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15. 02. 2009, 18:49 #1
Constanze Kurz: Interview Arbeitnehmerdatenschutz
Der Arbeitnehmerdatenschutz in Deutschland ist lückenhaft. In einem Interview nimmt Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Club (CCC), dazu Stellung.
Gegenüber dem ARD-Magazin tagesschau sagte Kurz, Forderungen nach einem eigenen Gesetz zum Arbeitnehmerdatenschutz, wie sie unter anderem auch in entsprechenden EU-Richtlinien vorgesehen sind, seien jahrelang ignoriert worden. "Die aktuellen Affären sind insofern nur folgerichtig. Derzeit beobachten wir folgendes: Wir sehen überzogene Maßnahmen der Unternehmer gegen die Mitarbeiter, die die Persönlichkeitsrechte überhaupt nicht beachten. Stattdessen wird offenbar ein Generalverdacht üblich - gegen viele, manchmal sogar alle Mitarbeiter. Da wird weiträumig observiert, intensiv technisch ausspioniert und insgesamt herrscht ein Klima des Misstrauens," beschreibt die CCC-Sprecherin die aktuelle Situation und betont, dieser Problematik müsse man durch geeignete Gesetze entgegenwirken.
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15. 02. 2009, 22:22 #2
Re: Constanze Kurz: Interview Arbeitnehmerdatenschutz
Die Frau spricht mir aus der Seele.
Bei dem hier war ich doch überrascht und entsetzt:
Das hatte ich bisher noch nicht. (Bisher kam lediglich ein Arbeitgeber auf die Arbeit, mich darum zu bitten, mich sterilisieren zu lassen, damit ich nicht schwanger ausfalle.)"In jüngster Zeit wenden sich auch zunehmend Menschen an uns, die bei Bewerbungen einen Gentest abliefern sollen. "
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16. 02. 2009, 17:27 #3Mitglied
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Re: Constanze Kurz: Interview Arbeitnehmerdatenschutz
-Es kann nicht sein, dass - wie bei der Telekom oder der Bahn - die Staatsanwaltschaft ermittelt, aber im Unternehmen die Verantwortung vom Einen zum Anderen geschoben wird-
Sollten irgendwann mal die Staatsanwaltschaften bereit sein den Unterzeichner oder den Ausführenden oder Irgendeinen des Spitzelauftrages vor Gericht zu stellen wird dieser entweder mit einem Geldbetrag vom Schweigen überzeugt oder (unwahrscheinlich) er stellt seine Auftraggeber bloss. (Unwahrscheinlich deshalb, weil ein Konzern die Geldstrafe aus der Portokasse zahlt!)
Und wer seinen Job behalten will oder einen besseren haben will,
nimmt das Schweigegeld.
Besser kann er seine Loyalität zur Firma nicht belegen.
Oder besser noch den Geschäftsführer vor Gericht. Entweder benennt er den Verantwortliche(n) oder er ist als "Störer" dran.
zum Nachdenken, der gute Ruf einer Firma, der gute Ruf des Geschäftsführers ist sehr viel Wert.
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16. 02. 2009, 17:31 #4Mitglied
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Re: Constanze Kurz: Interview Arbeitnehmerdatenschutz
- Bisher kam lediglich ein Arbeitgeber auf die Arbeit, mich darum zu bitten, mich sterilisieren zu lassen, damit ich nicht schwanger ausfalle. -
Gibt es den keine Schamgrenze mehr?
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16. 02. 2009, 17:40 #5
Re: Constanze Kurz: Interview Arbeitnehmerdatenschutz
Intern oder extern?
Zitat von bingegenzensur
Hab bei der Arbeit in der IT Sicherheitsindustrie schon ne Menge Sachen gesehen. Audits auf Usergewohnheiten des Surfverhaltens in der Mittagspause, Feststellung der Arbeitseffizienz anhand statistischer Auswertung von Versionen (Dokumente, Files, ... Datenbanken)... Es gibt alles. Ob es repräsentativ ist oder nicht stellt dabei lediglich noch die Fußnote dar. Mehr nicht.
Es gibt keine Grenzen mehr. Selbst die Gesetze die wir haben werden nicht beachtet, intern. Es mag sie extern geben, aber kein Arbeitnehmer wird doch darüber informiert. Wie soll er denn auf seine Rechte pochen, wenn er einen ganz anderen Kündigunggrund erfährt?
Es wäre halt schöner, wenn Leute ihre Arbeitsverträge durchläsen und Klauseln setzen könnten. Selber. Aber wer traut sich das schon mit 2 Kindern zu Hause und ner Frau...
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