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25. 01. 2010, 17:13 #1
BVMI: Positionspapier zur Kulturflatrate veröffentlicht
Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat heute ein zehn Punkte umfassendes Positionspapier zur Kulturflatrate veröffentlicht. In diesen 10 Punkten wird knapp erläutert, wieso eine Kulturflatrate nicht funktionieren kann.
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26. 01. 2010, 13:22 #21freier Musiker
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50€ pro Person/Monat sind völlig aus der Luft gegriffen.
Ahoi!
Zunächst mal: Danke für die sehr gut gelungene Widerlegung der 10 Thesen. Ich schließe mich dem komplett an.
Ich hätte aber noch eine Anmerkung zu dem immerwieder auftauchenden nötigen Preis für die Kulturflat von 50€/Person/Monat.
Ich hab mir jetzt mal die Mühe gemacht das nachgerechnet und dabei feststellen müssen:
Diese Zahl ist vollkommener Schwachsinn und liegt um den Faktor 10 daneben.
Mit 50€ pro Monat und Haushalt mit Internetanschluss kämen 18 Milliarden Euro zusammen.
Zum Vergleich: Der gesamte Umsatz(!) mit Tonträgern incl. Downloads und Mobile betrug 2008 1,575 Milliarden.
Nimmt man diese Zahl als Grundlage käme man auf 4,36€ pro Monat und Haushalt.
Das ist mal eine vollständig andere Diskussionsgrundlage als "Jeder Hartz4 Empfänger muß 50€ Zwangsabgabe bezahlen!"
Ich finde es unglaublich daß diese falsche Zahl Zahlen direkt aus dem Justizministerium kommt und überall völlig unhinterfragt übernommen wird.
Wie soll man denn da vernünftig diskutieren?!
lg,
chillheimer
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26. 01. 2010, 13:52 #22Mitglied
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Re: BVMI: Positionspapier zur Kulturflatrate veröffentlicht
Du weisst das die MI schon seit 20 jahren einen Trend nach den anderen verpennt?
Es gibt doch schon in diversen Shops Flatrates, es gibt super günstige Russenshops, es gibt mittlerweile unglaublich viele Firmen die nen Musik Onlinestore aufgemacht habe.(die Preise schwanken dort extrem)
Weisst du wo der Fehler ist, man nutzt das Internet in all diesen Fällen überhaupt nicht, Filesharer nutzen die möglichkeiten voll aus.
Somit sind sie der MI immer vorraus, denn die ist eher damit bschäftigt Gesetze zu machen und Leute zu verklagen.
Die arbeiten mit Hochdruck aktuelle Fileshare Systeme zu torpedieren, wird eins Portal geschlossen kommen 10 neue.
Und alle haben aus den Fehlern der anderen gelernt.
Und wie lange es gedauert hat Torrentbay vom Netz zu nehmen.
Anstatt ein konkurrenz fähiges Packet auf den Markt zu bringen schachert man um cents und versucht den dicksten reihbach aus den Shops zu holen siehe Itunes verhandlungen, wo Itunes der grösste Store im Netz jedes mal aufs neue verteufelt wird.
Ja los wir verwirren den User mal mit restriktionen denn wir wollen ihn vom Filesharing abbringen.
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26. 01. 2010, 13:58 #23Mitglied
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€50/Monat??!
Wie meinen die denn 50 EUR pro Monat für meine kulturelle Verlustierung berechnen zu müssen? Selbst noch zu Zeiten wo es kein Internet gab habe ich keine 100 DM pro Monat für meine kulturelle Bildung ausgegeben.
Schwachfug, genauso wie der Rest auch.
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26. 01. 2010, 14:03 #24Mitglied
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26. 01. 2010, 14:21 #25freier Musiker
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Re: 50€ pro Person/Monat sind völlig aus der Luft gegriffen.
Zypries und Co argumentieren aber mit 50€ für die Kulturflatrate für Musik.
Und wenn schon hier die Argumentationsbasis eine drastisch übertriebene Zahl ist, dann ist es erstmal unerheblich ob da noch weitere Kosten dazukämen.
Und ob Software wirklich in eine Kulturflatrate gehört, das steht nochmal auf nem ganz anderen Blatt. Opensource ja, aber jedes Spiel und jedes Stück Code gratis und frei für alle?
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26. 01. 2010, 15:03 #26
Re: BVMI: Positionspapier zur Kulturflatrate veröffentlicht
@chillheimer
Ich habe mal an einer Präsentation bzgl. Kulturflatrate gearbeitet. Liegt hier auch noch rum, nie vollendet worden. Folgende Werte habe ich dabei für Deutschland angenommen (Umsätze!):
795 Millionen Euro -> Filmbranche (Quelle: ffa.de 2008)
1,575 Milliarden Euro -> Musikindustrie (Quelle: bvmi.de 2008)
1,57 Milliarden Euro -> Interaktive Unterhaltungssoftware (Quelle: biu-online.de 2008)
Darüber hinaus gibt man natürlich die "Verluste" durch Piraterie an. Die liegen bei etwa 1,593 Milliarde Euro. Nachfolgend miteinberechnet:
Macht zusammen: 5,53 Milliarden Euro. (5.530.000.000 €)
In dieser Berechnung fehlen (weil nie weiter vorangekommen), Erwachsenenfilmbranche, eBooks, Anwendungssoftware,...
Rechnen wir also zusammen:
75 Prozent der Haushalte in Deutschland hatten 2008 Internetzugang (Quelle: Bitkom). Im Jahr 2008 gab es 40,1 Millionen Haushalte (Quelle:bundesamt-für-statistik).
Somit waren (abgerundet) 30 Millionen Haushalte mit Internetzugang versorgt. Wenn die Kulturflatrate nun eine Zwangsabgabe für Haushalte mit Internetzugang wäre, ergeben sich bei 30 Mio. Haushalte und 50 Euro folgende Werte:
Wenn diese 50 Euro einmal im Jahr bezahlt würden:
1.500.000.000 Euro --> 1,5 Milliarden Euro
Wenn diese 50 Euro einmal im Quartal fällig wären:
6.000.000.000 Euro --> 6 Milliarden Euro
Wenn diese 50 Euro monatlich bezahlt würden:
18.000.000.000 Euro --> 18 Milliarden Euro
Sinnigerweise werden nicht viele bereit sein, 50 Euro/Monat für die Kulturflat hinblättern zu wollen. Die Hälfte (25 Euro) hätte da schon größere Chancen und würde (nach wie vor) 9 Milliarden Euro Einnahmen generieren.
Man muss aber eben auch weitere Randaspekte in Betracht ziehen. Ist alles nicht ganz einfach.Geändert von Firebird77 (26. 01. 2010 um 16:15 Uhr)
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26. 01. 2010, 17:57 #27freier Musiker
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Re: 50€ pro Person/Monat sind völlig aus der Luft gegriffen.
Ich muss mein letztes Posting korrigieren. Du hast Recht. (von der Software mal abgesehn)
Die Rechnung des Justizministeriums sah wahrscheinlich so aus:
Kino & DVD-Umsatz 2008 = 2,9Milliarden
Buchhandel Umsatz 2008 = 9,6 Milliarden
Nettwowerbemarkt 2009 = 4 Milliarden
Tonträgerumsatz 2008 = 1,5 Milliarden
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18 Milliarden Euro
/30 Mio Haushalte mit Internetanbindung
/12 Monate
=50 €
Das Justizministerium geht also allen Ernstes davon aus, dass bei Einführung einer Kulturflat automatisch TV-, Kino-, DVD und (mein Favorit) der Buchmarkt vollständig kollabieren und sich in NICHTS auflösen werden.
Keiner kauft mehr Bücher, keiner geht mehr ins Kino oder schaltet den Fernseher ein.. nur weil es das ja alles auch im Internet gibt (ganz im Gegensatz zu jetzt!
)
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26. 01. 2010, 21:44 #28Mitglied
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Re: BVMI: Positionspapier zur Kulturflatrate veröffentlicht
Letztlich geht es doch darum die Verluste zu kompensieren. Müsste die Kulturflatrate dann nicht ausschließlich die (angenommenen) Verluste wieder reinholen?
Davon abgesehen, dass die Verluste, sobald Das System implementiert wäre, natürlich sofort drastisch steigen würden und damit nach und nach auch die Kulturflatrate steigen müsste...
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