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  1. #1
    gulli:News Redaktion Avatar von gullinews
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    Standard Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Die Deutsche Telekom ist nach ihrem gescheiterten Versuch Billigtarife zu verweigern, weiterhin dazu verpflichtet Call-by-Call Durchleitungen zu gewährleisten. Zuvor hatten sie gegen die Regelungspolitik der Bundesnetzagentur Beschwerde eingereicht. Offenbar wollte man sich damit endgültig von den lästigen weil preiswerten Tarifen trennen. Die Richter am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sahen die Sachlage aber etwas anders...

    Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die Klage der Telekom gestern abgewiesen, da die Beklagten der Bundesnetzagentur in der umstrittenen Verfügung manifestierten, dass die Deutsche Telekom auf dem Festnetzmarkt nach wie vor über eine ausgeprägte Marktstärke verfüge. Aus diesem Grunde seien die ehemaligen Monopolisten dazu verpflichtet, ihren Kunden den Zugang zu anderen Providern via Betreibervorauswahl (Preselection) oder Call-by-Call zu erlauben.


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  2. #2
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Und warum dürfen das dann andere Anbieter (Beispiel Kabel D) so handhaben? Macht für mich wenig Sinn

  3. #3
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Zitat Zitat von BruceWillis4.0
    Und warum dürfen das dann andere Anbieter (Beispiel Kabel D) so handhaben? Macht für mich wenig Sinn

    Weil die Telecom Monopolist ist und das Netz außerdem ursprünglich mit Steuergeldern errichtet wurde.

    Smals

  4. #4
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Zitat Zitat von BruceWillis4.0
    Und warum dürfen das dann andere Anbieter (Beispiel Kabel D) so handhaben? Macht für mich wenig Sinn
    Jepps, inkonsequent ists in jedem Fall - auch, dass man Big-T hier weiterhin die Grundversorgungspflicht aufbürdet, das haben unsere europäischen Nachbarn besser geregelt.

    In D ists so, dass jeder Netzbetreiber werden darf, und sich dann die Rosinen rauspicken kann, während die Telekom jedem mindestens einen analogen Telefonanschluß stellen muss, egal wo er wohnt. Würde morgen die Zugspitze von der Gemeinde für Wohnraumbebauung freigegeben werden, würdest du dort auch ein Anrecht auf nen Telefonanschluß haben, den *muss* dir die Telekom realisieren, egal wie sie das macht.

    Andere Anbieter können sich in Deutschland aussuchen, welche Gebiete sie versorgen und welche nicht - sie picken sich also die lukrativen, meist dich bebauten, heraus.

    Bei den Mogelfunkern hat die RegTP (also die heutige Bundesnetzagentur) da früh nen Riegel vorgeschoben - ne Lizenz gabs nur dann, wenn konkrete Ausbaupläne für eine flächendeckende Versorgung standen.
    Der Nachteil war dann in deren Augen, dass zu wenig Wettbewerb stattgefunden hat. Stimmte ja auch zu einem gewissen Grad - als es nur D1 und D2 gab, waren die Preise lange wie festgefroren. Allerdings floßen da ne Menge Taler in den Ausbau.


    Im Festnetz siehts da ganz anders aus - da kann quasi jeder Netzbetreiber werden, der irgendwie die Möglichkeit besitzt, Telefongespräche irgendwohin zu terminieren.

    In Österreich und der Schweiz ists beispielsweise noch heute so, dass du dort nur Festnetzbetreiber werden kannst, wenn du nen bestimmten Prozentsatz des Gebietes versorgen kannst - und wer schonmal in der Schweiz war der weiß, dass es dort alleine schon wegen den räumlichen Gegebenheiten ungleich schwerer ist, da ein Netz hochzuziehen. In den Niederlanden übrigens auch (OK, da kannste auch alle Hvts mit nem Klapprad an einem Tag abfahren ).
    Dort kommt mir der Wettbewerb aber auch fairer vor - es wird dir dort sehr viel seltener was versprochen, das gar nicht einzuhalten ist (für die Schweizer und Österreicher:
    In D ists quasi der Standard, dass jedem Kunden hier 16 MBit-Anschlüsse offeriert werden, auch wenns technisch gar nicht möglich ist - sogar solchen Kunden, bei denen nichteinmal dsl selbst möglich ist; schließt du ab, hat dich der Provider für 2 Jahre in seinen Fängen, auch wenns statt den 16 Mbit nur 1 MBit gibt - haste halt Pech gehabt, und quasi NULL Chance, aus dem Vertrag rauszukommen). Auch kommt mir der Support dort besser vor - da zahlst du keine 10 Euro für die Wartemusik, um dann nen inkompetenten CallAgent an der Leitung zu haben, der dir in 80% der Fälle nach weiteren 15 Euro Telefonkosten schlußendlich den Rat gibt, Windows neu zu installieren, auch wenns ganz klar sogar für den Laien offensichtlich ist, dass da ne technische Störung auf Seiten des Betreibers vorliegt.

    Tja, so zahlen wir Deutschen zwar 10-15 Euro monatlich weniger, dafür nehmen wir billigend in Kauf verarscht zu werden, und hey - die monatlichen Einsparungen sind spätestens nach der zweiten Störung eh wieder komplett von den Telefonkosten wegen der Störung aufgefressen

  5. #5
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Zitat Zitat von Anval
    Weil die Telecom Monopolist ist und das Netz außerdem ursprünglich mit Steuergeldern errichtet wurde.
    Quark - die Telekom hat auch zu Bundespostzeiten niemals Zuschüsse aus Steuergeldern erhalten, sondern das Geld selbst erwirtschaftet (ja, durch exobitante Preise, besonders bei Ferngesprächen). Sie hat ganz im Gegenteil die Brief- und Paketpost jahrzehntelang quersubventioniert und trotzdem noch jedes Jahr ein gewaltiges Sümmchen ins Staatssäckel gespült.

    Außerdem - der Staat hat die Telekom für viel, viel Geld zum größten Teil verkauft, oder was meinst du, wer das Geld für die Telekomaktien einkassiert hat? Also selbst wenn der Staat jemals Steuergelder in die Telekom gepumpt hätte (was er unterm Strich nie gemacht hat), so hätte er dadrann jegliches Eigentum mit dem Verkauf verloren.


    Wenn du mit deinem Geld ein Haus baust, und es dann verkaufst, kannst du dann immer noch sagen es sei dein Haus, weil du viel Geld dareingesteckt hast?

  6. #6
    Dipl. Zyn. Avatar von Novgorod
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    super nachricht! das heißt weiterhin für 8 cent aufs handy und 1 cent ins ausland

    schade und ungerecht ist nur, dass call-by-call nur der telekom aufgebürdet wird und nicht allen anbietern (insbesondere VOIP und handy).. somit kann man sich nicht gänzlich von der telekom losreißen (auch wenn 1&1 o.ä. einen günstigeren festnetzanschluss anbieten), man muss immer grundgebühren für die call-by-call-leitung zahlen, und garnicht mal so wenig..

    was sagen denn die call-by-call-anbieter überhaupt zu der ganzen sache? haben sie ein "recht", erreichbar zu sein?
    Du zahlst keine GEZ-Gebühren, willst dir aber nicht Geiz und Schmarotzertum vorwerfen lassen?
    Dann zahle jetzt deine Rundfunkgebühren für einen guten Zweck!

  7. #7
    Erziehungsberechtigter Avatar von Schattenspieler
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Zitat Zitat von Toady
    Quark - die Telekom hat auch zu Bundespostzeiten niemals Zuschüsse aus Steuergeldern erhalten, sondern das Geld selbst erwirtschaftet …
    Was allerdings definitionsbedingt nur für den westdeutschen Teil des Postwesens (von '50 - '89) so zutrifft.
    Verdächtige Datei? => Online-Virenscanner (Mitte) - Anfang vom Ende oder Ende vom Anfang?

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  8. #8
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Zitat Zitat von Schattenspieler
    Was allerdings definitionsbedingt nur für den westdeutschen Teil des Postwesens (von '50 - '89) so zutrifft.
    Na, in den neuen Bundesländern musste ja auch ne komplette Infrastruktur geschaffen werden - da sind tatsächlich Gelder geflossen, ja.
    Aber genau das hat den Wert des Unternehmens ja erhöht, und dieses Geld ist durch den Verkauf der Firma ja wieder an den Bund (und somit den Steuerzahler) zurückgeflossen.

    Ich bin sicher kein großer Telekom-Verteidiger - aber dieses unsinnige Argument "Ja, die Telekom hat ja alles vom Staat finanziert bekommen" ist so dumm; mit der gleichen Logik müsste man dann auch Vodafone Deutschland vorwerfen, sie hätten alles von Mannesmann geschenkt bekommen...

  9. #9
    Erziehungsberechtigter Avatar von Schattenspieler
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Zitat Zitat von Toady
    Na, in den neuen Bundesländern musste ja auch ne komplette Infrastruktur geschaffen werden - da sind tatsächlich Gelder geflossen, ja.
    Auch das kann ich so nicht unkommentiert stehen lassen. In diversen größeren Städten - unter anderem auch hier in NB - war bereits Glasfaser gelegt. Von nötigen Investitionen kann da keine Rede sein - außer man bezieht sich dabei auf Investitionen in den alten Bundesländern im Vergleich hierzu. Aber stattdessen reißt man nach ein paar Jahren den Bden auf und legt wieder Kupferleitungen in die Erde. Welcher Schwachkopf bei der DTAG auf diese Idee gekommen ist, frage ich mich seit jeher. Allein dafür haben sie Schelte verdient.
    Auf der anderen Seite bin ich kein Freund von Gereralbashing.
    Zitat Zitat von Toady
    [...] mit der gleichen Logik müsste man dann auch Vodafone Deutschland vorwerfen, sie hätten alles von Mannesmann geschenkt bekommen...
    Und in gewissem Sinne stimmt das doch auch - jedenfalls in Bezug auf Vodafone UK. Vodafone Deutschland ist ja faktisch zu Teilen Mannesmann. Die Logik hinkt also etwas.
    Verdächtige Datei? => Online-Virenscanner (Mitte) - Anfang vom Ende oder Ende vom Anfang?

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  10. #10
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Zitat Zitat von Schattenspieler
    Auch das kann ich so nicht unkommentiert stehen lassen. In diversen größeren Städten - unter anderem auch hier in NB - war bereits Glasfaser gelegt. Von nötigen Investitionen kann da keine Rede sein - außer man bezieht sich dabei auf Investitionen in den alten Bundesländern im Vergleich hierzu. Aber stattdessen reißt man nach ein paar Jahren den Bden auf und legt wieder Kupferleitungen in die Erde. Welcher Schwachkopf bei der DTAG auf diese Idee gekommen ist, frage ich mich seit jeher. Allein dafür haben sie Schelte verdient.
    Hehe, OK, das stimmt (und das schlimme ist - nun werden die KuDAs wieder durch Glas ersetzt, zumindest bis zu den Kabelverzweigern, also den "weißen Kästen" auf der Strasse, für VDSL - später irgendwann werden dann auch die Adern von da weg zum APL durch Glas ersetzt).
    Das gabs aber in vielen Städten in den alten Bundesländern ebenfalls Mitte/Ende der 90er bis Anfang 2000/2001, dass da wieder mit Kupfer überbaut wurde.

    Das lag einfach daran, dass man zum Zeitpunkt der Planung Anfang der 90er noch nichts von xdsl wusste, und vom rein fernmeldetechnischen Standpunkt aus betrachtet war Glas eigentlich sinnvoller (weil leichter, wartungsärmer, leistungsfähiger usw.).
    Nur gabs damals noch keine bezahlbare, massentaugliche Möglichkeit, über Glas hochbitratige Datenleitungen für jeden anzubieten.

    Aber das kann man Papa Ricke (Helmut Ricke, der Vater von Kai-Uwe, war von 1990 bis 1995 Vorstandschef der Telekom) eigentlich nicht zum Vorwurf machen - das wurde damals auch in vielen europäischen Ländern gemacht, also Glas verlegt. Lag da voll im Trend und war "hip".

  11. #11
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Ob eine solche "bezahlbare, massentaugliche " Technik damals nicht existierte, weiß ich nicht und interessiert mich eigentlich auch nur am Rande. Denn wenn man schon LWL legt, dann sollte man sich doch spätestens mit dem Aufkommen von Breitbandanschl. Marke xDSL zum Ende der 90er hin überlegen, wie man die bestehende Infrastruktur da sinnvol nutzen oder anbinden kann.
    Das als Argument für erneutes Verlegen von Cu-Kabeln zu missbrauchen, greift imo nicht. Denn schon aus rein investitionsstrategischen Überlegungen heraus ist es doch zweifelsohne sinniger, die verbesserte Nutzbarkeit bereits vorhandener, leistungsfähigerer Infrastruktur voranzutreiben als eine Parallelstruktur auf- oder nachzubauen, deren zukünftiger Nutzwert zumindest nach gängigem Wissen, ausgerichtet an der Marktnachfrage und den weiteren (nicht kurzfristigen) Gewinnen fraglich ist.
    Ich denke, hätte man damals in entspr. Technik investiert, wäre ein bezahlbares und großräumig-einsetzbares / massentaugliches Produkt spätestens zum Anfang der 2000er tatsächlich verfügbar gewesen Und auch der weitere Ausbau bzw. die Verfügbarmachung wäre deutlich schneller und effektiver von Statten gegangen. Von der Möglichkeit dem KD zwar später, aber dafür deutlisch schnellere Anschl.varianten zur Verfügung stellen zu können (16k+ schon 2004?) einmal ganz abgesehen. VDSL ist ja nun definitiv nichts anderes. Und z.B. Südkorea ist derart internetaffin, daß ich mir nicht vorstellen kann, daß die "Turbointernet" erst seit ein, zwei Jahren und dann noch hptsl. über Cu haben. Also zumindest Entwicklungs- und Nutzpartner warn durchaus vorhanden.
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß eine Technik für diesen Mischmediumbetrieb so unglaublich kostenintensiv (gewesen) sein soll.
    Außerdem hätte ma ein solches Produkt mit einigem Marktvorteil auch an ausländische ISP verkaufen können, die ebenso in der LWL-Wüste gelandeet sein müssten - jedenfalls der DTAG-Argumentation mit den Kosten nach. Wie die Lage dort aussieht, weiß ich allerdings - ehrlich gesagt - auch nicht.
    Geändert von Schattenspieler (06. 11. 2008 um 23:46 Uhr)
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  12. #12
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    Standard Re: Urteil: Telekom muss weiterhin Call-by-Call Anrufe zulassen

    Zitat Zitat von Schattenspieler
    Ob eine solche "bezahlbare, massentaugliche " Technik damals nicht existierte, weiß ich nicht und interessiert mich eigentlich auch nur am Rande. Denn wenn man schon LWL legt, dann sollte man sich doch spätestens mit dem Aufkommen von Breitbandanschl. Marke xDSL zum Ende der 90er hin überlegen, wie man die bestehende Infrastruktur da sinnvol nutzen oder anbinden kann.
    Na, es ist ja nur überbaut worden - also es wurden *zusätzlich* zu den Leerrohren, in denen nun die Lichtwellenleiter lagen (die übrigens von ihren physikalischen Eigenschaften her ungeeignet waren - Glas ist nicht gleich Glas ), zusätzlich noch Kupferdoppeladern verlegt.

    Das als Argument für erneutes Verlegen von Cu-Kabeln zu missbrauchen, greift imo nicht. Denn schon aus rein investitionsstrategischen Überlegungen heraus ist es doch zweifelsohne sinniger, die verbesserte Nutzbarkeit bereits vorhandener, leistungsfähigerer Infrastruktur voranzutreiben als eine Parallelstruktur auf- oder nachzubauen, deren zukünftiger Nutzwert zumindest nach gängigem Wissen, ausgerichtet an der Marktnachfrage und den weiteren (nicht kurzfristigen) Gewinnen fraglich ist.
    Ich denke, hätte man damals in entspr. Technik investiert, wäre ein bezahlbares und großräumig-einsetzbares / massentaugliches Produkt spätestens zum Anfang der 2000er tatsächlich verfügbar gewesen Und auch der weitere Ausbau bzw. die Verfügbarmachung wäre deutlich schneller und effektiver von Statten gegangen.
    Nein, eben das gabs nicht. Die heute eingesetzten sogenannten Outdoor-DSLAMs sind erst seit kurzem verfügbar. Man hat da teilweise auch heute noch ganz profane Probleme, nimm alleine mal die Stromversorgung.
    Die ONUs für die Telefonie, also das "Ding", was die Signale auf die abgehenden Lichtwellenleiter zum Hauptverteiler hin verteilt, arbeitet (in der in den neuen Bundesländern verbauten Technik) komplett passiv; braucht keinen Strom und ist besonders Wartungsarm.
    Ein DSLAM benötigt aber zwingend Strom (ebenso Multiplexer, die "irgendwie" Datenleitungen aufs Glas zaubern), und nicht wenig. Nun kennst du sicher auch die Kabelverzweiger am Strassenrand, und auch der Laie sieht da leicht - ne Steckdose bzw. Stromanschluß gibbet da häufig nicht
    Erst seit kurzem ist die Technik so weit, als dass es massenmarkttaugliche Verfahren und Geräte gibt, die den benötigten Strom beispielsweise über die noch vorhandenen Kupferdoppeladern dahin führen können.

    Ich bin nun kein Zahlenjongleur, sondern nur einfacher Ingenieur, aber soweit ich das begriffen habe wars einfach ne rein wirtschaftliche Überlegung, da mit Kupfer zu überbauen - alles andere wäre deutlich teurer gekommen. Vielerorts mussten ja nichteinmal Tiefbauarbeiten durchgeführt werden, sondern die Leerrohre reichten aus, um die benötigte Anzahl an Kupferdoppeladern einzublasen.
    xdsl ist einfach ne saubillige Geschichte - man kann die uralten Kupferdoppeladern verwenden, die liegen eh fast überall, Technik dafür wird also in Masse und damit billig produziert, da sie so oft verkauft wird ist die Technik auch so Fehlertollerant, dass du die auch von nem dressierten Schimpansen verwalten lassen kannst (sprich - im Gegensatz zu völlig auf Lichtwellenleitern mit komplexer Steuerungstechnik ausgelegten Netzen brauchst du kein speziell geschultes Fachpersonal, das schafft auch der Fernmeldebäcker, der 1963 mit 16 Jahren seine Gesellenprüfung abgelegt hat und die letzte Schulung Anfang der 70er hatte und nur noch an seinen baldigen Ruhestand denkt, und demnach auch gar keinen Bock hat, sich da neues Wissen anzueignen - und nur ums klarzustellen, ich hätte das kurz vor der Rente/Pensionierung auch sicher nimmer ).

    Will sagen - klar, irgendwie dämlich, dass man erst viele Taler in die Hand nimmt um Glas zu verlegen, um dann festzustellen, dass man damit gar nicht so viel anfangen kann

    Und z.B. Südkorea ist derart internetaffin, daß ich mir nicht vorstellen kann, daß die "Turbointernet" erst seit ein, zwei Jahren und dann noch hptsl. über Cu haben. Also zumindest Entwicklungs- und Nutzpartner warn durchaus vorhanden.
    Südkorea bzw. HongKong oder Tokio (wird auch gerne angeführt) haben aber auch ganz andere Ausgangsvoraussetzungen. Ist ja net so dass du in einem Dorf am Popo der Welt 100MBit-Anschlüsse bekommen würdest - die gibts nur in dicht bebauten Gebieten.
    Wenn du in Frankfurt im Maintower ne 100MBit-Linie haben willst bekommste die da auch für kleines Geld, ebenso gleich neben dem Rechenzentrum von UnitedInternet. Was kostet ist immer die Linie zum Kunden, und wenn du mit 20km Tiefbauarbeiten 10.000 Kunden erschließen kannst lohnt sich das sehr viel eher, als wenn du nun 100MBit-Leitungen auf Wangeroog flächendeckend anbieten möchtest (wobie - auf Sylt gibts VDSL)

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