Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD), ein Zusammenschluss der Datenschutzbeauftragten zahlreicher deutscher Unternehmen, sieht große Defizite beim Arbeitnehmerdatenschutz. Trotz öffentlicher Lippenbekenntnisse, beispielsweise nach dem Skandal durch Videoüberwachung von Angestellten bei der Discounter-Kette Lidl, sind kaum Taten gefolgt, kritisiert der Verband.

Auf ihrem Treffen am vergangenen Wochenende in Kempten kamen die Experten des BvD-Arbeitskreises "Datenschutz in Recht und Praxis" zu einem ernüchternden Fazit. "Neun Monate nach den Skandalen bei Lidl und Co. hat die Bundesregierung den Arbeitnehmerdatenschutz ad acta gelegt," zieht der Arbeitskreis in einer aktuellen Pressemitteilung Bilanz. Zwar habe die Regierung "in den Zeiten medialer Aufmerksamkeit für das Thema "Mitarbeiterüberwachung" die Notwendigkeit moderner bereichsspezifischer Datenschutzregelungen im Arbeitsverhältnis anerkannt" und eine Reformierung des Arbeitnehmerdatenschutzes geplant. Es sei jedoch bei der reinen Ankündigung solcher Taten geblieben, ohne dass wirklich konkret etwas zur Umsetzung der Pläne unternommen worden wäre.

weiterlesen