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07. 10. 2008, 00:38 #1
Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
Die Bundeswehr wird zukünftig innerhalb der deutschen Grenzen mit weitaus mehr Befugnissen agieren können. Sollten polizeiliche Mittel "erkennbar" nicht ausreichen, darf die Bundeswehr, notfalls mit Waffengewalt, unterstützend eingreifen. Das Grundgesetz wird zu diesem Zweck mit den dafür erforderlichen Stimmen der großen Koalition aller Wahrscheinlichkeit nach in Kürze geändert. Wir beleuchten, was das bedeuten kann.
Zur Vorgeschichte: Eingeschränkt war es auch vorher möglich, dass die Bundeswehr im Inneren eingesetzt wird. Man denke an die Elbflut und das Oderhochwasser, bei der die Streitkräfte Katastrophenhilfe leisteten. Im Artikel 35 des Grundgesetzes wird dies auch explizit erlaubt:
(2) ... Zur Hilfe bei einer Naturkatastrophe oder bei einem besonders schweren Unglücksfall kann ein Land Polizeikräfte anderer Länder, Kräfte und Einrichtungen anderer Verwaltungen sowie des Bundesgrenzschutzes und der Streitkräfte anfordern.
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11. 10. 2008, 14:38 #81
Re: Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
Wie schon irgendwo über dir ausgeführt, kann ich den Wunsch, BW-Personal und -Gerät im Innern einzusetzen ja tlw. nachvollziehen. Aber definitiv nicht unter BW-Hoheit, nur unter Polizeihoheit. Und da sehe ich das Problem: Der Minister entscheidet über den Einsatz der BW im Innern und nicht über den "Verleih" von Personal und Gerät, was für solche Fälle völlig ausreichend wäre.
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16. 10. 2008, 16:20 #82
Re: Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
Das ist so billig.
Zitat von tOoNiCe4yoU
Die wütende Entladung angestauter Frustration und jugendlichen Übermuts einiger vermummter Riotkids mit der Gewalt einer Obrigkeit zu vergleichen die Machtpositionen und Geldmittel inne hat.
Das taugt nicht mal als humoristische Auflockerung der Diskussion, sondern ist schlicht und einfach absurd und bescheuert.
Ja, das sind sie...
Zitat von titus_shg
Hast du Pfeife eine Ahnung davon was ein einziger Einsatz der Bundeswehr bei einer Demonstration im Inneren kosten würde?
Zitat von tOoNiCe4yoU
Wenn man schon so eine radikale Scheissposition vertritt, sollte man wenigstens noch kucken dass die populistische Billigargumentation in sich schlüssig ist.
Auf den ganzen Gipfelprotesten Gab es ausschließlich bei der Großdemo am ersten Tag Ausschreitungen von seiten der Demonstranten.
Zitat von Destiny666
Das Polizeiauto das attackiert wurde, ist dort für genau diesen Zweck platziert worden.
Es stand mutterseelen allein derekt im Zieltreffpunkt der Demonstration.
Alle anderen Einsatzfahrzeuge waren ständig in Gruppen unterwegs, zusammen mit Wasserwerfern und anderen gepanzerten, furchteinflösenden Gefährten.
Es war einfach ein kleiner Baustein im ganzen feinen Plan der Mächtigen die Gipfelproteste als möglichst gewalttätig und "bürgerfern" wirken zu lassen.
Im Fehrnsehen sah hat zu der Zeit von den Demos immer nur das brennende Auto, ein paar Scherben und Clos-ups vom Schwarzen Block und der "Front" im Loop durchlaufen lassen.
Das der überwältigende Teil der Demonstranten nichtmal in die "Kämpfe" verwickelt war oder vor den attackierenden Riotcops geflohen ist in ruhigere Zonen würde nirgends gezeigt.
Genausowenig wie die absolut friedliche und gemeinschaftliche Stimmung in den Protestcamps und auf dem Gegengipfel kaum Beachtung fand.
Resultat in der Rezeption war - wie nicht anders zu erwarten - dass sich die breite Masse der Bevölkerung die Potenzial zur Kritikfähigkeit hat, sich nicht mit den Demonstranten zu indentifizieren und solidarisieren imstande war.
Man muss kein Verschwörungstheoretiker und kein Linker sein, um ernsthaft zu glauben, dass die Gesellschaft in der wir leben, und vor allem ihr zukünftiges wesen, mit tatsächlicher Demokratie nicht mehr viel zu tun haben wird (oder jemals wirklich hatte).
Checkt das doch einfach mal, dass jeder Gesetzentwurf der in dieser Richtung gemacht wird, immer nur eine weitere Stufe ist, auf der Treppe zur totalen Staat. Nennt es Faschismus, nennt es Wirtschaftsdiktatur, nennt es Überwachungsstaat, nennt es von mir aus auch Kommunismus álá Stalin oder Mao: In diese Richtung gehen solche Gesetze.
Sie führen uns ab vom Grundgesetz, ab von der Demokratie und auch ab von allem was konservative "Werte" nennen.
Und an am Ende dieser Treppe kann nur eins stehen:
Sklaverei
Die Frage ist nur auf welcher Stufe wir heute stehen.
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16. 10. 2008, 20:30 #83
Re: Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
Und wieviele noch vor bzw. schon hinter uns liegen ...
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18. 10. 2008, 10:39 #84
Re: Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
So wurde nun einberufen:
Herr... wurde zum 9-monatigen Grundwehrdienst mit anschließenden freiwilligen zusätzlichen Wehrdienst von 14 Monaten ab 1.4.09 einberufen.
Einberufungsgruppenteil: 6./Logistikbataillon 131,
06567 Bad Frankenhausen/Ky. Seehäuser Str. 60
Hab mal nachgeschaut, ich komm in die Ausbildungsabteilung und da scheinen Jäger/Schützen ausgebildet zu werden.
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18. 10. 2008, 11:21 #85
Re: Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
Womit du uns was mitteilen möchtest?
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18. 10. 2008, 11:31 #86
Re: Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
Habs ja geändert, danke.
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18. 10. 2008, 11:31 #87
Re: Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
Möglicherweise versteht er unter seiner Einberufung ja den erweiterten Bundeswehreinsatz im Inneren. Schliesslich muss er in Bad Frankenhausen antreten, und das ist ja nun mal in Deutschland, also "im Inneren".
Zitat von Schattenspieler
Und was hat das mit diesem Thread zu tun?
Zitat von Axelcool
EDIT:// Und weil ich ja so ein lieber, netter und hilfsbereiter Mensch bin, hab ich Dir auch gleich mal den Thread rausgesucht, in dem Du Deinen Beitrag eigentlich hättest posten sollen, Du "Spezialist"....
http://board.gulli.com/thread/113542...umentscheiden/
MfG Andy
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18. 10. 2008, 15:15 #88
Re: Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
ich fass es nicht
da führt man ne tot-ernste diskussion und es kommt plötzkich der künftige soldat reingeplatzt, mit irgend einem shice über seine einberufung.
wenn die soldaten die [hoffentlich nicht] künftig auf demos eingesetzt werden auch so einfühlsam und angemessen agieren wie dieses exemplar, dann brauch ich für die nächste demo ne kevlar weste...
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18. 10. 2008, 15:28 #89Mitglied
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Re: Meinung: Was der erweiterte Bundeswehreinsatz im Innern bedeutet
Oder schlicht und ergreifend mit der politischen Entscheidung, die Polizei personell aufzustocken.
Zitat von Gravenreuth
Ich verstehe nicht, warum es mometan v.a. in der konservativeren Bevölkerung und bei denen, die schlichtweg keinen Schimmer haben (und diese sind nicht gleichbedeutend) die Tendenz gibt, immer mehr verfassungsrechtliche Schranken aufzuweichen,
Vor allem das Thema Bundeswehr im Inneren hätte doch eigentlich viele verfassungsmäßige Alternativen:
-Aufstockung der Polizeikräfte, sei es nun Landes- oder Bundespolizei
-bessere materielle Ausstattung der Polizei
-unbürokratischere Regelung der Katastrophenhilfe
-etc.
Wenn dem also so ist, so muss es doch irgendeinen Grund geben, warum gerade die Bundeswehr eingebunden werden soll, und die möglichen Grüde hierfür sollten jedem mit einem Funken Verantwortungsbewusstsein Bauchschmerzen machen. Auch wenn ich der Bundeswehr für ihren Ruf bei den Auslandseinsätzen durchaus ein großes Lob ausspreche, so muß ich doch die Motive derer bezweifeln, die sie unbedingt gegen die eigene Bevölkerung einsetzen wollen (und nichts anderes ist hier die Fage).
Bei einigen Beiträgen, die hier zumindest "möglicherweise" einen solchen Einsatz in Betracht ziehen muss ich die Frage nach der Notwendigkeit stellen. Wo ist das große Defizit der Polizeibehörden, welches die Bundeswehr dann ausfüllen muss? Meine Antwort; es gibt ein solches Defzit nicht, die Polizei ist zu allem instande was nötig ist, selbst bei größten Einsätzen. Anders natürlich nur, wenn dem Befürworter die bisherigen Eingriffsbefugnisse nicht weit genug gehen in der Hoffnung, der Bundeswehr würden "andere Mittel" leichter fallen - wäre dann schließlich sowas wie ein "Quasi-Verteidigungsfall", wo man dann auch etwas kompromissloser zu Sache gehen könnte...
Bei dem vor Unbestimmtheit nur so triefenden Vorschlägen muss man meiner Ansicht nach als Bürger, d.h. mögliches Opfer, darüber nachdenken, wo die tatsächlichen Motive für den Einsatz im Inneren liegen, und hier kann man einige Vermutungen anstellen:
- Umgehung der Polzeikompetenz der Länder
- Befehl und Gehorsam contra Staatsbürger in Uniform
- Bundeswehreinsatz durch Verwaltungsakt contra Parlamentsvorbehalt
- etc.
Ich möchte nur zur Vorsicht raten, denn Verfassungsänderungen könnten auf diesem Gebiet eines Tages nicht mehr rückgängig zu machen sein..und die Bürgerrechte sind momentan schon strapaziert genug um sie einer weiteren Gefahr auszusetzen.
Rufus


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