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09. 01. 2009, 19:13 #1
Meine erste Hifi-Anlage - Ein kleiner Leitfaden

Stand 13.06.10
Da ich immer vermehrt von Usern per PM angeschrieben und um Kaufberatungen gebeten wurde, habe ich mich dazu entschlossen diesen Thread hier zu eröffnen. Man möge mir aber verzeihen das ich nicht auf alles eingehen kann.
Was ich hier aber vermitteln möchte ist, "Wie fange ich wo an" und vor allem "Was brauche ich". Weitere Tipps gehören selbstverständlich dazu. Auch die Empfehlungen per PM sind weiterhin gern gemacht.
Also ein Leitfaden vom Probehören bis hin zum heimischem genießen der neuen Komponenten.
Danke fürs lesen der Einleitung.
Inhaltsübersicht:
- Allgemeine Hinweise (CD6yCeIu)
- Die Lautsprecher (AL6qnBLY)
- Der Verstärker (MLAhLt6u)
- Die Quellen (pwB9FBQp)
- Die Verkabelung (ZBb5Z3ny)
- Beispiel Anlagen (huLKoAD7)
- Der Händler (Gq4z7BeS)
- Das Probehören (ttT4sl1W)
- Die Monitor-/PC Abteilung (Hzu463Ti)
- Lesenswerte Internetseiten und Artikel (AQgGj8Cf)
- Schlusswort (bH7k2LNZ)
Die Codes hinter den einzelnen Inhalten dienen nur der Navigation. Drückt einfach Strg+F und ihr landet in der Suche, da gebt ihr dann per Copy&Paste den "Code" ein und ihr springt zum passenden Teil.
Allgemeine Hinweise (CD6yCeIu):
Für eine gute neue Einstiegsanlage sollte man ein Budget von 5-600€ einplanen, darunter lohnt es kaum sich Neugeräte anzuschaffen da macht es schon mehr Sinn sich auf dem Gebrauchtwarenmarkt umzuschauen. Natürlich ist dem Budget nach oben hin kein Grenze gesetzt.
Wenn es zwingend weniger Budget ist sollte man sich Gedanken darüber machen evtl auf gute aber gebrauchte Geräte zu setzen. Was da alles so in Frage kommt wird hier ebenfalls erläutert.
Ferner möchte ich dringendst davon abraten die auf Ebay immer so hoch angepriesenen 1000Watt PMPO LS auch nur in Erwägung zu ziehen. Tut mir leid aber das ist Schrott. Namenhafte Hersteller alá Wharfedale, Dynaudio, KEF, Nubert, B&W, Canton und wie sie nicht alle heißen, preisen ihre Lautsprecher in keinem Fall so an! Das gleiche gilt auch für ALLE anderen Komponenten einer Hifikette
Zum Schluss möchte ich nochmal drauf hinweisen das ich hier vorerst nur den Bereich Stereo abdecke, da wir ja alle nur Musik hören wollen. Dafür ist ein Stereosystem immer noch am allerbesten geeignet. Merke -> Man bekommt mehr Stereosound für sein Geld als wenn man es in ein 5.1 System steckt. Denn dort sind es immerhin 5+X LS die man bezahlen muss.
Die Lautsprecher (AL6qnBLY):
Es gibt viele verschiedene Lautsprechertypen am Markt, verständlicherweise wie oben schon erwähnt gehe ich nicht auf alles ein, fragt dann lieber einfach individuell.
Die verbreitetsten Lautsprechertypen sind wohl die 3- und 2- Wege Lautsprecher sowie Kompakt-LS und Stand-LS. Bei einem 3-Wege habt ihr einen Hochtöner, einen Mitteltöner und einen Tieftöner. Meist wird auch der Töner als Chassis bezeichnet. Beim 2-Wege ist es meist eine Tief-Mittelton Kombi und der besagte Hochtöner. Alles in allem kann man sagen das die 2- sowie auch die 3-Wege Variante sich kaum im "Klang" unterscheiden.
Es bleibt nur zu erwähnen das die 2-Wege etwas unterlegen in der Basswiedergabe und im Mitteltonbereich ist. Was aber für einen ungeübten Hörer kaum merklich wahrnehmbar ist. Da die 2-Wege meistens einen Tacken günstiger ist als der größere Bruder könnt ihr dort auch getrost zugreifen.
Was auch noch Erwähnung findet ist die Zimmergröße hier sagt man so Pi mal Daumen das bis 20-25qm ein paar Kompaktlautsprecher die bessere Wahl seien. Wiederum dann ab 25qm kann man zu Standlautsprechern greifen. Ab einer Raumgröße von 30-35qm sind Stand-LS fast unumgehbar.
Hier nun ein paar Empfehlungen für Kompaktlautsprecher (ansteigender Preis):
Monitor Audio Bronze Br1
Nubert NuBox 311
Wharfedale Diamond 9.2
KEF iQ 10
Monitor Audio Bronze Br2
KEF iQ 30
Canton GLE 430
Dynaudio Focus 110
Hier nun ebenfalls ein paar Empfehlungen für Standlautsprecher (ansteigender Preis):
Heco Victa 500
Heco Victa 700
Mission M 34i
Wharfedale Diamond 9.5
Wharfedale Diamond 10.5
Canton GLE 470
Tannoy Revolution DC-4 T
Wharfedale Opus 2
Hier nun ebenfalls ein paar Empfehlungen für Gebrauchtlautsprecher:
Bei gebrauchten Lautsprechern kann man gut und gerne sich auch in den 70/80er Jahren bedienen, der Sinn des gebraucht Kaufs ist ja meistens aus einem knappen Budget das meiste rauszuholen. Das geht mit Lautsprechern aus dieser Zeit natürlich am besten.
Canton
Yamaha
Heco
Quadral
JBL
Braun
Dual
Seien hier mal als Firmen genannt, hierbei gibt es keine großartigen Kriterien greift zudem was euch gefällt.
Die hier aufgeführten LS und Firmen sind Anregungen, man kann sich Problemlos in den Modellreihen bewegen somit ist für fast jedes Budget etwas dabei.
Der Verstärker (MLAhLt6u):
Bei Einstiegsanlagen würde ich zu einem Vollverstärker raten, dieser beinhaltet gleich eine Vor- und Endstufenkombi und man muss sich nicht mit langer Suche nach passendem plagen.
Wenn jedoch genügend Geld zu Verfügung steht kann man hier auch gern beides getrennt kaufen, oder in einen der höheren VVs investieren.
Echte Schmuckstücke für die Einsteiger bis Mittelklasse findet man bei NAD, Cambridge Audio, Denon sowie auch Rotel.
Man sollte darauf achten das der VV all die Anschlüsse mit sich bringt die man braucht, also etwa 2 LS-Paare, AUX, CD, DVD, Tape, Phono etc pp. Und die passende Ohmzahl zu den Lautsprechern sollte auch vorhanden sein -> 4, 6 oder 8 Ohm.
Hier ein paar Empfehlungen ebenfalls Preis aufsteigend.
Yamaha AX 397
Denon PMA 500AE
Yamaha AX 497
NAD C 315Bee
Cambridge Audio Azur 340SE
Denon PMA 700AE
Rotel RA-04
NAD C 325Bee
NAD C 355BEE
Accuphase E-250
Hier ein paar gebraucht Empfehlungen.
Harman Kardon 600er Serie / 6000er Serie (zB HK610, HK650, HK6500)
Marantz 1000er Serie (zB 1070, 1072, 1090)
Yamaha AX Serie (zB AX 400, AX500)
Denon PM 300 Serie (zB PM320)
Auch hier gilt alles nur Beispiele, Aufgrund der Vielfalt und Masse an Amps. Bei Firmen die nicht gelistet sind einfach nachfragen
.
Die Quellen (pwB9FBQp):
Die Quellen also unsere Signalgeber z.b CD-Player, DVD-Player, Laptop, Pc etc. lasse ich nun mal ein wenig im Schatten stehen denn dort ist die Vielfalt noch größer als bei den Verstärkern, als Tipp kann man aber sagen: Bleibt einfach in der selben Serie wie der AMP oder zumindest bei dem Hersteller. Um ersteinmal Geld zu Sparen kann man auch bei entsprechender Hardware den oft vorhandenen PC nutzen. Oder man schaut auch hier nach einem guten Gebrauchten. Achtet aber darauf das der Player eure gewünschten Formate wiedergeben kann.
Die Verkabelung (ZBb5Z3ny):
Nun fängt der Voodoo* an die einen preisen ihr 1000€ Kabel als das Nonplusultra an, die anderen sagen ne Baumarktstrippe tuts auch, schließlich sei Kupfer ja Kupfer.
Ich sage nun auch noch etwas anderes für eine feine aber kleine Hifikonstellation reichen voll und ganz die normalen "Baumarkt" - Meterwaren aus. Greift man hier zu einem guten Querschnitt wie z.b 2,5mm² hat man ersteinmal ausgesorgt.
Achtet auch darauf nicht zuviel Meter zu verlegen 3-5m pro Lautsprecher machen auch die normalen Strippen gut mit. Darüber hinaus sollte man einfach mal den Kabelrechner zu Rate ziehen -> Klick.
Auf der anderen Seite sage ich aber auch das ich in einem 4-5 stelligen Preisbereich einer Hifianlage auch gern ein teures Kabel verwenden kann, ob es Klanglich etwas bringt muss jeder für sich entscheiden. Aber die Optik sowie Haptik wird eine ganz andere sein als bei "Baumarkt" - Strippen.
Gute Firmen für Haptik sowie Optik seien hier auch noch eben genannt. Wie gesagt kein muss
.
ViaBlue
Oehlbach
Sommercable
Kimber-Cable
Nordost
*Erklärung Voodoo: Als Voodoo wird in der Hifisprache all Jenes bezeichnet was nicht merklich eine Verbesserung der Akustik oder des Sounds an sich vornimmt. Z.b teure Kabel (Kabelklang), Netzleisten etc.
Immer dran denken, Hifi ist meistens eine Gefühlsentscheidung also so oft es geht Probehören das ist das Nonplusultra. Denn jedes Ohr ist verschieden und nimmt versch. Zusammenstellungen anders wahr.
Beispiel Anlagen (huLKoAD7):
Einsteiger (ab 500-600€):
VV -> Yamaha AX-397
CDP -> Yamaha CDX-397 MK2
LS -> Mission M31i
Mittelklasse (ab 1000€):
VV -> NAD C326 BEE
CDP -> NAD C545 BEE
LS -> Wharfedale Diamond 9.5
Das gleiche System im Mittelklassebereich gibts auch jeweils noch mit dem NAD C325 BEE als Verstärker und dem NAD C542 BEE als CD-Player. NAD hat vor einigen Monaten die neue Linie eingeführt daher gibts die Vorgänger günstiger, jedoch sind Technisch keine/kaum Veränderungen gemacht worden, lediglich das Gehäuse hat ein wenig Feinschliff bekommen.
Oberklasse (ab 1500€):
VV -> NAD C375 BEE
CDP -> NAD C565 BEE
LS -> Dynaudio Focus 110
Auch hier gilt wieder, alles nur Beispiele zum Anregen. Und nein ich arbeite nicht bei der Firma NAD
. Wenn ihr weitere vorschläge für Euer Budget wollt immer her mit den Fragen.
Der Händler (Gq4z7BeS):
Fast alle großen Hifihersteller bieten auf ihren Internetseiten eine Suche für Händler in der Umgebung an -> bitte nutzt diese. Ich weiß einige treibt es nun in den Mediamarkt, Saturn, Expert was auch immer. So leid es mir tut dort werdet Ihr nie die passende Beratung bekommen die euch ein Hifi-Händler bieten kann. Ist ja auch klar, der Hifimann besucht Präsentationen, Messen und vieles mehr der Hersteller und sammelt somit sein Wissen an. Das alles kann der Verkäufer leider nicht tun.
Daher, gibt es die Möglichkeit lieber zum kleinen Händler vor Ort. Etwas positives hat es auch, man kann eine Menge sparen wenn man gleich die komplette Hifianlage vor Ort kauft, manchmal gibt es dann sogar einen Satz hochwertiger Kabel oben drauf
. Nur Mut.
Das Probehören (ttT4sl1W):
Macht es vor jedem Kauf! Nachdem wir nun alle anderen Bereiche erarbeitet haben, sind wir bereit fürs Probehören.
Schnappt euch eure lieblings CD, DVD, LP was auch immer und ab damit zum nächsten Hifimenschen. Probehören ist Pflicht vor einem Kauf, denn auch Einsteigeranlagen kosten Geld und das nicht immer gerade wenig, somit ist es besser sich seine Zusammenstellung wenn möglich vorher anzuhören.
Wenn ihr einen guten Händler erwischt könnt ihr sogar umsonst oder gegen eine geringe Kaution eure Lautsprecher, Verstärker und so weiter mit nach Hause nehmen, um diese in einer 1 zu 1 Situation zu testen. Denn merke: Jedes/r Zimmer/Raum ist unterschiedlich von der Akustik, somit ist ein Probehören im perfekten Audioraum beim Händler zwar auch nicht schlecht dennoch ist es einfach besser zu Hause unter realen Bedingungen.
Und ihr seht auch schonmal wie die Anlage bei euch aufgebaut ausehen würde.
Die Monitor-/PC Abteilung (Hzu463Ti):
Hier gibt es kurze und knackige Empfehlungen rund um den Studio- und PC-Bereich. Selbstverständlich kann man auch aus den oben genannten Produkten sich eine Kombination für den Rechner zusammenstellen, alles kein Problem. Möchte man jedoch keinen extra Verstärker kaufen (der ja nun auch wieder Geld kostet) sollte man zu den hier genannten aktiven Monitoren greifen.
Auch hier wieder Preislich aufsteigend sortiert.
SAMSON MEDIA ONE 3A
SAMSON MEDIA ONE 4A
EDIROL MA-7A
Behringer MS40
YAMAHA HS50M
EDIROL MA-15D
FOSTEX PM-04
GENELEC 6010A
FOSTEX PM-05 MKII
TANNOY REVEAL AKTIV 5A
DYNAUDIO BM5A
ADAM S2.5 A AKTIV
GENELEC 8250 A
Und ihr seht richtig, keine Subwoofer. Glaubt mir die haben alle genug Bumms und geben einen Musik
titel ungeschönt wieder.
Preisleistungstipp: Behringer MS40 ca. 119€
Lesenswerte Internetseiten und Artikel (AQgGj8Cf):
http://www.amplifier.cd/ (Die Tutorials sind einen Blick wert)
Was ist RMS etc.?
Wie geht das mit den 4 und 8 Ohm?
Schlusswort (bH7k2LNZ):
So das soll es nun ersteinmal Grob gewesen sein von mir. Ich werde mich bemühen hier noch einiges weiter einzufügen und zu ergänzen.
Ich habe noch so einiges Vor und auf Lager, aber für heute sind meine Finger dann doch etwas müde
.
@Teddy: Ich hab das nun in Audio erstellt weil sich hier meistens die Anfragen nach Stereoanlagen befinden. Television und Heimkino sammt Unterforen war dann doch zuviel 5.1
.
Grüße
corsabGeändert von corsab (16. 06. 2010 um 13:17 Uhr)
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10. 01. 2009, 02:32 #2
Meine erste Surround-Anlage - Ein kleiner Leitfaden
Dann will ich diesen Post mal um einen Leitfaden für Surround-Sound erweitern um mich nicht andauernd wiederholen zu müssen, sondern auf diesen Thread verweisen zu können. Hierbei werde ich auch auf einzelne Themen, die im Bereich des Surround-Sounds eine gewisse Rolle spielen, eingehen. Bei entsprechender Lust werde ich hier noch einige zusätzliche detailliertere Anmerkungen + weitere Empfehlungen zusätzlich reineditieren. Ich weiß - es ist viel Text geworden - aber bei einer solchen Investition sollte man schon die Zeit aufbringen, sich mit der Thematik etwas näher zu beschäftigen.
Inhalt
- 5.1 - wofür?
- 5.1 - wie sinnvoll ist das in meinem Fall überhaupt?
- Das leidige Thema: Brüllwürfel
- Konkrete Empfehlungen in diversen Preisklassen
- ~300€
- ~600€
- ~1000€
- >1000€
- Was gibt es bei meinem Raum zu beachten?
- WATT brauche ich?
- THX - sinnvoll oder Geldmacherei?
- Die HD-Soundformate
- 7.1 - die Königsklasse
1.) 5.1 - wofür?
Die erste und grundsätzliche Frage lautet hier natürlich: inwieweit brauche ich überhaupt ein 5.1-System.
Hierzu kann man die Sache mit dem Ton erst einmal in folgende 2 Kategorien einteilen:
- Spiele und Film
- Musik
Spiele stellt hier üblicherweise die geringsten Ansprüche an den Klang - 5.1 ist hier groß im Kommen und durchaus eine sinnvolle Wahl.
Für Filme sind 5.1-Systeme natürlich optimal - da hier bei entsprechender Tonspur der Raumklang voll und ganz zur Geltung kommt.
Nun kommen wir zur Musik - und hier ist von einem 5.1 System klar abzuraten. Für das Geld, das man in ein 5.1 System steckt bekommt man immer eine klanglich DEUTLICH bessere Stereolösung, die für Musik deutlich empfehlenswerter ist.
Nun natürlich die schwierige Frage, was tun, wenn man nun Filme/Spiele UND Musik mit seiner neuen Anlage hören will? Hier muss man ganz klar abwägen: höre ich mehr Musik und wie hoch sind hier meine Ansprüche - oder schaue ich lieber Filme bzw. spiele lieber Spiele. Beide Kategorien sind jedenfalls nur mit bestimmten Kompromissen unter einen Hut zu bringen - wobei Spiele & Filme auf einem Stereosystem keineswegs schlecht klingen und man hier allzugroße Einbußen hinnehmen müsste. Umgekehrt sind die Einbußen schon größer, da bei Musik die zwangsweise schlechteren Lautsprecher in einem 5.1-System (bei festgegebenem Budget) klanglich deutlich hörbar in einer schlechteren Liga spielen.
2.) 5.1 - wie sinnvoll ist das in meinem Fall überhaupt?
Nachdem ihr euch nach 1.) zu einem 5.1 System entschieden habt - nun eine weitere grundsätzliche Frage: ist 5.1 in meinem Fall überhaupt sinnvoll?
Hierzu wäre anzumerken, dass es aktuell zu einem wahren 5.1-Wahn gekommen ist und sich jeder einbildet nun ein billiges Surround-Set für ein paar Euro unbedingt sofort brauchen zu müssen.
Sicher 5.1 ist eine tolle Sache - aber eben nicht in jedem Fall.
Als allererstes sollte man sich einmal ehrlich fragen: was erwarte ich eigentlich von meinem 5.1 Set? Die Antwort ist eigentlich klar: ich will - was den Ton angeht - mittendrin statt nur dabei sein! Sound von allen Seiten - Raumklang pur.
Und nun die Frage: kann ich das überhaupt so realisieren, was ich mir da so vorstelle? Und hier kommt oft eine klare Ernüchterung, da die Antwort nunmal oft "nein" lautet.
Denn was muss hierbei beachtet werden:
- Erstens müssen natürlich die Lautsprecher eine gewisse Qualität haben, um überhaupt den notwendigen Frequenzbereich vernünftig wiedergeben zu können
- Zweitens muss bei der Aufstellung der Lautsprecher eine recht große Flexibilität vorhanden sein um überhaupt den gewünschten Raumklang erreichen zu können. Insbesondere, wenn man keinen seperaten Heimkino-Raum hat ist man in Sachen Aufstellung oft stark beschränkt.
- Drittens müssen die klanglichen Eigenschaften des Raumes, in dem das 5.1 Set aufgebaut wird, auch passen.
Punkt Eins erfordert einfach nur ein gewisses Budget. Aber spätestens bei Punkt zwei wird es oft schon kritisch, da sich gewisse Möbelstücke einfach nicht so ohne weiteres verstellen lassen oder der WAF* anfängt eine größere Rolle zu spielen.
Und hier wird dann oft der große Fehler gemacht, dass man dann trotzdem zu einem 5.1 Set greift (das hat man sich schließlich in den Kopf gesetzt) und das dann wild im Raum aufstellt, wie es eben gerade passt.
Das bringt allerdings einige, größere Nachteile mit sich:- der erhoffte Raumklang entsteht einfach nicht
- und da man ja möglichst wenig Geld dafür ausgeben will hat man das wenige Geld nun in 6 Lautsprecher gesteckt - anstatt es deutlich sinnvoller in 2 hochwertigere Lautsprecher zu stecken.
FAZIT: Seid ehrlich zu euch und macht euch vorher Gedanken, ob es wirklich 5.1 sein muss. Wenn Punkt 2 oder 3 einfach nicht gegeben ist erhaltet Ihr eh keinen vernünftigen Raumklang (also das weswegen Ihr eigentlich zu 5.1 greifen wollt). Und für das gleiche Geld erhaltet Ihr ein WESENTLICH besseres Stereosystem auf dem Spiele und Filme ebenfalls sehr gut rüberkommen - in dem Fall DEUTLICH besser als auf einem 5.1-System.
*WAF = Woman Acceptance Factor - inwieweit also die bessere Hälfte bei den Träumen vom Raumklang mitspielt. Wenn die Standbox nur in der Ecke hinter der Zimmerpflanze stehen darf muss man seine geplante Konfiguration vielleicht nochmal überdenken.
3.) Brüllwürfel
Kommen wir nun zu einem recht leidigem Thema: die Brüllwürfel. Die Frage, was eigentlich genau Brüllwürfel sind, ist recht leicht zu beantworten: Systeme, die aus einem Subwoofer sowie Satellitenlautsprechern bestehen. Die Satelliten sind hierbei mit Membranen <100 mm ausgestattet und haben aufgrund ihrer kompakten Abmessungen kaum Volumen - was beides für den Klang nicht gerade optimal ist. Inzwischen werden diese Systeme von einer ganzen Reihe Hersteller (Teufel (Concept-Reihe), Logitech, Canton (Movie-Reihe), uvm.) zu äußerst attraktiven Preisen angeboten. Auch können diese Sets durch den äußerst geringen Platzbedarf der Satelliten überzeugen und sorgen so unter Anderem auch für einen sehr hohen WAF* (s.o.). Das waren dann aber auch schon so ziemlich alle Vorteile dieser Sets - als Nachteil muss ich eigentlich bloß einen nennen: den unterirdischen Klang dieser Systeme!
Und deshalb würde ich von solchen Billigsets klar die Finger lassen!
Wie man mit kleinem Budget trotzdem ein klanglich akzeptables System zusammenstellen kann, kann man unter 4.) lesen.
Ich werde nun wieder Bezug auf 1.) nehmen. Wenn der Schwerpunkt des Sets klar bei Spielen liegt, ist so ein Set zugegebenermaßen durchaus vertretbar. Wie ich schon geschrieben habe - die klanglichen Ansprüche sind hier nicht so hoch, deshalb muss man nicht unbedingt viel Geld in eine hochwertige Anlage stecken, wenn man die Klangqualität eh nicht nutzt.
Bei Filmen muss man schon abwägen - der Filmton solcher Sets ist gerade noch akzeptabel. Wenn hier die Ansprüche nicht so groß sind - dann kann man auch hier zu einem solchen Set greifen. Wobei ganz klar anzumerken wäre - mit "vollwertigen" Lautsprechern macht ein Film ein ganzes Stück mehr Spaß!
Aber spätestens wenn darüber auch Musik gehört werden soll: FINGER WEG VON BRÜLLWÜRFELN! Die klanglichen Schwächen dieser Systeme kommen hier voll zur Geltung. Insbesondere wenn man ein solches Set mit "vernünftigen" Lautsprechern direkt vergleicht, wird man die RIESIGEN klanglichen Unterschiede hören.
Lest euch insbesondere 1.) noch einmal genau durch und greift lieber zu einem Stereosystem, wenn ihr darüber auch Musik hören wollt (und wenn nur 10% der Zeit über das Set Musik läuft).
FAZIT: Tut euch den Gefallen und greift zu vernünftigen Lautsprechern.
4.) Konkrete Empfehlungen
a) Preisklasse um 300€
Es sollte klar sein, dass man für dieses Geld keine komplette 5.1 Anlage in halbwegs vernünftiger Qualität bekommt. Insbesondere hier macht es Sinn zu gebrauchten Komponenten zu greifen. Beim Verstärker bzw. Receiver (=Verstärker mit integriertem Radiotuner) sollte man auf Dolby Digital und DTS-Decoder achten und zu einem Markengerät (Yamaha, Onkyo, Kenwood, Technics, Denon, Harman-Kardon) greifen. Wenn man nach etwas Suche ein Gerät für ~100€ gefunden hat - hat man folglich noch 200€ für Lautsprecher über. Das ist durchaus genug für eine kleine 2.0 Konfiguration, mit der man eben auskommen muss bis man dann auf 5.0 und schließlich 5.1 aufrüsten kann.
Um es an dieser Stelle noch mal deutlich zum Ausdruck zu bringen:- Bei vernünftigen Lautsprechern (wie z.B. die, die ich hier empfehle) ist ein fehlender Subwoofer KEIN Weltuntergang!
- Filme anzusehen ist auch auf einem "vernünftigen" 2.0 System ein wahrer Genuss!
- Langfristig besteht bei den Empfehlungen die Möglichkeit auf 5.1 Aufzurüsten
- Eure Lautsprecher behaltet ihr üblicherweise auch locker >10 Jahre - hier zu sparen ist definitiv am falschen Ende gespart!
Um nun eine konkrete Empfehlung (für Neuware) zu geben:
1. Schritt:
- Kenwood KRF-V5300 (~175€)
- 2x Canton LE 130 (~160€/Paar)
2. Schritt (wenn wieder Geld da ist):
- 2x Canton LE 120 (~150€/Paar)
- Canton LE 150 CM (~140€/Stück)
3. Schritt (bei weiterem Geldeingang):
- Canton AS 40 SC (~300€/Stück)
b) Preisklasse um 600€
Hier sollte man sich fragen: wieviel braucht man JETZT und was hat noch etwas Zeit. Für 5.1 reicht es noch nicht ganz - aber man hat die Wahl zwischen einer 5.0 und einer (hochwertigeren) 2.0 Konfiguration. Konkrete Empfehlungen wären hier:
Receiver: günstiger Einstiegsreceiver wie z.B.
Kenwood KRF-V5300
Yamaha RX-V363
etc.
Lautsprecher:
5.0: siehe a) Schritt 1+2
2.0: hier ist die Auswahl natürlich riesig:
Wenn es fürs Erste günstiger sein soll (um schneller auf 5.0/5.1 aufrüsten zu können):
2x Canton GLE 403 (~200€/Paar) - sind etwas besser als die älteren LE 130
Hochwertigere Regallautsprecher wären natürlich auch denkbar (eine gute Wahl, wenn Standboxen nicht in Frage kommen):
2x Canton Chrono 502 (~390€/Paar)
Natürlich wären hier auch Standlautsprecher (entsprechende Platzverhältnisse vorausgesetzt) im Budget - um mal ein paar Beispiele zu nennen:
- Canton GLE 407
- Quadral Argentum 07.1
- KEF Q5
- Wharfedale Diamond 9.4
- etc.
Bei etwas größerem Budget evtl. auch ein 5.1-Set: das Teufel Theater 1 (~600€), was auch das kleinste "vernünftige"-Set von Teufel darstellt.
c) Preisklasse um 1000€
Hier ist schon recht viel machbar. Wie schon geschrieben ein Teufel Theater 1 oder Theater 2 wäre hier z.B. denkbar. Aber auch die komplette Konfiguration aus a) wäre denkbar - vielleicht auch etwas teurer & hochwertiger mit der GLE-Serie (403,402,405, AS85 SC).
Aber auch noch hochwertigere 5.0 Konfigurationen mit den Lautsprechern die in b) als 2.0 Konfiguration genannt wurden wären ebenso denkbar.
Was genau hier zu empfehlen wäre kommt stark auf den persönlichen Geschmack an - Probehören ist hier eigentlich Pflicht.
d) Budgets >1000€
Hier sind konkrete Empfehlungen eher kontraproduktiv. Hier hat man sehr viele Freiheiten sowohl was den Verstärker angeht als auch was die Lautsprecher angeht.
Bei Verstärkern kann man auch zu potenteren Modellen mit mehr Features wie z.B. den neuen HD-Tonformaten oder etwa gar zu seperaten Vor-Endstufen-Kombinationen greifen. Man sollte hier allerdings immer beachten: die Lautsprecher sind wichtiger - also nicht zuviel vom Budget in den Verstärker/Receiver stecken!
Bei den Lautsprechern hat man hier die Wahl ob man zu Modellen greift, die eher für den Filmgenuss geeignet sind (hier ist man bei Teufel recht gut aufgehoben - die System 5-9 Reihe sowie die Theater 8 u. 10 Sets wären hier hervorzuheben) oder ob man eher Musik mit der Anlage hören will bzw. eine Film/Musik-"Kombianlage" aufbauen will - hierfür kann man dann je nach Platzverhältnissen zu hochwertigen Regal/Standboxen greifen und sich daraus gute Sets zusammenstellen.
Probehören ist hier absolute Pflicht (am besten die "Favoriten" direkt zuhause probehören - falls möglich)!
5.) Der Raum
Was den Raum angeht, muss man natürlich die individuellen Platzverhältnisse berücksichtigen. Standlautsprecher brauchen üblicherweise einen möglichst großen Abstand zu den Wänden, was man auf jedenfall berücksichtigen sollte. Falls eine solche Aufstellung nicht in Frage kommt, den kann ich beruhigen: auch Regallautsprecher können klanglich überzeugen.
Natürlich spielt auch der individuelle Klang des Raumes eine große Rolle. Man kann hier aus besseren Anlagen noch einiges herausholen, wenn man den Raum klanglich optimiert. Natürlich ist das kein absolutes Muss - gute Komponenten klingen grundsätzlich deutlich besser als schlechte Komponenten. Aber man sollte das Thema nicht unterschätzen - es ist wirklich VIEL was sich da noch zusätzlich herausholen lässt - ist aber mit wirklich großem Aufwand verbunden (wenn man das professionell machen lassen will, kann man sich gleich auf einen recht großen Geldbetrag gefasst machen).
Was die Kalibrierung der Anlage angeht, so haben viele Receiver inzwischen Einmessautomatiken wie Audyssey integriert. Diese sind durchaus hilfreich, um die Einstellungen der Anlage auf die individuellen Gegebenheiten anzupassen. Man sollte jedoch beachten, dass immer noch eine korrekte Aufstellung der Lautsprecher Pflicht ist und diese Einmessung den Klang des Raumes natürlich nicht verbessern kann.
Ich möchte an dieser Stelle auch ein Gerücht aus dem Weg räumen, das sich im Netz recht hartnäckig hält:
Es geht bei einer Anlage "für Zuhause" in erster Linie um die Klangqualität bei steigendem Preis - und nicht um die Lautstärke. Ein Brüllwürfelsystem kann also auch in kleinen Räumen nicht überzeugen. Es ist also kompletter Schwachsinn davon auszugehen, dass sich eine "teure Anlage" in einem kleinen Raum nicht lohnen würde. Einzig die Wahrscheinlichkeit, dass man Standboxen aufstellen kann sinkt natürlich bei kleineren Räumen - aber wie schon geschrieben: es gibt auch erstklassige Regallautsprecher.
6.) Watt
Der Punkt lässt sich recht kurz abhandeln - ich habe ihn nur aufgrund des immer wieder Auftretenden "Wattwahns" dazugenommen.
Grundsätzlich reichen für normalgroße Räume 20W/Kanal VOLL UND GANZ aus um deutlich über Zimmerlautstärke hören zu können.
Zu beachten ist immer: das sind Anlagen die für "Zuhause" ausgelegt sind - für GROSSE Partys verwendet man PA-Equipment, was aber Zuhause NICHTS VERLOREN HAT!
7.) THX
Das Thema THX möchte ich hier auch noch kurz anschneiden. Grundsätzlich muss man hier gewisse Unterscheidungen treffen: da gibt es aktive (Receiver,...) und passive (Lautsprecher,...) Komponenten - und natürlich unterschiedliche THX-Siegel.
Zu den Siegeln wäre anzumerken: das THX-PC-Siegel ist pure Geldmacherei und nicht ansatzweise ernst zu nehmen. Über THX-Select + THX-Ultra können wir hingegen gerne diskutieren.
Zu den passiven Komponenten - vor allem natürlich Lautsprecher:
Die THX-Siegel stehen hier hauptsächlich für eine gewisse Mindestqualität. Allerdings ist diese eben auch bei vergleichbaren Komponenten gegeben, die das Siegel eben nicht haben. Zu beachten wäre auch, dass das Siegel Geld kostet, für das man (abgesehen vom THX-Schriftzug) nicht unbedingt einen Mehrwert erhält.
Zu den aktiven Komponenten - insbesondere Vertärker:
Hier verhält es sich eigentlich genauso wie bei den passiven Komponenten. Allerdings wäre bei Verstärkern noch zusätzlich das THX-Postprocessing anzumerken. In der Praxis wirkt dieses Feature nur leider oft klangverschlechternd, weshalb es sich hier also alles andere als um ein "Muss" handelt.
Als Fazit wäre anzumerken: Achtet beim Kauf nicht auf das THX-Siegel - wenn eurer Favorit ein solches Siegel hat: gut - wenn nicht: auch gut.
8.) Die HD-Soundformate
Zu den HD-Soundformaten (TrueHD, DTS HD): hierbei sollte man immer beachten, dass sich das Ganze nur bei hochwertigeren Anlagen wirklich lohnt. Brüllwürfel an einen doppelt so teuren Receiver zu hängen nur um diese Formate "nutzen" zu können ist kompletter Schwachsinn. Receiver mit diesen Features sollte man nur dann kaufen, wenn dafür nicht an den Lautsprechern gespart werden muss - hier einfach auf die Verhältnismäßigkeit achten.
9.) 7.1 - die Königsklasse
Kurz als Ergänzung zu 2.): 7.1 ist in vielen Fällen nochmal zusätzlich deutlich kritischer in der Aufstellung als es eh schon bei 5.1 ist. Man kann sagen, dass sich 7.1 nur dann wirklich lohnen, wenn man einen seperaten Raum fürs Heimkino hat oder man eben in dem Zimmer genug Flexibilität für die Aufstellung der Lautsprecher hat. Auch sollten die zusätzlichen Lautsprecher nicht zum Kauf einer "niedrigeren Klasse" führen nur damit man 7.1 hat.
Als kurzes Fazit: 7.1 ist förderlich für den Raumklang - aber man unterschätzt oft den finanziellen Aufwand sowie den Aufwand bei der Aufstellung.
SeppGeändert von Sepp55 (12. 01. 2009 um 03:12 Uhr)
In nomine patres et filii et spiritus sancti!
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09. 10. 2009, 12:06 #3
Re: Meine erste Hifi-Anlage - Ein kleiner Leitfaden
Ein anpinnen ist möglich, jedoch muss das erst mit den anderen Audiomods geklärt werden, nicht dass einer die "Anpinnung" wieder raushaut.

Die Diskussionen übers Hifi Forum vieleicht in einem seperaten Thread durchführen, hier passt es nicht ganz zum Sticky.
<Alanna> Saying that Java is nice because it works on all OS's is like saying that anal sex is nice because it works on all genders
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26. 07. 2010, 21:26 #4
Re: Meine erste Hifi-Anlage - Ein kleiner Leitfaden
/Thread aufgeräumt
Aufgrund des Gespames und wüsten Gepostes bleibt der Stickie geschlossen.
In Zusammenarbeit mit corsab wird der Thread weiterhin aktualisiert.
Wenn jemand weitere nützliche Infos beitragen will, dann bitte PN an mich.
Der Stickie ist aber als Leitfaden zu betrachten.
Diskussionen über verschiedene Dinge sind hier im Stickie nicht erwünscht. Dafür sind die Threads da.
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