Ergebnis 1 bis 11 von 11
  1. #1
    gulli:News Redaktion Avatar von gullinews
    Registriert seit
    Apr 2002
    Beiträge
    10.035

    Standard Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    Gestern wurde im Rechtsstreit um Google Books der entsprechende Schriftsatz zur Vertretung der Interessen deutscher Verleger und Autoren beim zuständigen New Yorker Gericht eingereicht.

    Wer hätte 2004 schon geahnt, dass das Projekt Google Books noch zu solchen Problemen führen könnte? Nein, die Frage ist rein rhetorischer Natur. Eigentlich hätte jeder normaldenkende Mensch die Streitigkeiten vorhersehen müssen, aber dennoch wurden seither millionen Bücher eingescannt und der Öffentlichkeit angeboten. Was dem kleinen Warezseiten-Dealer aus dem Hinterhof das Genick bricht, das erscheint Google offenbar ganz selbstverständlich. Vornehmlich handelt es sich dabei zwar um US-Werke, aber auch der Rest der buchstäblichen Literaturwelt ist vertreten, darunter eben auch Deutschland, das Land der Dichter und Denker.


    weiterlesen

  2. #2
    Mitglied
    Registriert seit
    May 2008
    Beiträge
    98

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    Ist das vom Prinzip her nicht schon wieder so eine Geschichte wie bei Google News, wo Zeitungen sich beschwert haben dass Google ihnen für's indizieren nicht auch noch Geld zahlt?

    Und was sollen die Monopol-Anschuldigungen? Die Bücher kommen nach dem Scannen wieder ins Regal, also kann sie doch auch von jedem anderen Dienst gescannt werden. Ein Monopol wäre es, wenn Google den Zugriff auf die gescannten Bücher irgendwie beschränken würde.

    Also wenn ich ein Autor bin und mein Buch jetzt in Google Books auftaucht, warum sollte ich mich darüber ärgern? Man kann es doch nicht runterladen solange das Buch unter Copyright steht. Man kann es lediglich finden und dann beim Buchhändler seiner Wahl kaufen.

    Übersehe ich da etwas grundlegendes?

  3. #3
    Gesperrt Avatar von testuser2
    Registriert seit
    Dec 2006
    Beiträge
    937

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    "Wer hätte 2004 schon geahnt, dass das Projekt Google Books noch zu solchen Problemen führen könnte? Nein, die Frage ist rein rhetorischer Natur. Eigentlich hätte jeder normaldenkende Mensch die Streitigkeiten vorhersehen müssen, aber dennoch wurden seither millionen Bücher eingescannt und der Öffentlichkeit angeboten. Was dem kleinen Warezseiten-Dealer aus dem Hinterhof das Genick bricht, das erscheint Google offenbar ganz selbstverständlich. Vornehmlich handelt es sich dabei zwar um US-Werke, aber auch der Rest der buchstäblichen Literaturwelt ist vertreten, darunter eben auch Deutschland, das Land der Dichter und Denker."

    Was für ein ausgemachter Schwachfug. Google zeigt nur Bücher mit abgelaufenem Urheberrecht voll an, alles andere nach fair use und mit nur wenigen Vorschauseiten. Wieso stellt gulli sich hier auf einmal auf die Seite der Contentindustrie - wider besseren Wissens? Der Punkt von google books ist doch, dass man so eines Tages Einsicht in Exemplare wird nehmen können, die dank des pervrsen Konstrukts eines noch bestehenden Urheberrechts, aber eingestellter Produktion ansonsten nicht mehr erhältlich wären bzw. zur Zeit noch sind. Ich erinnere mich an einen Fall, an dem ich ein Buch gebraucht aus einer Bibliothek im amerikanischen Hinterland bestellen musste...

    Davon ab ist z.B. google scholar einfach nur saugenial - ich habe Zugriff auf die meisten sehr teuren vergleichbaren Datenbanken via meine Uni, und scholar liefert trotzdem die besseren Ergebnisse, und schneller, und liefert mir schneller meine BibTex Codes. Hooray for google!

  4. #4
    Mitglied
    Registriert seit
    Aug 2009
    Beiträge
    10

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    @testuser2 - genauso sieht es aus. Und dann muss man bedenken, dass die voll downloadbaren Bücher nur als Scans (Buchseite als Grafik in mäßiger Qualität) vorliegen. Zum Lesen mit Spaß absolut ungeeignet. Dazu müssten die Scans erst einmal in textbasierte E-Books umgewandelt werden, was eine Menge Arbeit mit Texterkennung, Korrektur und Formatierung bedeutet.

    Ich vermute, dass Google den Verlagen schon viel zu sehr entgegenkommt. Man verzichtet scheinbar auch bei Werken mit abgelaufenem Urheberrecht auf die Veröffentlichung, wenn Verlage mit den meist klassischen bzw. populären Büchern auch noch heute durch ständige Neuauflagen Geld verdienen.

    Die Zypries will möglicherweise nach dem nicht unwahrscheinlichen Ausscheiden aus dem Amt in den Vorstand eines großen Verlages.

    Einerseits schwafeln Politiker ständig vom Ausbau des Bildungssystems und andererseits treten sie für Ausweitungen des Urheber- und Verwertungsrechts ein, damit Lehrmittel richtig teuer werden.

    Piraten wählen!

  5. #5
    ist launisch Avatar von IhaveNOmouth...
    Registriert seit
    Apr 2007
    Ort
    in uns_ren Köpfen
    Beiträge
    472

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    Was für ein ausgemachter Schwachfug. Google zeigt nur Bücher mit abgelaufenem Urheberrecht voll an, alles andere nach fair use und mit nur wenigen Vorschauseiten.
    Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist man hat sich fremdes Material angeeignet ohne sich die Rechte zu sichern.

    Wieso stellt gulli sich hier auf einmal auf die Seite der Contentindustrie - wider besseren Wissens?
    Contentindustrie vs. Google. Man kann sich nur falsch entscheiden.

    Der Punkt von google books ist doch, dass man so eines Tages Einsicht in Exemplare wird nehmen können, die dank des pervrsen Konstrukts eines noch bestehenden Urheberrechts, aber eingestellter Produktion ansonsten nicht mehr erhältlich wären bzw. zur Zeit noch sind. Ich erinnere mich an einen Fall, an dem ich ein Buch gebraucht aus einer Bibliothek im amerikanischen Hinterland bestellen musste...
    Trotzdem ist es nun einmal ganz klar das Google eine Monopolstelle in dem Bereich digitaler Buchvermarktung anstrebt. Mal schaun wie sich das ganze entwickelt.

    Piraten wählen!
    D'accord.

  6. #6
    Gesperrt Avatar von testuser2
    Registriert seit
    Dec 2006
    Beiträge
    937

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    Zitat Zitat von IhaveNOmouth...
    Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist man hat sich fremdes Material angeeignet ohne sich die Rechte zu sichern.
    Stimmt eben nicht. Erstens einmal: Gerade hier im Board sollte bekannt sein, dass man die Bücher nach dem Scannen eben nich vernichtet, sondern wieder zurückstellt - von 'Aneignung' kann also keine Rede sein. Bei urheberrechtlich geschützten Büchern gibt man nur weniger Seiten an (zu wenige, als dass man sich den Kauf des Buches jemals sparen könnte) und amcht so sogar noch Werbung für die Bücher. Wikipedia verwendet Bilder auch nach Fair Use - sind sie jetzt Diebe?

    Zitat Zitat von IhaveNOmouth...
    Trotzdem ist es nun einmal ganz klar das Google eine Monopolstelle in dem Bereich digitaler Buchvermarktung anstrebt. Mal schaun wie sich das ganze entwickelt.
    Wenn du die Wahl hast zwischen einem oder keinem Anbieter, nimmst du also keinen? Macht Sinn

  7. #7
    Mitglied Avatar von Libertas
    Registriert seit
    Sep 2007
    Beiträge
    106

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    also das buch meiner mum ist auch bei google books und sie hat damit überhaupt kein problem. im gegenteil, sie weiß, dass es sinnvoll ist, wenn man bücherinhalte jedem frei zugänglich macht. die leute, die über google books suchen, wollen eh nur etwas nachschlagen und würden sich das buch in den meisten fällen sowieso nicht kaufen.

  8. #8
    ist launisch Avatar von IhaveNOmouth...
    Registriert seit
    Apr 2007
    Ort
    in uns_ren Köpfen
    Beiträge
    472

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    Zum ersten Absatz muss man allerdings sagen, dass Google konsequent vollständige (!) Scans erstellt und schließlich nur einen Ausschnitt darstellt.

    Wenn du die Wahl hast zwischen einem oder keinem Anbieter, nimmst du also keinen? Macht Sinn
    Natürlich macht es Sinn. Google Books ist doch keine Pionierarbeit (wie so oft geschrieben). Projekte zur Digitalisierung gab es mal wie Sand am Meer. Der einzige Unterschied ist das Ausmaß der Erfassung. Das sich Google durchsetzt ist ja klar bei so einer Hau-Drauf-Politik: "Erstmal alles Digitalisieren, dann fragen." So haben sie sich selbstverständlich mittlerweile auch das größte Angebot und damit eine ganz klare Spitzenposition gesichert. Google hat ja auch die nötigen Mittel dafür.
    Frage dich außerdem, wie gerne nimmst du ein Wissensmonopol in Kauf. Und genau das hat Google dann ja wohl. Nimm noch so umstrittene Beispiele bei Google wie Zensur und Datenmissbrauch und du kochst dir ein ziemlich pervertiertes Süppchen zusammen.

  9. #9
    Retro-Nerd-Hippie

    ex-Moderator

    Avatar von MSX
    Registriert seit
    Sep 2005
    Ort
    Paranoimia
    Beiträge
    9.744

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    Zitat Zitat von testuser2
    Was für ein ausgemachter Schwachfug. Google zeigt nur Bücher mit abgelaufenem Urheberrecht voll an, alles andere nach fair use und mit nur wenigen Vorschauseiten.
    Soweit mir bekannt, ist das nicht korrekt. Google zeigt auch Bücher mit noch aktivem Urheberrecht an, sofern sie nicht mehr im Handel erhältlich sind. Nach US-Recht sind vor 1923 erschienene Bücher frei, nach deutschem Urheberrecht muß der Autor mindestens 70 Jahre tot sein.
    Insofern hinkt da auch der Vergleich nicht. Mach ich eine Seite mit alten Trash-Filmen oder hochspeziellem Sound, welche nicht mehr im Handel sind und biete ich das der Öffentlichkeit an, dann bekomme ich dafür Ärger. Darum gings in dem Satz.

    Die Monopolstellung erhält Google durch eine Regelung im Kartellrecht. Es ist jedem Autor etc. erlaubt, mit anderen Anbietern andere Verträge zu machen. Macht der Autor das, dann darf Google aber diesen Vertrag mit in sein Projekt übernehmen. Es ist also gar nicht möglich, Google außen vor zu lassen, weil sie jeden anderen Anbieter kopieren dürfen. Außerdem darf Google den Preis der Lizenz selbst bestimmen, den jemand dafür zahlen muß, um ein urheberrechtlich noch geschütztes Werk zu sehen, bei dem aber der Urheber nicht auffindbar ist oder sich der Urheber nicht meldet. Damit bleibt also der einzige, der das Recht auf die Preisgestaltung hat, Google selbst.

    Grundsätzlich finde ich es ja nicht einmal verkehrt, daß Google Bücher scannt und allen zugänglich macht und über die uralten Werke, die keinerlei Urheberrecht mehr unterliegen, streitet sich auch keiner. Es geht den Gegnern ja mehr darum, wie mit diesen noch geschützten Werken umgegangen wird. Woher sich Google das Recht nehmen kann und es auch einfach tut, mit den oben genannten Konsequenzen, diese Regeln zu umgehen und noch dazu internationale Verträge und Abkommen nicht beachtet, das ist in dem Rechtsstreit der springende Punkt. - So, wie es IhaveNOmouth... gerade sagte: "erst machen, dann fragen", so sicherten sie sich eine Grundlage zur Monopolstellung.

    Wie Du aus diesem Satz da oben nun ableitest, daß gulli sich hinter die komplette Contentindustrie mit all ihren Absurditäten stellt, das ist mir schleierhaft. :-)

  10. #10
    Unterschichtler Avatar von Swiftrex
    Registriert seit
    Aug 2005
    Ort
    Gedankendeponie
    Beiträge
    458

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    Warum sollte für die Interessen deutscher Verleger und Autoren ein New Yorker Gericht zuständig sein? Das ist doch absurd.

    @testuser2 & @haveNOmouth...

    Zitat Zitat von testuser2
    Macht Sinn
    Zitat Zitat von haveNOmouth...
    Natürlich macht es Sinn.
    Entweder etwas ergibt einen Sinn oder es ergibt keinen Sinn.

    Einen Sinn macht das auf gar keinen Fall. Jedenfalls nicht in der deutschen Sprache.

  11. #11
    ist launisch Avatar von IhaveNOmouth...
    Registriert seit
    Apr 2007
    Ort
    in uns_ren Köpfen
    Beiträge
    472

    Standard Re: Google Books-Rechtsstreit: Zypries verteidigt Autoren vor US-Gericht

    @MSX
    Da stimm ich mal einfach zu.

    Entweder etwas ergibt einen Sinn oder es ergibt keinen Sinn.
    Juter jott, tschuldijung, gnädigster. Aber meine Sprache ist meine Sprache und solangs mir niemand einen Balken in den Mund schiebt tät kümmert michs herzlich wenig was Sinn "macht" oder "ergibt" oder auch nicht. Basta.

  12.  
     
     

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •