Das Leben ist echt was Schönes. Es gibt so viele Dinge, die einen jungen Kerl wie mich glücklich machen können. Was will man denn schon mehr? Mit 18 ein eigenes Auto, ein iPhone mit Internet unterwegs und haufenweise andere materielle Werte. Klasse!

Trotzdem, irgendwas klappt nicht im Leben und das auch schon ziemlich lange. Schon immer, um bei der Wahrheit zu bleiben. Man hat "alles" und doch hat man nichts. Mit etwas mehr als 19 Jahren stehe ich nun im Leben, kurz vor der Abitur und habe "alles" und doch nichts. Ich hatte nie eine Freundin, wurde abseits meiner Eltern nie von einer Person geliebt - eine traurige Erkenntnis. Vergangenes klingt heute lächerlich, ich bin reif - zu reif? Ein Grund sicherlich, dass ich nie die Richtige gefunden habe: Zu hoch sind meine Erwartungen an "Sie". Mitten im Leben steh ich also und weiß im Gegensatz zu den meisten in meinem Alter, worauf es im Leben wirklich ankommt, aber wer "glaubt" schon einem 19-jährigen, bzw. weswegen muss mir überhaupt jemand glauben? Ich weiß es nicht. Es sind einfach Gedanken und Sätze, die mir gerade in Kopf schießen.

Jahrelang dachte ich mir immer nur: Mein Leben könnte so schön sein, wenn "Sie" nur da wäre, wenn es sie nur gäbe. Und dann urplötzlich ist "Sie" auch da. Ich allerdings bin zu spät/zu früh? Es passt nicht, sie hat einen anderen. Schwer fällt es mir zu sehen, wer er ist: Ein... ich finde keine Worte - er ist der Falsche, das steht fest. Wir hassen uns mittlerweile, das ist auch gut so, nie mehr könnte ich ihm auch nur irgendetwas positiv anrechnen, zu groß ist meine Eifersucht auf ihn.

Gebeichtet hab ich ihr alles. Wir sind (sehr?) gute Freunde, aber ich komme einfach nicht damit klar. Zu groß sind noch die Gefühle. Ich möchte ihr nah sein in jeder Sekunde, kann und darf es nicht. Möchte ihr helfen, wenn es ihr schlecht geht, was oft der Fall ist und muss mich zügeln. Das Leben kann so unglaublich hart sein. Und bald... seh ich sie kaum noch, nur noch wenige Wochen und dann, dann haben 13 Jahre ein Ende - Gott sei Dank, mein Körper kann nicht mehr. Aber was ist dann? Ich habe Angst davor. Ich sehe sie nicht mehr täglich in der Schule, muss mich darauf verlassen, dass sie sich mit mir weiterhin treffen wird.

Es wird eine verdammt schwere Zeit für mich. Ich werde wohl nie akzeptieren können, dass wir nicht zusammen sein können. Nicht, weil ich aus Dummheit klammern muss, sondern weil sie perfekt ist. Meine Hoffnung stirbt nie, dass ich irgendwann noch einmal die Chance bekomme, bis dahin muss ich warten. Ich werde nicht aufgeben, zu perfekt bist Du für mich!

Eigentlich glaube ich an dich dort oben nicht mehr, seit meine Oma sterben musste, aber wenn es dich wirklich gibt, dann hilf mir. Ich wünsche mir nichts sehnlichster, als diese eine Sache. Nimm mir alles, aber gib mir sie.

"Amen!"


Danke für "dein" Lesen - es hilft mir zu wissen, dass dort draußen jemand mitliest und sich immerhin für 5 Minuten Gedanken über mich macht!