Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 50
  1. #1
    gulli:News Redaktion Avatar von gullinews
    Registriert seit
    Apr 2002
    Beiträge
    10.033
    Danksagungen
    83

    Standard Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Die Mehrheit der Deutschen befürwortet laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa offenbar eine stärkere Video-Überwachung öffentlicher Plätze. Das berichtet der IT-Branchenverband Bitkom, in dessen Auftrag die Studie durchgeführt wurde.

    76% der Befragten, also rund 3/4 sprachen sich für einen Ausbau der Video-Überwachung aus. Dagegen waren lediglich 20%. Die Zahl der Befürworter ist in West- und Ostdeutschland praktisch identisch, allerdings gab es leichte Unterschiede zwischen Frauen und Männern, wobei sich Frauen etwas häufiger für die Video-Überwachung aussprachen - möglicherweise weil sie eher befürchten, Opfer von Kriminalität zu werden.

    weiterlesen

  2. #2
    deaktivierter Nutzer
    deaktiviertes Benutzerkonto

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Naja, dumm und dümmer. Muss wohl erst ein Skandal her, aber naja, über die 17 Millionen geklauter Kundendaten und die Spionageangriffe der Telekom regt sich auch niemand auf. Weitermachen.

  3. #3
    Mitglied
    Registriert seit
    Nov 2005
    Beiträge
    907
    Danksagungen
    16

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    langsm glaube ich, das man den karren erst so richtig gegen die wand fahren muss, bis die ersten mal zu grübeln anfangen.

    von daher fordere ich als erstes die todesstrafe für schulschwänzer.

  4. #4
    Mitglied Avatar von Totila
    Registriert seit
    Oct 2007
    Beiträge
    462
    Danksagungen
    837

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Zitat Zitat von tttt
    von daher fordere ich als erstes die todesstrafe für schulschwänzer.
    10 Jahre Knast wenn du bei Rot über die Ampel gehst....dient doch zur Sicherheit der Autofahrer


    Also ich wäre für NEIN aber mich hat ja auch keiner gefragt.....

  5. #5
    Mitglied
    Registriert seit
    Feb 2006
    Beiträge
    283
    Danksagungen
    1

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    naja in manchen gegenden wie berlin neukölln hätte ich auch gerne mehr videoüberwachung, leider geht das hier aber in eine komplett falsche richtung.

  6. #6
    Retro-Nerd-Hippie

    ex-Moderator

    Avatar von MSX
    Registriert seit
    Sep 2005
    Beiträge
    9.765
    Danksagungen
    441

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Mehr Kameras in Neukölln? Und die halten dann den Täter davon ab, Dir die Fresse zu polieren und "gib Handy" zu brüllen? Ich meine, es gibt bisher keine einzige Studie, die besagt, daß diese Teile Sinn machen, dafür aber Gegenstudien sogar von der Polizei, daß sie Schwachsinn sind. Beispiele dafür, daß sie nichts bringen, gibt es auch genug. Den einen alten Mann in der Ubahn hat es auch nicht gerettet.

  7. #7
    deaktivierter Nutzer
    deaktiviertes Benutzerkonto

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Zitat Zitat von MSX
    Den einen alten Mann in der Ubahn hat es auch nicht gerettet.
    Ich warte jetzt auf einen Komentar, in dem steht, dass man dafür die Täter ja gefasst hat und somit weitere Angriffe verhindert wurden. Wäre ohne Kamera natürlich niiiiiiieeeeeemals möglich gewesen und die U-Bahnschläger würden sich auch heute noch durch die U-Bahnstationen prügeln.

    Ahja: Zeit läuft.

    Ich wäre mal für ein (provokantes) Experiment. Man quatsche in einer Fußgängerzone wahllos Passanten an und frage sie, ob sie etwas gegen Videoüberwachung haben oder diese Befürworten. Bei einer entsprechenden Antwort drückt man den Passanten eine Kamera in die Hand und bittet diese, die im eigenen Schlafzimmer zu montieren. Selbstverständlich sichert man zu, dass die Aufnahmen nicht veröffentlicht werden. Ist rein zu studienzwecken. Wenn eine ablehnende Antwort kommt fragt man, ob sie etwas zu verbergen haben. Wenn dann wiederum ein "Nein" kommt, sagt man einfach, dass nun aber ein Anfangsverdacht gegeben ist und man die Polizei hinzu ziehen werde. Ganz zufällig läuft auch grad ein Beamter Streife in der Straße. Wäre sicherlich ein Heidenspaß und würde so manchen in arge Bedrängnis bringen und das nur, weil er gesagt hat, dass er nichts gegen Kameraüberwachung hat. Wäre das netmal was für den AK-Vorat?

  8. #8
    Gesperrt Avatar von Ghandy
    Registriert seit
    Jun 2006
    Ort
    Wo es mir gefällt!
    Beiträge
    7.160
    NewsPresso
    318 (Phänomen)
    Danksagungen
    61

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Besser als MSX hätte ich es auch nicht ausdrücken können!

  9. #9
    Mitglied Avatar von beeze
    Registriert seit
    Aug 2008
    Beiträge
    1.423
    Danksagungen
    0

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Zitat Zitat von MSX
    Mehr Kameras in Neukölln? Und die halten dann den Täter davon ab, Dir die Fresse zu polieren und "gib Handy" zu brüllen? Ich meine, es gibt bisher keine einzige Studie, die besagt, daß diese Teile Sinn machen, dafür aber Gegenstudien sogar von der Polizei, daß sie Schwachsinn sind. Beispiele dafür, daß sie nichts bringen, gibt es auch genug. Den einen alten Mann in der Ubahn hat es auch nicht gerettet.
    Genau, ist ja auch behindert, zu denken, dass so die Täter leichter ermittelt werden können!

  10. #10
    Mitglied
    Registriert seit
    Aug 2004
    Beiträge
    97
    Danksagungen
    4

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Gebt nicht so viel auf diese Umfragen.

    In erster Linie werden solche Umfragen fast immer getürkt. Das heißt, es werden ausschließlich Leute gefragt die keine Ahnung haben. Zum Beispiel währen das ältere Leute. Die leben noch in DM Zeiten.
    Oder es wurden überwiegend auch Frauen gefragt.

    Daher geb ich nicht viel auf solche Umfragen.

    Außerdem wurde schon mehrmals berichtet das die Kameratechnologie im Moment noch nicht soweit ist das diese vor Gericht verwertbar ist. Nur im Zusammenhang mit einem Geständnis also eine Technik die für den Arsch ist.

  11. #11
    deaktivierter Nutzer
    deaktiviertes Benutzerkonto

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Was nützt es, überall Kameras aufzuhängen, aber bei der Polizei weitere Stellen abzubauen, so dass diese gar nicht mehr helfend eingreifen können, weil sie es einfach zeitlich nicht schaffen?

    Also ich würde mich persönlich sicherer fühlen, wenn z.B. Nachts auf Bahnhöfen Sicherheitspersonal herumlaufen würde, anstatt das Aufhängen irgendwelcher blöden Kameras, die alles filmen.

  12. #12
    deaktivierter Nutzer
    deaktiviertes Benutzerkonto

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Zitat Zitat von Destiny666
    Was nützt es, überall Kameras aufzuhängen, aber bei der Polizei weitere Stellen abzubauen, so dass diese gar nicht mehr helfend eingreifen können, weil sie es einfach zeitlich nicht schaffen?
    [SCHWARZER HUMOR MODUS]
    Die entlassenen Kräfte bauen derzeit an einer neuen Videplattform namens YouRude.to. Dort werden Überwachungsbänder mit ca. 10€ als Onlinestream - natürlich DRM geschützt - verkauft. 10% von den Einnahmen gehen an den Staat, um neue Kameras zur Überwachung zu kaufen. Desweiteren steht ein Tochterprojekt in Planung: YouTrojan.to wo man persönliche Daten vom Nachbarn gegen 10ec / MB downloaden kann. Gerüchten zufolge sollen Gelder von YouRude.to und YouTorrent.to dazu dienen, in Zukunft eine bessere Version den allseits bekannten Bundestrojaners zu entwickeln. Man munkelt, dass Schäuble als Administrator von diesen 2 Seiten fungiert, um sich einen neuen Rollstuhl kaufen zu können - aus purem Gold - so sagt man. Auch ein Telekom-Mitarbeiter soll hier mitarbeiten, welcher angeblich 17 Millionen Benutzer für die neuen Portale werben soll.
    [/SCHWARZER HUMOR MODUS]

    mfg Claymore

  13. #13
    Mitglied Avatar von shirasaya
    Registriert seit
    Jul 2007
    Ort
    C:\
    Beiträge
    451
    Danksagungen
    16

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Noch mehr Kameras und dann? Was passiert mit den Typen die Leute vor der Kamera fast tot schlagen? Gegen jeden Raubmordkopierer wird schärfer vorgegangen als gegen solche Gewalttäter! Fragt mal die Opfer ob sie sich sicherer fühlen wenn man sie filmt während sie um ihr Leben ringen! Das letzte mal als ich die Polizei rief (Einbruch Diebstahl, Täter noch vor Ort) brauchten die Typen 2,25h bis zum Eintreffen! Da kommt man sich doch verarscht vor! Mir kommt es so vor als wurden 2\3 der Bullen weg gespart! Was nutzen uns zusätzliche Kameras in Berlin wenn niemand mehr da ist der auf sie reagieren kann? Hinzu kommt dann noch das es einige Abschnitte gibt die offensichtlich von der Polizei gänzlich aufgegeben wurden. Von wegen Hauptstadt. . ., Slums!

  14. #14
    Mitglied
    Registriert seit
    Nov 2007
    Beiträge
    51
    Danksagungen
    0

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Es hieß mal StarWars hat Ähnlichkeiten mit der Realen Welt ...
    ein Satz von Königin Amidala glaub :

    <---------------------------------------------------------------->
    <So geht die Freiheit zugrunde. Mit donnerndem Applaus.>
    <---------------------------------------------------------------->


    mehr bleibt da nicht zu sagen .. wie schon geschrieben:
    es hilft nix und kostet nur UNSER geld

    MfG
    CSYST

  15. #15
    Mitglied
    Registriert seit
    Oct 2005
    Beiträge
    15
    Danksagungen
    0

    Standard Videoüberwachung – eine Frage der Akzeptanz?

    Hi,

    ein "kurzer" Kommentar dazu von mir:

    Die Ergebnisse von Evaluationen hinsichtlich der Kriminalitätsbekämpfung haben gezeigt, dass die Videoüberwachung geeignet sein kann, bestimmte Vergehen, wie zum Beispiel Eigentumsdelikte, in Einzelfällen zu verhindern. Allerdings machen die Ergebnisse deutlich, dass die generelle Wirkung der Videoüberwachung, insbesondere auf Affekt-Taten oder die Gesamtkriminalität - wenn überhaupt vorhanden - sehr gering ist. Die Videoüberwachung ist also ein Instrument, das in seiner Wirksamkeit eng begrenzt ist. Zudem können Verschiebungseffekte, wie eine Verlagerung der Kriminalität in nicht-überwachte Räume, auftreten, durch die eine Überschätzung der Videoüberwachung bei gleichzeitiger Verminderung der tatsächlichen Wirksamkeit erfolgen. Ebenso zeigt sich die Videoüberwachung bei der Bekämpfung der Kriminalitätsfurcht nahezu nutzlos. Dem gegenüber werden die Kosten der Videoüberwachung häufig nicht umfassend betrachtet und eine ausreichende Finanzierung nicht sichergestellt. Auch dadurch kann es zu weiteren Einschränkung des Nutzens und der Wirksamkeit der Überwachung kommen. Darüber hinaus gibt es praktische Probleme, die die Wirksamkeit der Maßnahme verringern, beispielsweise durch Langeweile oder Überforderung beim Überwachungspersonal oder durch Vermeidungsstrategien der Delinquenten (z.B. Vermummung). Außerdem können gesellschaftlich Effekte auftreten, die im Wesentlichen negativ zu bewerten sind. Dazu zählen unter anderem die Einschränkung von Bürger- und Freiheitsrechten, sowie die gezielte Verdrängung von (unerwünschten) Randgruppen aus den Innenstädten [1].

    Ein beliebtes Argument bei der Einführung von Videoüberwachungsmaßnahmen ist der Schutz von Frauen. Ganz selbstverständlich wird davon ausgegangen, dass Videoüberwachung im Interesse von Frauen ist und zu ihrer Sicherheit bzw. zur Verbesserung ihres Sicherheitsgefühls beiträgt. Laut der Studie „The Unforgiving Eye70“ der University of Hull sind Frauen als potentielle Opfer nahezu unsichtbar: Während 600 Beobachtungsstunden wurde nur eine Frau zu ihrem eigenen Schutz überwacht, im Gegensatz dazu wurden zehn Prozent der Frauen aus voyeuristischen Gründen beobachtet [2].

    Auch die Mitglieder des Wiener Datenschutzvereins „Quintessenz“ konnten dieses Verhalten der Überwacher bestätigen. Nachdem sie auf die Kameras zugegriffen hatten, mussten sie feststellen, dass die Kameras nicht nur auf den zu beobachtenden Platz, sondern auch auf die umliegenden Häuser gerichtet wurden. „Wenn nix los ist, schauen die Polizisten halt in fremde Zimmer“, gab das Quintessenz-Mitglied Adrian Dabrowski im Gespräch mit Spiegel Online bekannt [3].

    Dass Videoüberwachung nicht zwangsläufig dem Schutz von Frauen dient, zeigt auch Sheila Brown in ihrer Untersuchung „What’s the problem, girls? CCTV and the gendering of public safety“. Obwohl Frauen noch immer überwiegend im privaten Raum männlicher Gewalt ausgesetzt sind [4] - von Männern aus dem eigenen Bekannten- und Familienkreis - sollen sie nun durch Videokameras im öffentlichen Raum geschützt werden. Dadurch werden Frauen einerseits auf ihre Rolle als passive und hilflose Opfer festgelegt, während andererseits suggeriert wird, es gäbe die sicheren (privaten) und gefährlichen (öffentlichen) Räume für Frauen. Videoüberwachung unter stützt somit die Reproduktion bürgerlich-patriarchaler Werte. Zusätzlich gilt, dass nur ganz bestimmte Männer zu Tätern stilisiert werden. Der inländische Durchschnittsmann und sein ganz „normales“ sexistisches Verhalten Frauen gegenüber werden nicht in Frage gestellt. Immerhin 45% der Frauen gaben an, innerhalb des vergangenen Jahres in belästigender Weise angestarrt worden zu sein und 38% wurde in einer Art hinterher gerufen, die ein Gefühl des Unwohlseins bei den betroffenen Frauen hervorrief [5].

    Das, wovon Frauen sich also am häufigsten im öffentlichen Raum belästigt und bedroht fühlen, nämlich taxierende Blicke, diskriminierende Bemerkungen sowie generell gewalttätiges Auftreten von Männern, bleibt durch die Videoüberwachung unangetastet. Gleichzeitig werden Frauen durch Videoüberwachung (und das hauptsächlich männliche Überwachungspersonal) einmal mehr Objekt voyeuristischer Akte [6].

    Da ein gesamtgesellschaftliches Interesse an der Videoüberwachung also allein auf Grund der wenigen positiven kriminologischen Auswirkungen bei gleichzeitig deutlich negativen Wirkungen nahezu ausgeschlossen werden kann, könnte man zu dem Schluss kommen, dass nicht Sachargumente, sondern sachfremde Interessen oder politisches Kalkül ausschlaggebend sind (siehe auch [7]). Zumindest die aktuellen Diskussionen legen nahe, dass ein großer politischer Wille besteht, die Videoüberwachung „um jeden Preis“ zu nutzen und auszuweiten. Waren die Kameras ursprünglich zur Prävention von Verbrechen legitimiert und installiert worden, ging es in den anschließenden Diskussionen um die Ermittlung und Strafverfolgung von Terroristen sowie jugendlichen Straftätern1. Es scheint, als würden jetzt – da wissenschaftliche Studien die relative Unwirksamkeit der Videoüberwachung zur Kriminalitätsbekämpfung belegen – immer neue Argumente gesucht, um die Videoüberwachung voran zu treiben. Es drängt sich hier die Frage auf, ob solche zweifelhaften Prozesse, Überlegungen und Vorhaben überhaupt möglich wären, wenn es nicht bereits einen starken Rückhalt für solche Maßnahmen in der Bevölkerung gäbe. Doch wie kommt es zu dem guten Ruf der Videoüberwachung?

    Auffällig ist, dass es oft einseitig oder unsauber durchgeführte Studien sind, die von den Medien, so genannten Experten und Politikern aufgegriffen und als Argumentationsbasis herangezogen werden [8]. Auffällig ist auch, dass gerade in den zwei Fällen, die die Diskussion um die Videoüberwachung in den letzten Jahren neu entfachten – den der „Koffer-Bomber“ und der „Münchner U-Bahn-Schlägerei“ - die Videoüberwachung keine nennenswerte Rolle bei der Ermittlung der Straftäter spielte. Im ersten Fall kam der entscheidende Tipp zur Ergreifung von Youssef Mohamad al-Hajdib vom libanesischen Geheimdienst [9], im zweiten Fall kamen die Fahnder den Tätern über die Ortung eines gestohlenen Mobiltelefons auf die Spur [10]. Diese Umstände werden aber durch die Medien und die Politik kaum thematisiert, der Fahndungserfolg wird implizit weiterhin der Videoüberwachung zugeschrieben, was zu dem allzu positiven Bild dieser Maßnahme beitragen könnte [11][12].

    Der damit erzeugte Glaube an die Effektivität der Videoüberwachung könnte zur Folge haben, dass die behauptete Erforderlichkeit der Videoüberwachung weniger kritisch hinterfragt wird, Alternativen seltener geprüft werden und die Wirksamkeit installierter Anlagen seltener evaluiert wird. Dies mag zu einer pauschal positiven Grundhaltung der Bevölkerung bei gleichzeitig starker Unwissenheit und Desinformation beigetragen haben. Grundsätzlich scheint die vermeintliche Wirkungsweise der Videoüberwachung einleuchtend und gut kommunizierbar zu sein, während (erst) bei näherer Betrachtung eine tatsächlich hohe Komplexität der Maßnahme festzustellen ist.

    Wen das Thema interessiert sollte sich die hier zitierte Magisterarbeit "Die staatliche Videoüberwachung des öffentlichen Raumes als Instrument der Kriminalitätsbekämpfung - Spielräume und Grenzen" einmal genauer anschauen https://www.foebud.org/video/magiste...n-glatzner.pdf

    Quellen:
    [1] Glatzner, Florian; 2008: Die staatliche Videoüberwachung des öffentlichen Raumes: Spielräume und Grenzen eines Instruments der Kriminalitätsbekämpfung. Saarbrücken. Vdm Verlag Dr. Müller. S. 42ff

    [2] Norris, Clive / Armstrong, Gary, 1999: The maximum surveillance society - the rise of CCTV. Oxford. Berg

    [3] Dambeck, Holger, 2005: Wiener Verein hackt Polizeikamera. In: SPIEGEL ONLINE GmbH (Hrsg.): Spiegel Online 29.12.2005. Hamburg. URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,392649,00.html (26.09.2006)

    [4] Roller, Franziska, 1998: Ein Freigehege gegen die Angst? In: StadtRat (Hrsg.): Umkämpfte Räume. Hamburg/Berlin/Göttingen. Assoziation A. S.23-29

    [5] Brown, Sheila, 1998: What’s the problem, girls? CCTV and the gendering of public safety. In: Norris, Clive / Armstrong, Gary / Moran, Jade: Surveillance, Closed Circuit Television and Social Control. Aldershot. Ashgate. S. 212

    [6] Brown, Sheila, 1998: What’s the problem, girls? CCTV and the gendering of public safety. In: Norris, Clive / Armstrong, Gary / Moran, Jade: Surveillance, Closed Circuit Television and Social Control. Aldershot. Ashgate. S. 218)

    [7] Glatzner, Florian; 2008: Die staatliche Videoüberwachung des öffentlichen Raumes: Spielräume und Grenzen eines Instruments der Kriminalitätsbekämpfung. Saarbrücken. Vdm Verlag Dr. Müller. S. 75ff

    [8] Glatzner, Florian; 2008: Die staatliche Videoüberwachung des öffentlichen Raumes: Spielräume und Grenzen eines Instruments der Kriminalitätsbekämpfung. Saarbrücken. Vdm Verlag Dr. Müller. S. 30ff

    [9] Focus Online; 2006: Entscheidender Hinweis kam aus Libanon. URL: http://www.focus.de/politik/deutschland/kofferbomber_aid_114060.html (15.02.2008)

    [10] Rheinische Post Online; 2007: Haftbefehle nach U-Bahn-Überfall. URL: http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/panorama/deutschland/514819 (15.02.2008)

    [11] Spiegel Online; 2006: Unionspolitiker fordern Videoüberwachung und Kontrollen. URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,429888,00.html (15.02.2008)

    [12] Süddeutsche Zeitung Online; 2007: U-Bahn-Schläger: Viele Straftaten, keine Reue. URL: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/211/149846/ (15.02.2008)

  16. #16
    Mitglied Avatar von Raycluster
    Registriert seit
    Aug 2007
    Ort
    Bayern
    Beiträge
    1.521
    Danksagungen
    297

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Zitat Zitat von CSYST
    So geht die Freiheit zugrunde. Mit donnerndem Applaus.
    Das war in der Tat eine erschreckend reale Szene.

  17. #17
    Gesperrt Avatar von Gravenreuth
    Registriert seit
    Aug 2005
    Ort
    Bayern
    Beiträge
    3.582
    Danksagungen
    6

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Zitat Zitat von gullinews
    [b]Die Mehrheit der Deutschen befürwortet laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa offenbar eine stärkere Video-Überwachung öffentlicher Plätze.
    Videoüberwachung kann Kriminalität im Regelfall nicht verhindern. Sie erleichtert jedoch die Aufklärung und gibt zumindest ein Gefühl der Sicherheit.

  18. #18
    Mitglied
    Registriert seit
    Oct 2007
    Beiträge
    231
    Danksagungen
    0

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Zitat Zitat von Gravenreuth
    Videoüberwachung kann Kriminalität im Regelfall nicht verhindern. Sie erleichtert jedoch die Aufklärung und gibt zumindest ein Gefühl der Sicherheit.
    super, der abmahn heini wieder mit seinen schlauen sprüchen. am besten passt wieder das hier schon oft genannte beispiel der münchner ubahn-schläger, dann sagen sie doch mal dem rentner, war doch alles halb so schlimm, sie wurden doch gefilmt und konnten sich doch dadurch auch sicher fühlen, ist doch völlig unerheblich ob man denn auch sicher war/ist. viel wichtiger als die fresse poliert zu bekommen oder nicht, ist doch ob man sich kurz davor noch sicher gefühlt hat, oder herr verurteilter straftäter?
    wenn sie jetz dann (hoffentlich sehr) bald einsitzen, werden wir uns alle dafür einsetzen, dass eine kamera sie filmt, wenn ihnen in der dusche die seife runter fällt. dann werden wir auch sagen "aber sie haben sich doch bis kurz davor noch sicher gefühlt oder? na also, dann is doch das alles halb so wild"

  19. #19
    Retro-Nerd-Hippie

    ex-Moderator

    Avatar von MSX
    Registriert seit
    Sep 2005
    Beiträge
    9.765
    Danksagungen
    441

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Auch wenns traurig ist, aber da muß ich trotzdem laut lachen. Hilfe bei der Aufklärung? Bei solchen Bildern? Da geben die Zeugenaussagen, die unten stehen, ja noch mehr her, als das lächerliche Bild, das jede Webcam besser machen könnte. - Die damals aufgezeichneten Verdächtigen bezüglich der mg wurden auch so wunderbar getroffen. Rausgekommen ist glaub ich nie was. Liegt aber vielleicht auch daran, daß man jeden als verdächtig eingestuft hat, der die offizielle BKA-Seite zum Thema aufgerufen hat und die Leute mittlerweile weniger Lust haben, sich als Volldepp hinstellen zu lassen mit dem Dank, daß man ihnen die Bude einrennt.

    Und ein "Gefühl der Sicherheit"? Sorry, aber das ist genauso lächerlich. Ich will nicht gefühlte Sicherheit, sondern echte Sicherheit. Die erreiche ich mit Polizisten und ähnlichem Personal oder dadurch, daß ich Menschen zufriedener mache, damit sie weniger Gründe zum Austicken haben. - Gefühlte Sicherheit ist so sinnvoll wie Kondom mit Rissen. Besser, als nix.

  20. #20
    Mitglied Avatar von DanteConstantin
    Registriert seit
    Mar 2008
    Ort
    255.255.255.0
    Beiträge
    1.231
    Danksagungen
    39

    Standard Re: Umfrage: Drei von vier Deutschen für mehr Video-Überwachung

    Zitat Zitat von Gravenreuth
    Videoüberwachung kann Kriminalität im Regelfall nicht verhindern. Sie erleichtert jedoch die Aufklärung und gibt zumindest ein Gefühl der Sicherheit.
    Und das istdoch das Problem. Ein falsches Gefühl von sicherheit hilft niemanden weiter.
    Dadurch wird die Realität doch eher verdrängt und die derzeitig negativen Ereignisse in der Gesellschaft ausgeblendet.

Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •