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  1. #1
    Mitglied Avatar von Hein-Bloed
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    Question Deutsche Server bei TOR entfernen

    Ich würde gerne alle deutsche TOR Server entfernen, habe aber bei Vidalia keine Möglichkeit dazu gefunden. Kann man dies manuell machen? Die deutschen Server sind meiner Meinung nach vollkommen überflüssig, sie sind zwar meist relativ schnell doch ich denke auch sehr unsicher.

  2. #2
    Mitglied Avatar von SkyLiner_360
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    Da du über mehrere Nodes geleitet wirst dürfte das nicht so ein Problem sein.

  3. #3
    ex-Moderator Avatar von Kugelfisch23
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    Ein Ausschluss (resp. eine Auswahl) nach Ländern ist erst in der kommenden Tor-Version (aktuell als unstable/Entwicklerversion verfügbar) möglich. Diese lässt eine Exlusion der Form
    Code:
    ExcludeNodes {de}
    zu. Allerdings ist der Sinn tatsächlich fraglich - selbst deutsche Nodes loggen oft nicht, und sind demnach ebenso zur Anonymisierung geeignet. Selbst wenn eine Node in der Kette loggen würde, könnte deine Anonymität deshalb nicht aufgehoben werden (dazu müssten alle 3 Nodes loggen).

  4. #4
    Gesperrt Avatar von TierGottes
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    Die schnellen deutsche ExitNodes gehören oft großen Datenschutzorganisationen wie FoeBud oder GF. Sie sind schon seit Jahrem am Netz und loggen nicht heimlich, sie haben einen Ruf zu verlieren.

    Solange davor Nodes im Ausland stehen, werden die deutschen Behörden nicht weiterkommen.

  5. #5
    rumpeler
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    mal noch ne frage zu tor: es gibt ja extra behoerden nodes, und phishing nodes, aber was koennen die, da man ja mehrere benutzt, rausfinden? solang ich nirgends ein passort oder aehnliches eingebe, passiert da doch nix?

    und mit den behoerden nodes; wie sollen die mich identifizieren koennen?

  6. #6
    Mitglied Avatar von SkyLiner_360
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    Zitat Zitat von rumpeler
    mal noch ne frage zu tor: es gibt ja extra behoerden nodes, und phishing nodes, aber was koennen die, da man ja mehrere benutzt, rausfinden? solang ich nirgends ein passort oder aehnliches eingebe, passiert da doch nix?
    Exakt, diese existieren unter anderen zum Phishing.
    Solange man halt kein SSL benutzt.

  7. #7
    ex-Moderator Avatar von Kugelfisch23
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    Zitat von rumpeler
    solang ich nirgends ein passort oder aehnliches eingebe, passiert da doch nix?
    Korrekt. Sofern du keine sensiblen Daten unverschlüsselt überträgst, kann die verwendete Exit-Node auch keine sensiblen Daten klauen.

    Zitat von rumpeler
    und mit den behoerden nodes; wie sollen die mich identifizieren koennen?
    Gar nicht, sofern du nicht eine komplette Kaskade (3 Nodes), die ausschliesslich aus solchen Nodes besteht, verwendest. Die Wahrscheinlichkeit, dass Tor solch eine Kaskade baut, ist (u.a. aufgrund gewisser Einschränkungen bei der Auswahl der Nodes, etwa, dass die Knoten in paarweise verschiedenen Subnetzen liegen müssen) sehr gering.

    Eine weitere Möglichkeit wären Leaks, z.B. durch Browser-Plugins. Diese Problematik betrifft aber nicht Tor direkt, sondern nur einige bestimmte Anwendungsfälle (i.e. anonymisiertes Surfen über da Tor-Netzwerk).

  8. #8
    rumpeler
    Gast

    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    okay, also einfach keine passwoerter oder sonstiges eingeben und man ist sicher

    danke =)

  9. #9
    Gesperrt Avatar von TierGottes
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    Das Mitlesen geht ohne Tor aber auch. Denn der TorExit kann nur mitlesen, wenn du dich mit einer unverschlüsselten Verbindung einloggst, wie z.B. hier bei Gulli.

    Loggst du dich mit einem chinesischen TorExit bei Gulli ein, könnte ein Chinese dein Passwort stehlen und in deinem Namen schreiben. Das könnte dann allerdings kein Deutscher lesen.

    Lässt du Tor weg, dann kann dein Provider, z.B. die Deutsche Telekom, alles, was du bei Gulli schreibst, im Klartext lesen, und die Telekom kennt deinen Namen und deine Adresse.

    StudiVZ: Beim Einloggen wird verschüsselt, kein Mitlesen des TorExits mölich.

    Onlinebanking, Paypal: Verschlüsselt, kein Mitlesen des TorExits möglich.

    Hushmail, Safemail: Verschlüsselt, kein Mitlesen des TorExits möglich.

    These: Tor verbessert die Anonymität oder lässt sie gleich, in keinem Fall wird sie verschlechtert.

  10. #10
    ex-Moderator Avatar von Kugelfisch23
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    Zitat von TierGottes
    Lässt du Tor weg, dann kann dein Provider, z.B. die Deutsche Telekom, alles, was du bei Gulli schreibst, im Klartext lesen, und die Telekom kennt deinen Namen und deine Adresse.
    Das ist soweit korrekt, nur kannst du daraus nicht den Schluss ziehen, sensible Daten seien bei der Verwendung von Tor besser geschützt. Ein entführter g:b-Account mag harmlos sein, doch es werden oft vertrauliche Informationen über nicht verschlüsselte Verbindungen übertragen (z.B. E-Mail-Verkehr/Zugangsdaten über IMAP/POP3/SMTP - ausserdem erfolgt bei vielen Websites nur der Login über HTTPS, die Inhalte werden nach wie vor über eine nicht verschlüsselnde HTTP-Verbindung übertragen) oder aber es gelingt, den Benutzer glauben zu lassen, er befinde sich auf einer mittels HTTPS übermittelten Website, auch wenn dies gar nicht der Fall ist (praktisches Beispiel: sslstrip). Ferner droht auch eine andere, oft unterschätzte Gefahr: der Exit-Knoten kann die nicht verschlüsselten, übertragenen Daten aktiv manipulieren - dies betrifft unter anderem auch Binaries, die aus vermeintlich vertrauenswürdigen Quellen stammen: Diese könnten problemlos on-the-fly durch Schadsoftware ausgetauscht werden.
    Klar, in all diesen Fällen könnte auch dein Zugangsprovider die Daten mitlesen und/oder solche Angriffe durchführen. Allerdings kann dieser im Zweifelsfall einerseits rechtlich zur Rechenschaft gezogen werden und hat andererseits keinerlei Interesse an einem Skandal, der die garantierte Folge solchen Handels wäre. Ein unbekannter Tor-Node-Betreiber muss sich in dieser Hinsicht nicht fürchten. Siehe dazu http://www.heise.de/newsticker/Anony.../meldung/95770

    Zitat von TierGottes
    These: Tor verbessert die Anonymität oder lässt sie gleich, in keinem Fall wird sie verschlechtert.
    Auf die Anonymität trifft das unweigerlich zu, nicht aber auf den Datenschutz.
    Geändert von Kugelfisch23 (01. 08. 2009 um 02:07 Uhr)

  11. #11
    rumpeler
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    xD

    Okay, gute infos, aber hauptsache ich bin schwer 'zurueck zuverfolgen' (wenn man das so 'boese' klingen lassen darf), einloggen will ich dann sowieso nicht

  12. #12
    Gesperrt Avatar von TierGottes
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    Der ExitNode kann dich hier im Gulli-Board beobachten, kommt aber nicht auf deine IP.

    Alles was mit Tor mitgelesen werden kann, kann auch ohne Tor mitgelesen.

  13. #13
    ex-Moderator Avatar von Kugelfisch23
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    Zitat von TierGottes
    Alles was mit Tor mitgelesen werden kann, kann auch ohne Tor mitgelesen.
    Das ist zwar korrekt, legt aber - wie gesagt - falsche Schlüsse nahe. Ein anonymer Tor-Node-Betreiber hat praktisch keinerlei Folgen zu befürchten, wenn seine Node übertragene Daten abgreift oder Schadcode in Binaries einschleust - ganz anders der in deinem Land ansässige Zugangsprovider. Ich verweise nochmals auf meinen Post #10.

  14. #14
    Gesperrt Avatar von TierGottes
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    Das ist zwar korrekt, legt aber - wie gesagt - falsche Schlüsse nahe.
    Du hast einen Schluss gezogen und dabei eine These zugrunde gelegt, die aus der fiktiven Welt stammt. Ich benutze aber die reale Welt für meine Argumentation. In der fiktiven Welt kommen Bedrohungen aus der Ferne, in der realen Welt kommen sie aus der Nähe.

    Die fiktive Welt ist die Ersatzwelt für Menschen, die im realen Leben machtlos sind. Deshalb konstruieren sie eine Fiktivwelt, in der sie Allmacht haben. Ein Beispiel ist der Lidl-Kassierer, der den ganzen Tag von Kameras beobachtet wird. Seine zwei Welten funktionieren nach folgenden Gesetzen:

    Die Gesetze der fiktiven Welt

    • 1. Es gibt Gut und Böse und beides lässt sich leicht auseinanderhalten. Sie tragen in der fiktiven Welt den Namen vertrauenswürdig und nicht vertrauenswürdig.

    • 2. Gut ist das, was der Norm entspricht, böse ist das, was nicht der Norm entspricht. Man kann also schon am Äußeren erkennen, ob jemand böse ist. Erleidet man einen Schaden, muss man gemäß den Gesetzen der fiktiven Welt zuvor Kontakt mit sozial abweichenden Objekten, zb Porno- oder Wazez-Seiten gehabt haben.

    • 3. Es gibt kein Mitleid. Da Gut und Böse schon äußerlich zu erkennen sind, muss derjenige, der einen Schaden erleidet, zuvor fahrlässig oder bewusst sozial abweichendes Verhalten ausgeübt oder zumindest toleriert haben. Umgekehrt gilt, dass derjenige, der sich der Norm entsprechend verhält, nie bestraft wird.


    Die Gesetze der realen Welt
    • 1. Äußerlich lassen sich Gut und Böse nicht auseinanderhalten. Die meisten Datenschutzskandale werden von Männern in Anzügen begangen, und nicht von Verbrechern aus Osteuropa. Lidl, Deutsche Bahn, Deutsche Telekom waren die realen Datenschutzskandale, und nicht der Confickerwurm, der als Bedrohung durch ausländische Kriminelle angekündigt wurde, aber letzendlich nur in der fiktiven Welt Wirkung entfaltete.

    • 2. Menschen, die der Norm entsprechen, sind gefährlicher, da sie über größere Machtmittel verfügen.

      Beispiel: Im Jahre 2008 gab es 4500 Fälle von Pishing. Demgegenüber standen 200 000 Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen. Die Chance, von einem deutschen Anwalt abgezockt zu werden, ist 400 Mal so groß, wie die Wahrscheinlichkeit, von einem russischen Kriminellen betrogen zu werden.

    • 3. Es gibt kein Mitleid. Die größten Schäden werden einem Opfer zugefügt von Menschen, die im Einklang mit dem Gesetz handeln.
      Beispiel: Alleinerziehende Mutter mit drei Kindern muss wegen Filesharing 50 000 Euro an zivilrechtlichem Schadensersatz zahlen. Da sie dies nie wird abzahlen können, begeht sie Selbstmord.
      Der Denunziant muss keine Kritik befürchten, da er nur im Einklang mit dem Gesetz handelte.


    Fazit: Fiktiv- und Realwelt verwenden entgegengesetzte Gesetze und lassen sich somit auseinanderhalten. Das Wort vertrauenswürdig existiert nur in der Fiktivwelt.

    P.S. Die Deutsche Telekom belauscht heimlich Telefongespräche und bespitzelt Gewerkschaftsmitglieder. Die These, ein deutscher Provider werde niemals, ist somit widerlegt.
    Aber dein Argument gegen meinen ChinaNode möchte ich in Frage stellen - denn was soll mir dieser stehlen, wenn wir Onlinebanking (zumindest das auf den eigenen Namen) weglassen?
    Geändert von TierGottes (02. 08. 2009 um 04:02 Uhr)

  15. #15
    ex-Moderator Avatar von Kugelfisch23
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    Standard

    Zitat Zitat von TierGottes
    Beispiel: Im Jahre 2008 gab es 4500 Fälle von Pishing. Demgegenüber standen 200 000 Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen. Die Chance, von einem deutschen Anwalt abgezockt zu werden, ist 400 Mal so groß, wie die Wahrscheinlichkeit, von einem russischen Kriminellen betrogen zu werden.
    Ein zugegeben seltsames Beispiel. Kannst du eine Quelle für die zugrunde liegenden Zahlen nennen? 4500 gemeldete Phishing-Fälle wären denkbar, doch dann hättest du die als sehr hoch anzunehmende Dunkelziffer nicht beachtet. Ausserdem ist deine Rechnung falsch, korrekt wäre, dass es (aufbauend auf deinen Zahlen) 44.444... mal so viele Abmahungen wie Phishing-Fälle gab. Wie du daraus eine Wahrscheinlichkeit ableitest, ist wiederum nicht klar.

    Zitat Zitat von TierGottes
    P.S. Die Deutsche Telekom belauscht heimlich Telefongespräche und bespitzelt Gewerkschaftsmitglieder. Die These, ein deutscher Provider werde niemals, ist somit widerlegt.
    Spiest du auf den unter dem Namen `Telekom-Spitzelaffäre` bekannten Datenschutz-Skandal (http://www.heise.de/newsticker/Beric...meldung/119104) von 2008 an?
    Ich behauptete nicht, dass ein deutscher Zugangsprovider niemals Daten abgreifen wird, ich betonte sogar, dass er technisch durchaus die Möglichkeit dazu hat (die er im Falle einer richterlichen Anordnung auch nutzen muss). Aber: Es hat Folgen. Die in der Öffentlichkeit breitgetretene Affäre ist alles andere als angenehm für die Telekom. Ein deutscher Zugangsprovider wird sicherlich nicht seine Kunden und seine Zulassung aufs Spiel setzen, um zur eigenen Bereicherung Kreditkarten oder Zugangsdaten zu klauen.

    Zitat Zitat von TierGottes
    Aber dein Argument gegen meinen ChinaNode möchte ich in Frage stellen - denn was soll mir dieser stehlen, wenn wir Onlinebanking (zumindest das auf den eigenen Namen) weglassen?
    Die Node könnte etwa Kreditkartennummern beim Einkauf in Online-Shops, vertrauliche E-Mail-Inhalte (z.B. zum Zwecke der Wirtschaftsspionage) oder Zugangsdaten zu kostenpflichtigen Accounts abgreifen, um diese weiterverkaufen zu können.
    Oder sie könnte dazu dienen, die Rechner der Benutzer durch manipulierte Binaries mit Malware zu infizieren, um diese als Teil eines Botnetzes zu nutzen.

  16. #16
    Gesperrt Avatar von TierGottes
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    Diese beiden Thesen stehen sich gegenüber. Sie sind das genaue Gegenteil. Ich habe für meine These ein gutes Argument gebracht und ich behaupte, dass ich nch ein Dutzend, noch hundert, noch tausen bringen kann - denn die Wirklichkeit liefert meine Beispiele.

    Durchschnittsmensch: Die Bedrohung kommt aus der Ferne.
    TierGottes: Die Bedrohung kommt aus der Nähe.

    4500 Fälle von Pishing und 200 000 Abmahnungen wegen Uheberrechtsverletzungen. Die Anwälte verursachen einen weit größeren Schaden als die Kriminellen. Alleine Clemens Rasch prahlte im Fernsehen mit der Aussage, er schreibe 1 000 Abmahnungen pro Woche.

    Die Zahl 4500 las ich in einem Bericht der Polizei. Und nun muss mir die Gegenfrage: Wenn ihr meine These in Frage stellt und behauptet, Kriminelle seien gefährlich für meine Daten, dann müsstet ihr doch die Zahlen kennen? Seltsamerweise tut ihr das nicht.

    Die Bedrohung kommt aus der Nähe, nicht aus der Ferne - so zeigt es mein Beispiel, das erste von vielen. Was der Norm entspricht, ist gefährlicher als das, was nicht der Norm entspricht.

    Des weiteren kann ich beweisen, dass das Wort Vertrauen nur in der Fiktivwelt existiert. In der Fiktivwelt wird ständig unterschieden zwischen vertrauenswürdig und nicht vertrauenswürdig. In der Realität ist dies nicht möglich.

    Die Node könnte etwa Kreditkartennummern beim Einkauf in Online-Shops, vertrauliche E-Mail-Inhalte (z.B. zum Zwecke der Wirtschaftsspionage) oder Zugangsdaten zu kostenpflichtigen Accounts abgreifen, um diese weiterverkaufen zu können.
    Aber wie oft passiert das in der Praxis? Ein vernünftiger Nutzer weiß, dass er mit Kreditkarte nicht anonym zahlen kann, wird also gar kein Tor benutzen; oder wenn er auf einer XXX-Seite bezahlen will und deshalb vom Provider nicht gesehen werden will, wird er die Uni Dresden benutzen - die wird nicht die verschlüsselte Übertragung hacken.

    Kostenpflichtiger Account? Ja welcher denn? Meinen 5 € Account bei Tracki? Kann er haben, muss dann aber mit seiner IP rein, der Chinese.

    Vertrauliche Mail-Inhalte? Wirtschaftsgeheimnisse müssen mit GnuPG verschlüsselt werden, sonst kann jeder mitlesen, nicht nur der ExitNode, denn unverschlüsselt sind die Mails wie Postkarten. Also wenn es um die Existenz einer Firma geht, muss sowieso verschlüsselt werden. Das einmalige Einrichten von Verschlüsselung für alle Mitarbeiter dürfte nicht schwer sein.

    Nun sind die Mails für Fremde unlesbar. Ein Mailaccount im Ausland und chinesische ExitNodes dienen nur noch dazu, dass niemand mehr sehen kann, mit wem die Firmenmitarbeiter kommunizieren.
    Geändert von TierGottes (02. 08. 2009 um 22:40 Uhr)

  17. #17
    ex-Moderator Avatar von Kugelfisch23
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    Standard

    Zitat von TierGottes
    Die Anwälte verursachen einen weit größeren Schaden als die Kriminellen. Alleine Clemens Rasch prahlte im Fernsehen mit der Aussage, er schreibe 1 000 Abmahnungen pro Woche.
    Das läuft auf eine Frage nach der Definition von `Schaden` hinaus - rein rechtlich gesehen handelt es sich dabei natürlich nicht um einen Schaden. Aber wie gesagt - ich halte kostenpflichtige Abmahnungen gegenüber Privatpersonen auch für wenig sinnvoll. Allerdings kann man sich gegen eine Abmahnung aufgrund der Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials verhältnismässig einfach schützen - indem man kein solches Material verbreitet (oder einen Anonymisierungsdienst nutzt).

    Zitat von TierGottes
    Wenn ihr meine These in Frage stellt und behauptet, Kriminelle seien gefährlich für meine Daten, dann müsstet ihr doch die Zahlen kennen?
    Um das number crunching fortzuführen - laut heise.de sind in Deutschland über 750000 Rechner durch Malware kompromittiert. Welche Aufgabe(n) die Malware genau wahrnimmt, ist in der Regel nur dem Autor bekannt - doch muss man davon ausgehen, das auf dem Rechner abgelegte Daten gestohlen werden und/oder der Rechner unbemerkt als Zombie Verwendung findet. Auch hier lassen sich keine genauen Zahlen nennen, zumal Infektionen mit `schlauer` Malware oft unbemerkt bleiben.

    Zitat von TierGottes
    Die Bedrohung kommt aus der Nähe, nicht aus der Ferne - so zeigt es mein Beispiel, das erste von vielen. Was der Norm entspricht, ist gefährlicher als das, was nicht der Norm entspricht.
    Dass eine `Bedrohung` in der Nähe existiert, bedeutet nicht, dass keine in der Ferne existieren kann. Diese schliessen sich nicht aus. Welchen Weg man wählt, hängt letztendlich vom konkreten Anwendungsfall ab. Tor ist bestimmt eines der zuverlässigsten Anonymisierungssysteme zur Zeit. Nur ist es wenig sinnvoll, sensible Daten, welche keiner Anonymisierung bedürfen, durch das Tor-Netzwerk zu übertragen.

    Zitat von TierGottes
    In der Fiktivwelt wird ständig unterschieden zwischen vertrauenswürdig und nicht vertrauenswürdig. In der Realität ist dies nicht möglich.
    Doch, es ist möglich. Selbstverständlich ist nicht möglich, darauf aufbauend Sicherheit abzuleiten. Aber es lassen sich durchaus Überlegungen anstellen, wer welche Interessen haben könnte. So musst du etwa einem VPN-Dienstleister vertrauen. Dieser muss für dich (abhängig vom konkreten Anwendungfall) vertrauenswürdig sein. Letztlich hängt aber auch das von der Definition des Wortes `vertrauenswürdig` ab.

    Zitat von TierGottes
    oder wenn er auf einer XXX-Seite bezahlen will und deshalb vom Provider nicht gesehen werden will, wird er die Uni Dresden benutzen - die wird nicht die verschlüsselte Übertragung hacken.
    Weshalb nicht? Ist sie etwa (für dich) vertrauenswürdig?

    Zitat von TierGottes
    Kostenpflichtiger Account? Ja welcher denn? Meinen 5 € Account bei Tracki?
    Zusätzlich könnten etwa Accounts bei Webhostern oder E-Mail-Providern von Interesse sein. Erstere lassen sich zum Verteilen von Schadsoftware missbrauchen, in E-Mail-Account finden sich nicht selten Passwörter für weitere Accounts. Auch Accounts bei One-Click-Hostern sind durchaus von Interesse.

    Zitat von TierGottes
    Kann er haben, muss dann aber mit seiner IP rein, der Chinese.
    Zu glauben, der Betreiber wäre ein Chinese, bloss, weil die Node in China steht, ist gewagt. Prinzipiell kann jeder (mit entsprechendem Wissen um einen passenden Hoster) einen Server in China anmieten und darauf einen Tor-Knoten betreiben.

    Zitat von TierGottes
    Vertrauliche Mail-Inhalte? Wirtschaftsgeheimnisse müssen mit GnuPG verschlüsselt werden, sonst kann jeder mitlesen, nicht nur der ExitNode, denn unverschlüsselt sind die Mails wie Postkarten.
    `Jeder` ist eine relativ weitläufige Angabe für `die verwendeten Carrier`. In einer perfekten Welt hätte jeder ein OpenPGP-Schlüsselpaar und sämtliche E-Mails wären verschlüsselt. Ferner würden aller Mailserver SMPTS/IMAPS/POP3S und alle Webmail-Interfaces HTTPS unterstützen. In der Praxis ist dies nicht der Fall.

    Übrigens können bereits die Informationen über Absender und/oder Empfänger ein Geschäftsgeheimnis sein. Dann hilft OpenPGP/GnuPG wenig.

    Wie gesagt - wenn das Bedürfnis nach Anonymität schwerer wiegt als die Geheimhaltung der übertragenen Daten (verschlüsselte Daten müssen nicht geheim gehalten werden), dann ist Tor sicherlich eine gute Wahl. Global für jegliche Übertragungen Tor zu verwenden - was dein erster Post nahe legt - ist jedoch nicht sinnvoll.

  18. #18
    Gesperrt Avatar von TierGottes
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    Doch, es ist möglich. Selbstverständlich ist nicht möglich, darauf aufbauend Sicherheit abzuleiten. Aber es lassen sich durchaus Überlegungen anstellen, wer welche Interessen haben könnte. So musst du etwa einem VPN-Dienstleister vertrauen. Dieser muss für dich (abhängig vom konkreten Anwendungfall) vertrauenswürdig sein. Letztlich hängt aber auch das von der Definition des Wortes `vertrauenswürdig` ab.
    Sprache bestimmt unser Denken. Die fiktive Welt, ihre ganze Existenz beruht auf einem einzigen Wort - Vertrauenswürdig. Zerstöre dieses Wort und die Welt bricht zusammen.
    Nun aber hast du mit einem Satz gezeigt, dass das Wort vertrauenswürdig in der realen Welt nicht funktioniert. Du sagtest nämlich:
    So musst du etwa einem VPN-Dienstleister vertrauen.
    Dies aber ist ein Widerspruch, denn Vertrauen und Zwang passen nicht zusammen. In der Praxis ist es nämlich so, dass ich überhaupt nicht weiß, ob der VPN-Anbieter loggt oder nicht - mit dem umgangssprachlichen Wort Vertrauen meine ich im Alltag nichts anderes, als dass ich gezwungen werde, eine Entscheidung zu fällen, ohne über ein ausreichendes Maß an Informationen zu verfügen. Und da ich die Entscheidung, nachdem ich sie gefällt habe, nicht mehr rückgängig machen kann, sage ich mir einfach, ich war mir sicher, dem Anbieter konnte man vertrauen. Dieser Selbstbetrug schadet nicht, denn wenn ich mich einmal entschlossen habe, ein VPN zu nutzen, kann ich nach dem Bezahlen die Zweifel ausblenden, denn die Wahrscheinlickeit, dass das VPN Logs führt, sinkt nicht durch meine Zweifel. meine Sicherheit würde also nicht höher, aber mein Schlaf schlechter.

    Vertrauen ist in deinem Beispielsatz erstens ein Zwang, denn ich habe keine bessere Wahl, zweitens ein Betrug, und zwar einer an sich selber

  19. #19
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    Standard Wie der Schützer zum Strafenden wird

    Ich habe mir erlaubt, die Metaphysik und die zahlen in einen getrennten Beitrag zu fassen, damit jeder folgen kann. Dennoch gehört beides argumentativ zusammen.
    Das läuft auf eine Frage nach der Definition von `Schaden` hinaus - rein rechtlich gesehen handelt es sich dabei natürlich nicht um einen Schaden. Aber wie gesagt - ich halte kostenpflichtige Abmahnungen gegenüber Privatpersonen auch für wenig sinnvoll. Allerdings kann man sich gegen eine Abmahnung aufgrund der Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials verhältnismässig einfach schützen
    Es bleibt also als Fazit, dass man ein Gesetz erlassen hat unter dem Vorwand, die Bürger zu schützen, in echt aber wollte man nur ihr Bestes - nämlich ihr Geld. Dieses Gesetz war rein ökonomisch betrachtet ein Gewinn für die Anwälte, ein Verlust für die Bürger.

    Ironischerweise sind es gerade die Unterschichten, welche härtere Gesetze befürworten, aber anschließend Opfer werden, da sie ihre Kinder nicht so stark beaufsichtigen, oder weil der Hartz-IV-Empfänger nicht seinem Sohn die Bedienung eines VPN erklären kann.
    Und - diese Schlusspointe hattest du selber schon im Mund, hast sie allerdings verworfen - ironischerweise würden gerade die Menschen der Unterschicht sagen: Eigentlich ist es doch richtig so, dass die Downloader bestraft werden.

    Mit der Angst vor dem Fremden zieht man dem Bürger das Geld aus der Tasche und gibt ihm auch noch das Gefühl, er werde beschützt.

  20. #20
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    Standard Re: Deutsche Server bei TOR entfernen

    Könnte beitte jemand die Ausgangsfrage beantworten? Danke.

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