USA: Restriktionen und Steuern als Journalismus-Retter
Alternativen müssen gefunden werden, um den Journalismus der Zukunft zu finanzieren. Die Federal Trade Commission (FTC) präsentiert nun einige Ideen, die man gemeinsam ermittelt hat.
Re: USA: Restriktionen und Steuern als Journalismus-Retter
Eines ist glaube ich jedem klar:
Über kurz oder lang wird es keine Massenprintmedien mehr geben. Einfach weil Zeitungen und Magazine billiger und einfacher überall per E-Book zur Verfügung gestellt werden können. Die Übergangsphase wird aber zum Glück für die Verleger noch eine ganze Weile andauern, mindestens solange alle Printmedienanhänger keinerlei wirtschaftlichen einfluss mehr haben oder nur einen sehr geringen Einfluss.
Daraus ergibt sich die logisch Konsequenz, wie man dann in Zukunft weiterhin Geldverdienen will. Hier kann man lobenswerter Weise mal anmerken, dass die Printmedien das Problem früher zu erkennen scheinen als die Musikbranche, die von den MP3-Player fast schon überollt wurde.
Wie ist das nun also mit dem Geld?
Im wesentlichen muss man mal festhalten, dass auch automatisch mit der Digitalisierung viele Druckerpressen und Rohstoffe nicht mehr gebraucht werden. Die Nachfrage an Farbe, Papier, Druckereien etc. wird erheblich nachlassen, was zum Wegfall vieler Arbeitsplätze führen wird. Inwie weit man hier neue Arbeitsplätze schaffen kann, darf man dabei durchaus in Frage stellen. Dies ist nicht nur eine Krise der Printmedien, sondern vieler anderer Unternehmen auch.
Woher also mit dem Geld?
In Deutschland haben wir bereits das öffentlich Rechtliche sodass wir von den Privaten nicht erwarten müssen, dass sie uns wichtige Informationen präsentieren. Als Folge dessen, habe sie bei uns die relative Freiheit nur noch für sie profitable Inhalte zu generieren, denen es zweifellos an Vielfalt mangeln wird. Wie dem auch sei, wenn 90% der Einnahmen der Printmedien durch Werbung generiert werden, dann frage ich mich, wieso eine Umstellung auf ein rein digitales Medium hier nicht mithalten kann, wenn man bedenkt, dass Werbung im Internet zu eine der wichtigsten Einnahmequellen zählt. Schließlich fallen die ganzen Kosten der Druckerpressen etc. komplett weg, sofern man einsehen hat und diesen Markt aufgibt. Schlussendlich, fallen fast nur noch Kosten für die Server, deren Instandhaltung und für die Redaktion an. Daher sehe ich nicht, wieso man hier so ein Drama aus dem ganzen macht, wenn sie im Internet denn genauso gut Werbung machen können und die ganzen Druckerkosten wegfallen.
Fazit: Die komplette Digitalisierung dürfte schlussendlich billiger und umweltfreundlicher sein, als ein Medium auf "toten Bäumen", und kann zudem mit den gleichen Einnahmequellen aufwarten, wie bei den klassischen Printmedien, nämlich Werbung. Hier gibt es nur ein Problem, wenn man versucht, die Printmedien um alles in der Welt am Leben zu erhalten.
Abschließend möchte ich mal daran erinnern, dass die ersten Printmedien gar nicht mit einer Gewinnabsicht gegründet wurden und auch heute gibt es noch viele Printmedien, die von den Einnahmen gerade so die Druckkosten begleichen können. Hier kann man sämtliche Schülerzeitungen durchaus als Beispiel sehen. Allgeimein ist es so, dass die meisten Künstler und Kreativen, welche sich schlicht auf die Aufbereitung von Informationen (Märchen, Musik und Gechichten sind auch Informationen) und deren Präsentation konzentrieten, nie eine Gewinnabsicht verfolgten. Das kam erst mit der Zeit, als man feststellte, dass die Leute dafür bezahlen wollen und mehr davon haben wollen. Dadurch entstand eine große Nachfrage die immer intensivere Arbeit bedeutet und erst daraus entstand der Wunsch davon Leben zu können. Heute Leben einige sogut davon, dass ihre Arbeit in keinem Verhältnis mehr mit ihrem Verdienst steht, sodass sich in dieser Branche viele Schmarotzer breit gemacht haben. Es ist Zeit für ein Gesundschrumpfen.
Leider gilt in der Wirtschaft auch das Trägheitsgesetz (1. Newtonsches Gesetz):
Trägheitsgesetz: Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmig geradlinigen Bewegung, solange keine äußeren Einflüsse auf ihn wirken.
Re: USA: Restriktionen und Steuern als Journalismus-Retter
Jaja - Jahrelang durfte der Neoliberalismus durch den Trichter der Zeitungen einem Sprachrohr gleich die Freiheit der Märkte Lobpreisen und als Alternativloses Allheilmittel proklamieren ...
Und nun schmecktet die bittere Medizin doch nicht wohlfeil nachdem man sie selber verzehren soll ?
Hach wie bösartig meine Gedanken um Geschichten kreisen ...
Aber auch diese Lektion wird vergessen werden ...
Gleichwohl ist es eine hehre Aufgabe die einer Lösung bedarf.
Doch statt sich in Demut seines Versagens dem Grund des Scheiterns zuzuwenden, welcher in der Abwendung von der Verteidigung der Allgemein Interessen zu sehen sein dürfte, wird mit Zwang von oben herab versucht, aus arroganter Denke, der eigene Machtapparat zu erhalten.
Re: USA: Restriktionen und Steuern als Journalismus-Retter
ah-ha subventionen sollen nun der heilsbringer sein für eine industrie die zu dämlich ist, sich auf neue zeiten einzustellen
von jedweder zwangsabgabe wird der verbraucher nicht profitieren
mag sein das der content dann evtl. for free ist, aber er ist teuer erkauft
Re: USA: Restriktionen und Steuern als Journalismus-Retter
Mich wundert ja, dass Obama nicht gleich die (extrem erfolgreichen) Einnahmen von FoxNews, Limbaugh und co beschlagnahmt, um "politische korrekte" Presse (die keiner liest) zu fördern.
Re: USA: Restriktionen und Steuern als Journalismus-Retter
Schon interessant, wie wenig Leute sich für dieses wichtige Thema interessieren...
Wie dem auch sei - was mir bei der anhaltenden Debatte um die journalistische Zukunft immer wieder auffällt, ist die Tatsache, dass zwar immer wieder gerne das Internet als böser Mordbube an der Zeitungslandschaft hingestellt wird, niemals jedoch all die billigen Gratis-Zeitungen genannt werden, die ungefragt Sonntag für Sonntag (und in vielen Städten auch noch während der Woche) die Briefkästen und Hauseingänge verstopfen. Viele dieser Werbezeitunen, die mit Journalismus ungefähr soviel zu tun haben wie ein aldi-Prospekt mit dem Pulitzer-Preis, stammen zudem aus Verlagshäusern, die auch Tageszeitungen von echten Journalisten gegen Bares anbieten. Und dann wundern die sich, dass manche Leute keine Zeitungen mehr kaufen wollen.
Was das Thema Zeitungen und Internet betrifft, da haben langfristig gesehen nur solche Zeitungen eine Zukunft, die das Internet nicht als böse Konkurrenz, sondern als Ergänzungsmedium begreifen. Es wird immer genügend Menschen geben, die bereit sind, für guten Journalismus zu bezahlen. Und wenn ich mein Produkt dann sowohl auf Papier als auch am Bildschirm, igitt-Pad oder sonstwo lesen kann, dann ist das sogar eine enorme Bereicherung.
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