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02. 01. 2009, 01:16 #1
Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Viel wird, auch und gerade im Zusammenhang mit dem Internet, über "Stasi 2.0" geredet und geschrieben. Was vielen derjenigen, die dieses Schlagwort benutzen, jedoch nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass Computer auch bei der Aufarbeitung wirklicher, in der DDR geschehener Stasi-Verbrechen eine wichtige Rolle spielen. Ab dem Jahr 2010 sollen von der Stasi vernichtete Akten digitalisiert und anschließend wieder lesbar gemacht werden.
Ganze 15.000 Säcke voller Schnipsel von Akten, die dem Reißwolf zum Opfer vielen, sollen diesem Prozess unterzogen werden. Die Schnipsel, nach Schätzungen von Experten etwa 600.000 Einzelteile, wurden 1989 von Bürgerrechtlern vor der endgültigen Vernichtung bewahrt und bis heute aufgehoben. Nun ist die Computer-Technik weit genug, um eine Rekonstruktion der Dokumente zu ermöglichen. Dabei werden die Akten-Schnipsel zunächst eingescannt und dann vom Computer, wie bei einem Puzzle-Spiel, wieder zusammengesetzt.
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02. 01. 2009, 02:34 #2Phantomterrorist
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Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
irgendwie unpassend und überflüssigWas vielen derjenigen, die dieses Schlagwort benutzen, jedoch nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass Computer auch bei der Aufarbeitung wirklicher, in der DDR geschehener Stasi-Verbrechen eine wichtige Rolle spielen.
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02. 01. 2009, 06:13 #3ilovemymacbookGast
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
ist das ironie?
Zitat von gullinews
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02. 01. 2009, 09:34 #4kam durchs Stargate....
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Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
soso, da lerne ich ja hier noch völlig neue Verwendungmöglichkeiten so mancher Wortarten....... die dem Reißwolf zum Opfer vielen, ...
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02. 01. 2009, 10:58 #5
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Erfreulich!
Zitat von gullinews
Mal sehen ob und was aus Karl-Marx-Stadt dabei festgestellt wird.
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02. 01. 2009, 14:39 #6vibiGast
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
praktischerweise kann man mit der technik dann andere dokumente die dem reißwolf zum opfer gefallen sind auch wiederherstellen
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02. 01. 2009, 15:25 #7
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Das eigentlich interessante an dieser Meldung ist, das Forscher des Fraunhofer IPK erst ein Verfahren entwickeln mußten um dies möglich zu machen.
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02. 01. 2009, 15:49 #8
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Wie genau werden die Dinger eingescannt?
MÜssen die praktisch alle einzeln flach gedrückt werden (ist doch ne Menge Arbeit wenn es ganze Säcke voll sind) oder wie funktioniert das?
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02. 01. 2009, 15:58 #9Realist (Murphy rulez)
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Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Und das eigentlich noch Interessantere daran ist, dass das Gepuzzle selbst per optimierter Software im Worstcase einige Hundert Jahre dauern bzw. trotzdem ganz unmöglich sein kann.
Das eigentlich Notwendige dabei gibt es nicht.
Und das eigentlich nicht zu Rechtfertigende daran sind die Kosten für den Steuerzahler.
Komischerweise wurden positive Aspekte der DDR (Gesundheitssystem, Kinderbetreuung, Jugendarbeit, Schulsystem, Grüner Pfeil
) vollständig ignoriert oder nur mit Widerwillen angenommen. An der genauen Dokumentation der Stasiaktivitäten ist unsere liebe westdeutsch geprägte konservative Politiklandschaft aber weitaus stärker interessiert. Haben wir derzeit keine anderen Probleme als die zusätzliche Aufarbeitung und genaue Dokumentation bereits bekannter Stasiverbrechen? Sinnlos!!!
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02. 01. 2009, 15:59 #100x539
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Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Irgendwie hab ich schon vor ein paar (!!) Jahren von dieser Methode gehört und auch schon Berichte im TV darüber gesehen. Was ist jetzt neu an der News?
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02. 01. 2009, 16:18 #11Mitglied
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Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
aber einige Jahre...mir kommt das vor wie aufgewärmte Suppe.
Zitat von Reddawn
Wenn ich ehrlich bin,mich interessiert das nicht einen Funken noch.
Mag sein das noch Interesse an Aufklärung bei Leuten besteht die direkt in Mitleidenschaft gezogen wurden,....aber Leute,es sind teilweise mehr als 20 Jahre her,irgendwann muss Schluss sein.
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02. 01. 2009, 16:18 #12
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Zitat von musv
Naja, rate doch einfach mal warum das so ist, warum man an genau diese Informationen kommen möchte.!An der genauen Dokumentation der Stasiaktivitäten ist unsere liebe westdeutsch geprägte konservative Politiklandschaft aber weitaus stärker interessiert.
Was meinst Du...wieviele noch lebende Personen der Zeitgeschichte könnte man mit eben diesen Informationen an der kurzen Leine halten.?
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02. 01. 2009, 17:24 #130x539
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Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Das les ich ja jetzt erst.. Wenn du mit Jugendarbeit die dauerhafte Eingliederung der Jugendlichen in irgendwelche pre-militärischen Organisationen wie zum Beispiel die Thälmannpioniere meinst, dann hast du leider das Fettnäpfchen schlechthin erwischt. Individualität war unerwünscht. Kollektivismus und Uniformität stand über allem. Es gibt nichts Schlimmeres was man einem Kind in der Entwicklung antun kann.. Noch dazu kommt zur "Jugendarbeit" die Bespitzelung aller Andersdenkenden (zb. Kirchgänger, Punks) und die vormilitärische Ausbildung in der Berufsschulzeit. Also wenn das tolle Jugendarbeit ist.. Klar gab es dabei auch positive Aspekte, aber die waren teilweise nur Mittel zum Zweck bzw. ein Nebeneffekt und sicher nicht als Alleinstellungsmerkmal zu gebrauchen um die tolle Jugendarbeit der DDR in ein positives Licht zu rücken.
Zitat von musv
Gerade um das alles aufzuklären und um die Schuldigen zu finden, ist diese Aufarbeitung wichtig.
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02. 01. 2009, 17:42 #14Mitglied
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Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
"Der Computer kann schon Farben und Risskanten der Schnipsel erkennen, jetzt muss die Zuordnung von Schriften und Inhalten entwickelt werden."
Hallo, was soll das denn? Das konnte ich auch schon vor fünf Jahren!! ... Und ich hätte nicht sechs Millionen dafür genommen.
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02. 01. 2009, 19:19 #15
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Wende war 89 jetzt ist 2009 zufällig 20 jahre, dürfte eigentlich alles bis auf Mord verjährt sein?
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03. 01. 2009, 05:41 #16
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
das ist aber mächtig faul!
die bundesbank kann geldscheine die zerhackt - verbrannt etc sind zu mind. 51% wiederherstellen und ersetzt dir den wert - hab die tage mal gesehen im tv was die da alles wieder zusammensetzten müssen 50 euro scheine die in hunderte kleiner teile zerhäckselt wurden...
und bei dokumenten soll das erst jetzt möglich werden - schon klar... als nächstes brennt zufällig die lagerhalle hab.
auf mord gibt es keine verjährung.
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03. 01. 2009, 14:38 #17Phantomterrorist
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Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Dass es ein Kita system gab war natürlich vom Ansatz her gut aber die späteren Massenorganisationen (FDJ) haben nur einm ziel erfolgt: gleichschaltung
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03. 01. 2009, 16:57 #18
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
@musv:
Es nicht grade so, dass nur die westdeutsche Politik die Stasievergangenheit aufarbeiten will.
Die immernoch konstant hohe Zahl an Bürgern der ehemaligen DDR, die gern ihre Akten einsehen will und daher einen Antrag an die BSTU stellt ist doch wohl ein Beweis dafür, dass auch die Ostdeutschen, soviele positive Aspekte sie aus der DDR auch in Erinnerung haben, gern wissen wollen in welchem Maße sie erfasst wurden und inwiefern der Staat wirklich in ihr Leben eingegriffen hat.
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05. 01. 2009, 18:25 #19Realist (Murphy rulez)
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Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Wunderbare Sache, alles auf die Pioniere und FDJ zu reduzieren. Ich drück's mal etwas genauer aus. Jugendarbeit bedeutete neben den oben genannten "pre-militärischen" Organisationen auch Vereine und so genannte AGs (Arbeitsgemeinschaften). Dadurch hab ich in meiner Kindheit teilgenommen an:
Zitat von Reddawn
- Tischtennis
- Biathlon
- Flugmodellbau
- Computer (KC85)
Bei uns damals war es Pflicht, jedes Jahr an einer AG teilzunehmen. Und weißt du was? Dieser "Tritt" war auch gut so.
Zusätzlich war ich noch fast jedes Jahr im Ferienlager.
Und weißt du noch was? Geld hatte damals keine Rolle gespielt. Sonst hätte ich das alles nämlich nicht machen können.
Vergleich mal genau diese Aspekte mit der Jugendarbeit in der heutigen Zeit. Hast du Kohle, hast du Hobby. Hast du nix, bleib zu Hause vorm TV. Toll, oder? Und damit werfe ich Deine Worte wieder treffend an Dich zurück:
Zitat von Reddawn
Ist das das Äquivalent zu Nazikeule? DDR -> 15 Mio Stasispitzel, die 1 Mio Kirchgänger bespitzelt haben?
Zitat von Reddawn
Hmm, was ist besser? Gar keine Jugendförderung, keine Suche und Förderung von Fähigkeiten, oder Förderung mit Hintergedanke als missbräuchliche Verwendung als "Mittel zum Zweck"? Ich bin dankbar dafür, dass ich damals so "missbraucht" wurde, und die ganzen Sachen in meiner Jugend machen konnte.
Zitat von Reddawn
Weißt du, was daran komisch ist? Wie du aus meinen geistigen Ergüssen entnehmen kannst, bin ich relativ links eingestellt. Deswegen geh ich auch schon leicht voreingenommen an diverse Talkshows ran, wo links gegen konservativ ins Rennen geschickt wird.
Zitat von Reddawn
Also kam "Späth am Abend". Als Gäste war die finanzpolitische Sprecherin der Linken, ein CDU-Fuzzi und ein Unternehmer, der innerhalb der letzten Jahre ziemlich aufgestiegen ist. Voreingenommen heißt: Ok, jetzt kriegt die CDU wieder Klatsche. Aber Pustekuchen war. Die Tante von den Linken hat irgendwann mal damit angefangen, dass man die Schuldigen der Finanzkrise suchen muss. Meinte der Unternehmer dazu, dass das Schwachsinn ist. Die Leute wollen nicht die Schuldigen wissen, die wollen einen Job, durch den sie leben können. Die wollen eine Zukunft und Sicherheit. Und weißt du was? Der hatte recht.
Warum beginnt man aber jetzt noch 20 Jahre nach der Wende nach der Suche der Individualschuld? Wozu will man Menschen, die sich vielleicht nach ihrer Stasivergangenheit ein neues Leben aufgebaut haben, wieder in die Tonne treten? Die Machenschaften der Stasi sind im "globalen" Rahmen ausreichend erforscht und aufgearbeitet.
An der Stelle sollte Aufwand und Nutzen gegenübergestellt werden. Über meinen Vater existiert mit Sicherheit auch eine Akte, denn der hat zu DDR-Zeiten genug rumgepöbelt. Aber was würde es jetzt ändern, wenn er jetzt jedes Detail darüber wieder aufrollen würde? Nichts, vermute ich.
Zitat von Pitlord
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06. 01. 2009, 14:28 #20
Re: Stasi-Akten: Computer sollen den Historikern helfen
Andere wollen aber vll. genauer wissen, was man über sie gesammelt hat und vorallem, wer über sie gesammelt hat.
Außerdem gibt es genug Fälle, in denen die Staatssicherheit mit ihrem Bericht über ein ganzes Leben entschied, sei es der Gang aufs Gymnasium, der nich genehmigt wurde, oder die Sperrung für das Auslandsspiel der Volleyballnationalmanschaft.
Ob das nu direkt was ändert sei dahingestellt, aber Fakt ist, dass inzwischen ein großer Teil der DDR-Bürger eine Akteneinsicht beantragt hat.
Wo man dir zustimmen muss, ist die Aussage, dass die DDR in manchen Punkten sozialer war als das heutige System, dafür war sie in anderen wieder das komplette Gegenteil einer gerechten Welt.
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