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20. 03. 2009, 22:06 #1
Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy (Update)
Nachdem die letztjährige Liste von der australischen Regierung gesperrter Websites bei Wikileaks veröffentlicht wurde, kündete die Regierung Schritte gegen Wikileaks an. Nun schießen die Betreiber der bekannten Whistleblower-Seite zurück.
In einer aktuellen Presseerklärung wenden sich die Wikileaks-Verantwortlichen an den australischen Minister für Breitband, Kommunikation und die digitale Wirtschaft, Senator Steven Conroy, der auch für die australischen Internet-Sperren (von den Wikileaks-Betreibern als "Zensur" bezeichnet) verantwortlich ist. In der Erklärung drohen sie: "Gehen Sie gegen unsere Quelle vor, und wir werden gegen Sie vorgehen".
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20. 03. 2009, 23:52 #2Mitglied
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Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
Das ist ziemlich krass was da in Australien abgeht. Hätte das nie von ner mitte-links Regierung erwartet. Der Vorgänger war ja noch dicke mit Bush, dem wär sowas noch zuzutrauen gewesen. Aber was die da momentan bringen ist echt ungeheuerlich.
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21. 03. 2009, 00:17 #3
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
Naja, guck dir England an. Da sind die Tories momentan vernünftiger als Labour. Den Schluss "Konservativ -> die härtesten Überwacher und Zensoren" kann man anscheinend nicht so ohne weiteres ziehen.
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21. 03. 2009, 01:31 #4Mitglied
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Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
Ein Auslieferungs Antrag wäre zu geil!
Anval
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21. 03. 2009, 03:30 #5Mitglied
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Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
dürfte interessant werden hehe jedoch genießen politiker eine gewisse imunität. ich bezweifle das die australiische regierung diese deshalb aufheben würde. dies ist für gewöhnlich nur bei schwereren verbrechen möglich. hier wäre es aber interessant was internationales recht sagt.
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21. 03. 2009, 08:56 #6
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
Lol wie kann man so einen Aufstand wegen ner Liste mit gesperrten URLs machen... Is doch schon lang bekannt dass Australien zensiert, da kommt es nicht drauf an welche Seiten genau. Schon eine gesperrte Seite is zu viel
Dann sollens ihnen doch die Echte geben
Zitat von Spiegel online
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21. 03. 2009, 09:12 #7Mitglied
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Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
Auch wenn diese Sachen in Schweden entgegen genommen wurden, vielleicht sehen das die Australier ja anders, nämlich dass das Material in Australien abgegeben wurde und das unter das dortige Gesetz fällt.
Als Erinnerung: Es ist darüber (auch in de!) möglich, eine Person für das, was sie im Ausland gemacht hat, zu bestrafen. Ob das auch dort oder nur nach deutschem Recht strafbar sein musste, weiss ich gerade nicht.
Darüber hinaus sollte jeder, der entsprechend brisantes Material abzugeben hat, von einem Anonymisierungsdienst Gebrauch machen.
Aber Wikileaks hat nicht die echte Liste? Warum dann so ein Aufwand? Dann handelt es sich ja entweder um noch nicht bekannte Seiten, dass sollten sie denen dankbar sein. Oder es sind keine KiPo-Seiten, dann brauchen die auch nicht so einen Stress schieben.
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21. 03. 2009, 19:55 #8
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
Im übrigen ist wikileaks seit Freitag/20.03.2009 23.00 Uhr nicht mehr erreichbar, der Ansturm der Australier auf die Filterliste hat zum Zusammenbruch des entsprechenden Wiki-Servers geführt.
Zuerst hat man noch eine Hinweisseite zu sehen bekommen, inzwischen ist auch diese nicht mehr erreichbar...
Cool...
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21. 03. 2009, 20:44 #9
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
Haben die nicht ohnehin Geldprobleme? Ich meine, da hätte es auch Spendenaufrufe für bessere Hardware gegeben und so...
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21. 03. 2009, 22:36 #10
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
So was von frech aber auch...
Zitat von Annika_Kremer
Die beste Hardware nutzt doch nix wenn zig tausend User zur selben Zeit eine Seite belagern...nur weil sie wissen wollen was die Regierung blockt.
Verständlich ist das schon... ich meine, man kann doch solche Listen transparent machen, den Leuten zeigen: eh wir haben tatsächlich nur KIPO im Fadenkreuz...
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21. 03. 2009, 23:54 #11
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
naja, andererseits spart man durch so eine liste eben jenen mit "gewissen neigungen" google-arbeit

ich denke, das interesse an der liste in der breiten masse wird zum allerkleinsten teil "journalistischer" natur sein..
man muss sich also tatsächlich darüber im klaren sein, dass so eine liste zur verbreitung des materials beiträgt (wenn auch nicht unbedingt unmittelbar)..
dann heißt es also abwägen, denn die freiheit des wortes erkauft man sich indem man es den "konsumenten" solchen materials etwas einfacher macht..
natürlich ist das letztenendes alles affentheater - wenn man was dagegen tun will, dann muss man gegen die betreiber der entsprechenden seiten vorgehen und nicht den kopf in den sand stecken..
trotzdem ist die haltung zumindest nachvollziehbar (auch wenn man anderer meinung ist) - oder gibts hier im gulli eine öffentlich zugängliche blacklist aller gesperrten wörter (domains etc.)?
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22. 03. 2009, 14:48 #12
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
@Novgorod
Nein ,die Masse hat aber ein Recht darauf zu erfahren, welche Webseiten in dieser Liste enthalten sind... tatsächlich nur die genannten oder doch auch legale Seiten...zumindest bei der australischen Liste hat es ja die Webpresänz eines Zahnarztes mit erwischt und zwar nur, weil er mit kostengünsiger Behandlung für Kinder geworben hat.ich denke, das interesse an der liste in der breiten masse wird zum allerkleinsten teil "journalistischer" natur sein..
Das Risiko, mit der Veröffentlichung dieser Liste gewisse Seiten bekannter zu machen, muß man eingehen wenn man in der Sache selber glaubwürdig bleiben will.
Nun, die meisten Server-Betreiber reagieren sehr schnell wenn man sie darüber informiert...genau da muß also angesetzt werden und nirgendwo anders.wenn man was dagegen tun will, dann muss man gegen die betreiber der entsprechenden seiten vorgehen und nicht den kopf in den sand stecken..
Zitat:
Im Ergebnis waren 16 Internetdomains, die sich auf der dänischen Sperrliste befanden Geschichte, einige sogar dauerhaft. Bei 4 Domains teilten die Provider mit, es handele sich nicht um illegales Material oder der Seitenbetreiber hätte sogenannte "record keeping documents" vorgelegt, aus denen das (volljährige) Alter der Darsteller hervorgeht.
Quelle:
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22. 03. 2009, 15:44 #13Mitglied
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Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
Und man seine Seite hackte, falls ich mich nicht irre und ihm auf diese Weise ein paar unschöne Bilder unterjubelte.
Zitat von soricsoon
Zum Thema "record keeping documents": Da wäre ich ein ganz klein wenig vorsichtig, immerhin können da zwei Länder unterschiedlicher Meinung zum Thema Anscheinspornografie sein.
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22. 03. 2009, 19:07 #14
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy
keine frage, daher halte ich die aktion ja auch für schwachsinnig und hab auch gesagt, dass das problem mit URL-sperren nicht zu lösen ist..
Zitat von soricsoon
nur sollte man auch ein wenig "verhältnismäßig" denken - für die breite masse ist das "recht" sich zu informieren irrelevant.. internet-aktivisten bilden einen verschwindend kleinen anteil
.. wenn die stamm-seite nicht mehr geht, dann ist sie halt gesperrt - was bringt es dem gewöhnlichen kinderporno-gucker, das vorher zu wissen?
die liste wird dann genutzt um ersatz zu suchen..
natürlich hätte man jetzt nicht die blamage, wenn man von anfang an gegen die seitenbetreiber und nicht gegen ihre URLs vorgehen würde.. ohne sperrungen keine sperrliste und keine zusätzliche verbreitung von dem zeug..
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22. 03. 2009, 19:53 #15user124deaktiviertes Benutzerkonto
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy (Update)
ganz einfach: es wird behauptet werden das wikileaks nicht unter "presse" sonern "hobbyprojekt" fällt...nach dem das Recht auf Anonymität von Personen, die sich vertraulich an die Presse wenden..
ist doch gängige art dinge einfach an-den-haaren-herbeigezogen unzudefinieren bis sie so dastehen wie man will.
schönes beispiel: unsere bundeswhr sagte "wir führen krieg in afghanistan", die regierung sagt "nein, es ist eine friedensmission" - und nur damit die erste bundeskanzlerin nicht das oberkommando über die armee übernehmen muss und als erste frau in deutschland in die geschichte eingeht die uns nach 45 in den ersten krieg regiert.
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22. 03. 2009, 20:29 #16
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy (Update)
@Novgorod
Das stimmt leider, die Masse der Nutzer macht sich darum keine Gedanken.für die breite masse ist das "recht" sich zu informieren irrelevant..
Die Masse interessiert leider auch nicht was mit Zensur -ganz allgemein- für Mißbrauch getrieben werden kann und wird...wenn man dagegen nicht vorgeht.
Gegen die Seitenbetreiber kann man hier im Land vorgehen...nicht aber weltweit. Eine Möglichkeit wie man -wie jeder- das weltweit machen könnte, habe ich mit dem Link aufgezeigt.wenn man von anfang an gegen die seitenbetreiber und nicht gegen ihre URLs vorgehen würde
Diese Möglichkeit ist auch der Regierung bekannt und trotzdem wurde nichts unternommen...warum.?
Stattdessen immer wieder der Ruf nach Zensur von Webseiten durch den Staat...
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22. 03. 2009, 23:16 #17Mitglied
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Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy (Update)
Vielleicht ist dieser Overload auch bewusst herbeigeführt, um so eine Zensur zu erreichen? Wenn wir die Seite schon nicht sperren können, sorgen wir wenigstens dafür, dass sie nicht mehr antwortet.
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22. 03. 2009, 23:31 #18
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy (Update)
@Bewa: Glaub ich nicht. Das ist sowas wie der heise/Slashdot-Effekt, nichts weiter, kennt man doch. Da muss man nicht gleich eine Verschwörung vermuten, vor allem, wie sollten die das machen? Ein Botnet mieten? Das ist doch etwas weit hergeholt. Außerdem sind die Dokumente doch eh schon x-fach gemirrored mittlerweile.
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23. 03. 2009, 10:57 #19Mitglied
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Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy (Update)
Wow, super, ihr Rechteverfechter!
Die breite Masse hat das Recht, eine Liste mit KiPo-Seiten zu sehen? Tickt ihr noch sauber?
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23. 03. 2009, 12:35 #20
Re: Netzzensur: Wikileaks gegen Conroy (Update)
Du bist ein klares Opfer des Polit-Populismus. Hättest du dir die Mühe gemacht die Liste anzusehen, hättest du gemerkt dass die meisten der gesperrten Seiten absolut harmlos sind. Da stellt sich natürlich nun die Frage wer hier noch sauber tickt.
Denk doch mal ein wenig darüber nach. Ich habe die Hoffnung in Intelligenzallergiker wie dich zwar schon lange aufgegeben; vielleicht kannst du mich aber auch eines Besseren belehren. Zu hoffen wäre es ja...
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