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10. 12. 2009, 03:02 #1
[Review] Sharkoon Rush Headset
Vorwort
Wer kennt das Problem nicht: Mal hört man auf der linken Seite nichts mehr, das andere Mal will das Mikrofon nicht mehr wie es soll und häufig macht einem der Wackelkontakt an bestimmten Stellen zu schaffen.
Auf der Suche nach dem perfekten Headset muss erstmal ein riesieger Kopfhörer-Dschungel durchforstet werden. Klar muss es da auch oft billig sein, um die Geldbörse auf Dauer nicht zu sehr zu belasten. Diese "Billigteile" haben aber den Ruf qualitativ einfach zu schlecht zu sein.
Mit dem sehr preiswerten "Rush"-Headset versucht Sharkoon diesen Ruf zu entgehen, und trotz minimalen Preises, hohe Qualität zu bieten.
Ob das gelingt erfahrt ihr im folgenden Test.
http://bilder.afterbuy.de/images/4524/rush_headset.jpg
Sharkoon Rush Headset
Frequenzbereich der Kopfhörer: 20Hz - 20kHz
Kabellänge: 2,3 Meter
Kennschallpegel: 108 dB
Zubehör: Tragetasche
Preis: 12€ - 22€
Lieferumfang und Zubehör:
Hier gibts natürlich wenig zu erwarten, denn Headsets haben meist kein Zubehör oder sonstigen Lieferumfang. Mit dem "Rush"-Headset kommt allerdings ein kleines schwarzes glänzend-glitzerndes Stoffsäckchen zur "edlen" Aufbewahrung des Headsets. Ob man es braucht oder nicht ist sicherlich Ansichtssache, ein nettes "Gimmick" ist es jedenfalls, zumal es auch für andere Zwecke benutzt werden kann. Etwaige Adapter, Kabelverlängerungen und co. sind leider nicht im Lieferumfang enthalten.
1 von 2 möglichen Punkten
Optischer Eindruck:
Das Headset macht einen sehr schlichten Eindruck, denn das ist es auch: schlicht und einfach. Diese Schlichtheit gibt dem Headset aber auch leider einen eher billiges Aussehen und macht es somit nicht unbedingt zum optischen Hingucker auf der LanParty. Doch dieses unscheinbare und bescheidene schwarze Aussehen ist mir persönlich sehr sympathisch und macht zumindest mehr her wie man zunächst meinen könnte.
Eine Besonderheit findet sich allerdings an den 3,5mm-Klinken-Enden: Diese sind nicht wie gewohnt grün für Kopfhörer, rot für Mikrofon, sondern sie sind beide orangefarben. Eine Unterscheidung wird dadurch nur durch einen genaueren Blick auf die Kennzeichnungen möglich. Optisch finde ich ist das kein Nachteil, ich find's sogar eher hübsch. Allerdings kann das andauernde Überprüfen der Kennzeichnung schonmal nervig werden und vorallem im abgedunkelten Raum schonmal zum Problem werden.
1 von 2 möglichen Punkten
Verarbeitung:
Hier macht das Headset wieder einen eher billigeren Eindruck. Das Kopfhörergestell wirkt irgendwie etwas klapprig, die beiden Kopfhörer sind durch viel Spiel etwas locker. So kann das Headset beim Schütteln schonmal als Rassel entzweckfremdet werden. Ein Härtetest durch Biegen, Daraufsitzen oder gegen die Wand werfen hat noch nicht stattgefunden
aber trotz des eher billigen Eindrucks und der Klapprigkeit gehe ich davon aus, dass es relativ viel ausshält und sich als stabiler entpuppen könnte als es aussieht. Das leichte Gewicht sorgt zusätzlich dafür, dass im Falle eines Sturzes, das Headset nicht wie ein Klotz am Boden aufschlägt und somit vor eventuellen Schäden schützt.
Wirklich gut gefällt mir aber die Kabellösung. Das mit 2,3 Meter ausreichend lange Kabel ist nämlich nicht in zwei seperate dünne Kabel für Mikrofon und Kopfhörer die aneinender kleben unterteilt, sondern diese beiden seperaten Kabel befinden sich in bloß einem dickeren Kabel. Hier ist die Gefahr von Knicken und Kabelbrüchen deutlich reduziert und man muss sich nicht gleich Gedanken machen, ob es denn noch funktioniert wenn man mal ausversehen mit dem Rollstuhl über das Kabel rollt. Lediglich die letzten 15cm des Kabels spalten sich in zwei seperate Kabel auf, um das Einstecken der Klinken zu ermöglichen. Auch die Kabelenden scheinen immer jeweils gut verarbeitet und gesichert. Der leidige Wackelkontakt nach 2 Wochen gehört somit der Vergangenheit an.
3 von 4 möglichen Punkten
Klang- und Mikrofonqualität
In dieser Hinsicht hat mich das Headset echt überrascht. Man würde nicht meinen, dass bei so niedrigem Preis eine so gute Klangqualität möglich sei. Anstatt erwartetem Blechsound findet man einen druckvollen und ausgewogenen Klang beim Musikhören vor. Die Bässe sind deutlich und relativ knackig. Klar würde die Klangqualität Menschen der audiophilen Sorte, die 100€-aufwärts-Kopfhörer gewohnt sind, nicht zufriedenstellen. Dafür ist der Klang doch etwas zu unpräzise, das Klangbild zu monoton. Die Bässe, Mitten und Höhen vermischen sich zu stark und können nicht so klar unterschieden werden, wie es bei einem Kopfhörer der gehobenen Preisklasse der Fall wäre. Nichtsdestotrotz werden selbst diese Audiophilen überrascht sein, was schon für 12€ möglich sein kann. Alle anderen die sich aber auch mit etwas weniger zufrieden geben, werden hiervon allerdings sowieso begeistert sein
Etwas getrübt wird der gute Sound beim Zocken. Hier hört sich zwar alles an wie es sich anhören soll: so gibt das Scharfschützengewehr schonmal ein bösartiges druckvolles Geräusch beim Abfeuern, anstatt eines blechernen Zischens und auch Granaten explodieren mit Rumms. Allerdings scheint das Headset bei aufwändigeren kurzen Geräuschen wie Explosionen kurz zu übersteuern. So hört man immer leider auch ein Gebrösel des Sounds und Frequenzdurcheinander bei knackigen Tönen dieser Art (was ich bei der Musik allerdings nie feststellen konnte). Zusätzlich fehlt beim Zocken etwas die Präsenz und die Präzision des Klangs. So hat man nicht ganz das Gefühl des Mittendrin-Seins wie bei teureren Kopfhörern, man fühlt sich immer etwas minimal entfernt. Durch etwas fehlende Präzision fällt auch die Gegnerortung leider etwas schwieriger aus.
Positives lässt sich aber vorallem wieder über die Mikrofonqualität sagen. Hier werden keine Kompromisse gemacht. Die Stimmen sind klar und deutlich hörbar und es ist auch kein Rauschen wahrnehmbar. Besser hätte man es in diesem Preissegment wohl nicht machen können und die Mikrofonqualität kann es auch sicherlich mit Headsets der gehoberen Preisklasse aufnehmen.
Die Lautstärke der Kopfhörer und des Mikrofons können locker ausreichend laut genug für jedermann gestellt werden.
4 von 6 möglichen Punkten
Tragekomfort:
Dieser unterscheidet sich sicherlich von Kopf-/Ohrenform zu Kopf-/Ohrenform, allerdings wurde ich persönlich hier enttäuscht.
Das Headset wird als "ohrenaufliegend" eingestuft. Hier muss man allerdings differenzieren. Es mag zwar sei, dass das Ohrläppchen oder ein kleines Teilchen des Ohres nicht ganz von der Ohrmuschel umschlossen ist, doch fühlt es sich eigentlich zumindest so an. So würde ich das Headset als "ohrenumschließend" bezeichnen und das nicht nur bei kleinen Ohren. Man muss also keine Angst haben beim Tragekomfort aufgrund der Angabe von "ohrenaufliegend" Einstriche zu machen, anders wie es zum Beispiel bei vielen Sennheiser-Headsets, die ja wirklich nur auf dem Ohr aufliegen, der Fall ist. Auch mittelgroße Ohren sollten hier relativ wohl umschlossen sein.
ABER trotz der relativen vorhandenen Umschlossenheit, trotz der relativen Unempfindlichkeit der Ohren meinerseits, drücken die Kopfhörer nach nicht-allzu langer Tragezeit schon schmerzlich. Ich habe mich immer gewundert, wenn ich gelesen habe, dass manche irgendwelche Druckprobleme bei diversen Headsets hatten. Nun habe ich das selbe Problem. Die Ohren werden mit der Zeit gedrückt und schmerzen. Miteinhergeht eine unbequeme Erwärmung der Ohren durch den Druck. Und das alles obwohl man beim Aufsetzen erstmal eigentlich meint, hier würde nichts drücken, zwar alles fest sitzen, aber kein nerviger Druck auf die Ohren. Dieser kommt aber, zumindest bei mir, nach einiger Tragezeit doch. Da ich aber wie gesagt sehr schmerz-unempflindlich bin, nehme ich das Drücken zwar wahr, aber kann es gut hinnehmen und komme damit klar. Es ist nicht so als würde ich es sofort ablegen wollen, bloß wenn es mal hier und da ein bisschen drückt
Aber wie gesagt unterscheidet sich der Tragekomfort von Person zu Person, denn jeder hat unterschiedlich große Ohren und Kopfformen. Da ich aber solches eher schmerzhafte Drücken auf die Ohren noch nie bei anderen Kopfhörern erlebt habe, enttäuscht mich dies dann doch ein bisschen. Als kleiner Trost hat das "Rush"-Headset ein eher geringes Gewicht und wird so nicht zu schwer auf dem Kopf
1 von 3 möglichen Punkten
Was es noch zu sagen gibt:
- Das Headset bietet noch eine, beim aufrechten Sitzen in Solarplexushöhe befindliche und in das Kabel integrierte Reglereinrichtung zum regeln der Lautstärke und mit "On/Off"-Schalter des Mikrofons.
- Das Mikrofon ist sehr flexibel verstellbar. Man kann es in alle erdenklichen Positionen bringen und fixieren. Hier wird sich keiner beschweren können und jeder restlos zufrieden sein.
FAZIT:
Abschließend lässt sich sagen, dass es Sharkoon tatsächlich geschafft hat für sehr wenig Geld, viel Qualität zu bieten. Das Preis/Leistungs-Verhältnis ist hier sehr gut. Allerdings sollte man nicht allzuviel Wert auf den Tragekomfort legen, denn dieser lässt zumindest bei mir zu wünschen übrig. Wer meint damit keine Probleme bekommen zu können, der kann bei dem wirklich günstigen Preis von schon 12€ problemlos zuschlagen.
fusedfusedGeändert von fusedfused (10. 12. 2009 um 03:25 Uhr)
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10. 12. 2009, 03:02bedankt sich bei dir
5 × THX!
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