-
30. 06. 2009, 16:43 #1
GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Kleine Konzertveranstalter beklagen, von der GEMA massiv ausgebeutet zu werden.
Im Interview mit Zeit Online kritisiert Monika Bestle die Praxis der GEMA bei der Einnahme von Konzertgebühren. Bestle ist Leiterin der Sonthofer Kulturwerkstatt, die unter anderem Theater, Konzerte und Kinderveranstaltungen organisiert. Sie ist außerdem Initiatorin einer ePetition an den Bundestag, in der sie eine Reform der GEMA fordert (gulli:news berichtete). Insbesondere die Gebühren für Kleinveranstalter und die Tantiemenberechnung sollen reformiert werden. Außerdem fordert sie mehr Transparenz in der Verwertungsgesellschaft. Bestle fühlt sich als Konzertveranstalterin von der GEMA abgezockt. Für ein Konzert in ihrem Konzertsaal, der für etwa 100 Leute Platz bietet, zahlt sie nach eigenen Angaben etwa 100 Euro pro Aufführung, egal, wie viele Besucher tatsächlich kommen.
weiterlesen
-
30. 06. 2009, 17:03 #2
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch runiniert"
Veranstalter werden "systematisch runiniert"
eher ruiniert.Ein Fortschritt ist nur möglich, wenn man intelligent gegen die Regeln verstößt.
-
30. 06. 2009, 18:02 #3______
- Registriert seit
- Nov 2006
- Beiträge
- 355
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch runiniert"
Am besten alle, die erkannt haben wie unvorteilhaft die GEMA für diese Branche ist, austreten aus dem Verein und in einem neuen gerechten Verein zusammenfinden.
Und wenn es nicht mal die Hälfte aller GEMA-Mitglieder tun würden, denke ich, wird es sich sehr schnell auszahlen. Faires Entgelt an die richtigen Adressen, vor allem den Künstlern !
Man müßte nur aufpassen, die Geldgeier fern zu halten. Die würden sich bestimmt rasch zur Kasse vordrängeln und an ein paar Rädchen drehen wollen.
-
30. 06. 2009, 18:43 #4Mitglied
- Registriert seit
- Apr 2008
- Beiträge
- 304
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch runiniert"
Vielen Dank für den Hinweis, ich hab es gleich korrigiert!
Zitat von z0xy
-
30. 06. 2009, 19:10 #5
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch runiniert"
Iirc kann man da nicht einfach austreten. Aber das lasst Ihr Euch am besten nochmal von jemandem bestätigen.
Zitat von H1N1
-
30. 06. 2009, 19:41 #6
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
ich als schweizer kenne die gema jetzt nicht so genau (naja, bei uns gibts die suisa, die will jetzt sogar auf handys gebühren erheben...), aber, was genau treibt die firma eigentlich? und wohin geht das geld? ist das zumindest einigermassen transparent?
also so wie ichs verstanden hab, treiben die geld ein, das dann an die künstler fliesst (fliessen soll). wenn bei mir nun also n künstler auftritt, muss ich trotzdem die kohle an die gema zahlen, obwohl ichs dem künstler auch bar auf die hand geben könnte?
sehe irgendwie nicht ein, weshalb andere künstler geld bekommen sollen, wenn dieser eine künstler auftritt (künstler, künstler, künstler, eigentlich könnt ich mir mal n synonym einfallen lassen...).
ich zahle auch, wenn der entsprechende künslter nicht mitglied ist bei der gema, also wenn ich z.b. so n cc-musiker hinstelle?
ist bei euch auch die gema der verein, der die kohle auf cd-rs, dvd-rs, kassetten, schallplatten, meinen träumen und allem anderen, auf oder in dem irgendwie, unter irgendwelchen umständen musik gehört werden könnte?
ps: ja ich bin zu faul um auf gema.de zu surfen...
greets musicjunkiesoso...
-
30. 06. 2009, 20:01 #7Mitglied
- Registriert seit
- Apr 2008
- Beiträge
- 304
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Zitat von musicjunkie
Die GEMA zieht Gebühren ein, aus verschiedenen Quellen - Konzerte z.B., öffentliche Musikaufführungen (wenn du dein Radio an einen Lautsprecher anschließt und die Straße beschallst z.B.). Radiosender zahlen an die GEMA. Die GEMA nimmt Pauschalbeträge auf Datenträger (z.B. CD-Rohlinge oder USB-Sticks) ein, außerdem auf Brenner und Computer, die brennen können. Also ein wilder Mix.
Die Einnahmen werden dann nach einem komplizierten, intransparenten Verteilerschlüssel ausgeschüttet (ich glaub einmal im Jahr). Einen Teil behält die GEMA allerdings auch für sich.
Das ist, grob zusammengefasst, das, was die GEMA macht.
-
30. 06. 2009, 21:31 #8______
- Registriert seit
- Nov 2006
- Beiträge
- 355
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch runiniert"
Ich habe jetzt mal nachgesehen:
Zitat von Laird_Dave
Alder Schwede ... was für´n Knebel !...
dass sämtliche dem Berechtigten gegenwärtig zustehenden und alle zukünftig entstehenden Rechte mit der Maßgabe übertragen werden, dass die Übertragung auf mindestens sechs Jahre erfolgt und sich die Übertragung jeweils um den gleichen Zeitraum verlängert, falls der Berechtigungsvertrag nicht ein Jahr vor Ablauf gekündigt wird; der Berechtigungsvertrag kann für Onlinenutzungen kürzere Kündigungsfristen vorsehen.
Und überhaupt, deren ganze Satzung liest sich wie ein Leitfaden für Sektenführung. Was man da alles nicht darf und nicht kann !
Für EU-Mitglieder sind es 3 Jahre und 6 Monate Kündigungsfrist.Geändert von H1N1 (30. 06. 2009 um 21:48 Uhr)
-
30. 06. 2009, 22:34 #9ist noch nicht bereit...
- Registriert seit
- Sep 2007
- Beiträge
- 357
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Das kann ich nur bestätigen. Ich arbeite ehrenamtlich in einem selbstverwalteten Jugendzentrum. Wir veranstalten c.a. 1-2 mal im Monat ein kleineres Konzert. wenn wir die GEMA nicht bescheißen würden könnten wir keine Konzere mehr Veranstalten, da wir immer draufzahlen müssten.
mfg DerAnfang
-
01. 07. 2009, 02:06 #10
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Ich kann die Abzocke ebenfalls aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich habe früher Jam-Sessions veranstaltet. Dann kam die Gema wegen meiner Webseite an die Termine und ich bekam nachträgliche Rechnungen für diese Veranstaltungen. Auf den Einwand, das bei Jam-Sessions klassischerweise gejammt wird, also jeder der Musiker improvisiert und nicht urheberrechtlich geschütztes Material darbietet, erhielt ich den Einwand der sogenannten GEMA-VERMUTUNG. Dies heisst, dass die GEMA bei einer Veranstaltung grundsätzlich erst mal davon ausgeht, dass urheberrechtlich geschütztes Material tangiert wird und somit automatisch eine Zahlungspflicht für die gesamte Veranstaltung besteht. Die Beweispflicht des Gegenteils liegt beim Veranstalter.
mfg
tommy"Um den Krieg zu überleben musst du selbst zum Krieg werden "
(John Rambo in Rambo II)
-
01. 07. 2009, 06:50 #11
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Man könnte die GEMA-Gebühren auch auf den Eintritt umlegen wie andere es auch machen. Wie wär es mit etwas mehr Ehrlichkeit?
Zitat von DerAnfang
Stimmt! Wenn nur GEMA-freie Stücke aufgeführt werden, dann ist dieser Gegenbeweis doch ganz einfach zu erbringen. Man muss nur die Liste dieser Stück der GEMA vorlegen.
Zitat von tommy0201
-
01. 07. 2009, 07:13 #12Mitglied
- Registriert seit
- Dec 2007
- Beiträge
- 59
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Dann kommt aber keiner mehr wenn die Tickets zu teuer werden...
Zitat von Gravenreuth
-
01. 07. 2009, 07:25 #13
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Zitat von Gravenreuth
was ja bei jam sessions z.b. auch wundervoll möglich ist. ein künstler bereitet sich wochen vorher vor, was er improvisieren möchte
Zitat von tommy0201

wenn die gema so knebelverträge erhebt, dann sollte man zumindest jetzt schon kündigen. auch wenn man dann im schlimmsten fall noch ein halbes jahrzehnt in dem verein ist. aber selbst wenn jetzt tausende kündigungen eingehen, wird sich wahrscheinlich nix großartig in deren denken ändern.
irgendwie hab ich das gefühl, dass deutschland mehr als firmengetarnte mafiaclans hat, als italien, russland und japan zusammen.
-
01. 07. 2009, 09:13 #14
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Gravenreuth spricht von Ehrlichkeit? Wie denn das? Wurde der Herr Gravenreuth nicht wegen Betrugsdelikten verurteilt???
Zitat von Gravenreuth
Improvisation heißt dass eine Liste der Stücke absolut nichtssagend ist. Wenn auf der Liste "Das Liebesleben einer Ameise aus der Sicht eines Landstreichers" vorkommt, fühlen sich die bei Gema verarscht.
Zitat von Gravenreuth
Die GEMA-Vermutung gehört weg, ich vermute mal dass GEMA aus Wegelagerern alter Schule besteht, das ist MEINE GEMA-Vermutung.Bedienungsanleitung: Achtung, bei meinen Beiträgen ist es Voraussetzung den Anfängerkurs für Sinnerfassendes Lesen zumindest befriedigend abgeschlossen zu haben. Sollte das nicht der Fall sein, ist es zumindest notwendig die Höheren Gehirnfunktionen ein- und Emotionen Auszuschalten. Nur so steht dem Lesevergnügen nichts im Wege.
-
01. 07. 2009, 10:00 #15
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Sind eure gebuchten Bands denn alle Gema-Mitglied, oder spielen die nur Cover-Versionen? Die anschließende Nachparty kann man ja auch mit Gema-freier Musik über die Runden bringen.
Zitat von DerAnfang
@Gravenreuth:
Du und Ehrlichkeit. Deine Betrugsdelikte sind hinlänglich bekannt. Geh sterben!
@Jam-Sessions:
In die Liste würde ich nur folgendes Eintragen:
Folgende Modi der Dur-Skala wurden während der Improvisation verwendet:
-Ionisch
-Dorisch
-Phyrgisch
-Lydisch
-Mixolydisch
-Aeolisch
-Lokrisch
-
02. 07. 2009, 11:52 #16Mitglied
- Registriert seit
- Nov 2006
- Beiträge
- 60
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Ich kenn das Problem auch, mein Vater organisiert 1 mal im Jahr n Festival und man hat dann einfach das Problem das man 1. die Gage der Band zahlt (also damit die Band schon bezahlt ist) und dann nach der veranstaltung nochmal eine Liste mit gespielten Liedern an die GEMA schicken muss und das auch nochmal zahlen muss.
Das ist unlogisch und verreisst einem die ganze Kalkulation und baut einem Grenzen ein die man eigentlich garnicht haben sollte.
Man kann ja vertraglich festlegen das die Band nur 2 Zugaben spielen soll weil sonst der Preis bei der GEMA steigt um die Kalkulation besser zu machen (also Kartenpreis etc) aber welche Band spielt schon gerne in einem so festen Rahmen?
Vorallem bei so kleinen Festivals macht sie halt gern noch mal ne Zugabe mehr oder spielt ein Lied 2 mal (manche sind auch nochmal neben der Bühne aufgetreten nach der Veranstaltung).
-
03. 07. 2009, 11:56 #17
Re: GEMA-Konzertgebühren: Veranstalter werden "systematisch ruiniert"
Ja, besonders die "kleinen" Veranstalter trifft es, die auf Volksfesten auftreten und "Dorfcombos" für lau antreten lassen. Große Konzertveranstalter dagegen profitieren doch auch von der GEMA, wenn sich die Regelungen jetzt geändert haben sollen.
-


Zitieren
mehr lesen...





IT-Geschichte: Spender können...
Heute, 23:04 in gulli:news