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  1. #1
    Mitglied Avatar von P0stalDude
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    Standard Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Nabend,
    da ich schon länger mal eine Reise in die Sperrzone rund um Tschernobyl (Pripjat etc.) vorgenommen habe wollte ich es nächstes Jahr auch wirklich machen, da ich endlich einen Begleiter gefunden habe.

    Ich habe mich schon längere Zeit nicht mehr mit dem Thema auseinander gesetzt weil ich wichtigeres zu tun hatte.
    So langsam lese ich mich wieder in die Materie ein und habe eine Frage wie hoch die tödliche Strahlung ist.
    Auf verschiedenen Seiten werden aber komischerweise völlig andere Höchstwerte beziffert (die verschiedenen Einheiten vervollständigen meine Verwirrung).

    Hier steht z.B. dass die tödliche Strahlendosis zwischen 300 und 500 Röntgen pro Stunde beträgt.
    Auf den Straßen und den z.T. dekontaminierten Teilen herrscht eine Strahlung von ca. 15 bis einigen 100 Mikroröntgen pro Stunde.

    Jetzt hole ich die einheit Gy ins Boot:
    Laut dieser Seite beträgt die tödliche Dosis 50 Gy.

    Nun kommen meine Rechnungen denen ich selber nicht traue
    Da 1 Röntgen ja 0.01 Gray sind müssten es ja 5000 Röntgen sein. Immerhin das zehnfache der tödlichen Dosis der ersten Quelle.

    Jetzt kommt noch die Einheit Sievert dazu. 1 Röntgen = 1 Sievert.
    Dieser Wikipedia Artikel sagt aus, dass eine Kurzzeitbelastung von ca. 4 Sievert meist tödlich endet.

    Das wäre ja wiederum weniger als ein Zehntel des Gray Wertes.
    Habe ich mich schlichtweg verrechnet oder bringe ich etwas durcheinander?


    Nun noch ein praktisches Beispiel. Wenn man eine Strahlung von 100 Mikroröntgen sind es ja 0,0001 Röntgen. 0,0001 Röntgen sind dementsprechend 0,000001 Gray bzw. 0,000001 Sievert.

    Laut dieser Seite wäre die durchschnittliche Strahlung ja vollkommen ungefährlich, oder?
    [Edit: Auf der Seite wird übrigens erst ab 6 bis 10 Gy die Sterblichkeitsrate bei 100% angesetzt. Also wieder ein anderer Wert ]



    Es wäre echt Klasse wenn sich hier jemand findet der mir bei meinen Fragen helfen kann.
    Ich habe weder in diese Richtung studiert oder sonst etwas in dem Bereich Strahlung/Radioaktivität gemacht.

    Meine ,ich nenne sie mal, "Theorien" beruhen halt alle auf eigenen Recherchen im Internet, daher bitte nicht zu sehr drauf herum hacken, falls ich hier alles durcheinander würfel


    Danke im Voraus schonmal für hilfreiche Antworten!
    Geändert von P0stalDude (31. 12. 2010 um 01:49 Uhr) Grund: Ein paar Rechtschreibfehler korrigiert

  2. #2
    Mitglied Avatar von deKay89
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Letztens kam irgendwo ne Sendung/Doku über ein Atommüllzwischenlager wo die Reporter n Zähler um den Hals bekommen haben und gesagt wurde wie viel sie ausgesetzt sein dürfen. Hat man sich natürlich nicht gemerkt Nur das sie den Grenzwert bei weitem nicht erreicht haben.

    Zu deinen Werten.
    Das mit dem 50Gy ist denke ich nur irgend ein Wert der eher von den 0,01°C Erwärmung von Wasser her kommt als vom minimalen zum tödlich sein. Man will halt Sagen das die Strahlung kaum Energie enthält aber tödlich ist. Oder sowas in der Art.

    Ich würde dem hier das meiste entnehmen:
    Die tödliche Strahlendosis liegt bei etwa 300 bis 500 Röntgen pro Stunde. Bei den Tourenetappen werden Messungen zufolge nur 15 bis einige 100 Mikroröntgen pro Stunde erreicht. Ein Mikroröntgen ist ein Millionstel eines Röntgens. Man sollte die Straßen nicht verlassen; die Strahlung in bewachsenen Gegenden ist deutlich höher.
    Sprich du bist weit davon entfernt gefährdet zu sein. Außerdem bist du da ja keine Ewigkeit sondern nur einige Tage. Die Umgebungsstralung ist eher ungefährlich da viel zu gering. Gefährlich ist es erst wenn du Staub einatmest. Deshalb auch die Straßen nicht verlassen
    Das restliche mit dem Gy bezieht sich, wenn ich das richtig gelesen habe, meistens auf ein ganzes Jahr und ist auf so einen Kurzen Trip schlecht anwendbar.
    Eine Besichtigung in einem Atomreaktor ist ja auch nicht tödlich aber wenn du da ein Jahr drin lebst bist du sehr wohl tot

    Aber ich habe nicht wirklich Ahnung von dem Zeug.
    Geändert von deKay89 (31. 12. 2010 um 12:08 Uhr)

  3. #3
    Mitglied Avatar von sh2606
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Für so einen Trip sind natürlich Strahlungsmessgerät und Dosimeter Pflicht.

    Das Dosimeter nimmt nach der Aktivierung alle Strahlung auf und zeigt dir an, wie viel Strahlung du bis jetzt ausgesetzt warst, und genau das ist auch der Wert, den du mit der Maximalgrenze vergleichen musst.

    Allerdings ist auch das Strahlungsmessgerät Pflicht, da dort stellenweise sehr hohe Strahlung vorhanden ist, die in kurzer Zeit tödlich sein kann (Beispielsweise in manchen Gebäuden in Prypjat oder an Stellen, wo ungekennzeichnet bei der Säuberungsaktion nach dem Unfall im AKW hochradioaktiver Schutt verscharrt wurde).
    Damit kann man sich meist einen recht sicheren strahlungsarmen Weg suchen. Das Dosimeter alleine kann dies nicht gewährleisten, da man das dazu permanent im Blick haben müsste und die Geschwindigkeitsänderungen in der Dosiserhöhung einschätzen müsste. Es müsste zudem hinreichend genau sein.

    Auch empfiehlt es sich, generell eine Atemschutzmaske zu tragen (und diese auch öfters zu wechseln), da radioaktiver Staub über Jahre hinweg in der Lunge Strahlung abgeben kann.

    Eine Besichtigung des Reaktors wird für Privatpersonen nur schlecht möglich sein, alleine um nach Prypjat zu kommen, muss man mehrere Militärsperren passieren (für die man afaik eine Genehmigung braucht).

    Ich habe mal einen sehr detaillierten Reisebericht gelesen, wo noch viele nützliche Tipps für so eine Reise gegeben wurden, aber ich finde ihn gerade nicht...
    Geändert von sh2606 (31. 12. 2010 um 10:05 Uhr)

  4. #4
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    Avatar von P0stalDude
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Danke euch beiden für die "Reise-Tipps".
    Die Sachen sind mir allerdings klar sodass ich eigentlich nur die Sache mit der "Tödlichen Strahlendosis" nicht ganz durchblicke.

    Die diversen Reiseberichte (z.B. die bei lplaces.com sind sehr interessant) habe ich schon so gut wie alle durch.

    Ich bin eigentlich schon in der Planungsphase des Trips.


    Zitat Zitat von sh2606 Beitrag anzeigen
    Eine Besichtigung des Reaktors wird für Privatpersonen nur schlecht möglich sein, alleine um nach Prypjat zu kommen, muss man mehrere Militärsperren passieren (für die man afaik eine Genehmigung braucht).
    Richtig. Die "Visa" sind aber größtenteils bei den geführten Touren dabei, wobei ich allerdings einen Kontakt in der nähe von Kiew habe, der auch schon einige Male für sein Studium in der Sperrzone war, wo sich eventuell eine private Tour eher anbietet.


    Zitat Zitat von sh2606 Beitrag anzeigen
    Für so einen Trip sind natürlich Strahlungsmessgerät und Dosimeter Pflicht.
    Dosimeter liegt schon hier

  5. #5
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    ...und ordentlich radx/radaway einpacken

  6. #6
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Was für eine idiotische Idee

    Es ist doch nicht nur so, dass es schwarz/weiss gibt

    Harte Strahlung zeschiesst DNA. Die Trümmer werden erkannt und entsorgt
    Leider nicht immer
    Daher ist mit steigender Dosis (auch Röntgen) ganz einfach die Wahrscheinlich grösser, dass kaputte DNA auch Schaden anrichtet, wie z.B. wildes Rumgeteile und Krebs entsteht

    Es steigt die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken mit jeder Menge Strahlung, der man sich aussetzt

    Schönen Urlaub
    Tim

  7. #7
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    Avatar von P0stalDude
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Ob es eine idiotische Idee ist, ist deine Meinung.
    Ich bin da anderer Meinung.

    Zum Vgl. Die Strahlendosis die bei einem eintägigen Besuch in der Sperrzone (Ausgehend von einem Durchscnittlichem Wert von 100 mR) entpsricht der gleichen Menge Strahlung die durch Röntgen-Unterscuhung nach einer Verletzung (Bruch) entstehen.

    Das Risiko ist also durchaus vertretbar und nicht sonderlich hoch.

  8. #8
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Zitat Zitat von TBuktu Beitrag anzeigen
    Es steigt die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken mit jeder Menge Strahlung, der man sich aussetzt
    Und im Süden Südamerikas ist die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken aufgrund erhöhter UV Strahlung (angeblich aufgrund des Ozonlochs) auch höher.

    [IRONIE]Also sollte man nicht nach Chile in den Urlaub fahren, man erkrankt später mit höherer Wahrscheinlichkeit an Krebs.[/IRONIE]

    Wenn die Strahlungsintensität rund um und in Pripjat wirklich so niedrig wie angegeben sein sollte, dann ist man mit ein paar Solariumbesuchen im Jahr eher krebsgefährdet als mit einem Besuch dort.

    Aber lieber auf Nummer sicher gehen und oftmals den Atemschutz austauschen und relativ gut abschirmende Kleidung tragen schadet sicher auch nicht.

  9. #9
    Der dunkle Prinz

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    Avatar von LordArion
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Du kannst die Einheiten im Allgemeinen nicht so einfach umrechnen, wie du es getan hast.
    Wie auch immer: Letale Dosen wirst du dort innerhalb der zugänglichen Gebiete nicht finden.
    Im Strahlenschutz unterscheidet man zwischen deterministischen und stochastischen Effekten.
    Das Risiko für jede Art von Krebs steigt natürlich.
    Deterministische Folgen wie Haarausfall, Übelkeit, Unfruchtbarkeit, Schädigung der Augen, usw. werden vermutlich nicht eintreten.

  10. #10
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Findet man dort überhaupt noch eine letale Dosis? Die benötigte Strahlung dazu ist ja relativ hoch.

  11. #11
    Mitglied Avatar von sh2606
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Allerdings spielt nicht nur die Dosis, sondern auch die Art der Strahlen, eine Rolle.
    Um Tschernobyl rum gibt es durch das Caesium-137 eine hohe Konzentration an stark ionisierender β-Strahlung, die nicht durch normale Kleidung abgehalten wird.
    Röntgenstrahlung ist nicht so gefährlich, da sie weniger energiehaltig ist, wie γ- oder β-Strahlung, und somit auch weniger ionisierend.

    Das Krebsrisiko steigt mit jeder Belastung durch ionisierende Strahlung, und β-Strahlung ist in diesem Gebiet die schwerwiegendste Belastung.

    Letale Dosen kann man im Reaktor natürlich finden, sowie in manchen Gebäuden in der Gegend um den Reaktor (bspw. teilweise in Prypjat) und in Waldstücken, wo ungekennzeichnet Schutt und Spaltprodukte vergraben wurden. Wobei die größte Gefahr durch Einatmen/Verzehr von Staub besteht.
    Das Sperrgebiet ist nicht umsonst immer noch ein Sperrgebiet.

  12. #12
    Der dunkle Prinz

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    Avatar von LordArion
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Das berücksichtigt die Äquivalentdosis.
    Darum ist sie für dich auch der einzige relevante Wert.

    Zitat Zitat von Sterbehilfe Beitrag anzeigen
    Findet man dort überhaupt noch eine letale Dosis?
    Im Reaktorkern selbst.
    http://www.focus.de/politik/ausland/...id_108069.html
    Also komm nicht auf dumme Gedanken.

  13. #13
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    Avatar von P0stalDude
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Danke schonmal für die antworten:

    Aber mal Tschernobyl außer Acht gelassen: Wie hoch ist denn nun eine letale Dosis?

  14. #14
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Zitat Zitat von LordArion Beitrag anzeigen
    [...]
    Im Reaktorkern selbst.
    http://www.focus.de/politik/ausland/...id_108069.html
    Also komm nicht auf dumme Gedanken.
    Zitat Zitat von Wikipedia
    Das Röntgen (Abkürzung: R) ist eine veraltete Einheit für die Ionendosis. Sie wurde nach Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923) benannt.

    Sie war definiert als die Strahlenmenge, die nötig ist, um positive und negative Ionen von 1 esu (Ladungseinheit im cgs-System) im Volumen 1 cm³ Luft bei Normalbedingungen freizusetzen. Bei trockener Luft entspricht dies etwa der Strahlenmenge von 0,01 Gray.
    Zitat Zitat von focus
    Die Strahlung im Reaktorkern erreicht heute noch 2500 Röntgen pro Stunde – eine tödliche Dosis.
    Wenn ich mich so früh am Morgen nicht komplett verrechnet habe, sollten die 2500 R/h also 25 Gy/h entsprechen.

    Spoiler: 


    0,0005 bis 0,2 Gy
    Mögliche angenommene Spätfolgen: Krebs, Erbgutveränderung. Diese zählen nicht zur Strahlenkrankheit im eigentlichen Sinne; sie sind also stochastische Strahlenschäden. Siehe Strahlenrisiko.

    0,2 bis 0,5 Gy
    Keine Symptome, nur klinisch feststellbare Reduzierung der roten Blutkörperchen

    0,5 bis 1 Gy
    Leichter Strahlenkater mit Kopfschmerzen und erhöhtem Infektionsrisiko. Temporäre Sterilität beim Mann ist möglich.

    1 bis 2 Gy; leichte Strahlenkrankheit
    10 % Todesfälle nach 30 Tagen (Letale Dosis(LD) 10/30).
    Zu den typischen Symptomen zählen – beginnend innerhalb von 3-6 Stunden nach der Bestrahlung, einige Stunden bis zu einem Tag andauernd – leichte bis mittlere Übelkeit (50 % wahrscheinlich bei 2 Gy) mit gelegentlichem Erbrechen. Dem folgt eine Erholungsphase, in der die Symptome abklingen. Leichte Symptome kehren nach 10-14 Tagen zurück. Diese Symptome dauern etwa vier Wochen an und bestehen aus Appetitlosigkeit (50 % wahrscheinlich bei 1,5 Gy), Unwohlsein und Ermüdung (50 % wahrscheinlich bei 2 Gy). Die Genesung von anderen Verletzungen ist beeinträchtigt, und es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Temporäre Unfruchtbarkeit beim Mann ist die Regel.

    2 bis 3 Gy; schwere Strahlenkrankheit
    35 % Todesfälle nach 30 Tagen (LD 35/30).
    Erkrankungen nehmen stark zu und eine signifikante Sterblichkeit setzt ein. Übelkeit ist die Regel (100 % bei 3 Gy), das Auftreten von Erbrechen erreicht 50 % bei 2,8 Gy. Das Auftreten der Anfangssymptome beginnt innerhalb von einer bis sechs Stunden und dauert ein bis zwei Tage. Danach setzt eine 7- bis 14-tägige Erholungsphase ein. Wenn diese vorüber ist, treten folgende Symptome auf:
    Haarausfall am ganzen Körper (50 % wahrscheinlich bei 3 Gy), Unwohlsein und Ermüdung. Der Verlust von weißen Blutkörperchen ist massiv, und das Infektionsrisiko steigt rapide an. Bei Frauen beginnt das Auftreten permanenter Sterilität. Die Genesung dauert einen bis mehrere Monate.

    3 bis 4 Gy; schwere Strahlenkrankheit
    50 % Todesfälle nach 30 Tagen (LD 50/30).
    Nach der Erholungsphase treten zusätzlich folgende Symptome auf:
    Durchfall (50 % wahrscheinlich bei 3,5 Gy) und unkontrollierte Blutungen im Mund, unter der Haut und in den Nieren (50 % wahrscheinlich bei 4 Gy).

    4 bis 6 Gy; akute Strahlenkrankheit
    60 % Todesfälle nach 30 Tagen (LD 60/30).
    Die Sterblichkeit erhöht sich schrittweise von ca. 50 % bei 4,5 Gy bis zu 90 % bei 6 Gy (solange keine massive medizinische Intensivversorgung zur Anwendung kommt). Das Auftreten der Anfangssymptome beginnt innerhalb von 30 bis 120 Minuten und dauert bis zu zwei Tage. Danach setzt eine 7- bis 14-tägige Erholungsphase ein. Wenn diese vorüber ist, treten im Allgemeinen die gleichen Symptome wie bei 3 bis 4 Gy verstärkt auf. Bei Frauen ist das Auftreten permanenter Unfruchtbarkeit die Regel. Die Genesung dauert mehrere Monate bis zu einem Jahr. Wenn der Tod in der Regel 2–12 Wochen nach der Bestrahlung eintritt, so sind die Todesursachen Infektionen und Blutungen.

    6 bis 10 Gy; akute Strahlenkrankheit
    100 % Todesfälle nach 14 Tagen (LD 100/14).
    Die Überlebenschance kommt auf den Einsatz medizinischer Intensivversorgung an. Das Knochenmark ist nahezu oder vollständig zerstört, und eine Knochenmarktransplantation ist erforderlich. Das Magen- und Darmgewebe ist schwer geschädigt. Das Auftreten der Anfangssymptome beginnt innerhalb von 15 bis 30 Minuten und dauert bis zu zwei Tagen. Danach setzt eine 5- bis 10-tägige Erholungsphase ein, die als Walking-Ghost-Phase bezeichnet wird. Die Endphase endet mit dem Eintritt des Todes durch Infektionen und innere Blutungen. Falls eine Genesung eintritt, dauert sie mehrere Jahre, wobei diese wahrscheinlich nie vollständig erfolgen wird.

    10 bis 20 Gy; akute Strahlenkrankheit
    100 % Todesfälle nach 7 Tagen (LD 100/7).
    Diese hohe Dosis führt zu spontanen Symptomen innerhalb von 5 bis 30 Minuten. Nach der sofortigen Übelkeit durch die direkte Aktivierung der Chemorezeptoren im Gehirn und einer starken Schwäche folgt eine mehrtägige Phase des Wohlbefindens (Walking-Ghost-Phase). Danach erfolgt die Sterbephase mit raschem Zelltod im Magen-Darmtrakt, welcher zu massivem Durchfall, Darmblutungen und Wasserverlust sowie der Störung des Elektrolythaushalts führt. Der Tod tritt mit Fieberdelirien und Koma durch Kreislaufversagen ein. Behandlung erfolgt nur noch im Rahmen der Palliativmedizin.

    20 bis 50 Gy; akute Strahlenkrankheit
    100 % Todesfälle nach 3 Tagen (LD 100/3), ansonsten wie bei „10 bis 20 Gy“

    über 50 Gy
    Sofortige Desorientierung und Koma innerhalb von Sekunden oder Minuten. Der Tod tritt in wenigen Stunden durch völliges Versagen des Nervensystems ein.

    über 80 Gy
    Die US-Streitkräfte rechnen bei einer Dosis von 80 Gy schneller Neutronenstrahlung mit einem sofortigen Eintritt des Todes.

    Anmerkung: Die Symptome unterscheiden sich in den öffentlich zugänglichen Dokumenten, da sie nicht experimentell am Menschen „erprobt“ sind. Die oben angegebenen Werte beziehen sich auf die Ganzkörperdosis, verursacht durch eine einmalige Einwirkung von Röntgen- oder Gammastrahlen. Sie wurden aufgrund der Folgen von Atombombenabwürfen und anderen Ereignissen statistisch ermittelt.


    So letal ist die Dosis also gar nicht, falls man das alles so umrechnen kann.
    Schade eigentlich, hätte ich mich irgendwann umbringen wollen, hätte ich es am liebsten mit einer "Besichtigung" des Reaktors gemacht. Aber dann noch 3 Tage auf den Tod warten (oder mehrere Stunden, bis wenigstens die 50 Gy erreicht sind), ist mir dann doch zu lang...

  15. #15
    Mitglied Avatar von Seldos
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Strahlung hin oder her, solch Katastrophentourismus ist pervers. Ich wünsche dir dafür Krebs an den Hals.

  16. #16
    Mitglied Avatar von deKay89
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Pervers ist wenn man vor einem Jahr nach Haiti geflogen wäre und sich das angeschaut hätte. Aber über 20 Jahre danach als pervers bezeichnen? Ist es auch pervers wenn man jetzt in New York Urlaub macht wegen 9/11?

  17. #17
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Die Frage ist schon allein wegen der Art und Weise, wie diese Zahl ermittelt wird vollkommen abartig

    Damit der Mensch irgendeinen blöden Wert bekommt (daher ist LD50 eh sinnvoller) werden Tiere deswegen umgebracht
    Glücklicherweise gab es ja auch genug Versuche mit Menschen (Bikini Atoll)

    Interessant auch, was man hier findet:
    http://www.mondlandung.pcdl.de/strah...ngsguertel.htm

    Der Gewinn muss das Risiko ja echt wert sein

  18. #18
    Mitglied Avatar von Tomatenpfahl
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Die Strahlung zerstört Zellen oder beschädigt diese. Dabei kann eine Zelle im Körper mutieren und es kommt zum Krebs. Früher waren die Arbeiter nicht vor den Rotgenstrahlen geschützt sodass einige davon Leukämie bekommen haben.

    Aber bei Krebskranken wird umgekehrt die Bestrahlung angewendet um Krebszellen zu zerstören. Doch das Schädliche an einer Bestrahlungstherapie sind die gesunden Zellen die auch beschädigt werden.

    P.s Raucher sind stärker verstrahlt als nicht Raucher.

  19. #19
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Warum ist das pervers?

    Es ist ein Stück Zeitgeschichte.
    Und sicherlich ziemlich interessant dazu.

    Er will nicht mit seinem G-Modell von AMG über indische Müllhalden brettern und Kindern beim Müll durchsuchen zuschauen.

    Die wenigsten fänden es wohl auch wenig pervers sich die USS Arizona anzuschauen. (Wobei ich dies mit dem damit verbundenen amerikanischen Pathos fraglicher finde)

  20. #20
    Mitglied Avatar von MrDraco
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    Standard Re: Radioaktive Strahlung - Wie hoch ist die tödliche Dosis?

    Um die Frage zu beantworten muss man sich mit Strahlenschäden beschäftigen.
    Wie kann man an Radioaktivität bzw deren Folgen sterben?

    1. Folgeschäden wie Krebs. Bin mir nicht sicher ob es überhaupt noch Andere Folgeschäden gibt.
    Kann man auch in keiner Form voraus sagen.
    2. Tod durch Strahlen"vergiftung".
    Dazu musst du eine genügende Menge schlucken oder einatmen=>Polonium im Tee.
    =>Maske möglichst immer tragen nichts dort essen und kein Essen mitnehmen etc.
    3. Akute Strahlenkrankeit=> mehr oder minder eine Verbrennung durch die ionisierende Strahlung.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenkrankheit
    Stirbt man im Normalfall trotzdem nicht sofort dran, sondern frühestens Tage später.
    Siehe die Unfälle mit dem DemonCore oder die Geschichte(eventuell Urbane Legende) vom Materialprüfer der in einen Strahl kam und drei Tage später tot war.
    Exakt wie eine schwere Verbrennung:
    Gewebe stirbt ab und zersetzt sich,
    dein Körper schafft es nicht mehr die Giftstoffe aus zu scheiden oder es ist lebenswichtiges Gewebe betroffen=>Leber/Nieren
    =>Ende Gelände.
    Am Karatschi-See(denke das war der) soll es noch Gegenden geben wo man einen schönen letzten Spaziergang machen kann.
    Oder tatsächlich IM Reaktor von Tschernobyl.

    Dann muss man zwischen den Strahlungsarten unterscheiden:
    Alpha: wird bereits von der obersten Hautschicht aufgehalten, im Körper aber verheerend.
    Beta:Wenn ich mich richtig entsinne nur mit Metall=>Bleianzug zu schützen, dafür ist die gefährliche Reichweite nur 20cm oder sowas(iirc).
    Gamma:Kein Schutz möglich, dafür hat es kaum Gelegenheit schaden anzurichten.

    Du bräuchtest also drei Werte, wobei die dir auch nicht viel nutzen,
    da du es kaum schaffen wirst nur eine Strahlenart aufzunehmen.

    Die Einheit die du suchst müsste Sievert=>gewichtet sein.
    (Wie du aber schon bemerkt hast gibt da jeder etwas anderes an.)

    Hier noch etwas weiterführend:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Relativ...he_Wirksamkeit

    @Tomatenpfahl:Und heute sind die Arbeiter geschützt oder was?

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