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05. 09. 2010, 13:38 #1Chefredakteur
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Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
Alexander Maiwald arbeitet seit weit über 20 Jahren in der Medienbranche und er hat sich als Arbeitsbereich schnell für Musik entschieden, weil sie ihm beruflich wie privat am nächsten ist. Wir sprechen mit ihm über den geplanten 3. Korb des Urheberrechtsgesetzes, die GEMA, die Three-Strikes-Pläne des BVMI, die Zukunft der Musikdistribution im Allgemeinen und illegales Filesharing im Speziellen.
zur News
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05. 09. 2010, 19:49 #2
Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
Mensch, der Jörg Kachelmann sieht auf dem Bild aber komisch aus:

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05. 09. 2010, 21:49 #3Mitglied
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Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
ich habe mir auch gedacht der der dem total ähnlich sieht


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05. 09. 2010, 21:54 #4Chefredakteur
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Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
Ich will ja nicht meckern aber ich habe X Stunden an der Ausarbeitung dieses Interviews gearbeitet. Alles was euch interessiert ist, ob Alex einem Wetterfrosch aus dem Fernsehen ähnlich sieht? Ich glaubs nicht...
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06. 09. 2010, 17:48 #5
Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
Das liegt vielleicht daran das sich die meisten nicht wirklich für die Thematik interessieren. Die meisten ziehen es vor sich sowas illegal aus dem Netz zu ziehen, ohne sich dabei Gedanken über eine mögliche Straftat zu machen.
Und um ehrlich zu sein, mit Musik und Recht beschäftige ich mich persönlich auch nicht so wirklich. Da das aufzeichenen von Radio-Streams legal ist, habe ich im Grunde eine kostenfreie Quelle für Musik, die mich sogar mit neuen Titeln bekannt macht.
Zahlen für Musik? Um ehrlich zu sein, Nein! Nicht auf der Weise wie sie im Moment vertrieben wird. Eher würde ich für einen Streaming-Dienst zahlen wo das Geld dann so verteilt wird, was ich als Nutzer am meisten in meiner Playlist anhöre. Aber für eine Musikdatei selbst oder einem Album würde ich nicht freiwillig zahlen, da es einfach zu teuer ist wenn man es auf lange Zeit berrechnet. (nach kurzer Weile werden die Leider für mich eh langweilig wenn ich mich satt gehört habe, keine flexibilität)
Illegale Angebote werden legalen Angeboten immer von der Zahl her trotzen! Zumindest solange es so leicht ist wie heute, in den Filehoster Zeiten und solange die Preise und Verkaufmodele nicht dem aktuellen Digitalen Zeitalter angepasst werden, werden die meisten eh immer nach Geiz ist geil handeln.
Welche Aussage ich aber zustimmen muss ist das man je nach Qualität und Leistung doch auch geneigt ist legale Angebote zu kaufen, wenn es bequem, einfach und sicher ist. Zum Beispiel Download-Anbieter mit fairen Preisen. Für ein altes Spiel würde ich keine 40 oder 50 Euro ausgeben. 15 Euro höchstens...! Ebenso Spiele die fast nur aus DLCs bestehen, empfinde ich im Moment als zu hoch angesetzt. Neue Spiele dagegen können gern für eine Weile teuer sein, so das die Firmen an ihren treuen Fans verdienen können.
Bei Software ist das nochmal anders, da sind die Preise so hoch angesetzt das es mehr als nicht Zeit gerecht wirkt. Was soll ein Privatanwender der vielleicht nie proffesionell seine Werke verkauft hunderte von Euros in eine Suite von Adobe, Office oder ähnlichem investieren. Ebenso Einmal-Lösungen die man im Jahr vielleicht einmal braucht und im nächsten Jahr mit einer neuen Version schon wieder OutToDate sind.
Ich hoffe das sich der Markt weiter entwickelt, sich die Preismodelle dem aktuellen Zeitalter anpassen und mehr auf herunterladbare Inhalte gesetzt wird. Große Software und Tools die man zum fairen Preis je nach Ziel (privat/gewerblich) mieten kann und faire Preiskonditionen für Spiele und andere Unterhaltsame Medien.
Ich schätze da würden Vertriebe, Dienstleister und Künstler mehr dran verdienen als mit dem aktuellen Model. Dank herunterladbaren Inhalten und den Preiswettbewerben der Shops konnte ich zumindest den Großteil meiner Spiele und einiger Programme die ich wirklich schätze gegen legale Versionen eintauschen.Geändert von antiHacker (06. 09. 2010 um 17:59 Uhr) Grund: Gramatik Korrektur
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07. 09. 2010, 06:03 #6Mitglied
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Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
tja lieber Ghandy, keiner kann sich sein Publikum aussuchen, es sei denn er kontrolliert, zensiert ..... wo wir schon beim Thema wären ..... legal, illegal, scheissegal ....
Was ist illegal? Es ist das illegal, was die Contentindustrie, durch Lobbyarbeit,
über die Politiker per Gesetzgebung als illegal definieren lässt.
Ich nenne das Korruption.
In Deinem Artikel sprichst Du ja die Bestrebungen der Industrie (3-Strike-Gesetz)
schon an.
Aber die Bestrebungen gehen ja noch viel weiter ... wenn ich mich da nicht irre.
So z.B. soll ja das Recht auf eine Privatkopie auch noch entfallen.
Auch kann ich die Ausflüchte so mancher "Musikbranche-experten" nicht mehr hören bzw. lesen.
Lieber Her K ... ehm Maiwald. Die Jagd auf jeden "kleinen" Rechtsverletzer hat schon längst begonnen und wird von der Industrie als zusätzliche Einnahmequelle (Geschäftsmodell: Abmahnung) genutzt.Lars Sobiraj: Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) macht sich seit Monaten für eine Three-Strikes-Regelung stark, bei der illegale Filesharer erst verwarnt und später von ihrer Internetleitung getrennt werden sollen. Hälst du das für eine geeignete Maßnahme?
Alexander Maiwald: Kommt ganz drauf an, ob diese Kanone auf Spatzen gerichtet wird, oder nur zur Großwildjagd verwendet. Ich denke: je größer der Maßstab, in dem jemand gegen geltendes Recht verstoßendes Material anbietet, desto eher lassen sich drastische Maßnahmen legitimieren.
Ein 3-Strike-Gesetz wird diese Jagd nur vereinfachen.
Provider-Industrie - unter sich - ohne jegliche staatl. Konrtolle = Ermittlung, Sanktionen gegen abgebl. Rechtsverletzer.
Ich nenne das Selbstjustiz.
Es sollte die Industrie dann nicht verwundern, wenn der Privatmann, diese dann auch ausüben wird.
In welcher Form das geschehen könnte? Das bleibt der Kreativität der Betroffenen überlassen.
Die Industrie hat nun einmal ein Produkt entwickelt, das sich ähnlich einer Frucht
in eigenem Garten beliebig oft reproduzieren lässt.
lol ...... wenn das UrhG nur den Urhebern dienen sollte, könnte man es getrost entschlacken.
Zitat von Alexander Maiwald:
Vlt. hat Herr Maiwald bei dieser Formulierung an seinen Job gedacht.
Das juckt recht wenig.Es muss möglich sein, auf unkomplizierte und unbürokratische Weise grenzüberschreitend Inhalte legal nutzbar zu machen. Solange dass nicht möglich ist, sind die Verwertungsgesellschaften nicht in der Gegenwart angekommen.
Aber möchten wir, die Konsumenten das überhaupt?
Und zu welchem Preis? Ich rede nicht in Euros, sondern hier wäre das Stichwort ACTA, oder?
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07. 09. 2010, 06:12 #7
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08. 09. 2010, 00:15 #8
Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
schönes Interview!
Mich verblüfft immer wieder, dass man rein anhand der Aussagen zu Filesharing etc. erkennen kann, ob derjenige eine Ausbildung bei einem Major gemacht hat oder nicht
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09. 09. 2010, 04:23 #9Mitglied
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Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
Hui, langes (und auch gutes) Interview.
Das ursprüngliche Problem war für mich der Preis der Medien. Mittlerweile ist es aber auch die Bequemlichkeit. Wobei ich auch nicht verstehe, warum manche Leute lieber einen Premium Account von Firma XY kaufen, als das Medium selbst.
Des weiteren verstehe ich die Preise für Musik oft nicht. Wieso soll den bitte ein Massenprodukt mehr als eine CD einer kleinen Band? Die geringeren Produktionskosten werden einfach nicht weitergegeben.
Na klar kenne ich die Angebots-Nachfrage Methode. Warum gilt das eigentlich nicht für alle Produkte? Aber ich schweife ab....
Ich danke, dass viele gerne die Künstler unterstützen würden. Aber auch ich habe keine Lust den großen Plattenfirmen Geld in den Rachen zu werfen.
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09. 09. 2010, 10:54 #10
Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
zu der sache mit den premium accounts ist die sache sehr einfach zu erklären: ein premium acc kostet im monat ca 8€ und man bekommt dafür meist soviele daten wie die leitung hergibt. aber selbst wenn man es zu den alten konditionen von rapidshare (150gb/monat) kaufen würde wäre die leistung die man dafür bekommt immer noch weitaus besser als die die man von der contentindustrie bekommt. ein wettbewerbsfähiges system seitens der contentindustrie wird es nie geben, da sie ihre preise immer zu hoch ansetzen würden.
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09. 09. 2010, 11:38 #11
Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
das kann man doch nicht vergleichen. filehoster zahlen keine produktions- und personalkosten, die für die herstellung der musik/viedeos/software anfallen. sie profitieren einfach nur von der leistung und den investitionen anderer.
bei kleineren indie-veröffentlichungen, mit stückzahlen von wenigen tausend, ist es tatsächlich knapp kalkuliert.
bei kommerziellen nummern wie lady gaga, katy perry, etc. sind die margen auch nicht viel höher, da wird unheimlich viel in werbung und promotion gesteckt, aber die masse machts einfach.
hier gibts übrigens einen sehr schönen artikel von bob lefsetz (DER ami-musikbranchen-insider) zur marketingstrategie hinter katy perry: Re-Katy Perry
wenn du den "großen plattenfirmen" kein geld in den rachen werfen willst, dann darfst du nichts von universal, warner, sony oder emi kaufen. ob du so einen individuellen musikgeschmack hast, weiß ich nicht.
(bei manchen großen indies wie nuclear blast verdienen newcomer-bands auch fast nichts)
wenn du die künstler unterstützen willst, dann kauf deine cds/downloads wenn möglich direkt beim label oder künstler. itunes bietet auch noch annehmbaren margen. aber ketten wie amazon oder mediamarkt haben so viel marktmacht, dass sie bei den vertrieben unverschämte rabatte bekommen, und am ende mehr verdienen als der künstler und das label selbst.
oder noch besser: kauf ein t-shirt, audiolith zB verdient mehr an seinen shirts als an cds, weil man die nicht so einfach kopieren kann.
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09. 09. 2010, 14:04 #12Mitglied
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Re: Online-Shops vs. illegales Filesharing - Alexander Maiwald im gulli:Interview
"Richtiges" Filesharing ist anonym und kostenlos

Früher war es so, dass die Tour eine Promotion für das Album war. Heute wird mit der Tour Geld verdient. Solang sie dann die Alben billiger machen, soll´s mir recht sein. Hintenrum ärger ich mich dann aber doch über die Preise für Konzerttickets.
Es ist auf jeden Fall eine Zwickmühle. Ich versteh auch die vielen kleineren Bands, die sofort unterschreiben, wenn Sony ihnen einen Vertrag vorlegt.
Über kurz oder lang verstehen die Plattenfirmen auch die neue Generation von Mediennutzern. Ob es die Politiker verstehen steht in den Sternen.
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