Ergebnis 1 bis 14 von 14
  1. #1
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    gulli:Redaktion

    Avatar von Julian
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    Standard Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Etliche Autorenverbände der Vereinigten Staaten klagen gegen das Buchdigitalisierungsprojekt zahlreicher Universitäten des Landes. So haben es sich aktuell fünf größere Bildungseinrichtungen zur Aufgabe gemacht, ältere Bücher mit Hilfe des Internetkonzerns Google einzuscannen und ihren Studenten zur Verfügung zu stellen. Die Autoren sehen dadurch das Urheberrecht verletzt.

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  2. #2
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Bilder/Schriften/Werke/Städte ... vor 0-3000 Jahren verschwunden und tauchen langsam wieder auf. Ganz nach dem Motto: "Uns kann das nicht passieren. In einer digitalen Welt kann nichts verschwinden.".

  3. #3
    Mitglied Avatar von Metalheim
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Ist das bei Büchern nicht wie bei Tondaten oder Videowerken, dass die Verwertungsrechte nach 70 (vorgestern von 50 auf 70 Jahre angehoben) Jahren erlischen ?

    Viele Bücher sind doch bestimmt älter...

  4. #4
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Zitat Zitat von Metalheim Beitrag anzeigen
    Ist das bei Büchern nicht wie bei Tondaten oder Videowerken, dass die Verwertungsrechte nach 70 (vorgestern von 50 auf 70 Jahre angehoben) Jahren erlischen ?
    Ja, da ist es genauso. Aber hier geht es nicht um die EU, sondern die USA.
    Ich würde auch gerne wissen, wie es dort mit dem Schutzrecht aussieht.

  5. #5
    Mitglied Avatar von G0l3m
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Da Lehre frei von Kosten seien soll befürworte ich das Projekt. Lehrbücher gewinnen nicht durch Ihren Preis an Bedeutung sondern ihren Inhalt, deswegen sollten generell CC-Linzenzen für Lehrbücher vergeben werden denn nur so kann gewährleistet werden das auch ärmere Bevölkerungsschichten annähernd die gleichen Bildungschancen haben.

  6. #6
    Mitglied Avatar von Lil Ill
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Ich finde es komisch, da es beispielsweise in Deutschland schon mehrere Datenbanken mit digitalisierten Büchern für bestimmte Berufs-/Studienzweige gibt (z.B. Juris oder Beck-Online). Allerdings muss man für die Heimnutzung bezahlen. Auf den Rechnern der Uni kann dieses Angebot hingegen von Studenten kostenlos genutzt werden, da die Uni mit dem Anbieter ein Abkommen hat und die Nutzungsrechte von der Uni bzw. dem Land bezahlt werden. Ich schätze mal, dass der Anbieter auch einen Teil des Geldes an die Autoren abdrücken muss bzw. diese eine Pauschale gezahlt bekommen. Es geht meiner Meinung nach letztendlich nur darum, dass die Autoren kein Geld mehr verdienen wenn alles kostenlos im Internet steht, jeder darauf Zugriff hat und keine Bücher mehr verkauft werden. Was für ein Anreitz hätten Buchautoren noch neue Bücher zu schreiben wenn sie nichts verdienen? Kostenlos, aus Langeweile oder Nächstenliebe machen die das bestimmt nicht.
    Geändert von Lil Ill (13. 09. 2011 um 15:46 Uhr)

  7. #7
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    .... und darum sollte das als Aufgabe des Staates angesehen werden, wissenschaftliche Autoren gerecht zu entlohnen @Lil Ill.
    Immerhin müsste der Staat ein Interesse daran haben, gebildete Fachkräfte hervorzubringen. Tut er in Deutschland und in den USA aber nicht. Warum? Frag mich was leichteres.

    http://www.tagesschau.de/inland/oecd160.html

  8. #8
    Mitglied Avatar von Lil Ill
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Zitat Zitat von MonKei Beitrag anzeigen
    .... und darum sollte das als Aufgabe des Staates angesehen werden, wissenschaftliche Autoren gerecht zu entlohnen @Lil Ill.
    Genau. Weil der Staat gebildete Fachkräfte will und er auch einen gewissen Bildungsauftrag hat. Er kommt ja auch nicht für alle Leute auf, sondern nur für Leute die das entsprechend geistige Potenzial haben bzw. diejenigen die durch ihre Leistungen in einer entsprechenden Schule bzw. einem Studiengang sind. Alle anderen, die einfach nur schmökern wollen können ja ganz normal dafür bezahlen. Vor Einführung der Studiengebühren wurden ja auch in den Bibiliotheken und Seminaren für Studenten Bücher und deren digitale Form bereitgestellt. Von wo kam denn damals das Geld für neue Bücher? Und zur Zeit wird ja nach und nach die Studiengebühr wieder abgeschafft.
    So wie ich es in meiner Uni mitbekommen habe, herrscht momentan ein Geldüberschuss durch Studiengebühren und sie wissen nichtmehr wohin damit. Die gesetzlichen Verwendungsmöglichkeiten der Studiengebühren sind nämlich ziemlich eingeschränkt. Was sie damit machen dürfen und was sie tatsächlich damit machen klafft zur Zeit ziemlich weit auseinander. So werden z.B. Renovierungsarbeiten mit den Studiengebühren bezahlt, wofür diese eigentlich garnicht bestimmt sind sondern eigentlich der Staat aufkommen müsste.
    Geändert von Lil Ill (13. 09. 2011 um 17:33 Uhr)

  9. #9
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    @Lil Ill: Besorg Dir mal das Buch "Geschichte und Wesen des Urheberrechts" vom Rechts- und Wirtschaftshistoriker Eckard Höffner. Hat 2 Bände und ist letztes Jahr herausgekommen.

    Da beschriebt er wunderbar, dass das alte Argument "Autoren verdienen nichts ohne Urheberrecht" schlicht falsch ist. Er weist empirisch nach, dass deutsche Autoren als es noch kein durchsetzbares Urheberrecht gab im Schnitt sogar mehr verdient haben. Als das Urheberrecht dann in den 1840er Jahren nach und nach in ganz Deutschland galt, sind die Einkommen von Autoren massiv eingebrochen. Gleichzheitig sind die Buchpreise explodiert.

  10. #10
    Mitglied Avatar von MrDraco
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Ja, um was geht es jetzt?
    Um alte Bücher, die nicht mehr aufgelegt werden und deren Autoren tot oder unerreichbar sind?
    (Kenne ich auch einen Groschenroman der IMMER NOCH sehr begehrt ist, bei Amazon 100€ kostet,
    der Autor lebt noch, verfolgt seine Rechte(Abmahnungen),
    aber keine Neuauflage.)

    @Lil ill und co:
    In Amerika ist es auch usus dass Lehrer oder Professoren ihre eigenen "Lehrbücher" schreiben.
    Und jedes Semester eine "neue" Auflage, welche auch nur für ein Semester "gilt" und danach wertlos/unverkaufbar ist.
    So rund 500$ im Semester.

  11. #11
    Mitglied Avatar von Oldholo
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Also mal ganz fernab der Frage, inwieweit Lehre nun endeffektlich frei sein und das Urheberrecht gelockert werden sollte, stimme ich den Argumenten der Kläger da eigentlich zu.
    Nur weil eine Uni eine Uni ist, kann sie sich ja nun nicht einfach mal so bedienen, zumal so eine Institution Geldmittel und Möglichkeiten haben sollte, das anders zu lösen.
    Und da die Autoren, nicht etwa deren Rechteverwerter, klagen, handelt es sich dabei wohl auch nicht um Public Domain-Bücher, sondern um Werke aus jüngerer Zeit.
    Wenn ich mir nun vorstelle, ein wissenschaftliches Buch geschrieben zu haben, das irgendeine Uni dann ohne meine Zustimmung digitalisiert und allen Studenten zur Verfügung stellt, während eben jene dann exorbitante Studiengebühren verlangen und ihre (teils auf meinem Buch basierenden) Erkenntnisse/Erfindungen/Forschungsarbeiten dann patentieren, unfrei lizenzieren und/oder teuer verkaufen, würde mir das auch nicht gefallen.
    Dafür müssten dann erstmal Forschung und Lehre sowie das Urheberrecht überarbeitet werden, bis es dann "gerecht" dabei zugeht.

    Mal sehen, wie's ausgeht.

  12. #12
    Mitglied Avatar von Tekkaro
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Zitat Zitat von Oldholo Beitrag anzeigen
    Nur weil eine Uni eine Uni ist, kann sie sich ja nun nicht einfach mal so bedienen
    Wenn Prinzipien, Forschungen, Philosophien, usw. unserer Gesellschaft auf gewisse Autoren basieren, wieso sollte dann der Zugang zu dieser Literatur erschwert, blockiert oder gar unmöglich gemacht werden?

    Hast du schonmal versucht Basisliteratur, z. B. in einer Bibliothek auszuleihen? Normalerweise gibt es max. in 20% der gesuchten Themen überhaupt einen Buchbestand und dieser besteht oft gerademal aus einem Buch, welches auch noch irgendwo an einem Lehrstuhl steht und nicht verleihbar ist.

    Autoren die mit ihren Werken einen gesellschaftlichen Beitrag leisten möchten, müssen diese auch unentgeldlich zumindest den Schulen und Universitäten zur Verfügung stellen. Denn ein Studium soweit zu verwirtschaftlichen, dass Studenten regelmäßig zum Kauf bestimmter Bücher gezwungen werden, kann nicht der richtige Weg sein. Zumal das veröffentlichte Wissen häufig überhaupt erst durch die Hilfe und finanzielle Förderung der Universitäten und Regierung ermöglicht wird.
    Geändert von Tekkaro (14. 09. 2011 um 19:25 Uhr)

  13. #13
    Mitglied Avatar von widarr
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    ich bin der meinung, dass alles was es an kultur und wissen gibt, digitalisiert und redundant im gesamten internet verteilt gespeichert werden sollte, so dass sie von jedermann- und frau jederzeit unkompliert und frei abgerufen werden kann, denn das wissen der menschheit gehört der welt. … und jetzt schimpft mich phösen kommunisten

  14. #14
    Mitglied Avatar von Juuichi
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    Standard Re: Autoren klagen gegen Buchdigitalisierungs-Projekt

    Zitat Zitat von Oldholo Beitrag anzeigen
    Wenn ich mir nun vorstelle, ein wissenschaftliches Buch geschrieben zu haben, das irgendeine Uni dann ohne meine Zustimmung digitalisiert und allen Studenten zur Verfügung stellt
    ...wuerde ich mich freuen und anfragen, ob man andere meiner moeglichen werke fuer Lehr- und Forschungszwecke verwenden moechte. Zustimmung, Schmustimmung. Fuer was schreibst du wissenschaftliche Buecher, wenn du nicht willst, dass die Menschheit diese auch verwendet?


    während eben jene dann exorbitante Studiengebühren verlangen
    Das ist ein komplett anderer Streitpunkt, den es allerdings aus aehnlichen Gruenden abzulehnen gilt.


    und ihre (teils auf meinem Buch basierenden) Erkenntnisse/Erfindungen/Forschungsarbeiten dann patentieren, unfrei lizenzieren und/oder teuer verkaufen, würde mir das auch nicht gefallen.
    Das ist ebenso nicht richtig, liegt aber erneut nicht daran, dass jemand dein Buch verwenden kann, sondern dass es Patente und das Urheberrecht gibt, die den Fortschritt aufhalten.



    Dafür müssten dann erstmal Forschung und Lehre sowie das Urheberrecht überarbeitet werden, bis es dann "gerecht" dabei zugeht.
    Da stimme ich dir zu. Urheberrecht abschaffen, Patentsystem auf die Halde, Bildung fuer alle - der Wissenstand der Menschheit wuerde explodieren. Ich wage zu behaupten, wir haetten zB bereits den Mars besiedeln koennen, wenn es weder Patente noch das Urheberrecht geben wuerde.

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