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28. 08. 2009, 23:50 #1
Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Die Netzsperren in Deutschland, die der Bekämpfung der sogenannten Kinderpornographie dienen sollen, sind beschlossene Sache und nähern sich mit Riesenschritten ihrer Umsetzung. Dabei will sich die Regierung offenbar nicht gerne in die Karten schauen lassen.
Die technische Richtlinie zur Umsetzung des geplanten Gesetzes wurde mittlerweile erarbeitet und kann von den betroffenen Firmen beim BKA eingesehen und kommentiert werden. Wer jedoch der Ansicht ist, dass auch die Bevölkerung, wie es im Sinne der Transparenz wünschenswert wäre, Einblick in die Richtlinie nehmen könnte, wird enttäuscht: Diese soll als "nur für den Dienstgebrauch verwendbare Geheimakte" eingestuft werden. Die Vertreter der Provider, die diese Richtlinie zu Gesicht bekommen, müssen sich zum Stillschweigen verpflichten; wer Details an die Öffentlichkeit dringen lässt, hat mit einer Strafe zu rechnen. Auch die Kommentare der Provider sollen dieser Geheimhaltung unterliegen.
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29. 08. 2009, 00:15 #2
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
blabla....und wie will das irgendwer nachweisen, wer von den ganzen tausend Anbietern das verteilt hat?wer Details an die Öffentlichkeit dringen lässt, hat mit einer Strafe zu rechnen
Früher oder später wird auch das bekannt....
bei den Kinos und bei den Spieleherstellern arbeiten ja auch keine schwarzen Schafe, die jedesmal(!!) alles vor release rausgeben.
Natürlich sind dann Provider (bzw deren ganze Angestellten) alle(!) sauber und würden NIE was machen.....
Ich freu mich drauf, weil ich weiß, dass es es höchstens 2 Monate dauern wird
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29. 08. 2009, 00:41 #3
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Ich geb dem ganzen 2 Wochen, wir wissen ja wie schnell sowas die Runde macht, "Internetz sei dank!"
Zitat von Atraxia
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29. 08. 2009, 00:55 #4
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
für mich geht dieses regime immer weiter in richtung stasi/gestapo und wird letztenendes für die mittel die das volk aufbringt um es zu bekämpfen selbst schuld sein.
bleibt zu hoffen, das die nächste wahl einen umschwung bringt, ansonsten ist diese politik zum scheitern verurteilt...
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29. 08. 2009, 01:01 #5
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Ich freu mich schon auf Torrents nach dem Motto:
N0StaSi-2.0-Cr3w.Pr3s3nTs.German.Internet.Barricade.leak.rar

Ich gehe mal davon aus, dass die "Richlinien" auch die Listen enthalten.
Nein jetzt mal im Ernst: So ne Geheimhaltungsmaßnahme ist totaler Schwachsinn. Sowas lässt dann hoffentlich doch wenigstens drei von zehn Leuten misstrauisch werden, die immernoch denken "Was die machen ist schon richtig"(
).
Aber andererseits würde das (also eine Veröffentlichung der Listen) die Unwissenheit, Unfähigkeit und vor allem die eigentlichen Motive diverser Politiker offenlegen, da solche Websites dann von irgendwelchen Leuten/Vereinen (z.B. AK Zensur) downgenommen werden würden. Dann würden manche Leute auf die Listen schauen, die seiten ansurfen und sich wundern:
"Huh?- Hier auf der Liste steht, die Seite wäre nur gesperrt, genauso wie diese 200 anderen da. Aber die Seite ist ja offenbar gelöscht worden, hat Zensursula nicht gesagt, das wäre nicht möglich?- und warum sind überhaupt diese anderen Seiten gesperrt, das sind doch nur Foren und so, die überhaupt nix mit Kipo zu tun haben?! Wurden wir da etwa alle belogen?"
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29. 08. 2009, 01:24 #6Castle_BravoGast
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Na dann hoffen wir mal alle auf einen piratigen Mitarbeiter...^^
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29. 08. 2009, 03:32 #7Zyniker, Wachkomatiker
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Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Es ist eine ganz einfache Sache.
Jeder der Halbwegs Ahnung von TCP/IP hat, also kein Experte ist, wird feststellen, das nur ein Abgestuftes Netzwerk (für jede Zugriffsebene ein eigenes LAN) eine Kontrolle im Sinne der Sicherheitsbehörden ermöglicht.
Ich hatte mit "Regionet" eine machbare Lösung dargestellt.
Die Geheimhaltung lässt sich auch damit erklären, das "die" sich ihre Optionen offenhalten möchten, z.B. die Verträge bei "erforderlichen Fällen" so abzuändern, das es für die Anklage reicht/passt (Abänderung der Rahmenbedingungen auf Gesetzesänderungen u.ä.) und bei privaten Verträgen greift das GG quasi nur dann, so sich eine der Parteien dagegen wehrt bzw. wehren kann ...
... Nachprüfen ob man eine "echte" Internetaddresse hat kann man nicht wirklich nachprüfen ...
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29. 08. 2009, 07:38 #8Mitglied
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Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
vielleicht sollten wir unsere volksvertreter daran erinnern
wer nichts zu verbergen hat ... ^^
andererseits ist doch praktisch für die strafverfolgung
was nicht passt wird passend gemacht
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29. 08. 2009, 08:02 #9Mitglied
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Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Es gibt so viele Internetanbieter und irgendeiner wird es sicherlich anonym ausplaudern.
Vor allem bei den kleinen Regionalen Anbietern ist da sicherlich viel zu holen.
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29. 08. 2009, 09:29 #10Mitglied
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Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Mir muss bitte mal einer Erklären, welchen Grund es überhaupt gibt so ein Geheimnis draus zu machen?
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29. 08. 2009, 11:45 #11Mitglied
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Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Es ist eigentlich nicht mehr schwer zu erraten.
Wie netzpolitik schon hervorhob, findet sich ein Hinweis in einer Stellungnahme des BKA an den Bundestag [PDF]:(Fettmarkierungen von mir)Die auf Seiten der Provider finanziell und technisch wenig aufwändige Sperre von Domains auf DNS-Ebene könnte die Gefahr bergen, dass sie in ihrer Präzision nicht ausreichend trennscharf ist. Eine Umgehung der DNS-Sperre ist technisch versierten Internetnutzern verhältnismäßig einfach möglich. Dem Bundeskriminalamt ist bewusst, dass die Maßnahme nicht zu einer vollständigen Verhinderung des Zugriffs auf kinderpornografische Webseiten im Internet führen kann bzw. führen wird, gleichwohl stellt Access-Blocking eine wichtige flankierende Maßnahme bei der Bekämpfung der Kinderpornografie im Internet dar.
Das Bundeskriminalamt wird den Providern die vollständige URL/URI und nicht lediglich die Domain, auf der eine kinderpornografische Seite gehostet ist, zur Verfügung zu stellen.
Es ist damit möglich, eine trennscharfe und schwer zu umgehende Sperrtechnik einzusetzen.
Damit wird auch dem schnellen Wandel der Technik und den unterschiedlichen technischen Voraussetzungen der Provider Rechnung getragen.
Um den Zugriff auf bestimmte Internetinhalte zu sperren, gibt es mehrere technische Möglichkeiten. Dabei gilt grundsätzlich, dass je effektiver die Sperrtechnik ist, desto höher gestaltet sich auch der technische Aufwand.
Das kann doch eigentlich nur eins heißen: Die Provider sollen nicht mehr nur relativ einfaches DNS-Poisoning betreiben, sondern auch den tcp-Traffic scannen und filtern / manipulieren. Das ist bei den zig Gigabit, die bei denen zu jeder Zeit durch die Leitung fliessen kein Pappenstiel.
Ich denke mal den Providern wird das allein aus wirtschaftlichen Gründen gegen den Strich gehen. Also hätten die auch eine Motivation das schnell zu leaken damit Experten sich öffentlich der Sache annehmen können. Vom Grundgesetz wollen wir gar nicht erst anfangen.
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29. 08. 2009, 12:50 #12
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Hmm, die Möglichkeit, dass doch nicht nur DNS-Sperren betrieben werden, sondern Deep Packet Inspection, kam mir auch schon in den Sinn (das Gesetz ist ja technikoffen). Ich habe diese Idee dann aber als zu paranoid verworfen.
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29. 08. 2009, 12:56 #13
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Mit dieser Regierung kann man garnicht genug paranoid sein, den meistens treffen die Paranoiden voll ins Schwarze.
Zitat von Annika_Kremer
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29. 08. 2009, 13:06 #14Mitglied
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Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Ja das denke ich auch. Selbst eine Leihe kann ohne Probleme den DNS-Server wechseln. Eine DPI bedeutet für die Provider jedoch einen erheblichen Kostenaufwand und kann nicht einfach so von Heute auf Morgen eingerichtet werden.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass in der Richtlinie die Fristen und Bedingungen dafür festgelegt werden. Ist natürlich alles nur reine Spekulation, aber was bleibt einem bei einem geheimen Dokument anderes übrig.
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29. 08. 2009, 16:19 #15Mitglied
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Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
"sogennanten kinderpornographie"?
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29. 08. 2009, 17:32 #16
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Ja, der Begriff ist nämlich an sich nicht treffend. Der Begriff "Pornographie" setzt voraus, dass es auch einvernehmlichen Sex geben könnte... dass ist aber bei Kindern nicht der Fall. An sich wäre der Begriff "dokumentierter Kindesmissbrauch" nach Ansicht beispielsweise des Vereins Missbrauchsopfer gegen Internetsperren vorzuziehen. Da dann aber kaum jemand wüsste, was gemeint ist, der (zugegebenermaßen nicht ideale) Kompromiss mit den Anführungsstrichen.
Zitat von n0_oB4life
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30. 08. 2009, 02:48 #17
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Eine Frage, wenn jetzt also "geheim" ist wie die Sperre technisch umgesetzt wird, und ich beispielsweise einen alternativen DNS-Server nutze - dann können sie mir ja nicht ankreiden, die Sperre "bewusst" umgehen zu wollen. Ich kann ja nichts bewusst umgehen, von dem ich nichts wissen darf
Seh ich das richtig?
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31. 08. 2009, 01:40 #18
Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Das ist eine Fehlinformation. Jeder Sexuallforscher wird dir genau dasselbe sagen. Du bist leider auf die Propaganda gewisser dunkler Mächte
Zitat von Annika_Kremer
hereingefallen.
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31. 08. 2009, 10:30 #19Misantroph
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Re: Netzsperren: Technische Richtlinie bleibt geheim
Zitat von LCD_1
Was für Propaganda dunkler Mächte? Mit dem Wort "Pornographie" sehe ich das genauso wie sicDaniel.
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31. 08. 2009, 11:07 #20
Ach?Zitat von Annika_Kremer
Ja, der Begriff ist nämlich an sich nicht treffend. Der Begriff "Pornographie" setzt voraus, dass es auch einvernehmlichen Sex geben könnte... dass ist aber bei Kindern nicht der Fall. An sich wäre der Begriff "dokumentierter Kindesmissbrauch" nach Ansicht beispielsweise des Vereins Missbrauchsopfer gegen Internetsperren vorzuziehen. Da dann aber kaum jemand wüsste, was gemeint ist, der (zugegebenermaßen nicht ideale) Kompromiss mit den Anführungsstrichen.
Find ich ja lustig. War da nicht mal sowas "Wer nichts schlimmes plant, hat nichts zu verbergen"? Da haben sie ihre meinung ja schnell geändert.


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