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jetzt komplett raus hier
Registrierungsdatum: Jan 2000
Ort: Kapstadt/Bochum
Beiträge: 5.508
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Dieser hervorragende Artiken stammt aus dem ebensoguten Netzkulturmagazin Telepolis
<font size="+2">Tötet Europa! Bitte liebt Österreich!</font>
<font size="+1">Schlingensiefs "Big Brother"-Projekt</font></p>
Beängstigend, komisch und zugleich auch seltsam irreal ist das, was man derzeit im Internet auf der Netzseite <a href="http://www.auslaenderraus.at">www.auslaenderraus.at</a> sehen und hören kann: Da scheppert beispielsweise am Sonntagmorgen gegen 11 Uhr aus den Lautsprechern des PCs live die Stimme eines Animateurs: "Wählen sie ihren Asylbewerber. Schauen sie ihren Asylbewerber genau an. Schmeißen sie ihn aus dem Land. Schauen sie durch die Schlitze der Informationskabine. Es ist kostenlos, und wählen sie dann die Telefonnummer ihres Asylbewerbers. Es ist unglaublich: ein Abschiebeprojekt der Superlative. Ganz Europa starrt auf Wien..." </font>
Dann klettern zwölf Männer und Frauen auf das Dach ihres Wohncontainers, werden kurz vom Animateur als die abzuwählenden und abzuschiebenden Asylbewerber vorgestellt, die nun erst einmal ein wenig Sport treiben würden. Und danach greift der Animateur wieder zum Megaphon, um den Leuten vor Ort und im Internet klar zumachen, dass dies alles eine Aktion der österreichischen FPÖ sei, die für ein ausländerfreies Europa und für die Freiheit der weißen Europäer eintrete: "Die Welt schaut auf Österreich. Die FPÖ präsentiert eine neue Form der Abschiebung. Es geht ganz einfach. Machen sie mit!"
Wer übers Netz mitmachen möchte, braucht jetzt bloß einen der in einer unteren Leiste abgebildeten Köpfe anzuklicken. Dort ist der jeweilige Lebenslauf des Abzuschiebenden "abgedruckt", und ein weiterer Klick auf "Vote" genügt und schon hat sich die Chance des damit Gewählten erhöht, dass er am Abend zu den beiden Auserkorenen gehört, die aus Österreich "herausgeschmissen" werden. Und wer am Ende dieser Abschiebeaktion übrigbleibt, erhält als Gewinner einen Geldpreis in Höhe von 35.000 österreichischen Schillingen und einen Flug in seine Heimat oder hat alternativ die Möglichkeit, durch Online-Anträge in Österreich zu heiraten.
Dafür allerdings werden noch Freiwillige gesucht - Originalton: <BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial">quote:</font><HR>"Wir bitten Heiratswillige, die dem Schlußselektierten bei der Einbürgerung zur Seite stehen wollen, sich zur Lagerauflösung einzufinden. (Abenddämmerung des 17.6.) Um Vorankündigung wird gebeten."<HR></BLOCKQUOTE>Der Berliner Regisseur Christoph Schlingensief, der diese Aktion anläßlich der Wiener Festwochen auf dem Herbert-von-Karajanplatz nahe der Oper initiiert hat und dabei gewohnt professionell den Animateur spielt, kann schon jetzt zufrieden sein. Seine Provokation funktioniert nämlich: Zum einen wurde schon in der ersten Nacht die Netzseite rund 75000-mal angewählt, was den Server der übertragenden Firma webfreetv.com kurzfristig in die Knie zwang. - Die (Netz-)Welt schaut also tatsächlich auf Österreich, auf den von Schlingensief in Wien errichteten Wohncontainer, in dem zwölf Asylbewerber bis zum 17. Juni im Stil der "Big Brother"-Sendung rund um die Uhr öffentlich präsentiert werden.
Und zum anderen wirken selbst die Bilder, die live übers Netz in gewohnt mäßiger Qualität zu empfangen sind, noch bedrohlich, nicht zuletzt weil sie dem Betrachter das Gefühl vermitteln, dass in einer gar nicht so fernen Zukunft womöglich auf ähnlich populistische Art mit Asylbewerbern umgegangen wird: marktschreierisch, modern und menschenverachtend. Es entstehen also dabei tatsächlich die Bilder, die, wie Schlingensief befürchtet, schon "lange anstehen und sich langsam breitmachen". Und deren schmutzige Konsequenz er nun mit seiner "Ausländer raus!"-Aktion provokant durchspielt. Oder wie es dazu auf seiner Netzseite heißt: Österreich spreche halt das aus, was sich der Rest denkt. "Dieses Österreich, das wir meinen, kann überall sein. In diesem Sinne. Tötet Europa! Bitte liebt Österreich!"
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12. 06. 2000, 21:20
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#1
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Querulant
Registrierungsdatum: Apr 2000
Beiträge: 4.009
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Hallo gulli,
hab vor den Landtagswahlen in NRW in Düsseldorf von den Reps ein Plakat gesehen:
Überschrift: Mein Freund ist Ausländer
großes Bild: Haider
Was soll ich dazu noch sagen?!?!?!
Du mußt Dir nur mal die Seite der Republikaner anschauen!
cu
Arnakin
Mess with the best, die like the rest!
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13. 06. 2000, 15:30
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#2
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Was?
Registrierungsdatum: Feb 2000
Beiträge: 1.033
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Der Schlingensief ist genial,
kann sich noch wer an die talkrunde erinnern die er mal gemacht hat? Die kam immer so gegen 24.00 von RTL am Sonntag aber leider nur 5 oder 6 Folgen.
Das Ding in Österreich ist mal wieder herrlich provozierend,
und zeigt die Misstände der Asylpolitik in Österreich und natürlich lässt sich das bsp. wunderbar auch auf Dtl. und Europa übertragen.
Leider verstehen viele nicht was Schlingensief damit erreichen will. Im Forum von heise haben mind. die Hälfte der Leute die Sache nicht verstanden.
Was glaubt ihr echte Aussländer oder Schauspieler?
FIGHT FORTRESS EUROPE!
P.S Schön das du auch mal wieder eine Diskussion im Politik Forum anzettelst gulli.
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13. 06. 2000, 16:28
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#3
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Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2000
Beiträge: 661
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Gruezi miteinand!
Als ich das heute in der Zeitung las war ich fasziniert.
Die Poltik der FPÖ ist verlogen und versucht die Wähler zu blenden. Das hat sie meiner Meinung nach bei diesen ausländerfeindlichen Inhalten auch nötig.
Und dieser Schlingensief zeigt endlich mal das wahre, harte Gesicht dieser Politik.
Die Bandbreite der Rezipienten ist groß und so wird bestimmt (je)dem potentiellen Wähler erstmal die Kinnlade herunterfallen und den (FPÖ) Politkern selbst der Kuchen im Halse stecken bleiben.
Ich finde dieser für mich verzweifelte Versuch die Wahrheit der rechten Politik bloßzustellen ist echt nötig gewesen und rüttelt die Wähler der FPÖ in Österreich und die der DVU, NPD usw. hoffentlich wach.
Ich hab da auch schon die dollsten Erfahrungen gemacht, dass die Menschen einfach nicht hinter diese Stammtischsprüche der rechten Parteien blicken wollen und sich von den primitiven Lösungen (wenn das überhaupt Lösungen der Ursache sind) der Ausländerpolitik blenden lassen.
Und Anarxis, ich finde, wenn die echt wären wär das erst recht dreist und würde die Realität noch besser auf die Schippe nehmen. Aber ich könnte das als Schlingensief nicht verantworten alle abzuschieben und würde allen eine Heirat vermitteln.
P.s. Schlingensief...war das nicht auch der, der auf dem Opernball als Hitler verkleidet erschienen ist??
Anarcho-Arok
<FONT face="Tag LET"><FONT size="4"><FONT COLOR="red"><center> OKKULTE - BLUT - SEKTE </center></FONT f></FONT s></FONT c>
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13. 06. 2000, 19:12
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#4
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Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2000
Ort: Österreich 1090 Wien
Beiträge: 20
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Ich finde allgemein eine Annäherung, eine Be- oder Aufarbeitung, mir kommt kein passender Begriff, von politischen Themen, durchaus berechtigt. Allerdings kritisch ist der Kontext, die ohnedies emotionalisierte Stimmung, wo nur noch Freund oder Feind evident ist. Eine Sprache, deren Symbolik zu mächtig, zu gefährlich um auf dem Boulevard einen derart plakativen, kommerzielen Auftritt zu haben. Natürlich geht es nicht um eine message, sicherlich nicht, und das ist jene Annäherung die leider zu viel "nicht kanalisierte" Emotion hinterlässt, eben dem (fehlenden) Kontext wegen. Ganz einfach, es überfordert und, dass ist Kernpunkt meiner Kritik, es bleibt zu viel Negativismus, der selbst als Tribut gesehen, momentan jederman erspart bleiben kann!! Der Container befindet sich gegüber der Sezession, jenem Wiener Gebäude das uns gern an die Zeit der Wiener Hochkultur erinnert(Sezessionismus- KLIMT, SCHIELE, KOKOSCHKA, KLEE...); eine Zeit der man Protagonisten zuschreiben darf, die auf wissenschaftlichen Terrain eine adequaten geistige Unterlage bildeten.(Wiener Kreis) Dass jederman vor diesem kulturträchtigen Umfeld erschaudern muss, sei damit nicht gesagt. Es geht mir auch darum, den künstlerischen Wert etwas zu hinterfragen. Darum meine Anspielung auf den Sezessionismus, dem ich unbedingt die Fluxusbewegung zureihen muss. Fluxus hat mit extrem provokaten Aktionismus die Provokation zum Gegenstand der Kunst stilisiert. Dem Gastkünstler geht es sicher nicht um reine Provokation. Provokation als Medium für eine künstlerische oder politische message kann auch nicht gelten, dafür ist die message zu vernebelt.Ein klares Anti-Rassismusstatement kann ich der Aktion auch nicht entnehmen. Ich habe den Verdacht es handelt sich um puren Kommerz und sonst nichts, pfui!! Schöne Grüsse vor allem an AROK, den ich, wegen der Humorlosigkeit von dem der sich Korrupt nennt und in Wirklichkeit ein (P.C.)Spieser ist,bemitleide- fand ich doch Deinen Tittenvergleich sehr gelungen!!
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28. 06. 2000, 01:14
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#5
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