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  1. #1
    gulli:News Redaktion Avatar von gullinews
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    Standard P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Die Süddeutsche führte ein äußerst interessantes Interview mit der Berliner Oberstaatsanwältin Vera Junker, über die zukünftige Funktionsweise von Abmahnungen und deren Wirkung beim Konsumenten. Ihre Äußerungen sind dabei zum Teil äußerst interessant.

    Nachdem das neue Gesetz zum Schutz des geistigen Eigentums in Kraft getreten war, hatten sich zahlreiche Juristen geäußert, dass dieses der Industrie nichts nützen würde. Vera Junker, die Berliner Oberstaatsanwältin, erklärte in einem Interview mit der Süddeutschen, was dieser wirklich bewirkt hat.

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  2. #2
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Na das klingt vielversprechend

  3. #3
    Gesperrt Avatar von Gravenreuth
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Zitat Zitat von gullinews
    [b]Die Süddeutsche führte ein äußerst interessantes Interview mit der Berliner Oberstaatsanwältin Vera Junker, über die zukünftige Funktionsweise von Abmahnungen und deren Wirkung beim Konsumenten. Ihre Äußerungen sind dabei zum Teil äußerst interessant.

    Naja, da muss man ggf. mal prüfen ob diese Dame sich nicht einer Strafvereiitelung selbst strafbar gemacht hat.

    Den Vergleich bezüglich "mit Kanonen auf Spatzen schießen", greife ich gerne auf, auch wenn es nach meiner Ansicht zutreffender wäre von "Piranha-Schwärmen" zu sprechen.

    Seit Jahren fallen Millionen Schwärme von "Spatzen" über die Produkte der Industrie her und berauben diese um die Früchte ihrer Arbeit. Der Einsatz von "Kanonen" gegen diese gigantischen "Spatzenschwärme" ist daher leider erforderlich. Hierbei wird nicht verkannt, dass ein "Volltreffer" bei einem einzelnen "Spatzen" entsprechende Folgen haben kann. Der Ber¬liner Landesverband des Bundes Deutscher Kriminalbeamter ging bereits vor mehreren Jahren von einer Dunkelziffer von 99 % bei derartigen Delikten aus (Die Zeit 13.06.1986 S. 24), so dass die verbleibende "Trefferquote" ohnehin verschwindend gering ist. Die Situation hat sich seither nicht verbessert. Ferner wird auf den Aufsatz "Schadenshöhe und Dunkelziffer im Bereich der Softwarepiraterie" (CR 1986, 111) verweisen. Demgegenüber gab es in der Software-Industrie die ersten Kon¬kurse, die auf die gi¬gantische Software-Piraterie (Verluste der Industrie 1989 ca. 6 Milliarden US-$, vergl. COMPUTER¬WOCHE 10.5.1991 s.1) zurückzuführen sind. MICROSOFT könnte ohne Softwarepiraterie das Doppelte verkaufen (ABENDZEITUNG 10. Juli 1996). Die Vereinigung der Deutschen Software-Industrie e. V. geht davon aus, dass durch die Software-Piraterie ca. 2000 Arbeitsplätze vernichtet, bzw. deren Schaf¬fung verhindert wird (Datenschutz-Berater 1/89 S. 26).

    Firmenkonkurse und Vernichtung von Arbeitsplätzen, zu denen jeder einzelne Software-Pirat seinen einzelnen Anteil beiträgt, stellen für die betroffenen Personen der EDV-Industrie ebenfalls einen gravierenden sozialen Eingriff dar. Es ist nicht einzusehen, warum es sozial gerechtfertigt sein soll, dass durch Software-Piraterie arbeitslos gewordene Personen "auf der Straße stehen", währenddem bei den Schädigern man aus alters- oder sozialen Gründen Rücksicht nehmen soll.

  4. #4
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    War klar, dass Günni hier wieder abgehen muss...Ich glaube, Sie haben sich das falsche Forum ausgesucht

  5. #5
    Mitglied Avatar von Mati_
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Eine weitere kompetente und kluge Staatsanwältin, die Frau Vera Junker. Sie hat's erkannt.

    @Günni: Deinen Trollpost kannst du dir sparen.

  6. #6
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Boah, lol der Typ geht einem aufn Sack. Such dir ein andres Forum hier kann dich keiner gebrauchen...

  7. #7
    Gesperrt Avatar von Ghandy
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Günni:Gib ALLES!

  8. #8
    Mitglied Avatar von Loddafnir
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Aufpassen Frau Zypries! Hier können Sie was lernen!

    Hm, evtl. sollte man Zypries aus dem Amt jagen und den Posten mit Frau Junker besetzen.

    Loddafnir

  9. #9
    Mitglied Avatar von Atari-Frosch
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    Question Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    @Gravenreuth: Was "arbeitet" denn die Musikindustrie, außer ihre Künstler mit abartigen Verträgen auszubeuten?

    Nur mal so 'ne dumme Frage vom
    Atari-Frosch

    Janis Ian erklärte das mal so: Die Plattenfirmen schreiben in ihre Verträge, daß der Künstler 7 Alben abliefern muß. Was davon anerkannt wird, entscheiden Schreibtischtäter bei der Plattenfirma. Sowohl das, was abgelehnt wird, als auch das, was irgendwann nicht mehr aufgelegt wird, darf der Künstler aber nicht anderweitig publizieren denn nicht nur das Werk, sondern auch die Stimme des Sängers gehören quasi der Plattenfirma.
    http://www.janisian.com/article-internet_debacle.html

  10. #10
    Gesperrt Avatar von Ghandy
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Gott sei Dank gibt es hier keine "Piranha-Schwärme" an Leuten, die sich dazu berufen fühlen, jedes Thema, welches auch nur entfernt in deren Resort fallen könnte, ungefragt zu kommentieren. Da gibt es eigentlich nur den einen. Und ganz ehrlich: der reicht mir grad.
    P.S.:Atari-Frosch ist NICHT gemeint!

  11. #11
    BASOPS
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Man Günni wo hast denn du die Artikel ausgegraben ?^^
    Der neuste ist ja schon 12 Jahre alt. *lol*
    Und wenn es die angebliche "Software-Piraterie" nicht gäbe wäre Microsoft doch schon lange pleite.
    Oder glaubst du wirklich das sich jeder ein dermaßen verbugtes Betriebssystem kaufen würde ?
    Aber mach ruhig weiter so, hab ich wenigstens was zum schmuntzeln.

    "Dies ist meine freie Meinung, und wir haben ja in Deutschland Meinungsfreiheit"

  12. #12
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    der forentroll hat zwar seine meinung hier höflich und vermeindlich einleuchtend dargelegt, aber die argumente der staatsanwältin sind trotzdem besser.



    P.S.:
    piranahschwärme bekämpft man auch nicht, indem man versucht jeden einzelnen mit einem gewehr zu erschiessen. zumal einem, wenn man den scharm erledigen wollte, die naturschutzlobby da gehörig aufs dach steigen würde. (wo wir gerade so schön bei naturmetaphern sind )

  13. #13
    Mitglied Avatar von SPMan
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Zitat Zitat von Gravenreuth
    Naja, da muss man ggf. mal prüfen ob diese Dame sich nicht einer Strafvereiitelung selbst strafbar gemacht hat.
    Ich nehme an die Dame hat Ahnung von ihrem Job, im Gegensatz zu anderen Justisten, die z.B. vorbestraft sind.

    Wie man den Artikel entnehmen kann geht es um die Verhältnismäßigkeit. Ihnen dürfte doch auch bekannt sein, dass Hausdurchsuchungen im Umkehrschluss die Aufhebung der Grundrechte bedeuten.
    Auch wenn eine MP3-Datei die urheberechtlich geschützt ist (muss sie eigentlich also solche deutschlich erkennbar sein?) millionenfach von einzelnen heruntergeladen bzw. im gleichen Zug angeboten wird (erst dann findet ja eine Verletzung statt) wird, so ist es doch immer in der Regel eine Einzelfall, also genau eine Datei.
    Eine Datei erfüllt weder den Anschein der Erwerbsmäßigkeit, noch ist schwiegt es so schwer, als das Grundrechte aufgehoben werden sollten.
    Ohne Hausdurchsuchung kommt man aber aller Voraussicht nach nicht an den Täter, da eine IP allenfalls den Anschlussinhaber wiedergeben kann.
    Dass die Abmahnindustrie nicht einmal an Strafverfolgung interessiert ist hat sie ja zum wiederholten Male bewiesen.
    Die Gründe sind wahrscheinlich vielfältig.

    Fazit:
    Die Industrie muss reagieren, um angemessene Angebote an den Kunden zu bringen, evtl. wäre seitens des Gesetzgebers eine "Kulturflatrate" noch wirksamer.
    Sie und ihr Kollegen sehen bei der jetzigen Entwicklung vielleicht die Fälle schwimmen, was ich bei den (teils erpresserisch anmutenden) Methoden die sich gezeigt haben begrüße, aber es gibt noch mehr als genug große Fische im Teich, denen es wirklich gilt den Kampf anzusagen.

  14. #14
    Gesperrt Avatar von Gravenreuth
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Zitat Zitat von Atari-Frosch
    @Gravenreuth: Was "arbeitet" denn die Musikindustrie, außer ihre Künstler mit abartigen Verträgen auszubeuten?
    Keine Künstler wird gezwungen zur "Musikindustrie" zu gehen, jeder kann seine Werke selber vermarkten.

    Nur mal so 'ne dumme Frage vom Atari-Frosch
    Der Atari-Frosch lebt noch!

  15. #15
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Zitat Zitat von Gravenreuth
    [...]
    Ihre Argumente sind definitiv nicht falsch.
    Das macht sie aber auch nicht richtig!

    Warum?

    Weil sich eine Industrie an Geschäfsmodelle klammert die bis Mitte der 80'er ja noch funktioniert haben mögen, aber bestimmt nicht heute mehr!

    Das ist wie als würden alle Internet-Provider einem heute noch einen Minuten-Tarif von netten 1,95 Cent/Min aufdrücken wollen. Das will aber auf Deutsch gesagt "kein Arsch" mehr

    Genau wie die Minutenabrechnung veraltet ist, so ist auch das einzel erwerben von Software in jeglicher Hinsicht hinfällig.

    Für mich ist die Content-Industrie ein schreihendes Kleinkind das wütend und heulend auf dem Boden strampelt und stapft, weil ihm jemand sein Luscher weggenommen hat.
    Anstatt darüber nachzudenken wie man den Jemand dazu bringt ihm den Lutscher wieder zu geben, heuelt das Kind weiter und verflucht alle umstehenden.

    ----

    Offtopic: Ich bitte darum das auch andere Meinungen (z.B. die von Gravenreuth) akzeptiert und nicht mit den Worten "ach hau doch ab du Troll" abgetan wird.
    Wenn jemand einem eine Meinung nicht passt, dann sollte er darüber Diskutieren. Wenn ihm keine anständigen Argumente einfallen, dann soll er bitte die Klappe halten.
    Besten Dank.

  16. #16
    Sungam Sudnalor
    Gast

    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Wenn ich diese News lese, komme ich ja fast in Versuchung wieder an die deutsche Justiz zu glauben.

    Ich glaube nach wie vor, daß diese seltsamen Berechnungen der Musik- und Softwareindustrie von Anwälten gemacht wurden, die damit versucht haben ihre Existenz zu rechtfertigen.

    Und wegen der "verlorenen" Arbeitsplätze:
    Wieviele abgebaute Stellen haben wir Anwälten (in Gestalt von Politikern und/oder Firmenvorständen) zu verdanken?
    Aber das sind ja bestimmt nur Peanuts.

  17. #17
    Mitglied Avatar von SPMan
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Zitat Zitat von Gravenreuth
    Keine Künstler wird gezwungen zur "Musikindustrie" zu gehen, jeder kann seine Werke selber vermarkten.
    Richtig!
    Kostet ja auch nichts und Sponsoren, die keine Knebelverträge anbieten, wachsen auf Bäumen...
    Willkommen in der rosaweichensüßen Wolkenwelt.

  18. #18
    Mitglied Avatar von Mati_
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    @energy107: Bei Leuten, die mit Sätzen wie "man beraubt die Industrie", ernsthaft argumentieren, und irgendwelche Möchtegern Statistiken vor Jahrzenten hernehmen, lohnt es sich imho nicht, sich die Zeit zu nehmen, und darauf einzugehen.

  19. #19
    Mitglied Avatar von Hadron
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Wie wir von der Frau Oberstaatsanwältin erfahren, geht es hier ja inzwischen im wesentlichen um die Filmindustrie, wobei die Pornoindustrie gemeint ist. Übrigens: Microsoft mahnt nicht ab, deshalb ist es müßig, hier darüber zu sprechen. Darum geht es nicht.

    Wer das deutsche Abmahnwesen im P2P-Bereich aufmerksam verfolgt hat, weiß, weshalb die Staatsanwaltschaften keinen Bock mehr haben. Es werden mit Hilfe des deutschen Abmahnwesens lukrative Geschäftsmodelle errichtet. Es ist förmlich eine neue Verwertungsform entstanden.

    Es geht hier doch überhaupt nicht mehr um die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen, es geht um deren Nutzung als Geldquelle. Die Rechtsverfolgung selbst wurde als Einnahmequelle identifiziert. So ist zum Beispiel "turn piracy to profit" der Slogan einer Logging-Firma. Das sagt eigentlich alles.

    Wie frustrierend muss es für einen Anwalt sein, festzustellen, dass das persönliche Lebenswerk auf einer fixen Idee aufbaut und sich selbst nach vielen, vielen Jahren der Arbeit als völlig wirkungslos erweist. Der Einsatz von Kanonen zur Bekämpfung dieser Spatzen- oder Piranhaschwärme ist nämlich in der Tat wirkungslos.

    In Berlin hat man begriffen, was hier gespielt wird. Ich finde dieses Statement daher äußerst mutig, weil der Vorwurf der Strafvereitelung natürlich prompt erfolgen kann. Aber nur von Menschen, die nicht in der Lage sind, aus dem System herauszuspringen, um es einmal von außen zu beurteilen, aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Menschen, die - statt primitiv mit Arbeitsplätzen zu argumentieren - die Gesellschaft mit neuen Gedanken und Ideen bereichern. Die sich vielleicht sogar selbst mal in Frage stellen.

    Fortschritt ist nur dann möglich, wenn man intelligent gegen Regeln verstößt. Juristen sind daher als Visionäre oder Vordenker ungeeignet, da sie bei Regelverstößen reflexartig an Schadensersatz denken, nicht an gesellschaftliche Veränderungen.

    Es ist nicht einzusehen, warum es sozial gerechtfertigt sein soll, dass durch Software-Piraterie arbeitslos gewordene Personen "auf der Straße stehen"
    Selbst wenn es einen solchen Arbeitsplatzverlust in relevanten Dimensionen geben sollte: Warum ist das eigentlich nicht einzusehen? Vielleicht kann man eben mit digitalen Inhalten nicht mehr so viele Menschen beschäftigen, wie früher? Weil vielleicht wieder mehr die Qualität als Quantität zählt?

    Man kann nicht das gesamte deutsche Volk verdachtsunabhängig überwachen und kontrollieren, nur damit jeder noch so jämmerliche Musiker (und eigentlich ja der Verwerter) auch jeden einzelnen privaten Kopiervorgang, der nicht unter seiner Kontrolle stattfindet, restlos straf- und zivilrechtlich verfolgen kann. Da stimmt das Verhältnis einfach nicht.

    Wir sind eine Gesellschaft, keine Ansammlung von Einzelkämpfern. Wenn es bestimmten Wirtschaftskreisen nur noch mit völlig unverhältnismäßigen Mitteln und Methoden möglich ist, ihre Profite zu sichern, dann hat dieser Wirtschaftszweig eben mal Pech gehabt. Hufschmiede sind auch recht selten geworden.

  20. #20
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    Standard Re: P2P: Abmahnungen haben kaum Effekt

    Zitat Zitat von Atari-Frosch
    @Gravenreuth: Was "arbeitet" denn die Musikindustrie, außer ihre Künstler mit abartigen Verträgen auszubeuten?

    Nur mal so 'ne dumme Frage vom
    Atari-Frosch

    Janis Ian erklärte das mal so: Die Plattenfirmen schreiben in ihre Verträge, daß der Künstler 7 Alben abliefern muß. Was davon anerkannt wird, entscheiden Schreibtischtäter bei der Plattenfirma. Sowohl das, was abgelehnt wird, als auch das, was irgendwann nicht mehr aufgelegt wird, darf der Künstler aber nicht anderweitig publizieren denn nicht nur das Werk, sondern auch die Stimme des Sängers gehören quasi der Plattenfirma.
    http://www.janisian.com/article-internet_debacle.html
    Also ich werde jetzt bestimmt nicht anfangen die Majors zu verteidigen, denn die händeln das tatsächlich so. Ich möchte dich aber bitten die Indy-Labels nicht mit diesen Geldgeiern gleichzustellen. Aber auch die arbeiten tatsächlich. Das Prozedere ist dabei immer gleich. Zuerst kommt der A&R(Scout) und macht interessante Acts ausfindig. Dann kommt das ganze Vertragszeugs(im Übrigen kann man in Deutschland sein Copyright nicht verkaufen, im Gegensatz zu den Staaten). Dann geht die ganze Promotionsschiene los, also Promos verschicken, Anzeigen schalten, Foren bepflastern, Touren anleiern und weiß der Geier was einem da noch einfällt. Das kostet richtig Geld, ich glaube mancheiner unterschätzt das. Man darf natürlich nicht vergessen was für ein Schrott manchmal versucht wird zu verkaufen, da nützt dann auch das größte Werbebudget nur bedingt. Aber auf der anderen Seite, trichter ich Otto-Normalbürger lange genug ein, das es gut ist, glaubt er das irgendwann selber. Grade über die bekannten Print- und TV-Medien kann man mit entsprechenden Werbeausgaben viel "Wohlwollen" auf Seiten der Redakteure erreichen. Dann geht die Sache in den Handel und man sieht ob sichs rechnet oder nicht. Man vergesse bitte nicht das in dieser Handelskette auch noch 2-3 Leute mitverdienen, so kommen dann auch die teilweise absurden Preise zustande. Und so funktioniert das bei den Großen und den Kleinen, wobei letztere meist billiger sind und auch durchaus eher bereit sind über alternative Vertriebsmöglichkeiten nachzudenken. Unser Rechtsanwalt hat zwar Recht das kein Musiker gezwungen ist zu Labels zu gehen, aber auch der müsste diesen Arbeitsablauf in etwa einhalten. Kann er aber garnicht, weil er häufig nebenbei arbeitet, Familie hat und nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, Kontakte und Know-How verfügt. Klar es gibt Ausnahmen, die es selber geschafft haben, aber die darf man mit der Lupe suchen. Deswegen ist es meine Meinung Filesharing ja, aber bitte benutzt es "weise", denn sonst haut ihr richtig was kaputt und zwar als erstes diejenigen, die sich wirklich noch Mühe geben und nicht diejenigen die es verdient haben. Ich kenne Underground Scheiben von denen findet man mehr Torrents als Reviews oder Kaufmöglichkeiten. Das kann nicht Sinn und Zweck der Sache sein.

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