittert am ganzen Körper. Ihre Knie scheinen aus Pudding zu bestehen, aber sie wird sich nicht setzen. Nein, diese Genugtuung wird sie ihm nicht gönnen. Krampfhaft beißt sie die Zähne aufeinander, um nicht auch noch loszuschluchzen.
Nach einem Moment hat sie sich wieder gut genug in der Gewalt. Sie darf jetzt nicht versagen.
»Er ist schuld«, murmelt sie, »er hat es verdient.«
»Mag sein«, hört sie den Alten sagen. Es ist das erste mal, dass er spricht, seit sie ihn auf den Stuhl gebunden hat. Seine Stimme klingt heiser; verbraucht von einem langen Leben und gezeichnet von den Strapazen der Folter. Und trotzdem schwingt noch eine Spur von stählerner Härte in ihr mit. Ein paar Jahre zuvor hätte er sich nicht so leicht überrumpeln und gefangen setzen lassen.
»Ich kann nicht behaupten, dass ich ein friedliches Leben hatte. Eine Kugel am Ende wäre passend. Vielleicht habe ich sie sogar verdient.« Eigenartige Worte von solch einer Stimme. »Aber du solltest dich nicht so sehr im Recht dazu fühlen, den Abzug drücken zu dürfen.«
Vivian blickt auf. Er sitzt jetzt aufgerichtet auf dem Stuhl. Sein Blick hält sie mit der gleichen Stahlhärte fest, die sich in der Stimme versteckt.
»Du hast mich verraten«, sagt sie. Warum klingt das wie eine Ausrede? »Ihr alle habt mich verraten.«
Seine Mundwinkel bewegen sich ein wenig nach oben.
»Du hast versucht, die Mafia für deine Zwecke einzuspannen. Das ging schief, und wir haben eine Möglichkeit ausgenutzt, die sich uns ansonsten nicht geboten hätte. Meinst du wirklich, nur wir sind schuld?«
Er hat recht. … Nein, er will nur lebend diesen Raum verlassen. Wut brodelt in Vivian hoch.
»Kein Wort mehr!«
Sie wird sich nicht einwickeln lassen, nicht von ihm.
Mit einem Ruck reißt sie den Revolver nach oben, bis der Lauf direkt auf seine Brust zeigt. Ihr Zeigefinger bewegt sich. Er tut das wie von selbst. Es ist gar nicht sie, die den Abzug drückt. Doch es ist gut, dass sich das gekrümmte Stückchen Metall bewegt.
Ein Knall hallt durch den Raum. Ihre Hand wird davongerissen. Ein greller Schmerz schießt ihren Arm hinauf. Sie strauchelt, dann hört sie den Revolver zu Boden poltern. Sie reißt die Augen auf, sieht Blut ihre Hand entlang fließen und versteht. Mit großen Sätzen stürmt sie auf die Treppe mit dem Schrank darunter zu und lässt sich fallen. Im letzten Moment sieht sie die schlanke, hochgewachsene Gestalt in den Raum treten, dann nimmt ihr der Schrank die Sicht.
Die Gestalt trägt eine Waffe, stellt sie fest. Aber viel schlimmer: er trägt einen schwarzen Zahnarztkittel.
»Hüte dich vor dem Zahnarzt«, hallt die Warnung in ihren Gedanken. »Wenn du seinen Kittel siehst, bist du schon tot.«
Damals hat sie ungläubig gelacht. Jetzt bleibt ihr nur ein Gedanke: Weg von hier. Sie packt das Treppengeländer mit der Rechten und schreit vor Schmerz. Tausende Messer beißen sich durch ihre Hand und treiben ihr Feuerräder vor die Augen.
»Komm raus, Kind«, hört sie seine Bassstimme. »Es hat doch keinen Sinn.«
Gelassenheit umspielt die Worte. Fast geht eine beruhigende Wirkung von ihnen aus – und das genügt. Vivian packt das Geländer mit der anderen Hand, zieht sich hoch und stolpert so schnell sie kann die Treppe hinauf. Sie rammt mit der Schulter die Tür, die mit protestierenden Scharnieren aufschwingt und aufs Dach knallt. Ein eiskalter Schwall Regen klatscht in den Treppenaufgang.
Dann ist sie draußen und rennt. Am anderen Ende des Dachs zeichnet sich der dreieckige Umriss des anderen Eingangs ab, der direkt ins Treppenhaus führt. Wenn sie schnell genug ist, kann sie es schaffen. Und sobald sie die Straße erreicht hat, ist sie in Sicherheit. Jedes beliebige Haus bietet unzählige Verstecke.
Sie überwindet die letzten Meter, stürzt sich auf die Türklinke und zieht, doch die Tür bewegt sich nicht. Einen Moment lang steht Vivian da wie erstarrt. Dann drückt sie die Klinke wieder und rüttelt an der Tür. Abgeschlossen! Er hat es geahnt und ihr den einzigen Fluchtweg versperrt.
Vivian dreht sich herum und lehnt sich gegen die Tür. Es ist vorbei. Durch einen Vorhang aus Regen und nassen Haarsträhnen sieht sie seine hagere Gestalt auf sich zukommen. Der Zahnarztkittel flattert hinter ihm im Wind. Die Pistole in seiner Rechten ist nur ein dunkler Schatten, doch Vivian will sie gar nicht genauer sehen. Sie will überhaupt nichts mehr sehen.
Wenn du seinen Kittel siehst, bist du schon tot.
Sie schließt die Augen und sinkt in sich zusammen. Von der Welt bleiben nur das Knattern der Regentropfen auf dem Blechdach, das Fauchen der Windstöße und der dumpfe Schmerz in ihrer verletzten Hand. Das letzte Geräusch ihres Lebens wird ein lauter Knall sein. Vivian ignoriert den Schmerz und presst die Handballen auf die Ohren.
Habe ich es verdient?
Sehnige Hände packen sie, ziehen sie hoch und biegen ihr die Arme auf den Rücken. Sie fühlt kaltes Metall ihre Handgelenke umschließen.
»Mach die Augen auf, Kind«, sagt seine Bassstimme. »Sonst fällst du auf der Treppe und brichst dir den Hals.«
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10.08., 00:40h
22.08.: Rechtschreibkorrekturen.
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10. 08. 2008, 09:12 #6Mitglied
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Re: Endzeitstimmung - Der große g:b Fortsetzungsroman
Viertes Kapitel
Runtime Error 1042
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Sprachlos versucht sie, ihrem Verstand Worte zu entlocken. Worte, die diese Ungeheuerlichkeit, die sie gerade erlebt hatte, erklären können. Oder Worte, die ihr einfach nur helfen zu begreifen, dass sie noch am Leben ist. Den unbarmherzigen Druck seiner Hand auf der Schulter spürend tappst Vivian Stufe um Stufe weiter die Treppe hinab. Vergeblich versucht sie ihm eine Frage zu stellen. Versagt bei dem Versuch, den allein seine Präsenz zu ersticken schien. Fassungslosigkeit zeichnet ihre Züge, als ihr Blick auf das Blut fällt, das in Strömen ihren Arm hinunterfließt. Mein Gott, ich verblute! Er lässt mich verbluten! Reines Entsetzen lähmt ihre Glieder, bringt sie dazu, stehenzubleiben, sich unwillkürlich der Kraft des Zahnarztes entgegenzustemmen. Ein Ruck geht durch ihren Körper, als er Vivian wortlos zum Weitergehen zwingt. Geh mit ihm, mein Schatz. Es wird alles wieder gut. Es wird alles wieder gut. Aber es ist nichts wieder gut geworden. Nichts! Einen Moment lang verschwimmt die Welt vor ihren Augen und Vivian wäre beinahe gestürzt, wenn die Kraft seiner Hand sie nicht davor bewahrt hätte. Auch seine Hände waren damals kräftig gewesen. Viel zu stark für ein zehnjähriges Mädchen. Furcht grub sich in ihre Eingeweide ein. Er konnte sie töten! Sei tapfer. Mama zuliebe. Nein Vivi, das reicht! Ich möchte nicht… Ein Schluchzen entkommt ihrer Kehle als die Bilderflut, die sie jahrelang zurückgehalten hatte, sich auf sie wie auf ein verletztes Beutetier stürzt.
Erst langsam gewinnen ihre Erinnerungen Konturen und erscheinen erbarmungslos vor ihrem inneren Auge. Du musst jetzt stark sein Vivi, deine Mutter ist sehr krank geworden und ich… Ich…. Sie wird sicher wieder gesund…, hallt es in ihrem Geist wider. Selten hatte sie ihn so traurig, so ernst gesehen. Und danach selten lächelnd. Ihre Stimme hatte gebebt, als sie fragte, was sie denn habe und seine nicht minder, als er antwortete. Es ist ganz selten, a- aber es gibt Spezialisten, die ganz bestimmt helfen können. Hab keine Angst Vivi. Es- es wird ihr bald besser gehen und dann könnt ihr wieder spazieren gehen… Unwirklich kam es ihr vor, dass sie noch Tage zuvor durch das Haus ihrer Tante gerannt war. Das Haus, das ihr so groß erschienen und doch so ärmlich gewesen war. Nur noch schemenhaft nimmt Vivian die Umgebung durch den Tränenschleier wahr. Irgendwann müssen sie doch ankommen, sonst würde sie wahnsinnig werden. Würde sie verbluten… „Bitte mein Arm“, flüstert Vivian, „es tut so schrecklich weh“. Wortlos schiebt er sie weiter. Der Schmerz hält sie bei Bewusstsein, auch wenn sie sich nun nach dieser vollkommenen Dunkelheit sehnt. Neue Erinnerungen bahnen sich ihren Weg durch Vivians Geist. Es hatte Ewigkeiten (Ewigkeiten und drei Tage) gedauert, bis sie es verstanden hatte. Ewigkeiten in der Hölle. Einer Hölle, in der sie gestraft worden war Tag für Tag ihre Mutter zu sehen. Tag für Tag bei ihrer Mutter zu sein und doch allein. Katatonisch hatten die Ärzte ihren Zustand genannt. Katatonisch und teuer. Vor allem teuer, wenn man bereit war andere Wege zu gehen. Ihr Vater musste bis spät in die Nacht arbeiten, um für sie sorgen zu können. Tag für Tag allein. Es ist vorbei Vivian. Nicht daran denken. Es ist vorbei. Abends hatte sie ihn einmal gefragt, wann Mum wieder gesund werde. Sie hatte geweint, als ihr Vater ihr antwortete. Und sie weiß nicht, ob sie auch jetzt weint. Ob sie vielleicht immer noch das kleine Mädchen mit der schweren Hand auf der Schulter ist. Deine Mutter. Sie… sie wird wieder gesund. Aber die Regierung hat es verboten… Es wäre zu gefährlich, falsch, meinen sie. Ich werde deine Mutter wieder gesund machen. Versprochen. Sei tapfer. Mum zuliebe. Sei tapfer. Er hatte nicht geweint. Hatte nie geweint. Und nie ein Versprechen gebrochen. Und sie hatte es lange nicht verstanden. Hatte nicht verstanden, warum man ihre Mutter nicht behandelte. Nicht, dass sie es sich hätten leisten können, aber ihr Vater wäre willig gewesen, alles für die Genesung seiner Frau zu tun. Lass es sein, Vivian. Es ist vorbei. Vorbei und vergessen. Ausgezehrt, kraftlos. Nicht mehr fähig, sich gegen ihre Erinnerungen zu stemmen. Nicht mehr willig, sich zu wehren. Trotz ihren zehn Lebensjahren hatte sie eines mehr als alles andere verstanden: Den Hass ihres Vaters auf die Regierung. Dann war er gekommen. Einen schwarzen Mantel hatte er getragen. Und niemals hatte er gelächelt. Niemals. Geh mit ihm, mein Schatz, es wird alles wieder gut. Es wird alles wieder gut. Er hatte es nicht versprochen. Schweigend öffnet der Zahnarzt eine Tür vor ihr. Ihre Erinnerungen sind an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr weiter geht. Die Mauer trifft sie mit der Wucht eines Vorschlaghammers. Viel schlimmer trifft sie jedoch die Stimme, die sie beim Eintreten in Empfang nimmt.
„Vivii, schön, dich wiederzusehen!“
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14. August 14:03 Uhr
Edit: Ganz viele Rechtschreibfehler und einige Stilfehler.
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14. 08. 2008, 20:50 #7..wie bei ner Bockwurst!,
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Re: Endzeitstimmung - Der große g:b Fortsetzungsroman
BLOCKADE
Richtig gelesen, keine Reservierung. Mir geht das (obwohl eigentlich toll!) gerade zu schnell und ich möchte de Geschichte etwas ordnen und auch noch planen wie es weitergehen soll.
Danach werde ich dann die Blockade aufheben und es kann reserviert werden.
Entschuldigt dieses diktatorische Eingreifen, ich werde die Handlung rückwirkend per Regelerlass legal machen
. Ich fühl mich schon als wenn ich Ethnien verfolgen würde.. schlimmd das.
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16. 09. 2008, 16:37 #8..wie bei ner Bockwurst!,
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Re: Endzeitstimmung - Der große g:b Fortsetzungsroman
BLOCKADE aufgehoben, gleichzeitig darf die nächsten 10 Tage (bis 26.9.2008 17:39) nur lilith reservieren weil sie sich schon im Diskussionsthread angemeldet hat während der Blockade.
Durch die Ruhezeit konnten zwar nicht wirklich Fragen geklärt werden, aber um den Fortsetzungsroman am Leben zu halten, ist er halt wieder auf.
Viel Spaß weiterhin, wenn Ihr bisher welchen hattet!
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10. 10. 2008, 15:34 #9..wie bei ner Bockwurst!,
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Re: Endzeitstimmung - Der große g:b Fortsetzungsroman
Also es können sich natürlich auch alle anderen das nächste Kapitel reservieren...


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