Bereits seit einigen Jahren werden die Wahlen in Brasilien elektronisch durchgeführt. Das Verfahren ist dabei nach wie vor höchst umstritten. Im Rahmen eines Hacking-Contests soll nun die Sicherheit der elektronischen Wahlmaschinen geprüft werden.
Im kommenden Monat ist es soweit. 26 Computerexperten und Hacker dürfen im Auftrag der Wahlkommission Tribunal Superior Eleitoral (TSE) die elektronischen Wahlhelfer attackieren. Alle Personen, die sich selbst in der Lage sehen, die Geräte zu manipulieren, wurden zugelassen. Ziel ist es dabei, die Fehlerlosigkeit der Geräte festzustellen. Der Oberste Gerichtshof hatte eine entsprechende Entscheidung unterstützt.
Die 26 Experten werden Zugang zur Hard- sowie Software der Geräte erhalten. Zwischen dem 10. und 13. November können sie die Geräte auf Herz und Nieren testen. Während einige davon im Team vorgehen, haben andere sich als Einzelteilnehmer gemeldet. Innerhalb dieser vier Tage werden sie alles daran setzen, die Geräte zu knacken. Neben dem Versuch, die Funktionsweise der Geräte zu entschlüsseln, ist unter anderem eine Manipulation der Stimmzählung angestrebt.
Auslöser für diese Aktion waren immer wiederkehrende Beschwerden, dass Computerexperten in der Lage seien, die Wahlgeräte zu manipulieren. Für den Leiter des TSE, Giuseppe Janino, hat dieser Wettkampf jedoch noch ein anderes Ziel. Sollten im System tatsächlich Lücken vorhanden sein, so könnte man sie damit aufdecken. Die verschiedenen Teilnehmer haben für ihre Angriffe einen zeitlichen Rahmen von einer Stunde (!) bis hin zu den vollen vier Tagen angegeben. Janino vermutet, dass man versuchen wird, die Systeme mit Malware zu fluten. Alternativ könnte er sich vorstellen, dass das Wahlgeheimnis durch das Abfangen der Identifikationsschlüssel gebrochen würde.
Als "Preisgeld" sind 5.000 US-Dollar für denjenigen ausgesprochen, der das System am meisten kompromittieren kann. Die interessantere Frage ist jedoch, was im Falle eines solchen Ereignisses mit den Wahlmaschinen passiert? Vermutlich wird man die Lücken schließen. Die elektrischen Wahlen werden fortgeführt. Aber was einmal knackbar ist, wird auch in Zukunft angreifbar bleiben.
(via slashdot, thx!)
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