Ergebnis 1 bis 19 von 19
  1. #1
    Mitglied Avatar von Annika_Kremer
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    Standard Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Der isländische Journalist Kristinn Hrafnsson ist im letzten Jahr zu einem der prominentesten Sprecher des Whistleblowing-Projekts WikiLeaks geworden. Gerade seit den Vorwürfen gegen Julian Assange und dessen letztendlicher Festnahme übernahm Hrafnsson eine prominente Rolle. In einem Interview nahm er nun Stellung zur Situation des Projekts.

    zur News

  2. #2
    Mitglied Avatar von Roter_Milan
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Besonders die letzten Worte dieses Statements sollten sich die Gegner von WikiLeaks gut ansehen.
    Die Tendenz zur Geheimhaltung nimmt stetig zu.
    Wer aber ist oder sind diejenigen, die irgendwelche Vorgänge als geheim einstufen, und wer kontrolliert sie bei diesen Tun? Richtig ist, dass manche Dinge nicht ausgeplaudert werden dürfen, richtig ist aber auch, dass Geheimhaltung und "nationale Sicherheit" immer öfter vorgeschoben werden, um illegale Machenschaften der Regierenden zu vertuschen.

    Ich kann mich erinnern, dass vieles in der DDR damals geheim war. Nachdem sich dieser Staat aufgelöst hat, und man Zugriff zu diesen Verschlusssachen hatte, stellte sich schnell heraus, dass je geheimer eine Sache war, eine desto größere Schweinerei dahinter gesteckt hat. Was viele vermuteten, wurde so oft belegt.

    Und heute? Wie weit sind wir heute schon? Ist der Aufschrei und sind die Reaktionen von Regierungen und Unternehmen ein Indikator dessen, wie tief dreckig diese Geheimiskrämerei tatsächlich schon ist? Warum sind Dokumente wie "Colateral Murders" als geheim eingestuft? Fürchtet man Reaktionen wie die auf die Bilder und Filme damals im Vietnamkrieg? Wird die Geheimhaltung benutzt, um bewusst zu zensieren? Welche Rolle spielen die Medien, die im 2. Golfkrieg die vom Militär zensierten Bilder noch scharf kritisierten, im 3. Golfkrieg dagegen kaum noch kritisch zu hören waren?

    Gewiss, WikiLeaks kann nicht auf alle Fragen eine Antwort geben, aber WikiLeaks kann uns einen Teil der Informationen liefern, von denen wir uns die Antworten auf alle diese Fragen selbst geben können. Ich wünsche daher WikiLeaks alles Gute bei der weiteren Arbeit und bin froh, dass Kristinn Hrafnsson und die anderen TROTZ ALLEDEM! am Ball bleiben!

  3. #3
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    Thumbs up Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Guten Morgen,....es wäre schön wenn ich diesen Artikel in den Öffentlichen Medien auch sehen, lesen oder hören könnte.....sehr gut, danke...!!

  4. #4
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Zitat Zitat von Roter_Milan Beitrag anzeigen
    Besonders die letzten Worte dieses Statements sollten sich die Gegner von WikiLeaks gut ansehen.
    Die Tendenz zur Geheimhaltung nimmt stetig zu.
    Wer aber ist oder sind diejenigen, die irgendwelche Vorgänge als geheim einstufen, und wer kontrolliert sie bei diesen Tun? Richtig ist, dass manche Dinge nicht ausgeplaudert werden dürfen, richtig ist aber auch, dass Geheimhaltung und "nationale Sicherheit" immer öfter vorgeschoben werden, um illegale Machenschaften der Regierenden zu vertuschen.

    Ich kann mich erinnern, dass vieles in der DDR damals geheim war. Nachdem sich dieser Staat aufgelöst hat, und man Zugriff zu diesen Verschlusssachen hatte, stellte sich schnell heraus, dass je geheimer eine Sache war, eine desto größere Schweinerei dahinter gesteckt hat. Was viele vermuteten, wurde so oft belegt.

    Und heute? Wie weit sind wir heute schon? Ist der Aufschrei und sind die Reaktionen von Regierungen und Unternehmen ein Indikator dessen, wie tief dreckig diese Geheimiskrämerei tatsächlich schon ist? Warum sind Dokumente wie "Colateral Murders" als geheim eingestuft? Fürchtet man Reaktionen wie die auf die Bilder und Filme damals im Vietnamkrieg? Wird die Geheimhaltung benutzt, um bewusst zu zensieren? Welche Rolle spielen die Medien, die im 2. Golfkrieg die vom Militär zensierten Bilder noch scharf kritisierten, im 3. Golfkrieg dagegen kaum noch kritisch zu hören waren?

    Gewiss, WikiLeaks kann nicht auf alle Fragen eine Antwort geben, aber WikiLeaks kann uns einen Teil der Informationen liefern, von denen wir uns die Antworten auf alle diese Fragen selbst geben können. Ich wünsche daher WikiLeaks alles Gute bei der weiteren Arbeit und bin froh, dass Kristinn Hrafnsson und die anderen TROTZ ALLEDEM! am Ball bleiben!
    Selten so einen Unfug gelesen, echt da werden zigtausend dokumente rausgehauen und du meinst das Zensur öfter passiert... das GEGENTEIL ist doch dadurch der fall... mann ey oder hattest du vorher doppelt soviele leaks und jetzt nur die hälfte ? nee oder ?

  5. #5
    Mitglied Avatar von GamerTLG
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Sposh...du hast da etwas falsch verstanden. Vielleicht lags auch an der Artikulierung von Roter_Milan.

    Kann burningmrg leiter nur 100% zustimmen wie die öffentlich rechtlichen mit dem Thema Wikileaks umgehen ist mehr oder weniger ein Skandal der aufzeigt wer die Richtung bestimmt dort.

    Es wurden in dieser Woche bis auf Montag keinerlei Depeschen News gebracht dort, man versucht dort ausserdem immer wieder WL, Assange und die "Hacker" zusammen in einem Satz zu bringen um alle drei im negativen Licht erscheinen zu lassen.

  6. #6
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Verstehe schon was du meinst, aber das Fernsehn war schon immer Bildmässig.. was ist daran neu ? Diese ganze wikileaks-verschwörung ist halt ein Inet Ding und dreht sich speziell um Assange,Hacker und die leaks.. die offentlich/rechtlichen sind für Rentner die wissen nichtmal was leak bedeutet, oder nicht ?

    Es gibt nunmal diese Vorwürfe und die Stellungnahmen der Beteiligten, aber warum sollten diejenigen die quasi der Regierung gehören übermässig wikileaks pushen ? Wo soll da der sinn für die sein ? Die warten halt bis sich was wirklich neues ergibt, z.B. eine Verurteilung usw.

  7. #7
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Hrafnsson [...] ist der Ansicht, dass es WikiLeaks als Ergänzung zu klassischen Medien geben muss.
    Hatte genau darüber mit einem Freund vor einem halben Jahr eine Diskussion. Wenn Wikileaks "eine Ergänzung" der Medien ist und ich mal davon ausgehe dass Wikileaks noch weiterhin bestehen bleibt könnte man es als "5. Gewalt" in einem Staat ansehen (zumal Regierungen ja offenbar Ängste vor Wikileaks zeigen). Wo ist dann die Konkurrenz zu Wikileaks ?

    Wer entscheidet welche Dokumente veröffentlicht werden und beeinflusst somit die öffentliche Sicht in einer bestimmten Richtung ?

    Was ist "Richtig" zu veröffentlichen und was ist "Falsch" ?

    Das ist jetzt zwar ein wenig ketzerisch und ich bestreite auch gar nicht dass Wikileaks "die richtigen" Entscheidungen trifft - doch halte ich es für sinnvoll mal darüber nachzudenken dass auch Wikileaks politisch nicht neutral ist (sein kann).

  8. #8
    Mitglied Avatar von awichai
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Zitat Zitat von Ritterchen Beitrag anzeigen

    Das ist jetzt zwar ein wenig ketzerisch und ich bestreite auch gar nicht dass Wikileaks "die richtigen" Entscheidungen trifft - doch halte ich es für sinnvoll mal darüber nachzudenken dass auch Wikileaks politisch nicht neutral ist (sein kann).


    seh ich auch so, wl wird in den himmelgelobt und als vertreter der meinungsfreiheit gefeifert. dabei ist wl das paradebeispiel an einseitiger berichterstattung und dazu noch intransparent und assange ist mir nicht gerade sympatisch.

  9. #9
    Mitglied Avatar von Xenor
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Zitat Zitat von awichai Beitrag anzeigen


    seh ich auch so, wl wird in den himmelgelobt und als vertreter der meinungsfreiheit gefeifert. dabei ist wl das paradebeispiel an einseitiger berichterstattung und dazu noch intransparent und assange ist mir nicht gerade sympatisch.
    Wieso einseitig? Am Anfang gab es dort Dokumente zu allem, aus allen Ländern.
    Nur die drei letzten großen Leaks haben sich ziemlich auf Amerika konzentriert, was aber einfach daran liegt, dass sie diesen riesigen Datenhaufen aus Amerika bekommen haben.
    Es wurden doch schon Leaks zu China und Russland (und bestimmt auch noch anderen) angegündigt. Ich denke schon, dass WL neutral ist.
    Und wie sollte WL deiner Meinung nach transparenter sein? Sicher sortieren sie bestimmte Sachen aus. Aber wie sollte man sowas "transparenter" machen?
    Und was hat deine Einschätzung von Assange mit WL zu tun? Er ist vielleicht der Gründer, aber nicht WL. Außerdem, wie willst du ihn persönlich einschätzen? Hast du ihn jemals getroffen?

  10. #10
    Mitglied Avatar von awichai
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    es wird schon einen grund haben warum viele wl mitarbeiter gegangen sind. intransparenz und assanges führungsstil.

  11. #11
    Mitglied Avatar von Wulk
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Ich würde die aktuelle Situation bei WikiLeaks so einschätzen, dass WikiLeaks nicht mehr wirklich WikiLeaks ist ...

  12. #12
    Mitglied Avatar von Psyduck
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Zitat Zitat von Sposh Beitrag anzeigen
    die offentlich/rechtlichen sind für Rentner die wissen nichtmal was leak bedeutet, oder nicht ?
    Nein. Die ÖR sind die einzigen Fernsehsender, die zumindest ab und zu auch mal was Informatives bringen. Ich liebe z.B. Arte für die guten Dokus und auch die anderen haben öfter mal was Gutes im Programm. Die Privaten dagegen taugen *ausschließlich* zur Unterhaltung und Berieselung und dort muß man auch deutlich mehr Tretminen in Form absolut hirnfreier Sendungen ausweichen. Im Grunde schaue ich die nur noch wegen der importierten, guten Serien und WWM.

    Kann es sein, daß du "ÖR = ARD + ZDF" annimmst? Das wäre dann nämlich falsch und würde deinen Kommentar erklären ;-)

  13. #13
    Mitglied Avatar von Farzi
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    @Transparenz- und Neutralitätsdebatte:

    WikiLeaks ist keine staatliche Institution. Es finanziert sich über Spendengelder. Daraus folgt aber, dass WikiLeaks weder wirklich transparent, noch neutral sein muss. Jeder kann jederzeit sein eigenes WikiLeaks aufbauen, wenn er sich den Stress antun möchte. Jeder darf sich selbst überlegen, ob er für WikiLeaks Geld ausgibt oder nicht.
    Es ist übrigends mit OpenLeaks bereits eine "Konkurenzplattform" in Bau.

    Seht WikiLeaks nicht als Ersatz für ein staatliches Informationsblatt, sondern lieber als Taz, Spiegel oder meinetwegen auch Bild. Jeder muss selbst entscheiden, für wie glaubwürdig er WikiLeaks hält.
    WikiLeaks selbst ist vermutlich streng hierarchisch und eher wie ein Geheimdienst aufgebaut. Bisher hat sich das Konzept wohl bewährt. Andere werden das eventuell anders machen. OpenLeaks trägt die Transparenz beispielsweise quasi schon im Namen.

    Insgesamt ist das Leak-Plattform-Konzept noch jung (in der Praxis; die Theorie gibts schon etwas länger). Es werden noch Kinderkrankheiten ausgebügelt und der richtige Führungsstil (falls es den überhaupt gibt) ist auch noch nicht völlig klar.

    @Manches sollte aber Geheim bleiben:

    Es gibt zwei generelle Entscheidungsmäglichkeiten:
    1. Notfalls verzichten wir auf etwas Aufklärung zum Schutz der Daten.
    2. Notfalls verzichten wir auf etwas Geheimnisschutz zugunsten der Aufklärung.

    Für was man sich entscheidet, ist egal. Allen Recht machen geht nicht. Ich wähle ersteres, weil sich die Politik in der Vergangenheit als jede-Lücke-für-Schweinereien-ausnutzend herausgestellt hat. Und Ersteres ist prinzipiell leichter und ressourcensparender umsetzbar als die zweite Möglichkeit.

    Aber letztlich ist es die Frage nach der Sicherheit. Will ich lieber mit einem geringfügig höheren Risiko leben und dafür viele ressourcen und Freiheit opfern oder lieber mehr Freiheit genießen. Gilt eher "wenn auch nur möglicherweise ein Leben gerettet wird, ist es das wert" oder "die Verhältnismäßigkeit der Mittel ist zu wahren".

    Bedenkt, dass sich geheime Informationen effektiv jeder rechtsstaatlichen Kontrolle entziehen. Wer etwas als "top secret" einstufen kann, kann letztlich machen, was er will und niemand wirds erfahren, wenn es keiner Leakt oder den Leak keine angesehene Presse publiziert.
    Was ist die Demokratie wert, in der ich nur staatlich gefilterte Informationene als Entscheidungsgrundlage habe!

    Ein WikiLeaks ist zu wenig, das stimmt. Aber es wird viele geben und man wird damit Leben müssen, dass auch ab und an die Privatsphäre eines Menschen missachtet werden wird. Das ist nicht schön, lässt sich aber nie wirklich vollständig verhindern. Wir werden auch nie vollständig Verkehrstote verhindern können. Aber wir können vieleicht
    die Presse etwas stärken und unabhängiger machen. Auf dass sich die Politik etwas mehr beobachtet fühlt.

  14. #14
    Mitglied Avatar von Xenor
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Zitat Zitat von awichai Beitrag anzeigen
    es wird schon einen grund haben warum viele wl mitarbeiter gegangen sind. intransparenz und assanges führungsstil.
    Oder eigener Ehrgeiz, der in WL nicht ausreichend befriedigt wurde.
    Sicher hat sich Assange ziemlich in den Mittelpunkt gestellt, aber ob das jetzt allgemein gut oder schlecht ist steht auf einem anderen Blatt.
    Fest steht jedenfalls, dass es jetzt, solange er in U-Haft sitzt, so oder so anders läuft.

  15. #15
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    Avatar von Annika_Kremer
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Ich kann Leuten nicht in die Köpfe schauen, aber ich würde definitiv nicht sagen, dass Domscheit-Berg diese Art Person ist, die aus lauter Ehrgeiz sowas täte. Er ist eher Idealist. Das kann durchaus auch zu Konflikten führen - hat es dann ja auch, als die Vorstellungen, wie WL funktionieren sollte, zu weit auseinander gingen. Aber ich glaube beim besten Willen nicht an einen "Egotrip".

  16. #16
    Mitglied Avatar von mboettcher
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Seit Jahren versagen die klassischen Medien bei der Aufgabe den Regierenden und den Mächtigen auf die Finger zu sehen. Gefälligkeitsjournalismus in der Art von Christiansen/Anne Will ersetzt mehr und mehr den investigativen Journalismus. An anderer Stelle wird schlicht PR für Regierungen und/oder Lobbyarbeit für Verbände, Kartelle und Firmen gemacht, das aber weiterhin "Journalismus" genannt, dessen Verlautbarungen angeblich noch besonders schutzwürdig sein sollen. Transparenz in der Politik: Fehlanzeige. Hintergründiges in den Medien: Fehlanzeige. Kontrolle: Fehlanzeige. Das Politik bis hinauf zum Regierungsschef käuflich ist, ist spätestens seit der Flick-Affäre ein Allgemeinplatz. Inzwischen hat die "koofmich"-Mentalität jedoch mafiöse Ausmaße angenommen und man versucht nicht einmal mehr eine Tarnung der Politik für Partikularinteressen. Statt dessen werden die Verfassung der EU-Länder augehebelt, in dem in der undemokratischen Struktur der EU Gesetze mit Bindungswirkung für die Mitgliedsländer und ihre Bürger verabschiedet werden. Politiker spielen daher gern "über Bande", wenn sie antidemokratische Gesetze national nicht durchsetzen können (siehe z. B. Vorratsdatenspeicherung, vor der Verordnung durch die EU mehrfach im BUndestag gescheitert). Wikileaks ist ein erster Versuch die Situation fortwährender Intransparenz, in denen man die Motive der politischen Aktueure nicht mehr erkennen kann, wieder etwas zu Gunsten der Bürger zu verändern. Das so etwas nicht den Beifall von Politik und Medien findet, ist verständlich aber m. E. kein Grund mit diesem und ähnlichen Versuchen aufzuhören. Selbst wenn WL erledigt wird oder sich durch interne Querelen selbst zerstört, gibt es keinen Grund von der anonymen Publikation sogn. Staatsgeheimnsse Abstand zu nehmen. Jedenfalls nicht, solange die fühenden Medien mit den Politikern gemeinsame Sache machen.

    "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört." (Hanns Joachim Friedrichs; † 28.03.1995)

    M. Boettcher

  17. #17
    Mitglied Avatar von Faboy
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Zitat Zitat von awichai Beitrag anzeigen
    es wird schon einen grund haben warum viele wl mitarbeiter gegangen sind. intransparenz und assanges führungsstil.
    ... oder einfach der Druck der Regierung. Die wolpen vielleicht nicht ihr Leben aufs Spiel setzen, wie Assange...

    Zur Erinnerung: Große Firmen wie Amazon oder Mastercard (Pressefreiheit ist unbezahlbar, für alles andere gibt es Mastercard (gehört halt dazu)) sind aufeinmal ganz klein geworden! Und das innerhalb weniger Tage.

  18. #18
    Mitglied Avatar von Faboy
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Entschuldigung! Doppelpost, weil ich mit Ei-Pott geschrieben habe...
    Wenn möglich, bitte löschen!
    Geändert von Faboy (12. 12. 2010 um 00:05 Uhr)

  19. #19
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    Standard Re: Kristinn Hrafnsson zur Situation bei WikiLeaks

    Der Gegenpart zu WikiLeaks wäre ein weiteres WL oder mehrere.
    Denn sollte WikiLeaks etwas vorenthalten, fälschen oder sonstwie manipulieren, gäbe es für den Wissenden die Möglichkeit das dort klarzustellen !


    Meine Sicht zu dem was veröffentlicht werden darf/soll ist relativ schlicht.
    Keine Geheimnisse ! Einzige Ausnahme dabei ist die Nennung von "Zeugen", welche in keinster Weise involviert zu sein scheinen. Niemand sollte unverschuldet durch solche Offenlegungen in Gefahr geraten. Das wäre mutwillig fahrlässig.
    Anders verhält es sich bei Zeugen die sich ihrer Aufgabe und damit möglichen Konsequenzen infolge ihrer Verantwortung bewußt sein sollten. Jeder Beamte etwa sollte um seine Funktion wissen. Jeder Botschafter, Politiker, Agent, Polizist usw. ganz besonders. Wenn diese was hintenrum machen, tun sie das an uns und unseren gesellschaftlichen Spielregeln vorbei - wohlgemerkt bewußt !
    Diese Leute müssen sich ihrer Verantwortung einfach mal bewußt werden, sie verstehen und dafür einstehen, andernfalls halte ich sie schlichtweg für unqualifiziert. Würde diese Verantwortung tatsächlich gelebt und umgesetzt werden, gäbe es auch weniger Probleme innerhalb der Gemeinschaft. Es bildet das Skelett, gibt uns den Halt. Wenn dort schon was morsch ist leidet folglich der Rest.

    Den Schutz solcher Verantwortlichen zu gewährleisten sollte dann auch umso wichtiger sein. Sowohl in ihrem als auch in unserem Interesse.

    Mir ist klar daß das so nicht funktionieren wird. Nur in der Theorie, geleitet von Idealen, welche in der Politik leider nicht mehr überlebensfähig sind, geht diese Rechnung auf.
    Aber wir sind leider alle nur Menschen, triebig und voller Fehler.

    Aber meinen Unmut mal beiseite.

    Freiheit bedarf der Wahrhaftigkeit wohingegen jedes Geheimnis eines Gefängnisses bedarf.

    Ich muß nicht jede Wahrheit verlautbaren doch ich sollte keiner Wahrheit das Maul verbieten, egal wie weh es tut.

    Da wir keine Politiker sind, keine Machtbessenen, keine Gestörten, Egotripper oder ähnlich Verblendete ( hope so ^^ ) und nicht auf der Suche nach Mehrheiten dürfen wir uns dennoch für Ideale begeistern. Und auch wenn es der Kampf gegen Windmühlen ist, so verhilft dieser doch immer ein wenig dazu bei sich persönlich ein Stückchen Freiheit und Lebensqualität zu erkämpfen.

    Und abschließend ...
    Ob etwas richtig ist oder falsch, das zu beurteilen obliegt jederman selbst.

  20.  
     
     

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