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  1. #1
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    Standard Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    Ich wurde gebeten über meine Erfahrungen mit der Flüssigmetall Wärmeleitpaste einen kurzen Bericht zu schreiben.

    Coollaboratory Liquid Pro heißt das Produkt, was ich ziemlich überzeugend finde, aber nicht nur positive Seiten hat.

    Spezifikation, technische Daten, Preis: 10€
    Es handelt sich um völlig neues Konzept der Wärmeleitpaste, denn es handelt sich dabei um eine Metallegierung, die bei Zimmertemperatur flüssig ist. Wesentlicher Bestandteil der Legierung ist Gallium.

    Alternativprodukte basieren in der Regela auf Silikon mit feinen Metallspänen darin. Man kann sich vorstellen, dass damit nicht an die Wärmeleitfähigkeiten einer homogenen Verbindungsschicht heranzukommen ist. Die Wärmeleitfähigkeit der Flüssigmetall"paste" ist knapp 10 mal so gut.

    Da der Gesamtwärmeleitwiderstand einer CPU-Kühlverbindung bestehend aus:
    Heatspreader (Kupfer 2mm dick),
    Wärmeleitpaste (ca 5/100mm) und
    Kühlerfuß (Kupfer 2mm)
    bei Verwendung von Standardpaste knapp zur Hälfte von der dünnen Wärmeleitpastenschicht bestimmt wird, ist die Erwartung an die 10x bessere Wärmeleitfähigkeit groß.

    Einen genauen Vergleichstest mit anderen Pasten überlasse ich den Testprofis, z.B.:
    http://www.computerbase.de/artikel/h...ermeleitpaste/

    Ich möchte mich auf meine individuellen Erfahrungen beschränken.

    Design, Aussehen, optischer Eindruck:
    Wurscht, sieht eh keiner.
    Die spiegelnde flüssige Metalloberfläche hat schon was, aber hier gehts rein um innere Werte.

    Kompatibilität:
    Achtung: Nur Kupferkühler (oder edlere Metalle)!!!
    Alu wird vom Gallium durch Legierungsbildung zerstört. Eine ganz blöde Idee, das trotzdem zu versuchen. Es wird aber deutlich darauf hingewiesen. Für Alukühler gibts die Paste auch in Padform ohne Gallium, und soll das gleiche können. Das gabs aber noch nicht, als ich mir einen Vorrat dieses Produkts zugelegt habe.

    Anwendung:
    Keinesfalls so leicht, wie es beschrieben wird!
    Einfach ein Tröpfchen Paste drauf und den Kühler aufsetzen ist nicht!
    Die Oberflächen müssen sauber und fettfrei sein. Ein fetter Fingerabdruck auf dem Kühler, und das Zeug verbindet sich nicht!
    Selbst, wenn die Oberflächen mit Spiritus gereinigt wurden: Das flüssige Metall benetzt erst nach einiger Überredung mit einem (mitgelieferten) Wattestäbchen die Oberfläche des Heatspreaders. Dieser ist dann völlig verspiegelt mit ein bissl "Gekrissel" da drauf. Woher das "Gekrissel" kommt, weiß ich nicht, denn vorher waren alle Teile sauber und staubfrei. Vielleicht sind das Fussel vom Wattestäbchen, was dann nicht das ideale Werkzeug zum Auftrag sein kann. Ich hab das einfach so hingenommen.

    Danach habe ich den Prozessor in den Sockel gesetzt, und mal den Kühler angehalten. Auf dessen Unterseite zeichnete sich nun ganz leicht mit ein paar winzigen Tröpfchen der Umriss des Heatspreaders ab, und diesem Umriss habe ich dann auch mit dem Wattestäbchen eine spiegelnde Flüssigmetallschicht verpasst. Das stand so nicht in der Anleitung, aber irgendwie wars mir suspekt, die Kühlerseite nicht zu benetzen, da das Zeug sich nicht ganz freiwillig mit der Oberfläche verbunden hat, was ja der Sinn der Wärmeleitpaste ist.

    Einbauen, und fertig!

    Benchmark:
    Mit dem Ding konnte ich meinen Core2Duo E6400 (eigentlich 2,1 GHz) auf 3,2 GHz übertakten, und das (!!!) mit dem Boxed-Kühler. Das ging wirklich. Temperaturen waren nicht berauschend (Vollast über 75°), und hat auch nen Höllenlärm gemacht, weil der Lüfter nur Vollast lief, aber es ging. Aus o.g. Gründen habe ich mir noch einen großen Kühler zugelegt. Das war irgendein "Frostbite" von der Firma Silentmaxx. Der hat mich nicht wirklich überzeugt. Er hat zwar gekühlt wie ein König, aber leise war der Lüfter darauf keinesfalls.

    Zur Leistung der "Paste":
    Die hat mit boxed-Kühler die Temperaturen im Normalbetrieb ca 6-7° gesenkt, und damit auch die Geräuschkulisse direkt mit. Die war echt okay in dem Zustand, aber ich wollte übertakten, und es trotzdem noch ohne Ohrstöpsel neben meinem Rechner aushalten. Einen Vergleichswert mit dem großen Kühler hab ich nicht, da ich da direkt die Metalllegierung genommen habe. Erwartungsgemäß müsste die Wirkung mit besserem Kühler noch größer ausfallen, da bei gesunkenem Gesamtwiderstand der feste Anteil der Wärmeleitpaste stärker ins Gewicht fällt.

    Aktuell habe ich den E6400 auf 3,2GHz übertaktet, und der läuft unter Vollast (Videoencoding mit x264) auf 61°.

    Einziger wirklicher Vergleichswert war der mit dem Boxed-Kühler. Hier hat die Paste die Temperatur um 6-7° gesenkt. Ein respektabler Wert, finde ich!

    Jetzt kommt eine weitere Kehrseite der Medaille:

    Die Wärmeleitschicht härtet aus, wer wissen will warum, soll fragen. Das ist an sich kein Problem, solange keine größere Erschütterung daherkommt, die die harte und spröde Schicht zum reißen bringt. Wenn das passiert (ich bin bei einem Rechnerumbau mal gegen den CPU-Kühler gerempelt) ist die Wärmeleitschicht völlig hin, und muss ersetzt werden. 80° CPU-Temp waren schon bei minimaler Belastung da. Was bei CPUs noch nicht weiter gefährlich ist, da die sich bei zu hoher Temperatur selbst drosseln, kann bei Grafikarten zum Kollaps führen, denn die braten sich dann selbst und sind hinüber, und die Garantie gleich mit^^

    Beim Ersetzen der Wärmeleitschicht muss man nun beide Seiten der Kühlpartner mit Schleifpapier behandeln, um die ausgehärteten Metallreste wegzuschleifen, und wieder eine ebene Fläche für den Kontakt zu schaffen. Das habe ich mit sehr feinem Nassschleifpapier gemacht, und hat auch gut funktioniert, aber um ne CPU ins Wasser zu tunken, brauch man schon Überwindung^^

    Fotos gibts beim Hersteller genug:
    http://www.coollaboratory.com/

    Lieferumfang:
    Spritze mit dem flüssigen Metall
    Reinigungspad, um fettfreie Oberflächen zu schaffen
    Wattestäbchen zum auftragen
    Schleifpad, dessen Sinn ich nicht verstanden habe. Zum Abschleifen der harten Reste taugte es jedenfalls nicht.
    Kosten: ca 10€


    Fazit:
    Pro:
    Unerreichte Leistungsfähigkeit
    Preis/Leistungsverhältnis ist super. An keiner Stelle der Computerkühlung kann mit so wenig Geld eine so große Verbesserung erzielt werden.

    Contra:
    Hoher Aufwand, sowohl beim ersten Einsatz, als auch beim erneuten anwenden.
    Fehleranfällig: geht mal kaputt, und muss dann repariert werden, bevor der Rechner wieder vernünftig benutzt werden kann.

    Kaufempfehlung:
    Von mir ein klares JA! Aber für Leute, die nicht gerne mit ihrem Computer herumbasteln, oder handwerklich ungeschickt sind, sollten vielleicht die Finger davon lassen.
    Geändert von Dispatcher7007 (13. 06. 2011 um 10:55 Uhr)

  2. bedankt sich bei dir

    11 × THX!

    Für diesen Thread bedankten sich die folgenden 11 User bei Dispatcher7007:

  3. #2
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    Standard Re: Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    Hatte auch das Flüßigmetall im einsatz hat mich überzeugt nur das problem wenn die paste bricht. Da ich viel aufs Lan-Patys unterwegs bin habe ich mich wieder für Wärmeleitpaste entschieden aber sonst ist das Metall top.

  4. #3
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    Standard Re: Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    ich hab mir jetzt für meinen Alu-Graka-Kühler diese Paste in Padform bestellt.
    Wenn Interesse besteht, kann ich auch dazu was schreiben. Diesmal wirds aber viel kürzer...

  5. #4
    Rekrut Avatar von Romanow23
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    Standard Re: Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    Ja bitte, geht das Padzeug jetzt auch mit Alu?

  6. #5
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    Standard Re: Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    Wie schon im ersten Post, ca. Mitte, steht gibts die Pads auch ohne Gallium und somit für Alluminum ungefährlich.

  7. #6
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    Standard Re: Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    Ist der Erfahrungsbericht über das liquid metal pad noch gefragt? Dann schreib ich einen...

  8. #7
    Rekrut Avatar von Romanow23
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    Standard Re: Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    Ja bitte, überlege mir diese pads zum ausschneiden zu kaufen. Die ich für die nächsten Rechner verbauen will.

    Ob die CPU nach Monaten/Jahren leicht ab zu bekommen ist, besonders wichtig!

  9. #8
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    Standard Re: Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    Will mich hier auch mal für den Erfahrungsbericht bedanken, da ich in naher Zukunft mein System auch besser kühlen möchte und auch etwas Overclocking betreiben möchte.

    Aber das dass Flüssigmetall nicht sehr praktikabel ist schreckt mich doch etwas ab.
    Wie empfindlich muß man sich das denn vorstellen?
    Ich meine wenn ich einen 15cm Hebel (Scythe Mugen und Konsorten) mit nicht gerade wenig Eigengewicht auf dem Sockel habe und der Rechner auch mal ins Auto geschleppt wird und so manches Schlagloch erleiden muß, dann habe ich schon etwas Angst um die CPU.

  10. #9
    ex-Moderator Avatar von Trinit
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    Standard Re: Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    HiHo,

    sehr schöner Erfahrungsbericht, Kompliment dafür

    Meine Erfahrungen mit Liquid Pro beschränken sich auf den Einsatz mit einem "Zerotherm Nirvana", hier war ich zuerst etwas skeptisch wegen der Nickellegierung, aber auch hier war ein deutlicher Temperaturgewinn zu spüren, ~5°C, ich bin dann auf einen Orochi als Kühler umgestiegen (Wieder mit Nickellegierung), hier trat dann das oben beschriebene Problem innerhalb 14 tagen 3 mal auf, ich vermute aufgrund des Gewichtes (ca 1,3kg mit Lüfter) reichen schon leichte Erschütterungen um den Kühler insgesamt in Schwingungen zu bringen so das er sich vom Prozessor löst bevor er richtig fest ist.

    Auf ein 4tes mal hatte ich keine Lust da die Montage gelinde gesagt leicht nervig ist, so bin ich wieder auf herkömmliche WLP umgestiegen in Verbindung mit dem Orochi.

    Achso... Nachtrag: Mit dem "Zerotherm Nirvana" der nun auch kein Leichtgewicht ist lief das ganze etwa 3 Monate Problemlos, allerdings war das Lösen dann auch sone Geschichte für sich (Musste den Kühler mit Prozesser dann so zusammenhängend vom Mainboard ziehen) beim Prozesser handelte es sich in beiden fällen um einen Q6600.

  11. #10
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    13

    Standard Re: Coollaboratory Liquid Pro - Flüssigmetall Wärmeleitpaste

    Also ich würde dringend abraten von dem Zeug
    ja die 2-3 Monate ist es wirklich etwas besser gekühlt
    aber mit der Zeit wird es nur schlimmer als ein normale paste nicht nur das wenn man es wieder abbekommen will
    hat man auch nur ärger ich würde es nicht empfehlen

  12.  
     
     

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